
Aserbaidschan startet Militärangriff, während Russland in der Ukraine abgelenkt ist.
Es scheint, dass Aserbaidschan beschlossen hat, den Rest der armenischen Bevölkerung in der umstrittenen Region Berg-Karabach mit Gewalt zu vernichten, und nach der Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf die aserbaidschanischen Schritte der letzten Jahre zu urteilen, scheint niemand gewillt zu sein, viel dagegen zu unternehmen.
Am frühen Nachmittag des 19. September startete das aserbaidschanische Militär eine „lokale Anti-Terror-Operation“ gegen das umstrittene Gebiet Berg-Karabach, um „… endgültig die verfassungsmäßige Ordnung der Republik Aserbaidschan wiederherzustellen“. Der Schritt folgt auf die umstrittene Behauptung, Minen, die „von den Aufklärungs- und Umsturzgruppen der armenischen Streitkräfte gelegt wurden“, hätten zivile und militärische Fahrzeuge in die Luft gesprengt, was sechs Tote zur Folge hatte.
Diese Entwicklung erfolgte, nachdem ein solcher Angriff seit Wochen erwartet wurde, da aserbaidschanische Truppenbewegungen in der Nähe von Berg-Karabach stattfanden, Israel einen Großteil der Rüstungsgüter Aserbaidschans mit Flugzeugen lieferte und die armenischen Streitkräfte während einer mehr als neunmonatigen Blockade des Latschin-Korridors Gegenmaßnahmen ergriffen hatten.
In einer Erklärung des aserbaidschanischen Verteidigungsministeriums heißt es, dass „die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktureinrichtungen nicht angegriffen werden. Nur legitime militärische Ziele werden außer Gefecht gesetzt.“ Berichte aus der De-facto-Hauptstadt Stepanakert zeigen jedoch, dass die Zivilbevölkerung beschossen wurde und Opfer zu beklagen sind.
Seit dem von Moskau vermittelten Waffenstillstand, der den Zweiten Berg-Karabach-Krieg im Jahr 2020 beendete und russische Friedenstruppen in die Region brachte, sind die Spannungen eskaliert, da Baku versucht, seine Kontrolle über das seit langem umstrittene Gebiet vollständig durchzusetzen. Zunächst gelang es den Friedenstruppen im Allgemeinen, das zu schützen, was nach dem erfolgreichen aserbaidschanischen Angriff 2020 von armenischem Berg-Karabach übrig geblieben war. Seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine und dem riesigem Engagement und den Verlusten der russischen Streitkräfte dort scheint aber die militärische Fähigkeit Russlands, in Berg-Karabach zu intervenieren, weitgehend verschwunden zu sein.
Aserbaidschan hatte seinerseits wiederholt und unmissverständlich erklärt, es bestehe keine Notwendigkeit für eine Einmischung von außen in seine inneren Angelegenheiten, während Eriwan, Brüssel und Washington ihre Forderungen nach einer künftigen Garantie der Rechte und der Sicherheit der Karabach-Armenier unter aserbaidschanischer Herrschaft verstärkten.
Der armenische Premierminister Pashinyan erklärte, Aserbaidschan wolle Armenien in einen groß angelegten Krieg verwickeln, aber Armenien sei nicht in den Konflikt um Berg-Karabach verwickelt und werde dies auch nicht tun.
Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, sagte auf X, früher Twitter, dass die „militärischen Aktionen Aserbaidschans sofort gestoppt werden müssen, um einen echten Dialog zwischen Baku und den Armeniern in Karabach zu ermöglichen.“ Das Büro des EU-Außenpolitikers Josep Borrell gab eine Erklärung ab, in der er die militärische Eskalation verurteilte.
Russland forderte die Konfliktparteien auf, „das Blutvergießen zu beenden, die Feindseligkeiten unverzüglich einzustellen und auf den Weg einer politischen und diplomatischen Lösung zurückzukehren“. Moskau wies auch die Behauptung Bakus zurück, man habe die russische Seite im Voraus über den Angriff informiert.
Ein Regierungsvertreter der Vereinigten Staaten kündigte an, dass US-Außenminister Antony Blinken in den nächsten 24 Stunden dringende Gespräche mit allen Seiten führen werde, um die „ungeheuerliche“ Operation Aserbaidschans zu beenden. In einer Presseerklärung forderte Blinken „ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten und einen respektvollen Dialog zwischen Baku und Vertretern der Bevölkerung von Berg-Karabach“.
In einer Stellungnahme vor dem Ausschuss für auswärtige Beziehungen des Senats in der vergangenen Woche machte Juri Kim, amtierender stellvertretender Außenminister für europäische Angelegenheiten, jedoch deutlich, dass die USA die Anwendung von Gewalt verurteilen und keine Schritte zur „ethnischen Säuberung oder zu anderen Gräueltaten gegen die armenische Bevölkerung von Berg-Karabach“ akzeptieren werden.
Das Schicksal der Armenier in Berg-Karabach zeigt auf tragische Weise, dass die Vereinigten Staaten und ihre Nato-Verbündeten zwar seit einer Generation eine unerbittliche Feindschaft gegen die russische Präsenz im Südkaukasus hegen, aber weder in der Lage noch willens sind, Russland – das jetzt in der Ukraine feststeckt – als Sicherheitsgarant in der Region zu ersetzen und die ethnischen Streitigkeiten zu lösen oder einzudämmen. Daher sind die Tragödie des Krieges in der Ukraine und seine Auswirkungen für die Armenier unmittelbar im Südkaukasus zu spüren.
Der Artikel ist im englischen Original am 19. September auf Responsible Statecraft erschienen. Wir danken dafür, eine Übersetzung veröffentlichen zu können.
Artin DerSimonian ist Junior Research Fellow im Eurasia-Programm des Quincy Institute for Responsible Statecraft. Er erwarb 2022 einen Master of Science in Russischen, Osteuropäischen und Eurasischen Studien an der University of Glasgow, wo er seine Dissertation zum Thema „The Decline of a pro-German Foreign Policy in late Imperial Russia, 1878-1890“ schrieb.


Am Rande bemerkt: die deutsche Bundesregierung fordert „Rückkehr zur Diplomatie“. Gelesen in br, ZEIT und ntv .
Am Rande bemerkt: Das fordern alle…
Russland tut es aber.So die Friedensvereinbarungen von 2020 zwischen Baku und Jerewan.Leider hat der Armenische MP Pashinjan die armenischen Verpflichtungen nicht umgesetzt.Sonst wäre es nicht zum erneuten Waffengang gekommen.Und auch den heutigen Waffenstillstand hat russische Diplomatie vermittelt.Aus dem Westen kam nur leeres Geschwurbel…
Ich habe auch sehr geschmunzelt. Aber immerhin ist die Vokabel „Diplomatie“ dort bekannt.
Mit solchen Diplomaten wie Bearbock und Scholz? Da lachen ja die Grünen… ich meine die Hühner.
Soso, neues Alarmthema aufgemacht. Prost. Um was alles in der Welt sollen wir uns denn noch Sorgen machen? Zum einen hohlen wir die Welt und deren Sorge und Elend zu uns – und zum anderen starren wir dauernd nach draußen in die Welt auf der Suche nach noch mehr Elend und Sorge.
Das Ganze dient nur zu einem: dass wir unsere eigenen Situation hier nicht mehr wahrnehmen – und uns nicht mehr für unsere eigene Belange, für unsere unmittelbaren Nächsten hier, für unsere eigene politische Situation und gegen deren massiven Fehlsteuerungen, hier und jetzt, einsetzen.
Diese angeblich „linke“, gutmenschliche Sorge um alles in der Welt – nur nicht um das hier vor Ort – ist die beste Aufmerksamkeitsfehlsteuerung. Neben dem idiotischen „links-rechts“-Spaltungsschema eine der wirkungsvollsten Herrschaftsinstrumente.
„Overtone“ ist ein Herrschaftsinstrument, und Rötzer ein klandestiner Reichenbüttel aller erster Güte.
Die einfache Wahrheit ist die: wenn jeder für sich sorgt, dann ist für alle gesorgt.
Natürlich bin ich dafür, Ausbeutungsstrukturen die die Welt schlechter machen hier bei uns zu bekämpfen. Aber dazu müssen wir zuerst die Situation hier sehen und analysieren. Genau davon wird aber meist abgelenkt. Und wenn mal nicht, dann wird fehlanalysiert und mit Marxgeschwurbel vernebelt.
Die Welt leidet nicht an „links“ oder „rechts“ sondern an „oben“ und „unten“. Und solange wir hier nichts an diesem kranken System ändern, können wir auch nichts für eine bessere Welt beitragen.
“ „Overtone“ ist ein Herrschaftsinstrument, und Rötzer ein klandestiner Reichenbüttel aller erster Güte.“
„Klandestin“? Muss man wirklich auf JEDEN sprachlich installierten Gaul aufspringen, der durch die Pampa getrieben wird? (Die deutsche Sprache ist/wäre so facettenreich und punktgenau.)
Aber geheim und verborgen kann ich nicht erkennen, da für Sehende offensichtlich:
an Auswahl der Themen, Inhalt, Qualität, Aufbereitung, AUF Headlines/Ereignisse reagieren, statt zu agieren usw.
Ein Zugewinn ist nun eher fraglich und wollte man alternativ und mit Bezug zum „Rest“ der Realität informiert sein, muss man dies schon auf anderen Seiten tun.
Wobei es sich m.E. auch NICHT um eine intellektuelle Alternative im eigentlichen Sinne handelt, sondern vielmehr um eine Kommentar-Echokammer, in der es nicht um Zugewinn geht, sondern um choreografierte „virtuelle Ringkämpfe“ like Brot und Spiele.
Ausnahmen bestätigen die Regel, aber das hier gezeichnete Sittengemälde lässt nicht viel Spielraum für die Zukunft!
(Aber lustig ist es mitunter; und früher wäre dies der perfekte Nährboden für Studien gewesen )
Was ist das für ein Witzzwerk „cuibono“ der sich an Wörtern aufgeilen muss? Hat er auch was gegen „Sofa“, „Portomonai“, „Souterrain“, „Nase“, …?
Welche Wörter erlaubt „cuibono“ als nicht „sprachlich installierter Gaul“? Bitte Liste einhängen.
Und überhaupt: cui bono von „cui bono“?
Ihr PR-Trolle seid alle durchweg so billig – und peinlich.
Das Schicksal der Armenier in Berg-Karabach steht auf dem Spiel
Das steht nichts mehr auf dem Spiel
Das Schicksal der Armenier in Berg-Karabach ist besiegelt.
Richtig.Pashinjan hat sie verkauft für das Versprechen einer EU-und NATO-Mitgliedschaft.
Erkennen sie Parallelen zur Ukraine?In ihrem fanatischen Hass auf Russland schrecken die westlichen Eliten vor keinem Verbrechen zurück!
Das Russen-Bashing ist jetzt ein Volkssport, bei dem jeder Dödel mitmachen darf. Es ist ein richtiges Volksgaudi geworden. Die Cheerleader sind Goebbels-Imitatoren wie Strack-Zimmermann und Kiesewetter. Typen wie Ottono schwenken nur das rassistische Fähnchen und finden es lustig. Sie geben sich Mühe, aus jeder Episode der Weltgeschichte ein kleines oder großes Russen-Bashing zu konstruieren. Lassen wir ihnen die Freude. Sie bekommen von den Russen noch früh genug aufs Maul.
Ich würde dir vorschlagen dasselbige einfach zu halten, damit du kleiner Wicht nicht so viele Lügen rausposaunst.
An welcher Stelle habe ich mich positiv oder negativ oder überhaupt über Russland geäußert?
Du hast wirklich ganz böse einen an der Waffel.
Ich zitiere dich: „Schau in den Spiegel und lies deine Texte vor.“
Von dir kommt nichts anderes als Russen-Bashing. Deine Gedankenwelt mag dich erheitern, aber sie ist einfach nur monoton und langweilig. Und jetzt geh mit deinen Russenpuppen Voodoo spielen. Oder erfinde mal einen neuen Gedanken zur Abwechslung.
Hier geht es um Armenien, es geht nicht um um dein kleines verletztes Ego.
Biland inzwischen bist du nur noch ein Schreiberling ohne Inhalte, nicht fähig dich auf Neues einzustellen.
Was du nicht sagst. Und alles, was dir und deinem Alter ego phz dazu einfällt, ist folgende Plattitüde: Russland versagt als Schutzmacht, weil es in der Ukraine überfordert ist.
Monotones Russen-Bashing, sonst nix. Andere Foristen haben da mehr zu bieten. Deutlich mehr. Zum Beispiel Altlandrebell.
Definitiv ist Altlandrebell sehr produktiv. Den Anspruch, mich mit ihm zu messen, habe ich nicht.
Lasse mich von niemanden zu etwas treiben, egal wie primitiv der Versuch ist.
„Israel einen Großteil der Rüstungsgüter Aserbaidschans mit Flugzeugen lieferte“
Ich hätte ja vermutet, dass Menschen, die jeweils Opfer von Genoziden geworden sind, zusammenhalten! Stattdessen beliefert Israel die Täter.
Israel will Aserbeidshan nutzen,um auch von dort Krieg gegen den Iran zu führen.Die Israelis sind fanatisch davon besessen,den Iran zu vernichten: https://www.defensenews.com/global/mideast-africa/2017/09/08/top-israel-general-we-need-us-support-to-fight-iran/
„Sie [Iran] sind eine höhere Form der Zivilisation. Sie verfügen über eine schöne akademische Infrastruktur, eine beeindruckende Industrie, gute Wissenschaftler und viele talentierte junge Leute. Sie sind uns sehr ähnlich, und weil sie uns ähnlich sind, sind sie viel, viel gefährlicher. Und wir können sie nicht alleine errichten.“
„Laut Golan, einem hartgesottenen Krieger und Befehlshaber, der über Jahrzehnte mehrere Konflikte im Libanon, im Gazastreifen und im gesamten Westjordanland ausgetragen hat, denkt der Iran in „imperialen“ Begriffen. „Ich verfolge die iranische Denkweise seit vielen Jahren. Sie denken global, historisch und in einem sehr weiten Rahmen.“
27. September 2022:
„Aserbaidschan setzt den Krieg gegen Armenien fort. Dabei werden in den sozialen Medien Videos mit grausamen Gewalttaten der aserbaidschanischen Soldaten gezeigt, als bewusst eingesetztes Mittel zur Einschüchterung der – auch von der EU im Stich gelassenen – Armenier.“
„Aufgrund der Wünsche einiger Globalbridge.ch-Leser haben wir das Bild der geschändeten armenischen Soldatin entfernt.“
Ja, die Bilder vom von-der-Leyen-Besuch in Aserbaidschan (Gasabkommen!) waren wirklich hübscher!
https://globalbridge.ch/armenien-ohne-hoffnung-gehoert-zu-werden/
Es war ja zu erwarten, daß der westliche Intriganten-Schuerhaken in glosende Konfliktherde an den russischen Grenzen gestoßen wird um diese wieder aufflammen zu lassen. Dem Namen nach ist der Autor armenischer Abstammung der seinen Futtertrog im westlichen NATOstan gefunden hat. Dementsprechend blut- und informationsarm kommt mir sein Beitrag vor.
Was gerne vergessen wird, ist, daß es ohne die UdSSR keinen armenischen Staat mehr geben würde, nachdem Türken und Kurden die anatolischen Armenier gevoelkermordet hatten.
Offensichtlich kann das Geschöpf Mensch (echte oder aufgebauschte) Konflikte nur mit dem Mittel des Krieges lösen.. Deswegen wird es die wirklichen Konflikte wie Klimaerwärmung, den Welthunger usw. auch niemals lösen. Sie wird -wohlverdient – untergehen.
Die armenischen Bewohner von Karabach wurden vom armenischen Premier Pashinjan verkauft und geopfert.Sein Ziel ist die EU-und NATO-Mitgliedschaft,die ihm von Brüssel und Washington versprochen wurde.Dafür sollte er Russland in einen Krieg gegen Aserbeidshan ziehen und den russischen Einfluss im Südkaukasus beenden.:https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9349 Ob aber Armenien einen Vorteil davon hat?Geographisch isoliert, mit zwei mächtigen Nachbarn,die seit Jahrhunderten versuchen,alles Armenische(weil christlich)zu vernichten?Der einzige Freund,den Armenien je hatte,ist Russland.Ohne Russland wird Armenien keine Zukunft haben.
Das Ziel der EU ist es,einen Riegel im Südkaukasus zu errichten,um Russlands Handelswege nach Süden abzuschneiden und gleichzeitig einen Korridor nach Mittelasien zu gestalten.Die dortigen Stans sollen dann in Antirussische Staaten transformiert werden,um Russland auch im asiatischen Süden zu bedrohen.Gleichzeitig soll die chinesische Seidenstrasseniniative dort blockiert werden….Ein anderer (unterbewusster) Motivpunkt Brüssels dürfte der fanatische Hass des römisch-katholischen Westeuropas gegen die Ostchristlichen Kirchen sein.Armenien ist der älteste christliche Staat….
Russlands Regierung kennt natürlich diese Strategie.Zunächst sitzt die Regierung in Moskau die Situation aus.Die russischen Friedenstruppen in Karabach evakuieren derweil so viele Menschen wie möglich nach Armenien vor den zu erwartenden Schlächtereien der Aseris…Da Aserbeidshan Lieferant für Öl und Gas für die EU ist,wird Brüssel wie immer vor dem Völkermord,der in Karabach stattfindet,angestrengt die Augen schließen.
Russlands Verdeitigunsminister Shoigu ist derzeit in Teheran,um mit seinem iranischen Kollegen die Reaktionen auf diesen Konflikt abzugleichen.So hat Teheran klar gestellt,dass bei einem Angriff Bakus auf Armenien mit einem Eingreifen der iranischen Armee zu rechnen ist.Die Türkei und Israel unterstützen Aserbeidshan und liefern Waffen…Alleine in den ersten zwei Septemberwochen flogen sieben schwere Transportflugzeuge mit israelischen Drohnen nach Baku…Wer sich fragt,warum die armenische Führung einen derartigen selbstmörderischen Kurs fährt,braucht sich nur die sehr einflussreiche armenische Diaspora in Frankreich und den USA ansehen…
Verrückte Phantasien.
phz
@ Ronald
Danke für diese zahlreichen wichtigen Infos!
Der Grund ist einfach -der aktuelle Präsident Armeniens ist ein Soros-Jünger der für diesen Job eingesetzt worden ist. Der mag Russland nicht und das wird ausgenutzt. Mal sehen was jetzt passiert, es gibt ja inzwischen eine Reihe von Demonstrationen gegen ihn. Entweder die Armenier schaffen es oder sie werden das Schicksal der Ukrainer teilen – das gleiche Schicksal welches die Etrusker und Katharer ereilt hat – ausgelöscht zu werden.
Hier zeigt sich mal wieder die Wichtigkeit, NGOs und westliche Einmischung zu verbieten und zu verfolgen.
„Wer hat uns verraten – Putins Soldaten“
phz
Hihihi, hohoho. Ich hab da auch einen, ganz nach deinem grenzdebilen Geschmack: wer haut sich Spiritus in sämtliche Schlitze – Panzerhaubitze.
Mir widerstrebt es,einem NATO-Nazi zu antworten!Aber hier mache ich eine Aussnahme:
Aserbeidshan ist dicke Tunke mit der EU,dem NATO-Mitglied Türkei und dem US -Verbündeten Israel.In Armenien gibt es nicht nur die nach Bagdad weltweit zweitgrößte US-Botschaft mit mehreren tausend Mitarbeitern. Außerdem finden gerade in Armenien große Manöver mit US-Truppen statt. Weder die Armenier, noch die NATO ,noch die US-Truppen in Armenie,noch die EU tut irgendetwas für die Menschen in Berg-Karabach.Die mit einem begrenzten Mandat(nur leichte Waffen,Max.2000 Mann) in Berg-Karabach stationierten russischen Friedenstruppen dagegen evakuieren Zivilisten und retten deren Leben.Behindert werden sie dabei von Armeniern,die die Versorgungsbasis der russischen Truppen auf armenischem Gebiet blockieren und so die Versorgung der Evakuierungsfahrzeuge mit Treibstoff erschweren…
Es ist Pashinjan,der die Armenier im Berg-Karabach für das vage Versprechen,EU und NATO-Mitglied zu werden,geopfert hat.Das Ziel des Westens,Russland in einen Krieg mit Aserbeidshan zu verwickeln,wird nicht erreicht.Auch die Armenier werden vom „Westen“ nur als nützliche Idioten benutzt…
„Außerdem finden gerade in Armenien große Manöver mit US-Truppen statt“
Medieninformationen nach sollen an der Übung 85 US-Soldaten und 175 armenische Uniformierte teilnehmen.
ist doch schon wieder alles Schnee von gestern….es gibt einen Waffenstillstand der heute um 13Uhr in Kraft getreten ist …..
Quelle RT
https://unric.org/de/12102020-bergkarabach/
Jetzt schlägt es aber 13. Warum sollten USA und/oder Nato dort einmischen? Völkerrechtlich gehört Berg-Karabach zu Aserbaidschan. Vor allem die Berg-Karabacher schwelgten in Putinverehrung. Davon sind sie jetzt durch seinen schändlichen Verrat hoffentlich geheilt. Genauso wie die Prorussen im Donbass die Russische Welt zu schmecken bekommen haben.
Ganz despektierlich kann man sagen: Jetzt sind die Armenier doppelt gefickt.
phz
Sie haben aber schon mit der letzten Hirnzelle mitbekommen, daß der Präsident von Armenien sich dort nicht einmischen will?! (was zuhause für ihn teuer werden kann)
Ohne Armenien mit etwaigen Ansprüchen macht eine armenische Enklave dort keinen Sinn mehr.
Es ist also nur folgerichtig, daß diese jetzt aufgelöst wird. Völkerballtechnisch… da kam wieder Annalena durch… Völkerrechtlich ist der Drops damit endgültig gelutscht.
Die Russen sind und waren nur dort, um die Bevölkerung zu schützen — die sind nicht dort, um für die eine oder andere Seite ins Feuer zu springen. Was die Militanten in Berg-Karabach machen ist für die Russen nicht wichtig.
Was für ein Blödsinn. Russland war da, um den Konflikt am Kochen zu halten und jedwede Annährung an den Westen seitens Armeniens zu unterbinden. Also als „Schutzmacht 🤡“. Jetzt ist es zu schwach und Verrat mit Seitenwechsel ist angesagt.
phz
@ phz
„Jetzt schlägt es aber 13. Warum sollten USA und/oder Nato dort einmischen? “
Hach, Sie sind aber auch ein naives Haubitzchen, die USA/NATO „verteidigen“
ihre « Nationalen Sicherheitsinteressen » rund um den Globus ! Bitte Nachsitzen und Nachschlagen!
Und warum soll Russland sich einmischen? Du sagst doch selbst Karabach gehört zu Aserbaidschan. Und Armeniens Regierung hat es auch klar anerkannt. Niemand stellt das in Frage, nicht einmal Armenien selbst. Also was erwartest du jetzt von Russland?
T r a g i k
Die Armenier sind ein tragisches Volk. Lange Zeit ohne eigene staatliche Organisation, litt dieses alte christliche Volk inmitten einer muslimischen Umgebung immer wieder unter Übergriffen und Pogromen bis hin zum planmäßigen Völkermord durch die osmanischen Türken ab 1915.
Schon damals hat sich die deutsche Regierung nicht mit Ruhm bekleckert, denn man reagierte im Ersten Weltkrieg auf die Berichte des deutschen Botschafters in Konstantinopel, v. Wangenheim, über erste Massaker an den Armeniern – eben kaum. Die deutsche Führung unterließ es auch später, als durch den neuen deutschen Botschfter Metternich (an Nov. 1915) nun doch besorgte Berichte über die Brutalität der Deportationen und Todesmärsche nach Berlin gelangten, dem türkischen Verbündten ernsthafte Vorhaltungen zu machen.
Der Hintergrund war, dass die Türken den im Osmanischen Reich lebenden Armeniern unterstellten, insgeheim den russischen Kriegsgegner zu unterstützen.
Heute geht es wieder gegen Russland und wieder drohen die Armenier zu einem Opfer politischen Kalküls zu werden. Und wieder hält sich die deutsche Regierung zurück, anstatt zu versuchen, Druck auf Aserbaidschan aufzubauen.
Hoffen wir, dass doch noch irgendwer – z.B. Frankreich, das mit 500.000 bis 600.000 Personen eine große armenische Minderheit besitzt – seinen Einfluss geltend macht!
Die USA dürften sich zurückhalten, zumal Israel Aserbaidschan aufgerüstet hat.
Also Frankreich! Von Baerbock erwarte ich nichts.
Von Baerbock erwarte ich nichts.
Was erwartest Du? Dass Baerbock bei völkerrechtlich bestenfalls unklarer Lage Partei ergreift? Die Armenier haben sich entschieden, auf Russland als Schutzmacht zu setzen. Jetzt haben sie den Salat.
phz
Aber aber aber….die EU und Frau von der Leyen sind doch von dem Autokraten Aliyev ganz verzueckt, zumal sich die Webseite des Praesidenten von Aserbaidschan mit Ursula von der Leyen schmueckt.
https://president.az/en/articles/view/56688
Frau Baerbock ist gerade in den USA bei ihren Freunden und Gott sei Dank abgelenkt!
Der armenische Premierminister Pashinyan verkündete die Anerkennung der Grenzen Aserbaidschans Stand 1991.
Das bedeutet, dass die armenische Seite Karabach als integralen Bestandteil des aserbaidschanischen Territoriums anerkannte.
Daraus folgt, dass wir jetzt de jure über die Handlungen der aserbaidschanischen Republik auf ihrem eigenen Territorium sprechen.
De jure my ass. Der armenische Premierminister hat überhaupt keine Verfügungsgewalt über Berg-Karabach, da es nicht zu Armenien gehört. Ich muss meine Wortwahl von oben korrigieren: die UN und die EU betrachtet Berg-Karabach als aserbaidschanisches Territorium. Völkerrechtlich ist der Status umstritten und sehr kompliziert (der Zerfall der SU spielt hier die tragende Rolle).
Natürlich fühlen sich die Armenier in Berg-Karabach Armenien zugehörig und mit Sicherheit nicht Aserbaidschan.
Aber sagt mal, tickst Du noch ganz richtig? Mit exakt umgekehrter Argumentation lamentierst Du von wegen „Schutz der russischen Ethnie im Donbass, Einmarsch notwendig, Völkermord, bla bla“. Entschuldigung, dass ich das so sagen muss, Herr Hacker: Du bist einfach ein deutschländerwürstiger, vollidiotischer Vatnik.
Der Fehler Armeniens war schlicht und einfach, auf einen „Partner“ zu setzen, der jedwedes Abkommen oder Absprache bei auch nur der kleinsten opportunistischen Gelegenheit aufs Schändlichste bricht.
phz
Wenn man im Kindergarten herum rülpst, wird das oft vergeben, aber im Forum und öffentlich sollte man als angehender erwachsene sich entsprechend äussern bzw verhslten und vor allem inhaltlich etwas beitragen!
Dieser Konflikt wie auch all die anderen drehen sich um Kapitalinteressen und nicht um uns Menschen.
Ja, und das hat der armenische Premierminister im Namen des armenischen Volkes auch ganz offiziell anerkannt, dass es nicht zu Armenien gehört. Armenien erhebt also gar keinen Anspruch auf Karabach. Also was ist da bitteschön überhaupt umstritten und kompliziert? Von wem ist es denn umstritten?
Russland doch auch, und sogar Armenien selbst betrachtet Berg-Karabach als aserbaidschanisches Territorium. Niemand stellt das in Frage. Die Sache ist überhaupt nicht umstritten, es ist völlig klar. Karabach gehört zu Aserbaidschan.
Moment, Karabach hat Russland nicht um Schutz gefragt, das sind auch keine Russen die da leben.
Es wäre in erster Linie die Aufgabe Armeniens gewesen für den Schutz der armenischen Bevölkerung in Karabach zu sorgen. Wenn nicht einmal Armenien selbst die Bereitschaft hat für deren Interessen einzustehen, warum muss das Russland oder der Westen sich darum kümmern? Was geht das überhaupt jemanden von außen etwas an? Armenien hatte diese Gebiete in den 90ger Jahre annektiert und erhebt jetzt keinen Anspruch darauf. Dann ist doch Alles geklärt.
Das mal etwas genauer. Welche Abkommen, welche Absprachen wurden dort gebrochen?
Noch einmal zum Mitschreiben: ARMENIEN SIEHT ES NICHT ALS IHR TERRITORIUM AN!
Russland auch nicht. EU und USA und UN auch nicht. Wer hat hier was versprochen und nicht eingehalten?
„Daraus folgt, dass wir jetzt de jure über die Handlungen der aserbaidschanischen Republik auf ihrem eigenen Territorium sprechen.“
Dem kann ich nur zustimmen.
Nehmen wir mal an die Armenier wären Russen und Bergkarabach hieße Donbass. Wie sähe das dann de jure aus?
Ich verstehe schon…
Es käme darauf an ob sie in einem Akt der Selbstbestimmung ihre Unabhängigkeit erklärt hätten, wie der Donbass oder auch wie der Kosovo.
Du meinst es käme auf eine Formalie an? Die Unabhängigkeitserklärung der Republik Bergkarabach erfolgte am 2. September 1991, ein Referendum über die Unabhängigkeit am 10. Dezember 1991.
Vermute mal das es dort nun zum Massenexodus kommt.
Grundsätzlich gilt das Selbstbestimmungsrecht. Damals war die Republik auch noch wesentlich kleiner. Es gab später einen Krieg und Armenien hat noch 7 weitere Regionen die unumstritten zu Aserbaidschan gehören besetzt und sie wurden an die Republik Karabach angeschlossen. In diesen Regionen gab es praktisch keine armenische Bevölkerung. Dann gab es dort einen Massenexodus und Vertreibungen von Aserbaidschanern.
Wenn du mich um meine Meinung fragst, ich persönlich würde die Unabhängigkeit der Region Karabach anerkennen, aber die anderen 7 Regionen müssten sie abtreten. Darüber hat man sich auch eigentlich 2020 geeinigt.
Jetzt ist das sowieso alles Schnee von Gestern, da die Selbstverwaltungszone beschlossen hat sich selbst aufzulösen. Wohl auch weil Armenien sie nicht länger unterstützt und sie ohne Armenien gar nicht in der Lage sind sich als unabhängiger Staat zu behaupten.
Die Aufgabe der russischen Friedenstruppen ist jetzt dafür zu sorgen, dass es nicht zu Exzessen an der armenischen Bevölkerung kommt.
Die Armenier werden über kurz oder lang von dort auswandern.
In dem Fall würde der Bergkarabach, also der Donbass, nun ganz allgemein anerkannt nicht mehr zu Armenien, also der Ukraine, gehören, sondern zu Asarbajdschan, also zu Russland. Die pro-asarbajdschanische Bergkarabach-Bevölkerung, also die pro-russische Donbass-Bevölkerung, würde nun asarbajdschanisch, also russisch, werden.
Schaffst du diese einfache Transferleistung wirklich nicht selbstständig? Du und der andere NATO-Troll erreichen vormals als unerreichbar vermutete Tiefpunkte, geht euch schämen!
Eigentlich ist das hier eine ganz andere Situation. Ist etwas komplizierter.
Ließ dir am besten den Beitrag von Altlandrebell weiter unten durch, er hat es gut zusammen gefasst.
Der Soros -Boy in Jerewan möchte/ soll Armenien in die EU und vor allem in die NATO führen.Da stört ein Konflikt wie der in Karabach.Also hat Pashinjan die Karabach-Armenier geopfert.
Aber natürlich die Schuld auf Russland abgeladen.War wohl von der NATO so gewünscht.Von der zersplitterten Opposition hat er nichts zu befürchten….Die Karabach-Armenier werden nun unter der Militärherrschaft Aserbeidshans dahinvegetieren müssen.Sprache,Kultur,Religion und Namen aufgeben müssen,Oder von den Aseris schickaniert,terrorisiert und getötet werden.Daher ist abzusehen,dass wohl die Allermeisten abwandern werden,Russland,Frankreich,Armenien werden sie aufnehmen.Und so wird in wenigen Jahren die dreitausend Jahre alte armenische Kultur in Karabach endgültig verschwunden sein.
Die Aseris werden wie in Nachitschewan alle Zeugnisse armenischen Lebens restlos zerstören.Kirchen,Klöster,Friedhöfe mit den Grabkreuzen werden spurlos verschwinden…in ein oder zwei Jahrzehnten wird niemand mehr vermuten,dass jemals Armenier in Karabach und Nachitschewan gelebt haben…
Das gleiche dreckige Spiel haben die Albaner im Kosovo unter NATO-Schutz auch schon gespielt…
Sorry Carmol, aber dir ist jetzt etwas in deinen Gehirnwindungen stecken geblieben.
Die „Die pro-asarbajdschanische Bergkarabach-Bevölkerung“ ist meinem Beispiel zufolge selbstverständlich pro-armenisch. Die mehrheitliche Bevölkerung in Bergkarabach sind Armenier.
Jetzt schaust du mal in den Spiegel und liest dir nochmal deinen letzten Absatz laut vor. Viel Vergnügen mein Trollchen.
@phz
Jetzt schlägt es aber 13. Warum sollten USA und/oder Nato dort einmischen?
Hach, Sie sind aber auch ein naives Haubitzchen, die USA/NATO „verteidigen“
ihre « Nationalen Sicherheitsinteressen » rund um den Globus ! Bitte Nachsitzen und Nachschlagen!
Hatte nicht Armenien nach den ‚USA‘ gerufen, obwohl diese im Bündnis mit Russland sind?
Russland hat vor Ort auch dementsprechend genügend Personal um diesen Konflikt einzugrenzen. Ich denke das dieser aufgekochte Konflikt nicht primär um die Parteien geht, sondern vielmehr darum, das der westliche Konfliktkreator als das dargestellt wird was dieser ist.
Auch die Erwähnung von Israel zeigt für mich, den Zionistischen Einfluss.
Vielleicht will einer mal das „Waffenstillstandsabkommen“ von 2020 zur Kenntnis nehmen?
Die RF setzte da die Vertreibung der Armenier aus allen „umstrittenen Gebieten“ mit Ausnahme des Karabachschen Stadtgebietes durch.
Eine offizielle Hauptbeschwerde Azerbaidchans, welche das gestrige Massaker rechtfertigen soll, besteht darin, daß sich fortgesetzt Armenier und „Armenier“ der Räumung und ethnischen Säuberung der ihm im Abkommen zugesprochenen Territorien widersetzt haben.
Das ändert freilich nicht, daß das Massaker abermals eine NATO-Operation ist. Was schon daran zu sehen ist, daß von der NATO kein Mucks kommt, obwohl:
https://jamestown.org/program/burgeoning-azerbaijani-nato-relations/
Eine verschleierte Aufforderung zu einem neuen Waffengang kam von Stoltenberg z.B. öffentlich 2020,
https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-10/bergkarabach-jens-stoltenberg-nato-tuerkei-deeskalation
nichtöffentlich dürfte das NATO-Generalsekretariat den Angriffsbefehl Ende letzter Woche abgesegnet haben.
Einen nachgereichten Link nach „öffentlich 2020“ hat die Korrekturfunktion gefressen, daher nochmal nachgereicht:
https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-10/bergkarabach-jens-stoltenberg-nato-tuerkei-deeskalation
Die Behörden von Berg-Karabach berichteten, dass die Feindseligkeiten in der Republik eingestellt werden.
Durch die Vermittlung des Kommandos des in Berg-Karabach stationierten russischen Friedenskontingents wurde eine Vereinbarung über die vollständige Einstellung der Feindseligkeiten ab 13:00 Uhr am 20. September 2023 getroffen.
Es wurde eine Vereinbarung über den Abzug der verbleibenden Einheiten und Soldaten der Streitkräfte der Republik Armenien aus der Region sowie über die Auflösung und vollständige Entwaffnung der bewaffneten Formationen der Verteidigungsarmee von Berg-Karabach und den Abzug von schwerem Gerät und Waffen aus dem Gebiet von Berg-Karabach zu ihrer baldigen Entsorgung getroffen.
Die von der aserbaidschanischen Seite aufgeworfenen Fragen über die Wiedereingliederung, die Gewährleistung der Rechte und der Sicherheit der Armenier von Berg-Karabach sowie die Fragen der Gewährleistung des Lebens der Bevölkerung von Berg-Karabach im Rahmen der aserbaidschanischen Verfassung werden gemäß der getroffenen Vereinbarung bei dem Treffen zwischen den Vertretern der lokalen armenischen Bevölkerung und den Vertretern der zentralen Behörden der Republik Aserbaidschan, das am 21. September 2023 in der Stadt Jewlakh stattfinden wird, sowie bei weiteren Treffen besprochen.
Damit ist die Sache erstmal geklärt.
Berg-Karabach gehört zu Aserbaidschan. Armenische Truppen gehen raus. Regionale Selbstverwaltung wird aufgelöst, deren Milizen legen die Waffen nieder. Aserbaidschan gewährleistet die Sicherheit der in der Region lebenden Armenier.
Aserbeidshan gewährleistet die Sicherheit der Bewohner? Wie in der Stadt Hadrut,die im 2020er Feldzug unter aserbeidshanische Militärkontrolle kam?Viele Aseris kümmert es nicht,was Alliev oder die Militärführung sagen.Die sind so vom Hass zerfressen,dass sie lieber lebenslang ins Gefängnis gehen als darauf zu verzichten,einem Armenier die Kehle durchzuschneiden…
Das Schlachten wird sicherlich nicht gleich beginnen.Aber den Bewohnern steht kein gutes Leben bevor.Daher ist abzusehen,dass die Mehrzahl der Menschen,vor allem jüngere und solche,die Verwandte in anderen Länder haben,Karabach verlassen werden.
Zustimmung aus einer ungewohnten Ecke.
An der Sache ist gar nichts geklärt, der Exodus beginnt jetzt.
Dieser Kommentar wurde auf Wunsch des Autors gelöscht.
Hallo, @ Altlandrebell
Danke für die teils neuen Hintergrundinfos.
Allerdings muss ich sagen, dass mir angesichts des Textumfangs dieser eine Satz …
„Pech haben jetzt wie üblich wieder die Zivilisten, insbesondere jene, die in Bergkarabach leben und am meisten betroffen sein werden.“
… doch ein bisschen nüchtern und lakonisch erscheint.
Es handelt sich schließlich nicht bloß um einen „normalen“ Konflikt zwischen zwei verfeindeten Volksgruppen, sondern auch um eine Auseinandersetzung zwischen zwei Religionsgemeinschaften, was in diesem Teil der Erde bekanntlich rasch zu allerlei Eskalation und Gewaltausbrüchen führen kann. Und es gibt eben eine bewusste Vorgeschichte. Soweit ich weiß, sind die Aserbaidschaner in völkerkundlicher Hinsicht den Türken nah verwandt („turksprachige Ehnie“) und über das türkisch-armenische Verhältnis muss ja nun mehr viel erzählt werden.
Angesichts der Vorgeschichte von 1915 ff – die von den Türken nach wie vor geleugnet wird – und den schlimmen Erfahrungen über Massenmorde in neuerer Zeit – ich meine den Völkermord in Ruanda (1994) und das Massaker von Srebrenica (1995) – sollte man die jetzige Entwicklung zumindest sehr aufmerksam beobachten. Das Potential zur Eskalation ist jedenfalls vorhanden.
Hier der Link zu einem eher zufällig entdeckten Artikel, der über die humanitäre Situation und den politischen Hintergrund informiert:
https://www.manova.news/artikel/der-stumme-genozid
Das Problem ist leider, dass es gar nicht so viele Länder geben dürfte, die von beiden Seiten als unabhängige Vermittler und Steller von Friedenstruppen akzeptiert werden würden … Hinzu kommt, dass gewichtige politische Kräfte das womöglich sogar gar nicht wollen.
Irgendwie – ich hoffe, ich irre mich – kommt es mir so vor, als ob dieser Konflikt noch ausufern könnte. Mit dem Iran und der Türkei gibt es bereits zwei benachbarte Regionalmächte, die sich einmischen könnten. Hinzu kommt, dass die EU und die USA hier ja auch nicht unparteiisch sind, sei es wegen aserbaidschanischem Erdgas, sei es wegen eines gewollten Unruheherdes an Russlands Südwestflanke.
Gruß, Wolfgang
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@Altlandrebell
Sehr informativ und spannend.
Wenn es Ihre Zeit erlaubt und es mit der nötigen Motivation klappt, wäre es wirklich nett, wenn Sie Ihr Wissen nebst An- und Einsichten teilen würden.
Hoppla da kennt sich ja einer aus. Was ist das denn? Da kriegt man ja alle Fragen beantwortet, die einem unter den Nägeln brannten und die der Journalistende unter den Tisch fallen ließ. Peinlich für den Ami.
Herzlichen Dank für den informativen Text.
Ich kann vielen Ihrer Ausführungen zustimmen, möchte aber noch etwas ergänzen, was für das Verständnis der Situation vielleicht nicht unwichtig ist.
Vertreter des kleinen Bergkarabach, das mit ca. 140.000 Armeniern gerade so die Einwohnerzahl einer Großstadt übertrifft, sowie aus dem armenischen Mutterland stammende Feldkommandeure haben nach dem erfolgreichen Krieg gegen Azerbaidschan zu Beginn der 1990-er Jahre sehr lange die Spitze der Politik in Armenien dominiert. Zunächst wurde Robert Kotscharjan, der erste Premier und erste Präsident Bergkarabachs, für zwei Amtszeiten Präsident Armeniens (1998 bis 2008). Ihm folgte für ebenfalls zwei Amtszeiten Serge Sarkisjan (2008 bis 2018). Hinzu kamen Vertreter dieser als „karabacher Clan“ bezeichneten Gruppierung in anderen politischen Ämtern.
Moskau ist mit diesen Leuten lange Zeit sehr gut zurecht gekommen, weil sie schon vor Putin auf Russland orientiert waren. Innerhalb Armeniens führte diese langjährige Dominanz einer konservativ-nationalistischen Gruppierung ohne Zukunftsprogramm dagegen zu Lähmung, Vetternwirtschaft und Bereicherung; um sich das vorzustellen braucht es wenig Phantasie.
Als Serge Sarkisjan erneut für das einflussreiste Amt vorgeschlagen wurde, diesmal als Premier, kam es 2018 in Jerewan zu wochenlangen Protesten, die mit der Wahl Paschinjans zum Premier endeten. Die Kreml-Medien sprachen von einem erneuten „Soros-Umsturz“, unsere Medien von eienr „demokratischen Revolution“. Es dürfte beides zugetroffen haben.
Jedenfalls dürfte die langjährige Dominanz des Karabach-Clans sowie sein Sturz nicht ohne Folgen für die Haltung der armenischen Bevölkerung zur Karabach-Frage geblieben sein. Man kann es wohl daran ablesen, dass Paschinjan auch nach dem verlorenen Karabach-Krieg bei den vorgezogenen Wahlen vor zwei Jahren dennoch als Premier bestätigt wurde, während der ins Rennen geschickte Ex-Präsident Kotscharjan als Vertreter des Karabach-Clans nur 21% einfuhr.
Dieser Stimmungswechsel in erheblichen Teilen der arm. Bevölkerung dürfte es Paschinjan auch erlaubt haben, im Oktober letzten Jahres als erster führender Repräsentant Armeniens die Souveränität Azerbaidschans über Bergkarabach zu bestätigen.
https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2022/10/07/statement-following-quadrilateral-meeting-between-president-aliyev-prime-minister-pashinyan-president-macron-and-president-michel-6-october-2022/
(Die armenischen Vorgängerregierungen hatten zwar ebenfalls die Grenzen der sowjet. Teilrepubliken als Grenzen der Nachfolgestaaten anerkannt, aber stets hinzugefügt: mit Ausnahme der autonomen Gebiete, die noch zu Sowjetzeiten ihr (formal) garantiertes Recht auf Selbstbestimmung wahrnahmen und ihre Selbstständigkeit erklärten. Womit natürlich Bergkarabach gemeint war.)
Resüme: Die Armenier halten also aktuell ebenfalls nur die Wahl zwischen Pest und Cholera für möglich. So sieht für’s erste ihre Version des „Endes der Geschichte“ aus. Aber dabei wird’s hoffentlich nicht bleiben.
P.S.
Es wird ja immer mal diskutiert, welche Faktoren den „Zusammenbruch“ der SU bewirkt haben. Der Afghanistan-Krieg wird genannt, das Wettrüsten, gar Solidarnosc. M.E. kann man ernsthaft nur über drei Faktoren diskutieren: den Zustand der sowjetischen Ökonomie, der für sich genommen nicht kritisch war, die zunehmende Degeneration der Sowjetbürokratie, die man witzigerweise auch an Gorbatschow ablesen kann und die für sich genommen vermutlich ebenfalls nicht fatal war. Und drittens den in der zweiten Hälfte der 1980-er Jahre langsam aufkommenden Nationalismus, der wohl einerseits als Folge der erstgenannten Faktoren interpretiert werden kann, aber andererseits als Transformation dieser Faktoren in die „Politik der Massen“ auch eine eigenständige politische Rolle spielte.
Und wer hat den Nationalismus zu dieser Zeit ins Rollen gebracht? Es waren die Armenier Bergkarabachs, die als erste die Losung „Glasnost und Perestroika“ (Öffentlichkeit und Umbau) neu interpretierten, indem sie im Spätherbst 1987 in Stepanakert große Versammlungen unter freiem Himmel abhielten, auf denen der Umbau der existierenden Grenzen der beiden südkaukasischen Republiken gefordert wurde. Zu der Zeit war’s im Baltikum noch muchsmäuschenstill.
Grüsse
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Wortreich und weit überwiegend korrekt (bis auf die Bemerkung zur Besiedlung ehemals aserischer Territorien, die keine staatliche Unterstützung fand und deshalb ohne Straßenbau, Strom- und Wasserversorgung nur in geringfügigem Umfang stattgefunden hat.)
Aber das heute Wichtigste fehlt halt, nämlich daß Aserbaidschan 2020 nur mit der Waffenhilfe der NATO zur Rückeroberung der verlorenen Gebiete anzusetzen vermochte und dies folglich mit einem NATO-Auftrag tat. Es tut nichts zur Sache, wenn einer meint, „der Sultan“ habe NATO dazu erpresst – tatsächlich ist es umgekehrt, NATO erpresst die USA fortwährend mit den „Eigenwilligkeiten“ des „Sultans“ – das Resultat ist so oder so dasselbe.
Mißmutig macht mich auch die Nonchalance gegenüber der ostentativen „osmanischen“ Hyper-Brutalität, die seit dem Einmarsch der Türkei in Afrin ein Markenzeichen der NATO zu werden scheint. Das geht seither nie ohne Brüste / Genitalien abschneiden, gern, wenn die Opfer noch nicht tot sind, und dem rituellen Köpfen. Nicht regelmäßig, aber immer öfter, auch skalpieren.
Es ist schon recht seltsam, daß du das RAND-Paper „Extending Russia“ von 2019 verlinkst, aber den Krieg um Karabach dennoch vorerst behandeln willst, als sei es Restbestand historischen Getoberes irgendwelcher rückständiger Neger oder Schlitzaugen, die über mehr oder minder kindische Erbfeindschaften nicht hinweg kämen – natürlich nicht, ohne dich semantisch „vornehm“ von solcher Sichtweise abzusetzen.
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Hallo Altlandrebell,
danke für die Antwort.
„Da unterscheiden wir uns, für mich ist die Kampagne von 2020 nicht nur ein NATO-Krieg gewesen. Es gab auch starken inner-aserbaidschanischen Druck endlich mal zu handeln.“
Nein, an dem Punkt scheiden wir uns nicht. Ich wollte ergänzen: Es gab auch starke innenpolitische Motive in der Türkei, „endlich mal zu handeln“.
„Nur“ müssen diese Protagonisten mit Aussicht auf Erfolg handeln können, damit sie es dann tun, und deshalb ist:
„Man sollte nun sicherlich diskutieren, ob der oder vielmehr die NATO der Haupttreiber hinter Bakus Aktionen war …“
ein Übergang, das Geschehen aus dem Blick zu nehmen, zugunsten philosophischer („Haupttreiber“) plus moralischer Wägung.
Das mache ich nicht mit. Der aserbaidschanische Angriff war damals, wie heute wieder, ein Beschluß, einVorgang, nicht deren mehrere. Und weil es zumindest bei älteren Semestern ein überaus beliebter Trick ist, das methodisch zu verleugnen, will ich auch auf Deine philosophische Rechtfertigung Deiner Sichtweise eingehen:
„Ich sehe die drei Dimensionen als miteinander verschränkt und sich gegenseitig beeinflussend an.“
Schon die Analogie ist daneben. „Verschränkt“ heißt ein Vorgang in der Physik, bei dem zuvor separat identifizierbare Bestandteile (üblicherweise Atome) unidentifizierbar werden, weil sie alle denselben Set von Eigenschaften annehmen, also viele Atome zusammen wirken, wie ein einziges Objekt.
Solche „reinen“ Vorgänge gibt es außerhalb der Teilchenphysik natürlich nicht. So ist beispielsweise die „Hyper-Brutalität“, die ich erwähnt habe, eine „Spur“ von Konflikten und Motiven in den NATO-Kriegen in Libyen, Syrien, Irak und Karabach, deren Herkunft außerhalb des Binnenzusammenhangs der Kriegsbeschlüsse der NATO liegt.
Doch selbst sie gehen in die NATO-Motive ein und über, deshalb das ostentative und demonstrative Moment an ihnen, das direkt verwickelte Täter nicht selten leitet, die Brutalitäten selbst bildreich zu verbreiten, um sie zum Ausweis ihrer Immunität gegen Einsprüche aus den imperialen Metropolen zu machen. Die Freiheit von ISIL, AlQuaida und der türkischen und aserbaidschanischen Soldateska ist die Freiheit der NATO, welche die Täter auf ihre Mühlen lenken und sie damit zelebrieren.
Der leninistische Unfug mit „Haupt-“ und „Nebenwidersprüchen“ sollte fallen gelassen werden, das war von allem Anfang an ein theoretischer Opportunismus im taktischen Umgang mit der moralisch und rechtsidealistisch verseuchten Psyche der Adressaten.
@Altlandrebell:
Brillanter Beitrag! Herzlichen Dank. 👍👏
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@Alexander: Die Vermutung ist edel, aber wer die Artikel von Moshe Zimmermann liest, weiß, dass es bei der israelischen Regierung nicht um die Opfer des Völkermordes geht, sondern nur um die Ausbeuter desselben.