
Ein absoluter Tiefpunkt der Finanzpolitik.
Die Schuldenfalle ist ein Begriff, den man von „Entwicklungsländern“ kennt. Eine internationale Finanzorganisation gibt so einem Land einen Kredit in Höhe von ein paar hundert Millionen oder auch etwas weniger. Der Kredit ist in US-Dollar bemessen und muss auch so zurückgezahlt werden. Dies gelingt jedoch nicht. Das wird dann auf die Länder und ihre Regierungen geschoben. Einige Beobachter durchschauen aber das System und sprechen von einer Schuldenfalle.
Es handelt sich nicht um eine gezielt gestellte Falle, sondern um eine unvermeidliche, mathematische Falle, die im bestehenden Finanzsystem steckt und automatisch jeden fängt, der einen höheren Kredit aufnimmt. Was dann geschieht, ist sehr unterschiedlich und hängt von der Situation ab. Wie jetzt in Deutschland geschieht, macht sich folgendermaßen bemerkbar:
Neue deutsche Depression
Eine Pleitewelle überzieht das Land. Der Mittelstand, der die Last der Volkswirtschaft trägt, wird ruiniert. Der Unternehmergeist schwindet rapide, junge Menschen drängen dann in den sicheren Staatsdienst. Die Staatsquote steigt, die Schulden werden nicht getilgt, sondern sie steigen weiter. In Frankreich, Großbritannien und Italien ist das schon lange sichtbar.
Dass die Schuldenfalle unvermeidlich ist und verschiedene Schuldner auf unterschiedliche Weise gefangen hält, geht aus den Axiomen und Postulaten des Finanzsystems hervor, mit mathematischer Sicherheit. Die Schuldenfalle ist also nicht vermeidbar, aber sie lässt sich mit ein paar einfachen Relationen von Zahlen erklären.
Wie die Schuldenfalle funktioniert
Unser Geld wird zu 90% durch Kreditvergabe erzeugt, das ist Buchgeld, welches Banken zur Verfügung stellen und erst mit der Kreditvergabe erschaffen. Man nennt das Erschaffen von Geld durch öffentliche und private Banken Girale Geldschöpfung und jeder kann sich diesen Vorgang von der KI, also ChatGPT, bestätigen und genauer erklären lassen.
Hier wird die Schuldenfalle in einem Podcast erklärt.
Bei der Geldschöpfung werden Geld und Schulden gleichzeitig in gleicher Höhe erzeugt und verbucht, aber das Geld für die obligatorischen Zinsen wird dabei nicht generiert. Es fehlt also im Gesamtsystem immer das Geld für die Zinsen. Bei den Krediten an die Entwicklungsländer wird das am ehesten deutlich. Mit Bananen, Sojabohnen und Gewürzen kann man Dollarkredite nicht zurückzahlen, man muss die Plantagen an Dollarbesitzer verkaufen. Das ist Neo-Kolonialismus.
Der Gesamtüberblick fehlt den Schuldenmachern
In reichen und schuldenreichen Ländern wird das Fehlen von Zinsgeld dadurch verschleiert, dass jeder einzelne Kreditnehmer glaubt, das Geld für Zinsen erwirtschaften zu können, was auch manchem gelingt. Es kann aber längst nicht allen gelingen, weil die einen den anderen nur etwas abjagen. Für viele ist die Rückzahlung plus Zinsen unmöglich, weil das Geld, das im System insgesamt zur Verfügung steht, nicht für das Zinsaufkommen reicht. Jeder spürt das daran, dass sich eine allgemeine Geldknappheit ausbreitet.
Man schaut auf diesen Vorgang aus einer individualistischen Perspektive, man sagt, jeder sei seinen Glückes Schmied, aber man verkennt, dass Geldmangel, Pleiten und Konkurse in der wirtschaftlichen Gesamtheit unvermeidlich sind, weil es immer an Geld fehlt und dieser Mangel steigert sich mit steigender Schuldenmenge und steigender Zinslast.
Auch individuelle Anstrengungen und prekäres Leben helfen nicht. So etwas verkünden die Schuldenmacher gerne, weil es sie nicht betrifft. Die Schuldenfalle fängt nämlich nicht den Einzelnen mit Sicherheit, auch nicht nur die Geringverdiener, sondern es trifft die Allgemeinheit mit statistischer Sicherheit, was den jetzt Regierenden in ihrer Hybris anscheinend völlig unverständlich ist. Der Begriff der Allgemeinheit oder des Allgemeinwohls scheint ihnen unbekannt zu sein.
Es kommt nicht darauf an, wer die Schulden aufgenommen hat, ob Staat oder Konzern oder Privatpersonen, es kommt nur auf die Größe der Schulden an und da sind Staatsschulden, im Bereich einer Billion, wie sie Olaf Scholz und Friedrich Merz in sehr kurzer Zeit aufgenommen haben, ein Total-Absturz. Deutschland ist tief gefallen, es ist jetzt von einem reichen Land zu einem schuldenreichen Land herabgestuft.
Wem Kriegstüchtigkeit nützt und wem sie nie genützt hat
Was die Situation enorm verschlimmert, ist die Verwendung der Kredite, wie sie von der Regierung Friedrich Merz bisher geplant ist. Die Gelder der Staatsschulden, einschließlich der falsch bezeichneten „Sondervermögen“, sollen ganz überwiegend in Rüstung, Militär und Kriegsertüchtigung fließen. Und jeder weiß, dass Deutschland noch nie mit Rüstung und Militär einen merkbaren wirtschaftlichen Gewinn erzielt hat, ganz im Gegensatz zu Frankreich, Großbritannien, Niederlande und, zweihundert Jahre zuvor, auch Spanien.
Deutschland war im 20. Jahrhundert äußerst kriegswillig und kriegstüchtig, hat aber die beiden großen Kriege nur verloren. Das drückt auf die Stimmung derjenigen, die sich der Realität und der Geschichte bewusst sind. Glücklich sind die Unwissenden, die Dummen und die Gläubigen an den Staatsfunk und das Fernsehen, denn die Hoffnung auf den Endsieg stirbt erst mit den Hoffenden selbst, im Bombenhagel und beim Atomblitz.
Was zu tun und was zu lassen ist
Wer zur kleinen Minderheit der begnadeten Realisten und Vernunft-Menschen gehört, sollte alles tun, was in seinen Kräften steht, um zu verhindern, dass alle Kredite nur in die Kriegsvorbereitung fließen. Die Gelder sind noch nicht ganz verpulvert. Jeder Euro, der in zivile und soziale Zwecke umgelenkt wird, ist ein Gewinn für das Leben.
Auch sofortige Rückzahlung von Sondervermögen ist ein genialer Sonder-Ausweg aus der fatalen Finanzpolitik, weil Rückzahlung die Schuldenmenge und die Zinslast und damit die Kapazität der Schuldenfalle senkt. Weniger Schulden, weniger Zinsen, weniger Pleiten, weniger Geldmangel, mehr Leben in Freiheit.
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Geld ist etwas völlig abstraktes.
Schulden sind dem System immanent.
Die werden sowieso nie zurückgezahlt.
Kapitalistisch geprägtes Wirtschaften ist ein Nullsummenspiel.
Das scheint einem Großteil von euch immer noch nicht so recht verstanden zu haben.
Was auch der wohl Verfasser nicht verstanden hat und demzufolge auch nicht erklärt, ist, das die Regierenden, aber vor allem die herrschende Klasse sich bei diesem Szenario der Verschuldung, Umverteilung von unten nach oben und dem entsprechenden Absturz der Mittelklasse sich genau die Güter einverleibt, die immer ihren Wert behalten, nämlich die Produktionsstätten und vor allem den Grund und Boden.
Um dann, durch die Digitalisierung CBDC´s einzuführen und wir damit unter totaler Kontrolle der Privatwirtschaft wären.
So abstrakt ist Geld gar nicht. Es ist verausgabte, vergegenständlichte oder auch geronnene menschliche Arbeit.
Nö.
Schon LAAAAANGE nicht mehr!
Wo ist denn bitte die „geronnene menschliche Arbeit“ im Handel mit Derivaten, also Pferdewetten am Finanzmarkt? Und da gehen Billionen durch!
@niemand
Aber auch nur, wenn Sie wollen, dass es so ist, bzw. wenn Sie das, was man Ihnen über die Bedeutung des Geldes sagt, glauben oder annehmen.
Die letzte behauptete »Vergegenständlichung« dieses Glaubens, die fetischisierten Profan-Reliquien in Form von Scheinen & Münzen, werden durch CBDCs ersetzt werden. Der Sturz einer Währung war und ist schon immer möglich, doch so wird er – vor allem zum Nachteil des Individuums – noch einfacher.
Wenn alles Geld der Welt morgen plötzlich fort wäre, wäre dennoch alles, was der Mensch geschaffen hat, weiterhin vorhanden. Leider auch die Besitzverhältnisse, denn das ist ein anderer Glaube.
Hyperinflation ist tatsächlich so etwas, wie ein „gesamtgesellschaftlicher Abfall vom Glauben“ und die irrationale Sehnsucht nach diesem Glauben ist so stark, dass jegliches Vakuum schnellstens ersetzt wird. Alleine die Vorstellung, einen Geldschein zu nehmen und ihn zu zerreißen oder zu verbrennen, löst bei vielen Menschen eine heftige Reaktion aus.
Versuchen Sie es einmal, es ist erstaunlich befreiend und die Welt geht nicht unter 😉
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Autor: „Bei der Geldschöpfung werden Geld und Schulden gleichzeitig in gleicher Höhe erzeugt und verbucht …“
Und nach vollständiger Rückzahlung „werden Geld und Schulden gleichzeitig in gleicher Höhe“ beerdigt und verbucht, sodass es vollständig verschwunden ist. Oder sehe ich das falsch? Lediglich die Zinsen verbleiben bei der Bank.
Bei Staatsschulden kommt es doch wohl darauf an wo der Staat sich verschuldet. Verschuldet er sich bei den eigenen Bürgern, dienen die dann auch gleichzeitig als Bürgen. Eine Schuldenfalle ist somit ausgeschlossen. Anders sieht es aus verschuldet sich der Staat beim globalen Kapitalmarkt, dann ist er diesem hilflos ausgeliefert und er kann von diesem an der Nase geführt werden (Beispiele sind viele Kapital-schwache Länder des globalen Südens, aber auch Griechenland und ehemals reiche Länder wie Argentinien).
Privat/Geschäftsbanken müssen bei Staatsbanken Sicherheiten hinterlegen. Natürlich weicht dieses immer weiter auf.
Witzig finde ich wie hier auf KI verwiesen wird, als Hort der alleswissenden (Müllhalde (Fraggles)).
Lieber nicht zu voreilig Tiefpunkte ausrufen da ist noch Luft nach unten.
Es gab (oder gibt) einen relativ hohen Zinsanteil in den Preisen und Steuern. Es muss ein Kapitalzinsverbot geben. Bei den anderen Zinsen (z. B. Mietzinsen) sollten die Gewinne sehr niedrig sein. Die Inflationsrate sollte im Durchschnitt bei Null liegen. Banken können u. a. durch Aktiengewinne finanziert werden. Der durchschnittliche Mietpreis war (oder ist) wegen der Spekulation höher als nötig.
Bitte klicke auf „Lebensreformer“.
Die Schuldenfalle schlägt spätestens dann zu, wenn das BIP in die Knie geht.
Dann wird bei jeder Umschuldung ein höherer Zins verlangt.
Die Schuldenfalle von Staaten erinnert an Krimiserien, in denen ein Mensch in eine Situation geraten ist, aus der er sich nur retten kann, wenn er sich bei einem Kredit-Hai Geld borgt. In diesem Fall werden Zinsen – und zwar Wucherzinsen – nicht nach einem Jahr fällig sondern nach einer Woche.
Der Schuldner ist dann ewig damit beschäftigt die Zinsen zu bezahlen ohne Aussicht je die ganze Schuld abzuzahlen, oder ihm wird vom Kredit-Hai gedroht beide Arme oder Beine zu brechen, wenn er nicht zahlt.
Aus so einer Situation glauben viele sich nur dadurch retten zu können, wenn sie sich das Geld durch ein Verbrechen beschaffen.
Staaten in der Schuldenfalle haben ähnliche Probleme.
Na, jetzt warte ich mal ab, ob der Herr Kenius nicht mal einen Artikel schreibt, in dem er behauptet, daß durch die Verschuldung die Inflation angeheizt wird.
Wenn das Bild eine Schuldenfalle symbolisieren soll, dann fehlt aber der Köder!
Was müßte in dem kleinen Loch in dem Auslösebrettchen symbolisch als Köder
für die deutschen Schulden stecken? Ich würde auf den Namen Blackrock tippen.