Der Kampf um die Ukraine

Krieg ist zur Menschenjagd mit Drohnen geworden. Bild: DefenseU

Gestern und heute. 

Wer verklärt, verdummt.

1. Realitätsverklärung

    Aus der Ukraine nach einer Teilnahme am „Kiewer Sicherheitsforum“ (Kyiv Security Forum) nach Hause zurückgekehrt, erstattete David Ignatius (Kolumnist der Washington Post) am 28. April 2026 einen Reisebericht. Unter der Überschrift „Ukraine took Russia’s best punch. It wants to teach Europe what it learned“ (Die Ukraine steckte Russlands härtesten Schlag ein. Jetzt will sie Europa lehren, was sie gelernt hat) berichtet Ignatius euphorisch über seine Eindrücke und Erlebnisse.

„So seltsam es klingen mag, es ist in diesen Tagen ermutigend, die Ukraine zu besuchen. Hier siegen die Guten … Und sie überleben dank eines standhaften Europas und nicht dank der sich zurückziehenden Vereinigten Staaten“, schreibt der den US-Demokraten nahestehende Berichterstatter in The Washinton Post.

„Wir sollten Ehrfurcht, Bewunderung und Dankbarkeit für das empfinden, was die Ukraine leistet“, zitiert Ignatius die Äußerung eines der Teilnehmer des Kiewer Sicherheitsforums, Admiral Sir Tony Radakin (ehem. Chief of the Defence Staff der Streitkräfte des Vereinigten Königreichs).

„Hier war die Wut auf Präsident Donald Trump spürbar“, der nach Meinung der Europäer der Nato in dem Moment den Rücken kehre, in dem Europa die US-Hilfe am dringendsten benötige. Und ein prominenter französischer Verteidigungsexperte, Nicolas Tenzer, verleitete sich gar zu der Äußerung, dass „die USA kein Verbündeter mehr sind“ (The United States is not an ally anymore). Das sei zwar eine extreme Ansicht, sie spiegele aber die weitverbreitete Bestürzung darüber wider, dass Trump das Vertrauen gebrochen habe, das das transatlantische Bündnis getragen habe, erklärt Ignatius.

Diese wenigen zitierten Sätze des Berichts sind aufschlussreich, zeigen sie doch nicht nur ein kaum mehr zu verbergendes Zerwürfnis zwischen Trumps Amerika und seinen europäischen Nato-Verbündeten, sondern auch eine emotionale, geradezu zwanghaft anmutende Verbundenheit des politischen und militärischen EU-Führungspersonals mit der Ukraine.

Diese Obsession irritiert, auch wenn sie nicht überrascht. Wie kommt man dazu, Trump beinahe einen Verrat am Nato im Ukrainekonflikt vorzuwerfen, wo doch die Ukraine nicht einmal ein Nato-Mitglied ist? Seit Menschengedenken war die Ukraine nie Teil des sog. „Westens“ bzw. der transatlantischen „Wertegemeinschaft“ und ist seit 1000 Jahren ein integrierter Bestandteil des ostslawischen Raumes.

Hätte jemand zurzeit des „Kalten Krieges“ gesagt: die Ukraine sei ein untrennbarer Teil Europas und/oder Europas Sicherheit entscheide sich in der Ukraine, hätte man ihn für verrückt erklärt. Seit Jahrhunderten lebten Russen und Ukrainer bis zum Staatsstreich 2014 friedlich miteinander.

Der westliche Versuch, einen Keil zwischen den beiden ostslawischen Völker zu treiben, war bis dahin immer zum Scheitern verurteilt. Der Kampf um die Ukraine hat freilich eine lange Geschichte. Man denkt nur an die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Bereits kurz nach dem Abrücken der deutschen Wehrmacht und dem Kriegsende fand unter der tatkräftigen Unterstützung der 1947 gegründeten CIA in den westlichen Provinzen der Ukraine bis in die 1950er-Jahre hinein ein blutig geführter Kampf zwischen den ukrainischen Nationalisten und den Überresten zahlreicher Nazi-Kollaborateure einerseits und der Sowjetmacht andererseits statt.

Bis heute verklärt man dieses singuläre Ereignis als einen ethnischen Konflikt zwischen Russen und Ukrainern, wie es Frank Costigliola zuletzt in seiner Studie „Kennan’s Warning on Ukraine“ 2023 für Foreign Affairs getan hat.

Entgegen Costigliolas Beteuerungen1 gab es in der Ukraine erstens keine „russische Herrschaft“, sondern die Sowjetmacht, an der die Ukrainer und Russen gleichermaßen beteiligt waren. Zweitens gab es die Ukraine als eine ethnisch homogene politische Einheit zu keiner Zeit ihrer Geschichte. Und selbst nach der Gründung der Ukraine als eines völkerrechtlich anerkannten souveränen Staates im Jahr 1991 ist sie ein Vielvölkerstaat geblieben.

Erst seit dem Staatsstreich 2014 ist eine zunehmende Tendenz zur Herausbildung einer ethnisch homogenen Monokultur bei gleichzeitiger Verdrängung anderer kulturellen Identitäten festzustellen. Und drittens kann man eine scharfe Trennung zwischen Russen und Ukrainern nicht ohne weiteres ziehen. Die beiden Ethnien sind Ostslawen und orthodoxe Christen, haben eine jahrhundertelange gemeinsame Geschichte und eine gemeinsame kulturelle, sozioökonomische und verfassungspolitische Tradition.

Folgt man George F. Kennans Auffassung, so sind Russen und Ukrainer aus seiner Sicht „siamesische Zwillinge“2. Verwunderlich ist darum nicht, dass die EU-Europäer, wie Ignatius berichtet, „Wut“ auf Trump haben, weil er bei der Unterstützung der Ukraine der Nato in den Rücken fällt. Verwunderlich ist vielmehr die Auffassung der EU-Machteliten, dass sich Europas Sicherheit in der Ukraine entscheide.

Das ist, gelinde gesagt, eine Volksverdummung! Hinter diesem Slogan verbirgt sich nichts anderes als ein jahrhundertealtes Herrschaftsprinzip: „Divide et impera“, das Gegner spaltet bzw. gegeneinander in Stellung bringt, um sie leichter beherrschen zu können.

Im Ukrainekrieg werden die „siamesischen Zwillinge“ – die Ostslawen, die sich „Ukrainer“ nennen, und die Ostslawen, die sich „Russen“ nennen, gegeneinander ausgespielt. Dem „Westen“ ist es 2014 mittels eines Staatsstreichs gelungen, zwei Marionettenregierungen von Poroschenko und Selenskij mit dem Ziel zu installieren, ein Anti-Russlandprojekt auf die Beine zu stellen und es gegen Moskau in Stellung zu bringen.

In diesem historischen Moment hat Russland zweifelsohne versagt. Bereits 2018 habe ich darauf hingewiesen, dass der Staatsstreich eine „bittere geostrategische Niederlage Russlands“ war. Und „keiner weiß heute, welches ‚geopolitische Risiko‘ sich noch dahinter verbirgt“3.

Heute wissen wir es! Der Kriegsausbruch in der Ukraine 2022 hat gezeigt, dass das Anti-Russlandprojekt für den „Westen“ ein voller Erfolg war. Davon träumte man im Deutschen Kaiserreich und in der Habsburgermonarchie bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die „ukrainische“ Bevölkerung (vor allem in Ostgalizien) war zu jener Zeit ein Zankapfel zwischen Russland und Europa, weil in ihr schon immer ethnisch gefärbte Narrative, nationale Identitäten und Bewegungen unterschiedlicher Art vorherrschten, die sich oft feindselig gegenüberstanden.

„Bis zum Ersten Weltkrieg konkurrierten eine ukrainophile, eine russophile, eine polonophile und eine auf das Habsburgerreich begrenzte ruthenische Richtung um dieselbe Bevölkerung.“4 Diese kulturelle Identitätsvielfalt führte zu ethnischen und sozialen Ab- und Ausgrenzungen, die sich letztlich mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Hass entluden.

Es ging so weit, dass die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie zu Beginn des Ersten Weltkriegs zwei Konzentrationslager (Thalerhof in der Nähe von Graz)5 und Terezín (Theresienstadt in Nordböhmen) zur Internierung ruthenischer Bevölkerung (galizische Ruthenen, Bukowiner, Lemken) errichtete, die im Verdacht standen, mit dem Russischen Reich zu sympathisieren.

Diese Lager zählen zu den ersten Konzentrationslagern im Europa des 20. Jahrhunderts, die für Zivilisten aufgrund ihrer ethnischen und politischen Zugehörigkeit errichtet wurden und in denen die österreichisch-ungarischen Behörden während des Ersten Weltkriegs Gräueltaten gegen die orthodoxe Bevölkerung Galiziens, der Bukowina und der Karpatenukraine verübten.

Vor diesem Hintergrund muss man auch eine inmitten des Ersten Weltkrieges 1917 erschienene Schrift „Die russische Gefahr im deutschen Hause“ verstehen, die von einem Baltendeutschen, Prof. Johannes Haller (1865-1947) von der Universität Tübingen, stammt6.

In seiner Auseinandersetzung mit dem 1913 erschienenen Werk „Russland – Eine Einführung auf Grund seiner Geschichte von 1904-1913“ vom Osteuropahistoriker Otto Hoetzsch empört sich Haller darüber, dass Hoetzsch die Ukrainer „Kleinrussen“ nennt und meint anschließend: Dies sei ja „keine philologische Kleinigkeit“, sondern ein Politikum. „Bekanntlich behaupten die Russen, die Ukrainer seien nur eine Spielart des russischen Volkes und ihre Sprache nur eine russische Mundart; während die Führer der Ukrainer von jeher den Anspruch erhoben, ihr Volk als eigene Nation, ihre Sprache als selbständige Kultur- und Nationalsprache anerkannt zu sehen. Die Antworten der philologischen Fachleute auf diese Streitfrage lauten verschieden“ (S. 13 f.).

Dazu muss man wissen, dass die Bezeichnung der „Ukrainer“ als „Kleinrussen“ zu jener Zeit eine gängige Bezeichnung war. Denn der Begriff „Ukraine“ ist zweideutig. Er kann sowohl als geografische Bezeichnung als auch ethnisch (zumindest aus heutiger Sicht) verstanden und begriffen werden.

Das Wort „Ukraine“ stammt vom russischen Wort „окраина“ (okraina, deutsch: Randgebiet) und meint ein Gebiet, das sich am Rande des Russischen Reiches befindet. Damit wurde ein bestimmter Bevölkerungsteil geographisch und nicht ethnisch verortet.

Mit seiner Kritik versucht Haller genau umgekehrt eine geographische Bezeichnung ethnisch zu kategorisieren, indem er natürlich das politische Ziel verfolgt, die am Randgebiet des Russischen Reiches lebende Bevölkerung als eine von Russen unterschiedliche Ethnie zu qualifizieren und als eine von Russen kulturell und politisch unabhängige Entität zu betrachten.

Dieser politisch motivierten und der Kriegspropaganda geschuldeten Distinktion folgend, kritisiert er Hoetzschs Bezeichnung der Ukraine als „Kleinrussen“ und meint anschließend ziemlich durchschaubar: „Es kommt aber hier gar nicht auf den Entscheid philologischer Autoritäten, überhaupt nicht auf die Philologie an … Politische Fragen werden nicht nach der Grammatik entschieden, sondern durch den Willen und die Tat“ (S. 14).

Politische Fragen werden in der Tat „nicht nach der Grammatik“, sondern nach dem Willen zur Macht, aber auch nach der Geographie entschieden. Denn „Geographie ist Schicksal“, dem wir uns auch politisch nicht entziehen können7.

Wie dem auch sei, man muss Haller seine Weitsicht lassen, als er anschließend geradezu prophetisch anmerkt: „Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Gefahr unmittelbarer Losreißung in der Ukraine weniger groß ist als anderswo. Aber trotzdem ist im Hinblick auf die Zukunft die ukrainische Frage schon jetzt das große Zentralproblem der russischen Geschichte und wird es künftig erst recht sein“ (S. 15).

Der Kampf um die Ukraine fing nicht – wie man sieht – erst mit der sog. „Ukraine-Krise“ 2014 an. Er ist bereits weit mehr als 100 Jahre alt. Vor diesem Hintergrund ist die von Ignatius berichtete „Wut auf Präsident Donald Trump“ seitens der Europäer zwar theatral, aber historisch nachvollziehbar.

2.  Die aktuelle militärische Lage

Nun berichtet Ignatius über einen unbändigen Optimismus, der auf dem „Kyiv Security Forum“ vorherrschte. „Die tiefen Sorgen, die ich bei früheren Besuchen während des Krieges hier vernommen habe, haben sich gelegt“, referiert er seine Eindrücke und zitiert dabei Kyrylo Budanow (ehem. Chef des Militärgeheimdienstes und zurzeit Leiter des Präsidialamtes), der in Russland als „Terrorist“ gilt und zur Fahndung ausgeschrieben wurde: „Wir verlieren definitiv nicht.“

Mit Genugtuung berichtet Ignatius sodann darüber, dass selbst „die anwesenden europäischen Verteidigungsminister die Einschätzung zu teilen scheinen, dass, wie einer es formulierte, ‚die Ukrainer Russland trotz ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit überholt haben’“, wobei unklar bleibt, was darunter zu verstehen ist.

Worauf sich dieser Optimismus gründet, wird nicht berichtet. Die Realität an der Front gibt freilich wenig Hoffnung für den ukrainischen Optimismus. Vieles spricht eher für eine ukrainische Kriegspropaganda, die dazu dienen sollte, westliche Geldgeber und Waffenlieferanten anzulocken und darin zu überzeugen, dass es sich lohnt, die Ukraine weiterhin finanziell und militärisch zu unterstützen, da sie immer noch erfolgreich dabei sei, Europa gegen eine vermeintliche russische Bedrohung zu verteidigen. Die vier Kriegsjahre scheinen auf den ersten Blick diese ukrainische Deutung des aktuellen Kriegsgeschehens zu bestätigen.

Selbst der Anführer des Kiewer Regimes bestätigt diese Vermutung. „Die Ukraine ist wie noch nie seit den vergangenen neun bis zehn Monaten auf dem Schlachtfeld bestens positioniert … Wir gewinnen“, bluffte Selenskij am 29. April 2026 in einem Interview. Doch der Schein trügt!

Solche und ähnliche Sprüche werden dessen ungeachtet von der europäischen Kriegspartei dankbar aufgegriffen und propagandistisch ausgeschlachtet. So beteuerte der deutsche Außenminister, Johann Wadephul, in einem ntv-Interview am 30. April 2026: Die Ukraine wehre sich erfolgreich gegen die russische „Aggression“, wohingegen Russland schwere Verluste erleide. Wörtlich sprach Wadephul von Verlusten in Höhe von „1000 Soldaten pro Tag“.

Dass sich der deutsche Spitzenpolitiker kritiklos die ukrainische Kriegspropaganda zu eigen macht, spricht für sich. Schlimm ist nur, dass Wadephul nicht nur daran glaubt, sondern die Bundesregierung danach auch ihre forsche, furchtlose und selbstüberschätzende Russlandpolitik richtet, ohne sich über die Folgen ihres Über- und Hochmuts bewusst zu sein.

Zum wiederholten Mal zeigt sich eine Fehlbesetzung an der Spitze des Außenministeriums. Mit Annalena Baerbock glaubte man bereits den Tiefpunkt der deutschen Außenpolitik erreicht zu haben. So kann man sich irren. Im Gegensatz zum stets stumpfsinnig, farb- und ideenlos auftretenden Wadephul sah die grüne Außenministerin mit ihrer sog. „feministischen Außenpolitik“ wenigstens jung, unbekümmert, amüsant und zu alledem entwaffnend naiv aus. Immerhin!

Aber zurück zu der von Wadephul erwähnten Zahl: Allein an einem Beispiel zeigt sich, wie abwegig Wadephuls Behauptung ist: Wie Putins außenpolitischer Berater, Jurij Uschakow, am 29. April 2026 berichtete, fand bis jetzt zwischen der Ukraine und Russland ein Leichenaustausch im Verhältnis von 20.000 zu 500 bzw. 1 zu 40 statt. Allein daran zeigt sich, dass Wadephul entweder falsch informiert wird oder die deutsche Öffentlichkeit wider besseres Wissen in die Irre führt.

Mehr noch: Wie der russische Generalstabschef, Valery Gerasimov, am 21.  April 2026 erklärte, haben die russischen Streitkräfte im Jahr 2026 ca. 1.700 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums erobert und die ukrainischen Truppen in Donbas weiter zurückgedrängt. Russen rücken in Richtung Slavjansk, Kramatorsk und Konstantinowka vor.

„Seit Beginn dieses Jahres sind mehr als 80 Siedlungen und über 1.700 Quadratkilometer Gebiet unter unsere Kontrolle gekommen“, berichtete Gerasimow. Russland kontrolliert nach Moskaus Angaben etwa 90 % des Donbass, rund 75 % der Regionen Saporischschja und Cherson sowie Teile der Regionen Charkow, Sumy, Mykolajiw und Dnipropetrowsk.

Gerasimow wies zudem auf die vollständige Befreiung der Volksrepublik Luhansk hin. Russische Einheiten setzen derzeit ihre Offensive in Richtung Slowjansk und Kramatorsk fort; die vordersten Einheiten befinden sich nur noch 13 Kilometer von den Stadträndern dieser Festungsstädte entfernt.

„Unsere Armee rückt auf Slowjansk vor. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem wir sowohl Slowjansk als auch Kramatorsk befreien werden – das gesamte Gebiet gehört zum Donezker Territorium. Dank Ihres mutigen und entschlossenen Handelns leisten Sie einen bedeutenden Beitrag zur Befreiung des Donbass“, erklärte Gerassimow.

Die Streitkräftegruppe „Süd“ führt Offensivoperationen im stark befestigten Gebiet Slawjansk-Kramatorsk-Konstantinowka durch. Im März wurden laut Gerasimow sechs Siedlungen in diesem Gebiet zurückerobert und Dibrowo wurde im April befreit.

In Konstantinowka besiegen Angriffsverbände ukrainische Formationen und rücken tiefer in Wohngebiete im Nordosten und Südwesten der Stadt vor. Auch in den Vororten Konstantinowka, Nowodmitrowka und Iljinowka dauern die Kämpfe an.

An der Nordflanke rücken Einheiten der 3. Armee aktiv auf breiter Front nach Westen vor. In Kriwaja Luka finden derzeit heftige Straßenkämpfe statt.

Die Streitkräftegruppe „Nord“ rückt gleichzeitig an mehreren Fronten vor und errichtet weiterhin eine Sicherheitszone in den Regionen Sumy und Charkow. Im März wurden 15 Siedlungen eingenommen, und im April wurden Wowtschanskije Chutora und Sibino befreit.

Die Streitkräftegruppe „West“ rückt auf breiter Front vor. Acht Siedlungen wurden im März befreit.

Die heftigsten Kämpfe finden in Richtung Krasnolimansk statt, wo Angriffsverbände weiterhin die gleichnamige Stadt befreien. Etwa 70 Prozent des Stadtgebiets ist unter Kontrolle.

Gerasimov berichtete außerdem, dass die russischen Streitkräfte die ukrainischen Truppen am Ostufer des Flusses Oskol südlich von Kupjansk-Uslowaja ausgeschaltet haben. Derzeit finden Straßenkämpfe zur Zerschlagung ukrainischer Formationen in Borowaja, Swjatogorsk, Studenka und Stari Karawan statt.

Im Verantwortungsbereich der Streitkräftegruppe „Zentrum“ haben Einheiten und Militärverbände ihre Kontrollzone erweitert und rücken in Richtung Dobropillia vor. Grishino und Pavlovka wurden eingenommen, und die Säuberung des Dorfes Nowy Donbas von feindlichen Kräften wird abgeschlossen. Die Kämpfe um Belitskoje dauern an.

Die Streitkräftegruppe „Ost“ rückt im Osten der Region Saporischschja nach Westen vor. Einheiten des ukrainischen Militärs versuchten zwar im Februar und März, die Offensive zu stoppen, indem sie über 170 erfolglose Gegenangriffe durchführten. Sie erlitten aber dabei erhebliche Verluste von über 3.000 Soldaten und 160 Fahrzeugen, ohne ihre Ziele erreicht zu haben, berichtet Gerasimow.

Um das Scheitern zu vertuschen, führt das ukrainische Oberkommando eine Informationskampagne durch und behauptet, 480 Quadratkilometer Territorium zurückerobert zu haben. Tatsächlich wehrten russische Einheiten erfolgreich Gegenangriffe der Kiewer Streitkräfte bei Velyka Mychailiwka und Pokrowskoje ab und sämtliche Gebiete blieben in russischer Hand. Darüber hinaus bauten die russischen Streitkräfte ihre Sicherheits- und Kontrollzone weiter aus.

Alles in allem sieht es für die Ukraine entgegen Selenskijs Beteuerungen düster und nicht „bestens“ aus. Selenskyj ist ein Blender, Schwindler und Täuscher, dem man nicht über den Weg trauen kann. Die Trump-Administration hat das im Gegensatz zu der EU-Kriegspartei längst verstanden.

Dass Europa diesen sinn- und aussichtslosen Kampf gegen Russland weiter tatkräftig unterstützen will, ist dem Umstand zu verdanken, dass die Ewiggestrigen im Ost- und Westeuropa ideologisch und mental immer noch im 20. Jahrhundert steckengeblieben sind und ihren eigenen „Kalten Krieg“ fortführen und von Revanche träumen.

Diesen Revanchisten sei gesagt: Sie sind nicht nur auf dem Holzweg, sondern spielen auch ein gefährliches Spiel, das ihr letztes sein kann. Sie wollen immer noch nicht wahrhaben, dass das Russland des 21. Jahrhunderts keine Sowjetunion des 20. Jahrhunderts ist.

Sie merken nicht, dass sie nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind. Und solange sie nicht auf dem Müllhaufen der Geschichte landen, wird es keinen Frieden in Europa geben.

 

Anmerkungen

 

  1. Näheres dazu Silnizki, M., George F. Kennan und die US-Russlandpolitik der 1990er-Jahre. Stellungnahme zu Costigliolas „Kennan’s Warning on Ukraine“. 7. Februar 2023, www.ontopraxiologie.de.
  2. Siehe Silnizki (wie Anm. 1).
  3. Silnizki, M., Außenpolitisches Denken in Russland. Im Strudel von Geopolitik und Identitätsdiskurs. Berlin 2018, 98.
  4. Mick, Christoph, Die „Ukrainermacher“ und ihre Konkurrenten. Strategien der nationalen Vereinnahmung des Landes in Ostgalizien, in: Comparativ 15 (2005), H. 2, 60-76 (60 f.).
  5. Georg Hoffmann, Nicole-Melanie Goll, Philipp Lesiak: Thalerhof 1914–1936. Die Geschichte eines vergessenen Lagers und seiner Opfer. In der Reihe: Mitteleuropäische Studien. Schriftenreihe der Fakultät für Mitteleuropäische Studien der Andrássy Gyula Deutschsprachigen Universität Budapest.
  6. Haller, J., Die russische Gefahr im deutschen Hause, in: Rohrbach, P. (Hrsg.), Die russische Gefahr. Beiträge und Urkunden zur Zeitgeschichte. Stuttgart 1917.
  7. Silnizki, M., Geographie als Schicksal. Gefangen zwischen Weltunordnung und Postunipolarität. 21. April 2026, www.ontopraxiologie.de.
Michael Silnizki

Michael Silnizki (20. Juni 1957) immigrierter 1976 nach Israel aus der Sowjetunion, wo ich 6 Jahre verbrachte. Im Januar 1982 wanderte ich nach Deutschland ein. An der Uni. zu Köln absolvierte ich geisteswissenschaftliche Studien (Philosophie, gr. Philologie, kath. Theologie). 1987 und in den 1990er-Jahren arbeitete für Forschungsinstitute: BIOst (Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien) und Max-Planck-Institut f. Europäische Rechtsgeschichte. Ab Anfang des Jahrhunderts bin ich sozusagen ein Privatgelehrter und habe mehrere Bücher und zuletzt ca. 250 Studien geschrieben, die auf meiner Webseite: www.ontopraxiologie.de zu finden sind.
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27 Kommentare

  1. „Hätte jemand zurzeit des „Kalten Krieges“ gesagt: die Ukraine sei ein untrennbarer Teil Europas und/oder Europas Sicherheit entscheide sich in der Ukraine, hätte man ihn für verrückt erklärt. Seit Jahrhunderten lebten Russen und Ukrainer bis zum Staatsstreich 2014 friedlich miteinander.

    Der westliche Versuch, einen Keil zwischen den beiden ostslawischen Völker zu treiben, war bis dahin immer zum Scheitern verurteilt. „

    Hm… Da steht viel Richtiges, aber dieser Denkansatz ist begrifflich grundfalsch.

    1. die Ukraine ist und war immer schon ein untrennbarer Teil Europas!

    Und zwar, weil Europa ein Kontinent ist. Und kein Staatenbund. Auch Russland gehört zu Europa. So wie die USA zu Amerika gehören, aber eben nicht „America“ sind!

    2. Russen und Ukrainer sind nicht „zwei ostslawische Völker“ sondern im Grunde EIN slawisches Volk! Die Kiewer Rus ist die Wiege aller Russen. Begrifflich geteilt in Großrussen (ethnische Russen in Russland), Kleinrussen (dazu gehören die Ukrainer) und Weißrussen. Aber eben vom Stamm her ein Volk. Da einen Keil hineinzutreiben, ist ein wahres Verbrechen.

    1. Was die Ukrainer betrifft stimmt das nicht. Die heute Ukraine ist ja ziemlich jung und wurde faktisch als Sowjetrepublik, aus verscheidenen Teilen gegründet. Aus ehemaligen russischen provinzen wie taurien, Dnepopetrowsk usw, sogar Transnistrien war bis zum Zweiten Weltkrieg Teil dieser Ukraine, Transnistrien, das im russisch/österreichischen Türkenkrieg bestzt wurde (von Eroberung kann man eigendlich nicht reden, da faktisch unbesiedelt) und von den Zaren mit Russen und Donauschwaben besiedelt wurde. Sowas wie eine ukrainische Nationalität bildete sich ursprünglich nur in den ösrterreichischen Kronlanden Galizien udn Wholynien und dort saß seit Jahrhunderten vor allem eine Mischbevölkerung aus Russen aller Herkunft, Polen, Juden, Deutschen, Ungarn, Bulgaren, Balten udn sonstiges was in den Jahrhunderten dort hängen blieb.
      Die bezeichnung Kleinrusse, Weißrusse, Ruthene speiste sich übrigens nicht daraus, ob derjenige Slawe oder nicht war, sondern rein aus der geographie. Davor hieß Kleinrussland z.B. auch Rotrussland, im gegesatz zu Weißrussland, wobei diese Farbbezeichnungen allerwarscheinlichkeit auf Himmelsrichtungen zurück gehen. Jedenfalls ist bekannt, das es im Altai heute noch Völker gibt, die den Himmelsrichtungen Farben zuordnen…
      Die theoretischen grundlagen des ukrainische Nationalgedanken bildete sich übrigens in Wien, nicht in Moskau.

  2. „„Hier war die Wut auf Präsident Donald Trump spürbar“, der nach Meinung der Europäer der Nato in dem Moment den Rücken kehre, in dem Europa die US-Hilfe am dringendsten benötige.“

    Ich glaube, hier geht es nicht um eine Auseinandersetzung zwischen Trump und Europa, sondern es um eine Spaltung in der us-amerikanischen Elite. Auf der einen Seite, diejenigen – US-Demokraten, Deep State etc – die Krieg mit den Russen machen wollen, auf der anderen Seite Trump und Co., der Krieg mit China machen will. Die Europäer spielen da keine große Rolle. Ignatius gehört nun zur ersten Gruppe, wozu auch die Washington Post gehört, die CIA-hörig sein soll und da braucht man sich nicht wundern über seinen Bericht.

    Ich denke übrigens, dass Trump, wäre der Ukrainekrieg gegen Russland erfolgreich verlaufen, keineswegs von der Fahne gegangen wäre. Man hat die russische Regierung unter Putin nicht stürzen können und mit dem Krieg eine enge Partnerschaft der Russen mit China erzeugt. Gleichzeitig wurden die Arsenale der Europäer und Amerikaner geleert. Man denke an die Hilfspakete, wo früher die genauen Stückzahlen der Waffen gemeldet wurden. Nichts davon hört man heute.
    Nun aber hat Trump durch den Irankrieg, die bereits geleerten Arsenale weiter geleert und ein Chinakrieg rückt in weite Ferne.

  3. Ich möchte die sehr guten Ausführungen des Artikels von Michael Silnizki noch um die „Orangentherorie“ ergänzen.

    Mit „Orangentheorie“ ist eine geopolitische Vorstellung aus dem deutschen Imperialismus gemeint, nach der das Russische Reich so leicht wie eine „Orange“ in Einflusszonen zerlegt werden könnte, wenn man ethnische, regionale und politische Gegensätze dafür nutzt.
    Paul Rohrbach war einer der bekanntesten deutschen Publizisten und Kolonialdenker dieser Epoche. Ihm wird die „Orangen-Theorie“ zugeschrieben.
    Während des ersten Weltkriegs kam es dann unter deutscher Besatzungsmacht zur ersten Gründung eines Ukrainischen Staates überhaupt. So betrachtet ist die Ukraine, als eigenständiger Staat und der russisch-ukrainische Gegensatz eine reine deutsche Erfindung.

    1. Zu den Stichworten „Orangentheorie“ und „divide et impera“:

      Wen nicht nur das „Klein-Klein“ der aktuellen Lage in der Ukraine interessiert, sondern die grosse Linie, sollte den ersten Teil einer zweiteiligen Serie von Nel Bonilla auf den Nachdenkseiten lesen. Das US-Imperium ist zwar im Abstieg, aber schlägt immer verzweifelter um sich, um den Abstieg nicht nur mit militärischen Mitteln, sondern mit allem, was es hat, aufzuhalten.

      Eine multipolare Weltordnung muss um jeden Preis verhindert werden, da sind sich die Eliten in den USA wohl einig; es wird allenfalls über den besten Weg gestritten. Ziel bleibt die Zersplitterung der aufsteigenden Gegner des Imperiums in handhabbare Teile. Und auf ökonomischem Gebiet konnte das US-Imperium durchaus Erfolge erzielen. Auch wenn man sich das Ende der US-Hegemonie wünscht; der Drops ist noch lange nicht gelutscht.

      https://www.nachdenkseiten.de/?p=150060

      1. Danke für den link ! Eine hervorragend übersichtliche nüchterne Betrachtung der Entwicklungen welche unsere Regierungen zur Gänze mitzutragen scheinen…LG Werner

  4. „Voller Erfolg“ würde ich in Anbetracht der fortschreitenden Deindustrialisierung Deutschlands und der damit einhergehenden Rekordablehnung der Mainstreamparteien – auch angesichts der sich immer weiter verschärfenden Situation- nun wirklich nicht sagen.

  5. Die Älteren unter uns kennen die Ukraine von früher nur aus Kriegserzählungen und aus der Sendung „XY ungelöst“: Autoklau, Wohnungseinbrüche, Prostitution, Waffenhandel, Mafia und so weiter. Woher diese neue Solidarität kommt, ist mir schleierhaft. Man könnte diese neue „Solidarität“ zu Lasten der deutschen Vevölkerung ohne Scham „Kadaversolidarität“ nennen.
    Ich hoffe, dass der ganze Irrsinn und das Blutvergießen bald ein Ende hat.

  6. Na klar, wir brauchen im Verbund mit „unseren ukrainischen Verbündeten“ eine klare Niederlage Russlands, anderswie geht es ja mittlerweile gar nicht mehr.

    Wohlan, ihre tapferen Merz, Whatafool, von der Leyen, Kallas und Konsorten für den nächsten Krieg gegen Russland. Es wird schon schiefgehen, wie schon immer in der Geschichte. Imponierend heute die Bilder zum Gedenken an das „Unsterbliche Regiment“. Russland wird auch die kommenden Faschisten ausradieren. Sure!

  7. Die Aussage, dass sich Europas Sicherheit in der Ukraine entscheidet, glaubt kein Ernst zu nehmender EU-Politiker, damit sollen nur unkritische Bürger motiviert werden, weiter massiv in die Ukraine zu investieren.

    Und ob das Anti-Russland-Pheniorojekt für den „Westen“ ein voller Erfolg war, wird sich erst nach dem Ende des vom westen provozierten Ukraine-Krieges zeigen

  8. Wie die Weltlage derzeit aussieht befürchte ich es wird mehr Kriege geben als man denkt.
    Auch wenn es nicht zu einem ganz großen Knall kommen sollte so werden wir die nächsten 20 bis 30 Jahre in einem dauernden Kriegszustand verharren.
    Hochrüstung überall ist ein Indiz dafür.
    All das wird zu einer Verelendung der Bevölkerungen führen.
    Merz sagte bereits dass die Deutschen 20 Jahre zu gut gelebt haben und jetzt muß das Volk den Gürtel engerschnallen.
    Weitere Sprüche markieren wo es hinführen soll:
    – die Friedensdividende ist vorbei / verbraucht, d. h. jetzt kommt die Zeit in der die Rüstungskonzerne die Kriegsdividende einfahren müssen.
    Kanonen statt Butter

  9. Es ist immer wieder aufs Neue interessant, wo unsere Sicherheit verteidigt werden muss!
    Laut Peter Struck (SPD) war das mal der Hindukusch, was geografisch nicht jedem sofort einleuchtete; da passt die Ukraine von der Entfernung her bedeutend besser.
    In der Ostsee dagegen wird unsere Sicherheit nicht verteidigt, wie man der ganzen Nord-Stream-Geschichte entnehmen kann.
    In der Taiwanstrasse wiederum sind dann zu verteidigende Sicherheitsinteressen
    vorhanden.
    Gut, das wir die Parteipolitiker haben!
    Ohne die wüsste ich überhaupt nicht, wo unsere Sicherheitsinteressen sonst liegen würden!
    Ich mein, dank Russland wissen wir endlich, dass unsere Sicherheit mit der Ukraine steht und fällt!
    Das haben uns die Politiker, das Fernsehen und die Zeitungen schließlich erschöpfend erklärt!
    Nun glaube ich nicht alles, was die so erzählen und schreiben, aber wenn das alle machen und das so lange schon, dann muss da was dran sein!
    Aber die tun ja was!
    Ich denk mal, das wenn die jetzt die stärkste Armee Europas aufbauen,….naja, Miete, Strom, Heizung und Lebensmittel werden immer teurer, aber egal, denn wenn wir die stärkste Armee Europas haben, dann fühle ich mich endlich sicher!

  10. Der Titel ist falsch: „Der Kampf um (!) die Ukraine“. Nein, es ist nicht wie beim „Kampf um Rom“. Da wollten die Goten tatsächlich Rom haben. Aber geht es den Europäern wirklich darum, dieses korrupte Armenhaus zu bekommen? Im Grunde ist es ihnen doch egal, was daraus wird. (Allenfalls ist die Frage, wer Zugriff auf die dortigen Bodenschätze und Agrarprodukte bekommt. Aber in der heutigen Politik muss man dazu das Land nicht besitzen. Schon vor dem Krieg stand den Europäern in dieser Hinsicht nichts im Wege) Aus gutem Grund wird den Ukrainern die EU-Mitgliedschaft lediglich „in Aussicht gestellt“, d.h. wenn sie Bedingungen erfüllen, von denen jeder weiß, dass sie auch unabhängig von der Kriegssituation ganz unrealistisch sind.
    Es geht darum „Russland zu ruinieren“, wie die feministische Außenministerin bereits ausplauderte.

  11. „Hätte jemand zurzeit des „Kalten Krieges“ gesagt: die Ukraine sei ein untrennbarer Teil Europas und/oder Europas Sicherheit entscheide sich in der Ukraine, hätte man ihn für verrückt erklärt. Seit Jahrhunderten lebten Russen und Ukrainer bis zum Staatsstreich 2014 friedlich miteinander.“

    Auch da in der Gegend gab es diverse Kriege, Verträge und Bündnisse. Wie damals überall in Europa.

  12. „Allein an einem Beispiel zeigt sich, wie abwegig Wadephuls Behauptung ist: Wie Putins außenpolitischer Berater, Jurij Uschakow, am 29. April 2026 berichtete, fand bis jetzt zwischen der Ukraine und Russland ein Leichenaustausch im Verhältnis von 20.000 zu 500 bzw. 1 zu 40 statt. Allein daran zeigt sich, dass Wadephul entweder falsch informiert wird oder die deutsche Öffentlichkeit wider besseres Wissen in die Irre führt“

    Um welche Toten handelt es sich denn bei den Austauschen? Sind die aus den letzten Wochen oder sind das Tote die Russland z.B. in Mariupol eingesammelt hat? Damit kann man das Missverhältnis der Zahlen sehr gut erklären!

    „„Seit Beginn dieses Jahres sind mehr als 80 Siedlungen und über 1.700 Quadratkilometer Gebiet unter unsere Kontrolle gekommen“, berichtete Gerasimow.“

    Hat Gerassimov bei seiner Zählung von 80 Siedlungen auch die dreimalige Einnahme von Kupjansk mit eingerechnet?
    Dass Gerassimov seinem Chef Erfolge präsentieren muss ist ja klar aber dass die Russen nachdem sie bis Anfang dieses Jahres nur sehr langsam vorgerückt sind, seit 2 Monaten mehr oder weniger auf der Stelle stehen ist nicht zu übersehen!

    Und das putin extra über Trump einen Waffenstillstand erbitten musste um ungestört seine Parade abhalten zu können spricht auch nicht für die Stärke der glorreichen russischen Armee!

  13. „Allein an einem Beispiel zeigt sich, wie abwegig Wadephuls Behauptung ist: Wie Putins außenpolitischer Berater, Jurij Uschakow, am 29. April 2026 berichtete, fand bis jetzt zwischen der Ukraine und Russland ein Leichenaustausch im Verhältnis von 20.000 zu 500 bzw. 1 zu 40 statt. Allein daran zeigt sich, dass Wadephul entweder falsch informiert wird oder die deutsche Öffentlichkeit wider besseres Wissen in die Irre führt“

    Um welche Toten handelt es sich denn bei den Austauschen? Sind die aus den letzten Wochen oder sind das Tote die Russland z.B. in Mariupol eingesammelt hat? Damit kann man das Missverhältnis der Zahlen sehr gut erklären!

    „„Seit Beginn dieses Jahres sind mehr als 80 Siedlungen und über 1.700 Quadratkilometer Gebiet unter unsere Kontrolle gekommen“, berichtete Gerasimow.“

    Hat Gerassimov bei seiner Zählung von 80 Siedlungen auch die dreimalige Einnahme von Kupjansk mit eingerechnet?
    Dass Gerassimov seinem Chef Erfolge präsentieren muss ist ja klar aber dass die Russen nachdem sie bis Anfang dieses Jahres nur sehr langsam vorgerückt sind, seit 2 Monaten mehr oder weniger auf der Stelle stehen ist nicht zu übersehen!

    Und das putin extra über Trump einen Waffenstillstand erbitten musste um ungestört seine Parade abhalten zu können spricht auch nicht für die Stärke der glorreichen russischen Armee!

    1. „Und das putin extra über Trump einen Waffenstillstand erbitten musste um ungestört seine Parade abhalten zu können spricht auch nicht für die Stärke der glorreichen russischen Armee!“
      Im Artikel wird eigentlich genau erklärt warum die russische Armee diesen Krieg, auf diese Weise führt. Das wurde übrigens auch von russischer Seite so dargestellt. Die Ukraine ist ein Brudervolk (Ostslawen) Ein Krieg gegen Deutschland bzw. die EU / NATO würde völlig anders aus sehen da Deutschland ein feindliches Land ist.
      Gehen wir mal davon aus, das es nicht nur ein Worthülse ist, dann bekämpfen sich „Brüder“ anders, als wenn es gegen einen Feind der Familie geht der seit Jahrhunderten (Orthodoxe Christen, Katholiken (Protestanten zählen hier nicht, da sie aus Sicht der Katholiken wie der Orthodoxen Haeretiker sind)) der Fall ist. In Bezug auf die Orthodoxe Kirche sollten auch die Griechen und die Serben genau hinsehen, gegen wenn die „westlichen“ Staaten kämpfen. Alles in allem wird der Krieg sich ausweiten, weil einige meinen sie könnten Russland besiegen.

  14. „Professor“ Silnizki hat mal wieder tief in die Mottenkiste gegriffen – und diesmal besonders tief, denn die antiukrainischen Klischees, die er herausgekramt hat, sind schon so alt und ranzig, dass man sie eigentlich unter Denkmalschutz stellen sollte.

    Mit ein paar ausgetauschten Ortsnamen würde der Text nahtlos in den Stürmer der 1930er Jahre passen – jenem Blatt, das erklärte, Deutschlands Nachbarn seien bloß künstliche Missverständnisse, die vorübergehend das historisch rechtmäßige Land des Reiches besetzt hielten. Aber der Reihe nach.

    „Die Ukraine gehört nicht zum Westen!“ – denn sie sei seit Jahrtausenden Teil des „ostslawischen Raums“. Zwei kleine Probleme. Erstens: Das Konzept des „Westens“ ist, großzügig gerechnet, siebzig Jahre alt – entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg. Als universale historische Kategorie taugt es ungefähr so viel wie ein Kompass aus dem 13. Jahrhundert zur Navigation in der Berliner U-Bahn. Zweitens: Vor tausend Jahren fanden französische Königshäuser nichts Exotisches daran, Prinzessinnen aus Kiew zu heiraten. Anna von Kiew wurde 1051 Königin von Frankreich – sie brachte Bücher mit, während ihr Gemahl Heinrich I. Urkunden mit einem Kreuzzeichen unterzeichnete, weil Lesen für einen westeuropäischen König offenbar Luxus war. Moskau existierte damals noch gar nicht – die Stadt taucht erstmals 1147 in Chroniken auf, fast hundert Jahre nachdem eine Kyiverin auf dem französischen Thron saß. Wer also ein historisches Anrecht auf „Zugehörigkeit zu Europa“ hat, dürfte klar sein.

    „Russen und Ukrainer lebten bis 2014 friedlich miteinander.“ Eine rührende These – solange man über die Plünderung Kiews durch Fürst Bogoljubski (1169), die Jahrhunderte russischer Überfälle und Okkupationen, die systematische Unterdrückung der ukrainischen Sprache, die Massaker, die Deportationen und – als krönenden Abschluss dieses Idylls – den Holodomor 1932/33 großzügig hinwegsieht. Aber gut, vielleicht definiert Herr Silnizki „friedlich“ anders als der Rest der Menschheit.

    Ethnische Homogenität als Legitimitätskriterium: Die Ukraine habe „zu keiner Zeit als ethnisch homogene Einheit existiert“. Stimmt – und gilt für jeden Staat, der je auf dieser Erde existiert hat. Ethnische Homogenität ist keine historische Realität, sondern eine Phantasie. Sie wird zum „Problem“ ausgerechnet nur dann, wenn es um die Ukraine geht. Frankreich, Polen, Spanien – kein Problem. Herr Silnizkis Maßstäbe sind so selektiv, dass man sich fragt, ob er überhaupt einen hat – oder nur ein Ziel.

    Seit 2014 betreibe die Ukraine angeblich die „Verdrängung anderer Kulturen“ – gemeint ist Russisch. Bemerkenswert: Jahrzehntelang wurde Ukrainisch in der Sowjetunion systematisch verboten und lächerlich gemacht, Russisch war Pflicht. Als die Ukraine die Sprache ihrer ethnischen Mehrheit zur Staatssprache erklärte, erlitt Herr Silnizki einen Anfall historischer Empörung. Dazu eine persönliche Frage: Herr Silnizki lebt in Deutschland und publiziert auf Deutsch. Hat er, als er hierher kam, selbst die Sprache des Landes erlernt – oder verlangte er von Behörden, auf seine Muttersprache umzusteigen? Man fragt ja nur.

    Nun das linguistische Meisterstück: „Ukraine“ stamme von „окраина“ – Randgebiet – und beweise die natürliche Unterordnung unter Russland. Wäre da nicht eine Kleinigkeit: Die ersten Erwähnungen des Namens stammen aus Jahrhunderten vor dem Russischen Reich. Die Ukrainer gaben ihrem Land also vorausschauend einen Namen, der ihre Unterordnung unter eine Macht andeutete, die es damals noch gar nicht gab. Im Slawischen bedeutet „kraj“ übrigens nie nur „Rand“ – sondern auch Land, Gebiet, Herrschaftsgebiet. Auf Ukrainisch heißt „країна“ schlicht: Staat, Land. „Україна“ bedeutet also: das Land. Nicht „Vorposten Moskaus“. Einfach: das Land. Aber „das Land heißt das Land“ ist eine weniger nützliche Aussage für jemanden, der beweisen möchte, dass es jemand anderem gehört.

    Man ahnt, welche Möglichkeiten Silnizkis Methode eröffnet. In slawischen Sprachen heißen Deutsche „Niemcy“ – wörtlich „die Stummen“. Chronische Sprachunfähigkeit, historisch bewiesen. „Allemagne“ stammt offenkundig von „allez maniaque“ – die Franzosen wussten es immer. „Germany“ klingt nach „germs“ – Hygieneproblem, etymologisch belegt.

    Und „Italien“? Offensichtlich deutsches „im Tal“ – Annexionsrecht seitens Deutschland inklusive (Heilige Römische Reicht hat doch die historische Erbsrecht auf ehemalige Romische Reich, stimmts?) .
    Niemand kann so was mit ernstem Gesicht vortragen. Auf die Ukraine angewandt heißt dieselbe Methode bei Herrn Silnizki „gründliche historische Analyse“.

    „Kleinrussland“ als Beweis für die natürliche Einheit unter Moskau? Die Begriffe Mikra Rossia und Megale Rossia entstammen dem byzantinischen Kirchenverwaltungsvokabular des 14. Jahrhunderts – schlicht zwei Metropolitansprengel des Konstantinopler Patriarchats. Kirchliche Buchführung, keine Ethnographie. Wie „Kleinasien“ nicht ein minderwertiges Asien bezeichnet, sondern das näher gelegene, bezeichnete „Mikra Rossia“ das Kernland der Rus um Kiew. Erst russische Imperialisten des 18. und 19. Jahrhunderts destillierten daraus einen Herrschaftsanspruch. Herr Silnizki setzt diese Tradition fort.

    Dann die kühne These: Es habe keine russische Herrschaft gegeben, sondern gleichberechtigte Mitregierung – schließlich saßen auch Ukrainer im Sowjetapparat. Hitler war Österreicher. Alfred Rosenberg, Chefideologe des NS und Reichsminister für besetzte Ostgebiete, wurde im Russischen Reich geboren und studierte in Moskau. General Wlassow war ethnischer Russe. Quisling war Norweger. Pétain war Franzose bis der Markknochen.

    Das sind Fakten – ebenso wie: Deutschland annektierte Österreich, besetzte Frankreich und Norwegen. Niemand kam auf die Idee, das als „gleichberechtigte Mitregierung“ zu bezeichnen. Warum gilt für die Ukraine ein anderer Maßstab? Weil es die Ukraine ist. Für sie gelten bei Herrn Silnizki stets eigene Regeln.

    Zunächst in 2014 annektierte Russland die Krim (und verstieß damit gegen ein halbes Dutzend ausdrücklicher Verträge mit der Ukraine) – doch Silnitsky sieht das Problem darin, dass Poroschenko (der sich etwas später als Präsidentschaftskandidat registrieren ließ) und Selenskyj „russlandfeindlich“ geworden seien. Seltsam, denn die Operation Barbarossa hätte beim damaligen Moskau einen Anfall von wilder Germanophilie und den Wunsch nach Freundschaft und Zusammenarbeit auslösen müssen. Stattdessen begann Moskau, in seinen offiziellen Medien schreckliche Dinge zu veröffentlichen, wie zum Beispiel den Artikel „Töte (den Deutschen)!!!“ – die Quintessenz von Hass und Kriegspropaganda. Nun, das ist der Text, in dem es heißt: „Zähle nicht die Tage, zähle nicht die zurückgelegten Meilen, zähle nur die Deutschen, die du getötet hast“, „für uns gibt es nichts Erfreulicheres als den Anblick deutscher Leichen“, „wenn du einen Deutschen getötet hast – töte auch den anderen!“ Widerlich!

    Und beim Lieblingsausdruck „Staatsstreich“: Welche Ideologie erhob den Staatsstreich von 1917 zum Gründungsmythos, zum Feiertag, zum quasi-religiösen Zentraldogma – und benannte halbe Städte nach ihm? Genau jene Sowjetmacht, die Russen und Ukrainer laut Silnizki so harmonisch „vereinte“.

    Das Phänomen der „galizischen Russophilie“ existierte tatsächlich an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Es wich dann schlagartig einer offensichtlichen Feindseligkeit. Was wohl eher nicht auf „österreichische Propaganda“ zurückzuführen ist, sondern auf die direkte Begegnung mit eben diesen Russen – die die romantisierten Vorstellungen der galizischen Elite von ihren „fernen“ Verwandten schnell und effektiv zunichte machte.

    Russland kämpfte mit dem Westen gegen Napoleon, war Teil der Entente im Ersten Weltkrieg, erhielt im Zweiten Weltkrieg massenhaft westliche Militärhilfe über Lend-Lease – Panzer, Flugzeuge, Lastwagen. Niemand nannte das einen „Stellvertreterkrieg“. Niemand zweifelte an Russlands Recht, Verbündete zu haben, gerade im Abwehrkampf. Warum ist westliche Hilfe an Russland noble Solidarität, westliche Hilfe an die Ukraine ein schmutziger „anti-Russische Komplott? “

    Weil die Ukraine in Herrn Silnizkis Weltbild kein Subjekt ist. Sie ist ein Objekt. Russlands Objekt.

    Zum Schluss eine persönliche Beobachtung. Emigration aus der Sowjetunion war faktisch unmöglich – mit einer Ausnahme: Unter massivem westlichem Druck erlaubte die UdSSR widerwillig ethnischen Juden die Ausreise, begleitet von Schikanen und systematischem Sabotage. Herr Silnizki nahm diesen Weg. Er entschied sich. Er wählte den Westen, ließ sich hier nieder, baute hier sein Leben auf.

    Und von dieser komfortablen westlichen Position erklärt er uns, dass die Ukrainer gefälligst in ihrem „ostslawischen Raum“ zu verbleiben hätten. Dass ihre Orientierung nach Europa eine künstliche Verirrung sei. Dass sie dorthin zurückgehören, wo Russland sie haben möchte.

    Man nennt das ein bestimmtes Wort. Es beginnt mit „H“ und endet mit „uchelei“. Aber Herr Silnizki sieht das sicher anders. Er sieht ja vieles anders.

    1. 1. Anna von Kiew (französisch Anne de Kiev, früher französisch Anne de Russie)

      2. Ich denke bei der Etymologischen Ursprung des Wortes „Ukraine“ könnten sie beide Unrtecht haben!

      Das wort kraina gibt es nämlich auch im Polnischen wo es ebenfalls Grenzland bedeutet. Die Vorsilbe „U“ (da bei) gibt es meines Wissens nach aber nur im Polnischen und das Land heißt nun mal Ukraine und nicht Okraine..

      Dazu würde Ich jetzt echt mal einen im Slavischen studierten Etymologen dazu höhren wollen.

      Russland hat die Krim auch nicht einfach annektiert, sondern vorher ein Referenum abgehalten bei dem die Bevölkerung sich entschied in die russische Föderation zu wechseln und zwar nach dem die Regierung in Kiev anfing jahrelang Zivilisten in Wohngebieten mit Artillerie zu beschießen und politisch missliebige Menschen einfach zu ermorden..

      Mfg Makrovir

  15. Das Ganze kommt mir spanisch vor.
    Sollen jetzt deutsche Bürger die ukrainische Geschichte lernen und begreifen, wo sie nicht einmal ihre eigene zu kennen scheinen? Was wissen wir schon so genau über Russland oder die Ukraine, außer dass die Helden der Ukraine unsere Werte gegen Russland verteidigen? Die Ukrainer scheinen demnach unsere Werte bestens zu kennen. Vermutlich standen diese im vergifteten Assoziationsabkommen der EU, also dem Auftakt gegen das offenbar „Wertelose“ Russland, dem dann die Krim offenbar doch irgendwie etwas Wert war.

    Vielleicht sollte man dann doch einmal ein wenig Distanz gewinnen und Nachfragen was genau denn unsere Parteilichkeit in diesem Konflikt ausmacht.

    Besonders geeignet erscheint mir dazu der aktuelle Artikel:
    „Wir leben jetzt in einem Tolstoi-Roman: Der Krieg kommt im Schlaf“
    Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/article/von-krieg-und-frieden-die-schlafwandler-wie-europa-in-den-dritten-weltkrieg-treibt-10034486

    1. Der Krieg kommt nicht im Schlaf; jedenfalls nicht für die, die Andere dafür zahlen und sterben lassen.

      Der Autor Michael Hollister schrieb mal so treffend: „Nichts ist so gut vorbereitet wie ein plöttzlich ausbrechender Krieg“

      Marcel Luthe denkt in den engen Grenzen eines Nationalstaats. Für den lohnt sich Krieg nicht, wenn er auf eigenem Boden statt findet oder er für ihn bezahlen muss. Die supranationalen Profiteure sitzen weiter weg; für die lohnt er sich.

      Die beste Erklärung der Welt, in der wir leben, gibt es gerade auf den Nachdenkseiten:
      https://www.nachdenkseiten.de/?p=150060
      https://www.nachdenkseiten.de/?p=150120
      Die plausibelste Erklärung der Weltlage, die ich seit langem gelesen habe.

  16. Der Autor versucht bewusst, den aktuellen Konflikt als ethnische Auseinandersetzung zwischen Russen und Ukrainern darzustellen. Er schreibt: „Seit Jahrhunderten lebten Russen und Ukrainer bis zum Staatsstreich 2014 friedlich miteinander.“ Dies ist eine bewusste Vereinfachung eines komplexen Prozesses. Die Darstellung verschweigt die Beziehung zwischen dem Russischen Reich und dem Sowjetstaat zu den Ukrainern, die jahrhundertelange Russifizierung und die Millionen Opfer der Hungersnot der 1930er Jahre. Alles sei „friedlich miteinander“ gewesen.

    In den Augen des Autors ist die Entwicklung der ukrainischen nationalen Identität das Ergebnis westlicher Aktionen. Er ist überzeugt, dass Ukrainer gar nicht existieren, sondern nur imaginäre „Ostslawen“. Die russische Propaganda geht üblicherweise noch weiter und behauptet, die Ukrainer seien vom österreichisch-ungarischen Generalstab erfunden worden.
    Die Ursachen des aktuellen Konflikts liegen nicht in den Ereignissen vor einem Jahrhundert, sondern in den gegenwärtigen politischen Interessen.

    1. Die Ursachen des aktuellen Konflikts liegen nicht in den Ereignissen vor einem Jahrhundert, sondern in den gegenwärtigen politischen Interessen.

      So ist es. Allerdings werden (angebliche) historische Ereignisse propagandistisch instrumentalisiert. Sich darauf berufen, bringt also nichts, ist verschwendete Energie.

  17. Will mich keinesfalls einmischen, aber Silniszkis Ausführungen haben wieder einmal ein Chapeau verdient. Aber deswegen bin ich nicht hier. Eher wohl deswegen: er schreibt gegen Ende:

    Dass Europa diesen sinn- und aussichtslosen Kampf gegen Russland weiter tatkräftig unterstützen will, ist dem Umstand zu verdanken, dass die Ewiggestrigen im Ost- und Westeuropa ideologisch und mental immer noch im 20. Jahrhundert steckengeblieben sind und ihren eigenen „Kalten Krieg“ fortführen und von Revanche träumen.

    Hier irrt Silznizki und zwar gewaltig. Und? Habe ich Belege für diese Behauptung? Aber gewiß doch! Gerade eben auf dem eNTenkanal gab es doch das hier, nicht der „Kalte Krieg“ – nein – der „Heiße Krieg“ geilt die genanntgen ‚Ewiggestrigen“ auf, und da wird gewi*** was das Zeug hält.
    Ein mehr als ernst gemeinter Beitrag:

    ntv.de
    10.05.2026, 15:01 Uhr
    WISSEN
    Panzerkiller der Wehrmacht
    Im Hinterhalt wurde das Sturmgeschütz III zur tödlichen Waffe

    … und zum Ende hieß es dann

    Dem T-34 war das Sturmgeschütz III in Beweglichkeit überlegen …

    Na also, geht doch. Der Endsieg muß wohl nahe sein, Groß-Deutschland muß sich nur auf seine ‚Stärken‘
besinnen!

    Nein, das ist kein Irrläufer auch ein Unikum. Weiß nicht mehr, seit wann – seit wievielen Jahren – schon allein Bertelsmann’sche Propaganda u.a. im Ukro-Liveticker Tag für Tag daherkommt. Die letzten Jahre davon gut gesichert und versteckt von mir. Werde die Gigabytes meinen Erben vermachen, die können es an Nürnberg II dann weiterreichen, wenn sie denn noch leben sollten,

    Übrigens …
    Bzgl. Ukruine möchte ich konstatieren, dass selbst in der Kriegsberichtserstattung eines Curzio Malapartes aus den vierziger Jahren – u.a. mit seiner Fibel „Die Wolga entspringt in Europa“ – die Buchstabensuppe „Ukraine“ meiner Erinnerung nach nicht vorkommt. In der ersten Hälfte, die vom Barbarossa-Beginn Juni Oisevierz’ge handelt und beeindruckende Details zu liefern vermag ist immer nur vom kampfwilligen und -fähigen Russ‘ die Rede. Ach ja, unter anderem gab es. da auch herzergreifene Momente. Die stumme Bedrohung Tage vor Kriegsbeginn an der rumänischen Grenze zu Russland durch ein bevorstehendes Pogrom. auch an den Tagen ab dem ersten Hurra (ein Hurrä stand noch nicht an) – „es braust ein Ruf wie Donnerhall“ – scheint es „dem Juden wie auch der Jüdin“ gar. nicht gut gegangen sein.

  18. Es erscheint verfrüht, ob der kurzfristigen, wechselseitigen Vorstößen im derzeit in der Ukraine tobendem Drohnenkrieg von ‚Erfolgen‘ in welcher Hinsicht auch immer zu reden. Außerdem steht zu befürchten, dass sich Länder, die zuvor in einem Krieg bis an die Zähne bewaffnet wurden, bei nächster Gelegenheit, womöglich an der Seite des einstigen Erzfeindes, über ihren Verbündeten herfallen, sobald sich das rechnet.

    Die Ukraine und die USA sind derzeit offenbar mit Deutschland verbündet, wobei das mit der USA bzw. Trump aktuell nicht wirklich der Bringer ist, weil Trump die Truppenpräsenz in Deutschland am liebsten auf Null senken würde, weil sich unser heldenmütiger Blackrock-Kanzler öffentlich nicht ganz so gern von jedem Bully nach Belieben erpressen lässt, was allerdings längst passiert ist. Niemand ist schließlich so erpressbar wie der Stadthalter eines Finanzkonzerns.

    Russland wird andererseits trotz des enormen wirtschaftlichen Drucks nicht einfach kapitulieren und wie man sieht, beißen sich die US selbst schon an erklärten, orientalischen Schurkenstaaten die Zähne aus. Vielleicht haben sich unsere Potentaten mit der erneuten, gewaltsamen Kolonialisierung des Planeten auch einfach nur übernommen, die Idee war schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts ebenso krank und größenwahnsinnig wie die Sklaverei, tut mir aufrichtig leid für die vielen Todesopfer verfehlter Großmannssucht.

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