Die Hauptgründe für die falsche deutsche Sicherheitspolitik

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Die deutsche Sicherheitspolitik ist verfehlt und lässt kein strategisches Konzept erkennen. Stattdessen gewinnt man immer mehr den Eindruck, dass kurzfristig immer wieder neue Schwerpunkte gesetzten werden und eine angestrebte Kriegstüchtigkeit den im Grundgesetz verankerten Auftrag zur Landesverteidigung ersetzt.

Das Aussetzen der Wehrpflicht

 Die Bundesregierung unter Bundeskanzlerin Angela Merkel hat 2011 die Wehrpflicht ausgesetzt mit der wenig überzeugenden Begründung, dass eine Wehrgerechtigkeit nicht mehr sichergestellt werden könne. Die Folgen davon wurden definitiv nicht überblickt und werden deshalb nachfolgend noch einmal kurz zusammengefasst.

Mit Hilfe der Wehrpflicht verfügten die Streitkräfte über ein Reservistenpotential in einer Größenordnung von etwa 1,1 Millionen Soldaten, die im Spannungs- und Verteidigungsfall die Fähigkeit zur Landesverteidigung für einen permanenten 24 Stunden Dienst sichergestellt hätten, weil ja jeder Wehrpflichtige nach seinem Ausscheiden automatisch Angehöriger der Reserve wurde. Im Frieden ist jeder Dienstposten jeweils nur einmal besetzt. Von der Feuerwehr weiß man, um nur ein Beispiel zu nennen, dass zur Gewährleistung einer 24-stündigen Einsatzbereitschaft für jeden Dienstposten rein rechnerisch 3,3 Mann zur Verfügung stehen müssen.  Diese Aufwuchsfähigkeit der Bundeswehr wurde mit der Aussetzung der Wehrpflicht aufgegeben. Aktuell stehen den Streitkräften lediglich ca. 70.000 Reservisten zur Verfügung. Diese Zahl wird sich auch mittelfristig nicht entscheidend steigern lassen.

Die Aussetzung der Wehrpflicht hatte aber nicht nur eine fehlende Aufwuchsfähigkeit zur Folge, sondern brachte auch erhebliche Probleme bei der Nachwuchsgewinnung mit sich. In der Luftwaffe wurden mit Hilfe der Wehrpflicht mehr als 30% des Nachwuchses gewonnen, weil die Soldaten während ihrer Dienstzeit festgestellt hatten, was die Bundeswehr bei einer freiwilligen längeren Dienstzeit zu bieten hatte. Für Abiturienten war es z.B. das bezahlte Studium an einer Bundeswehruniversität; für Soldaten mit einem niedrigeren Bildungsabschluss gab es die Möglichkeit, die Meisterprüfung zu absolvieren oder in den öffentlichen Dienst übernommen zu werden.

Mit der Aussetzung der Wehrpflicht wurde auch der Zivildienst de facto abgeschafft. Das führte nicht nur zu Engpässen in den sozialen Diensten, wie Krankenhäusern, Altenheimen etc., sondern auch im zivilen Katastrophen und Bevölkerungsschutz.

Last but not least wurde durch die Aussetzung der Wehrpflicht die Integration der Bundeswehr in die Gesellschaft immer schwieriger, da die einzelnen Familien in der Regel überhaupt keinen Bezug mehr zu den Streitkräften hatten. Politisch gesehen führte diese fehlende persönliche Betroffenheit letztlich auch dazu, sehr viel schneller die Entscheidung zu treffen, bestehende internationale Probleme und Krisen mit Waffengewalt zu lösen, im Klartext gesprochen: Krieg zu führen. Was dabei herausgekommen ist, konnte man in Afghanistan und auch in Mali sehen.

Neuorganisation der Bundeswehr

Bereits vor der Aussetzung der Wehrpflicht wurde die Bundeswehr von einer Armee zur Landesverteidigung umorganisiert zu einer Armee im Einsatz. Diese Umstrukturierung war bei genauer Betrachtung mit dem Grundgesetz nicht vereinbar, weil es im Artikel 87a (1) wörtlich heißt: „Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf.“ Politisch hatte man sich eines Kunstgriffs bedient, in dem behauptet wurde: “Die Freiheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt.“ Diese falsche Aussage war schon schlimm genug, aber weitaus gefährlicher war die Abschaffung des Territorialheeres, das unter nationalem Kommando stand und ausschließlich für die Heimatverteidigung zuständig war.

In der Folge wurden alle Strukturen aufgegeben, die eine sinnvolle zivile-militärische Zusammenarbeit gewährleisteten. Auf der Kreisebene waren dies die Verteidigungskreiskommandos (VKKs), auf der Ebene der Regierungsbezirke die Verteidigungsbezirkskommandos (VBKs) und bei den Landesregierungen die Wehrbereichskommandos (WBKs). Zu den VKKs und VBKs gehörten die s.g. Heimatschutzkompanien, die im Friedensdienstbetrieb nur über einen Kader von Berufs-und Zeitsoldaten verfügten und im Spannungs- und Verteidigungsfall mit Soldaten der Reserve aufgefüllt wurden. Die Dienststellen des Territorialheeres waren auch die militärischen Komponenten des Zivil- und Bevölkerungsschutzes und die Partner für den zivilen Katastrophenschutz. Diese Organisationsstruktur versucht man aktuell in etwas modifizierter Form wiederherzustellen, was aber ohne einen entsprechenden Umfang von Reservisten lediglich ein theoretischer Ansatz ist.

Die Aufgabe des politischen Grundsatzes: Keine Waffenlieferungen in Kriegs- und Krisengebiete

 Über Jahrzehnte hatte sich der Grundsatz, keine Waffen in Kriegs- und Krisengebiete zu liefern, bewährt. Einzige Ausnahme war Israel, weil man behauptete, die Sicherheit Israels sei Teil der deutschen Staatsräson, was dazu führte, dass sämtliche Völkerrechtsbrüche der israelischen Regierungen bis heute ohne Konsequenzen geblieben sind.

Mit Beginn des Ukrainekrieges hatte die Bundesregierung unter dem damaligen Bundeskanzler Scholz den Grundsatz, keine Waffen in Kriegs-und Krisengebiete zu liefern, aufgegeben, ohne dies nachvollziehbar zu begründen. Die Behauptung, in der Ukraine werde auch die Freiheit Deutschlands verteidigt, war ein untauglicher Versuch. Trotzdem wurde die militärische Unterstützung, auch unter der Regierung Merz, immer weiter intensiviert, so dass Deutschland mittlerweile nach den USA der wichtigste militärische Bündnispartner der Ukraine geworden ist.

Besonders problematisch ist bei dieser Entwicklung, dass viele dieser Unterstützungsleistungen zu Lasten der Landesverteidigung Deutschlands erbracht werden, nämlich aus dem Bestand der Bundeswehr. Hinzu kommt, dass immer wieder für die Bundeswehr zugesagte Waffenlieferungen aus der deutschen Rüstungsindustrie nicht an die eigenen Streitkräfte, sondern an die Ukraine geliefert werden. Verschärft wird die Situation noch dadurch, dass sich die Bundesregierung darauf eingelassen hat, Patriot-Luftabwehrsysteme aus der Bundeswehr – quasi als Zwischenlösung –  an die Ukraine zu liefern, die dann von den USA ersetzt werden sollten. Dieser zugesagte Ersatz wurde bislang nicht geliefert, und es ist nicht bekannt, wann er erfolgen wird. Zwischenzeitlich bekannt wurde allerdings, dass sich die zugesagte Lieferung amerikanischer Patriot an die Schweiz um 7 Jahre(!) verzögern wird, weil die amerikanische Rüstungsindustrie durch den Irankrieg überlastet ist. Es ist zu befürchten, dass es für die Bundeswehr ähnlich sein wird.

Zusammenfassend muss man feststellen, dass die Fähigkeit der Bundeswehr, ihren verfassungsmäßigen Auftrag zur Landesverteidigung zu erfüllen, zum heutigen Zeitpunkt noch geringer ist als zum Beginn des Ukrainekrieges.

Die Anti-Russland Politik

Nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wurde die Zusammenarbeit mit Russland eingestellt und die über Jahrzehnte erfolgreiche Ostpolitik im Nachhinein als Fehler bezeichnet. Deutschland hat sich, nicht zuletzt auf Druck der USA, für eine Anti-Russland-Politik entschieden, die sogar Gespräche mit dem russischen Präsidenten ausschließt.  Aus Sicht der Bundesregierung soll das offensichtlich eine Strafe sein, die durch immer neue Sanktionen unterstrichen wird, während man völkerrechtswidrige Kriege Israels und der USA lediglich zur Kenntnis nimmt und auf jede Art von Konsequenzen, geschweige denn Bestrafungen, verzichtet.

Dass sich Deutschland mit dieser einseitigen Anti-Russland-Politik letztlich selbst am meisten schadet, beweisen die Probleme im Energiesektor und anderen Wirtschaftszweigen nachdrücklich. Außerdem sollte jedem Politiker klar sein, dass es Russland auch nach Ende des Ukrainekrieges weiterhin geben wird und die dringend erforderliche europäische Sicherheitsstruktur ohne Russland nicht denkbar ist.

Strategische Partnerschaft mit der Ukraine

Am 14. April 2026 haben Deutschland und die Ukraine eine strategische Partnerschaft vereinbart. In dem Dokument heißt es einführend: „In umfassender Anerkennung der aktuellen Herausforderungen und Bedrohungen sowie im Wissen um unsere gemeinsame Geschichte haben unsere Regierungen vereinbart, unseren bilateralen Beziehungen den Status einer strategischen Partnerschaft zu verleihen. Aufbauend auf unseren jeweiligen fachlichen Stärken und ausgehend von unseren gemeinsamen Prioritäten wird diese Partnerschaft unsere politischen, sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Bindungen zu unserem gemeinsamen Vorteil stärken und unsere Gesellschaften einander noch näherbringen.“

Diese Partnerschaft ist ein fundamentaler Fehler, weil die Ukraine kein demokratisches Land ist und gegenüber Deutschland keine adäquaten Gegenleistungen zu bieten hat. Die Ukraine ist hochgradig korrupt und zwar bis in die politische Spitze, es gibt berechtigte Zweifel an der Unabhängigkeit der ukrainischen Justiz, und die Pressefreiheit wird zunehmend eingeschränkt.

Der mögliche Nutzen aus der ukrainischen Kriegserfahrung wird dadurch relativiert, dass eine immer engere militärische Zusammenarbeit die dringend erforderliche Normalisierung des deutsch-russischen Verhältnisses erschweren wird. Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang, dass sich die Beweise verstärken, dass die Ukraine für den Anschlag auf die Nord Stream-Pipeline verantwortlich ist.

Deutschland hat mit Stand August 2025 die Ukraine zivil und militärisch mit etwa 45 Milliarden € unterstützt und für 2026 weitere ca. 13 Milliarden € zugesichert. Mit der Verpflichtung der Bundesregierung, sich auch am Wiederaufbau der Ukraine zu beteiligen, wird die Lösung der finanziellen Probleme in Deutschland, z.B. im sozialen Bereich, in der Gesundheitsversorgung und der Infrastruktur, um nur drei Beispiele zu nennen, fast unmöglich.

Die beiden entscheidenden Aspekte, warum diese Vereinbarung keinen Sinn macht, sind aber, dass die Ukraine überhaupt keine auch nur annähernd vergleichbaren Gegenleistungen zusichert und dass sich diese Vereinbarung expressis verbis gegen Russland richtet.

Sicherheitspolitisch gesehen ist ein normales Verhältnis zu Russland deutlich wichtiger als eine Vereinbarung mit einer Ukraine, die Deutschland – politisch gesehen – wenig bis nichts zu bieten hat. Dieser Krieg wird über kurz oder lang, auch wenn Deutschland sich dafür leider nur militärisch engagiert, auf dem Verhandlungsweg beendet werden. Danach wird es Russland, das bis zum Ural ein Teil Europas ist, weiterhin geben und zwar – neben China und den USA – als dritte derzeitige Welt- und Atommacht. Wer die Sicherheit in Europa langfristig stärken will, kann das ohne Russland nicht erreichen, und deswegen ist eine strategische Partnerschaft, die sich gegen Russland richtet, nicht nur politisch unklug, sondern konterproduktiv.

 Verstöße gegen die Grundprinzipien strategischer Sicherheitspolitik

 Die entscheidende Ursache für die verfehlte deutsche Sicherheitspolitik sind die Verstöße gegen die Grundprinzipien strategischer Sicherheitspolitik.

Strategische Sicherheitspolitik ruht immer auf zwei Säulen und zwar auf militärischer Stärke in Verbindung mit einem überzeugenden Verteidigungswillen der eigenen Bevölkerung einerseits und professioneller Diplomatie andererseits.

Betrachtet man die deutsche Sicherheitspolitik unter diesen grundsätzlichen Gesichtspunkten, muss sie als gescheitert bewertet werden. Die militärische Stärke zur Gewährleistung der Landesverteidigung ist nicht vorhanden – und zwar weder im personellen, noch im materiellen Bereich und auch nicht in der Organisationsstruktur der Streitkräfte, vor allem im Bereich der zivil-militärischen Zusammenarbeit. Was den Verteidigungswillen der Bevölkerung betrifft, sind Zweifel angebracht, auch, weil die Bundesregierung keine klaren Aussagen dazu macht.  Der fehlende politische Mut, das Aussetzen der Wehrpflicht rückgängig zu machen, ist dafür ein deutliches Zeichen.

Das größte sicherheitspolitische Versagen besteht darin, dass überhaupt keine diplomatischen Initiativen vorhanden sind, in Kriegen und/oder Konflikten statt auf militärische Gewalt – zumindest auch – auf Diplomatie zu setzen. Die Tatsache, dass  die Bundesregierung sich weigert, Gespräche mit dem russischen Präsidenten zu führen, um eine Lösung zur Beendigung des Ukrainekrieges zu finden, ist dafür das deutlichste Beispiel. Selbst zur Zeit des Kalten Krieges hat man den Gesprächsfaden mit Moskau nie abreißen lassen, und deshalb ist letztlich – mit sowjetischer Unterstützung – auch die deutsche Wiedervereinigung gelungen.

Zusammenfassende Bewertung

 Die deutsche Sicherheitspolitik bedarf einer grundsätzlichen Revision, die eigene nationale Interessen angemessen berücksichtigt, jeder Form von Einseitigkeit und Doppelmoral vermeidet und als strategisches Ziel eine neue europäische Sicherheitsstruktur definieren sollte.

Jürgen Hübschen

Jürgen Hübschen, Jahrgang 1945, Westfale und Europäer. Ehemaliger Luftwaffenoberst im Generalstabsdienst. Zehn Jahre Einsatz als Raketenspezialist mit amerikanischen Kameraden in NATO-Verbänden. Drei Jahre Verteidigungsattaché bei der deutschen Botschaft in Bagdad während des Irak-Iran Krieges. Weiß dadurch, was Krieg für eine Scheiße ist, wie wichtig unabhängige Medien sind und wie wenig Möglichkeiten die Menschen in einer Diktatur haben, das herrschende System zu kritisieren oder gar zu ändern. 5 Jahre Leiter einer erfolgreichen OSZE-Mission in Lettland zur Überwachung eines Vertrags zwischen Russland und Lettland. Weiß dadurch, wie man mit Russen zusammenarbeitet. Letzte militärische Verwendung Referatsleiter im Verteidigungsministerium, zuständig u.a. für die Landesverteidigung, die zivil-militärische Zusammenarbeit und die Unterstützung der alliierten Streitkräfte in Deutschland.
Nach der Pensionierung 14 Jahre Unterstützer von NGOs in Sicherheitsfragen. Durchführung praktischer Trainings und Einsätze in Afghanistan und Afrika
Verfasser sicherheitspolitischer Bücher und Artikel, mit dem Ziel die Berichterstattung unserer stark stromlinienförmigen Medien aufzubrechen.
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17 Kommentare

  1. Dass die Politik keine Strategie hat, sieht man seit 10 Jahren in allen Bereichen. Könnte daran liegen, dass sich die Strategien der vorherigen 30 Jahre als kolossale Fehlschläge entpuppt haben, man aber versucht, das zu verbergen.

    Dazu passt natürlich auch die „Sicherheitsstrategie“, die sich über die letzten 25 Jahre von „wir sind wieder wer“ über den Versuch einer Berufsarmee bis zur heutigen „Kriegstüchtigkeit“ gewandelt hat.

    Selbst die präventive Verteidigung gegen „den Russen“ wird schon wieder einstudiert. Kriege gegen äußere Feinde zu führen, um von innenpolitischem
    Versagen abzulenken, ist eine bekannte Strategie.

    Finstere Zeiten.

  2. Mein persönlicher Verteidigungswille ist schon mal = 0.

    Ich habe durchaus nicht das Bedürfnis, für die (west) deutsche Kleptokratie zu bluten.
    Das können Merz und Politkonsorten zusammen mit ihren Kuponschneiderfreunden, den Schmierfinken der Staats- und Oligarchenmedien sowie den verbeamtenen Luxuspensions- und Luxuskrankenversicherungsberechtigten gern selbst übernehmen, wobei ich davon ausgehe, das diese im Ernstfall alle unabkömmlich von der Heimatfront wären.

    1. „Mein persönlicher Verteidigungswille ist schon mal = 0.“

      Vermutlich auch deshalb weil es sich nicht um Verteidigung sondern um einen Angriff der eigenen oder bewußt provozierten Angriff der Gegenseite handelt.
      .
      Man muss sich ja nur die Kiesewetters, Roths, Strack-Zimmermanns, Wadephuls Merzens anhören, dann weiß man doch das hier ein Krieg angezettelt werden soll.

      Gibt es noch eine radikale Wendung hin zu Diplomatie und Frieden?
      Ich fürchte nein!

      Jungen Leuten kann man nur raten dieses Land so schnell wie möglich zu verlassen!

  3. Wer das nicht versteht, dem ist nicht zu helfen. Das betrifft natürlich auch und besonders unsere aktuelle Regierung, die mit ihrer hier überzeugend kritisierten Politik unserem Land und dessen Volk unermeßlichen Schaden zufügt.

  4. Sogar Trump schafft noch etwas Diplomatie und redet mit Putin und Xi. Verhandlungen mit Russland und dem Iran führen sein Schwiegersohn und Geschäftspartner – keine Diplomaten.

    Die EU-Politiker befinden sich in einer Blase und reden nur noch mit sich selbst oder Trump. Kindergarten.

    Noch schlimmer sind nur noch die Israelis – die bringen die Leute, mit denen sie verhandeln müssten, einfach um. Enthauptung statt Diplomatie.

  5. „Mit der Aussetzung der Wehrpflicht wurde auch der Zivildienst de facto abgeschafft. Das führte nicht nur zu Engpässen in den sozialen Diensten, wie Krankenhäusern, Altenheimen etc.“

    Jaaaa, beklagenswert, dass die billigen Zivildienstleistenden durch bezahlte Arbeitskräfte ersetzt werden mussten, nicht wahr?
    Ansonsten können sich Merz, Strack Blödmann und Konsorten gerne selbst die Stiefel anziehen und gen Moskau marschieren, diesmal klappt es bestimmt!

  6. Herr Hübschen, sie verstehen nicht um was es geht.
    Zuerst wird Deutschland finanziell durch die USA ausgeschlachtet und deindustrialisiert. Und danach werden die Menschen als Kanonenfutter an der Ostfront verheizt.
    Landesverteidigung und Grundgesetz, das wird nicht mehr gebraucht. Mit den Russen reden, das könnte dem Ziel nur ertgegenstehen. Spätesten 2029 ist es dann geschafft. Vielleicht auch schon früher, die Regierung tut jedenfalls alles dafür was sie kann.

  7. Die Unterscheidung zwischen Verteidigungs- und Angriffsarmee, die der Artikel durchgängig bemüht, ist ausgesprochen blauäugig. Damit zusammenhängend auch die Konstruktion eines fundamentalen Gegensatzes zwischen Diplomatie und Krieg. Sehen wir uns das doch einmal näher an:
    1) Jedem Krieg gehen Verhandlungen voraus.
    2) Jeder Krieg wird durch Verhandlungen beendet
    3) Bei allen Verhandlungen steht die militärische Stärke und Position der Verhandlungspartner – zumindest als der redensartliche Elefant – im Raum.
    4) Während des Kriegs ist es üblich, militärische Ziele so zu bestimmen, dass sie einen möglichst guten Ausgangspunkt für eventuelle Verhandlungen bieten.
    Friedliche Verhandlungen und kriegerische Feldzüge sind also engstens miteinander verzahnt. Die
    entscheidende Frage ist also: Was sind die Gründe, die die Staaten ständig zueinander in Gegnerschaft bringen, so dass sie immer wieder streiten, zunächst in Verhandlungen und vor internationalen Institutionen, aber am Ende auch auf den Kriegsschauplätzen?
    (aus dem Flugblatt „Was ist Frieden“, https://www.rudi-netzsch.de/blog-3-1/flugblatt-zum-ostermarsch )
    Wo Inhalt der Politik stets die Schaffung und Austragung von Kriegsgründen ist, geht es bei der Frage „Diplomatie oder Krieg“ nur um die Wahl der Mittel und bei der Frage Angriff oder Verteidigung nur um das günstigste strategische Vorgehen.
    Statt sich breitschlagen zu lassen, im „Verteidigungsfall“ bereit zu sein, zum Sterben ins Feld zu ziehen, wäre es klüger, denen, die einem das einbrocken wollen, die Gefolgschaft aufzukündigen. Denn solange der Kapitalismus herrscht, droht ständig die Kriegsgefahr.

  8. „Stattdessen gewinnt man immer mehr den Eindruck, dass kurzfristig immer wieder neue Schwerpunkte gesetzten werden und eine angestrebte Kriegstüchtigkeit den im Grundgesetz verankerten Auftrag zur Landesverteidigung ersetzt.“

    Also Verfassungsbruch . Warum gehen Sie dann als deutscher Demokrat nicht nach Karslruhe, sondern nach Frankfrurt in einen Blog…?

  9. Deutsche Bundesregierung zur „strategischen Partnerschaft“ mit der Ukraine.

    „In umfassender Anerkennung der aktuellen Herausforderungen und Bedrohungen sowie im Wissen um unsere gemeinsame Geschichte haben unsere Regierungen vereinbart, … “

    Da stellt sich doch die Frage, was denn unsere schwarz-rote Regierung mit der „gemeinsamen Geschichte“ meint.

    Das Reichskommissariat Ukraine im 2. WK?
    Die Kollaboration ukrainischer nationalistischer Milizen mit Nazi-Deutschland im 2. WK?
    Die Beihilfe ukrainischer Nationalisten zur deutschen Judenvernichtung in der Ukraine im 2. WK ?

    Das sind sehr dunkle Kapitel.
    Sollen diese etwa wiederbelebt werden?
    Die vielen „slava ukraini“ Rufe deutscher Abgeordneter 2022 im Bundestag lassen diese Vermutung aufkommen.

  10. Die westliche Politik ist Opfer ihrer eigenen Mythen geworden, den propagierten Erzählungen von Freiheit und Demokratie, mit der liberalen Demokratie als End- und Höhepunkt der Geschichte.

    Die Realität zeigt nun aber, dass es im Westen lediglich um die Freiheit des Kapitals geht. Diese Realität anzuerkennen überfordert natürlich die westlichen Entscheidungsträger, egal ob sie nun liberal oder populistisch (wie Trump) eingestellt sind. Stattdessen werden äußere Feindbilder erzeugt um von den systemischen Ursachen abzulenken. So können die liberalen Mythen erhalten bleiben und die Menschen weiterhin verwirren.

    Aus der Sackgasse kommt man so allerdings nicht heraus, wo am Ende zudem der Abgrund lauert. Meine einzige Hoffnung ist, dass der Westen an seinen eigenen Widersprüchen und inneren Streitereien zugrunde geht – bevor das Ende der Sackgasse erreicht ist.

    1. Ich lese bei garno:
      „Meine einzige Hoffnung ist, dass der Westen an seinen eigenen Widersprüchen und inneren Streitereien zugrunde geht“
      Diese Widersprüche gibt es seit Jahrhunderten, nämlich so lange, wie es den Kapitalismus gibt. Der geht daran nicht zugrunde. Jedenfalls nicht, solange die leidtragende Masse der Bevölkerung sich das gefallen lässt.
      Deshalb ist es auch verkehrt, den Grund von Kriegen darin zu suchen, dass die Politiker von ihren inneren Problemen ablenken möchten. Wozu denn, solange die inneren Probleme keinen nennenswerten Widerstand hervorrufen. Es ist schlimmer: Es liegt im Begriff kapitalistischer Politik, ständig Kriegsgründe zu schaffen, mit oder ohne angebliche innere Schwierigkeiten.

      1. Der allgemeine Schluss, der Kapitalismus ist Schuld, hilft kaum weiter.
        Konkret wurden die aktuellen Kriegsgründe von den USA geschaffen. Ich erinnere mich, dass Kanzler Scholz mehrere Male in die USA reiste (um sich Anweisungen zu holen) bevor er seine Zeitenwende ausrief und die Feindschaft zu Russland manifestierte. Und um das dauerhaft zu gestalten wurde anschließend auch noch die Ostsee-Pipeline gesprengt.

        Für die bei uns dominierenden Transatlantiker war das alles kein Problem, wohl aber für das nationale Kapital (die deutsche Wirtschaft). Seitdem haben die Interessen des transnationalen Kapitals einen höheren Stellenwert als die nationalen, sodass wir seitdem einen Netto-Kapital-Abfluss aus Deutschland haben. Deutschland wird deindustrialisiert bzw. in die schuldenfinanzierte Rüstungsproduktion umgelenkt.

        Das vordringlichste Problem ist, dass sich deutsche Politik in den Dienst des transatlantischen Kapitals gestellt hat. Auch daraus ergibt sich ein Widerspruch, zwischen nationalem und transnationalem Kapital. Auf transnationales Kapital hat nationale Politik keinen Einfluss, auf nationales Kapital aber sehr wohl – wenn es denn wollte.

        Letztlich bedeutet diese Politik, dass die fetten US-Milliardäre gemästet werden wollen.

  11. Wir befinden uns in der Phase der ökonomischen Zerstörung Deutschlands.
    Wenn die Widerstandskraft unserer Gesellsdhaft genügend geschwächt ist, dann werden wir, genau wie die Ukraine, in den Krieg mit Russland getrieben.

    Wenn die Blackrock-Heuschrecke im Kanzleramt mit ihrer „Arbeit“ fertig ist, wird wenig von Deutschland übrig sein.

  12. Hübschen:

    Strategische Sicherheitspolitik ruht immer auf zwei Säulen und zwar auf militärischer Stärke in Verbindung mit einem überzeugenden Verteidigungswillen der eigenen Bevölkerung einerseits und professioneller Diplomatie andererseits.

    Da könnte, ja müßte sich doch bitte selbst der naivste Leser, auch ein 12-jähriges Kind, fragen:
    Wen redet der Mann hier eigentlich an?!
    Mich doch offenkundig nicht, ich komme in dem Satz als dienstbarer, tauglicher, und darin in erster Linie gehorsamer Teil „sicherheitspolitischen“ Vermögens auswärtiger, staatlicher Machtprojektion vor.
    (Natürlich könnte ich den letzten Satz für ein 12-jähriges Gemüt auffächern, aber das kostete mich Arbeit, welche die Moderation möglicherweise ins Reich des Multiversums verweist.)

    Die Außen-, Staats- und Verteidigungspolitiker redet Hübschen aber auch nicht an!
    Denn entweder stimmt der Satz, dann ist er überflüssig, dann handeln diese Leute gemäß der „zwei Säulen“, oder er stimmt nicht, dann sind diese Leute eine falsche Adresse!

    Ist der Jürgen Hübschen also einfach verwirrt?
    Die Frage kann ein Leser ernsthaft stellen, anhand Hübschens verschiedenen Artikeln wahrscheinlich auch beantworten, aber dazu hat er an dieser Stelle keinen verständigen Anlaß:

    Betrachtet man die deutsche Sicherheitspolitik unter diesen grundsätzlichen Gesichtspunkten, muss sie als gescheitert bewertet werden.

    Dieser Mensch will halt gar nichts Erhellendes über „Sicherheitspolitik“ sagen und gesagt haben, sondern über etwas völlig anderes: Einen „Erfolg“ oder „Mißerfolg“ derselben.
    „Erfolg“ liegt offenkundig nicht in einem „Prinzipe“ oder Begriff von „Sicherheitspolitik“ im Besonderen, und Staatspolitik im Allgemeinen, er ist vielmehr deren Kardinaltugend.

    Es liegt also eine Verwechslung vor, wenn man vermeiden will, von einem Etikettenschwindel zu reden. „Sicherheitspolitik“ ist gar kein Gegenstand der hübschen Rede, vielmehr ist es deren TugendStaatstugend.
    Vgl. ein Interface zu einem scheinbar weit ab liegenden Thema:

    Ausgangspunkt ist dieSELBE Einstellung zu Herrschaft und Unterwerfung, in Gegensatz gebracht nur durch Modi, sei es einer Lagebeurteilung oder Beurteilung einer Lageverwaltung und -betreuung. So, wie das halt immer so ist, wenn Nationalisten sich fetzen.
    Deshalb ist der eigentümliche und oftmals – um nicht „fast immer“ zu sagen – singuläre Kampfplatz antagonistischer Gegensätze auf diesem Feld die Moral UND (logisches und) die Staatstugenden (konventionell: „staatsbürgerlichen Tugenden“) der Beteiligten.

    Deshalb ist es tatsächlich ein Fehler, Aussagen zu „Kapitalismus“ dagegen zu halten, obgleich sie weder in der Fassung von Garno noch Rhytiphus falsch sind.

    Und das ist notwendig immer so, wenn Militärs und Militärpolitiker reden. Die trachten die Politik doch von deren ökonomischen Grundlagen und Zwecken zu emanzipieren sofern und soweit das mit Aussicht auf Erfolg zu machen geht. Sie reizen die Schranken dieser Grundlage und deren Zwecke aus, das ist ihr Job.
    Ihr sollt taugliche Arbeits– PLUS Feldsoldaten werden, das schreibt euch der Hübschen mit der Eingangssentenz als eine Pflicht ins Betragenbuch.
    Und das ist eigentlich alles, was dazu zu sagen ist.

  13. Der Hauptgrund für die für die falsche deutsche Sicherheitspolitik ist 2029. Da kommen zwar nicht die Russen, sondern die AfD. Das muss werden. Mit Verkündung des Verteidigungsfalls werden Wahlen ausgesetzt und geht gem. Art. 115b GG die Befehls- und Kommandogewalt über die Bundeswehr auf den Bundeskanzler über. Ferner werden ausgesetzt: Freizügigkeit (Art. 11 GG), Berufsfreiheit (Art. 12 GG),
    Unverletzlichkeit der Wohnung (Art. 13 GG, Eigentumsgarantie (Art. 14 GG), Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Art. 10 GG) (Kommunikation wird überwacht und eingeschränkt), und Versammlungsfreiheit (Art. 8 GG)
    Der Ukrainekrieg muss also weiter gehen, auch wenn die USA praktisch ausgestiegen sind. Vielleicht glaubt die deutsche Regierung, dass nach dem Ende der Präsidentschaft von Trump wieder ein Demokrat Präsident wird, der den Ukrainekrieg wieder aufnimmt, so dass Russland doch noch besiegt und zerstückelt werden könnte.
    Da das Kommentariat gewöhnlich Fakten bestreitet, ohne diese zu überprüfen, stelle ich den Sachverhalt dar.
    Die Bundesregierung plant für 2026 über 11,5 Mrd. € an militärischer Unterstützung, darunter Artillerie, Drohnen, gepanzerte Fahrzeuge und Patriot-Flugabwehrsysteme.
    Die US-Leistungen wurden bis 2025 um bis zu 99 % reduziert. Die direkte US-Militärhilfe wird auf 1-3 Mrd. USD geschätzt. Dazu gehören die 400 Millionen (! nicht Milliarden), die der Kongress beschlossen hat, deren Auszahlung aber die Regierung Trump verzögert. Leider können BRD und EU weiter Waffen in den USA kaufen und der Ukraine übergeben.

  14. na gut, ich nehme das zurück. Moderation ist o,k., wenn sie schnell erfolgt, und nicht erst nach Stunden, wenn keiner mehr den Artikel liest.

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