
Wer Reisende in überfüllten Zügen stehen lässt; wer Menschen monatelang einsperrt und beleidigt, wenn sie widersprechen; wer Granaten auf Wohnhäuser feuert oder dazu schweigt, wenn Häuser beschossen werden, ist mitverantwortlich für die Aggressionen in der Gesellschaft.
Anfang Februar 2026 starb ein Schaffner eines Regionalzuges in Rheinland-Pfalz, nachdem ihn ein Passagier während einer Ticketkontrolle niederschlug. Der Schaffner hatte ihn des Zuges verwiesen, weil er keinen Fahrschein hatte. Der Bahnangestellte Serkan C. war 36 Jahre alt und Familienvater.
Die medialen und politischen Reaktionen folgten umgehend und nach dem bekannten Schema F: „Totgeprügelt“ (MDR, Merkur) – „Schaffner brutal getötet“ (Welt) – „Auf brutalste Weise angegriffen“ (CDU) – „Brutaler Überfall“ (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, EVG) – „Schaffner nach Prügelangriff durch Ausländer gestorben“ (Junge Freiheit).
Sofort tauchten weitere Fälle auf, Zahlen von tausenden von Übergriffen auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Knapp 3000 sollen es im Jahr 2025 gewesen sein. Die Verrohung in der Gesellschaft nehme zu, heißt es. Man brauche mehr Sicherheitsmaßnahmen, etwa Bodycams für die Zugbegleiter, oder Sicherheitspersonal in den Zügen.
So manchen Empörten geht es dabei gar nicht um das Gewaltproblem an sich, sie benutzen es für eine andere Agenda. Da wird zum Beispiel betont, dass der Schaffner von einem Ausländer getötet wurde, als hätte noch nie ein Deutschgeborener jemanden getötet. Und als hätte das Opfer mit dem Namen Serkan C. nicht selber fremdländische Wurzeln. Oder es werden lediglich Frauen als Opfer von Gewalt erwähnt, als würde sie nicht auch Männer treffen, wie etwa im aktuellen Fall.
Bei so viel Instrumentalisierungswille zunächst noch einmal ein Blick auf den Befund: Knapp 3000 Übergriffe von Fahrgästen auf Bahnmitarbeiter im Jahr 2025 in deutschen Zügen. Bei knapp zwei Milliarden Fahrgästen im Jahr liegen 3000 Vorfälle im Null-Komma-Null-Promillebereich. Oder umgekehrt ausgedrückt: Die übergroße Mehrheit der Fahrgäste, 99,999 Prozent, verhält sich friedlich, zivilisiert und diszipliniert. Da ist streng genommen kein wirkliches Gewaltproblem. Und das, obwohl es andererseits durchaus Grund gäbe zum Widerspruch und zur Renitenz. Denn eine bestimmte Art von Gewalt gibt es doch und die deklamierte ist nur die halbe Wahrheit.
Gewalt in den Zügen ist keine einseitige, die ausschließlich von Fahrgästen ausgeht.
Beleidigungen und Aggressionen kann man auch seitens des Bahnpersonals erleben. Besonders auffällig sind dabei die Männer und Frauen des DB-Sicherheitsdienstes, die nicht selten durch Provokationen und grundlose Schikanierungen von Zugnutzern auffallen. Etwa weil jemand am Bahnsteig auf dem Geländer sitzt.
Auch die Umstände, unter denen gereist werden muss, stellen eine Art Übergriff dar. Wenn Züge so voll sind, dass man nicht mehr einsteigen kann und auf den nächsten Zug warten muss, in der Hoffnung, dass es dort dann Platz gibt. Oder in denen man stundenlang eng an eng stehen muss. Oder Züge, die ohne funktionierende Toiletten unterwegs sind und Reisende in eine Notlage bringen. Beförderungsbedingungen also, die eine Form von Nötigung darstellen.
Nötigung ist aber auch Gewalt. Wenn sich in der Folge Aggressionen von Passagieren gegen Schaffner richten, sind die so gesehen bereits Opfer der Arbeitsbedingungen, die ihr Arbeitgeber zu verantworten hat. Kurz: Zu den Mitverdächtigen für die Umstände, die zu Gewalt führen können, zählen Bahnvorstand, Verkehrsminister, Politiker. Jenes Personal also, das am schnellsten sein Urteil parat hat, wenn es um Fälle geht, wie den von Serkan C., das zu den kriminellartigen Beförderungsbedingungen aber schweigt und sie nicht behebt.
Wir erinnern uns auch an Corona und den Ausnahmezustand in Bussen und Zügen, wo drei Jahre lang Gesichtsmasken getragen werden mussten. Als Fahrgäste angeschrien wurden, weil sei keine Maske trugen. Oder, schlimmer, am nächsten Bahnhof aus dem Zug geworfen wurden, weil sie keine Maske tragen wollten. Oder die gesamte Fahrzeit FFP2-Masken getragen werden mussten, obwohl man diese speziellen Masken nur etwa eine Stunde tragen und sie dann abnehmen sollte. Es gab auch Fahrkartenkontrolleure, die Passagiere, die vom Maskentragen befreit waren, körperlich angingen. Also alles Gewalt, die vom Unternehmen Bahn gegen Fahrgäste ausging und ausgeht. Gibt es dazu auch Zahlen? Oder zählen diese Ursachen und Urheber von Gewalt nicht?
Nebenbei: Mit Corona, der verordneten Rechtlosigkeit, den uferlosen Maßregelungen und der radikalen Vernichtungsrhetorik unter Corona wurde ein ungeheures Maß an Gift und Gewalt in diese Gesellschaft hineingetragen. Das ist bis heute nicht vorbei und prägt das allgemeine Klima mit, in dem Gewalt geschieht. Auch die beleidigende Denunziationsrhetorik hält bis heute an. Die Ursachen von Gewalt wuchern ungestört weiter.
Gewalt und ihre verschiedenen Formen korrespondieren also miteinander, bedingen sich und folgen sich. Die Gewalt, die von Fahrgästen ausgeht, ist nicht selten die Reaktion auf die Gewalt, die von der Institution Bahn ausgeht. Doch dieser Zusammenhang kommt bei der Bahn, in der Politik und den Medien nicht vor. Sonst müsste man ja seine eigene Verantwortung für die Situation thematisieren und für Änderungen eintreten, mit denen die Ursachen beseitigt werden. Lieber verurteilt man eine Seite und missbraucht eine Tat, um dann weitere eskalierende Exekutivmaßnahmen zu verhängen.
Man kann in diesen verheerenden historischen Zeiten aber noch einen Schritt weitergehen: Denn lieber bombardiert man ein Land, als nach Ausgleich zwischen den Ländern zu suchen. Man könnte so gesehen zum Beispiel auch einen Zusammenhang herstellen zwischen der Gewalt in dem Nahverkehrszug und der allgemeinen Verrohung mit der staatlichen Verrohung und der Gewalt, die von politischen Täter verübt wird mittels Explosivwaffen. Etwa im Gazastreifen und an vielen anderen Orten dieser Welt, wo Unschuldige täglich zerfetzt werden und überhaupt nicht danach gefragt wird, wer dafür verantwortlich ist oder wie man das stoppen kann. Geschweige denn, dass man dieser Täter festnimmt. Stattdessen wird nach Schlachtfeld 1 Schlachtfeld 2 eröffnet und nach Massengrab 1 Massengrab 2.
Aus den Reihen dieser verantwortungslosen Verantwortlichen kommen auch die Verurteilungsreflexe und Forderungen nach Aufrüstungsmaßnahmen im Fall des getöteten Schaffners in dem deutschen Regionalzug. Die politischen Amtstäter selber sind es, die in ihrem Handeln den Zusammenhang herstellen.
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Auch hier heißt das Problem einfach nur „Kapitalismus“!
Weil einfach alles dem kapitalistischen Verwertungsprozess unterworfen ist.
Wer´s nicht rafft, oder immer noch nicht geschnallt hat, ist mittlerweile selbst Schuld.
Danke, Herr Moser, für diesen Beitrag!!
Ich als Nicht-Autobesitzer und fast täglicher Bahnfahrer kann Ihre Beschreibung der Zustände (oder Zumutungen) bei diesem Müllhaufen namens Deutsche Bahn nur doppelt und dreifach unterstreichen.
Man braucht gar nicht Bahn zu fahren, weil man das auch so weiß.
Ich, zumindest.
Thomas Moser schreibt:
„[…]Nebenbei: Mit Corona, der verordneten Rechtlosigkeit, den uferlosen Maßregelungen und der radikalen Vernichtungsrhetorik unter Corona wurde ein ungeheures Maß an Gift und Gewalt in diese Gesellschaft hineingetragen. Das ist bis heute nicht vorbei und prägt das allgemeine Klima mit, in dem Gewalt geschieht. Auch die beleidigende Denunziationsrhetorik hält bis heute an. Die Ursachen von Gewalt wuchern ungestört weiter.[…]“
Nein, hier sehe ich es komplett anders, denn die ganze Sache fing nicht erst mit Corona an – man muss viel früher ansetzen.
Jedoch, wer nicht selber davon betroffen war, wie ich, der kann es natürlich nicht wissen: Agenda2010/Hartz I….IV….da fing alles an.
Ich schrieb früher einmal, dass jeder, der in die Fänge dieser Arbeitslosenunterdrückungsbehörden (Jobcenter, Arbeitsagenturen, Leiharbeitsagenturen etc. usf.) gerät in ein totalitäres System eintritt, dass stark an die beiden totalitären Systeme in Deutschland erinnert.
Wer nie davon betroffen war wie sich „Sachbearbeiter“ wie kleine Duodezfürsten gegenüber ihren „Kunden“ benahmen, kann froh sein diese Erfahrung nie gemacht zu haben.
Dabei bleibe ich.
Übrigens eigentlich kann Mensch obige Erkenntnis auf sämtliche Behörden anwenden, wo sich Behördenmitarbeiter/-innen wie kleine Stalins/Hitlers/Mussolinis/Francos/Trumps/Putins/Selenskijs gegenüber „Bittstellern“ verhalten – ein deutsches Problem, dass jeder selber sehen kann, der einmal mit solchen Behörden-Diktatoren zu kämpfen hatte.
Ansonsten sehe ich es ähnlich wie Herr Moser.
Gruß
Bernie
Sehr richtig!
Sie Guter !
Ja, es gab viele Episoden gewaltförmiger Steigerungen. Beim Hartz IV/AlG II Regime der Genossen der Bosse, unter schwarzer und grüner Mitwirkung, also mit der Zusammenarbeit von „Regierung“ und „Oppostion“, im Dienste des Kapitals, kann ich auch Persönliches mitteilen.
Die Steigerung hin zum offen praktizierten Faschismus fand allerdings statt mit dem totalitären Putsch von 2020. Eine qualitative und quantitative Steigerung. So breit in den Medien von vielen Protagonisten (durch alle „Lager“) ausgestreuter Hass und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gab es in diesem Ausmaß zuvor nicht. Zwangsmaßnahmen gegen die Gesamtheit der Bevölkerung. Ebensowenig gab es zuvor eine körperliche Gewalt in Form eines global ausgetragenen pharmakologischen Massenmords. Und es gab keine totale Formatierung der Gesellschaft im Geist des Militärischen, wie von Anfang an geschehen unter Obhut der Militärs. Seither jagt ein Ausnahmezustand den Nächsten, nur um den Totalitarismus noch totalitärer zu gestalten.
Nein, da wurde nichts in die Gesellschaft getragen, diese bereits vorher vorhandene Gewalt, dieses bereits vorher absichtlich und planvoll applizierte Gift wurde nur offensichtlich.
Es gab mal einen erschöpften Träumer, der halluzinierte etwas von »Wir wollen mehr Demokratie wagen.« Etwa genau zu diesem Zeitpunkt, als wäre es das Signal gewesen, begann die 180° Wende schleichend in den US und in Europa und hat inzwischen volle Fahrt. Der Träumer wurde wach und hat sich selbst auf die Ausnüchterungsbank zurückgetreten. Komischerweise fragte nie jemand, wer dieses »Wir« genau war und ist sowie warum er es »wagen« nannte.
Wem es nicht aufgefallen ist: Der Vorschlag bzw. die Bitte wurde zurückgewiesen.
Die Zustände in und um der DB (auf allen Ebenen, in allen Bereichen, von allen Beteiligten des subalternen Transports) sind nicht nur das gierige Herunterwirtschaften des AG-Gedankens und einer allgemeinen Verrohung der Gesellschaft, es ist Teil des applizierten Gifts, das zur Gewalt führen muss und soll.
Aber der Träumer sorgte dafür, dass die Brandmauer ganz konkret errichtet wurde: Berufsverbote gegen alle, die seiner Vorstellung von Demokratie nicht folgen wollten. Ein Stück der heiligen Verklärung steckt noch in Ihrem Träumer-Begriff für einen Verbrecher.
Und wenn hinter dem Herunterwirtschaften ein Plan steckt, dann wird er das Reisen nicht mehr vorsehen.
15 Minutenstadt heißt das Modell.
Das sollte auch keine Laudatio auf den Träumer sein, sondern nur den Zeitpunkt der Koinzidenz festnageln. Die offenbar werdende Niederlage im Vietnamkrieg und die bürgerlichen Proteste in den US waren da ungleich wirkmächtiger, die Demokratiesimulation endgültig zurück zu fahren.
Warum wundert man sich in einer hart ummordeten Welt über Gewalt wo sie doch überall von skrupellosen Politikern von ihren Untertanen gefordert wird?
Bomben, Geld, Bomben, Geld
Selbst bei der Volksbank gibt es Geldbomben, es ist nicht zu fassen.
Europa bereitet sich mit Hochdruck auf einen möglichen Krieg vor: In Belgien decken sich die Menschen massenhaft mit „Überlebenspaketen“ ein, und in Polen wird der Beginn der Kampfhandlungen simuliert.
– In Belgien kündigte eine Supermarktkette den Verkaufsstart von Notfall-Lebensmittelpaketen an, die die Bevölkerung für 24 Stunden mit den notwendigen Lebensmitteln versorgen sollen. Das Unternehmen erklärte, dies sei eine Reaktion auf die Kundennachfrage und Empfehlungen der Regierung.
– Die polnische Führung führt eine wichtige Übung durch – eine Generalprobe für den Kriegsausbruch.
– Ende letzter Woche traf sich Präsident Navrocki mit hochrangigen polnischen Generälen.
– Szenario, Datum und Ort der Übung werden geheim gehalten.
@Slavyangrad
Moser geht es wie üblich nicht um die DB, er sieht das Thema als Gelegenheit sein Pandemie-Querschlägertum zu pflegen und seinen diesbezüglichen Schrott einmal mehr unter die Leute zu bringen.
Nebenbemerkung: was Moser sich beim Hinweis darauf, dass auch das Opfers der besonders unglücklich ausgegangenen Aggression nicht-deutsche Wurzeln hatte, gedacht hat, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen.
Moment, bevor das verharmlost wird:
„„Die ausufernde Gewalt bringt das ganze System ins Wanken“, mahnt der stellvertretende EVG-Vorsitzende Kristian Loroch mit Blick auf die hohe Anzahl derer, die überlegen, den Beruf zu verlassen. „Einen so massiven Personalverlust kann kein Unternehmen kompensieren.“ Bahnunternehmen und Politik müssten das Problem endlich in den Griff bekommen. „Sonst könnten bald massenhaft Züge und Busse wegen Personalmangels stehen bleiben.“
Die Ergebnisse der aktuellen Befragung belegen einen langjährigen Trend, der im brutalen Angriff auf den 36-jährigen Schaffner Serkan C. gipfelte. Doch schon zwischen 2014 und 2023 hatte sich die Zahl der Körperverletzungen von 1500 auf über 3000 pro Jahr mehr als verdoppelt. “
https://www.rnd.de/wirtschaft/gewalt-gegen-bahnmitarbeiter-evg-umfrage-zeigt-alarmierenden-trend-VCRDEKGTZZCNRKVOYVUXWRCAEA.html
Da ist noch etwas anderes. Die Clans in den bekannten Brennpunkten begehen nicht nur Verbrechen, sie fallen auch sonst durch exzessive Gewaltanwendung auf. Das sind die, die Feuer legen und dann auf Feuerwehrleute und Sanitäter losgehen. Im Krankenhaus tun sie dann alles, um den Betrieb zum Erliegen zu bringen. Warum das? Die Mafia versucht immer, nicht aufzufallen. Hier das Gegenteil.
Es ist ganz einfach, die Clans sind die Hisbollah in Deutschland. Sie haben Assads Captagon unter die Leute gebracht. Und in Maschinenteilen versteckt, um sie in die arabischen Länder zu verschicken. Wer es nicht weiß: zu Assads Zeiten war das Hauptquartier der Hisbollah in Syrien.
Die Polizei könnte dem Spuk ein jähes Ende setzen. Alle Verbrecher auf einem Haufen, nichts leichter als das. Warum passiert das nicht? Sie müssen Protektion von oben haben. Ganz oben.
Und weshalb diese Gewalttaten? Das ist eben Dschihad. Und sie verlassen sich darauf, dass die Kartoffeln das nicht bemerken. Bislang erfolgreich.