Die Nato-Mission und die Knechtung der Frauen durch die Taliban

Der Wunschtraum der Taliban, die kein Islamisches Emirat, sondern ein Männerregime errichten.

Die Nato hat die Militärintervention in Afghanistan auch mit der Befreiung der Frauen legitimiert. Die wurden durch die Flucht der Nato verraten und die Taliban erhielten Hightech-Waffen und biometrische Daten.

 

Die Nato hat unter der Führung der USA den Krieg in Afghanistan beendet und den Taliban, die durch ihn wieder groß geworden sind, die Macht und viele Waffen hinterlassen. Im Stich gelassen wurden von der protzig benannten Nato-Mission Resolute Support viele afghanischen Mitarbeiter der ausländischen Truppen und Organisationen, die Soldaten und Polizisten der afghanischen Sicherheitskräfte und die Frauen und Mädchen, deren Schutz gerade zu einer Rechtfertigung des Militäreinsatzes dienten. Im Laufe des 20-jährigen Kriegs wurden direkt durch ihn schätzungsweise 176.000 Menschen in Afghanistan getötet, darunter 46.000 Zivilisten. Die Zahl der Toten, die als Folge des Kriegs um das Leben kamen, ist wesentlich höher. Bezieht man das pakistanische Grenzland mit ein, steigt die Zahl der Getöteten auf 243.000, darunter 70.000 Zivilisten. Das Land blieb trotz der vielen Milliarden, die die Schutz- und Rettungsmächte investierten, eines der ärmsten der Welt und versinkt nun engültig in Armut und Hunger.

Schon am 17. November 2001 versuchte die Bush-Regierung, den Krieg nicht nur durch die 9/11-Angriffe und den „Kampf gegen Terroristen“ zu legitimieren, sondern, so First Lady Laura Bush in einer Radioansprache,  auch als „Kampf für die Rechte und die Würde der Frauen“. Durch die militärischen Erfolge seien die Frauen nicht mehr in ihren Häusern eingesperrt, könnten Musik hören und ihre Kinder ohne Angst vor Bestrafung unterrichten. Man wird sich erinnern, dass dies gut ankam, der moralisch gute Krieg, durch den angeblich auch die westlichen Staaten verteidigt wurden, verdeckte seine dreckige Seite. Gleichzeitig wurde die Bevölkerung auf weitere „gute“ Kriege und neue Begründungen wie irakischen Massenvernichtungswaffen vorbereitet.

Das US-Außenministerium veröffentlichte am selben Tag einen entsprechenden Bericht, der die strategische Kommunikation ausbreitete. Geschwärmt wurde von der Vor-Taliban-Zeit, wo man allerdings die Rolle der Sowjetunion verschwieg – und selbstverständlich auch, dass Washington mit der CIA den Kampf Mudschaheddin gegen die Sowjetunion tatkräftig unterstützt hatte. Mit den islamistischen „Freiheitskämpfern“, wie sie damals hießen, wurden bekanntlich al-Qaida und Taliban gefördert, die so lange gut waren, so lange sie gegen die Sowjets kämpften. Der Afghanistan-Krieg war mit entscheidend für den Zusammenbruch der Sowjetunion. Zu vermuten ist, dass die Strategen in Washington jetzt mit der massiven Unterstützung der Ukraine auf den Zusammenbruch Russlands setzen. Auch dabei werden rechtsnationalistische Milizen zu hoch motivierten „Freiheitskämpfern“, die ausgebildet und mit Waffen ausgestattet werden.

In dem Bericht vom 17. November 2001 heißt es:

„Schon bald nach der Übernahme der Kontrolle über die afghanische Hauptstadt Kabul im Jahr 1996 begann das Taliban-Regime mit der systematischen Unterdrückung aller Teile der Bevölkerung.  Der Krieg der Taliban gegen Frauen ist jedoch besonders entsetzlich. Die Taliban haben den Schulbesuch für Mädchen ab acht Jahren verboten, die Frauenuniversität geschlossen und Frauen gezwungen, ihre Arbeit aufzugeben.  Sie haben den Zugang zu medizinischer Versorgung für Frauen beschränkt, eine restriktive Kleiderordnung brutal durchgesetzt und die Bewegungsfreiheit von Frauen eingeschränkt. Die Taliban haben eine Gesellschaft, die dringend ausgebildete Fachkräfte braucht, um die Hälfte ihres Vermögens gebracht.“

Das liest sich wie die aktuellen Beschreibungen, was letztlich bedeuten würde, dass die Verteidigung am Hindukusch und der kriegsbedingte Tod von 170.000 Menschen nur dazu führte, dass der Vorkriegszustand wiederhergestellt und die Taliban erneut ihre religiös verbrämte Männerherrschaft installieren können – dieses Mal nur technisch besser ausgerüstet, auch wenn es einem Großteil der Menschen schlecht geht. Nach WFP sind 4 Millionen Afghanen akut unterernährt, meist Kinder. Über 28 Millionen seien auf humanitäre Hilfe angewiesen, 20 Millionen – fast die Hälfte der Bevölkerung – sind akut mangelernährt. 90 Prozent der Haushalte haben nicht ausreichend Lebensmittel, während bei vielen die Verschuldung angewachsen und die Lebensmittelpreise angestiegen sind. Das WFP hätte schon für die erste Hälfte 2023 nicht ausreichend Geld, um die notwendige Hilfe leisten zu können, es fehlen 1,4 Milliarden Dollar. Die westlichen Staaten liefern derzeit Waffen und Geld in die Ukraine, schotten sich vor afghanischen Flüchtlinge ab und stellen sich nicht ihrer Verantwortung.

Die Taliban arbeiten dem zu. Zunächst ordneten sie die Ganzkörperverhüllung an, dann verboten sie den Frauen Zugang zu Parks und das Reisen alleine, jetzt haben Mädchen keinen Zugang zu höheren Schulen und junge Frauen zu den Universitäten mehr, was auch bedeutet, dass Lehrerinnen und Dozentinnen ihre Jobs verlieren. Es folgte das Verbot für Frauen, bei Nichtregierungsorganisationen zu arbeiten, was zur Folge haben könnte, dass die Taliban für ihre Bevölkerung riskieren, von humanitärer Hilfe ausgeschlossen zu werden, auf die so viele angewiesen sind. Das könnte auf ein allgemeines Arbeitsverbot für Frauen hinauslaufen, was die Armut weiter befördern würde.

Die Logik ist kaum verständlich, entspringt vermutlich religiöse wirren Köpfen, die Frauen jede Möglichkeit nehmen wollen, selbständig zu handeln und sich frei zu bewegen. Sie sollen eine Art dummes Haustier an der Leine werden, das macht, was der Herr des Hauses anordnet. Allerdings werden die Taliban hier nicht einmal von Saudi-Arabien und Pakistan mehr gedeckt, auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain kritisieren die Taliban.

Um die Kontrolle über den öffentlichen Raum zu stärken, wird in Kabul gerade ein System von Überwachungskameras aufgebaut. Geerbt von den Amerikanern haben die Taliban ein umfassendes Biometrie-System mit Biometrie-Scannern wie den Handheld Interagency Identity Detection Equipment (HIIDE) und Datenbanken mit den biometrischen Daten und weiteren persönlichen Informationen. Das ist schon gleich nach dem überhasteten Abzug oder der Flucht der Nato bekannt geworden.

Wie weit das System schon benutzt wird, ist nicht klar. Gesammelt wurden – auch mit der Hilfe der Bundeswehr, die Bundesregierung sah keine Bedenken – die biometrischen Daten der Soldaten, Polizisten und Mitarbeiter, aber auch aller anderen Afghanen, die man dazu zwingen konnte. Es ging angeblich darum, wie man dies auch im Irak praktiziert hatte, die Guten von den Bösen zu unterscheiden und etwa bei Straßensperren identifizieren zu können. Der Plan war angeblich, biometrische Daten von 80 Prozent der Bevölkerung in den Datenbanken zum Abgleich zu haben.

Eine Gruppe des Chaos Computer Clubs konnte vier SEEK II (Secure Electronic Enrollment Kit) und zwei der HIIDE-Geräte, die zuletzt 2012 in Afghanistan benutzt wurden, auf Ebay kaufen und untersuchen. Auf ihnen befanden sich völlig ungeschützt die Namen, Fingerabdrücke, Iris-Scans und Fotos von 2600 Afghanen und Irakern. Klar wird damit, wie gefährlich solche Datensammlungen sein können, wenn eine Regierung stürzt oder womöglich nur abgewählt wird. Selbst wenn die Daten gesichert wären, sind sie vorhanden, wenn repressive Regime die Macht übernehmen.

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock bekundet scheinbar entschlossen: „Wir werden nicht akzeptieren, dass die Taliban die Humanitäre Hilfe zum Spielball ihrer Frauenverachtung machen.“ Oder: „Wer Frauen und Mädchen von Arbeit, Bildung und öffentlichem Leben ausschließt, ruiniert nicht nur sein Land. Geschlechtsbezogene Verfolgung kann auch ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sein. Wir setzen uns für eine deutliche Reaktion der internationalen Gemeinschaft ein.“ Was die Konsequenz sein könnte, sagte sie nicht. Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze verkündete ein Aussetzen der Hilfe, was auch einige Hilfsorganisationen erwägen. Das bestraft nicht die Taliban-Männer, sondern die Bevölkerung und verrät ein weiteres Mal die Frauen. Noch protestieren mutige Frauen in Afghanistan, die zum Teil rohe Gewalt erleben, und boykottieren männliche Studenten und Professoren in Solidarität mit den Frauen die Universitäten.

Die Taliban, die ihren Sieg über die Nato feiern, lassen sich nicht unter Druck setzen, auch wenn darunter das Volk leidet und möglicherweise viele an Hunger sterben werden. Als Organisation, die Selbstmordanschläge kultiviert hat, kalkuliert man auch mit dem märtyrerhaften Untergang der Gesellschaft.

Die Nato – am Einsatz waren auch die baltischen Länder, Polen, Rumänien, Ungarn oder die Ukraine beteiligt – könnte eine Ausreise- und Aufnahmekampagne starten, um alle Afghaninnen und Afghanen, die aus dem scheinreligiösen Männerregime, das tatsächlich einer toxischen Männlichkeit frönt,  fliehen wollen oder aus Not müssen, Schutz anzubieten, um die Folgen der eigenen Fehler zu mildern. Das aber will der Wertewesten nicht. Er führt lieber im Anschluss nach dem Scheitern einen neuen geopolitischen Krieg führt, der in der verqueren Logik einer moralisch einseitigen Politik neuerdings nicht mehr tötet, sondern Leben schützt – wie das auch in Afghanistan behauptet wurde. Darin bleibt man sich treu.

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17 Kommentare

  1. Auch in diesem Text sucht man die Begriffe ‚Sanktionen‘, ‚Bankraub‘ etc. vergeblich. Dass der militärisch verlorene Krieg mit anderen, wirtschaftlichen Mitteln weitergeführt wird, scheint nicht der Rede wert, weil gegen die Taliban zu sein für so selbstverständlich richtig gehalten wird, dass man aggressives, gegen sie gerichtetes Verhalten als solches prinzipiell für nicht problematisch hält. Dass die Taliban einer weit rechts zu situierenden Ideologie anhängen, einer Art Klerofaschismus, ist nicht abzustreiten, aber wenn anderswo Protofaschisten an die Macht kommen, etwa in den Philippinen oder Brasilien, ist das dann kein Bekämpfungsgrund. Es sind ja Christen.

    Solange die Taliban nicht als Regierung anerkannt werden – sie sind nun mal die einzige Macht im Land, die es als Ganzes zu kontrollieren in der Lage ist -, die geraubten Zentralbankmilliarden zurückerstattet sind, der Wirtschaftskrieg, d. h. die Strangulierung des Landes aufgehoben, solange haben die Westler nicht die geringste Legitimation für ihr pseudo-humanitäres Wehklagen. Die Auswirkungen ihres Handelns sind der Hauptgrund für das Leiden der Bevölkerung, auch dasjenige der Frauen. Und wenn der Westen das Los sehr vieler Frauen auf dieser Welt verbessern möchte, kann er, nur ein Beispiel, dafür sorgen, dass in der globalen Textilbranche anständige Löhne gezahlt werden.

    1. Mir kam beim Lesen zuerst der Iran und dann Korea in den Sinn.
      Auch da haben die USA massiv eingegriffen, und als keine Regierung mehr möglich war, die Pro-USA sein konnte, wurden der Druck so stark erhöht, dass sich die Länder so abhärteten, dass sie sich zu den gewünschten schlechten Vorbildern entwickelten, die die USA auch wieder gut imperial vermarkten konnten.
      So läuft das evtl. nun auch mit Afghanistan. Als die Taliban Mitte der 90er die Macht in Kabul übernahmen, wurde den Sowjets die Schuld gegeben und nicht den USA, die die religiösen Ultrafanatiker groß und wehrhaft gemacht hatten und das Feld für die Taliban bereitet war. Nach 9/11 behauptete man einfach Osama bin Laden sei der Urheber, überfiele das Land und hielt es 20 Jahre lang besetzt, während man mit Milliarden Dollars die dortigen Eliten korrumpierte und zu einer Fasadenwicklung des Landes überredete.
      Auf dem Land gab es immer nur das Land der Taliban- oder der Mudschaheddin-Religiösen (mit mehr kultureller Verwurzelung), die ihren Frauen kaum mehr Rechte zugestanden. Wer nach Texten zu Kriegsgründen für den Krieg Ende der 70er sucht, findet nicht selten in der Nato-Geschichtsschreibung, dass die Männer es so unerträglich fanden, dass Jungens in der Schule neben Mädchen sitzen, dass sie die linken Regierungen extrem unbedingt bekämpfen wollten. Ich denke zwar es ist Quatsch — der Kriegssold machte religiöse Vernarrtheit erst zu einer Existenzmöglichkeit — aber führt eben auch bestens vor Augen wie Wahllos die Nato (USA) bei ihren Kriegstreibereien ist. Es geht um Ausdehnung des Herrschaftsbereichs. Jedes Land das sich des Vassallendaseins verweigert, riskiert auf Jahrzehnte verwüstet zu werden. Egal ob durch Krieg oder Sanktionen und Handelskrieg. Kuba ist eines der ganz wenigen Länder, die es bisher geschafft haben, trotz anhaltender US-Zerstörungswut noch einiges an Fortschritt für die Bevölkerung erreicht zu haben.

  2. Sicher sehe ich die Widersprüche zwischen den afghanischen Frauen und den Taliban falsch. Wie kann ich auch? Es bleibt mir zu glauben, was geschrieben wird, ohne dass es überprüfbar wäre. Selbst wenn? Bleibt dann lediglich ein moralischer Appell?
    Die ganzen Zahlen der Toten, die auch ohne der Taliban aufgeführt werden sollten, was können die bewirken? In Bezug zu den Frauen sagt das nichts aus, es scheint wohl nicht zu reichen, dass Frauen unterdrückt werden, da muss noch was angefügt werden, dass alle in der Gesellschaft ge oder betroffen sind.
    Wenn es wirklich um die Mädchen und Frauen geht, so bleibt nichts anderes als da wo Änderungen herbeigeführt werden kann es aufgezeigt wird.
    Wo werden Frauen nicht unterdrückt? Wo sind unabhängig von politischer Konstellation Frauen den frei?
    Relativ gibt es sicher von unterschieden zu berichten, aber Freiheit von und Freiheit zu wird nirgends gefordert.
    Selbst die linken politischen Kräfte brüsten sich mit Gleichberechtigung der Frauen, also nicht eigenständig der Frau, sondern am Mann oder der Wirtschaft gemessen, eben gleichberechtigt. Wo der Mann steht, wird hier nicht behandelt.
    Wer will den wirklich glauben, dass in dem System, dem kulturellem System, Afghanistans Frauen frei sein werden. In welchem System überhaupt? Selbst Florian Rötzer hält die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Frauen in Afghanistan hoch.
    Wie viel Männer in Deutschland habe die Angst vor Frauen, die höher gebildet und mehr Geld für ihre Arbeit bekommen als ihre Ehefrauen.
    Da ist natürlich klar, dass nur das Gejammere, dass Frauen gleich bezahlt werden sollen bleibt. Wo sind die linke Forderung geblieben „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“. Wo überhaupt sind die Frauenbewegten geblieben.
    Sind es die Taliban in Deutschland, die verhindern, dass es ausreichend Frauenhäuser gibt? Sind es die Taliban, die verhindern, dass sich Frauen und Männer auch einseitig entschließen können, sich vom Partner zu trennen, ohne im Elend zu landen.
    Was treiben die Deutschen Taliban in der Kirchen mit den Frauen. Das alles bezahlt vom Staat.
    Ein Kampf wo was bewirkt werden kann, ist hilfreich für die Frauen in Afghanistan und anderen Ländern. Das übrigens ist, was ich an Rojava so mag.
    Wo bleiben die in Deutschland „Links liegen gelassen“

  3. Zu dem gesellschaftlichen Niedergang in Afghanistan passt der politische Niedergang in Deutschland.
    Baerbock will einmal mehr sanktionieren und ruinieren, das Einzige, was ihr einfällt. Zum Anschlag auf die Gas-Pipelines fällt ihr dagegen nichts ein. Mit etwas Zynismus könnte man annehmen, dass sie eine afghanische Frauenbildung durchlaufen hat.

  4. Die Afghaninnen und Afghanen aufzunehmen, die fliehen wollen, und den Taliban helfen, die Ernährung der Bevölkerung zu sichern, das wäre das mindeste, was Annalena Baerbock, die „feministischste Außenministerin aller Zeiten“, tun müsste. Aber „feministische Außenpolitik“, das heißt in Baerbocks Definition lediglich „Feuer frei“ für militärische Konfrontation, überall dort, wo der Westen seine Interessen durchsetzen will, und die Frauen sollen gefälligst mitjubeln.
    Dabei gibt es in Afghanistan durchaus auch erfolgreiche Hilfsprojekte, die weiterhin arbeiten, z. B. die Kinderhilfe Afghanistan von Reinhard Erös. Erös nennt übrigens die gigantische Summe, von 1.300 Milliarden Dollar, die während des Krieges in Afghanistan investiert wurden, und von denen ein Großteil in korrupten Strukturen versickerte.

    Aus dem Jahresbrief der Kinderhilfe:
    „Mit der Machtübernahme der Taliban im vergangenen Jahr setzten sich diese korrupten Militärs samt korrupter Spitzenpolitiker dann mit amerikanischer Unterstützung ab ins Ausland. Grund: Angst vor der eigenen Bevölkerung und Bedrohung durch die Taliban. Sie residieren jetzt in Nobel-Villen und Fünfsterne-Hotels in den arabischen Emiraten.“
    https://www.kinderhilfe-afghanistan.de/wp-content/uploads/2022/12/2022_Jahresbrief.pdf

    In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Emma gibt es ein Interview mit der afghanischen Frauenrechtlerin Tamana Zaryaab Paryani. Sie wurde nach einem brutalen Überfall der Taliban mittlerweile aus Afghanistan gerettet, und befindet sich in einer Flüchtlingsunterkunft in Norddeutschland. Dort fühlt sie sich allerdings immer noch nicht ganz sicher, da unter den Flüchtlingen auch viele Sympathisanten der Taliban seien. Womit wir bei dem Problem sind, dass auch viele muslimische Zuwanderer ein sehr rückständiges Frauenbild haben und die Frauen in ihren Familien massiv unterdrücken, ohne dass dies hierzulande ein großes Thema wäre, abgesehen von gelegentlichen Nachrichten über „Ehrenmorde“.

    Im Interview sagt sie über ihre Erfahrungen mit den Taliban:

    „Im Taliban-Gefängnis musste ich feststellen, dass die Organisation der Demos nur der Auslöser, aber nicht der einzige Grund für meine Verhaftung waren. Sie zeigten mir Bilder und Dokumente, die meine politische Teilnahme an Demos und meine politischen Aktivitäten schon seit 2017 belegen. Ihr Vorwurf war, dass ich seit Jahren gegen das islamische System arbeiten würde. Sie gaben vor, sie hätten gehofft, dass ich mich irgendwann ändere. Als sie mit Äxten in meine Wohnung stürmten, gab mir einer der Talibanschergen eine Ohrfeige und schrie: „Weißt du, dass wegen dir viele Millionen Menschen hungern?“ Weil angeblich durch mein Tun andere Länder das Taliban-Regime nicht anerkennen würden und es als frauenfeindlich und terroristisch betrachten.“

    Nein, es ist nicht das politische Engagement der Frauenrechtlerinnen, weshalb das Ausland die Taliban als frauenfeindlich ansieht, sondern die Behauptung, es gehe dem Westen irgendwie um Frauenrechte und daher sei man gegen die Taliban, ist zutiefst verlogen und reine Propaganda und rein geopolitischen Interessen geschuldet. Leider fallen auch die Taliban auf diese Propaganda herein, anstatt die Frauen stärker einzubeziehen und mit ihnen zu kooperieren. Allerdings zeigt Reinhard Erös, dass auch in Afghanistan Hilfsorganisationen viel für Frauen und Mädchen tun können, wenn ein Vertrauensverhältnis besteht und man die einheimischen Machtverhältnisse nicht in Frage stellt.

    Gutes Interview mit Erös:
    https://de.qantara.de/inhalt/afghanistan-bei-uns-gehen-auch-maedchen-weiter-zum-unterricht

    Mittelbayerische Zeitung: Kinderhilfe Afghanistan arbeitet weiter
    https://www.kinderhilfe-afghanistan.de/wp-content/uploads/2022/12/2022_Presse_MZ-Strasser-12-22.pdf

    1. M. Lüders gab sogar 2 Billionen an, wovon ca 40% veruntreut wurden. 800 Milliarden, die einer kleinen Oberschicht in Kabul und einigen anderen Städten zu Reichtum verhalf, während sich auf dem Land nichts änderte. Dieses Geld hätte man auch auf die Bevölkerung verteilen können – dann wäre es nicht teurer geworden, aber das Ergebnis wäre ein anderes gewesen.

      Erlös empfinde ich als beste deutsche Quelle zu dem Thema.

  5. Die SPD, Grünen und FDP lassen ihren Sieg genauso über die Medien feiern, während SIE ihre demokratischen Linken und Konservative drangsalieren, bzw. ‚ideologisch’überwachen….
    Was ist hier der Unterschied?

  6. Finnland einst ein neutrales Land, befindet sich heute unter einer gemischten politischen „Frauenpower“ Syndrom, die entgegen jeglicher geschichtlicher Reflexion Politik betreiben dürfen. Diese Politik ist fern von Schadensbegrenzung, im Gegenteil, dort wie in D wird schaden auf Kosten der Bevölkerung betrieben, wie krank muß man sein um das willkommen zu heißen?

  7. Ich möchte hier einmal mehr auf den Kommentar https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/verloren/#comment-18690 hinweisen, und die darin verlinkten Quellen.

    Seit Ende des Krieges mag es einige Verschlechterungen gegeben haben, vor allem im städtisch-gesellschaftlichen Bereich. Für die Mehrzahl der Menschen hat das Kriegsende deutliche Verbesserungen gebracht, die ohne den Sanktionsterror des Westens und den Raub afghanischen Vermögens besser ausfallen könnten.

    Mörderischen Hyänen wie Baerbock sind verhungernde oder durch Medikamentenmangel sterbende Afghaninnen und Afghanen scheissegal.

    Florian Rötzer sollte sich Sprechblasen wie „toxische Männlichkeit“ abgewöhnen, die tragen nicht zur Wahrheitsfindung bei.

    1. „Mörderischen Hyänen wie Baerbock sind verhungernde oder durch Medikamentenmangel sterbende Afghanen scheissegal. “

      Mitnichten – denn größere Zahlen oder gar Bilder verhungernder Afghanen eignen sich doch bestens zum „Beleg“ der Grausamkeit des Taliban-Regimes. Von dem von Systemmedien „informierten“ Publikum fragt niemand nach den tatsächlichen Ursachen, wenn gecastete Marionetten wie Baerbock laut ihre angebliche Entrüstung verkünden.

    2. „Toxische Männlichkeit“ ist typische Phrasendrescherei des Wokeschismus. Als Wokeschisten habe ich den geschätzten Chefredakteur, dessen Wirken ich seit zwei Jahrzehnten -durchaus mit Respekt und Bewunderung- verfolge, nicht gesehen. Der Wokeschismus zeigt immer mehr, dass er eine totalitäre Ideologie ist, die im Kern der Legitimation/Verschleierung bestehender Klassenverhältnisse dient. Das nimmt immer mehr die Form eines geschlossenen Wahngebildes an und ist so wenig emanzipatorisch, wie der „Nationalsozialismus“ sozialistisch war. Diese Irren begründen dann schon mal, dass ein männlicher weißer Obdachloser privilegiert ist. Aber Rötzer bewegt sich in einem medialen und gesellschaftlichen Umfeld, wo das die Hegemonie erlangte. Ich vermute, dass es schwer, wenn nicht unmöglich ist, sich dem zu entziehen.
      Da wird dann „toxische Männlichkeit“ als fester Begriff, als soziologisch evidentes Phänomen verwendet. Als wäre es bewiesen, dass es „so“ ist. Nein, ist es nicht. Nichts daran stimmt. Das ist so evident wie „wissenschaftlicher Kommunismus“, der auch -und das meint nicht marxistische Theorie- eine alles überschwemmende Sammlung von Phrasen war, mit der eine antiemanzipatorische geisttötende Bonzenherrschaft legitimiert wurde. Und der geschätzte Chefredakteur versucht sich auch gar nicht daran, seine These, dass das Wüten der religiösen SA was mit Männlichkeit aber nichts mit Religion zu tun hat, rudimentär zu belegen. Ist sowas wie „Herrschaft der Arbeiterklasse“ im Realsoz. Ein allgegenwärtiges Axiom, sowas wie die Jungfrauengeburt Jesu.

      Es scheint mir zunehmend sicherer, dass eine Menschheit, die außerstande ist, die tatsächliche eigene Verfasstheit zu erforschen, zu begreifen und zu gestalten, untergehen wird. Vermutlich sehr lange bevor die Sonne verglüht.

  8. Mein Gott Flori, ein bisschen Nachdenken hilft. Die Taliban haben sich seit 1996, was immerhin fast 30 Jahre her ist, ein bisschen geändert. Warum müssen nun in Afghanistan trotzdem Frauen weiterführende Schulen und Universitäten verlassen, nachdem man ihnen den Besuch zuvor erlaubt hatte? Das Gesetz gelte so lange, bis „ein geeignetes Umfeld geschaffen werde“, wird berichtet. Man kann das fast nirgendwo lesen, denn die Wahrheit wird verschwiegen, um die Taliban zu verleumden. Mit Sicherheit hat der IS mit Bombenattentaten auf Bildungsinstitutionen gedroht, falls diese Frauen nicht ausschließen. Das ist der Hintergrund für dieses Gesetz. Natürlich wird es sowieso auch Anschläge auf NGOs geben. Interessant in diesem Zusammenhang ein Bericht des Schweizer Radio und Fernsehens srf.ch. „Aus Wissenschaftsmagazin vom 22.10.2022. Paradox an Irans Universitäten In Iran studieren mehr Frauen als Männer“
    Was daran paradox sein soll, erschließt sich nur Menschen mit islamfeindlicher Gesinnung. Überhaupt irritiert mich total, dass die wahren Islamfeinde in den Regierungen sitzen, die den Islam in seinen Ländern bekriegen, während Menschen, die eine unkontrollierte Einwanderung ablehnen, als rassistische Islamfeine diffamiert werden.

    1. Na ja, dann wird vermutlich der Taliban, der auf einem der Videos zu sehen ist, wie er auf eine Frau einschlägt und sie, als sie zu Boden geht, gegen den Kopf tritt, dies im ehrlichen Bemühen getan haben, sie aus einem für sie ungeeigneten Umfeld zu führen. So lange jedenfalls, bis man ein für sie „geeignetes Umfeld“ geschaffen hat?
      Mich überzeugt das nicht wirklich und ich vermute, die geprügelt Frau, die hier nur als Beispiel dienen kann, noch viel weniger.

      Nein, der Feind meines Feindes, also die Taliban, sind nicht mein Freund. Und die Genugtuung, dass die Amerikaner dort scheiterten, hält sich angesichts dieser Nachfolger in sehr sehr engen Grenzen.

      Ich vermute, dass die meisten Leser dieses Portals richtiger Weise wissen, dass es die Amerikaner selbst waren, die diese islamisch-faschistischen Höllenhunde von der Kette ließen. Sie haben sie stark gemacht, aber nicht erfunden und anders als der geschätzte Chefredakteur und Autor des Artikels sage ich, dass sie die Legitimation ihrer Barberei sehr wohl und zu Recht religiös begründen. Auch wenn sich in Westeuropa ausreichend viele Autoren finden – vom durchschnittlich wenig gebildeten Journalisten bis zum Islamwissenschaftler mit Habilitation- die Taliban oder ISIS religiöses Analphabetentum bescheinigen. Das hat der gemäßigte islamische Faschist Erdogan schon zu Recht verpottet: sie wollen uns im Westen unsere Religion erklären….

      Teliban oder ISIS stehen nicht für den Islam? Mag sein. Die SS steht dann nicht für den Nationalsozialismus? Und die GPU…….

  9. Diese schlimmen Mohamedaner !
    Mit Gender-Deutsch haben wir haben die Knechtung der Frau überwunden.
    Deutschland ist der Welt moralisch überlegen.

  10. So geht eben Feministische Außenpolitik! ?

    Ps. Daß Artikel Bild sieht aus als wenn IS Anhänger*Innen schärfere Scharia Regeln fordern. Die Frauen in Afghanistan sind die Hälfte der Erwachsenen Bevölkerung. Als Wertewestler würde ich sagen zuwenig „Moral Bombing“ in den 20 Jahren Anti-Terrorkampf, gegen die Afghanen „Mann muss auch die Herzen der Afghan*Innen erobern!

  11. „Das US-Außenministerium veröffentlichte am selben Tag einen entsprechenden Bericht, der die strategische Kommunikation ausbreitete. Geschwärmt wurde von der Vor-Taliban-Zeit, wo man allerdings die Rolle der Sowjetunion verschwieg – und selbstverständlich auch, dass Washington mit der CIA den Kampf Mudschaheddin gegen die Sowjetunion tatkräftig unterstützt hatte.“

    Der „Kampf der Mudschaheddin gegen die Sowjetunion“ richtete sich nicht nur gegen diese Besatzungsmacht, sondern vor allem gegen alle reformerischen Maßnahmen, die von der afghanischen Regierung eingeführt wurden und die die Sowjets unterstützen. Afghanische Frauen im Mini – das war den Glaubenskämpfern zu viel. Die Reformen war übrigens zuerst da, dann kam die CIA-Intervention und danach der Sowjeteinmarsch. Wenn die Amerikaner jetzt so tun, als hätten sie mit der Frauenunterdrückung nichts zu tun, spricht das ihrem Tun Hohn. Sie haben die reaktionären Islamkräfte gerne befördert.

    Und wenn ich Frau Baerbock höre, kommt die mir immer wie ein kleiner Rehpinscher vor, der zu Füssen seines Herren dessen Gegner ankläfft. Welchen Einfluss hat sie denn heute noch in Afghanistan? Diese „Diplomatin“ redet doch nicht mal mit den Taliban. Das einzige, was sie kann, ist, andere Staatschefs beschimpfen und verunglimpfen oder anhimmeln.
    Und Mitgefühl hat sie genauso wenig wie ein Kühlschrank – siehe Sanktion gegen Afghanistan, Syrien oder ihre Lobpreisungen von Frau Albright. In der Frau ist nicht ein Funken Empathie.

  12. Es ehrt ja alle, die sich mit den Geknechteten solidarisieren. Was sie aber übersehen, dass ihr Denken sich in nichts von dem christlicher Missionare unterscheidet, was heute mit Recht als Rechtfertigung des westlichen Kolonialismus gebrandmarkt wird.

    Unsere liberalen Ideale, das Ergebnis der Aufklärung, universell zu setzen, ist koloniales Denken und ist die politisch genehme Rechtfertigung, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Es dient dazu, gesellschaftliche Unterstützung für regime changes und Kriege zu gewinnen.

    Lasst andere Kulturen ihren jeweils eigenen Weg in die Moderne finden, messt sie nicht mit unseren Maßstäben und zollt ihnen den Respekt, den sie verdienen, so wie wir den Respekt unserer Kultur erwarten.

    Abgesehen davon dürfte der Blick aus islamischer Perspektive auf uns in Frauenfragen nicht unbedingt schmeichelhaft sein, betrachtet man die bei uns agierenden Politikerinnen wie Baerbock, Faeser, Truss, Nuland, und wie sie alle heißen. Da dürfte es dort heißen: „Islam is right about women“. (https://www.spiked-online.com/2019/09/26/the-genius-of-the-islam-is-right-about-women-stunt/)

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