
In seinem Rosenkranzgebet für den Frieden hat Papst Leo XIV. am 11. April US-Präsident Trump, ohne ihn beim Namen zu nennen, kritisiert. Trump hatte nach den gescheiterten Verhandlungen wieder einmal mit totaler Vernichtung, also mit dem totalen Krieg gedroht: „Wir sind voll einsatzbereit (Locked and Loaded), und unser Militär wird das Wenige, was vom Iran noch übrig ist, endgültig vernichten!“ Der Papst wandte sich gegen den Krieg, auch wieder ohne zu sagen, welchen Krieg er meint, und auch gegen eine Welt, „in der es anscheinend noch nicht genug Gräber gibt, weil man weiter kreuzigt und Leben vernichtet, ohne Recht und ohne Gnade“.
Deutlicher wird es schon in dieser Passage, in der er das Gebet für den Frieden mit dem Dienst am Reich Gottes verbindet: „eines Reiches, in dem es weder Schwerter noch Drohnen, weder Rache noch Verharmlosung des Bösen und auch keinen ungerechten Gewinn gibt, sondern allein Würde, Verständnis und Vergebung. Damit haben wir einen Damm gegen jene Allmachtsphantasien, die um uns herum immer unberechenbarer und aggressiver werden.“
Es liegt auf der Hand, dass der amerikanische Papst damit vornehmlich auf Trump abzielt, der mit militärischer Macht Allmachtsphantasien und Bereicherungsinteressen verfolgt und dabei immer irrationaler wird und buchstäblich über Leichen geht: „Überall sind Drohungen zu vernehmen, statt Aufrufe zum Zuhören und zur Begegnung. Brüder und Schwestern, wer betet, ist sich seiner Grenzen bewusst, er tötet nicht und droht nicht mit dem Tod. Dem Tod unterworfen ist hingegen, wer dem lebendigen Gott den Rücken gekehrt hat, um sich selbst und seine eigene Macht zum stummen, blinden und tauben Götzen zu machen (vgl. Ps 115,4-8), dem alle Werte geopfert werden und der verlangt, dass die ganze Welt vor ihm die Knie beugt. Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg! Wahre Stärke zeigt sich im Dienst am Leben.“
Leo XIV. fordert alle, aber insbesondere Trump, zu Verhandlungen und zur Einhaltung der Maxime „Nie wieder Krieg“ auf. Das scheint Trump getroffen zu haben, der seinem Stil getreu den Papst persönlich diffamiert und schnell reagiert. Er sei „schwach gegen Verbrechen und schrecklich für die Außenpolitik“ und überhaupt nur gewählt worden, weil er Amerikaner ist und „sie dachten, das sei der beste Weg um mit Präsident Donald J. Trump umzugehen“. Er spricht von sich in der dritten Person, in ersten erklärt er: „Und ich will keinen Papst, der den Präsidenten der Vereinigten Staaten kritisiert, denn ich tue genau das, wofür ich mit überwältigender Mehrheit gewählt wurde: Ich sorge für Rekordtiefstände bei der Kriminalität und schaffe den besten Aktienmarkt der Geschichte.“
Warum der Papst schwach gegen Verbrechen und Atomwaffen sei, erklärt Trump nicht. Es geht wohl vor allem darum, dass er ihn nicht wie so viele Regierungschefs huldigt als den größten Präsidenten der Geschichte. Sein Rat, der Papst soll sich aus der Politik und damit aus Krieg und Frieden heraushalten: „Leo sollte sich als Papst zusammenreißen, seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, aufhören, der radikalen Linken nach dem Mund zu reden, und sich darauf konzentrieren, ein großer Papst zu sein, nicht ein Politiker. Das schadet ihm sehr und, was noch wichtiger ist, es schadet der katholischen Kirche!“

Das ist an sich eine gewohnte Attacke Trumps gegen jemanden, der seine Größe und Klugheit nicht anerkennt. Aber dem Posting auf Truth Social schiebt er ein Bild nach, das vielleicht ironisch gemeint sein mag, aber doch seinem Selbstverständnis entspricht. Zumal wenn man sich erinnert, wie kürzlich Pastoren der evangelikalen Kirchen in Wiederholung des Rituals vom Oktober 2024 oder vom März 2025 einen magischen Kreis um ihn bildeten und die Hände auf sich und den Körper von Trump legten. Das im Weißen Haus auf seinem Präsidentenstuhl vor seinem Schreibtisch. Eine groteske Szene, die unwirklich, wie eine KI-Erfindung schien. Aber Trump ließ sich zu Ostern von der Pastorin Paula White mit Jesus vergleichen, was ihm sichtlich gefiel. Erst nachdem man sich darüber lustig machte, wurde das Video vom Weißen Haus gelöscht, das es aber natürlich weiterhin gibt.
Auf jetzt veröffentlichten Bild wird Trump tatsächlich als Heiland dargestellt, der mit seinem Licht und durch Handauflegen einem Kranken hilft. Um ihn herum schauen Männer und Frauen ehrfürchtig zu ihm auf. Im Hintergrund sieht man eine Menschenmenge, das Kapitol, die Freiheitsstatue mit Feuerwerk und die amerikanische Flagge. Unter dem amerikanischen Adler sind Kampfflugzeuge zu sehen und über Trumps Kopf Soldaten und vermutlich Kampfsportler. Bekanntlich hatte Trump, während Vance in Pakistan mit der iranischen Delegation verhandelte, eine Veranstaltung der Ultimate Fighting Championship (UFC) in Florida besucht.

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