
Ein Unternehmen sollte kein Risiko einer Katastrophe für die Menschheit offenlegen und dann seine Aktien an die Öffentlichkeit verkaufen, bevor eine Behörde die Befugnis hat, dieses Risiko zu bewerten oder den Einsatz zu stoppen.
Anthropic, der Hersteller der Claude-KI-Modelle, bereitet den möglicherweise größten Börsengang der Geschichte vor und will laut der „New York Times“ mehr als 100 Milliarden Dollar einnehmen, bei einer Unternehmensbewertung von fast 2 Billionen Dollar. Laut Reuters, das den Entwurf des Prospekts geprüft hat (das Dokument wurde noch nicht veröffentlicht), weist das Unternehmen potenzielle Investoren darauf hin, dass fortschrittliche KI „katastrophale oder existenzielle Risiken für die Menschheit“ darstellen könnte und dass seine eigenen Modelle sich einer „Abschaltung widersetzen“, „Informationen verbergen oder manipulieren“ oder sich auf eine Weise verhalten könnten, die „einer Erpressung ähnelt“. Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Dario Amodei, schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass „die Dinge wirklich, wirklich schiefgehen“, auf erschreckende 25 Prozent. Im vergangenen Monat schrieb er, dass „wir das Tempo verlangsamen müssen, mit dem wir die Fähigkeiten von KI-Modellen verbessern“.
Ich nehme diese Warnungen ernst, und das sollte auch der Kongress im Namen des amerikanischen Volkes tun. Der Börsengang sollte verschoben werden, bis der Kongress ein öffentliches System für die Lizenzierung, unabhängige Sicherheitsbewertung, Haftung und finanzielle Absicherungen für Pionier-KI verabschiedet hat. Das Gleiche gilt für OpenAI und jeden anderen Entwickler von Pioniermodellen.
Selbstregulierung ist keine Regulierung

Ich bin ein Befürworter von künstlicher Intelligenz, deren Potenzial für Wissenschaft, Gesundheit und nachhaltige Entwicklung enorm ist. Was wir ablehnen sollten, ist unregulierte und militarisierte KI. Ein Unternehmen sollte kein Risiko einer Katastrophe für die Menschheit offenlegen und dann seine Aktien an die Öffentlichkeit verkaufen, bevor eine öffentliche Behörde die Befugnis hat, dieses Risiko zu bewerten oder den Einsatz zu stoppen. Tatsächlich ist es mehr als töricht, angesichts solch düsterer Warnungen zügig voranzuschreiten.
Das Problem reicht bis zu den Grundlagen des Gesellschaftsrechts zurück. Die beschränkte Haftung – die Regel, dass ein Gesellschafter nicht mehr als den investierten Betrag verlieren kann – ist ein vom Staat gewährtes Privileg. Es ist durch die Prämisse gerechtfertigt, dass die Schäden, die ein Unternehmen anderen zufügen kann, versichert, reguliert oder anderweitig ausgeglichen werden. Wenn eine Chemiefabrik explodiert, verfügt das Gesetz über Instrumente zur Entschädigung der Opfer: Haftpflichtversicherung, Bürgschaften, Kapitalanforderungen und Entschädigungsfonds. Jedes dieser Instrumente setzt voraus, dass der Schaden nachträglich beglichen werden kann. Ein katastrophaler oder existenzieller Schaden lässt sich jedoch nicht begleichen. Das einzige Instrument, das funktioniert, ist die Regulierung im Vorfeld: Genehmigungen, unabhängige Tests vor dem Einsatz und die rechtliche Befugnis, eine Aktivität zu stoppen, bevor sie zu gefährlich wird. Für Pionier-KI in den Vereinigten Staaten existiert nichts davon.
Was es gibt, ist Selbstregulierung, was heutzutage gleichbedeutend mit keiner Regulierung ist. Am 29. September unterzeichneten sechs KI- und Chip-Unternehmen im Weißen Haus eine freiwillige und unverbindliche „Gemeinsame Verpflichtung zu Pionierverantwortung“. Das wäre lächerlich, wenn es nicht potenziell so katastrophal wäre. Eine Technologie, deren Risiken von den Herstellern selbst in düsteren Worten beschrieben werden, sollte von öffentlichen Institutionen mit festgelegten Verfahren, unabhängiger Überwachung und durchsetzbarer Haftung geregelt werden – nicht durch das eigene Urteil einer Handvoll Führungskräfte aus der Wirtschaft.
Ein überstürzter Börsengang würde die Lösung des Problems erheblich erschweren. Anthropic hat Berichten zufolge mindestens 518 Milliarden Dollar für die Recheninfrastruktur im kommenden Jahrzehnt zugesagt, wobei etwa 80 Prozent davon als nicht kündbar beschrieben werden. Angesichts der vierteljährlichen Berichterstattung an die öffentlichen Aktionäre schaffen diese Verpflichtungen einen starken Anreiz gegen jegliche Pause – selbst gegen eine, die die eigenen Sicherheitsforscher des Unternehmens empfehlen könnten. Der Prospekt selbst beschreibt Berichten zufolge eine „kontinuierliche und sich überschneidende Kadenz“ von Produkteinführungen als „untrennbar mit dem Verbleiben an der Grenze verbunden“. Sobald diese Aktien in den Pensionsfonds und Indexfonds von Dutzenden Millionen amerikanischer Haushalte liegen, wird jeder Vorschlag, die Entwicklung an der Grenze zu verlangsamen, nicht nur von den Unternehmen, sondern auch von einer riesigen Anlegergemeinschaft bekämpft werden.
Maßnahmen, um diesen Moloch zu bremsen?
Die umfangreichen Risikohinweise lösen dieses Problem nicht. Sie mögen das Unternehmen vor Klagen seiner eigenen Aktionäre schützen – die ja gewarnt worden sind –, oder auch nicht. Für die Öffentlichkeit, die das katastrophale Risiko trägt, ohne jemals dazu befragt worden zu sein, bewirken sie nichts.
Die übliche Antwort lautet, dass, wenn Amerikas sicherheitsbewussteste Entwickler das Tempo drosseln, weniger vorsichtige Unternehmen – oder China – einen Vorsprung herauslaufen werden. Dies ist ein klassisches Problem des kollektiven Handelns, und solche Probleme werden durch Vereinbarungen gelöst, die durch Gesetze, Überwachung und Durchsetzung gestützt werden – nicht dadurch, dass alle noch schneller in den Untergang rennen. Wir leben nicht in Hobbes’ Naturzustand. Wir haben die Vereinten Nationen, das Vertragsrecht, die Börsenaufsichtsbehörde (SEC) und den Kongress. Während des Kalten Krieges handelten die Gegner den Atomwaffensperrvertrag mit internationalen Inspektionen aus. Pionier-KI bietet sogar einen naheliegenden Überprüfungsansatz: Die fortschrittlichsten Chips stammen aus einer Handvoll Fabriken, und das Training im Pionierbereich erfordert riesige Rechenzentren. Washington hat Peking kein überprüfbares Abkommen zur Pionier-KI angeboten. Tatsächlich lehnte Präsident Trump nach seinem Gipfeltreffen mit Präsident Xi Jinping im September eine Zusammenarbeit mit China im Bereich der KI ab und stimmte lediglich einem Kommunikationskanal für Vorfälle im Zusammenhang mit KI zu. „Wenn man die Führung innehat“, sagte er, „lässt man den anderen nicht an seinen Informationen teilhaben.“
Wer kann Maßnahmen ergreifen, um diesen Moloch zu bremsen und eine potenzielle Katastrophe zu verhindern? Nach geltendem Recht kann die SEC eine Emission verzögern, sie jedoch nicht mit der Begründung blockieren, dass das Geschäft gefährlich sei. Sie sollte es dennoch ablehnen, das Inkrafttreten der Registrierungserklärung zu beschleunigen, bis das Unternehmen die Risiken seiner Produkte offenlegt, angibt, wer die Kosten der beschriebenen Katastrophen tragen würde, welche Versicherungen bestehen und ob seine Rechenverträge eine Sicherheitspause ohne Strafzahlungen zulassen würden.
Die entscheidende Befugnis liegt beim Kongress, und es gibt zahlreiche Präzedenzfälle. Der Kongress hat eine behördliche Genehmigung für Wertpapiere vorgeschrieben, die von Eisenbahnunternehmen, von Holdinggesellschaften von Versorgungsunternehmen und von Stromversorgungsunternehmen ausgegeben werden; hierfür ist auch heute noch eine Genehmigung auf Bundes- oder Landesebene erforderlich. Als die Kernenergie 1954 für die Privatwirtschaft geöffnet wurde, war sie nur mit einer Bundeslizenz zulässig.
Der Kongress sollte dringend handeln
Der scheidende Kongress sollte Anhörungen abhalten, bevor Aktienpreise festgelegt werden, und ein Moratorium für Börsengänge von Pionieren der KI-Entwicklung verhängen, bis der nächste Kongress tätig wird. Der neue Kongress, der am 3. Januar zusammentreten soll, sollte innerhalb seiner ersten hundert Tage ein Gesetz erlassen, das jede öffentliche Emission durch einen Pionier unter den KI-Entwicklern von einer Bundeslizenz abhängig macht. Die Lizenz sollte eine unabhängige Bewertung vor dem Einsatz vorschreiben, eine durchsetzbare Befugnis zur Unterbrechung des Trainings oder des Einsatzes, die durch keinen „Take-or-Pay“-Vertrag außer Kraft gesetzt werden kann, sowie Versicherungs- und Entschädigungsfonds, die auf plausible Schäden abgestimmt sind. Der Kongress sollte zudem den außergewöhnlichen Schritt in Betracht ziehen, Führungskräfte und Vorstandsmitglieder im Falle eines katastrophalen Versagens zivil- und strafrechtlich persönlich haftbar zu machen. Ein solcher Schritt wäre in einer gewöhnlichen Branche fehl am Platz. Hier ist er jedoch gerechtfertigt, da die Branche selbst vor katastrophalen Risiken warnt, während sie mit rasender Geschwindigkeit voranschreitet. Führungskräfte und Vorstandsmitglieder, die ein Modell ohne die gebotene Sorgfalt als sicher zertifizieren oder Sicherheitsfeststellungen außer Kraft setzen, sollten einer Haftung ausgesetzt sein, die weder das Unternehmen noch dessen Versicherer für sie abdecken können. Die Zulassungspflicht sollte gleichermaßen für die Pionierarbeit bereits börsennotierter Unternehmen wie Alphabet, Microsoft und Meta gelten.
Dieser Vorschlag richtet sich nicht gegen ein einzelnes Unternehmen und darf nicht zum Druckmittel für irgendeine Regierung werden, um Vergünstigungen zu erlangen, einschließlich des uneingeschränkten militärischen Zugangs zu KI-Modellen. Die von mir vorgeschlagene Verzögerung würde einige Monate dauern, es sei denn, die offengelegten Informationen deuten auf die Notwendigkeit einer unbefristeten Aussetzung hin. Die Zulassungspflicht hat weder die Pharma-, Luftfahrt- noch die Nuklearindustrie zerstört; sie hat sie sicherer gemacht. Die führenden Köpfe der KI-Branche haben uns mit ihren eigenen Worten gesagt, dass die Risiken so hoch sind, wie sie nur sein können. Sie selbst sollten ihren wahnsinnigen Vorstoß stoppen, und der Kongress sollte den Unternehmen Glauben schenken und dringend handeln.
Der englische Originalartikel erschien bei Common Dreams.




Eine gigantische KI-Blase ist entstanden und nun schreien die KI-Milliardäre nach dem Staat um ihre Milliarden zu retten und vor chinesischer Konkurrenz zu schützen. Da wird sich der US-Staat mit Sicherheit nicht lumpen lassen und ihre Milliarden schützen.
Ich freue mich schon jetzt, wenn dieser Hype um die
KI platzen wird und Billionen von Dollars verbrannt
sind. Dieser Schwachsinn kann kein gutes Ende
nehmen. Unsere Jugend, die kaum noch richtig lesen und
schreiben kann, werden die ersten Opfer sein. Schon
jetzt ist ihr Grad an Verblödung auf höchstem Niveau.
Pisa lässt grüßen.
Ist das Platzen der KI-Blase – und ich denke auch, dass es dazu kommt, weil es schwer werden wird, das investierte Geld mit Gewinn wieder reinzuholen – nicht vollkommen egal? Klar, Banken und Anleger haben dann viel Geld verloren. Aber die Rechenzentren wurden gebaut und können arbeiten. Vielleicht nicht alle, aber sicher viele. Vielleicht kann man dann sowas für einen Dollar kaufen oder was weiß ich. Die LLMs sind vorhanden, werden weiterentwickelt und werden in vielen Bereichen auch produktiv werden. Am Kern des Problems, dass die Risiken dieser Technologie, die durch das Platzen der Blase sowenig verschwinden wird, wie die Eisenbahn dereinst verschwand, obwohl massenweise Eisenbahnunternehmen im 19. Jahrhundert in die Pleite gingen, ändert sich eher nichts.
Schon vor dem KI-Boom haben Peter Thiel und andere ins Auge gefasst, mit Ozeanschiffen außerhalb der gesetzlichen Vorgaben zu agieren. Das können sie sich jetzt sparen. Trump hat alle Vorschriften gekillt. Auch derjenige, der mit KI-Software Schadprogramme erstellt, bleibt straffrei. Das gilt es dann doch als Erstes zu bereinigen. Man kann sinnvolle Gesetze erlassen, die die Entwivklung nicht bremsen. Den Börsengang von Anthropic zu verhindern, bringt gar nichts. Wieder eine dieser Fehleinschätzungen von Sachs. Das häuft sich in letzter Zeit.
Anthropic ist nun der Anbieter, der wenigstens formal eine gewisse Ethik an den Tag legt. Diese Warnungen, die er da abgibt, ist das nur Wichtigtuerei? Glaube ich nicht. Er will wenigstens gewarnt haben, bevor etwas passiert. Und natürlich weckt er damit eine öffentliche Aufmerksamkeit für das Geschehen in der KI.
Korrekte Sache.
Anthropic ist nun der Anbieter, der wenigstens formal eine gewisse Ethik an den Tag legt.
Die haben schlicht Angst vor dem Platzen der KI-Blase. Es ist die übliche Art des Kapitals, materielle Interessen in Moral zu hüllen.
Damit eine KI überhaupt funktionieren kann, braucht sie Strom. Die KI über die wir
hier gerade kommunizieren benötigt sehr viel Strom. Es ist ja schön, das wir hier
kommunizieren könen, dass ist ja auch einmal eine positive KI Anwendung. Negative
Anwendungen machen sich immer mehr bei den Verwaltungen breit. Anträge bei
Behörden gehen heute kaum noch per Post, d.h. mit dem guten alten Brief. Ein früherer
Chef von mir sagte immer:“Wer schreibt der bleibt“. Heute einmal zu versuchen bei einem
über die KI mißlungenen Antrag dem Amt zu beweisen, dass die KI schuld war ist eine
Sissifus Angelegenheit. Das Schlimmste was uns bevor steht ist die Abschaffung des
Bargeldes und dem folgenden Zahlen über die KI. Wir stehen damit einmal vor dem Fiskus
nackt da. Das Gleiche gilt für die Konzerne, denen wir helfen unser Leben nach deren Vorstellungen
zu gestalten. Wenn dann aber einmal der Strom fehlt, oder das Bezahlsystem wurde gehackt
und außer Betrieb gesetzt, ist die Kacke wirklich am dampfen. Wir können uns dann nicht mehr ernähren.
Kein Laden wird uns mehr rein lassen. Wir fallen hart in die Nachkriegsjahre zurück, in denen man
nur überlebte, wenn man etwas zu tauschen hatte. Aber was soll man heute tauschen. Elektronik
ist dann schlicht Müll, wenn die Akkus oder die Batterien leer sind. Einige Länder wie Schweden,
haben diese Erfahrungen schon gemacht und steuern dagegen, in dem sie wieder auf Bargeld
zurück gehen. Es muß wohl auch in Deutschland erst einmal alles in die Hose gehen, bevor mal
wieder nach dem Köpfchen gehandelt wird. Nur müssen dann auch welche an den Schalthebeln
sitzen, die Köpfchen haben.
Die Verzögerung des Börsenganges würde doch weder die Entwicklung noch die Anwendung von KI verändern? Oder verstehe ich das falsch?
Regulierungen und Beschränkungen wären davon doch vollkommen unabhängig denkbar und wenn ich den Großmeister der natürlichen Intelligenz – Präsident Trump – richtig in Erinnerung habe, dann lehnt er sowas aber ab. Mit anderen Worten ist Gottvertrauen angesagt und wenn es daran fehlt, ist es auch egal und ändert nichts.
Ich halte das für nicht mehr aufhaltbar!
Der Zug ist abgefahren!
Da wird es keine Regulierung geben.
Geforscht wird gegeneinander, jeder fürchtet den Vorsprung des anderen.
Das ist der Mechanismus des Wettrüstens!
Und sobald in irgendeiner Weise Militärs Entwicklungen beeinflussen, kommt nichts Gutes dabei heraus.
Wie jeder größere Krieg befeuert der Ukraine-Krieg die Entwicklung.
Das Ding ist gelaufen und ich fürchte, wir landen bei Skynet und dem Terminator.
Ein medizinisches Produkt, sollte von den Behörden strikt untersucht werden, bevor dieser den Markt erreicht!
Wir leben in einer Blase von Gesetzen, Vorschriften, etcppff..
Wenn der Mensch, seine eigenen Gedanken den staatlichen Nihilismus unterwirft, erhält man die heutige Situation :
Dummheit wird geführt von dummen Ideologien.
Der Mensch selbst hält fest an seinen Gedanken, sofern er noch denken kann.
Um desaströse Situationen zu unterbinden, aber die Menschheit ist in einer Position :
Sich der unendlosen Simulation weiterhin zu unterwerfen.
Die Finanz regiert die Ideologie, die Ideologie herrscht über den Demos. Der Demos darf. zu seiner politischen Ideologie wählen.
Der Verlierer steht immer fest, das eine Prozent, regiert 99%.
Was wollt ihr mehr? MAOAM