Deep Strikes und vermehrte zivile Opfer auf beiden Seiten eskalieren den Krieg

Am Mittwoch wurden bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Bus in Jenakijewo (DVR) acht Zivilisten getötet und neun weitere verletzt. Bild: t.me/RtrDonetsk

Kurz vor Beginn der Eröffnung des Internationale Wirtschaftsforums SPIEF und zum Beginn des Besuchs des Nato-Rats in Kiew hat die Ukraine mit Drohnen den LPG-Ölterminal in St. Petersburg mit mehreren Drohnen angegriffen. Die hoch aufsteigende Rauchwolke war weithin zu sehen. Es war ein spektakulärer Angriff, der die Verwundbarkeit Russlands offenbarte.

Während der Nacht hätte die Luftabwehr in ganz Russland 354 ukrainische Drohnen zerstört, berichtete das russische Verteidigungsministerium. In Russland wird behauptet, dass die Drohnen über die baltischen Staaten oder aus diesen nach St. Petersburg geflogen sind. Das wird dort abgestritten und erklärt, dass ukrainische Drohnen, die in die baltischen Staaten oder nach Finnland geflogen seien, entweder von russischen Truppen kommen oder durch Mittel der elektronischen Kriegsführung abgelenkt worden seien. Das birgt ein hohes Risiko für eine Eskalation, die schnell auf die Nato übergreifen könnte.

Finnland sei über den ukrainischen Drohnenangriff auf St. Petersburg vorab informiert gewesen, sagte Verteidigungsminister Antti Häkkänen. Das Militär sei bereit gewesen, eindringende Drohnen abzuschießen. Zur Sicherung war der Luft- und Seeverkehr in der Nähe der Regionen Porvoo und Lappeenranta eingeschränkt und Hornet-Kampfjets aufgestiegen. Es seien aber keine Drohnen eingedrungen. Häkkänen rechnet weiter damit, dass ukrainische Drohnen auch über Finnland Ziele in Russland angreifen: „Natürlich bergen solche Massenangriffe in der Ukraine immer verschiedene Risiken. Wir wollen nun eine solche Bereitschaft aufrechterhalten, dass wir, sollte die Situation eskalieren und hier etwas passieren, bereit wären, diese Angriffe abzuwehren“, so Häkkänen. Schuld trage alleine Russland, die Ukraine habe das Recht, Russland anzugreifen, insbesondere die Energieinfrastruktur. Am 15. Mai hatte die Ukraine selbst Finnland gewarnt, dass bewaffnete Drohnen „versehentlich“ Richtung Finnland fliegen.

Die Stadtverwaltung von St. Petersburg gab erst einmal nur bekannt, dass Drohnen der ukrainischen Streitkräfte „Infrastruktureinrichtungen“ in den St. Petersburger Bezirken Kronstadt, Kirowski und Krasnoselski angegriffen hätten und vier Personen verletzt wurden. Dafür wurde der Angriff umso mehr von Präsident Selenskij gefeiert, der am Mittwoch schrieb, die Entfernungen betonend, die die Langstreckendrohnen geflogen seien: „In der vergangenen Nacht wurden wichtige Einrichtungen auf russischem Territorium getroffen. Darunter befand sich auch der Ölterminal in St. Petersburg. Die Entfernung von der ukrainischen Staatsgrenze zu dieser Einrichtung der russischen Ölindustrie, die dem Krieg dient, beträgt etwa 1100 Kilometer. Auch rein militärische Ziele auf dem Stützpunkt Kronstadt wurden getroffen (die Korvette Boikiy soll beschädigt worden sein). Ein weiteres Ziel war ein Unternehmen in der Region Tambow, das an der Herstellung russischer Waffen beteiligt ist. Die Entfernung zur Frontlinie beträgt fast 600 Kilometer.“

Auch die Ukraine setzt auf Terror gegenüber der Zivilbevölkerung

Selenskij verschwieg allerdings den ukrainischen Angriff auf einen Bus in Jenakijewo auf der Strecke Moskau-Simferopol, durch den acht Personen getötet und neun verletzt wurden. Es gibt davon Aufnahmen einer Überwachungskamera. Dieser Angriff, der als Terroranschlag und Kriegsverbrechen bewertet wurde, war in Russland die herausragende Nachricht. Kreml-Sprecher Peskow kündigte „systematische“ Vergeltung an, nachdem Russland bereits Massenangriffe mit Drohnen und Raketen in Vergeltung des ukrainischen Angriffs auf eine Schule in Starobilsk, durch den 21 Mädchen starben und über 40 verletzt wurden, am 24. Mai und am 2. Juni ausgeführt hatte. Das ukrainische Militär wies die Anschuldigung zurück, in Russland wird von drei aufeinander folgenden Wellen von Drohnen gesprochen, was Absicht belege.

Nach dem russischen Verteidigungsministerium wurden militärische Ziele und Transport- und Energie-Infrastruktur-Einrichtungen angegriffen, die vom Militär genutzt werden. Am 2. Juni sollen auch Rekrutierungszentren angegriffen worden sein.

Aus der Ukraine gibt es hierzu keine Angaben, berichtet wird wie in Russland von den zivilen Opfern und Schäden an zivilen Gebäuden. Unsicher ist, inwieweit zivile Opfer auf beiden Seiten auf herunterfallende Teile abgeschossener Raketen und Drohnen zurückzuführen ist. Die meisten Drohnen bei den Massenangriffen am 24. Mai und 2. Juni wurden von den ukrainischen Truppen abgeschossen, auch ein Teil der Iskander-Raketen, aber keine der ballistischen Raketen und Zirkon-Hyperschallraketen, was auf den Mangel an Patriot-Abwehrraketen hinweist, die Selenskij von den USA und den Europäern fordert. Die am 24. Mai eingesetzte Oreshnik-Rakete konnte ebenfalls nicht abgewehrt werden und diente als Warnung an die Ukraine und europäischen Staaten, weil sie mit nuklearen Sprengköpfen ausgerüstet werden kann.

Allerdings sind zivile Opfer keineswegs Kollateralschäden. Es findet auf beiden Seiten auch in größerer Entfernung von der Killzone eine Jagd mit Drohnen auf Zivilisten und zivile Fahrzeuge statt, weil sie potentiell auch militärisch genutzt werden. Der Drohnenangriff auf den Bus in Jenakijewo ist dafür ein Beispiel, das belegt, das eben auch von der Ukraine Kriegsverbrechen begangen werden. Fakt ist, dass die Angriffe auf das Hinterland des Gegners den Krieg eskalieren, der vielleicht damit aber auch auf ein Ende zulaufen könnte, das beide Seiten wünschen, wenn sie einen Sieg verkünden könnten. Wie das aussehen könnte, ist fraglich.

Wieder einmal wird aus Russland gewarnt, dass Angriffe auf russisches Territorium mit Atomwaffen beantwortet werden können. Kiew und Nato propagieren, dass die Ukraine den Krieg gewinnen könne, dass sich das Blatt gewendet habe, obgleich die russischen Truppen an einigen wichtigen Frontabschnitten weiter, wenn auch sehr langsam, vorrücken, und signalisieren, den Krieg fortzusetzen.

Nato-Generalsekretär Rutte und der ukrainische Präsident Selenskij beim Besuch des Nato-Rats in Kiew. Bild: president.gov.ua/CC BY-NC-ND-4.0

Rutte und Kallas im Propagandamodus

Nato-Generalsekretär Rutte, der mit seiner Initiative gescheitert ist, dass alle Nato-Staaten mit einen Teil ihres BIP die Ukraine militärisch unterstützen, gefällt sich weiterhin, in Kiew auf der Pressekonferenz mit Selenskij im Rahmen des Besuchs des Nato-Rats Märchen zu erzählen. So meinte er, die Ukrainer würden zusammenstehen, um ihre Freiheit zu verteidigen, wobei er natürlich nicht die brutale Jagd auf wehrpflichtige Männer, die nicht in den Krieg ziehen wollen, auch nur erwähnte. Russland warf er vor, Zivilisten und zivile Infrastruktur anzugreifen, was er natürlich bei der Ukraine verschwieg. Russland sei verzweifelt, die Verluste seien hoch, wiederholte er die Propagandakampagne. Jungen Russen, aber nicht den Ukrainern sagte er: „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass du dort draußen stirbst oder verwundet wirst – und wenn du verwundet wirst, ist es sehr wahrscheinlich, dass man dich im Schlamm liegen lässt, wo du leiden und sterben wirst.“

Und Rutte antwortete auf die Frage, ob er begrüße, dass ukrainische Drohnen über die baltischen Staaten fliegen und was die Angriffe während des Wirtschaftsforums auf St. Petersburg bezwecken wollen: „Ich glaube, die Ukraine ist zunehmend erfolgreich, sowohl an der Front als auch bei der Ausschaltung einiger der wichtigsten Fähigkeiten und Kapazitäten der Russen, die für die Fortsetzung des Krieges notwendig sind. Was die gelegentlichen Einflüge in den NATO-Luftraum angeht, sollten wir nicht vergessen, wo das alles seinen Ursprung hat. Es begann mit Russlands rücksichtslosem Angriffskrieg gegen die Ukraine, der im März 2014 begann und Ende Februar 2022 in einen umfassenden Angriff mündete. Wann immer so etwas passiert, ist das also der Hintergrund.“ Damit ist alles okay, was die von der Nato unterstützte Ukraine macht.

Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas will weiterhin mit Sanktionen, Geldern und Waffen Russland schwächen und die Ukraine im Krieg halten. Sie stellte sich daher wenig verwunderlich hinter den tiefen Angriffen etwa auf St. Petersburg. Die Russen würden in Panik verfallen: „Das zeigt auch ganz deutlich die Panik auf russischer Seite – der Grund, warum sie ihre Terroranschläge in der Ukraine verstärken, ist, dass sie nicht wissen, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen.“ Die ukrainischen Angriffe auf zivile Ziele wie den Bus oder das Schülerwohnheim, die von Russland als Terroranschläge gewertet werden, erwähnt sie selbstverständlich nicht. Das würde dergleichen Logik entsprechen und zutreffender sein, weil die Ukraine mit einem massiven Personalmangel des Militärs zu kämpfen hat, der durch die digitale Kriegsführung kompensiert werden soll und muss. Überdies muss Kallas, stellvertretend für andere Europäer, übersehen, dass die Kriegsführung auf beiden Seiten eskaliert, indem die Infrastruktur und die zivile Bevölkerung ins Visier gerät, und dementsprechend riskanter wird.

Von beiden Seiten wird die Todeszone mit weitreichenden Drohnen und Raketen auf das ganze gegnerische Land erweitert

Nato, EU und die europäischen Unterstützerländer sehen sowohl über die Schrecken des Kriegs als auch über die wachsende Gefahr hinweg, dass Europa in ihn hineingezogen wird, wenn dies nicht letztlich beabsichtigt sein sollte, oder dass es zum Einsatz von Atomwaffen kommt. Das wäre in der Tat die Zeitenwende, mit der zunehmend riskant gespielt wird, weil kein Interesse und Wille vorliegt, in Verhandlungen mit eigenen Angeboten für einen Kompromiss einzutreten. Stattdessen wird einfallslos an weiteren Sanktionen gearbeitet.

Weil an der Front derzeit zwar gestorben wird, aber keine Seite größere Gewinne erzielt, wird von beiden Seiten die Todeszone mit weitreichenden Drohnen und Raketen auf das ganze gegnerische Land erweitert, wohl wissend, dass weder die Ukraine noch Russland in der Lage sind, einen dichten Drohnen- und Raketenschirm aufzubauen. Das lässt sich um einige Städte vielleicht machen, auch wenn gerade klar ist, dass daran beide Seiten scheitern, aber nicht für große Länder, gar so riesige wie Russland.

Die Behauptung, die strategischer Kommunikation entspricht, dass Russland militärisch schwächelt, dient in Russland selbst den Falken, die auf eine massivere Kriegsführung drängen und mitunter den Einsatz taktischer Atomwaffen fordern. Und wenn Russland tatsächlich ernsthaft schwächeln sollte, stehen ja auch tatsächlich die Atomwaffen bereit. Vermutlich könnte Putin davon ausgehen, dass der Einsatz taktischer Atomwaffen in der Ukraine nicht die USA dazu bewegen wird, in einen apokalyptischen Nuklearkrieg einzutreten. Frankreich und Großbritannien dürften dies auch nicht riskieren.

Putin scheint weiterhin nicht willens zu sein, Atomwaffen einzusetzen. Offenbar ist er auch nicht interessiert, mit einer neuen Großoffensive Geländegewinne um den Preis vieler Menschenleben zu machen. Seine Strategie scheint weiter zu sein, die Ukraine und damit Europa allmählich zu zermürben. Das ukrainische Oppositionsmedium Strana hat diese erkennbare Strategie meines Erachtens ganz gut beschrieben: „Schrittweiser Druck an der Front, Ausbluten der ukrainischen Streitkräfte, Aufstockung der Armee nicht durch Mobilisierung, sondern durch Zeitsoldaten, Zerstörung der ukrainischen Infrastruktur, während gleichzeitig eine übermäßige Militarisierung innerhalb Russlands verhindert wird. Foren und Wahlen werden abgehalten, und der Eindruck wird aufrechterhalten, das normale Leben gehe weiter und verbessere sich sogar, da Städte modernisiert, die Infrastruktur ausgebaut, die Gehälter steigen und der durchschnittliche Monatslohn landesweit mittlerweile 100.000 Rubel übersteigt.“ Allerdings könnten zunehmende Angriffe auf die Infrastruktur und die Städte die Situation zum Kippen bringen.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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5 Kommentare

  1. Zu dem was u.a. in der West-Bank passiert ist (Mittwoch 03.06.2026):
    Die Siedler haben in Surif, nördlich von Hebron mindestens ein Kraftfahrzeug beschädigt.
    Die Siedler greifen den Vorsitzenden des Gemeinderats von Majdal Bani Fadel an und dieser muss sich in ärztliche Behandlung begeben. Die Siedler zünden die Felder der Palästinenser in Odala, Balata, Al-Sawiya und Burin südöstlich und südlich von Nablus an. Es wurden von den Siedlern in sieben Dörfern die Felder der Palästinenser angezündet. Es haben der Zivilschutz und dutzende von Freiwilligen geholfen die Feuer zu löschen. Die Siedler zünden am Abend wieder die Felder in Burin an. Die Siedler zünden ein Kraftfahrzeug in Madama, südlich von Nablus an (Dienstag). Die Siedler zünden in Umm Safa, nördlich von Ramallah, zwei Kraftfahrzeuge an und sprühen rassistische Rede an die Wände der Zuhause (Dienstag). Die Siedler zünden in Burqa, östlich von Ramallah die Felder der Palästinenser an. Wahrscheinlich wird das Getreide verbrannt um Einnahmeausfälle zu verursachen und die Palästinenser zu vertreiben.

    Das Militär durchsucht das Zuhause der Tarteer-Familie in Nablus. Die Sofas sind aufgeschlitzt, alles aus den Schränken liegt am Boden, der Steinboden draussen ist aufgeschlagen und ein Teil einer Wand ist abgeschlagen (vier Stunden durchsuchen und Sachschaden). Das Militär begibt sich in das Khallat Al-Amoud-Viertel östlich von Nablus, nach Al-Tayba im Süden von Jenin und nach Beit Fajjar, südlich von Bethlehem. Das Militär verhaftet dutzende von Palästinenser in Tarqumiyah und Beit Ula, nordwestlich von Hebron. Das Militär verlängert die Schliessung von drei Flüchtlingslägern in Jenin und Tulkarm bis 31.07. und die über 33.000 vertriebenen Palästinenser können seit Januar 2025 nicht zurück.

    Die Fussball Nationalspielerin Rand Halwani, 20 wird auf einer Polizeistation und die ehemalige Fussball Nationalspielerin Natalie Abu Dayaund (und drei andere Studentinnen) nach Durchsuchungen ihrer Studentenunterkünfte in Birzeit, nördlich von Ramallah verhaftet.

    Es gab Angriffe im Libanon auf die Al-Housh Gegend (sechs Tote) , Kafr Tebnite, Deir Al-Zahrani (auf ein Kraftfahrzeug), Al-Haniyeh, Siddiqine, Kafr Tebnite, Kouthariyet El-Roz, Zrariyeh, Irzay, Jba‘, Shoukin, Shehour (zwei Sanitäter werden getötet), Zibqin, Hanine, Qlaileh, Majdal Zoun, Arnoun Al-Shqif, Touline, Al-Shahabiyeh, Kfar Roummane, Chaqraa, Majdal Selem und Tyre. Die meisten Angriffsziele liegen im Süden. Es werden bei einem Angriff auf das Jabal Amel-Krankenhaus in Tyre mindestens sechs Menschen getötet und über einhundertundzwanzig verletzt (Montag). Die Anzahl der getöteten Sanitäter liegt ingesamt bei 134. Es wurden im Libanon ungefähr 62.000 Zuhause zerstört sagt Hr.Safa vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen.

    Das passierte in Gaza:
    Der Student Atiya Al-Najar wird beim Verlassen des Gaza-Landstreifens festgenommen. Obwohl er eine Erlaubnis hat in Italien sein Medizinstudium zu beenden (seine Frau und die vier Kinder und der Onkel und dessen Familie wurden am 25.10.2024 getötet) (Dienstag). Es gibt einen Angriff auf das Al-Maghazi-Flüchtlingslager in Gaza-Mitte (zwei Tote, vier Verletzte). Ein Fahrradfahrer wird im Al-Bureij Flüchtlingslager angegriffen und getötet (Montag) Bei einem Luftangriff auf einen fahrenden Skoda auf der Salah al-Din-Strasse in Deir al-Balah wird Ahmed Khaled Abu Mghaseeb, 32 getötet und mehrere verletzt (Dienstag). Bei einem Luftangriff auf eine Gruppe von Menschen westlich von Khan Younis gibt es zehn Tote und mindestens zwei Schwerverletzte (Dienstag). Das Militär beschiesst die Wohngebäude, Zelte und die östlichen Gegenden von Jabalia. Es wird das Al-Tuffah-Viertel in Gaza-Stadt beschossen. Das Militär zerstört Gewächshäuser südlich von Khan Younis und stellt gelbe Klötze hin. In den vergangenen 24 Stunden wurden vier Menschen getötet und fünfunddreissig Menschen verletzt. Das Rote Kreuz ruft auf Blut zu spenden um die Patienten und Verletzten zu versorgen (Al-Saraya-Feldhospital). Die Wohngebäude werden zerstört.

    Mehr als 3.500 Kinder unter sechs Jahre wurden im April wegen Mangelernährung behandelt. Es sind 77% der Haushalte auf humanitäre Hilfe zur Nahrungsmittelversorgung angewiesen. Es haben 20% der Haushalte nur eine Mahlzeit am Tag. Es wurden im Mai mindestens 119 Menschen getötet. Ein Drittel davon sind Frauen, Kinder und Ältere. Seit letzten Oktober wurden 936 Menschen getötet und 2.903 verletzt. Die Anzahl der getöteten und verletzten Palästinenser liegt bei über 245.000.

    Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
    https://eci.ec.europa.eu/055/public/?lg=de

  2. Um nur einen einzigen Punkt, es gäbe noch etliche andere, aber darum können sich ja Andere kümmern, herauszugreifen. St. Petersburg ist eine Enklave, daher kann eine ukrainische Drohne nur über Staatsgebiet von Drittstaaten dahin gelangen. Von dem schwachsinnigen Ablenkungsargument wollen wir hier gar nicht sprechen und auch die Erklärung, dass die ukrainischen Drohnen gegen den Willen der Staaten, die überflogen werden, nach St. Petersburg gelangen, ist prekär. Das würde bedeuten, dass deren Flugraumüberwachung wirklich gar nicht funktioniert. Wahrscheinlicher ist, dass die Ukraine-Sympathisanten ihren Luftraum schlicht für die ukrainischen Drohnen geöffnet haben. Womit sie Kriegsteilnehmer sind. Im Golf hat das zu iranischen Angriffen auf diverse Staaten geführt.

    1. „St. Petersburg ist eine Enklave, daher kann eine ukrainische Drohne nur über Staatsgebiet von Drittstaaten dahin gelangen“

      Deine Geographie-Kenntnisse sind mangelhaft.

  3. Auch dieser Artikel beschreibt wieder die
    Oberfläche des Krieges mittels der etab- lierten Phrasen und trägt nichts zur Auf-
    klärung bei. Stammtisch“niveau“

  4. Merkwürdiger Artikel. Denn alles daran ist altbekanntes Theater. Es wird geschossen, gestorben und gelogen – und wir sollen empört sein. Nur, dass die Empörung längst ritualisiert ist.

    Doch wo ist das Neue bei dem Ganzen? Drohnen über Petersburg? Drohnen über der Krim? Solche Angriffe gibt es seit Jahren. Neu ist allenfalls, dass die Russen sie nun auch im eigenen Fernsehen prominent ausstellen. Warum also diese plötzliche Aufregung? Wer hat ein Interesse daran? Was ist das Ziel? Warum sind diese Einschläge interessanter als die Depots, Fabriken und Lagerhallen, die Nacht für Nacht in der ukrainischen Etappe brennen? Nur Futter für die alte Wunderwaffenerzählung, die regelmäßig auftaucht, wenn die Realität an der Front für Kiew zu unerquicklich wird?

    Und alles angereichert mit Anglizismen und Denglisch bis zum Anschlag: Wenn aus Kriegsgebiet „Killzone“, aus Tötung „Targeting“ und aus Eskalation „Deep Strike“ wird, klingt das Sterben fast wie ein Innovationsprojekt auf einer Sicherheitsmesse. Der Tod wird dadurch nicht weniger endgültig, aber deutlich marktkonformer.

    Die Lage an der sichtbaren Front bleibt aber unverändert: Russland erdrosselt die Ukraine schrittweise, hüpft nicht höher als nötig, demonstriert Muskeln, ohne die Katastrophe auszulösen, und die Ukraine setzt Nadelstiche, um die eigenen Unterstützer zu beeindrucken – oder schlägt im Untergang um sich, wie ein Ertrinkender, der hofft, irgendein rettendes Wrackteil zu fassen.

    Das alles soll strategisch, moralisch oder gar weltgeschichtlich relevant erscheinen. In Wahrheit ist es Routine, verkleidet als Sensation. Die eigentlichen Fragen schaffen es nicht einmal auf die Tagesordnung. Am Ende verrät das Schlachten womöglich weniger über Russland oder die Ukraine als über ein westliches Publikum, das sich längst an die Vorstellung gewöhnt hat, Krieg sei der menschliche Normalzustand und Frieden lediglich eine etwas weltfremde Unterbrechung der Geschichte. Wo früher der Krieg begründet werden musste, muss sich heute der Frieden rechtfertigen. Das ist die eigentliche Zeitenwende.

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