Der Aufstand der „Generation Z“

Brennendes Auto in Paris
Jorge Jaramillo, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

In Frankreich, in Belgien, in Italien, Albanien, Spanien und Portugal gehen die Menschen auf die Straße und demonstrieren. Wogegen? Dagegen, dass sie offensichtlich keine Zukunft mehr haben.

Die deutsche Mainstream-Journaille hat mal wieder nichts, absolut nichts begriffen. Tagtäglich sieht man in „Tagesschau“ und „Heute Journal“ Bilder von Verwüstung und Plünderung, erregen sich die Moderatoren über das irre Volk, das in den „romanischen“ Ländern Europas in einem offenbar nihilistischen Rausch Polizisten angreift, Läden ausraubt und Rathäuser abfackelt. Doch wer aufmerksam zuhört, ahnt ein wenig, worum es bei diesen „Gewaltorgien“ eigentlich geht: Die Lage eskalierte erst, so formulierte es eine junge Pariser Demonstrantin vor den Kameras des Arte-„Journals“, nachdem die Kundgebung, an der sie teilnahm, von der Polizei gewaltsam aufgelöst worden war.

Selbst auf den TV-Bildern, die von den deutschen Öffis ausgestrahlt wurden, war unschwer zu erkennen, dass die Sicherheitskräfte in Frankreich spätestens vom zweiten Tag der Proteste an mit beispielloser Brutalität vorgingen. Ein Schüler verlor seine Hand durch die Explosion einer von der Polizei abgefeuerten Blendgranate, ein anderer erblindete, wieder einem anderen wurde der Kiefer zertrümmert. An die 10.000 Demonstranten, hauptsächlich Minderjährige, wurden in den letzten Tagen verhaftet. Immer wieder sah man kriegsmäßig ausgerüstete Uniformierte, auf deren Rücken der Schriftzug „CRS“ prangte: die berühmt-berüchtigte Prügeltruppe, die direkt dem französischen Innenminister untersteht und bereits im legendären Mai 1968 auf alles einknüppelte, was nach „Subversion“ aussah. Apropos „Mai 1968“: Dort solidarisierten sich die Gewerkschaften und die Linksparteien erst dann mit dem studentischen Protest, als die Staatsmacht versuchte, diesen – ganz ähnlich wie heute – mit Gewalt niederzuschlagen.

Zukunftsangst

Denn in Frankreich, im heißen Oktober 2026, waren die ersten Massendemonstrationen der Schüler, die marode Schulgebäude und allerorten fehlende Lehrkräfte beklagten, anfangs ebenfalls friedlich. Erst der absolut unverhältnismäßige und unbarmherzige Polizeieinsatz führte zu einer massiven Gegenreaktion (immerhin sind wir ja hier im Mutterland der Revolution). Selbst vermeintlich privilegierte Schüler aus den Nobelgymnasien der vornehmen Pariser Stadtteile schlossen sich dem Protest an, dann Studenten, dann die Linksparteien (allen voran Jean-Luc Mélenchons LFI) und die großen Gewerkschaften. Auf allen Kundgebungen tauchten massenhaft die Flaggen der LFI und der linken Gewerkschaft CGT auf, selbst die Gelbwesten – schon längst für tot gehalten – stiegen wieder aus der Gruft und mischten mit. Lehrer marschierten in der ersten Reihe, Professoren, Bürgermeister – schon nach wenigen Tagen mutierte das Ganze zu einem veritablen Volksaufstand.

Und nicht nur in Frankreich brennt die Hütte. Auch in Belgien formierte sich Protest, etwa in Lüttich und in Brüssel, hier angeführt hauptsächlich von Studenten, die sich gegen eine drastische Erhöhung der Studiengebühren wehren. In Albanien reißen die Massenkundgebungen gegen die dortige, zutiefst korrupte Regierung nicht ab, auch in Italien und in Spanien und Portugal, wo die massive Wohnungskrise für Wut in weiten Teilen der Bevölkerung sorgt, gehen die Leute auf die Straße – und „erobern“ teilweise sogar den öffentlichen Raum, wie etwa in Madrid. Was ist da los? Ganz einfach: Das Volk, zumindest der weniger wohlhabende Teil desselben, hat die Nase endgültig voll: von ständigen Sozialkürzungen, vom Verschleudern der ihm abgepressten Steuermilliarden für Rüstung und für das große schwarze ukrainische Loch, von den Lügen ihrer jeweiligen Regierung und der alteingesessenen Mainstream-Parteien. Und vielerorts, wie eben in Frankreich, stehen die Jungen in der ersten Reihe der Demonstranten – weil sie ahnen, dass sie in dieser unserer Gesellschaft überhaupt keine auch nur halbwegs attraktive Zukunft mehr haben.

Protest aus Frust

Seine Generation, erklärte ein junger Portugiese der ihn befragenden Journalistin in irgendeinem der vielen Filmbeiträge, die in den letzten Tagen über den Bildschirm flimmerten, müsse mit Ende zwanzig, Anfang dreißig, noch bei den Eltern wohnen, weil die Mieten einfach unerschwinglich seien – und an eine normale, „bürgerliche“ Existenz und daran, einmal selbst eine Familie zu gründen, sei unter diesen Umständen überhaupt nicht zu denken. Das Aufstiegsversprechen, das noch in den 1960er und 1970er Jahren die Klassengesellschaften West- und Nordeuropas zusammenhielt, sei heute nur noch eine leere Floskel, lamentierte vor kurzem eine Expertin in einer der vielen Talkrunden auf ARD und ZDF – das stimmt, aber die Realität ist noch viel dramatischer. In gewisser Hinsicht zerstört der entfesselte Superkapitalismus des 21. Jahrhunderts nämlich, und das in rasant zunehmendem Maße, seine eigene gesellschaftliche Basis: die klassische Bourgeoisie. So, wie deren traditioneller Gegenpol, die Arbeiterklasse, durch den Prozess einer beispiellosen Prekarisierung zumindest teilweise regelrecht liquidiert worden ist, droht dasselbe Schicksal nun großen Teilen der so genannten Mittelklasse. Selbst ein gutbezahlter Angestelltenjob reicht heute vielerorts nicht aus, um ein halbwegs komfortables Leben zu führen: zu hoch sind die Mieten, zu unerreichbar Wohneigentum, zu hoch die Lebenshaltungskosten. Die schmerzhafte Erkenntnis, dass in weiten Teilen Europas die Kinder ganz offensichtlich den Lebensstandard ihrer Eltern nicht mehr werden erreichen können, bricht sich Bahn – und die Massenproteste in Frankreich und Belgien, auf der iberischen Halbinsel und in Italien nähren sich aus diesem Frust.

Und auch die Herrschenden, vor allem die in Frankreich und Italien, haben offenbar nichts begriffen. Eine Krisensitzung des jeweiligen Kabinetts jagt die andere; der französische Premierminister Sébastien Lecornu (nebenbei bemerkt: ein ehemaliger Verteidigungsminister) wies die Präfekten an, flächendeckend Ausgangssperren zu verhängen, und erwägt nun sogar die Ausrufung des Ausnahmezustandes. Doch so wie es aussieht, wird wohl keine auch noch so massive staatliche Repression den Geist wieder in Flasche zurückdrängen können – weder in Frankreich noch anderswo. Er habe noch nie so viel Wut auf der Straße erlebt, konstatierte Fabien Roussel, der Chef der französischen Kommunistischen Partei, bereits letztes Jahr, als damals schon massenhafte Sozialproteste das Land erschütterten – die Wut ist seitdem noch sehr viel größer geworden, wie man an den zweifellos zahlreichen und spektakulären Vandalenakten im ganzen Land in den letzten Tagen ablesen kann.

Und in Deutschland? Rund 38 Prozent der Studentinnen und Studenten hierzulande leben unterhalb der Armutsgrenze, fand kürzlich eine Studie heraus. Warum, fragt sich da der aufmerksame Beobachter des Zeitgeschehens, sind die eigentlich noch nicht auf der Straße?

Norbert Faulhaber

Norbert Faulhaber fing nach einem Studium der Politikwissenschaften, Rechtswissenschaften und Soziologie 1991 bei der Konstanzer Tageszeitung „Südkurier“ an: als freier Mitarbeiter für TV- und Filmkritik, Konzertberichte und CD-Besprechungen. Ab 1998 arbeitete er auch als Vertretung des TV-Redakteurs, von 2004 bis 2006 als Verantwortlicher für die tägliche TV-Programmseite. Von 2006 bis März 2023 arbeitete er als Redakteur am NewsDesk See-West in Konstanz.
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11 Kommentare

  1. Nein, nein,nein. Die Rechten erklären uns doch gerade, dass es es sich um organisierte Migrantengewalt handelt. Dies, nach ein paar Tagen erkennbarer Kognitiver Dissonanz, von der man sich erst erholen musste, bis man den Feind klar benennen konnte und auch der Schwachkopf von überm Teich die Migranten als Grund allen Übels erkannte.

  2. Hier kann ich erstens auf meinen Kommentar zu Strecks Artikel verweisen, unter Streichung des Punktes 5.
    https://www.franceinfo.fr/societe/mobilisation-du-17-octobre/qui-est-concerne-pour-combien-de-temps-cinq-questions-sur-les-couvre-feux-partiels-mis-en-place-a-paris-bordeaux-lyon-lille-nice-et-marseille_8245186.html

    Zwei Ergänzungen:
    1968 habe sich nicht die Gewerkschaften den Studenten „angeschlossen“, sondern erst orthodoxe Kommunisten den zahlreichen Arbeitern und Angestellten, die sich angeschlossen hatten, dann auch bürgerliche Gewerkschaften den von den orthodoxen Kommunisten geprägten Gewerkschaften.

    Hier ein Artikel zu den Ausgangssperren:
    https://www.franceinfo.fr/societe/mobilisation-du-17-octobre/qui-est-concerne-pour-combien-de-temps-cinq-questions-sur-les-couvre-feux-partiels-mis-en-place-a-paris-bordeaux-lyon-lille-nice-et-marseille_8245186.html
    Ich kenne mich in Frankreich nicht mehr aus, kann also nicht beurteilen, welchen taktischen und strategischen Maßgaben sie konkret folgen könnten.
    Aber gesagt werden sollte, daß die nur in Paris und Lyon für den gesamten Publikumsverkehr in den vergleichsweise kleinen Bezirken gilt, überall sonst gelten sie für „Minderjährige ohne Begleitung“.
    Letzteres gilt auch für Lille und einige Satelliten, wo die Ausgangssperren bereits um 20 Uhr beginnen.
    Andernorts gelten sie ab 21 Uhr. Bordeaux kenne ich gut – hier gilt sie zwischen 22 und 7 Uhr, aber betroffen ist nur die typische „Einkaufsmeile“ im Zentrum und das Départements-Parlament.

  3. Ich bin wirklich baff, mit welche Chuzpe Herr Schuster hier schwere kriminellen Handlungen verharmlost bzw. wegen tatsächlich existenter sozialer Schwierigkeiten – unausgesprochen – rechtfertigt.
    So im Sinne von: Gehts mir schlecht, dann mach ich eben Randale und zünde mal was an … Erinnert mich an dieses bewusste berüchtigte und schlechte Ton-Steine-Scherben-Lied … !

    Meines Erachtens erleben wir derzeit sowie bei den Ausschreitungen der letzten Jahre die schwersten Zerstörungen, die in Frankreich seit über 100 Jahren erlebt hat. Das ist Bürgerkrieg niedriger Intensität. Und wer das nicht bereit ist Bürgerkrieg niedriger Intensität zu nennen, der hat seine Maßstäbe verloren.

    Mit der „Generation Z“ haben die Täter und Aktivisten herzlich wenig zu tun. Ich meine die Täter, nicht die anderen Demonstranten. Das sind Täter, die sich selbst ins Abseits stellen: ewige Randalierer und Leute, die Karl Marx als „Lumpenproletariat“ bezeichnete. https://de.wikipedia.org/wiki/Lumpenproletariat

    Indem der Autor zu suggerieren versucht, dass es sich hier hauptsächlich um leider um ihre Zukunft bangende fleißige Fachkräfte handeln würde, versucht, er eine falsche Fährte zu legen, ein komplett falsches Narrativ zu begründen und letztlich die verurteilungswürdige Kampagne sogar noch anzuheizen. Übel!

    Übrigens ist nun der Brandstifter am Rathaus von Limoges gefasst worden: ein 40-jähriger Linksextremist.
    Genaueres hier: https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2026/linksextremist-nach-verheerendem-rathaus-brand-von-limoges-gefasst/
    Lachhaft zu behaupten, dass der zur „Generation Z“ gehören würde!

    Für die krassen Gewalttaten nun die Polizei verantwortlich zu machen, ist grotesk und grenzt an Demagogie.
    Ich kann es mir nur so erklären, dass sich der Herr Schuster selbst politisch in extremem Fahrwasser bewegt und zu den Sympathisanten dieser hochproblematisch Partei von Melenchon gehört.
    Wesentlich näher an der Realität scheint mir diese Sicht: https://www.cicero.de/innenpolitik/von-paris-nach-berlin-die-intifada-vor-der-haustur

    Ich hoffe sehr, dass es nun rasch zur Ausrufung des Ausnahmezustandes kommt!
    —

    Und zur „Not“ der heutigen Studenten:
    „Rund 38 Prozent der Studentinnen und Studenten hierzulande leben unterhalb der Armutsgrenze, fand kürzlich eine Studie heraus.“
    Na und?! Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
    Ich bin wirklich schockiert, dass der Autor glaubt, ein Student oder sonst wie ein Auszubildender hätte sozusagen das Recht auf Wohlstand. Das gabs noch nie! Auch die Studenten der 1980er Jahre lebten vergleichsweise bescheiden.

    Vermutlich würde es so manchem heutigen Studenten auch besser gehen, wenn er – nach einer ohnehin (siehe PISA) zweifelhaften Schulbildung – statt eines Studiums lieber eine richtige Berufsausbildung absolviert hätte, statt ein wenig produktives Heer von ohnehin schon zu vielen Geisteswissenschaftlern noch mehr zu vergrößern.

    1. Die Gewalt, die Frankreich glaubte, gefahrlos in die Ukraine exportieren zu können, kommt wieder zurück. Wenn in einem Land, das neue Atomraketen testet, es in den Schulen überall reinregnet, und Ratten durch die Gänge laufen, kann man die jungen Leute verstehen. Gewalt ist oft ein Zeichen von Schwäche und Hoffnungslosigkeit. Ja Lehrjahre sind keine Herrenjahre, ich habe im Studium vier Jahre auf 15 Quadratmetern gewohnt, ohne Dusche, Toilette in der Nachbarwohnung – aber wir hatten damals eine Perspektive. Mit 25 hatte ich einen auskömmlichen Job. DAS ist der Unterschied zu heute.

    2. „Ich hoffe sehr, dass es nun rasch zur Ausrufung des Ausnahmezustandes kommt!“
      Er ist doch da, in den Städten Paris, Lyon, Bordeaux….da wird sich nichts ändern,
      die Demonstrationen verbieten? Warum?
      Die Gewalt sucht sich immer ihre Wege und
      in den Banlieus herrschen ungesunde Zustände, da ist eine Parallelgesellschaft entstanden und zwar UNTER den Augen der „Eliten“!
      Der französische Präsident Emmanuel Macron ist am Montag, den 19.10.26 zu einer mehrtägigen Reise in die Golfregion aufgebrochen. WARUM eigentlich?
      Gehen ihm die Zustände zuhause dermassen auf den Sack, dass er ins Ausland flüchtet?Der Präsident kümmert sich lieber um die Ukraine, versenkt die restlichen Milliarden, und reist in die Golfregion, weil, er möchte sich um die Energielieferungen kümmern.
      „Außenminister Jean-Noël Barrot zählt Frankreich zu den vorrangigen Zielen Wladimir Putin“ …..
      sind die alle mit dem Klammersack gepudert?
      sorry aber mir platzt langsam der Kragen,
      zuhause brennt die Hütte, es ist für nix
      Geld da aber die Verteidigungsinvestitionen bis 2030 sollen auf 436 Milliarden Euro erhöht werden. Das sind 36 Milliarden Euro mehr als ursprünglich geplant.
      Einige Milliarden könnten u.a. in das Schulsystem gesteckt werden……

  4. Apropos französische Prügelbullen:

    Am 17. Oktober 1961 (Massaker von Paris) wütete der CRS aber mal so richtig.
    200-300 Tote. Noch Wochen später an den Seineufern angespült.
    Weitere 12.000 tagelang in Sportstadien interniert (ob es sich da genauso angenehm leben ließ, wie 12 Jahre später in Chile, ist nicht bekannt)

    Wie üblich gab es für die uniformierten Mörder keine Strafe, sondern Sonderurlaub und Beförderung.
    Demokratie, wie sie leibt und lebt.

    Ceterum censeo intellegentiam artificialem vestram in cloacam demergendam esse.

  5. Mit der Gewalt ist das immer so eine Sache. Es hängt schwer davon ab wer sie ausübt und wogegen sie sich richtet.

    Dass es in Frankreich brennt, braucht einen nicht zu verwundern. Dass insbesondere die junge Generation allen Grund zum Protest hat, wird eigentlich nicht einmal von der hiesigen Öffentlichkeit bestritten. Nur hält man den Weg Frankreichs für alternativlos, auch wenn er dazu führt, dass Millionen Menschen ohne jede Perspektive in der Armut landen.
    Kapitalismus ist ohne Armut nicht zu haben, er beruht auf der produktiven Armut. Nur eben immer weniger. Es braucht einfach nicht mehr so viele Arbeitskräfte. Zudem sind die Kapitalstandorte in Europa nicht mehr so attraktiv für Anlage suchendes Kapital. Um dem entgegenzuwirken, findet Sozialabbau statt, werden Arbeitsschutz- und Umweltschutzmaßnahmen gelockert usw..
    Viele junge Menschen werden nie ein „normales“ bürgerliches Leben führen, sie werden sich nicht einmal eine Wohnung leisten können.
    Das scheint aber nicht der Skandal zu sein, sondern die Gewalt, die von den Demonstranten ausgeht. Dem muss mit aller Gewalt(!) begegnet werden. Das Volk hat die Zumutungen hinzunehmen, die ihnen die Politik aufmacht.

    Um den Gedanken rund zu machen. Würden ähnliche Zustände in Russland herrschen, und dort wütende Bürger den Kreml anzünden, was würde die hiesige Öffentlichkeit dazu sagen?

    Nicht falsch verstehen: das ist keine Rechtfertigung von Gewalt – egal von wem sie ausgeht. Es ist eine Begutachtung der moralischen Beurteilung von Gewalt durch die Öffentlichkeit.

    1. „…was würde die hiesige Öffentlichkeit dazu sagen?“ Schaunz doch mal zum Vergleich nach, was die hiesige Öffentlichkeit zu den vielen Toten in Odessas Gewerkschaftshaus 2014 sagt. Da sie wohl von den Richtigen verbrannt wurden: nix.

  6. Bei einer meiner vielen Radtouren für den Frieden in Südfrankreich in diesem Sommer (Bericht siehe hier:
    https://overton-magazin.de/top-story/ein-zeichen-fuer-den-frieden/ )
    kam ich bei später bei einem kurzen Zwischenstopp in den französischen Seealpen mit einem französischen Rennradler mittleren Alters ins Gespräch. Aus dem was er sagte, ging hervor, dass er Anhänger der Rassemblement national war.

    Bevor wir uns verabschiedeten meinte er: „Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt, aber so wie es aussieht haben wir in Frankreich im nächsten Jahr einen Bürgerkrieg.“ Das ist keine drei Monate her. Es gärt also schon länger, nur unsere Journalisten haben es nicht bemerkt. Die sprechen wohl kein Französisch – nur Macronesisch.

  7. Der Volksgenosse WoWi ist definitiv nicht desorientiert, er weiß, wo er schreibt, was er kommentiert und welches Jahr wir schreiben. Deshalb kann ich mir seinen Satz, „[Ich kann es mir] … nur so erklären, dass sich der Herr Schuster selbst politisch in extremem Fahrwasser bewegt“, nur so erklären, daß er einen Aufruf los werden wollte, die Herren Faulhaber, Schuster, Cechura aus dem Verkehr zu ziehen, wie die Amerikaner sagen, die WoWi so haßt.

    Theoretisch sehe ich mich auch selbst betroffen, aber die Spießgesellen des Herrn WoWi möchte ich daran erinnern, die Zeiten, die er herbei wünscht, sind seit 76 Jahren Vergangenheit – der Groteske zwischen 1972 und ca. 1982 ungeachtet. Aus demselben Hauptgrund, der sicher stellt, daß sich in D. kein nennenswerter Widerstand gegen den Krieg gegen die Hütten formieren kann. Das Einzige, was ihr noch putzen könnt, ist, einzelne Muslime und Nordafrikaner platt machen und in provokativen Massakern Passanten killen.

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