Der Ekel 2026

Donald Trump, wie er sich gerne gibt. Bild: Weißes Haus

Der Begriff des Ekels spielt in Jean-Paul Sartres existenzialistischer Philosophie eine bedeutende Rolle. Er mag für die Wahrnehmung Donald Trumps herangezogen werden.

 

“Der Ekel” heißt der 1938 publizierte Roman von Jean-Paul Sartre, welcher als literarisches Hauptwerk des Existenzialismus gilt. Die Hauptpostulate dieser philosophischen Lehre sind in ihm enthalten. In Stichworten gefasst besagen sie: Die Welt hat keinen festen Sinn; Dinge existieren einfach, ohne Zweck oder Bedeutung. Alles ist zufällig (“kontingent”); es gibt keinen notwendigen Grund, warum etwas existiert; es könnte auch nicht existieren. Der Mensch ist radikal frei, denn wenn nichts vorgegeben ist, muss der Mensch selbst Sinn für sich schaffen, und das kann Angst und Ekel auslösen.

Die Hauptfigur des Romans, Antoine Roquentin, erlebt Ekel nicht wegen Schmutz oder Geruch, sondern weil er plötzlich erkennt, dass ein Gegenstand (zum Beispiel eine Baumwurzel) einfach da ist, seine Existenz mithin überflüssig und grundlos wirkt, wodurch die Welt als fremd, schwer und sinnlos empfunden wird. Der Ekel ist bei Sartre also eine existenzielle Erschütterung, nicht primär ein körperliches Problem, und doch auch ein körperliches. Denn der Ekel-Begriff ist zwar eine metaphorische, zugleich aber auch sinnliche Beschreibung der existenziellen Erkenntnis.

Sartre geht es darum, zu zeigen, dass die Einsicht, derzufolge alles zufällig und ohne festen Sinn existiert, sich körperlich unangenehm anfühle, mithin die Welt plötzlich fremd, übermächtig und schwer erträglich wirke, was wiederum die instinktive Abwehrreaktion des Ekels hervorrufe. Normalerweise erscheinen uns Dinge vertraut und sinnvoll. Doch wenn diese Selbstverständlichkeit zerbricht, wirken sie überflüssig, formlos, mithin als “zu viel” vorhanden. Das ist ähnlich wie bei echtem körperlichen Ekel: Etwas Vertrautes wird plötzlich abstoßend, weil man es anders (als vertraut) wahrnimmt. Von zentraler Bedeutung ist dabei Kontingenz als Schlüsselbegriff bei Sartre: Existenz ist keiner Notwendigkeit unterworfen, sie ist grundlos; die Dinge erscheinen nicht als sinnvoll geordnet, sondern roh und zufällig.

Der Rückgriff auf den Sartreschen Existenzialismus der 1930-40er Jahre mag sich heute merkwürdig ausnehmen. Er hatte seine Anziehungskraft während, vor allem aber infolge des Zweiten Weltkrieges, als die Welt derart aus den Fugen geraten war, dass man (zeitweilig) fassungslos vor dem jüngst Geschehenen stand. In der Tat vollzog sich angesichts der damaligen neuen Erfahrung so manche Umorientierung gestandener philosophischer Lehren und etablierter Wertesysteme. Althergebrachte Glaubenssätze und Orientierungskoordinaten wurden hinterfragt. Und doch – trotz der Einsicht darin, dass der “Rückfall in die Barbarei” (Adorno) bereits stattgefunden hatte und als permanente Bedrohung fortwährte, bzw. gerade wegen dieser beklemmenden Erkenntnis – gab man das Erbe der Aufklärung, mithin Normen und Werte der westlichen Moderne nicht auf, wiewohl man sie dialektisch wahrte, immer von einer gesteigerten Skepsis durchwirkt. Krisen gab es ja zuhauf, aber man fühlte sich mit den Denkapparaten der westlichen Moderne plausibel ausgestattet, um sie zu bewältigen oder doch zumindest kritisch reflektieren zu können. Selbst in der Krise hatten die Dinge gleichsam noch ihren Sinn.

Daran muss sich nicht zwangsläufig etwas so geändert haben, dass man die “alten” Theorien, etwa die des Faschismus, des autoritären Charakters, der Diktatur und des Totalitarismus aufzugeben hat. Und dennoch kann man im Jahr 2026 die Kategorie des existenzialistischen Ekels wieder heranziehen. Man steht wieder fassungslos vor der globalen Realität. Sie mag mit der Theorie des Imperialismus, des ihm verschwisterten Kapitalismus, des populistischen Autoritarismus, des religiösen Fundamentalismus oder anderen emanzipativ ausgerichteten Denkgebäuden aus dem Repertoir des demokratischen Paradigmas dekodieren werden, und dennoch versteht man “die Welt” nicht mehr. Man steht vor Donald Trump.

Der Ekel, der einen bei seiner Erscheinung überkommt, ist nicht zu trennen vom akuten Gefühl der fundamentalen Erniedrigung, seine Lebensgeschicke von einer solchen Person bestimmt zu wissen. Es werden sich sogleich die Stimmen finden, denen zufolge das nichts Neues sei; solchem Zwang sei man seit jeher ausgesetzt; das Gelbe vom Ei finde sich in der Politik eh seltenst, und als Einzelmensch vermag man sowieso nichts gegen diese elementaren Strukturen der Politik zu unternehmen. Und dennoch – Donald Trump ist eine ganz andere Nummer. Narzissmus, Geschwätzigkeit, Rücksichtslosigkeit und Größenwahn hat man, im 20. und 21. Jahrhundert zumal, schon mehr als genug bei Politikern und Staatsmännern erlebt; das sind bekannte Eigenschaften, die die Voraussetzung für ihr Handeln und Wirken abgeben, mithin von ihnen bewusst und zumeist manipulativ eingesetzt werden. Und dennoch – Donald Trump ist eine ganz andere Nummer.

Was an ihm am meisten irritiert, ist, dass man an seiner Person nichts Definitives festmachen kann, ihm also mit Kategorien wie Wahrhaftigkeit, Moral oder Folgerichtigkeit nicht beizukommen ist. Dies wäre eher erbarmungswürdig, weil in mancherlei Hinsicht menschlich gestört, wenn es sich nicht um den mächtigsten Mann der Welt handelte, der über ein gigantisches Arsenal an Waffen nebst verzückter Anhängerschaft verfügt. Solange dieser Mensch nur rumquasselte, konnte man sich auf eine erstaunte, zumindest aber schadlose Verwirrung zurückziehen. Das geht aber nicht mehr, denn dieser Mann krempelt mit dem Konglomerat seiner Defizite die ganze Welt um, bricht mithin gewaltige Kriege vom Zaun und gibt sich zugleich als Friedenbringer, trifft “Entscheidungen”, die er aber sogleich wieder verwirft, betreibt eine Politik, die nur in einer Hinsicht für kohärent zu erachten ist – eine Politik, die ihn, einzig ihn in den Mittelpunkt stellt und ausschließlich unter diesem Aspekt geformt und gewandelt wird. Er ist ein Machtmensch, aber kein gewöhnlicher, sondern einer, der krankhaft darum kämpft, als solcher anerkannt zu werden, und zwar um jeden Preis, zu jeder Zeit, ungeachtet der konkreten Umstände, in denen er agiert. Gängige Normen, gestandene Regeln, bindende Gesetze interessieren ihn nicht. Er sieht sich als über sie stehend, weil er sich primär an seinem verqueren Selbstbild als Heilsbringer orientiert – und sich das auch leisten kann.

Nicht von ungefähr hat er diese Woche in seiner persönlichen Website ein KI-Bild gepostet, auf dem er als einen Kranken pflegenden Jesus (mit Heiligenschein) zu sehen ist. Nachdem er damit eine weltweite Empörung ausgelöst hatte, ließ er das Bild aus der Website entfernen.1 Darauf angesprochen, sagte Trump, das Bild stelle ihn als Arzt neben einem Mitarbeiter des Roten Kreuzes dar, mithin als Arzt, der Menschen gesund macht, wobei er ergänzend meinte: “Und ich mache Menschen gesund. Ich mache Menschen viel gesünder.” Später fügte er hinzu, dass er das Bild entfernt habe, weil er “nicht wollte, daß jemand verwirrt wird. Die Leute waren verwirrt.” Vieles akkumuliert sich in dieser widersinnigen Episode: Trump stellt das blaphemische Heiligenbild zur Disposition, verwirft es aber flugs angesichts des Aufschreis gegenüber der Häresie, gibt indes dennoch keinen begangenen Fehler zu, sondern liefert eine Deutung, die nur als eine lächerliche Ausrede und krasse Lüge verstanden werden kann. Kein Heiland also, sondern heilbringender Arzt (sagt der, der bald zu Beginn seiner ersten Amtsperiode die Gesundheitsreform Barack Obamas skandalöserweise annulliert hatte).

Gleichwohl ist damit mitnichten gesagt, dass er sich nicht mit religiöser Autorität messen bzw. anlegen möchte. Niemand anderen hat er sich dafür ausgesucht, als den Papst.2 Er attackierte Leo XIV wegen seiner Osteransprache, weil dieser sich für den Frieden, mithin gegen den Krieg ausgesprochen hatte. Trump bezichtigte ihn, “liberal” und “schwach in der Kriminalitätsbekampfung” zu sein sowie “schreckliche” Außenpolitik zu betreiben; er unterstellte ihm zudem, einen nuklearisierten Iran zulassen zu wollen, verkündete, kein großer Fan von Leo zu sein (er bevozuge dessen Bruder Louis, weil er MAGA-Anhänger sei), behauptete darüber hinaus, nur weil er im Weißen Haus regiere, sei Leo zum Papst gewählt worden. Es war gar die Rede davon, dass Trump dem Papst mit militärischer Gewalt gedroht habe. Zwar hat der Vatikan diese Nachricht dementiert, aber der Papst hat vorsichtshalber seine USA-Reise abgesagt. Auch dieser Vorfall zeugt von Trumps Maßlosigkeit und überquellender Selbstherrlichkeit, die sich nicht nur in einem pompösen Rumgeprotze manifestiert, sondern auch in einem permanenten Bedürfnis, verherrlicht zu werden. Sein Narzissmus wird von nicht wenigen Fachleuten als pathologisch diagnostiziert.3

Trumps ungebändigter Wille zur Macht, mithin zur Beherrschung und Unterwerfung von allem, was seinen nie zur Ruhe gelangenden narzißtischen Bedürfnissen entgegensteht, kanalisiert sich politisch (mit der nötigen, zumeist konspirationstheoretisch gesättigten Ideologie ausgestattet) in der systematischen Unterwanderung der Demokratie, die er in autoritär-diktatorische Strukturen überzuführen trachtet.4 Er betreibt dies mit einem solchen Maß an nachgerade nihilitischer Rücksichtslosigkeit5, dass man meinte, ihn mit Caligula und Nero vergleichen zu sollen.6 So fragwürdig derlei Vergleiche rein historisch sein mögen, indiziert doch die Verwendung der traditionell etablierten Klischees der antiken Kaiser zum einen die Angst vor dem neuen Welthegemonen, zum anderen aber die Fassungslosigkeit (oder eben den “Ekel”), dieser Erscheinung als dominierendem Protagonisten der Weltbühne ausgesetzt zu sein.

Denn nicht nur bedient er sich unentwegt der Verbreitung von Halbwahrheiten, handfesten Lügen, Falschbehauptungen und selbstkonstruierter Fake News (die er ironischerweise bei seinen Gegnern so gern anzuprangern pflegt)7, sondern er betreibt dies mit offenkundigem Sadismus8, besudelt seine Gegner in ausnehmend perfider Weise9, erweist sich dabei immer wieder als nachtragend und rachsüchtig10, ohne je fähig zu sein, einen Fehler einzugestehen, geschweige denn, Reue zu bezeugen oder seine Handlungen kritisch zu reflektieren. In seiner Selbstsicht darf er nie verlieren, in Interviews schlecht abschneiden oder (etwa bei einem der von ihm so geliebten Deals) den Kürzeren ziehen – nichts verachtet er so abgrundtief wie “loser”; jeden, der auch nur die geringste Schwäche zeigt, fällt er an, macht sich über ihn öffentlich lustig oder erledigt ihn politisch, wenn es opportun ist.

Ein Kapitel für sich ist Trumps Sprachniveau. Beobachter sind sich nicht einig, ob er es mit Absicht betreibt (um bei seinem Wahlvolk besser anzukommen, was bei einem Populisten seines Rangs nicht undenkbar wäre) oder schlechterdings nicht anders kann, namentlich, dass er die sprachlichen Fähigkeiten eines Sechstklässlers demonstriert, wie ihm schon mehrfach bescheingt worden ist.11 Wie dem auch sei, es ist bestürzend, wie dieser Mensch, immerhin Präsident der Vereingten Staaten, spricht. Dass seine politischen Auftritte sich wie Stand-up Comedy-Darbietungen ausnehmen, in denen er sich, von seiner Anhängerschaft angehimmelt, wonnig suhlt, ist peinlich, aber nicht weiter schlimm, wenn man Clowneskes im Politbetrieb für akzeptabel erachtet. Aber es kommt immer wieder der Verdacht auf, dass er gar nicht anders kann. Es fällt auf, wie oft er ins Schwafeln kommt, nuschelnd Gibberish von sich gibt, unfähig ein Mindestmaß an Kohärenz zu wahren, und für Momente den Eindruck erweckt, coram publico in den Strudel eines wirren Bewusstseinsstroms hineingeraten zu sein.12 Er schreckt vor vulgären Obszönitäten ebensoweing zurück13 wie vor einem hemmungslosen Sprachgebrauch, der ihn schon bis zur Androhung eines Genozids getrieben hat. Dass er sich dabei stets widerspricht, zuweilen in ein und derselben Rede, ist ihm und seinen Anhängern offenbar egal; es kommt ihm ja nicht auf Wahrheit und Richtigkeit in der Sache an, sondern darauf, dass er seine “Wahrheit” suggerieren und dafür den Applaus ernten kann, und zwar selbst dann, wenn er gerade eine hanebüchene Idiotie von sich gegeben hat. Es hat seinen allzu guten Grund, dass man begonnen hat, über die Zurechnungsfähigkeit dieses Führers der potentesten Weltmacht der Erde zu spekulieren.14

Diese Darlegungen nehmen mich, den Autor, von der Wirkung dessen nicht aus, worum es in diesem Text geht: die existenzielle Ohnmacht gegenüber dem gigantisch angewachsenen Fassungslosen, ja Bestürzenden, das sich im Phänomen Donald Trump manifestiert. Dies bekannte ich eingangs, als ich vom existenziellen Ekel sprach, der nicht zu trennen sei vom akuten Gefühl der fundamentalen Erniedrigung, seine Lebensgeschicke von einem solchen Mann bestimmt zu wissen. Das besagt nicht, dass es keine anderen Zugänge zur Dekodierung der Trumpschen Politpraxis gibt. Die gibt es zuhauf: Großangelegte Analysen der Geopolitik, der inneren Logik der Kriegsführung, des verstörenden Anteils an Privatinteressen, vor allem der Aussichten auf materiellen Gewinn, der Mentalität der enthusiasmierten Anhängerschaft, des Versagens der US-Demokraten etc.etc. Und dennoch, man kommt auch bei der Lektüre dieser Erkundungen nicht um das elementare Gefühl herum, es mit etwas zu tun zu haben, das nicht befriedigend dekodiert werden kann.

Wie kann es sein, dass dieser Mensch, dessen Erscheinung sich wechselweise zwischen einer Witzfigur, einem machtbesessenen Diktator, einem Arturo-Ui-artigen Gangster, einem rassistischen Ideologen der White Supremacy, einem Macho, dem sexuelle Übergriffe nachgesagt werden, sowie anderer Manifestationen des Anrüchigen und Ruchlosen bewegt, mit solcher Macht ausgestattet wird? Wieso darf er, gerade er, die Welt in einer Weise verändern, dass man sich fragen muss, welchen Stellenwert die vorangegangene Ordnung hatte, wenn sie mit solcher Leichtigkeit, um nicht zu sagen, süffisanter Nonchalance über den Haufen geworfen werden konnte (und kann).

Netanjahu bleibe hier nicht unerwähnt; war er es doch, der den Welthegemon zum Iran-Krieg überredet hat. Aber es wäre allzu leicht, sich auf dessen destruktiven Einfluss zu berufen. Die Frage stellt sich vielmehr, wieso sich Trump zu diesem Krieg hat überreden lassen. Das Bild von der Maus, die auf dem Rücken des trabenden Elefanten sitzt und sich dafür begeistert, wieviel Staub sie gemeinsam aufwirbeln, kommt in den Sinn. Aber das Enigma bleibt. Es geht um den (republikanischen) Elefanten, der ziellos trabt und alles niederreißt, was sich ihm in den Weg stellt. Es geht aber vor allem um einen Weltzustand, in dem die alten Koordinaten der Bestrebung, den Menschen Sicherheit, Frieden und eine lebenswürdige Zukunft zu bieten, dermaßen ins Wanken geraten sind, daß man sich an Antoine Roquentin gemahnt sieht, der beim schieren Anblick einer Baumwurzel vom Ekel-Gefühl erfasst wird, weil er erkennen muss, daß sie einfach da ist, ihre Existenz mithin überflüssig und grundlos ist.

 

Anmerkungen

Die hier ausgesuchten Belege bilden nur eine winzige Auswahl aus einem Meer von Hinweisen, die man hätte alternativ anführen können.

  1. https://www.bbc.com/news/articles/c17v8y0z9z2o
  2. https://www.youtube.com/watch?v=jY7C4cVzJzA;  https://www.theguardian.com/us-news/2026/apr/13/trump-ai-image-christ-like-figure-backlash?CMP=Share_AndroidApp_Other;                                                                    https://www.theguardian.com/commentisfree/2026/apr/15/trump-may-believe-he-is-the-messiah-his-attack-the-pope-could-prove-costly-jd-vance?CMP=Share_AndroidApp_Other
  3. https://www.inforadio.de/rubriken/interviews/2025/05/23/psychiater-und-psychotherapeut-zu-trumps-politikstil.htm;            https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-02/donald-trump-psychologie-narzisst-diagnose/seite-2;                                                                                                                  https://www.ipg-journal.de/interviews/artikel/beduerfnis-nach-exzessiver-bewunderung-1792/
  4. https://www.youtube.com/watch?v=6M2iZnY3sAA; https://www.theguardian.com/world/commentisfree/2026/mar/17/trump-is-aiming-for-dictatorship-thats-the-verdict-of-the-worlds-most-credible-democracy-watchdog;
  5. https://www.hr2.de/podcasts/der-tag/deal-oder-dresche-die-politik-der-ruecksichtslosen,podcast-episode-142106.html; https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/beyond-the-obvious-amerikas-ruecksichtslosigkeit-ein-geist-der-nicht-mehr-verschwindet/100176169.html
  6. https://www.theguardian.com/books/2016/jun/01/donald-trump-has-fascinating-parallels-with-caligula-says-historian; …………. https://www.fr.de/kultur/timesmager/donald-trump-usa-wahl-nero-historisches-vorbild-13830019.html
  7. https://www.tagesschau.de/faktenfinder/trump-rede-un-100.html; ………… https://en.wikipedia.org/wiki/False_or_misleading_statements_by_Donald_Trump           https://www.tagesschau.de/faktenfinder/trump-bilanz-uswahl-fakenews-101.html;             https://uni-freiburg.de/trump-ist-es-voellig-gleichgueltig-dass-er-offenkundig-luegt/         https://rp-online.de/panorama/wissen/wissensdrang/donald-trump-warum-der-us-praesident-mit-luegen-erfolg-hat_aid-141151519
  8. https://www.youtube.com/watch?v=Csb1hQqhUeE; ………… https://www.latimes.com/opinion/story/2025-03-31/trump-administration-empathy-deportation-social-security
  9. https://mashable.com/feature/trump-timeline; ……….. https://www.npr.org/2025/12/10/nx-s1-5638578/president-trump-hurls-insults-at-europe-causing-leaders-to-question-allyship
  10. https://www.fr.de/politik/trump-will-nach-us-wahl-rache-kritiker-fuerchten-vergeltung-zr-93405051.html;             https://www.morgenpost.de/politik/article408152194/trumps-saeuberungswelle-beginnt-mitarbeiter-sollen-denunzieren.html
  11. https://www.deutschlandfunkkultur.de/berengere-viennot-die-sprache-des-donald-trump-kann-der-us-100.html;             https://www.youtube.com/watch?v=wTFafwOxJn0
  12. https://apnews.com/article/trump-election-investigation-carroll-manhattan-trial-willis-dbade1b2e2e4a39234b2e539abf43b71;            https://www.ap.org/news-highlights/spotlights/2024/inside-the-weave-how-donald-trumps-rhetoric-has-grown-darker-and-windier/;                                                                             https://www.youtube.com/watch?v=MS4ZASADJ1U
  13. https://www.ap.org/the-definitive-source/behind-the-news/why-we-quoted-the-presidents-vulgarity/;            https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-08/donald-trump-fuck-fluchen-beleidigung-sprache-hass-usa;                                                                                                                             https://edition.cnn.com/2026/04/06/world/video/utterly-disastrous-rep-adam-smith-on-president-trumps-profanity-laced-threat-to-iran-cnc
  14. https://www.faz.net/aktuell/politik/usa-unter-trump/ist-donald-trump-noch-zurechnungsfaehig-15374597.html; https://www.youtube.com/watch?v=T4LM2-WVi5w
Moshe Zuckermann

Moshe Zuckermann wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte er an der Universität Tel Aviv, wo er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete. 2018 wurde er emeritiert. Sein Buch In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Florian Rötzer geschrieben hat, erscheint demnächst.
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35 Kommentare

  1. Der Artikel beginnt mit dem Bezug auf Sartre interessant, regt zum Nachdenken an – gibt es im Sinnlosen Sinn – oder umgekehrt? Und wer würde diesen Sinn herstellen – wäre der dann selbst wie ein Gott? Sieht sich Trump als ein solcher „Sinnstifter“, könnte man den Faden weiter spinnen.

    Leider verliert Zuckermann den Faden und hüpft auf der glitschigen Spur des Assoziativen in seinen länger bekannten Ekel vor dem US-Präsidenten ins Abseits.

    Unsere Freunde (die nach der Moderations-Keule bei OT die Flucht ergriffen – schade!) würden Zuckermann grenzenlosen Illusionismus vorwerfen – waren denn andere Präsidenten besser? Würden denn zukünftige die Situation verändern? Ich meine: GSi (=Gegenstandpunkt imaginär) hat recht. Was für einen Tiefpunkt der Kritik liefert Zuckermann mit seinem Artikel da ab.

    Ich füge aus eigener Analyse eine Kategorie hinzu, die GSi so gar nicht schmecken würde: Das Volk. An keiner einzigen Stelle kommt diese Kategorie in Zuckermanns Artikel vor. Trump erscheint wie der „deus ex machina“ (Gott aus der Maschine) im antiken Theater, wo man eine Maschine benutzte, um einen Gott als rettende Figur auf die Bühne herabzulassen.
    Bloß: wer ist der Regisseur, wer sind die Mitspieler, wo ist das Volk – diese Fragen gehen Zuckermann buchstäblich am Adorno vorbei, metaphorisch.

    1. „Der Ekel, der einen bei seiner Erscheinung überkommt, ist nicht zu trennen vom akuten Gefühl der fundamentalen Erniedrigung, seine Lebensgeschicke von einer solchen Person bestimmt zu wissen. “
      An dem Satz kann man aber ansetzen. Man muss nur von der Fixierung auf die Person Trump ablassen.
      Dann lohnt es sich darüber nachzudenken, wie fremdbestimmt man als normaler Mensch leben muss. Denn die Idioten haben immer die Initiative. Weil sie immer sofort ohne Nachdenken und Rücksicht handeln. Man ist ständig gezwungen auf ihre irrsinnigen Einfälle und Aktionen zu reagieren und kommt nie in die Handlungsautonomie.
      Immer ist man beschäftigt sich mit Dingen, mit der Abwehr von Dingen rumzuschlagen, statt sich mit den Sachen zu befassen die man wirklich gerne macht, die einem wichtig sind. Das fängt schon beim Kampf mit einer ausufernden Bürokratie an. Un die ist nicht nur staatlich, sondern privatkapitalistisch. Man denke nur an den Wust von Geschäftsbedingungen in denen lauter Fallstricke verborgen sind. Man denke an den freien Markt, die zahllosen Anbieter von Strom, Internet, Telefon, Versicherungen. Da kann man seine halbe Freizeit verplempern auf der ständigen Suche nach dem besten Anbieter. Und dann geht es natürlich weiter, mit den ganzen Kriegen und idiotischen Großprojekten mit denen sie ständig den Tatbestand der Nötigung erfüllen. Ständig muss man gegen irgendwelche Zumutungen und Angriffe sich zur Wehr setzen.

      1. Ich verstehe Sartre so: Wir Menschen müssen selbst Sinn herstellen, müssen die Dinge, die uns fremd bestimmen, selbst beeinflussen (Der Ekel wäre Anstoß zum Handeln). Das wird nicht gehen, ohne mit anderen, Gleichgesinnten, sinnvolle Veränderungen anzustreben. Und der Ekel vor all dem von Ihnen beschriebenen Aufgebürdeten, den die meisten ja gar nicht einmal bewusst wahrnehmen, frisst sich in uns hinein, bereit, auszubrechen. Auszubrechen gerne dann nicht gegen die großen Sinnstifter, sondern gegen die von diesen angezeigten Üblen (Juden, Migranten, Nachbarn, Kriminelle…), aber selten gegen die, die auf der Wohlstandsleiter ganz,,ganz weit oben stehen: Die Dirigenten des Sinnapparats. Deshalb brauchen wir Gleichgesinnte, Freunde, Kameraden., die unsere (Un-) Sinnwahrnehmung stablisieren und verhindern, dass der Ekel in die falsche Richtung abgelenkt wird.
        Z.B. Trump: Wie viele US-Bürgen sahen und sehen noch immer in ihm den Retter aus der sinnzerstörenden LBGT Welt, um nur einen Aspekt unter vielen anderen zu nennen.

        Da nur noch drei Kommentare möglich sind, wird es jetzt eng: noch ein Schuss ist möglich.

        1. „Da nur noch drei Kommentare möglich sind, wird es jetzt eng: noch ein Schuss ist möglich.“

          Tausend Schuss, dann ist Schluss

    2. @Routard

      „Ich füge aus eigener Analyse eine Kategorie hinzu, die GSi so gar nicht schmecken würde: Das Volk.“

      Jenseits von Geschmacksfragen liefert der Gegenstandpunkt seit 20 Jahren eine handfeste Antwort auf Ihre Volkskategorie:

      „Das Volk: eine furchtbare Abstraktion“

      https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/volk

      Danach ist man klüger als nach jeder Adorno-Volksausgabe.

  2. „Aber das Enigma bleibt. (…) Es geht aber vor allem um einen Weltzustand, in dem die alten Koordinaten der Bestrebung, den Menschen Sicherheit, Frieden und eine lebenswürdige Zukunft zu bieten, dermaßen ins Wanken geraten sind …“

    Ein Rätzel (Enigma) ist es nicht. Man muss nur die richtigen Fragen stellen, dann kommt auch die Erleuchtung: Wie kommt es, dass die US-amerikanische „Demokratie“ ihren Bürgern nur noch die Wahl zwischen Demenz und Wahnsinn, zwischen Teufel und Beelzebub lässt? Welche Kräfte sind es, die in den USA herrschen? Und denen offensichtlich die USA (und auch der Planet Erde) zu klein geworden ist?

  3. Muss es nicht heißen „das Ekel“. Es gab doch da mal diese Serie mit dem „Ekel Alfred“ (die Ü50 wissen, wovon ich spreche.).🤪

  4. Trotz dieser Koprolalie ist Zuckermann natürlich kein Hassprediger. Aber jeder Artikel von ihm bringt seine Abneigung gegen Trump zum Ausdruck. Damit beleidigt er auch die ganze Anhängerschaft Trumps und dessen Wähler, immerhin die Mehrheit der Amerikaner. Wer sich in so einer emotionalen Lage befindet, ist zu einer sachlichen Argumentation nicht mehr fähig. Er betrachtet Trumps Politik als reines Zufallsprodukt einer missratenen Persönlichkeit. Das ist mehr als bloß naiv. Trump ist Vertreter einer nationalökonomischen und populistischen Politik, die auch in Europa immer mehr Anhänger findet.
    Einem Schönheitswettbewerb mit Netanjahu könnte sich Trump immer noch stellen. Zuckermann hat aber Respekt vor Netanjahu. „Netanjahu ist intelligenter als sein amerikanischer Kollege, belesener als er, zeichnet sich durch eine ungleich geschliffenere Rhetorik aus und ist auch als Politiker und Produzent perfider politischer Finessen erfahrener und ungleich raffinierter als er. Der Führer des zionistischen Staates hätte durchaus die Anlagen und Begabung, ein seriöser Staatsmann zu sein, der “Großes” für sein Land zu bewirken vermöchte.“ (Große Männer machen Geschichte? 7. März 2026 Moshe Zuckermann) So sieht Zuckermann diesen psychopathischen Völkermörder. Der Hintergrund von Netanjahus Politik ist die Bibel. Denn das Land der Verheißung des selbsternannten Volk Gottes reicht „vom Strom Ägyptens bis zum großen Strom, dem Euphrat“ (: Genesis 15,18 :). Am Euphrat leben aber mit dem Iran verbündete Schiiten. Das ist der Grund für die Feindschaft zwischen Israel und Iran. Nun hat man wohl gedacht, dass die Israeliten nicht beabsichtigen würden, das Land der Verheißung militärisch zu erobern, sondern abwarten würden, bis sich die Verheißung automatisch erfüllt. Aber der größenwahnsinnige Netanjahu sieht sich verpflichtet, die Verheißung wahr zu machen.

    1. … jeder Artikel von ihm bringt seine Abneigung gegen Trump zum Ausdruck. Damit beleidigt er auch die ganze Anhängerschaft Trumps und dessen Wähler …

      Aha. Wenn ich also – nur mal so als Beispiel – unseren Herrn Bundeskanzler und seine Regierungstruppe als doof wahrnehmen würde (was ich selbstredend niemals nicht tun würde), dann würde ich damit deren ganze Anhänger- und Wählerschaft beleidigen, immerhin 44,9 Prozent bei der letzten Bundestagswahl.

      Oder würde ich gar die ehrenwerte Frau Dr. Weidel nicht so toll finden, dann würde ich alle ihre Anhänger und Wähler beleidigen.

      Wer jemand anderen nicht mag, der beleidigt angeblich alle, die diesen Menschen vielleicht mögen! Eine solche Aussage nenne ich extremistisch.

      Weiter unten im Kommentariat kommen dann erwartungsgemäß jene Stimmen, die den Autoren des Artikels, in diesem Fall Herr Zuckermann, aber gerne genommen auch Herr Rötzer, in Wort und Schrift beleidigen.

      Nee, das wird nix mehr, das Forum hier auf diesen Seiten.

  5. Ich schätze Zuckermann sehr. Dass aber Netanjahu im ganzen Artikel nur einmal unter „ferner liefen“ und verniedlichend (die Maus auf dem Rücken des Elefanten, die sich freut, dass man miteinander soviel Staub aufwirbelt) vorkommt, ist schon eine Form der Betriebsblindheit. Netanjahu ist aus demselben Holz geschnitzt wie Trump. Seine von religiös verbrämte und von orthodoxen Faschisten getragene Hegemonialpolitik im Vorderen Orient ist eine Analogie zur Welthegemonialpolitik der USA im Allgemeinen und Trumps im Besonderen. NB: Die „Maus“ verfügt immerhin geschätzt (streng geheim!) über 100 bus 200 Atomwaffen.

    1. Trump ist doch – wie Barrack Obama – nur ein besserer Schauspieler, der die amerikanisch-israelische Politik verkauft. Wobei Obama natürlich den imperialistischen Mord und Totschlag wesentlich besser an den Mann/die Frau bringen konnte. Netanjahu ist ein in die Politik gegangener Geheimdienstchef, der die Politik bestimmt.

  6. Was ist ein Existentialisten-Frühstück? Der Figaro, ein schwarzer Kaffee und eine Zigarette. Eine filterlose ohne Zusätze.

    Worauf er dann den ganzen Tag im Kaffehaus sitzt und Intellektuelles von sich gibt. Diese Szene ist völlig verschwunden. Last not least wegen der Zigarette. Ich war immer der Meinung, dass der Tabak die Droge der Moderne war und ist. Tausend Jahre war Mittelalter gewesen, aber kaum war der Tabak da, ging die Moderne los. Mit ihren Humanisten, Philosophen, den Mathematikern und Erfindern. Skeptiker sehen diese These natürlich ungern. Aber im Moment dreht sich das alles um. Jetzt, wo alles rauchfrei ist, kommen die Figuren des Mittelalters wieder, an zentraler Stelle natürlich dieser Trump. Meine These schwerstens erhärtend.
    Nein, die Intellektuellen werden unter diesen Umständen nicht wieder kommen. Sie werden nicht einmal vermisst. Man muss schon der Generation des Moshe angehören, wenn man sich überhaupt an sie erinnert.

    1. Schon Wilhelm Busch wußte: Wo man raucht Zigarren, kannst du ruhig harren. Die “ Figuren des Mittelalters“ erzeugen mit anderen Mitteln Schall und Rauch.

    2. Kaum war der Tabak da, ging die Moderne los, meint der Artur. – Welche Moderne ? – Was wurde hier, bevor der Tabak da war, [ nette Umschreibung: fiel er vom Himmel ? Schwamm er vor 400 Jahren einfach über den Atlantik ? ] ge –
      raucht? Ein anti-modernes Kraut?

  7. Schon das Römische Imperium war oft geprägt von der Herrschaft ekelhafter Typen. Die Macht als System scheint diese förmlich anzuziehen. Das Ergebnis kennen wir. Doch dann ist die Macht gewandert, zu anderen Mächtigen… Und mit ihr, oder besser zu ihr, wurden wieder andere Ekeltypen angezogen. Es ist also eher eine Frage der Macht.

  8. Sehr geehrter Herr Zuckermann.
    Es ist bestimmt sehr hart für sie, zu erleben, dass ihr Volk so weit heruntergekommen ist, dass es einen Völkermord begeht.
    Ich persönlich wurde nach dem Krieg geboren, aber noch vor der Gründung der BRD. Im Gymnasium fragte uns ein Lehrer, ob wir Schuldgefühle wegen der Ermordung der Juden hätten. (Das Wort Holocaust war damals noch nicht gebräuchlich) Wir antworteten einmütig mit Nein, wir könnten keine Schuldgefühle wegen etwas haben, das wir nicht getan hätten, wir hätten damals (also vor unserer Geburt, das ja irgendwie weit weg war) ja noch nicht mal gelebt. Wir lehnten auch ab, uns für etwas zu schämen, das geschah, bevor wir lebten.
    Sie müssen aber das nun sehen, was ihr Volk tut, das sie vielleicht als das erwählte betrachten. Ich kann mir vorstellen, dass sie sich davor ekeln, zumal sie es tagtäglich im TV mit ansehen müssen. „Ekel und Abscheu sind Bezeichnungen für die Empfindung einer starken Abneigung in Verbindung mit Widerwillen. Im Gegensatz zu anderen, weniger starken Formen der Ablehnung äußert sich Ekel mitunter auch durch starke körperliche Reaktionen wie Übelkeit und Brechreiz, Schweißausbrüche, sinkenden Blutdruck bis hin zur Ohnmacht.“ (Wikipedia)
    Bei Freud gibt es den Begriff der Affektverschiebung. Der beinhaltet, dass man Affekte, die im Zusammenhang mit einer Entität unerträglich sind, auf ein Objekt verschiebt, an dem man sie auf erträgliche Weise abführen kann. Dieser Vorgang geschieht automatisch. Vielleicht beruht ihr Ekel vor Trump auf solch einer Verschiebung. Ich empfinde jedenfalls Ekel vor deutschen Politikern, die den Völkermord im Gazastreifen mit Waffen unterstützen, und ich muss dabei an die deutsche Vergangenheit denken, obwohl ich damals noch nicht gelebt habe.

  9. Sartre.
    Oh, oh!
    Gibt´s nichts Besseres als diesen nihilistischen Pseudophilosophen?

    Erstens ist es ja lediglich eine vage Annahme und Hypothese bzw. eine niemals beweisbare (!) Idee, dass die Welt keinen Sinn hätte. Insofern ist auch sein ganzes „Gedankengerüst“ überhaupt kein Erkenntnisgewinn und im engeren Sinne auch noch nicht mal Philosophie, sondern bloß Fantasie.

    Zweitens – und das scheint Sartre verkannt zu haben – produziert seine nihilistische Weltsicht ja logischerweise und geradezu zwangsläufig dann wieder genau jene Probleme (z.B. Ekel), die er beklagt … !
    ***

    Die Gedanken des Autors über Trump scheinen mir überzogen und wenig hilfreich. Politiker dieser Art gab es immer schon, und zwar gar nicht mal so selten, dass man bis zu Caligula oder Nero zurückblicken muss und ein wenig geändert hat sich allenfalls der an der populären Massenkultur unseres kulturlosen Zeitalters orientierte Tonfall des heutigen US-Präsidenten. Insofern verrät der Artikel mehr über die seelische Bestürzung des an Fortschritt glaubenden Autors als über Trump selbst.
    Und das schreibe ich als jemand, der die Politik von Trump in wachsendem Maße problematisch findet.

  10. Zuckerman beisst sich an seinem (verständlichen) Ekel über Trump fest.
    Interessanter ist doch die Frage, was das über eine Gesellschaft aussagt, wenn jemand wie Trump eine solche Anhängerschaft generieren kann. Mir fallen dazu Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit (Ekel?) ein. Sie müssen sehr groß sein, um sich sich auch nur annähernd mit seinen Sprüchen zu identifizieren.

  11. Auch das ist keineswegs neu, sondern ein bekanntes Gefühl angesichts der Führungsgestalten, die uns vorgesetzt werden. Der Ekel hat sich in den letzten 20-30 Jahren fast kontinuierlich gesteigert und erreicht mit Trump allenfalls einen neuen, womöglich auch wieder nur temporären Höhepunkt.

  12. Klasse. Unbeliebte Kommentare werden mit der Behauptung, dass schon drei Kommentare eingereicht worden wären, abgeschmettert.

    Wobei die angeblichen „schon drei Kommentare“ eine Lüge ist!

    Nicht hier sondern h#ttps://overton-magazin.de/top-story/wir-haben-genug-von-big-tech/#comment-380488

    Ich schaue mir das noch eine kleine Weile an …

    1. 3 Kommantare? Bei mir steht über dem Eingabefeld immer

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      1. Na dann ist alles geregelt in der besten Demokratie die Deutschland besitzt.
        Die OM’Macher mögen ja vielleicht eine andere Theorie besitzen, aber es könnte auch sein, das ihre Theorie unterbunden wird!
        Herr Rötzer hatte mal einen Artikel verfasst, indem er sich ‚empörte‘ seinen geistigen erschaffenden Artikeln aufeinmal im Müll der Buchverbrennung 2.0 wieder zu finden.
        Ob das dann mit 3 Kommentaren einen Zusammenhang ergibt, ist letztlich beim Leser oder Kommentator relevant.

      2. Ja und. Schön dass das in den Kommentarregel steht? Wie merkbefreit sind sie eigentlich, dass sie nicht gelesen haben, dass ich eben die Verletzung dieser Regel (die ich nicht gutheiße) moniere?

        Und wenn der Algorithmus drei Kommentare zählt obwohl ich eben noch gar keine drei geschrieben hatte, dann kommt das als noch üblere Einschränkung daher.

        Der Affront ist: wir schreiben etwas ohne zu wissen, ob das veröffentlicht wird. Das mag bei Blödkommentaren (Salzstreuer und so) ja hinnehmbar sein. Aber nicht, wenn man sich dafür Mühe gibt und richtig Zeit und vielleicht sogar Recherchearbeit einsetzt.

  13. Das Gefühl der persönlichen Ohnmacht als „Ekel“ beschreibt Moshe Zuckermann sehr gut – die Begründung als „Zufall“ würde ich bezweifeln: Donald Trump ist m.E. nur die Demaskierung des Spieles, den der Kapitalismus in seiner Endphase schon länger spielt. Es ist kein Zufall, daß seit Ronald Reagan verstärkt Schauspieler zu Präsidenten mutieren – Selenski eingeschlossen. Narzissmus und Soziopathie ist der individuelle Ausdruck eines Systems, das auf Gier und Verantwortungslosigkeit gründet. Und das wird durch Trump – nicht zufällig, sondern gesetzmäßig – exemplarisch sichtbar. 🙂

  14. Ich finds lustig, wie nahe die Schüsse der Vertreter des Vorzugspublikums Overtons dem „Punkt“ des Artikels kommen. Ist das überhaupt erlaubt, einen Artikel mittelbar über die Kommentatoren zu kommentieren? Kommt wahrscheinlich auf die „Nase“ und die Tagesstimmung an. Ich machs deshalb erstmal kurz.
    Routard, der hier zu großer Form aufläuft (das meine ich ernst!), W.W. und der Tempelwächter Ritter Artur legen den Finger auf den offenkundigen Punkt, das von Zuckermann zelebrierte Leiden an der Welt von Intellektuellen, die mit der Macht zerfallen, auf die sie ideell zu halten professionell wie standesgemäß gewohnt und geneigt sind. Und es ist ihnen nicht vorzuhalten, daß sie den „Ekel“ nicht kennen, und deshalb nicht an einem sprichwörtlich rotierenden Sartre denken können, der wohlmöglich bedauert hätte, das Buch je geschrieben zu haben, wenn ihm bekannt würde, dessen vornehmste Verwendung in den letzten 36 Jahren – außerhalb literaturwissenschaftlichen Betriebes, versteht sich – bestehe darin, daß ein prominenter Leser sein Leiden an Donald Trump mit ihm bebildert. Das ist der erste Hinweis auf „knapp daneben ist auch vorbei“ – dazu später mehr.

    Der zweite Hinweis: Diese Art von „Leiden an der Welt“ ist kein vornehmliches Feature intellektuellen Ästhetizismus, es war zumindest in meiner und den beiden benachbarten Generationen fast ein „Passageritus“ der Pubertierenden, namentlich wenn sie männlichen Geschlechtes waren, aber Letzteres glich sich an. Fast jedes Kind, das sich nicht schon mental auf den Weg zum „Durchmarsch“ in der institutionellen Welt des Geldscheffelns und der ideellen Meriten in den professionellen Karrieren von Politik und Akademia gemacht hatte, erlitt diese Phase pubertären „Nihilismus“. Warum?

    Das hat Karl Held in der durchaus knapp gehaltenen Broschüre „Die Psychologie des bürgerlichen Individuums“ m.E. ziemlich vollständig auf den Punkt gebracht, die ich deshalb wärmstens empfehle. Um es aber nicht bei der Empfehlung zu belassen, würde ich gern eine diskursive Anekdote dazu schreiben, allerdings warte ich erst mal ab, ob dieser Kommentar genehm ist, und da ich noch unsere Hütte wetterfest zu streichen habe, wird es evtl. bis morgen dauern, bis ich zu einer Fortsetzung komme. Bis dahin nur ein weiterer Hinweis:
    Einen Teil der Aufklärung hat Meinhardt Creyd in seinem Artikel „Wer soll das alles ändern“ gegeben:
    https://overton-magazin.de/top-story/wer-soll-das-alles-aendern/
    Ich selbst hatte mich etwas „fitzeliger“ in diesem Kommentar daran gemacht:
    https://overton-magazin.de/top-story/tod-im-sprachmodell/#comment-356985
    Ausschnitt:

    Der Realismus ist die Vorderseite des Idealismus – für die Handarbeiter.
    Für die Kopfarbeiter ist der Idealismus die Vorderseite, und das ist notwendig der Fall, das benennt den Zusammenhang von Hand- und Kopfarbeit innerhalb ihrer Trennung, die sie in Priester- und Klassenherrschaften erfahren.

    1. Worauf ich hinaus wollte: Zuckermanns Text ist derart extrem(istisch), daß an ihm leicht die Eigentümlichkeit bürgerlichen Idealismus im Unterschied zu vorgängigen Geistesverfassungen zu demonstrieren ist. Allerdings habe ich zu gestehen, daß ich den Text zunächst nur überflogen hatte. Nachdem ich ihn gestern abend vollständig gelesen habe, fand ich ihn unkommentierbar, in einem doppelten Sinne, sowohl hinsichtlich der Forenregeln, wie auch generell.

      Die Eigentümlichkeit im Crash-Format:
      Bürgerlicher Idealismus teilt „die Welt“ nicht in ein „heiliges“ und „profanes“ Reich, er verdoppelt sie in zwei ineinander zu verwebene Reiche, in deren Gesamtheit das, was der Bürger „Realität“ zu nennen beliebt, profan UND heilig ist, während das Reich der Ideale, genauer „Werte“, heilig UND profan wird. Das Schema des Evangelismus.

      Never mind.

  15. Da Overton neuerdings genau so penibel auf Anstand und Sittlichkeit achtet wie jede Mainstreamklitsche, folgende Information:

    Im von Zuckermann bemühten Sartre kommt neben Fäkalsprache und Bodyshaming mehrmals das N-Wort vor. Sogar unter Darstellung eines rassistischen Stereotypes („Imma aweng Mußick im Bludd“). Dennoch darf der Titel explizit und zustimmend als Bezugstext herhalten. Und bei Overton nicht mal ein Warnhinweis für die schönen neuen OM-Leser*innen. Wenn das der Sklavenbefreier Donald T. wüsste…

    „Das ist geschehen: Der Ekel ist verschwunden. Als die Stimme sich in der Stille erhoben hat, habe ich meinen Körper hart werden fühlen, und der Ekel hat sich verflüchtigt. Mit einem Schlag: es war fast schmerzhaft, ganz hart, ganz hellglänzend zu werden.
    (…)
    Mein Glas Bier ist kleiner geworden, es steht stämmig auf dem Tisch: es wirkt verdichtet, unabdingbar. Ich will es hochheben, sein Gewicht spüren, ich strecke die Hand aus…Mein Gott! Das ist es vor allem, was sich verändert hat, meine Bewegungen. Diese Bewegung meines Armes hat sich wie ein majestätisches Motiv entwickelt, sie hat sich an den Gesang der N****in angeschmiegt; es kam mir vor, als tanzte ich.
    (…)
    Aber der junge Mann mit dem Hundekopf lächelt. Der rotgesichtige Spieler beugt sich über den Tisch, beobachtet ihn lauernd von unten, sprungbereit.
    (…)
    Die Hand des jungen Mannes kommt aus dem Dunkel, schwebt einen Moment lang, weiß, träge, stößt dann wie ein Milan herunter und drückt eine Karte auf die Decke.
    Der rotgesichtige Dicke springt hoch:
    „Scheiße! Er sticht!““

    „Der Ekel“, rororo Taschenbuchausgabe, 1987, S. 32f.

  16. Den tief empfundenen Ekel vor Trump zu beschreiben ist nichts anderes als ehrlich und angemessen. Auch ich finde Trump einfach nur zum Kotzen. Besser wäre es jedoch zu analysieren weshalb ausgerechnet diese Person auf den Potus-Thron gesetzt wurde und was seine Funktion ist. Ohne Analyse und dem Erreichen einer Metaebene wäre Zuckermann ein Philosoph der Krieg, Vertreibung, Völker- und Massenmord zur rein ästhetischen Frage degradiert.

    Und mal ganz nebenbei, den Ekel der von Sartre beschrieben wird, ist nicht der gleiche Ekel, den Zuckermann hier zum Ausdruck bringt. Sartre dient ihm hier lediglich als pseudointerlektueller Vorwand, den berechtigten Ekel vor Trump vorbringen zu können.

  17. Mal abgesehen vom Determinismus, der eigentlichen Sinnfrage, den ganze Religionen uns versuchen aufzuoktroyieren, versteigt sich Moshe Zuckermann hier wieder mal an der Persönlichkeit von Donald Trump, die doch auch nichts weiter als ein Symptom dieses Systems in einer völlig entfremdeten Gesellschaft in der letzten Phase der Autodestruktion.

  18. Das reale intellektuelle und sprachliche Niveau Tronalds mag sein wie auch immer, jedenfalls hat sein Vorgehen Methode. Immer angreifen, nie irgendetwas zugeben, die Realität dahin reden, wo man sie haben will. Seine totale Konsequenz darin ist schon fast wieder bewundernswert. Aber das ist doch alles nicht die Frage. Vielmehr geht es doch darum zu ergründen, wie es möglich ist, dass eine solche Person in einer sogenannten Demokratie an die wichtigste Staatsstelle befördert werden kann. Tronald ist nicht das erste Beispiel für eine derartige Fehlallokation. Immer wieder versagt das Räderwerk der bürgerlichen Demokratie. Aber – versagt es wirklich, oder handelt es sich gar nicht um eine Fehlfunktion, sondern ein Feature? Selbstaufhebung zu ermöglichen, wenn die bürgerliche Schönwetterherrschaftsform ihre Funktionalität einbüsst? Das wären doch die Gedanken, die sich ein Politologe, der seinen Beruf nicht vollends verfehlt hat, sich machen sollte.

  19. „.. Gleichwohl ist damit mitnichten gesagt, dass er sich nicht mit religiöser Autorität messen bzw. anlegen möchte. Niemand anderen hat er sich dafür ausgesucht, als den Papst… verkündete, kein großer Fan von Leo zu sein.“
    —-
    Nun, worüber sollte Beelzebub sich sonst aufregen, wenn der Teufel versucht seinen Platz einzunehmen (fragt man sich in der Unterwelt.) Scheinbar herrscht im Himmel das gleiche Tohuwabohu, nach allem was man so hört. ( fragt man sich in der Unterwelt ebenfalls). „Ich schaute die Erde und siehe: Sie war wüst und wirr. / Ich schaute zum Himmel: Er war ohne sein Licht.“ (Jer 4,23).
    —-
    „… Es war gar die Rede davon, dass Trump dem Papst mit militärischer Gewalt gedroht habe. Zwar hat der Vatikan diese Nachricht dementiert, aber der Papst hat vorsichtshalber seine USA-Reise abgesagt.“
    —-
    Man sollte weniger dem Geschwätz Dritter glauben. Das sah wohl auch Herr Zuckermann ein, als er hörte, dass sogar der Vatikan dementierte.
    Eine militärische Aktion, ähnlich der in Venezuela, droht dem Monarchen
    offensichtlich also nicht.
    Dennoch sieht der Papst von einer Reise nach Amerika vorsichtshalber ab. Einem Typen wie Trump, der ständig dies sagt und was anderes meint, der nur Ekelerregendes versprüht, dem ist einfach nicht zu trauen. Nicht auszudenken, wenn der Papst, kaum dass er US-amerikanischen Boden betritt, sich mit einem Mal in Guantanamo wiederfindet. Dann ist er futsch und das für lange Zeit.
    Das sieht wohl auch Herr Zuckermann so.

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