
„Arte“ strahlte diese Tage ein Konzert der „Rolling Stones“ aus, das im Jahr 2016 in Havanna stattfand und das von Paul Dugdole unter dem Titel „Havana Moon“ verfilmt wurde. 1,2 Millionen begeisterte Kubaner nahmen daran teil, dicht gedrängt innerhalb und außerhalb der „Ciudad Deporte“ in Havanna, mitsingend und tanzend und die kubanische Flagge schwingend. Angesichts dieser „Power“ kann fast nachgefühlt werden, dass sich die US-Regierung von den Kubanern „bedroht“ fühlt…
Das alles ist gerade mal 10 Jahre her. Und heute? Donald Trump spricht von der bevorstehenden Machtübernahme in Kuba durch die USA, mit oder ohne Einsatz der US-Streitkräfte. Und der US-Außenminister Marco Rubio möchte möglichst ohne Militäreinsatz mit der kubanischen Regierung die Übergabebedingungen aushandeln. Man reibt sich die Augen. Und in Deutschland? Indifferenz und Schweigen. Solidarität und Protest gleich Null. Bestenfalls wird von einem letzten Scheitern des Sozialismus nach dem Untergang der Sowjetunion geredet. Vielleicht so nebenbei wird noch die Totalblockade von Öllieferungen erwähnt, allerdings ohne die Vorbereitung dieser Totalblockade, nämlich das Stoppen der Öllieferungen aus Venezuela nach dem kriminellen „Kidnapping“ ihres Regierungschefs Nicolás Maduro durch Donald Trump, auch nur anzudeuten.
Erinnerung an einen ersten Kubabesuch vor vielen Jahren: Untergebracht in einem Luxus-Resort, das – wie zu erfahren war – in Zeiten des Diktators Batista als Abtreibungsklinik für die kubanischen Mätressen US-amerikanischer Millionäre errichtet worden war. Im Zentrum von Havanna eine kleine Fabrik. Vor dem Erlauben des Zutritts führt der Arbeiter am Eingang ein kurzes Examen durch: wer war der kubanische Nationalheld José Martí? Examen bestanden.
Und die deutsche Politik sowie die deutschen Medien? In all den Jahren die gleiche Leier: Kuba eine sozialistische Diktatur, deren Bevölkerung nur durch massive Hilfslieferungen der Sowjetunion vor dem Hungertod bewahrt würde. Die Wirtschaftsblockade der USA, der sich die Bundesrepublik Deutschland in Vasallentreue angeschlossen hatte, wurde bestenfalls unter „Verschiedenes“ erwähnt, als wäre die Blockade des Landes nicht ausreichend, einen großen Teil seiner Probleme zu erklären: Kuba ein Land, das niemals die Chance hatte, sein politisches Projekt eines alternativen Gesellschaftsmodells als friedliches Mitglied der Völkerfamilie umzusetzen.
Einige Jahre später bei einem längeren Arbeitsaufenthalt in Mexiko-Stadt eine andere Erfahrung: Nicht nur Kollegen in der Universität träumten in einer damals von Slums eingekreisten Stadt, mit Massen von halbverhungerten kleinen Kindern mit ihren Müttern auf den Bürgersteigen liegend, von einem Leben wie in Kuba: vollständige Alphabetisierung, vorbildliches Gesundheitssystem, flächendeckende Grundversorgung der Bevölkerung mit Lebensmittelkarten usw. Immerhin ist Mexiko unter seiner gegenwärtigen Präsidentin Claudia Sheinbaum zur Zeit eines der wenigen Länder, das sich noch mit Kuba solidarisiert und ab und zu die Blockade durch Schiffe mit Hilfslieferungen durchbricht.
Und was macht Deutschland in der aktuellen Situation? Kein Wort der Regierung zur gnadenlosen Strangulierung des Landes und seiner Bevölkerung durch die USA. Aber auch im Spektrum alternativer Kräfte und linker Gruppen/Parteien reicht es noch nicht einmal zu einer öffentlich wirksamen und sichtbaren Solidaritätskampagne (wie etwa nach dem Putsch in Chile durch Pinochet, als viele Menschen mit Proteststicks am Hemd unterwegs waren). Allenfalls dürfte einige stören, dass ihre Urlaubspläne in Kuba geplatzt sind. Beschämend.




In der Corona Zeit, aber selbst jetzt noch, helfen ÄrztInnen aus Cuba in Italien, absoluter Respekt! Trump soll sein verdammtes Versprochen einlösen und in der Ukraine Friedensverhandlungen möglich machen und voranbringen!
In der Corona Zeit, aber selbst jetzt noch, helfen ÄrztInnen aus Cuba in Italien, absoluter Respekt! Trump soll sein verdammtes Versprochen einlösen und in der Ukraine Friedensverhandlungen möglich machen und voranbringen!
Aber ich bitte Sie! Das sind Kommunisten, Marxisten! Wusste schon die Adenauer-CDU: „Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau!“. Pfui Deibel! Und das wird Reichskanzler Merz heute nicht anders sehen.
Was die Linke angeht, gendern die Kubaner? Haben die eine Frauenquote? Queere und Schwule in der Regierung?
Danke Herr Leiser, dass Sie an Kuba erinnern. Es ist, als sei unsere Gesellschaft lobotomisiert. Kollektiv überrumpelt.
Die Gedächtnisse ausgeschaltet. Das Gewissen nicht mehr erreichbar.
Die Regierung und die deutschen Mainstream-Propagada-Medien haben nur eine große Klappe, wenn es gegen Russland, gegen die Hamas, gegen den Iran geht und darum, Geringverdiener gegen Sozialhilfeempfänger aufzuhetzen, junge erwerbstätige Erwachsene gegen alte Rentnerinnen/Rentner aufzuwiegeln und den deutschen Angestellten und Arbeitern vorzuwerfen, sie wären zu faul und würden zu oft krank machen.
Wenn der große weiße Imperator und „Freiheitskämpfer“ aus Washington D.C. Donald T. Zölle gegen die EU verhängt, Präsidenten unabhängiger Staaten kidnappen lässt und verschleppt, Grönland annektieren will, einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der israelischen Armee gegen den Iran unterstützt und ein Land wie Kuba einkesselt und deren Bürger stranguliert, dann heißt es: psst. Bist stad! Halt deinen Mund. Da darf man in Wertewestern-Germany nicht darüber reden, das darf man auch nicht kritisieren, sonst wird der große weiße Imperator und „Freiheitskämpfer“ der wertewestlichen Welt aus Washington D.C. böse.
Make America Great Again, Germany small and Cuba smaller! Darauf einen Cuba Libre:
1 Teelöffel Rohrzucker in ein Cocktail-Glas geben, den Saft einer halben Limette dazugeben, die andere Hälfte der Limette in Scheiben schneiden und in das Glas geben, 4 cl (weißen) kubanischen Rum hinzufügen, mit 150 ml eiskalter brauner Cola (falls möglich nicht aus den USA) auffüllen und ein paar Eiswürfel aus Grönland dazugeben.
Salud! Aber in Maßen und nicht in Massen genießen und nicht weitersagen, sonst wird der große Imperator aus Washington D.C. böse.