Der Che in uns: Wir Freiheitskämpfer

Eröffnungsfeier Paralympics 2026
ERIC SALARD, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zeichen setzen ist leicht. Aber wem nützt es wirklich? Über Moralgesten, Boykotte und den Freiheitskämpfer in uns.

Die deutsche Wirtschaft will einfach nicht in Schwung kommen, viele Arbeitsplätze gehen uns verloren, andere können wir einfach nicht besetzen, die Deutsche Bahn will einfach nicht besser werden, das Benzin wird immer teurer, deutsche Autos will niemand mehr haben, die großen Reformen bleiben aus und die Bürokratie will sich ohnehin nicht abschaffen lassen. Aber in einem sind wir Weltmeister, wie schon so oft: im Zeigen von Haltung! Diesmal im Fokus: die deutschen Para-Olympioniken. Und ihr Feind: die Russen.

Solidarität, immer wieder

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Eines wollten sie ganz dringend: „die solidarische Haltung gegenüber der ukrainischen Delegation respektvoll zum Ausdruck zu bringen“ – wie der Deutsche Behindertensportverband mitteilte. Das dazugehörige Verhalten war allerdings einigermaßen komplex. Zunächst hatte der Verbandspräsident einen Boykott der Spiele wegen der nun wieder erlaubten Teilnahme russischer Sportler abgelehnt, weil das in der Vergangenheit nichts gebracht habe. Was natürlich richtig ist, vor allem wenn man sich an den unsäglichen „Bindenskandal“ bei der Fußballweltmeisterschaft in Qatar erinnert. Dann aber wollte das Team D doch keine Sportler zur Eröffnungsvorstellung in Verona entsenden. Teil nahm man dann allerdings trotzdem, und zwar durch Aufzeichnungen, die während der Zeremonie im Stadion und im TV eingeblendet wurden. Bei der Siegerehrung eines Langlaufrennens haben sich die deutschen Sportler Kazmaier und Baumann demonstrativ von ihren russischen Kontrahenten abgewandt. Zur Abschlussfeier war man dann aber doch wieder dabei. Und warum das alles?

Wie das Verhalten, sind auch die Begründungen außerordentlich komplex. Wie bei derartigen Anlässen üblich, werden Gründe genannt, die bei näherem Hinsehen gar keine sind. Zunächst der Präsident: er hatte Boykotte abgelehnt, weil sie nichts brächten. Dies bringt die Funktionalität von Boykottmaßnahmen ins Spiel. Was also kann man mit einem Boykott eigentlich idealerweise erreichen? Einerseits lässt sich argumentieren, dass vor allem Maßnahmen gegen Rassismus, wie gegen die Apartheid in Südafrika durch den Ausschluss von Südafrikas Rugby/Cricket Teams, oder die wiederholten Ausschlüsse des Teams aus Rhodesien bzw. Zimbabwe, tatsächlich effektiv waren. Der Verlust der internationalen Anerkennung war für die betroffenen Regimes spürbar, nachhaltig und schmerzhaft. Aber die meisten anderen Boykotte verliefen wie das Hornberger Schießen: die Olympia-Boykotte von Moskau und Los Angeles, oder die Sanktionen im Zusammenhang mit dem Balkankrieg, von Qatar ganz zu schweigen. Was also genau sollte es bringen, wenn man beim Einmarsch nicht mehr die deutsche Fahne schwingt? Ist die Erwartung, dass Putin sich davon dermaßen erschrecken lässt, dass er seine Soldaten aus der Ukraine zurückzieht? Dass Indien und China so beeindruckt sind, dass sie das russische Öl nicht mehr kaufen? Wer auf dieser Welt wird tatsächlich so labil sein, dass er seine Meinung über die russische Aggression dadurch ändert, dass man den russischen Goldmedaillengewinnern nicht ins Gesicht schaut? Dass der paralympische Boykott oder, sagen wir, das Boyköttchen, deswegen vom Zaun gebrochen wurde, weil man sich dadurch eine Veränderung der Weltlage erhofft hatte, halten wir also für unwahrscheinlich.

Zeichen, immer wieder Zeichen

Andere „Begründungen“ sind erwartbarer. Der vielfache Goldmedaillengewinner Gerd Schönfelder hält den Boykott der Eröffnungsfeier zum Beispiel für „das richtige Zeichen“. Tatsächlich ist das Setzen von Zeichen eine deutsche Lieblingsbeschäftigung. Für wen diese Zeichen allerdings gesetzt werden sollen, wer sie erkennen und lesen soll, und wofür das wiederum gut sein könnte, bleibt in diesem Fall genauso unklar wie in allen anderen Fällen. Definitionsgemäß ist ein Zeichen etwas, was für etwas anderes steht. Wofür also steht der Boykott, wenn es ein Zeichen ist? Schönfelder hat das zwar nicht verraten, aber der Sportdirektor des Deutschen Behindertensportverbandes Marc Möllmann erläutert: das Fernbleiben von der Eröffnungsveranstaltung sei „ein respektvolles Zeichen der Wertschätzung und der Solidarität zur ukrainischen Delegation“. Die ukrainische Delegation hat die Eröffnungsveranstaltung gleichermaßen boykottiert, und da wollte man halt gleichziehen. Prima, nur haben die Ukrainer auch die Abschlussfeier boykottiert. Hier wollten die Deutschen dann doch wieder teilnehmen, und kein „respektvolles Zeichen der Wertschätzung und der Solidarität zur ukrainischen Delegation“ demonstrieren. Um ein Zeichen zu setzen, muss es also in erster Linie einigermaßen billig sein. Wird es den Zeichensetzern zu teuer, zu aufwendig oder zu anstrengend, dann ist mit der Solidarität schnell wieder vorbei. Immerhin hat Litauen mitgemacht!

Aber warum nur?

Die Motivlage scheint übrigens viel deutlicher bei der ukrainischen Delegation. So könnte man jedenfalls meinen. Der nähere Blick ist auch hier etwas weniger vielversprechend. So erläutert der Präsident des ukrainischen Paralympischen Komitees, Walerij Suschkewytsch: „Die russischen Goldmedaillengewinner haben ihre Medaillen Putin gewidmet – nicht dem Land oder dem russischen Volk“. Das ist natürlich provokant und inakzeptabel, zumal für Ukrainer. Das Problem daran ist, dass es halt nicht stimmt. Öffentlich zugänglich sind Äußerungen von drei Goldmedaillengewinnern aus Russland. Ivan Golubkov (Gold, Skilanglauf 10 km sitzend) sagte nach dem Rennen: „Diese Medaille widme ich unserem ganzen Land, ich gratuliere auch dem Präsidenten …“. Russische Medien haben tatsächlich getitelt, er habe die Goldmedaille Russland und Putin gewidmet. Wenn sich also Suschkewytsch so erregt, dann glaubt er offenbar den russischen Medien mehr als dem Sportler. Anastassija Bagijan (2x Gold, Skilanglauf) war noch weniger missverständlich. Nach ihrem Sprint‑Sieg meinte sie lediglich – im exakten Gegensatz zur Behauptung des Präsidenten des ukrainischen Komitees: „Ich möchte dieses Gold dem ganzen Land widmen“. Ganz ähnlich Warwara Woronchichina (mehrfach Gold, Para‑Ski Alpin), die ihr erstes Gold ihrem verstorbenen Großvater und Russland widmete, und später weiteres Gold ihrem Trainerteam. Dennoch ist der Furor von Suschkewytsch ungebremst: niemals würde er an der Abschlussveranstaltung teilnehmen, denn „es wird die Flagge eines Staatsmörders gehisst“. Erst dachten wir, dass es dabei um Trump geht, der gerade den Iran in Grund und Boden bomben lässt, oder um Netanjahu, der im Begriff ist, nach dem Gazastreifen auch den Libanon dem Erdboden gleichzumachen. Aber da haben wir uns wohl vertan.

Bleiben wir bei der Motivsuche. Warum also ist es eine gute Idee, die deutsche Fahne nicht zur Eröffnung der Spiele in die Arena zu tragen und sich von russischen Goldgewinnern abzuwenden? Schönfelder findet die ganze Entscheidung des Internationalen paralympischen Komitees, russische und belarussische Athleten unter ihrer Nationalflagge starten zu lassen und bei Siegen auch ihre Hymne zu spielen, „völlig unverständlich“ und „in der momentanen Situation ein No-Go“, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Warum Schönfelder das findet, sagt er nicht. Kazmaier erwägt, dass die Russen, denen sie ihren Respekt verweigert hatte, vielleicht das System gar nicht unterstützen und dass man vielleicht sogar mit ihnen befreundet sein will. Aber es sei halt „schade, dass die Politik alles überschattet“. Inwiefern sie das tut, und inwiefern es nicht Kazmaier selbst ist, die ihr eigenes Handeln von der Politik überschatten lässt, erläutert sie nicht. Baumann meint, „wir wollten Solidarität mit den Ukrainer:innen zeigen … Ich halte es nicht für richtig, dass die IPC entschieden hat, dass Russland unter eigener Flagge und mit Hymne antreten kann, während die Ukrainer:innen hier sind“. Warum er Solidarität dadurch ausdrückt, dass er Russen keinen sportlichen Respekt zollt, was genau das Problem ist, die russische Flagge zu zeigen und die russische Hymne zu spielen, das verrät auch er nicht.

Wie schon bei der legendären Bindenaffäre bleiben also letztlich mehr Fragen als Antworten. Was im Himmel treibt diese Leute um? Immerhin handelt es sich um Teilnehmer der paralympischen Spiele, also um Leute, die sich leider sehr gut auskennen mit Diskriminierung. Vor allem mit Diskriminierung, für die man selbst gar nichts kann. Warum diskriminieren sie andere Leute, die ihnen, wie sie selbst sagen, unter Umständen sogar sympathisch sein könnten? Warum missachten und beleidigen sie fremde Menschen, nur weil sie aus einem bestimmten Land kommen? Nur weil in diesem Land andere Menschen wohnen, die Befehle eines Regimes ausführen – das wir übrigens weder politisch, noch ideologisch, noch moralisch verteidigen wollen.

Alles hat irgendwie mit allem zu tun

Wir fürchten, dass sich die Gründe für derlei kryptisches Verhalten durch das ungünstige Zusammenwirken von drei psychologischen Mechanismen erklären oder zumindest doch einigermaßen verstehen lassen. Zum ersten hätten wir einen Ladenhüter im Angebot: der schon öfter erwähnte Halo-Effekt. Dieser bereits sehr lange bekannte Effekt besteht darin, dass Menschen die Neigung haben, Personen mit einer positiven oder negativen Eigenschaft auch jede Menge andere positive bzw. negative Eigenschaften anzudichten. So werden schöne Menschen auch für intelligent gehalten, und umgekehrt, große Menschen für gut, usw. und sofort. Und eben hässliche Menschen für dumm, kleine Menschen für hinterlistig, und vieles mehr. Effekte sind keine Erklärungen, und so kann man fragen, warum wir das eigentlich tun. Eine Möglichkeit hat mit dem christlichen Abendland zu tun. Der christlichen Überzeugung zur Folge geht es ja nicht nur um Verhalten, und um darum, ob es gut oder böse ist. Sondern um das Gute oder Böse des ganzen Menschen. Menschen, die böse Dinge tun, müssen demnach auch böse sein, deswegen kommen sie ja auch in die Hölle. Wer also einen Angriffskrieg führt, der kann kein anständiger Mensch sein, kein ungedopter Sportler, kein Menschenfreund. Und auch wenn er den Krieg weder will noch an ihm teilnimmt, so scheint uns doch der Krieg zu zeigen, dass der Russe an sich böse ist. Wir denken nicht, dass das heutzutage noch irgendjemand öffentlich sagen würde, außer vielleicht Suschkewytsch. Und doch passt vieles, was boykottierende Deutsche zu sagen haben, zum christlichen Konzept des Bösen.

Nachdenken heißt nicht umsonst so

Zweitens haben Menschen ein aus wissenschaftlicher Sicht falsches Bild über die Beziehung zwischen ihren Gründen und ihren Entscheidungen. Dem aus der griechischen Philosophie stammenden Stereotyp zufolge überlegen wir hin und her, bevor wir entscheiden, und die Entscheidung stellt daher eine Art von Integration unserer Gründe dar. Zahlreiche Forschungsergebnisse legen aber das exakte Gegenteil nahe: in der Regel entscheiden wir, und erfinden dann Gründe, die diese Entscheidung plausibel erscheinen lassen. Untersuchungen des amerikanischen Moralpsychologen Jonathan Haidt haben zum Beispiel gezeigt, dass Studenten Ereignisse oft übermäßig moralisierend einschätzen und dann ganz offensichtlich erfundene oder jedenfalls ziemlich unsinnige Gründe für ihre Einschätzung nennen. Viele finden zum Beispiel, dass eine fiktive Familie ihren geliebten Haushund, der bei einem Unfall zu Tode kam, nicht am Sonntag verspeisen darf. Selbst dann nicht, wenn niemand etwas davon weiß, niemand etwas davon sieht oder hört, sodass nicht einmal die Information selbst irgendwelchen Schaden bei irgendjemand anders anrichten könnte. Weil man das halt nicht tut. Bessere Gründe konnte keiner der Studenten angeben. Dasselbe Kaliber haben die Gründe der boykottbegeisterten Sportler: das ist ein No-Go, das ist nicht akzeptabel, das kann man doch nicht ertragen, das ist doch nicht zu verstehen – das sind die immer wiederkehrenden „Gründe“ für Boykottmaßnahmen. Im amerikanischen nennt man das seit Haidt „moral dumbfounding“, also das hartnäckige und ratlose Festhalten an einem Urteil ohne jede (wirkliche) Begründung. Was wie eine Begründung aussieht, ist bloß eine Beschreibung des gefällten Urteils in anderen Worten. Man findet etwas, weil man es halt findet, und das tut man, weil es halt richtig ist. Nachdenken heißt so, weil man erst handelt und dann denkt.

Besser Unsinn machen als gar nichts

Ob Sie nun Fan von Helmut Schmidt sind oder bei den anonymen Alkoholiker gearbeitet haben, Sie werden in jedem Fall von diesem Spruch gehört haben: „Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Nicht jedem ist es aber nun gegeben, sich diese Gelassenheit zu erarbeiten und nicht jeder hat die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Menschen haben einen starken Drang zu dem, was man im englischen Agency nennt: den Willen, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Auch dann, wenn man eigentlich gar nichts tun kann, und wenn man eigentlich gar nicht zuständig ist. So wie beim Ukrainekrieg. Manche von uns mag er beängstigen, andere wird er ärgern, vielleicht sogar empören, und viele werden damit ganz und gar nicht einverstanden sein. Trotzdem wird kaum jemand von uns in der Situation sein, an diesem Krieg irgendetwas zu ändern.

Das aber kann nicht jeder ertragen. Aus manchen will es einfach heraus, und so tut man eben Dinge, die sich wenigstens so anfühlen, als läge es in der eigenen Macht, etwas gegen den Krieg zu tun. Und sei es dadurch, dass man Russen aus Opernhäusern hinausjagt, in die man sie vorher noch mit viel Geld gelockt hat – wie den Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker Valery Gergiev. Er war Freund von Putin, genauso wie Schröder. Das ist natürlich ruchlos, das sollte jedem klar sein! Wie kann jemand, der Freund von einem bösen Menschen ist, jemals gut sein? Die Entlassung ist somit ein gezielter Schlag gegen das Böse, die persönliche Agency wird befriedigt, der eigene Beitrag gegen den Ukrainekrieg ist gelungen. Wie auch das demonstrative Abwenden vom teuflischen Goldmedaillengewinner. Nimm das, Satan!

Dass das Quatsch ist, ist offensichtlich, aber dennoch fühlt es sich gut an. Und darum geht es ja. Wenn sich also alle Deutschen hinreichend anstrengen, richtig viele Russen richtig scheiße zu behandeln, dann ist vielleicht der Krieg noch nicht gewonnen, aber wenigstens fühlen wir uns als Freiheitskämpfer, die ihre Zeichen gesetzt haben! Die Zeichen, die wir setzen, wollen also gar nicht von anderen gelesen werden, sondern wir setzen sie für uns selbst. Wir symbolisieren unseren Freiheitsdrang und markieren, dass wir einen Beitrag zur Befreiung des ukrainischen Volkes geleistet haben. Dass wir damit so gar nichts erreichen, ficht uns nicht an. Denn es geht ja nicht um die Sache, es geht auch nicht um andere, sondern es geht nur um uns selbst. Um den Che in uns! Venceremos!!

Lorenza Colzato und Bernhard Hommel

Lorenza Colzato und Bernhard Hommel forschen an der Shandong Normal University in Jinan (China) und der Technischen Universität Dresden. Colzato studierte Psychologie in Padua, promovierte an der Universität Leiden und absolvierte eine Psychotherapie-Ausbildung in Rom. Hommel studierte Psychologie und Literaturwissenschaften, und promovierte an der Universität Bielefeld, forschte am Max-Planck-Institut für psychologische Forschung in München und leitete den Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie an der Universiteit Leiden. Er ist Mitglied und Senator der Nationalen Akademie der Wissenschaften: Leopoldina, und vormaliger Präsident der European Society for Cognitive and Affective Neuroscience. Beide haben zahlreiche hochdotierte Forschungsprojekte eingeworben und zusammen weit über 400 wissenschaftliche Beiträge in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht.
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42 Kommentare

  1. Bei aller Zustimmung zum Beitrag ich zitiere hier den „Sozialhelden“ Raúl Aguayo-Krauthausen (https://de.wikipedia.org/wiki/Ra%C3%BAl_Aguayo-Krauthausen) aus meinem Gedächtnis, der in einem seiner Bücher schreibt, dass ihn nervt, dass Behinderte oft nicht wie alle anderen Menschen auch behandelt werden….

    Sein Rat Behinderte sind auch nur Menschen, und man soll Behinderte normal behandeln, wie alle anderen gesunden Menschen auch – also sie weder überhöhen noch ausgrenzen.

    Alles andere wäre nicht hilfreich, und würde manche, von einer Behinderung betroffene, sogar selber nerven.

    Ergo, ist es auch überaus normal, dass es eben auch Behinderte mit Russophobie, und Ukraineüberhöhung, gibt

    M e n s c h e n

    wie wir alle eben nur Mitmenschen, mit all ihren Stärken und Schwächen, ihren Urteilen und Vorurteilen gegenüber anderen. 😉

    Sorry, nur meine bescheidene Meinung, nicht erst seit ich die Bücher, von oben erwähnten Autor gelesen habe.

    Gruß
    Bernie

  2. Gerade der Sport, der im Nationaltrikot stattfindet, sollte ausschließlich der friedlichen Völkerverständigung dienen und eine Brücke über nationale Konflikte hinweg schlagen. Wer das nicht kapiert, sollte der Veranstaltung fern bleiben oder wegen unsportlichen Verhaltens disqualifiziert werden.

    1. Und wenn rund um den Sport im Nationaltrikot immerfort nur Delirien des Nationalismus und der organisierten Feindseligkeit gegen andere Völkerschaften anzutreffen sind? Wenn Sportreporter gar keinen anderen Gesichtspunkt mehr kennen als den Sieg der Nation und systematisch parteiische Aversionen schüren? Könnten wir das dann auch mal so festhalten? Könnten wir das als einen der Zwecke dieser Festwochen von Doping und Kommerz identifizieren? Und uns mit Grausen von diesem Mist abwenden?
      Nein, dürfen wir nicht! Stattdessen versichern uns freiberufliche Sozialkunde-Lehrer tagaus, tagein, dass diese Veranstaltungen doch dem genauen Gegenteil zu dienen hätten, eigentlich jedenfalls und weil es doch in wohlklingenden Präambeln so zu lesen steht. Wir sollen uns also mit trux systematisch dumm stellen, damit wir weiter Olympia und dergleichen mögen können. Wieder einmal erweist sich diese Sorte von Idealismus als freigewählte Verblödung, die die Moralisten aber auch ihren Mitmenschen verbindlich verordnen möchten. Denn sonst würden diese am Ende nicht jedem vorfindlichen Übel weiter die Stange halten, und das geht ja nun gar nicht…

      1. @nörgler(dein Name ist das Programm?)
        „Gerade der Sport, der im Nationaltrikot stattfindet, sollte ausschließlich der friedlichen Völkerverständigung dienen und eine Brücke über nationale Konflikte hinweg schlagen. Wer das nicht kapiert, sollte der Veranstaltung fern bleiben oder wegen unsportlichen Verhaltens disqualifiziert werden.“

        Lese doch einfach, was da steht……oder verstehst du tatsächlich nicht, was Trux sagt?
        Dein Kommentar hat nichts mit dem zu tun, was Trux geschrieben hat

        1. Sie ahnen jedenfalls irgendwie, dass ich den affirmativen Idealismus von trux kritisiere, wollen meine Argumentation aber nicht zur Kenntnis nehmen und tun den Einwand als Leseschwäche ab. Ich verstehe daher: Sie wollen sich den Glauben daran, dass die Einrichtunge eines entfesselten Kapitalismus samt kulturellem Überbau hierzulande eigentlich immer das Gute und Schöne bedienen sollen, wider alle Evidenz nicht nehmen lassen. Ihre Wahl…
          Wenn Sie ein wenig Bildung mitgekriegt hätten, dann wüssten Sie übrigens, dass sich ‚Der Nörgler‘ auf eine literarische Figur bezieht. In Karl Kraus’ monumentaler Tragödie „Die letzten Tage der Menschheit“ ist der Nörgler die zentrale Reflexionsfigur und das Sprachrohr des Autors selbst. Er fungiert als unbequemer Kritiker, der stets an unpassender Stelle mit Einwänden gegen der Ersten Weltkrieg daherkommt, also nörgelt, während alle anderen sich konstruktiv in dem Gemetzel einrichten. Vermutlich waren das positiv eingestellte Leute mit Hang zum Idealen und geringem Textverständnis wie Sie…

          1. @ nörgler
            Der einzige Sport, bei dem ich zusehe, ist Snooker.
            Nichts von deinen Beobachtungen trifft auf diesen Sport zu. Auch die Kommentatoren sind andere als die von dir beschriebenen. Kann wohl sein, dass deine Beurteilung für Fußball und Ähnliches zutrifft.
            Deine Einwürfe zu Trux’ Text gehen trotzdem daneben, du hast tatsächlich nicht verstanden, was Trux schrieb.
            Karl Kraus kenne ich nicht und statt monumentaler Tragödien lese ich lieber Daniel Kahneman, was er schreibt, ist schon tragisch genug….
            nein, bürgerliche Bildung habe ich (ganz sicher) nicht … das hast du richtig erkannt.
            Ein Nörgler ist in der Umgangssprache, an die ich mich halte, wenn ich mit Menschen Umgang habe, eben einfach das: ein Nörgler, ein Besserwisser, eine Pfeife … Sicher keine erstrebenswerte Beurteilung. Daran ändert sich auch nichts, nur weil sich bürgerliche………….

        2. @nörgler(dein Name ist das Programm?)
          Lese doch einfach, was da steht……oder verstehst du tatsächlich nicht, was Trux sagt?
          Dein Kommentar hat nichts mit dem zu tun, was Trux geschrieben hat

          Oh doch, und ob.
          Es sind absolut vernünftige Einwände, die der Nörgler da vorbringt. SELTEN sind die, daher ungewohnt – das ist alles.
          Wer nicht „einfach liest, was da steht“, das sind Sie, bonnie.

          1. Da sagen Sie etwas, foehre: Diese Sorte von ‚Kritik‘, dass man jedes Ärgernis immer nur als irgendwie versehentliche oder temporäre Abweichung von den eigentlich herzensguten Zielsetzungen hierzulande verstehen will, die ist so eingefahren und zementiert, dass Leuten wie Bonnie eine andere Perspektive so vorkommt, als ob einer das Gilgamesch-Epos in der Originalsprache rückwärts rezitiert…

          2. @ foehre
            Auch du hast das „sollte“ im Post von Trux nicht wahrgenommen

            Das Geschwafel vom Nörgler ist nicht falsch … das habe ich nicht gesagt und denke ich auch nicht.

            Es ist nur fehl am Platze, weil es dem, was dort steht, nicht gerecht wird….
            Als eigenständiger Post hätte das Geschriebene eventuell sogar einen Daumen nach oben bekommen.
            So aber, hat mir der Nörgler, mit seiner Antwort, tiefe Einblicke in seine Persönlichkeit verschafft und gezeigt, wie er tickt….

  3. Mein spontanes Urteil: Das ist das bislang übelste Machwerk, das auf OV als Artikel erschienen ist. Lorenza Colzato und Bernhard Hommel lieben ja spontane Urteile, nähren sie doch, was sie zur Profession gemacht haben, die in „wissenschaftliches“ Gewand gekleidete, rassistisch-patriarchale Herabsetzung des „Massenmenschen“ und seiner theoretischen Entmächtigung. Beste Begleitmusike zur Renaissance des „Führerprinzipes“ im Sinne eines Carl Schmitts, das den Geist von Kommentariat und Redaktion hier prägt.

    Kurze Antithese: Bürgerliche Menschen des 21. Jhd, die nicht zu den berüchtigten „1%“ Wohlhabenden zählen, verfügen – schematisch – über etwa 0,00001% ihrer Entscheidungsgründe, der Rest ist ihnen im Leben der Nation entzogen. Die sie nicht verlassen können, und wenn sie sie verlassen, landen sie unweigerlich – wie gesagt, die 99% – in einer anderen Nation, für die dasselbe gilt.

    Also „tun sie, was sie tun müssen“. Dieser Spruch fiel fehlt bezeichnenderweise in der anglophilen Spruchsammlung der Autoren. Die Sprecher zapperln in der Zange zwischen Anforderungen des Kapitals und der Staaten an ihre Dienstbarkeit und den aller elementarsten Lebensbedürfnissen, einschließlich abzulachen und zu ficken.

    So seien sie halt gestrickt, die Dummbatzerln, konstitutionell:

    Menschen haben einen starken Drang zu dem, was man im englischen Agency nennt: den Willen, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Auch dann, wenn man eigentlich gar nichts tun kann, und wenn man eigentlich gar nicht zuständig ist.

    Die Diagnose liegt ihnen derart am Herzen, daß sie die doppelte Fälschung nicht schert. Weder ist agency semantisch das, was sie daraus machen, noch geht es überhaupt in dem, was sie kolportieren, um „agency“, weder die korrekte noch die gefälschte Fassung, sondern um die Elementarform dessen, was in „Olympia“ abgefeiert wird: Teilhabe, egal, wie. „Dabeisein ist alles“. Bis in die Haarspitzen sind Lorenza Colzato und Bernhard Hommel von diesem Motto angefüllt – standesgemäß, versteht sich.

    Und über dieses Fazit können sie wohlmöglich herzlich ablachen.

    1. Mein spontanes Urteil: Das ist das bislang übelste Machwerk, das auf OV als Artikel erschienen ist.

      Zugegeben, Sarkasmus nicht zu kennzeichnen, kann sich als problematisch erweisen; das hätten die Autoren sicher besser machen können. Dennoch: vielleicht sollten Sie sich den Text noch ein zweites mal zu Gemüte führen.

      1. Was schert dich mein intellektuelles / seelisches Befindlichkeitsurteil? Scher dich um deine Angelegenheiten.

        PS.: Zum Beispiel um dein Leseverständnis: Welchen Inhalt / Belang, welche Rolle hat eine Aussage in einem Kon-Text. Vielleicht gelangst du dann gar dahin, einen Text als eine Konstruktion wahr zu nehmen und diese zu entziffern.

      2. @Alex …R
        Ich hab‘ mir den Text nun ein zweites Mal durchgelesen, weil ich weiß, wie ich mit Artikel verfahre, die anfangen mich zu langweilen, eben wie beim ersten Durchlesen. Dann scroll ich einfach weiter und immer schneller weiter, sage dabei mein übliches blablabla vor mir her, bis mein Blick vielleicht auf eine Stelle fällt, die ich dann kommentiere.
        Eines ist sicher, ein drittes Mal
        lese ich ihn mir nicht durch. Ansonsten gelange ich womöglich noch zum gleichen Schluss wie Qana.
        Noch bin ich in der friedlichen Stimmung den Artikel nur als Müll abzutun. Ich hätte mir ein zweites (vollständiges) Durchlesen nicht antun sollen.

    2. Nun aus deinen Entscheidungsgründen würde ich Entscheidungsmöglichkeiten machen.

      Da du sonst nicht verlegen bist Wörter genau zu definieren verstehe ich nicht warum du das beim Begriff „agency“ nicht tust. Nur zu behaupten der Begriff sei falsch angewandt ist ein wenig dünn.(und lässt außen vor das man Begriffe sehr Individuell definieren kann)

      Im Nachfolgenden Artikel geht es unter anderem auch um besagte „agency“;(im Amerikanischen Kontext)

      https://harpers.org/archive/2026/03/childs-play-sam-kriss-ai-startup-roy-lee/

      1. Die Frage kann ich schnell beantworten: „Willen, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen“ ist eine sozialpsychologisch geprägte, ontologische Aus- und Umdeutung. Aber wie und warum, das wollte ich nicht vorgeben, das kann jeder bei Interesse mitzuvollziehen suchen, und wie das jeweils geschieht, hängt halt sehr an vorausgesetzten Urteilen.
        Dein Link gibt dafür gutes Anschauungsmaterial.

        „Entscheidungsmöglichkeiten“ gibt es biographisch unzählig. Aber die den Optionen einbegriffenen Zwecke sind so gut wie alle vorgegeben. Die meinigen übrigens einbegriffen, sage ich sicherheitsnadelhalber.

      2. Ich war schon wieder im Garten, da fiel mir eine Option ein, „agency“ auf allgemeine Weise verständig zu erklären:

        Haben Viren „agency“? Die Frage kann man stellen, wenn man weiß, die Viren-RNA weist spezifische Mutagenitätszonen auf.
        Weil aber die Vermehrung und also Erhaltung der Viren ausschließlich an den Wirtsorganismen hängt, fällt die scheinbare „agency“ viraler Mutagenität ganz an die „agency“ der Wirte und ihrer Biochemie, einschließlich deren Mutagenität.

    3. Kurze Antithese: Bürgerliche Menschen des 21. Jhd, die nicht zu den berüchtigten „1%“ Wohlhabenden zählen, verfügen – schematisch – über etwa 0,00001% ihrer Entscheidungsgründe, der Rest ist ihnen im Leben der Nation entzogen.

      1. können Gründe im Unterschied zu Handlungsmöglichkeiten nicht „entzogen“ werden. Die bewußte Wahl eines konformistischen Wegs erfolgt ebenfalls aus persönlichen Gründen – und sei’s nur um eventuellen Nachteilen aus dem Weg zu gehen.
      2. Wenn wir dem Bild der völligen Ausweglosigkeit folgen, das „Qana“ hier zeichnet, so müssten wir annehmen, dass die erwähnten Sportler Kazmaier und Baumann sogar noch mehr als ihre Mannschaftskameraden „ihrer Entscheidungsgründe beraubt“ waren, Und zwar so sehr, dass sie nicht einmal ihre russischen Kontrahenten anzuschauen wagten. Erscheint das plausibel?
      3. stellen die „westlichen“ Sportverbände gegenwärtig der Not gehorchend höchstselbst Argumente für alternatives bzw. normales Verhalten bereit, auf das man sich berufen kann. Als nämlich vor kurzem Diskussionen über den Umgang mit israelischen Sportlern einsetzten antworteten die Verbände umgehend, man möchte doch bitte „den Sport aus der Politik heraushalten“.

      Lorenza Colzato und Bernhard Hommel lieben ja spontane Urteile, nähren sie doch, was sie zur Profession gemacht haben, die in „wissenschaftliches“ Gewand gekleidete, rassistisch-patriarchale Herabsetzung des „Massenmenschen“ und seiner theoretischen Entmächtigung.

      Selbst wenn diese Behauptung zutreffen sollte, so wäre der prätentiöse Kommentator, dessen „Verlaufsform“ (lol) gegenwärtig auf den Namen Qana hört, wohl der Letzte, der sich an herabsetzendem Umgang mit „dem Massenmenschen“ stoßen sollte.

      1. Zu 1.: Nimm bitte meine Antwort an Karl zur Kenntnis.

        zu 2.:
        a) Ich kann mir diese doofe Unterstellung auf zuvorkommende Weise nur so erklären, daß du den Unterschied zwischen „Entscheidungsgründen“ und den von dir eingebrachten „Handlungsmöglichkeiten“, den du grad aufgemacht hast, gleich wieder kassiert hast. Ich habe nicht von Handlungsoptionen gered‘.
        b) Ich habe nicht über „Kazmaier und Baumann“ gered‘, sondern über die Verallgemeinerungen, die Colzato und Hommel mit ihnen BEBILDERN. Weißt du noch, was das ist, „bebildern“?
        Wahrscheinlich nicht, also sag ich’s meinen Lesern unter dem nächste Punkt:

        zu 3.: Verhetzung war nicht das Thema von Colzato und Hommel, die vermerken vielmehr strategisch nur, daß Kazmaier und Baumeier kein Argument für ihr Tun anzugeben wissen, nur Motive. Du nimmst diese Modelle her, mich mit ihnen zu verdreschen, weil ich den Gebrauch, den Colzato und Hommel von ihnen machen, nicht indossiere. Eine absurde Konstruktion von „Kontaktschuld“.

        Und letztens: Meine Antithese allein schließt schon aus, daß der „Massenmensch“, „Normalmensch“ etc.pp eine Kategorie ist, die ich iwie teile. Mal abgesehen davon, daß du mich seit mindestens 18 Jahren besser kennst. Deine Bemerkung ist eine potthässlich verschissene Anbiederung an die Ratzen, die meinen, weil ich, wenn ich will, so schwätzen kann, wie ein „Großkopferter“, auch einer von solchem Geist und Stoffe sei.
        Ich bin versucht, zu sagen: Schäm Dich was.
        Aber auch das vermagst du vermutlich nicht länger.

  4. „… Aber in einem sind wir Weltmeister, wie schon so oft: im Zeigen von Haltung!“

    Im Zeigen der falschen, opportunistischen Haltung, hätte, wenn überhaupt, da stehen müssen. Ich hätte z.B. mir mehr Haltung versprochen von den deutschen Sportlern.

    „… Ist die Erwartung, dass Putin sich davon dermaßen erschrecken lässt, dass er seine Soldaten aus der Ukraine zurückzieht? Dass Indien und China so beeindruckt sind, dass sie das russische Öl nicht mehr kaufen?“
    Darum geht es meines Erachtens gar nicht. So blöd sind unsere Politiker (hoffentlich) nun wirklich nicht.
    Ich sage Politiker, weil derartige Veranstaltungen auch immer politisch sind. Beispiel Fußball: Deutschland ist Weltmeister. 😂 Welch ein Schwachsinn. Oder (wenn ich mich recht entsinne) wie es einmal Lothar Matthäus in einem Interview äußerte: Nachdem was ich alles für Deutschland geleistet habe… blablabla. Der gleiche Schwachsinn.
    Es geht also darum, am Beispiel Deutschland, dass sich die deutsche Bevölkerung mit der Haltung der Sportler identifiziert, sich durch die Geste anstecken lässt oder bestärkt fühlt. Solche Veranstaltungen dienen also der politischen Propaganda innerhalb der eigenen Bevölkerung und nicht darum, Putin zu beeindrucken.
    „… Der christlichen Überzeugung zur Folge geht es ja nicht nur um Verhalten, und um darum, ob es gut oder böse ist. Sondern um das Gute oder Böse des ganzen Menschen.“

    In einem Dorf lebte ein Junge, der ständig gehänselt, nie anerkannt wurde und mit dem man gerne seine Späße trieb.
    Einmal rief man ihn zu sich und gab ihm das Gefühl der Zugehörigkeit, lobte ihn sogar überschwänglich.
    Der Junge ging, das erste Mal in seinem Leben wirklich glücklich,
    davon. Man amüsierte sich über soviel Einfalt und freute sich hämisch über den gelungenen Scherz.
    Diese Geschichte hörte ich von einem Türken. Angeblich aus einer arabischen Erzählung.

  5. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn kriegstreibende Länder von Wettkämpfen ausgeschlossen werden. Grundsätzlich könnte dies ein kleines Diziplinierungsmittel gegen diese Länder sein.

    Grundsätzlich müssten dann aber die USA, die seit ca. 250 Jahren bestehen und in diesem Zeitraum nur 21 Jahre keinen Krieg führten, seit Jahrzehnten von allen Wettkämpfen ausgeschlossen sein. Da sie dies nicht sind und aktuell sogar die Fussballweltmeisterschaft austragen dürfen, stellt sich die Frage nach der Redlichkeit unserer solidarischen Moralkämpfer. Lüge und Heuchelei ist ihr Metier, nicht Moral. Diese Leute sind offenbar dumm wie geschnitten Brot.

    Diese deutschen Sportreporter mit ihrer Leidenschaft fürs Moralische kann man getrost vergessen.

    1. >> Diese Leute sind offenbar dumm wie geschnitten Brot.
      Bitte beleidige nicht das Brot. Es mag dumm sein, ist aber etwas sehr nützliches. DIESE Leute sind dumm – ja, zu etwas wirklich Nützlichem sind sie aber nicht zu gebrauchen. Also weg mit Ihnen !

  6. Warum sollten auch Behinderte besser, weniger nationalistisch, selbstgerecht und unsportlich sein als der „normale“ deutsche Mob?

    1. …lebendige Integration eben! Ich warte schon auf Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen diskriminierende Musterungsbescheide, die einen wegen fehlender Gliedmaßen, Erblindung oder schweren Gendefekten vom Kriegsdienst ausschließen. Eindeutig schwere Menschenrechtsverletzungen…

  7. „Viele finden zum Beispiel, dass eine fiktive Familie ihren geliebten Haushund, der bei einem Unfall zu Tode kam, nicht am Sonntag verspeisen darf. Selbst dann nicht, wenn niemand etwas davon weiß, niemand etwas davon sieht oder hört, sodass nicht einmal die Information selbst irgendwelchen Schaden bei irgendjemand anders anrichten könnte. Weil man das halt nicht tut. Bessere Gründe konnte keiner der Studenten angeben.“

    Diese Frage sollte man in Bezug auf den tragischen Unfall eines geliebten Kindes stellen. Warum darf man dieses nicht essen? Auch dann nicht wenn es Keiner sieht? Weil es gegen Gesetze verstoßen würde ? Wie sinnvoll sind also diese Gesetze? Wo führen uns derartige Fragen hin?

    Womit wir bei der Grundhaltung der Autoren wären, die in jedem ihrer Artikel aufscheint: Pure Menschenverachtung, Inkompetenz bei jeglichem Thema, die Weigerung über ihren kleinen Untertassentellerrand zu schauen.

    Die behinderten Sportler werden genau wie andere öffentlichkeitswirksame Personen im Vorfeld ihre Anweisungen von oben bekommen und haben diese zu befolgen. Sonst bleiben sie halt zuhause und verlieren jegliche Förderung. Diese Systematik zu durchleuchten, wäre einmal einen Artikel wert, nicht das oberflächliche, sinn- u. intelligenzbefreite Geschwafel dieses Artikels.

    Im Übrigen : Ich hege keinerlei Sympathien für die ukrainische Regierung oder für die Ukrainer, die ich bisher kennenlernen mußte….

  8. „Nachdenken heißt so, weil man erst handelt und dann denkt.“ Das hat dieser Artikel sehr gut vorgeführt. Oder wäre es nachgeführt? Oder wird denken nachgereicht? Jedenfalls wurden für diesen Artikel viele Zeichen gesetzt. Oder getippt. Sehr symbolisch, sehr wichtig, weil Symbole. Boykottiert wurde auch. Die Frage nach „warum?“. Dieser Artikel da steht. Aber eine Ahnung hat Kommentator Bernie und schreibt: „Behinderte sind auch nur Menschen“. Die AutorInnen meinen: „Menschen sind auch nur behindert.“ Trotz oder mit Agency. Und symbolische Artikel schreiben ist Para-Olympisch. Und sportlich. Das zeigt doch Leistungsbereitschaft. Und Siegeswille. Bei den Behinderten. Und Paralysierten. Und die sich gefragt haben, warum die Ukrainer und Russen nicht an der Front sind.

    1. Die Russen und Ukrainer. Sie sind die Front. Bis ins Innere. Einander abgewandt. Symbolisch ist das. Nicht. Nur hilflos. Und behindert. Erstarrt in der Haltung. Nicht bewegt in Solidarität, Respekt oder Hilfe. Sondern der Herablassung zu den gleichen Gestellten, Behinderten, Soldaten, Kämpfern. Medaillen und Orden. Lorbeeren und Schärpen. Epauletten und Trotteln in Urnen. Gradwanderung oder Grabwerdung. Ein Tusch für alle. Eine Zigarre für die AutorInnen. Zum Che in ihnen. Wo die Sonne niemals scheint.

  9. War das nicht so gedacht, dass der Sport Brücken bauen sollte, wo die Politik sie eingerissen hatte? Jetzt dient der Sport dazu, Brücken unter deutscher Führung einzureißen.
    „Zeichen setzen“ ist immer ein Zeichen argumentativer Unfähigkeit.

    Die Deutschen sind wieder wie früher. Es waren nur ein paar Jahrzehnte Pause.

  10. „…….haben Menschen ein aus wissenschaftlicher Sicht falsches Bild über die Beziehung zwischen ihren Gründen und ihren Entscheidungen. Dem aus der griechischen Philosophie stammenden Stereotyp zufolge überlegen wir hin und her, bevor wir entscheiden, und die Entscheidung stellt daher eine Art von Integration unserer Gründe dar.

    Zahlreiche Forschungsergebnisse legen aber das exakte Gegenteil nahe: In der Regel entscheiden wir, und erfinden dann Gründe, die diese Entscheidung plausibel erscheinen lassen. “

    Sie hätten ihren Artikel auf diese 2 Sätze reduzieren sollen … dann wäre er lesenswert gewesen …

  11. Vor allem wird bei den ganzen Haltungs-Zeigern eines klar:

    Es ist wohlfeil, der Obrigkeit nachzuplappern.
    Keiner dieser Vögel würde bei so einer Veranstaltung wegbleiben, um „gegen Israel“ zu protestieren. Oder die „US-Kinderanzünder“.
    Das könnte die Karriere kosten.

  12. Was soll es bringen, wenn bei der xxyz Feier keine teutsche Fahne geschwungen wird ?
    Was bringt es, wenn man im Urlaub NICHT auf eine Horde Teutscher trifft ?

  13. “ Nur weil in diesem Land andere Menschen wohnen, die Befehle eines Regimes ausführen – das wir übrigens weder politisch, noch ideologisch, noch moralisch verteidigen wollen.“
    Wie man doch mit einem einzigen Satz einen ganzen Artikel kaputt- bzw. unglaubwürdig machen kann.

    1. Wenn der Satz weiterginge, etwa ‚…, allerdings erst recht nicht die Politik, Ideologie und Moral des Westens‘ wäre er vertretbar.

  14. Gegen den offenbar schon Jahrhunderte alten Russenhass in vielen europäischen Ländern ist kein rationales Kraut gewachsen. Wunderbare Voraussetzungen für die Militaristen, die ihn selbstverständlich hegen und pflegen, um so ihre feuchten Kriegs- und Machtträume der Erfüllung näher zu bringen oder auch nur den Kurs von Rüstungsfirmenaktien in schwindelnde Höhen zu treiben.

    1. @ zack 15: jahrhundertealter [deutscher]
      Russenhass …?….. Es gab auch andere Jahrhunderte, eine beinahe innige Verbin dung zwischen D und R. So ganz kräftig hat die Nazipropaganda den Hass auf die
      Russen = slawische Untermenschen usw.
      in die Hirne der Teutschen geprügelt. Da
      sitzt er bei allzu vielen bis heute.

  15. Es gibt wohl noch einen weiteren Grund: Beim Sport trauen sich manche die Klappe aufzureißen, gegenüber starken Wirtschaftslobbies eher nicht, da steht die Moral dann doch zurück.
    „Immerhin handelt es sich um Teilnehmer der paralympischen Spiele, also um Leute, die sich leider sehr gut auskennen mit Diskriminierung.“
    Ein seltsamer aber weit verbreiteter Fehlschluß. Warum sollte aus erlebter Diskriminierung eine Pflicht folgen besser sein zu müssen? Sowas Ähnliches gibts auch im Umgang mit Israel, wo auch Viele denken daß es die Juden eigentlich besser wissen sollten.
    Was für ein anmaßender Fehlschluß aus bereits erfolgter Benachteiligung.

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