
Die Rentenkommission soll ja bekanntlich ein „Gesamtkunstwerk“ vorgelegt haben. So jedenfalls die gemeinsam vorgetragene Lobeshymne von Kanzler Merz und Sozialministerin Baas, die versprachen, es 1:1 umzusetzen. Bei genauerem Hinsehen mutieren die Empfehlungen der Kommission immer stärker zu einem grundlegenden Angriff auf die fundamentalen Interessen von Abermillionen Menschen in diesem Land.
Beispiel:
Empfehlung 15: „Die Kommission empfiehlt die Einführung eines Übergangsfaktors bei der Rentenberechnung. Dieser stellt für die Rentenneuzugänge ab 2032 sicher, dass diejenigen, die vor allem durch eine kurze Ansparzeit noch nicht in ausreichendem Maß von der gesetzlichen Kapitalrente profitieren können, einen Niveauzuschlag erhalten. Damit wird gewährleistet, dass das Rentenniveau (inkl. gesetzlicher Kapitalrente) für die Rentenneuzugänge künftig mindestens so hoch wie heute ausfällt.“
Das klingt erst einmal sozial und gut. Jedenfalls, so lange man nicht die Frage stellt: was passiert denn mit den aktuellen Rentnerinnen und Rentnern und denen, die noch bis 2031 in Rente gehen werden?
Mit denen passiert nämlich folgendes: Der Rentenversicherungsbeitrag steigt von 2032 bis 2040 um etwa 1 % (von 22,2 % auf 23,2 – inklusive der neuen zweiprozentigen Kapitalmarktabgabe). Im gleichen Zeitraum nimmt die Zahl der Rentenempfänger gegenüber den Beitragszahlern zu. Der sogenannte Rentenquotient steigt von 0,53 auf 0,57. Die Renten-Dämpfungsformel bewirkt, dass durch die Beitragssatzsteigerung und die Erhöhung des Rentenquotienten das Rentenniveau von 48 % auf 46 % Prozent gedrückt wird. Für den Eckrentner (hatte 45 Entgeltpunkte erarbeitet) würde das nach heutiger Kaufkraft eine Verringerung der Rente um 90 Euro gegenüber dem heutigen Niveau bedeuten.
Die Beitragszahler, die ab 2032 neu in Rente gehen, werden davon schadlos gehalten. Dank des staatlich finanzierten „Übergangsfaktors“ wird innerhalb der Rentenversicherung eine weitere Versorgungsklasse aufgemacht. Als wenn durch die Versorgungsspaltung zwischen gesetzlich Rentenversicherten, Beamten, Politikern, berufsständisch Versorgten, Selbständigen mit und ohne Versicherung, nicht schon überreichlich Klassen vorhanden sind.
Die Krönung bildet dann die Propaganda von den gierigen Alten, die ohne Skrupel die Jungen ausbeuten würden.
Nach Grundgesetz Artikel 3 sind „alle Menschen vor dem Gesetz gleich“. Wirklich? Spalte und herrsche ist da eher der reale Rechtsgrundsatz. Bleibt die Frage: Wann kracht es endlich in der Gesellschaft?
Ergänzungen:
Von so gut wie keinem bemerkt, aber von Johannes Steffen auf seiner Internetseite „Portal Sozialpolitik“ genauestens vorgerechnet: Mit den Empfehlungen der Rentenkommission erringen die „Jungen Wilden“ in der Unions-Bundestagsfraktion einen späten Triumpf. Durch die Beitragserhöhungen von 2 % für die Kapitalmarktrente bis 2032 wird das Rentenniveau bis 2031 formal zwar bei 48 % bleiben, der aktuelle Rentenwert wird aber dennoch um einen Euro niedriger ausfallen (49,70 Euro statt 50,70 Euro). Das ist ziemlich genau die Größe, die im Dezember letzten Jahres beinahe eine Regierungskrise ausgelöst hätte. Da die Rechnung einigermaßen komplex ist, würde sie den Rahmen dieses Artikels sprengen – der obige Link führt zur genauen Analyse.
Zweite Ergänzung: Bei dem Rentenniveau ist immer das nur in Deutschland verwendete „Niveau nach Sozialabgaben, aber vor Steuerabzug“ gemeint. Die international übliche Nettoersatzquote bezieht die Steuerabgaben mit ein. Und da bleibt dann nichts stabil bei 48 %, sondern anwachsende Steuerabgaben garantieren eine Abnahme des tatsächlichen Nettoniveaus kontinuierlich bis 2058.
Dritte Ergänzung: Die erhöhten Steuerabzüge bei den Renten führten und führen natürlich zu steigenden Steuereinnahmen für den Staat. Man könnte meinen, dass der Finanzminister dann auch anteilig mehr Geld für die Rentenversicherten beisteuern könnte. Doch weit gefehlt. Sattsam bekannt ist, dass die nicht beitragsbegründeten Rentenleistungen, die von der Rentenversicherung auf Anordnung des Staates ausgezahlt werden, nicht vollständig aus Steuern kompensiert werden (Unterdeckung aktuell: 40 Milliarden Euro). Weniger bekannt ist, dass die Bundesregierungen in den letzten Jahren die Bundesmittel für die Rentenversicherung systematisch bis 2027 um 13,6 Milliarden Euro gekürzt haben:

Da schließt sich dann wohl der Kreis: die vorenthaltenen Gelder können jetzt für die Sponsoringleistung „Übergangsfaktor“ zum Wohle der Kapitalmarktrente verwendet werden.
Und wem die riesigen Rentenfonds nützen, sollte jedem klar sein: Risikolose Geschäftsfelder für die Finanzkonzerne mit üppigen Profiten. Für welche Zwecke die Kapitalfonds dann genutzt werden können, liegt auf der Hand. Die unbegrenzte Lizenz für das Ziel, 5 % des Bruttoinlandsprodukts für Aufrüstung Schulden zu machen, verlangt nach Finanzquellen. Werden die Rentenfonds Finanzquellen für einen „Kriegsertüchtigungs“fonds?
Eine gründlichere Analyse der 33 Empfehlungen der Rentenkommission.
Ähnliche Beiträge:
- Rentenkommission präsentiert einen 33-fachen stacheligen Rentenstrauß – Kern: Die Renten-Konterreformen gehen weiter!
- Nun spekuliert mal schön!
- Rentenreform ist überfällig
- Sozialpolitik in Zeiten der Kriegsvorbereitung
- Der Sachverständigenrat: Mütterrente? Die kann weg!



Abermillionen Rentnern stehen Abermillionen Beitragszahler gegenüber.
Wenn jetzt die Beitragszahler für niedrigere Beiträge statt höherer Renten votieren, können sich die Rentner eigentlich nicht beschweren: Nichts anderes haben sie selbst auch getan.
Die Schuld kann man auch nicht auf das verkorkste Rentensystem schieben, wenn man selbst jahrzehntelang nichts daran geändert hat. Auch nicht auf „die Ausländer“, die man eingeladen hat. Auch nicht auf die Politiker, die man gewählt hat. Auch nicht auf die „Jugend“, denen man produktive Betätigung vergällt hat.
Und nein, das Bildungssystem ist wahrlich kein Argument für Ansprüche an die Kinder anderer Leute.
Du „votierst“ bei Wahlen nicht für oder gegen irgendwelche Sachfragen, du wählst irgendeine Nase aus, die dir danach für genau gar nichts rechenschaftspflichtig ist.
Das hat für die Korrumpierer den Vorteil, dass sie nicht „den Wähler bestechen“ müsssen (wie Propagandisten gerne über „Populisten“ behaupten) sondern nur ein paar 100 Abgeordnete.
@Heribert Wannsieder: Einspruch
1. Ein Problem mit der Rente gibt es vor allem dann, wenn der von allen Bürgern erwirtschaftete Wohlstand aka „Wirtschaftsleistung“ innerhalb der Mittelschicht und von unten nach (ganz) oben undumverteilt wird, weil die gierigen „Superreichen“ nicht satt werden. Oder haben Reiche und Superreiche ein Problem mit ihrer Rente? Wer 100 Millionen oder 10 Milliarden Euro erbt, der hat kein Problem mit der Rente.
2. „Und nein, das Bildungssystem ist wahrlich kein Argument für Ansprüche an die Kinder anderer Leute.“
Was wäre, wenn alle Kinder/Schüler in Deutschland Abitur machen, studieren und promovieren würden wie z. B. die „Wirtschaftswaise“ und Regierungsberaterin von Friedrich Merz, Veronika Grimm? Würden die dann auch alle so viel verdienen wie Frau Grimm und Frau Grimm hat sicherlich keine Problem mit ihrer Rente bzw. „Pension“.
Aber wer pflegt dann im Krankenhaus für ein paar Euro im Monat z. B. die Kranken im Krankenhaus: Die Frau Prof. Dr. Grimm und die anderen Doctores, Professores und Academici? Daran habe ich begründete Zweifel. Der Kapitalismus braucht unqualifizierte und geringqualifizierte Geringverdiener und Hungerlöhner, sonst putzt keiner für 13,90 Brutto pro Stunde die Toiletten im Krankenhaus/Altenheim oder macht das demnächst der Toilettenreinigungsroboter von Elon Musk, der „Tesla-EToilett“?
Vergessen Sie das Geld (sage ich als Kapitalist).
Wenn Sie 10 Handwerker brauchen, um das Dorf am Laufen zu halten, dann sind 5 nicht genug, von denen dann auch noch 3 Soziologie studieren und einer Beamter wird. Der eine Handwerker schüttelt irgendwann den Kopf und arbeitet nicht mehr für die 10 Handwerker in Rente, 3 Soziologen und einen Beamten, sondern höchstens noch für sich selbst.
Die Generation der (angehenden) Rentner hat diese Welt fünf Jahrzehnte lang gestaltet Wenn sie ihnen jetzt nicht gefällt, müssen sie sich an die eigene Nase fassen.
@Heribert Wannsieder: „Vergessen Sie das Geld (sage ich als Kapitalist).“
1. Wie soll der Kapitalismus ohne Geld funktionieren? Es sei denn, wir führen wieder die direkte Tauschwirtschaft ein: 20 Liter Benzin gegen 10 kg Kartoffeln und 6 Eier. Muscheln gehören zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Zahlungsmitteln der Menschheitsgeschichte. Auch das war „Geld“. und das ist ungefähr 3.000 bis 4.000 Jahre her und lange bevor es Goldmünzen bzw. Papiergeld und Dollar, Reichsmark, Deutsche Mark und den Euro gab.
2. Wer bitte ist denn „die Generation der (angehenden) Rentner“. Ich jedenfalls habe in meinem Leben einmal eine Partei gewählt, die dann Teil der Regierung war und diese Partei hat nicht das gemacht, was sie vorher versprochen hat. Andere Bürger haben wahrscheinlich in ihren gesamten Leben noch nie eine Partei gewählt, die dann regiert hat oder Teil der Regierung war.
Seit der „geistig-moralischen Wende“ eines gewissen Dr. Helmut Kohl von dieser Fake-Partei, die sich immer noch als „christlich“ bezeichnet – das war in den 1980er Jahren – predigt die Mehrheit der Politiker und die Mehrheit der „ökonomischen Experten“: Wir brauchen mehr Markt und mehr Kapitalismus, mehr Privatisierung, mehr Deregulierung und weniger Staat, denn die „freie“ Marktwirtschaft macht alle Menschen wohlhabend.
Das, was sie beschreiben, das ist der Markt: der erste wird Beamter, der zweite Handwerker, der dritte Immobilienmakler, der vierte Kankenpfleger, der fünfte Soziologe, der sechste Paketzusteller usw.
Der 15. wird Steuerberater und hilft den Multimillionären und Multimilliardären dabei, ihre Millionen- und Milliardengewinne in Steueroasen zu schaffen, wo diese „Leistungsträger“ dann weniger Steuern zahlen als 14 Beamte, 47 Handwerker, 2 Immobilienmakler, 13 Krankenpfleger, 2 Soziologen und 21 Paketzusteller zusammen.
Wenn es um die Rente geht, dann wird in diesem „demokratischen und sozialen Bundesstaat“ (siehe Art. 20 GG) niemals die Frage gestellt: Wer hat ein Problem mit der Rente und vor allem mit der Höhe der Rente?
Verbeamtete Richterinnen/Richter, Oberstudiendirektorinnen, die Intendanten von ARD und ZDF, pensionsierte Generäle, der Chefarzt vom Klinkum „Privatpatient & Besserverdiener“, Wirtschaftsprofessoren wie Prof. Dr. („Un-„)Sinn (von der BILD-Zeitung 2012 als „Deutschlands klügsten Wirtschaftsprofessor“ geframt), Friedrich Merz, Karl Lauterbach, Annalena Baerbock, Peter Altmaier, Jens Spahn, Sigmar Gabriel, Wolfgang Kubicki, Lars Klingbeil, die „Wirtschaftsweise“ und Professorin an der TU Nürnberg Veronika Grimm, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Johann Wadephul, Rolf Buch, Markus Söder, die amtierende Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Olaf Scholz, Horst Seehofer, die amtierende Bundesministerin für Gesundheit Nina Warken, Dieter Schwarz, Klaus-Michael Kühne, Andreas von Bechtolsheim, Susanne Klatten, Hans Guido Riegel, Stefan Quandt, Reinhold Würth, Georg Schaeffler, Ludwig Merckle, Beate Heister, Karl Albrecht Jr., Friedhelm Loh, Hasso Plattner, Andreas Strüngmann, Thomas Strüngmann, Theo Müller, Dirk Rossmann, Roand Busch, Michael Otto, Richard Lutz, Alexander Gauland, Björn aka „Bernd“ Höcke, Beatrix von Storch und Alice Weidel
ODER:
Andreas Altenpfleger, Albert Arbeitslos, Bernd (Omni-)Busfahrer, Bodo Betonbauer, Enzo Elektriker, Gerd Geringverdiener, Ingo Installateur, Karin Kassiererin, Karl Krankenpfleger, Lorenzo Lokführer, Manuel Mechaniker, Markus Maurer, Michaela Mittelschicht, Michael Mittelschicht, Milena Mindestlöhnerin, Nina Niedriglöhnerin, Nicole und Norbert Normalverdiener, Pia Putzfrau, Petra Pflegehilfskraft, Paul Paketzusteller, Sabine Sachbearbeiter, Stephan Straßenkehrer, Timo Tierpfleger, Ulrich Unterschicht, Werner Wenigverdiener und Zoran Zugbegleiter?
Eine schwierige Frage. Was sagt der „beliebte“ Talkshow-Moderator und Geringverdiener Markus Landser vom ZET-DE-EF dazu?
Kienzle: Noch Fragen Hauser?
Hauser: Ja Kienzle, wer ist Hans Guido Riegel?
Kienzle: Das ist Mr. „Haribo“, gute Freunde nennen ihn auch „Goldbär“🐻 oder Mr. „Color-Rado“🌈.
Wer hat ein Problem mit der Rente und vor allem mit der Höhe der Rente?
„Verbeamtete Richterinnen/Richter, Oberstudiendirektorinnen, die Intendanten von ARD und ZDF, pensionsierte Generäle, der Chefarzt vom Klinkum „Privatpatient & Besserverdiener“, Wirtschaftsprofessoren ……“
Die Intedanten von ARD, ZDF und DLR jedenfalls nicht. Auch nicht fast alle übrigen
Mitarbeiter des ÖRR. Deren Renten werden vom Rundfunkbeitrag bezahlt. Von den jährlich bezahlten
rund 8 Mrd. Euro wird etwa die Hälfte für „Pensionen“ und Rückstellungen ( könnte man vielleicht Ansparbeträge nennen )dafür bezahlt. Nur von der anderen Hälfte, die übrigen 4 Mrd. wird das Programm finanziert.
Die Krankenkassenbeiträge bezahlt zur Hälfte der Steuerzahler über die Künstlersozialkasse.
Die Rentenkommission und Regierung rechnen offenbar fest
mit dem dritten Weltkrieg und letztem Aufgebot, dass seine
Rente nie beantragen wird.
Da schreiben die Medien dass ein bekannter Sänger oder Schauspieler nur 600 Euro Rente bekäme und man so nicht leben kann. Zum Glück habe er aber selbst vorgesorgt. Dass eine Reinigungskraft trotz vieler Jahre putzen genauso viel Rente erhält und davon leben muss erfährt man in den Medien nicht.
Die KSK ( Künstlersozialkasse ) zahlt keine
Rentenbeiträge, nur den Arbeitgeberanteil der Krankenversicherungsbeiträge. Sänger und Schauspieler versichern ihre Rente selbst nach Beschäftigungslage und Gage.
Es geht um keine Sozialneiddebatte, sondern darum, wie es sein kann, dass der
ÖRR ein eigenes „Arbeitsrecht“ für sich in Anspruch nimmt, sonst aber wenig von den Pflichten eines Arbeitgebers hält und
nach Gutsherrenart mit Beschäftigten herumspringt.
Vielleicht versteht der Herr Heyse die „Prognoseregeln“ des ÖRR und schreibt etwas darüber. Glaube aber nicht daran,
weil die Abteilungen „Honorare und Lizenzen“ des ÖRR ihren eigenen Scheiß nicht verstehen.
Das ganze Rentensystem wird kollabieren! Grund hierfür ist, dass die s. g. Babyboomer-Generation der Jahrgänge 1955 bis 1969 inzwischen in Rente gegangen sind bzw. in Kürze in Rente gehen werden. Hinzu kommt, dass die durchschnittliche Lebenserwartung gestiegen ist und die Anzahl der Beitragszahler je Rentner abnimmt.
Die Versäumnisse Mitte der 80er Jahre bzgl. einer gesicherten Altersversorgung für ALLE Arbeitnehmer inkl. den Beamten mit ihren Pensionsansprüchen (implizite Staatsverschuldung) lassen sich nicht rückabwickeln – ist so!!! Nobert Blüm, ehemaliger Bundesarbeitsminister, hat das im Wahlkampf 1986 so ausgedrückt: „Die Rente ist sicher.“ Nur hat er eben NICHT gesagt, in welcher Höhe…
Infos zu den Rentenreformen seit 2001 in Kurzform sind unter dem folgenden Link zusammengefasst:
https://www.deutsche-versicherungsboerse.de/verswiki/index_dvb.php?title=Rentenreformen_seit_2001_Kurzform
Politik und (Finanz)Mathematik sind eben disjunkt. Fasten your seatbelts.
Carpe diem.
Ich würde ja die Hinz AG nicht dazu befragen, wie ihre Konkurrenz, die Kunz GmbH & Co. Kg, wirtschaftlich dasteht.
Einspruch Herr Voltaire! Ihre „Analyse“ lässt wesentliche volkswirtschaftliche Faktoren und Parameter außen vor. Volkswirtschaft ist mehr als „(Finanz)Mathematik.
Kleiner Mathematikerscherz: Warum trägt die 8 einen Gürtel? Damit sie nicht zur 0 wird.
Einen hab ich noch:
Ein Finanzmathematiker kauft eine Aktie für 100 Euro.
Die Aktie fällt auf 50 €.
Der Finanzmathematiker sagt: „Perfekt! Jetzt ist sie 50 Prozent günstiger.“
Die Aktie fällt weiter auf 10 Euro.
Der Finanzmathematiker sagt: „Noch besser! Jetzt bekomme ich fünfmal so viele Aktien fürs gleiche Geld.“
Die Aktie fällt auf 1 Euro.
Der Finanzmathematiker sagt: „Fantastisch – das Risiko ist jetzt praktisch verschwunden, weil der Kurs der Aktie kaum noch fallen kann.“
Richtig ist, Nobert Blüm, ehemaliger Bundesarbeitsminister der CDU, hat einmal gesagt: „Die Rente ist sicher.“ Richtig ist auch, dass er nicht gesagt hat, in welcher Höhe.
Vor allem aber hat Norbert Blüm nicht gesagt, wessen Rente sicher ist und das ist sicher, die Rente der Präsidentin der Gesetzlichen Rentenversicherung, die Rente von Friedrich Merz, die Rente von Katherina Reiche, Jens Spahn, Sigmar Gabriel, Wolfgang Kubicki, Lars Klingbeil, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Karl Lauterbach, Veronika Grimm, Annalena Baerbock, Johann Wadephul, Julia Klöckner, Markus Söder und Alice Weidel ist ganz sicher.
Auch die Rente der Vorstandsvorsitzenden von Vonovia, SAP, der Deutschen Bahn, der Deutschen Bank, der Deutschen Telekom, Siemens, Rheinmetall usw. ist sicher. Da können Sie ganz sicher sein.
Mitbürgerinnen/Mitbürger, die in einem einzigen Jahr mehr als 10 Millionen Euro kassieren, da bleint auch netto noch etwas Kohle übrig, um z. B. pro Monat 100.000 Euro für das Alter auf die hohe Kante zu legen es sei denn, man verprasst alles oder sieht das ein Finanzmathematiker anders? 12 x 100.000 Euro = 1.200.000 bzw. 1,2 Mio Euro in einem einzigen Jahr, davon kann man sicherlich auch im Alter die Miete für die Wohnung zahlen, ohne dass man Pfandflaschen sammeln oder sich bei der Tafel anstellen muss oder?
Und wer 10 oder 20 Millionen Euro Dividende im Jahr kassiert oder wie der Aktionär eines bekanten Automobilherstellers mit drei Buchstaben (der 1. ist ein „Be“ und der dritte ein „We“) in einem EINZIGEN Jahr mehr als 600 Millionen Euro❗Dividende kassiert, da bleibt netto noch reichlich übrig, um für das Alter ein paar Euro auf die hohe Kante zu legen.
Wo ist das Problem, Herr Voltaire? Das zentrale volkswirtschaftliche Problem dabei ist, dass alle oben genannten Personen 0,0 Cent in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. 0,0 das ist mathematisch: Null Komma Null, also nix = 0️⃣,0️⃣ €
Problematisch wird es allerdings für viele Mitbürgerinnen wie Gerda Geringverdiener. Sie war noch nie krank und arbeitet seit 25 Jahren fleißig und ohne Unterbrechung für ein paar lausige Euro pro Stunde. Bis zu Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes wurde ihr Monatslohn mehrere Jahre lang sogar auf das Hartz IV-Niveau aufgestockt, weil ihr Chef, der nimmersatte Friedrich Weidel-Mai von der Fa. Black & Blue Rock, ihr nur 6,20 Euro pro Stunde gezahlt hat.
Mitbürgerinnen/Mitbürger, die 45 Jahre lang ohne jede Unterbrechung (Krankheit, Kindererziehung, Pflege der Eltern, Arbeitslosigkeit usw.) für den gesetzlichen Mindestlohnen arbeiten würden, würden ceteris paribus – das heißt: unter den derzeit konstanten Bedinungen – etwa eine Monatsrente von 1.000 bis 1.200 Euro bekommen und das brutto! Da gehen also noch KV- und PV-Beiträge weg. Netto sind bzw. wären das etwa 880 bis 1.070 Euro monatlich.
Wenn man 2026 für den gesetzlichen Mindestlohn in „Höhe“ von 13,90 Euro brutto pro Stunde arbeitet (nur üble Scherzbolde und „Wirtschaftsweise“ sprechen hier von „Höhe“), da bleibt dann nach Abzug von Miete, Strom, Gas, Wasser, Abwassergebühren, Lebensmitteln, Milch, Kaffee, Papiertaschentüchern, Toilettenpapier, ein paar neuen Schuhen und einer neuen Unterhose, Zahnpasta, Haarshampoo usw. im Gegensatz zu Katherina Reiche und dem B?W-Aktionär am Monatsende auch nicht mehr viel übrig, um für das Alter etwas wegzusparen und auf die hohe Kante zu legen.
Kienzle: Noch Fragen Hauser?
Hauser: Nein, lieber Kienzle, das haben Sie wunderbar erklärt.
Kienzle: Einen hab ich noch. Ein armer Mensch sagt: „Geld allein macht nicht glücklich.“
Darauf antwortet ein reicher Mensch: „Stimmt. Aber es löst viele Probleme, die arme Menschen haben, auch das Problem mit „die Renndä“.
Hauser: 🙃
Eine ganz interessante Wortmeldung dazu ist hier zu finden
https://finanzmarktwelt.de/staatsanleihen-segen-der-moderne-oder-neokapitalistische-saugpumpe-par-excellence-395544/
auch und besonders die Ausführungen dazu, in wessen Taschen Merzens “ private kapitalgedeckte Altersvorsorge“ am Ende wohl landen könnte.
Nur mal zur Erinnerung die Rentenkasse wurde schon mehrfach für die Finanzierung von Anderem Geplündert*
*Kleines Beispiel : Doppelbeschluß 1979