
Deutschland erinnert nur dann an die Opfer der eigenen Verbrechen in der Vergangenheit, wenn es daraus Kapital für seine Politik in der Gegenwart und Zukunft schlagen kann. Sowjetische Opfer haben in der BRD nie gezählt.
Am 22. Juni 1941 marschierte die deutsche Wehrmacht in die Sowjetunion ein. Es war der Beginn eines Vernichtungskriegs gegen die Bevölkerung der Sowjetunion. Der Historiker Dietrich Eichholtz fasste die mörderischen Folgen so zusammen: „Der Rassismus in seiner brutalsten und umfassendsten Form diente als ‚Begründung‘ für die Ermordung und Aushungerung von Millionen und für die Vertreibung (‚Aussiedlung‘) von Dutzenden Millionen Slawen und Juden, schließlich auch für die Ausbeutung von Millionen verschleppter Männer und Frauen als Arbeitssklaven in Deutschland und innerhalb der Wehrmacht.“
Die Aushungerung der Bevölkerung in der Sowjetunion war eine zentrale Strategie der NS-Planer. Die Blockade Leningrads war ein bewusster Hungerkrieg gegen eine Millionenstadt. Auch die Ermordung hunderttausender sowjetischer Kriegsgefangener durch Verhungernlassen oder Erschießen war Teil dieses deutschen Mordprogramms. Mit dem berüchtigten Kommissarbefehl sollte die Liquidierung der sowjetischen Führungskräfte auf allen Ebenen vorangetrieben werden.
Daher müsste man denken, dass für den selbsternannten Aufarbeitungsweltmeister Deutschland dieser 22. Juni 1941 ein wichtiger Tag der Erinnerung und des Gedenkens ist. Schließlich verbinden sich mit diesen Tag alle Verbrechen des deutschen NS-Faschismus: dazu gehörten der eliminatorische Antisemitismus, ein mörderischer Antikommunismus, der in der NS-Sprache zum jüdisch-bolschewistischen Feind wurde, und ein Rassismus gegen die slawische Bevölkerung. Die Kombination aus den unterschiedlichen Versatzstücken des NS-Ideologie sorgte dafür, dass es genügend willige Vollstrecker in der Wehrmacht und ihren Verbündeten gegeben hat, die erst dafür sorgten, dass die mörderischen Pläne zur Vernichtung von Millionen Menschen umgesetzt werden konnten. Eine Erinnerungspolitik müsste daher diesem 22. Juni 1941 eine zentrale Bedeutung beimessen. Doch die Realität rund um den 22. Juni 2026 sieht ganz anders aus.
Vom Sinn der deutschen Erinnerungspolitik
Es gibt weder Sondersitzungen im Bundestag, es gibt keine Ansprachen der letzten Überlebenden der SS-Mordpläne oder von deren Angehörigen. Auch in den Medien spielte der 85. Jahrestag des Beginns des Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion keine Rolle. Es gab im Deutschlandfunk zumindest an prominenter Stelle keine Sendung dazu. Dafür erinnerten einen Tag später gleich mehrere Beiträge an den 10ten Jahrestag der Abstimmung über den Brexit in Großbritannien. Da wird deutlich, wo die Prioritäten liegen.
Die Frage, warum der selbsternannte Gedenkweltmeister Deutschland so wenig Wert auf Erinnerungen an den 22. Juni 1941 legt, ist schnell beantwortet. Deutschland erinnert nur dann an die Oper der eigenen Verbrechen in der Vergangenheit, wenn es darauf Kapital schlagen kann für seine Politik in der Gegenwart und Zukunft. Sowjetische Opfer haben in der BRD nie gezählt und zählen schon gar nicht, wenn es heute gilt, wieder kriegsfähig gegen Russland zu werden.
Schwarzer Rauch über Moskau: Revanche für die Niederlage am 9. Mai 1945
So inspizierte Bundeskriegsminister Pistorius, der anders als sein Kollege in den USA noch unter der irreführenden Bezeichnung Verteidigungsminister am 22. Juni 2026 die erste größere Übung der Bundeswehr-Panzerbrigade im Osten Litauens, also auf ehemaligen sowjetischen Gebiet nahe an der Grenze zu Russland. 85 Jahre nach dem mörderischen Überfalls Deutschlands und anderer Hilfswilliger ist dieser Besuch eine Kampfansage. Deutschland rückt vor auf ehemaliges sowjetisches Gebiet und zeigt mit dem Datum, dass es auf historische Empfindsamkeiten keine Rücksicht mehr nehmen braucht.
Der deutsche Imperialismus wird von den Nachfolgeorganisationen jener Hilfswilligen gestützt, die bereits 1941 zu Unterstützern des deutschen Drangs nach Osten wurden. Es waren Nationalisten aus den baltischen Staaten ebenso wie aus der Ukraine, die sich zeitweise mit Hitlerdeutschland verbündeten, weil sie gemeinsame Gegner hatten, Juden, Russen und Kommunisten. Mit dem Vormarsch der Roten Armee flohen diese Kräfte ins Deutsche Reich. Im Kalten Krieg wurden aus den Naziverbündeten schnell Kämpfer gegen Bolschewismus.
Mit dem Zerfall der Sowjetunion kam die Stunde dieser prodeutschen Nationalisten. In den baltischen Ländern hatten sie bald die Mehrheit. In der Ukraine dauerte der interne Machtkampf bis 2014. Bis dahin hatten sich die prorussische, neutralistische und prodeutsche bzw. EU-Fraktion Machtkämpfe geliefert. Mit dem Maidan-Umsturz 2014 setzte sich letztere mit kräftiger Unterstützung von Deutschland und anderen EU-Staaten durch. Mit der Ausschaltung großer Teile ukrainischen Opposition wollten sie ihre Herrschaft stabilisieren. Hier wurden die Weichen gestellt für den Konflikt mit den russischen Nationalisten um Putin, der schließlich zum Einmarsch der russischen Armee und den aktuellen Krieg führte.
Diese Vorgeschichte ist notwendig, um den Konflikt zu verstehen, bedeutet allerdings keine Parteinahme auf einer Seite des Konflikts. Denn auf beiden Seiten stehen nationalistische Kräfte, die viel von der Ehre des jeweiligen Volks schwadronieren, das sie real im Krieg verheizen, wie die immensen Opfer im russisch-ukrainischen Stellungskrieg auf beiden Seiten zeigen.
Wie Deutschland seine Geschichte entsorgt
So sehr es sich verbietet, sich in dem Konflikt zweier nationalistischer Bewegungen auf eine Seite zu stellen, so wichtig ist es aber zu benennen, wie Deutschland den Konflikt nutzt, um seine Geschichte zu entsorgen. Gedenken an sowjetische Opfer des deutschen Vernichtungskriegs waren in der BRD schon immer ein Fall für den Verfassungsschutz wie die Initiative Blumen für Stuckenbrock, die sich um das Gedenken an die sowjetischen Kriegsgefangenen bemühte, die auf dem Platz in Ostwestfalen litten und starben.
Seit den 1980er Jahren gab es viele Geschichtsinitiativen von unten, die an vielen Orten auch den sowjetischen Opfern gedenken wollten. Sie wehrten sich dagegen, dass sie einfach alle unter dem Label „die Russen“ unsichtbar gemacht werden sollten. Sie erinnerten an den historischen Fakt, dass in der Roten Armee Menschen aus den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen kämpften, die in der Sowjetunion lebten. Eine wichtige Rolle nahmen dort die ukrainischen Soldaten ein, die auch eine wesentliche Rolle bei der Befreiung des Vernichtungslager Auschwitz spielten.
Spätestens nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine ging die Entsorgung der deutschen Verbrechensgeschichte mit Riesenschritten voran. Kaum jemand redet noch die über die multinational aufgestellte Rote Armee, jetzt waren es wieder die Russen und die waren schon lange das Feindbild. So ist es natürlich ein besonderer Triumph des deutschen Revanchismus, das Zeigen sowjetischer Symbole ausgerechnet rund um den 9. Mai zu verbieten
Neuer deutscher Geschichtsrevisionismus
Wozu die Reste der deutschen Wehrmacht auch mit Hilfe des Wehrwolfs und der Hitlerjugend nicht mehr in der Lage war, erledigten jetzt deutsche Gerichte. Sowjetische Symbole sind am Tag der Befreiung nicht erlaubt. Das ist eines von vielen Beispielen für den neuen deutschen Geschichtsrevisionismus. Wenn dann der ehemalige Neonazi und heutige Berater im ukrainischen Verteidigungsministerium Serhi Sternenko am 9. Mai 2026 auf seinem Telegram-Kanal kundtat, dass „Russen kein Recht auf Leben haben, sie Leiden und Tod verdient haben“, zeigt sich, dass hier Kräfte am Werk sind, die Rache nehmen wollen für die Niederlage vom 9. Mai 1945. Dieser Prozess hat sich in den letzten Jahren so massiv beschleunigt, wie es auch die größten Pessimisten nach 1989 nicht für möglich gehalten wurde.
Dass in der Ukraine die NS-Verbündeten von einst wieder geehrt werden, die auch viele polnische Menschen ermordeten, führte zum Eklat zwischen dem polnischen und dem ukrainischen Präsidenten. In Deutschland aber wird jede Kritik daran in die Nähe von Landesverrat für Putin gerückt. Denn längst ist das offizielle Credo ausgegeben: Deutschland wird in der Ukraine verteidigt. Jeder Treffer von ukrainischen Drohnen auf russischem Gebiet wird in den meisten deutschen Medien gefeiert. Da geht es nicht nur um den militärischen Widerstand eines überfallenen Landes. In Deutschland zumal ist es auch ein Stück Revanche der Nachgeborenen im Spiel, die der Roten Armee, die in Westdeutschland immer nur die Russen genannt wurde, nie verziehen haben, dass sie am 9. Mai 1945 das NS-Regime zur bedingungslosen Kapitulation zwangen.
Was in der Ukraine an rechtem Nationalismus bis hin zum Faschismus längst wieder etabliert ist, kann als Pilotprojekt für andere europäische Länder dienen. Auch Linksliberale, die in Deutschland so leidenschaftlich die Brandmauer gegen die AfD verteidigen, schweigen zu der Kooperation mit dem ukrainischen Ultrarechten oder verteidigen sie sogar offensiv. Dabei wäre eine Entnazifizierung in der Ukraine angebracht. Aber nicht im Sinne Putins und mit Waffen, sondern von einer Zivilgesellschaft, die beispielsweise das Gedenken an berüchtigte Antisemiten und Naziverbündete verhindern will. Es stellt sich schon die Frage, warum selbst manche erklärte Linken nicht den Mut haben, die faschistischen Tendenzen in der Ukraine genau so klar zu benennen und zurückzuweisen wie bei allen anderen Staaten.
„Russland ist nicht unser Feind“
Es gab kleine Initiativen, die am 85. Jahrestag des Beginns des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion erinnerten. Dazu gehörte eine Gedenkveranstaltung der Linksfraktion im Bundestag zum 85. Jahrestag oder am 20. Juni 2026 eine Kundgebung unter dem Motto „Russland ist nicht unser Feind“. Dort wurden, oft polemisch zugespitzt, einige Fakten benannt, die hierzulande reichen, um jemand als Putin-Freund abzustempeln.
Doch auf der Kundgebung wurde eine deutsch-russische Freundschaft beschworen, bei der ebenfalls die Geschichte geklittert wird. Auf einem Transparent stand die Parole „Wir vergessen nie – Russland ist unser Freund“ unter einem Foto, das sowjetische Soldaten mit der berühmten Gulaschkanone zeigte, aus der nach der Zerschlagung des NS 1945 die Berliner Bevölkerung verköstigt wird. Hier wird die Rote Armee mit den Russen gleichgesetzt und damit unterschlagen, dass dort ganz unterschiedliche Bevölkerungsgruppen kämpften, die auf dem Boden der Sowjetunion lebten. Auf dem Foto als Grundlage für das Transparent könnten ukrainische Soldaten ebenso zu sehen sein wie aus vielen anderen Regionen. Viele Jahrzehnte versuchten progressive Initiativen, die Erzählung von den Russen, die 1945 Berlin eroberten, mit historischen Fakten zu widerlegen. Da ist es fatal, wenn jetzt auch manche, die sich der gesellschaftlichen Linken zurechnen, diesen Mythos bedienen.
Dagegen gilt es deutlich zu machen, dass das nationalistische Regime unter Putin nicht mit der Sowjetunion gleichzusetzen ist und auch nicht mit der Roten Armee, die Hitler-Deutschland besiegte. Solche historische Mythologisierung erschwert Bündnisse mit emanzipatorischen Kräften in allen osteuropäischen Ländern und im Exil, die sich gegen Nationalismus, Antisemitismus und Militarismus auf allen Seiten engagieren. Die Initiative Post-sowjetische Linke, in der sich in Deutschland lebende Migranten aus verschiedenen osteuropäischen Ländern organisieren, ist dafür ein gutes Beispiel.
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Der Artikel trifft einen Punkt, der in der deutschen Erinnerungskultur gern unter den Teppich gekehrt wird. Meine eigenen Erfahrungen aus der Schulzeit in Westdeutschland waren jedenfalls genau so: Der Holocaust wurde behandelt — völlig zurecht und selbstverständlich. Aber der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion? Die systematisch ermordeten, verhungerten, erschossenen und verschleppten Sowjetbürger? Das lief eher unter „ferner liefen“.
Man lernte Jahreszahlen, Schlachten, Hitler, Stalingrad, Holocaust. Aber dass der Krieg im Osten nicht einfach nur ein militärischer Feldzug war, sondern ein rassistisch motivierter Vernichtungskrieg gegen ganze Bevölkerungen, wurde kaum mit der nötigen Klarheit vermittelt. Dass bei der Blockade von Leningrad unzählige Sowjetbürger gezielt dem Hunger überlassen wurden, habe ich in dieser Deutlichkeit erst vor wenigen Monaten gelernt. Das ist schon bemerkenswert für ein Land, das sich gern als Weltmeister der Vergangenheitsbewältigung inszeniert.
Und bevor jetzt wieder jemand reflexartig „Relativierung!“ ruft: Nein. Das Gedenken an die sechs Millionen ermordeten Juden wird nicht kleiner, wenn man auch an die rund 20 Millionen getöteten Sowjetbürger erinnert. Erinnerung ist kein Kuchen, bei dem für die einen weniger übrig bleibt, wenn man auch der anderen gedenkt. Wer so denkt, hat Erinnerungskultur nicht verstanden, sondern betreibt moralische Buchhaltung.
Gerade Deutschland müsste es besser wissen. Der Holocaust war ein singuläres Menschheitsverbrechen. Und zugleich war der Krieg gegen die Sowjetunion ein deutscher Vernichtungsfeldzug mit Millionen zivilen Opfern. Beides auszusprechen ist keine Relativierung, sondern historische Mindesthygiene.
Was mich stört, ist diese selektive Schärfe: Bei bestimmten Verbrechen ist Deutschland zu Recht sehr genau. Bei anderen wird es plötzlich neblig, allgemein, abstrakt. Dann heißt es „Krieg“, „Opfer“, „Leid“ — aber selten klar genug: deutsche Täter, sowjetische Opfer, rassistische Vernichtungspolitik.
Wenn „Nie wieder“ mehr sein soll als eine Sonntagsrede, dann darf Erinnerung nicht nach aktueller politischer Wetterlage sortiert werden. Die Opfer deutscher Verbrechen im Osten haben kein nachrangiges Gedenken verdient. Sie wurden nicht weniger ermordet, nicht weniger entrechtet, nicht weniger entmenschlicht.
Eine ehrliche Erinnerungskultur müsste genau das aushalten: den Holocaust in seiner Einzigartigkeit benennen — und gleichzeitig die Millionen ermordeten Sowjetbürger nicht länger als historische Randnotiz behandeln. Alles andere ist kein Gedenken, sondern eine sehr bequeme Auswahl dessen, woran man sich erinnern möchte.
Man sollte nicht vergessen, daß auch die Sowjets keinen Wert auf die Darstellung der Kriegsgreuel legten. Das hätte den Mythos des heldenhaften Kampfes beschädigt. Stalin hat von den Kriegsfotografen später die Fotos eingesammelt. Propaganda auch die Verlagerung ganzer Industrien hinter den Ural. Die Deutschen haben in den Industriebetrieben weiter produziert und gut verdient. Das wollten später weder die Russen noch die Deutschen wahrhaben. Die Wochenschauen zeigen immer nur Panzer in altertümlichen Dörfern mit Babuschkas mit Kopftuch. Aber die europäische SU war hochindustralisiert. Das sieht man nicht in den Filmen und die Russkis legten keinen Wert auf eine andere Darstellung. Die Amis haben denen den A….gerettet.
TsTsTsTsTsTsTsTsTsTsTsTs
Dass so etwas durch die Kontrolle rutschen konnte, gibt mehr als zu denken!
Mit Verlaub, sie verbreiten Bullshit. Stalin ist seit 1953 Tod. Der Wiederaufbau des vollständig zerstörten Westteils der UdSSR dauerte bis in die 1960 er Jahre. Verzögert auch durch die forcierte Entwicklung von Kernwaffen und Raketentechnik, die der UdSSR zusätzliche Ressourcen kostete…Und natürlich konnten nicht alle Industriebetriebe in den Osten evakuiert werden. Es mangelte an Zeit, Transportmitteln, an Allem.
Natürlich waren viele Kriegserinnerungen und offizielle Berichte politisch geprägt. Es gab aber auch andere Literatur. Im Übrigen hat ja die Propaganda der BRD über die „saubere, ritterliche“ Wehrmacht bis heute seine Wirkung. Erinnert sei nur an die Wehrmachtausstellung in den 1990er Jahren. Was war das für ein Shitsturm…
Ihnen empfehle ich Elem Klimow „Komm und sieh“ , in der UdSSR 1983 bis 1985 gedreht Dieser Film beruht auf den Berichten von Überlebenden, die seit den 1960ern in der UdSSR erschienen: https://de.wikipedia.org/wiki/Chatyn
Mit Verlaub, sie verbreiten Bullshit. Stalin ist seit 1953 Tod. Der Wiederaufbau des vollständig zerstörten Westteils der UdSSR dauerte bis in die 1960 er Jahre. Verzögert auch durch die forcierte Entwicklung von Kernwaffen und Raketentechnik, die der UdSSR zusätzliche Ressourcen kostete…Und natürlich konnten nicht alle Industriebetriebe in den Osten evakuiert werden. Es mangelte an Zeit, Transportmitteln, an Allem.
Natürlich waren viele Kriegserinnerungen und offizielle Berichte politisch geprägt. Es gab aber auch andere Literatur. Im Übrigen hat ja die Propaganda der BRD über die „saubere, ritterliche“ Wehrmacht bis heute seine Wirkung. Erinnert sei nur an die Wehrmachtausstellung in den 1990er Jahren. Was war das für ein Shitsturm…
Ihnen empfehle ich Elem Klimow „Komm und sieh“ , in der UdSSR 1983 bis 1985 gedreht Dieser Film beruht auf den Berichten von Überlebenden, die seit den 1960ern in der UdSSR erschienen: https://de.wikipedia.org/wiki/Chatyn
So multinational die Rote Armee aufgestellt gewesen sein mag, Rechtsnachfolger der Sowjetunion ist ja trotzdem genau Russland.
Insofern ist es vielleicht nicht von zentraler Bedeutung, in jedem Zusammenhang die Andersnationalenden ausdrücklich sichtbar zu machen.
Schon seltsam dieser Nowak.
Pöser, pöser Putin, gute Sowjetunion:
„Auf einem Transparent stand die Parole „Wir vergessen nie – Russland ist unser Freund“ unter einem Foto, das sowjetische Soldaten mit der berühmten Gulaschkanone zeigte.“
Es darf, laut Nowak, auf gar keinen Fall ein Russe sein. Das wäre Geschichtsklitterung sagt er.
„Dagegen gilt es deutlich zu machen, dass das nationalistische Regime unter Putin nicht mit der Sowjetunion gleichzusetzen ist und auch nicht mit der Roten Armee, die Hitler-Deutschland besiegte. “
Woher nimmt der Autor diese Erkenntnis vom ’nationalistischen Regime unter Putin‘?
Erzählen ihm das seine zum Schluß aufgeführten Freunde? Sind das vielleicht Nawalnys Nachfolger und von westlichen „NGO“ gesponsert?
Zum ’nationalistischen Regime‘ müsste ja ein russischer Nationalismus gehören. Wo kann er den ausmachen?
Bestenfalls im Kaffeesatz von Spiegel & Co.