Das Memorandum of Understanding zwischen Teheran und Washington – eine erste Einschätzung

Donald Trump in Siegerpose beim UFC Freedom 250, während  das Memorandum ausgearbeitet wurde. Bild: Weißes Haus

 

Der saudische Nachrichtensender „Al Arabiya Englisch“ hat am 16. Juni 2026 den mutmaßlichen Text der Absichtserklärung („Memorandum of Understanding„) zwischen den USA und der Islamischen Republik Iran in englischer Fassung veröffentlicht. Die „Jüdische Allgemeine“ hat die nachfolgende deutsche Übersetzung veröffentlicht. Da noch keine offiziellen Bestätigungen der Vertragsparteien vorliegen, sind Unkorrektheiten und Unvollständigkeiten nicht völlig auszuschließen. Unter diesem Vorbehalt wird nachstehend eine erste Einschätzung der Erfolgsaussichten für eine dauerhafte Stabilisierung der Nahmittelost-Region vorgenommen.

 

Das Memorandum of Unterstanding zwischen Teheran und Washington

Artikel 1

Die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten erklären gemeinsam mit ihren Verbündeten im derzeitigen Krieg mit der Unterzeichnung dieser Absichtserklärung ein sofortiges und dauerhaftes Ende des Krieges an allen Fronten, einschließlich des Libanon, und verpflichten sich, von nun an keine feindseligen Handlungen gegeneinander zu ergreifen und von der Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander abzusehen. Das endgültige Abkommen wird die Bestimmungen dieses Artikels und der übrigen Artikel bestätigen.

Artikel 2

Die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten verpflichten sich, die Souveränität und territoriale Integrität des jeweils anderen zu achten und sich jeglicher Einmischung in die inneren Angelegenheiten des jeweils anderen zu enthalten.

Artikel 3

Die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten verpflichten sich, innerhalb einer Frist von höchstens 60 Tagen, die im gegenseitigen Einvernehmen verlängert werden kann, Verhandlungen zu führen und ein endgültiges Abkommen zu schließen.

Artikel 4

Unmittelbar nach der Unterzeichnung dieser Absichtserklärung heben die Vereinigten Staaten die Seeblockade auf, unterbinden jegliche Einmischung oder Behinderung gegenüber der Islamischen Republik Iran und stellen den Schiffsverkehr innerhalb von höchstens 30 Tagen wieder in vollem Umfang her; das Schiffsverkehrsaufkommen soll seitens der Islamischen Republik Iran dem Vorkriegsvolumen entsprechen. Die Vereinigten Staaten verpflichten sich ferner, ihre Streitkräfte innerhalb von 30 Tagen nach Abschluss des endgültigen Abkommens aus den angrenzenden Gebieten abzuziehen.

Artikel 5

Nach Unterzeichnung dieser Absichtserklärung wird die Islamische Republik Iran unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass der Schiffsverkehr von Handelsschiffen vom Persischen Golf zum Omanischen Meer und umgekehrt innerhalb von 30 Tagen wieder das Vorkriegsvolumen erreicht, wobei die Notwendigkeit der Beseitigung technischer Hindernisse und der Minenräumung durch den Iran zu berücksichtigen ist.

Artikel 6

Die Vereinigten Staaten verpflichten sich, gemeinsam mit ihren regionalen Partnern einen von beiden Parteien vereinbarten umfassenden Plan für den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung der Islamischen Republik Iran zu erstellen und dabei eine Finanzierung in Höhe von mindestens 300 Milliarden US-Dollar sicherzustellen. Der Umsetzungsmechanismus dieses Plans wird als Teil des endgültigen Abkommens innerhalb von 60 Tagen ausgearbeitet.

Artikel 7

Die Vereinigten Staaten verpflichten sich, nach einem im Rahmen des endgültigen Abkommens zu vereinbarenden Zeitplan alle Arten von Sanktionen aufzuheben, denen die Islamische Republik Iran derzeit ausgesetzt ist, einschließlich der Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen und des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) sowie aller einseitigen US-Sanktionen, sowohl primärer als auch sekundärer Art.

Artikel 8

Die Islamische Republik Iran bekräftigt, dass sie niemals Atomwaffen herstellen wird. Die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten haben vereinbart, dass die Frage des anreicherten Materials sowie alle anderen einvernehmlich vereinbarten Fragen im Zusammenhang mit dem Nuklearprogramm, einschließlich des nuklearen Bedarfs des Iran, in einem endgültigen Abkommen angemessen geregelt werden; das endgültige Abkommen wird die Bestimmungen dieses Artikels bestätigen.

Artikel 9

Die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten kommen überein, dass sie bis zum Abschluss eines endgültigen Abkommens den Status quo aufrechterhalten werden: Der Iran wird den Status quo hinsichtlich seines Nuklearprogramms beibehalten, und die Vereinigten Staaten werden keine neuen Sanktionen gegen den Iran verhängen oder ihre Streitkräfte in der Region verstärken.

Artikel 10

Die Vereinigten Staaten verpflichten sich, dass das US-Finanzministerium unmittelbar nach der Unterzeichnung dieser Absichtserklärung und bis zum Zeitpunkt der Aufhebung der Sanktionen Ausnahmegenehmigungen für den Export von iranischem Rohöl, petrochemischen Produkten und deren Derivaten sowie für alle damit verbundenen Dienstleistungen, einschließlich Bankgeschäften, Versicherungen, Transport und dergleichen, erteilen wird.

Artikel 11

Die Vereinigten Staaten verpflichten sich, dass angesichts des Fortschritts der Verhandlungen auf ein endgültiges Abkommen eingefrorene oder beschränkte Gelder und Vermögenswerte der Islamischen Republik Iran freigegeben und in vollem Umfang zur Verfügung gestellt werden. Diese Gelder, unabhängig davon, ob sie auf dem Hauptkonto gehalten oder überwiesen werden, werden für alle von der Zentralbank der Islamischen Republik Iran festgelegten Zahlungen an Endbegünstigte verwendet und stehen in vollem Umfang zur Verfügung. Die Vereinigten Staaten verpflichten sich, auf dieser Grundlage alle erforderlichen Genehmigungen und Lizenzen zu erteilen.

Artikel 12

Die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten kommen überein, dass ein Umsetzungsmechanismus eingerichtet wird, um die erfolgreiche Umsetzung des endgültigen Abkommens und die künftige Einhaltung der darin enthaltenen Verpflichtungen zu überwachen.

Artikel 13

Nach der Unterzeichnung dieser Absichtserklärung und nach Erhalt von Zusicherungen hinsichtlich des Beginns der Umsetzung der Artikel 4, 5, 10 und 11 dieser Absichtserklärung sowie der fortgesetzten Umsetzung dieser Schritte werden die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen aufnehmen, das sich ausschließlich auf die verbleibenden Artikel bezieht.

Artikel 14

Das endgültige Abkommen wird durch eine verbindliche Resolution des UN-Sicherheitsrates verabschiedet.

 

Erste Einschätzung der Erfolgsaussichten für eine dauerhafte Stabilisierung der Nahmittelost-Region

 

Unter dem eingangs festgestellten Vorbehalt, wird stichpunktartig eine erste Einschätzung der Erfolgsaussichten für eine dauerhafte Stabilisierung der Nahmittelost-Region vorgenommen. Die Reihenfolge der Anmerkungen stellt keine Wertung dar, sondern orientiert sich grundsätzlich an den Artikeln des Memos.

  • Die Tatsache, dass es dieses Memo gibt, ist grundsätzlich positiv zu bewerten.
  • Bei dem Memorandum of Understanding (Memo) handelt es sich nicht um einen Friedensvertrag.
  • Die Einhaltung der dargestellten Absprachen/Vereinbarungen kann nicht unabhängig überprüft werden, weil kein Mediator eingebunden ist. Die UNO wäre dafür die am besten geeignete Institution gewesen.
  • Kriegsparteien sind nicht nur die USA und der Iran, sondern direkt auch Israel und, wenn auch eher mittelbar, die Hisbollah im Libanon.
  • Da es sich um eine gemeinsame Erklärung der Islamischen Republik und den Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten handelt, müssten letztere namentlich genannt werden, weil man sonst nur vermuten kann, um wen es sich dabei handelt. Das ist besonders kritisch in Bezug auf Israel und die Hisbollah, gilt aber auch für die Huthis im Jemen, die iranischen Milizen in der Region, speziell im Irak, aber z.B. auch in Bahrain und Syrien und letztlich auch für die Hamas. Auch die Golf-Staaten sollten in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden.
  • Die Frist für ein endgültiges Abkommen ist mit 60 Tagen nur vage festgelegt, weil sie im gegenseitigen Einvernehmen verlängert werden kann, ohne eine dead line festzulegen.
  • Unklar ist, welche Streitkräfte die USA wo innerhalb von 30 Tagen nach Abschluss des endgültigen Abkommens abziehen werden. Definiert ist auch nicht, was unter „angrenzenden Gebieten“ zu verstehen ist. Sind damit z.B. auch die Golf-Staaten gemeint?
  • Ebenfalls vage ist, was mit der „Beseitigung technischer Hindernisse“ gemeint ist und ob der Iran eine Räumung der Minen sicherstellen muss.
  • Wer ist mit den „regionalen Partnern“ gemeint, die ein Finanzierung von mindestens 300 Milliarden US-Dollar für Wiederaufbau und wirtschaftliche Entwicklung des Irans sicherstellen werden?
  • Hinsichtlich der Aufhebung von Sanktionen fehlt in der Auflistung die EU. Ob die UNO und die IAEO ihre Sanktionen/Auflagen aufheben, liegt nicht in der Zuständigkeit der Unterzeichner dieses Memo.
  • Die Aussagen zum iranischen Atomprogramm sind völlig unzureichend. Vor allen Dingen fehlen Ausführungen zum Verbleib des hochangereicherten Urans und zum Recht des Irans auf die zivile Nutzung der Atomenergie.
  • Wer entscheidet, ob mit der Umsetzung der Artikel 4, 5, 10 und 11 des Memos begonnen wurde und damit weitere Gespräche aufgenommen werden?
  • Wieso entscheiden die Kriegsparteien darüber, ob das endgültige Abkommen durch eine UN-Resolution verabschiedet wird, wenn die UNO in den gesamten Prozess gar nicht eingebunden ist?

 

Zusammenfassende Bewertung

Wie bereits festgestellt, ist jeder Schritt, der dazu führen kann, dass die Kampfhandlungen enden und eine Stabilisierung der Region erreicht werden könnte, grundsätzlich positiv. Inwieweit dieses Memorandum allerdings wirklich ein solcher erste Schritt ist, kann zurzeit noch nicht verlässlich eingeschätzt werden. Besonders kritisch wird die Reaktion Israels sein, weil eine konsequente Umsetzung dieses Memos das politische Ende von Premier Netanjahu bedeuten würde. Israel müsste nicht nur seine Kampfhandlungen im Libanons einstellen und sich vollständig aus dem Land zurückziehen, sondern auch sämtliche Operationen in Syrien beenden und die dort zusätzlich zu den Golan-Höhen völkerrechtswidrig besetzen Gebiete räumen. Auch die israelische Gaza-Politik ist mit diesem Memo nicht zu vereinbaren.

Es ist davon auszugehen, dass Netanjahu dieses Memo wegen seiner eigenen politischen Zukunft weitgehend ignorieren und die israelischen Operationen im Libanon fortsetzen wird. Ob Präsident Trump darauf endlich mit einem Stopp der amerikanischen Waffenlieferungen an Israel reagieren wird, ist nicht anzunehmen.

Abzuwarten bleibt auch die innenpolitische Reaktion in den USA, weil die US-Regierung letztlich keines ihrer Ziele erreicht hat, wobei anzumerken ist, dass diese Ziele eigentlich nicht von Washington, sondern von Israel definiert wurden, während Präsident Trump diese immer wieder neu definiert hat. Das iranische Raketenprogramm ist in diesem Memo übrigens völlig unter den Tisch gefallen.

Es ist offensichtlich, dass die weitreichenden Zugeständnisse, die seitens der US-Regierung in diesem Memo gemacht werden, in erster Linie dazu gedacht sind, den Druck auf den Präsidenten zu nehmen, der nicht weiß, wie er aus einem Dilemma rauskommen soll, das er durch seinen völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran selbst verschuldet hat.

Der Iran hat sich in dem meisten Punkten durchgesetzt, was zweifellos zur innenpolitischen Stabilisierung der Regierung in Teheran beitragen wird. Für die Bevölkerung des Iran bedeutet das allerdings, dass sich die Hoffnung auf politische Veränderungen wohl nicht erfüllen wird.

Die Europäer sind gut beraten, erst einmal abzuwarten, ob und wie dieses Memo seitens der Kriegsparteien umgesetzt wird, bevor sie sich z.B. an der Normalisierung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz beteiligen.

 

Jürgen Hübschen

Jürgen Hübschen, Jahrgang 1945, Westfale und Europäer. Ehemaliger Luftwaffenoberst im Generalstabsdienst. Zehn Jahre Einsatz als Raketenspezialist mit amerikanischen Kameraden in NATO-Verbänden. Drei Jahre Verteidigungsattaché bei der deutschen Botschaft in Bagdad während des Irak-Iran Krieges. Weiß dadurch, was Krieg für eine Scheiße ist, wie wichtig unabhängige Medien sind und wie wenig Möglichkeiten die Menschen in einer Diktatur haben, das herrschende System zu kritisieren oder gar zu ändern. 5 Jahre Leiter einer erfolgreichen OSZE-Mission in Lettland zur Überwachung eines Vertrags zwischen Russland und Lettland. Weiß dadurch, wie man mit Russen zusammenarbeitet. Letzte militärische Verwendung Referatsleiter im Verteidigungsministerium, zuständig u.a. für die Landesverteidigung, die zivil-militärische Zusammenarbeit und die Unterstützung der alliierten Streitkräfte in Deutschland.
Nach der Pensionierung 14 Jahre Unterstützer von NGOs in Sicherheitsfragen. Durchführung praktischer Trainings und Einsätze in Afghanistan und Afrika
Verfasser sicherheitspolitischer Bücher und Artikel, mit dem Ziel die Berichterstattung unserer stark stromlinienförmigen Medien aufzubrechen.
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41 Kommentare

  1. Herr Hübschen,

    1) „Niemand hat die Anbsicht eine Mauer zu bauen!“
    2) Kennen Sie den Nichtangriffspakt zwischen Stalin und Hitler?

    Endlos könnte ich fortfahren.

    Das war jetzt meine „Einordnung“ Ihrer „Einordnung“!

    1. Sie nahmen mir das Wort aus dem Munde, werter Herr Weinert!
      Ich sehe diesen Artikel gerade ebenso.
      Die Mauer hätte ich selbst auch gerne erwähnt, Sie waren schneller!
      Ansonsten ist Ihrem Kommentar nichts hinzuzufügen!

  2. Vielen Dank für diese Einordnung, an manchen Stellen hat mir das ein Auge geöffnet worum es wirklich geht. Wo ich es ein wenig anders einordne ist die Uran Frage. „Die Islamische Republik Iran bekräftigt, dass sie niemals Atomwaffen herstellen wird… …das endgültige Abkommen wird die Bestimmungen dieses Artikels bestätigen.“
    Ist schon eine klare Ansage das die Kontrollen der IAEA sicherlich nicht wieder militärische Komplexe ausnehmen können, oder Uran höher angereichert werden darf als zur zivilen Nutzung nötig. Wenn das so kommt, und der Iran wirklich keine Atombombe bauen kann, dann war die ganze Aktion ein klarer Erfolg. Auch wenn das iranische Volk dann weiter unter den Mullahs leben wird, wird die Aufhebung der Sanktionen den Menschen ein besseres Leben ermöglichen.

    1. Iran hatte nie die Absicht eine Atombombe zu bauen. Das Thema Uran war lediglich der Vorwand, den Iran unter Sanktionen stellen zu können.

  3. Die USA und Israel haben den Krieg begonnen und sich in kürzester Zeit vom Iran entzaubern lassen.
    Selten sind technisch hochüberlegenen Staaten, mit Ansage, dermaßen in eine selbst gegrabenen Grube gefallen.
    Damit sind die USA in nahen Osten erst einmal in ihrer Bedeutung ein ganzes Stück geschrumpft. Israel hat inzwischen alle Trümpfe, die es nach dem Terror der Hamas hatte verloren und steht als der zweite Verlierer dieses Gemetzels fest.

    Es wird Zeit, dass die beiden Präsidenten dieser Koalition den Platz für begabtere Anführer frei machen. Das sollte in wahren Demokratien bald möglich sein.

    1. Der Obama Vertrag war so ausgestantet das er den Bau einer Atombombe nicht verhindert hätte. Militärische Anlagen durften von der IAEA nicht durchsucht werden, und nach 10 Jahren durfte der Iran Uran höher anreichern als für die zivile Nutzung nötig. Durch den Obama Vertrag gab es keine Sekundärsanktionen. Golfstaaten und andere waren sehr unzufrieden mit diesem Vertrag den Trump zurecht gekündigt hat, um wenigsten Sekundäsantionen gegen den Iran erlassen zu können. Sollte der noch auszuhandeldende Vertrag klar besser sein und sowohl militärische Anlage durch die IAEA durchsucht werden dürfen, als auch eine Urananreicherung über das Maß der zivilen Nutzung verboten bleibt.
      Wenn ich immer lese das mit der iranischen Bombe sei doch nur eine israelische Behauptung, warum hat der Iran dann überhaupt Uran das höher angereichert ist als für die zivile Nutzung nötig?

      1. Für den Iran wäre der Besitz der Atombombe ein Todesurteil. Keine Atombombe zu besitzen ist jedoch auch sehr gefährlich.
        Der praktikable Kompromiss liegt bei einer Urananreicherung von 60%.
        Dann hat man keine Atombombe um Israel anzugreifen, könnte aber in ca. 3 Wochen eine herstellen um auf einen nuklearen Angriff Israels reagieren zu können.

      2. Man hat die Sanktionen gegen Iran nie beendet. Auch nicht als „der Obama-Vertrag“ noch formell galt. Die USA und ihre Vas…bündeten haben weiter sanktioniert, weswegen Iran dann rechtmäßig die Umsetzung seinerseits nach einer Frist von einem Jahr beendete.

  4. Wo ist da ein klarer Erfolg? Hinz und Kunz berichten schon seit Jahren, dass ein Bau von Atombomben seit zig Jahren nicht festgestellt werden konnte. (Vor 1979 war der Westen im übrigen dabei, den Iran dabei aktiv zu unterstützen). Bloss der intellektuelle Blindgänger Netanyahu plappert bereits seit 40 Jahren davon, dass der Iran in wenigen Wochen eine solche hätte. Ein Verzicht auf dieses Bonbon war bereits in einem Vertrag geregelt, den Herr Trump in seiner 1. Amtszeit gekündigt hat (und die folgsamen Bubis und Mägdelein haben pflichtbewusst genickt). Wo ist also der grosse Erfolg?
    Ob die Iraner unter den Mullahs leben oder nicht, interessiert doch die Verantwortlichen im Westen nicht im Mindesten; hat sie auch nicht – ist Sache der Iraner, das zu regeln. Wobei bereits an anderen Stellen darauf hingewiesen wurde, dass die Macht dorten bei einer starken Elite aus Militär usw. liegt, wieviel die Mullahs wirklich DIE bestimmende Instanz, kann man lediglich vermuten.

    1. Mileikowski ist kein „intellektuellee Blindgänger“. Der will Groß-Israel vom Nil bis Mesopotamien errichten. Da steht der Iran natürlich im Weg. Also nimmt er jede Ausrede, die er finden kann.

      Auch wenn der Iran selbst ja auch die ganze Zeit mit der Idee einer Atombombe spielt und zum Beispiel anreichert. Wozu wenn nicht zum Bombe bauen? Kernkraftwerk hat der Iran nur eine Bauruine. So ähnlich wie Nordkorea auch Kernwaffen als Pokerchip für seine Politik einsetzt.

      1. Ein Reaktor ist in Betrieb. Reaktor 2 ist im Bau. Und die Baustelle für Reaktor 3 ist fertig…
        Die Anreicherung auf höhere Werte als zum Kraftwerksbetrieb notwendig erfolgte nach dem Bruch des Abkommens durch die USA. Ein Jahr nach Bruch des Abkommens erfolgte die Ankündigung, auf höhere Prozentsätze anzureichern. Unter Aufsicht der IAO. Es war ein Druckmittel, um Verhandlungen zu erzwingen…Im Übrigen haben auch DE,Fr, GB ihre Verpflichtungen aus dem Atomabkommen nicht erfüllt. Sind also auch Vertragsbrüchig geworden.

  5. 1. Es hat mich gefreut, wie Jürgen Hübschen sich mit insgesamt passablem Erfolg bemüht hat, einen sachlichen Artikel abzufassen.

    2. Im Folgenden liste ich die Aussagen, mit denen das eher weniger bis gar nicht gelungen ist:

    a) „Die Einhaltung der dargestellten Absprachen/Vereinbarungen kann nicht unabhängig überprüft werden, weil kein Mediator eingebunden ist.“

    An solcher „unabhängigem Überprüfung“ haben Kriegsparteien generell keinen Bedarf, sie sind und stellen ihre eigenen Richter!
    Das Ansinnen entspringt dem Mindset eines Menschen, der vom Standpunkt nationaler Bedürfnisse und Befindlichkeiten in Bezug zum Weltmarkt ein Bedürfnis nach militärischer Gestaltungshoheit auf dem Globus zur ideellen, persönlichen Urteilsinstanz erhebt.

    b) „Kriegsparteien sind nicht nur die USA und der Iran, sondern direkt auch Israel und, wenn auch eher mittelbar, die Hisbollah im Libanon.“

    Dies ist das Fehlurteil von übergreifendem Belang:
    Das MoU, in seiner Gesamtheit, emanzipiert sowohl die USA als auch den Iran von der politischen und militärischen Amalgamierung der Zwecke und Ziele Israels und der Föderation der Staaten! Die Praxis dieser Emanzipation wird für 30 bis 60 Tage beidseitig auf die Probe gestellt!
    (Damit erkennt der Iran an, die Föderation der Staaten habe ein Interesse an solcher Emanzipation. Vom praktischen Standpunkt genommen betrifft das in erster Linie eine Unterbindung weiterer Angriffe Israels auf iranisches Territorium und iranisches Staatspersonal, sowie einen Stopp weiterer israelischer Angriffe auf libanesisches Territorium nördlich des Litani, namentlich auf Beirut und die Bekaa-Ebene, andernfalls hätte ein Abzug Israels aus den neu besetzten Territorien zum Item im MoU werden müssen.)

    c) „Wer ist mit den „regionalen Partnern“ gemeint, die ein Finanzierung von mindestens 300 Milliarden US-Dollar für Wiederaufbau und wirtschaftliche Entwicklung des Irans sicherstellen werden?

    Darin, daß dieser Punkt offen bleibt, wiederholt und erweitert das MoU meinen Punkt b: Es erkennt an, daß sich das Interesse der USA auch auf die Golfstaaten und weitere „regionale Partner“ der USA sei es erstrecke, sei es mit Interessen der Regierungen dieser Staaten resp. ihren Hoheiten im Großen und Ganzen übereinstimme.

    d) „Hinsichtlich der Aufhebung von Sanktionen fehlt in der Auflistung die EU. Ob die UNO und die IAEO ihre Sanktionen/Auflagen aufheben, liegt nicht in der Zuständigkeit der Unterzeichner dieses Memo.“

    Das ist eine Exemplifizierung und Erweiterung meines Punktes a. UN und IAEO vermögen keine Sanktionen durchzusetzen, sie legitimieren sie nur ideell.
    Die Sanktionen der EU sind in ihrer zählenden Substanz nicht Gegenstand des MoU, weil sie iranische Waffenlieferungen an die RF zum Gegenstand haben. (-> EU Sanctions Map) Soweit das nicht stimmt, ist lediglich das UK willens und in der Lage, Sanktionen gegen iranischen Seehandel militärisch durchzusetzen, dazu habe ich oben schon das Nötigste gesagt.

    e) „Israel müsste nicht nur seine Kampfhandlungen im Libanons einstellen und sich vollständig aus dem Land zurückziehen, sondern auch sämtliche Operationen in Syrien beenden und die dort zusätzlich zu den Golan-Höhen völkerrechtswidrig besetzen Gebiete räumen. Auch die israelische Gaza-Politik ist mit diesem Memo nicht zu vereinbaren.“

    Hier fällt Jürgen Hübschen in das Laster eines ideellen und eingebildeten Weltherrschers zurück, seine Gesinnungs- und Werturteile in alle Gegenstände einzusetzen, mit denen er es zu tun bekommt. Dasselbe gilt für den nächsten Punkt:

    f) “ … die weitreichenden Zugeständnisse, die seitens der US-Regierung in diesem Memo gemacht werden …“

    Die gibt es nur nach Maßgabe der phantastisch hübschen Ansprüche und Einbildungen. Eine vorläufige Abstandnahme der US-Regierung von militärischer Durchsetzung von Ansprüchen, die sie gegenüber der iranischen Regierung erhoben hat, und in den vereinbarten Verhandlungen weiterhin zu erheben gedenkt, ist kein „Zugeständnis“. Auf diese Idee kommt nur, wer die Idee „amerikanischer Hegemonie über den Weltmarkt“ mit den militärischen Realitäten verwechselt.

    Jürgen Hübschen spricht dankenswerterweise nicht von einer „Niederlage der USA“, wie es zahlreiche einschlägige Modelle und Figuren verschiedener Herkünfte tun. Den militärischen Zugriff des Iran auf den Golf und angrenzende Seegebiete nicht mit Mitteln unterbinden zu können, die den USA und ihren in diesem Fall zählenden Verbündeten akzeptabel und vertretbar erscheinen, ist keine „Niederlage“, es war, wie ich in dutzenden von Kommentaren (Tom Gard) der letzten dreieinhalb Jahre mehr oder minder ausführlich dargelegt habe, die Ausgangslage des Krieges. Das ist die Wahrheit der ventilierten Hoffnung auf „Regime Change“ nach den Enthauptungsschlägen gegen die Führungsriege von Staat und Revolutionsgarden. Daß diese Hoffnung nicht erfüllt worden ist, konstituiert bestenfalls einen Spielverlust, keine Niederlage.

    1. @Qana Kann man so sehen. Ich würde das nüchtern und bei Lichte betrachtet ähnlich einordnen.

      Das ist allenfalls eine Schlacht, die nicht gewonnen wurde. Der Krieg bzw. die Verteidigung der „Werte“ des Westlichen Imperiums aus Washington gegen den Osten wird weitergehen. Morgen holen wir uns Grönland und übermorgen die ganze Welt. Die Russen, Chinesen, Iraner und auch noch ein paar andere widerspenstige Staaten wollen sich dem wertewestlichen Imperator einfach nicht freiwillig unterordnen. Da muss man eben gelegentlich etwas militärisch nachhelfen. Aber man darf es nicht überteiben und versuchen, dass alles mit einem Schlag zu machen. So viele Ressourcen hat auch das Imperium aus Washington nicht. Wenn der Imperator aus dem Weißen Haus es mit den Rüstungsausgaben übertreibt und der Pöbel im eigenen Land nichts mehr zum Fressen hat, dann wird er nicht wiedergewählt.

      Man darf es allerdings nie „unprovozierter Angriff“ nennen, man muss es immer „Verteidigung“ gegen einen Angriff nennen, denn Verteidung ist gut. Ein unprovozierter Angriffskrieg hat immer so einen bitter-bösen Beigeschmack. Das lernt man beim öffentlichen-rechtlichen Aufklärungs- und Bildungsfernsehen von ARD und ZDF und den privaten Konzernmedien. ARD, ZDF und die privaten Konzernmedien wollen schließlich nicht, dass die Bevölkerung und die Wähler verunsichert werden, auf dumme Gedanken kommen und bei der nächsten Schlacht nicht mehr mitspielen wollen.

    2. Werter Quana,
      Ihre Bewertung kann ich gut nachvollziehen, bin im Gegensatz dazu dennoch der Ansicht, das es sich sehr wohl um eine Niederlage handelt.
      Denn die vollmundig erklärten Kriegsziele wurden nicht erreicht!
      Der Status quo ante ist genau das nicht.

      1. Ich sehe das ebenfalls als Niederlage.
        Schlicht: was waren denn die Ziele des Angriffs, und, wurden diese erreicht?
        Anscheinend nicht.
        Was waren die Minimalziele der Gegenwehr, und wurden diese erreicht?
        Anscheinend wurden sie noch übertroffen.
        Hier wurde ja offenbar ein selbst initiierter Krieg verloren, auch wenn es zu früh ist das abschliessend zu beurteilen.

  6. „Israel müsste nicht nur seine Kampfhandlungen im Libanons einstellen und sich vollständig aus dem Land zurückziehen, sondern auch sämtliche Operationen in Syrien beenden und die dort zusätzlich zu den Golan-Höhen völkerrechtswidrig besetzen Gebiete räumen. Auch die israelische Gaza-Politik ist mit diesem Memo nicht zu vereinbaren“
    Genau das war eines der Ziele des Krieges. Das behaupte ich schon seit März. Trump hat den „fucking crazy“ Netanjahu reingelegt. Er hat zwei Fliegen auf einen Schlag erwischt. Der Iran muss sein Atomprogramm aufgeben und Israel seine Besatzungspolitik.
    Auch wie es wohl weiter geht, habe ich auch schon im März spekuliert. Am 20.3. habe ich geschrieben:
    „Meine Vorstellung ist so, dass sich die USA aus dem Krieg zurückziehen, wie angekündigt. Zweitens der Iran wird die Weisheit besitzen, die Araber in Ruhe zu lassen und sich auf Israel konzentrieren. Drittens Israel und Iran werden den Krieg fortsetzen, bis ihre Vorräte an Bomben und Raketen erschöpft sind. Viertens, die Araber und Amerikaner werden Israel zwingen, die besetzten Gebiete aufzugeben. Man wird sehen.“

  7. Ein saudische Nachrichtensender verbreitet den „mutmaßlichen Text einer Absichtserklärung“ und Herr Hübchen kommentiert die Übersetzung der „Jüdische Allgemeine“ ins Deutsche.
    Solange aber keine offizielle Erklärung der USA oder des Irans vorliegt, bleibt es eine Mutmaßung ob überhaupt irgend etwas vereinbart wurde.

    Mich erinnert dieser Text lediglich an die Verkündigung eines 10 Punkte Plans für eine Waffenruhe, bei dem die USA dann kurze Zeit später der Ansicht war, es würden 15 komplett andere Punkte gelten.

    Nun, man wird sehen ob die USA die Blockade der Iranischen Schifffahrt aufhebt und dann Schrittweise weitersehen.

  8. Ganz interessant, auch die Diskussion im Forum. Auch wenn es nur (die letzten) gut zwei Zeilen des Artikels sind: Die „Beratertätigkeit für „Europa““ würde ich mir an Stelle von Herrn Hübschen sparen – dieses immer wieder aufs Neue konstruierte ‚Wir‘ mag für Reichere/Mächtigere interessant sein, der Durchschnitt der Bevölkerung sollte nicht in die Falle tappen, die Sorgen von Regierenden und, äh, ‚Leistungsträgern‘ auch noch zu den eigenen hinzuzufügen. Da sollen sich schön die Zuständigen drum kümmern und es am besten nicht so vermasseln, dass wieder Gewalt und Leid die Folge sind.

  9. 1. Die Sorge um die Menschenrechtssituation in Iran ist wie immer ein vorgeschobenes Argument. Darum geht es nicht, wir können gut mit Diktatoren, solange sie uns hörig sind. Auch der israelische Genozid an den Palästinensern stört uns nicht im Geringsten, man frage unseren Reichskanzler.
    2. Die Sorge um die angebliche iranische Atombombe ist auch ein vorgeschobenes Argument. Darum geht es nicht, die israelische Atombombe stört uns auch nicht. Auch die indischen und pakistanischen Atombomben stören uns nicht. Von den französischen, britischen und US-Amerikanischen mal abgesehen (letztere sind ja die Einzigen, die welche eingesetzt haben). Davon abgesehen ist die iranische Fatwa seit Ewigkeiten bekannt, die die Atombombe ächtet.

    Statt dessen ist Gier das Motiv für den unprovozierten und völkerrechtswidrigen Angriff der USA und Israels auf den Iran. Es geht darum, Öl und Gas und deren Versorgungswege zu kontrollieren.

    Jemand wir Uschi von der Laien weiß das nicht, aber wie richtig bemerkt handelt es sich um ein Memorandum of Understanding, nicht um einen Vertrag. Man darf gespannt sein, wie lange das hält, man hat es ja mit Donald Trump und den USA sowie nebenbei mit Israel zu tun.

    1. Immer dasselbe „Argument“ für jedes und alles was geschieht. Wie langweilig. Außerdem frage ich, was mit Gehirnen los ist, die für jede Aktion immer nur einen Grund zulassen, auch wenn es mehrer gibt, und der eine Grund vielleicht nicht mal der Wichtigste isf.

  10. Warum fordert niemand , dass Nahost eine atomwaffenfreie Zone wird ? Israel würde endlich gezwungen, seine eigenen Atombomben zu vernichten, und für den Iran entfiele jeglicher Grund, selber die Atombombe haben zu wollen, Nur Waffengleichheit kann Frieden schaffen!

  11. „Wer ist mit den „regionalen Partnern“ gemeint, die ein Finanzierung von mindestens 300 Milliarden US-Dollar für Wiederaufbau und wirtschaftliche Entwicklung des Irans sicherstellen werden?“

    Die Golfstaaten.

    Und was Netanjahu/Libanon angeht: dazu hat Trump bei Foxnews geäußert, daß er diese Aufgabe doch gerne an den bewährten Ex-Al Qaida-Chef von Syrien, heute im Wseten gerne gesehener Präsident des Landes delegieren möchte. Er hat doch schon so wunderbar in Syrien aufgeräumt, da wird ihm das nun im Libanon auch gelingen. Als Belohnung zieht sich dann Israel vielleicht wieder aus Syrien ab.

    „And I suggested to Israel to let Syria take care of Hizbullah – ’cause to be honest with you I think they would do a better job of doing it. [….] Syria, you know, he’s pulled that country together amazingly quickly. He’s very capable. And he’s been very good for me. He’s protected – everything I’ve asked for he’s done. And if Israel can’t do the job without killing everyone he will do the job, Syria will do the job.“

  12. Ein vergssener Nebenaspekt: nach einem beispiellosen Massaker an 30.000 Iranern folgt jetzt eine Hinrichtungswelle nach der anderen. Mit abgeschaltetem Internet bricht natürlich die Wirtschaft zusammen und das tut sie erkennbar. Die Iraner hungern inzwischen. Was der gesamten westlichen Presse völlig egal war und insbesondere denen, die die Fettsäcke im Gazastreifen bejammern. Das im Iran ist das Tausendfache dessen, was in Gaza abgeht. Das System ist nicht nur ähnlich wie das Dritte Reich. Es ist in allen Punkten identisch.
    Das war der Westpresse völlig egal. Die einzige Lösung ist doch wohl die, dass das Terrorregime zuücktritt und freie Wahlen zulässt. Das hat man kein einziges Mal gelesen. Die Westpresse hat den Terroristen das Überleben gesichert. Herr Hübschen hat nach Kräften mitgeholfen. Kam da schon ein Dankesschreiben aus Tehreran?

    1. Gibt es seriöse, wissenschaftlich belastbare Informationen, dass tatsächlich 30.000 Menschen ermordet wurden und wo gibt es Informationen für weitere Hinrichtungswellen? Von welchen Zahlen und Quellen würden wir da sprechen?

      Die über 3000 Toten, die die Iraner in Leichenhallen hatten, sind dagegen verbrieft. Einige davon Polizisten, viele Tote davon von den Protestierenden umgebracht und einige gewalttätige Protestierende umgebracht von Polizisten, ebenso wie Unschuldige. Aber wer so eine Agenda hat, muss nicht so genau hinschauen.

      https://thegrayzone.com/?s=Iran+riots

      Was mich sehr beeindruckt hat, dass die protestierenden, sehr gewalttätigen Mobs oft schwarz gekleidet waren wie die Antifa und wie stümperhaft saudisch und israelisch finanzierte NGOs sich präsentieren, die auch hier bei Overton präsentiert wurden. HRNA

      Mir ist auch die Ironie nicht verborgen geblieben, wenn man sich über die Westpresse beschwert, aber sich auf die Seite Israels schlägt. Ihnen auch? Eigentlich müssten Sie doch begrüßen, wenn endlich Naftali Bennet in Israel an die Macht kommt, dann wird ja alles besser.

      1. ..und dann der unaufgeklärte Widerspruch der Pressemeldungen im Westen, dass „das jubelnde Iranische Volk“ nach der Ermordung Chameneis auf einen einzigen Kreisverkehr passte, inklusive ein paar brennender Holzkisten, während die paar tausend „Anhänger des Regimes“ Dutzende breite Straßen bis zum Horizont füllten…

  13. Der Iran hat den Krieg gewonnen und die USA zahlen Reparationen. Ausserdem wurden ihre Militärbasen und Radaranlagen in Nahost vernichtet und ihre Flugzeugträger als Rohrkrepierer enttarnt. Die USA und Israel werden nun weltweit ausgebuht (bis auf Deutschland, wo man das nicht darf) und der Iran bejubelt (sogar in den USA, wie jüngst beim WM-Spiel in los Angeles).

  14. Meine Einschätzung ist, das die USA ihre Energieversorgung für etliche Staaten gesichert hat.
    Die Steesraße von Hormus soll ja angeblich mit Minen voll sein, das bedeutet, daß diese erst einmal geräumt werden müssen. Wer weiß wie lange so etwas andauerd?

  15. Gestern habe ich mich im Wesentlichen darauf beschränkt, Hübschens Artikel zu kommentieren. Jetzt ein paar mehr Worte zur Lage selbst.

    Auch Luca Schäfer, der in meinen Augen generell ein wenig Lichtschein in der inquisitorisch-ideologischen Finsternis verbreitet, hat sich in seinem gestrigen Artikel für TP
    https://www.telepolis.de/article/Ist-der-Iran-Deal-nur-politisches-Timing-fuer-Washington-11333599.html
    auf das Thema „Chancen und Risiken“ des vorliegenden Deals beschränkt oder beschränken lassen, aber immerhin hat er dem Thema, wie denn der Deal vom Standpunkt der iranischen Regierung und iranischer Nationalisten ausschaut, zwei winzige Absätze gewidmet, konnte oder wußte dafür allerdings nichts anderes, als zwei überaus fischige Quellen aus der Kriegsfraktion des UK beizubringen, die von einigem Widerstand von „Hardlinern“ und Revolutionsgarden gegen den Deal berichten. Ich hab keine besseren Quellen, aber ein Punkt, den weder Hübschen noch Schäfer eines Wortes würdigen, sticht doch unübersehbar heraus:
    Der Iran hat vorläufig gegen die Aussetzung der amerikanischen Seeblockade sein wichtigstes Asset aus der Hand gegeben, die Straße von Hormus
    Oder hat er?

    Dazu erinnere ich an meinen Satz:

    Das MoU, in seiner Gesamtheit, emanzipiert sowohl die USA als auch den Iran von der politischen und militärischen Amalgamierung der Zwecke und Ziele Israels und der Föderation der Staaten! Die Praxis dieser Emanzipation wird für 30 bis 60 Tage beidseitig auf die Probe gestellt!

    Wer diesen Schluß aus dem MoU akzeptiert, hat die Antwort:
    Nein, die iranische Regierung hat die Waffe der Herrschaft über die Straße nicht billig hergegeben, sie hat ihre Wirkung auf Israel konzentriert. Das ist strategisch so rational, wie nur geht! Schließlich hat die israelische Regierung aus dem Mund mehrerer Sprecher bestätigt, die USA mit Hilfe der Kammeraden von CENTCOM zum Mittun bei ihrem Überfall auf den Iran praktisch gezwungen zu haben. Hätte Trump es zu einem israelischen Alleingang kommen lassen, hätten wir es jetzt mit hoher Sicherheit mit den Folgen mindestens einer, vielleicht dreier Nuklearexplosionen im Iran zu tun, und Trump wäre wohl möglich aus seinem Amt entfernt.

    Schäfer spricht korrekt von „Sollbruchstellen“ im MoU und nennt an vorderster Stelle die zionistische Kriegsfraktion, aber die Verfügung, der Verkehr durch die Straße solle, wenn irgend möglich, binnen 30 Tagen das Vorkriegsniveau wieder erreichen, richtet die Wirkung dieser Sollbruchstelle direkt auf die zionistische Fraktion beider US-Parteien PLUS die europäischen Verbündeten der zionistischen Militäraristokratie.
    Deshalb halte ich es kaum für einen Zufall, daß Trump für den G7-Gipfel Kreide fraß und eine Neuangliederung der USA an die antirussische europäische Front in Aussicht stellte, wenn … ja, wenn was? Daß die Europäer das Weiße Haus aus dem iranischen Konundrum lösen helfen, ist doch wohl das Minimum einer Vorbedingung?

    Ich will vorsichtshalber betonen, damit nicht der untertänigen Verschwörungstheorie das Wort zu reden, der Krieg sei Teil eines Masterplans, die regierenden Zionisten zur imperialen Raison zu bringen, es ist, wie gesagt, die Hybris der zionistischen Kriegsfraktion selbst, die diese Lage berufen hat.

    Und eher nebenbei sei gesagt – natürlich unter dem Vorbehalt ganz und gar unzureichender Informationen – daß der Deal auf iranischer Seite tatsächlich sowas, wie einen Erdrutsch in der komplizierten theokratisch – rural moderierten Herrschaft der Städte über das Land anzeigt, oder in Gang zu setzen verspricht. Dazu erinnere ich an den iranisch-irakischen Krieg, den hierzuland niemand mehr auf dem Schirm hat, obwohl die Leutz, die 20 Lenze zählten, als er 1980 begonnen wurde, heute grad Mitte 60 sind.
    Im Iran hat den kaum jemand vergessen, schon gar nicht die Tatsache, daß der vereinte Westen PLUS die Sowjetunion sich damals tatkräftig hinter den Irak gestellt und das fast 10 jährige Gemetzel alimentiert hat, einschließlich der Lieferung von Chemiewaffen und der Freigabe ihres Einsatzes.
    Es habe vielleicht auch nicht so viele Leute vergessen, daß es auf der anderen Seite die iranischen Theokraten waren, die eine Beendigung des Krieges vor einem endgültigen Sieg, die auf der anderen Seite Saddam etwa 1985 zu erreichen gesucht hat, um dem Kurdenkrieg im Nordirak und dem schiitischen Widerstand im Süden Boden zu entziehen, fünf opferreiche Jahre mit ihrem paramilitärischen Folterregime unterbunden hatten.
    Die letztere Tradition ist nun gebrochen! Die klerikalen Fundamentalisten und ihre militärische Basis in den Revolutionsgarden sind an den Rand gedrängt.

    Natürlich ist das weit von einem „Regime Change“ nach westlichen Vorstellungen entfernt, und noch weniger ist es ein Kriegsgewinn – oder, wenn einer es denn unbedingt zum Kriegsgewinn stilisieren will, ist es einer der iranischen Nation!

    1. Ist schon kokke, sein Dasein in einer Geisterbahn fristen zu müssen. Jeder, der nur einen Schimmer einer Ahnung von der Region hat, weiß, al-Sharaa ist ein türkischer Gouverneur auf syrischem Territorium, weshalb Syrien keine Armee hat, sondern einen Verbund türkisch ausgerüsteter und in letzter Instanz auch türkisch kommandierter Terrorbrigaden. Selbst wenn sie sich von türkischen Vorgaben frei sprächen, würden sie den Deibel tun, sich mit der Hezbollah anzulegen, die zwischen 2012 und 2016 locker 120.000 ihrer Kollegen gekillt hat, falls das reicht.

      Wenn Trump andererseits tatsächlich eine Albernheit, wie eine „Koalition gegen Israel“ vorschwebte, so hätte er aus dem Stand genau einen theoretischen Partner dafür, den er mit Sicherheit nicht in Anspruch nehmen kann: Erdogan. Davor stehen nämlich EUCOM und NATO.
      Mein Gott Walter.

    2. “ daß Trump für den G7-Gipfel Kreide fraß und eine Neuangliederung der USA an die antirussische europäische Front in Aussicht stellte“

      Aber der hat da doch ausschließlich Kreide aus Spott, Verhöhnung und Verachtung gegen Westeuropa gefressen. Da war doch nix konkretes was bezüglich „antirussischer Neuangliederung der USA“ in die Öffentlichkeit geblasen wurde. Der macht erstmal weiter so wie bisher, lässt die EU weiterhin sich selbst demontieren, was für Russland aber leider bedeuten müsste, den Militäreinsatz mindestens bis zum Frühjahr 2027 so fortzusetzen wie bisher, falls kein Strategiewechsel beschlossen werden sollte. Und was der dann für Auswirkungen haben könnte, das lässt sich an einem Finger abzählen.
      Ob der gelbe Mann das will, halte ich für zweifelhaft.

  16. Schmiedet Trump eine Koalition gegen Israel?

    „„Wenn andere Länder sie haben, wäre es etwas unfair, wenn der Iran sie nicht hätte“, bemerkte er mit Blick auf die Position der USA zum zukünftigen Besitz ballistischer Raketen durch Iran.“ (Anti-Spiegel 18. Juni 2026) Trump spricht über ballistische Raketen und spielt auf Saudi-Arabien und Katar an. Aber er meint in Wirklichkeit Israel.

    „Und ich habe Israel vorgeschlagen, dass Syrien sich um die Hisbollah kümmert … Und wenn Israel die Aufgabe nicht erledigen kann, ohne alle zu töten, wird er sie tun, Syrien wird die Aufgabe erfüllen.“
    Ein unglaublicher Affront Trumps gegen fucking crazy Netanjahu und Israel.

    „Es gab 2025 ein Treffen zwischen Trump und dem neuen syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa, bei dem Sharaa behauptete, Trump unterstütze eine israelische Rückkehr aus dem Golan. Das war aber syrische Wunschinterpretation — Trumps eigene Aussagen und Politik widersprechen dem klar“ (Grok)

    Trump hat Netanjahu behandelt wie Selenskyj. Ich glaube, er bezeichnet Freunde nicht als Fucking crazy und wirft ihnen nicht vor, Häuser voller unschuldiger Menschen zu zerstören und alle zu töten. Ein Vergleich, bevor die Amerikaner Truppen aus Europa abzuziehen, werfen sie ihnen vor, keine Demokraten zu sein. Das stimmt natürlich, aber trotzdem ist es ein Taktik.

    1. Dann interessiert dich dies hier vielleicht:

      Donald Trumps Beziehungen zu Benjamin Netanjahu
      von Thierry Meyssan

      Donald Trump hat während der manipulierten US-Präsidentschaftswahlen 2020 erkannt, wer Benjamin Netanjahu wirklich ist. Trotz des äußeren Anscheins sind die beiden Männer seitdem überhaupt nicht mehr auf einer Wellenlänge. Präsident Trump träumt davon, überall dort Frieden zu stiften, wo Krieg herrscht, während Premierminister Netanjahu sein „revisionistisches zionistisches“ Projekt (das nichts mit dem „Zionismus“ von Herzl zu tun hat) zur Eroberung des Nahen Ostens weiterverfolgt. Die Hartnäckigkeit des Iran offenbart ihre Absichten und setzte ihren Kompromissen ein Ende.

      https://www.voltairenet.org/article224674.html

    1. Das ist ungefähr genau so blöd, wie zu behaupten, die Russen hätten den Ukrainekrieg verloren, weil sie die Ukraine noch nicht erobert haben.

  17. DAHER weht der Wind:

    https://www.nytimes.com/2026/06/18/opinion/jd-vance-iran-trump-communion.html

    Auf die Frage, ob Isreal nicht Anlaß hätte, diesen Deal zu Fall zu bringen, antwortet Vance:

    „Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Abkommen gut für die gesamte Region und für die Welt sein wird. Dazu gehören natürlich auch die Israelis. Nun halte ich es für wichtig zu betonen: Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass dieses Abkommen gut für die ganze Welt sein wird, geht es uns im Grunde genommen doch darum, was im besten Interesse des amerikanischen Volkes liegt.“

    Und den israelischen Kritikern des Deals würde er antworten:

    “ Wie sieht euer genauer Vorschlag aus? Ihr seid ein Land mit neun Millionen Einwohnern. Ihr könnt euch nicht einfach aus jedem einzelnen Problem der nationalen Sicherheit herausmorden“ („You can’t just kill your way out of solving every single national security problem that you have.“)

    Klar, daß manmit dieser Botschaft nicht die Geldeintreiber Witkoff und Kushner betrauen kann.

  18. Es zeigt sich, meine Besprechung der Vorgänge ist ziemlich punktgenau gewesen:
    Erneute Sperrung der Straße

    Als Grund wurden im Staatsfernsehen israelische Angriffe im Libanon und die Politik der USA genannt. Diese hätten „eindeutig gegen ihre Verpflichtung verstoßen“ den Krieg zu beenden.

    Ich habe keine Quelle, der ich vertraue, mir die korrekten Texte zu geben, aber mit „gegen ihre Verpflichtung verstoßen“ sind gewiß die verbalen Ausfälle gemeint, sowie das Ausbleiben klarer öffentlicher Ansagen an Netanyahu in Verbindung mit Sanktionsandrohungen, und solche „Scherze“, wie der Vorschlag, die türkischen Islamistenhorden gegen Hezbollah zu entsenden. Man mag im Iran auch so illusionär gestrickt sein, erwartet zu haben, daß die Europäer nach dem G7-Gipfel wenigstens diplomatische Signale eines Politikwechsels geben.
    The Show goes on.

    1. Laut Berliner Zeitung war es der erste Punkt iirc.
      Sie schrieben aber nicht dazu welcher das ist u ich war nicht bemüsdigt es nachzusehen.

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