China? Eine aufstrebende Großmacht?

Xi Jinping mit Donald Trump im Weißen Haus im Spetember 2026. Bild: Weißes Haus

Ja, sicher ist China eine Großmacht, aber seltsamerweise auch wieder nicht.

Ich frage mich, ob unser immer seltsamer werdendes, immer „trumpianischeres“ Land irgendwie besser aussehen würde, wenn ich die Brille, die ich seit meiner Zeit als kurzsichtiges Kind in der vierten Klasse trage, gegen das eintauschen würde, was mittlerweile als Metas „Perversenbrille“ bekannt ist – komplett mit Kamera und Mikrofon. In gewisser Weise möchte dieser alte Mann aber vielleicht einfach nur jede Art von Brille überhaupt abgeben. Nicht nur, dass ich keinerlei Lust verspüre, unsere neue (aber auch unerträglich alte) Welt Moment für Moment, Tag für Tag, Woche für Woche festzuhalten, sondern es ist zunehmend eine Welt, die ich vielleicht lieber gar nicht sehen möchte.

Schließlich scheint es, als wären wir Menschen – sofern Donald Trump überhaupt ein Mensch ist und kein Marsmensch, der sich (nicht besonders überzeugend) als einer von uns ausgibt – auf seltsame, aber entscheidende Weise nur allzu bereit, diese unsere Welt zu beenden, zumindest so, wie wir sie kennen. Natürlich wäre ein solches Ende genau das, was wir schon so lange befürchtet haben: dass die Menschheit das Nonplusultra der Zerstörung ist. Das einzig wirklich Unerwartete an einer solchen Realität ist, vermute ich, dass sie vielleicht nicht so eintreten wird, wie wir es uns einst vorgestellt haben (durch Atomwaffen) – in einem ausgesprochen kurzen Zeitraum –, sondern in einer Zeitlupenversion der Apokalypse, die nur allzu gut zu dem langsamen Eintreten dessen passt, was wir als Klimawandel kennengelernt haben.

Man bedenke, dass die Amerikaner in diesen Jahren einen Präsidenten gewählt haben (zweimal, mit einer kurzen, altersbedingten Unterbrechung), der der Vorstellung vom Weltuntergang eine ganz neue Bedeutung verliehen hat.

Es ist auch wahr, dass wir in einer Welt leben, in der (abgesehen von Wladimir Putins verzweifeltem Krieg in der Ukraine und Donald Trumps erbärmlichem, typisch amerikanischen Krieg im Iran) die neueste Version einer großen imperialen Macht nicht mehr darauf aus zu sein scheint, fremdes Territorium zu erobern, wie es solche Mächte im Laufe unserer Geschichte getan haben.

Inmitten dieser chaotischen Welt, in der wir leben, muss man China tatsächlich voll und ganz Anerkennung zollen. Nein, natürlich nicht für sein politisches System, sondern für die Tatsache, dass es – anders als jede andere Großmacht in der Geschichte der Menschheit, abgesehen von seinem monatelangen Krieg mit Vietnam im Jahr 1979 und seinen Grenzscharmützeln mit Indien zu Beginn dieses Jahrzehnts – seine Macht und seinen Einfluss weltweit ausgebaut hat, ohne zu versuchen, auch nur ein einziges Land zu erobern oder in irgendeiner Weise Krieg zu führen. Das Einzige, was es tatsächlich an sich gerissen hat, ist eine bedeutende Kontrolle über die zukünftige Erzeugung von Ökostrom, was angesichts unseres Planeten und der Richtung, in die er sich derzeit bewegt, einfach kein klügerer „imperialer“ Weg hätte sein können.

Und als imperialer Ansatz zur globalen Macht könnte er historisch gesehen kaum ungewöhnlicher und auf diesem seltsam umkämpften Planeten von uns kaum intelligenter sein. Schließlich befinden wir Menschen uns bereits praktisch im Krieg – Tag und Nacht, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr – mit unserer Welt als lebenswürdigem Ort für uns, ganz zu schweigen von allem anderen, von Berglöwen und Elefanten bis hin zu Aalen und Kakerlaken.

Ehrlich gesagt ist das viel erschreckender, als es jemals in unseren Mainstream-Medien beschrieben wird. Ich denke dabei natürlich daran, wie wir diesen Planeten buchstäblich bis zum Siedepunkt aufheizen. Schließlich war dieser Sommer sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. Man stelle sich das mal vor! Und stelle sich auch Folgendes vor: In einem solchen Kontext haben die Bürger des nach wie vor mächtigsten Landes der Welt im Jahr 2024 einen Mann wiedergewählt, der sich nicht einmal vorstellen kann, dass die Welt von Jahr zu Jahr heißer (und heißer und heißer) wird. Betrachtet ihn angesichts dessen, was er zum Klimawandel zu sagen hatte, als den „Betrüger“-Präsidenten oder vielleicht sogar als Präsident Hitze.

Stellen Sie sich vor, wie er in seiner bizarren Unkenntnis des Themas die Zukunft dieses Planeten buchstäblich an die aufstrebende Weltmacht China übergibt – und glauben Sie mir, das ist keine Kleinigkeit. Kein Wunder, dass der normalerweise ernste chinesische Staatschef Xi Jinping bei seinem jüngsten Treffen mit Präsident Trump im Weißen Haus ein solches Grinsen im Gesicht hatte. Er weiß, dass sein Land zwar immer mehr in die Schaffung (und den Verkauf) eines grüneren Planeten investiert, der amerikanische Präsident jedoch – von Venezuela („das größte Ölgeschäft der Weltgeschichte“) bis zum Iran – als der König der fossilen Brennstoffe schlechthin angesehen werden sollte und somit nicht unsere Zukunft, sondern unsere Vergangenheit in allzu großem Maß verkörpert.

Eine neue Definition des imperialen Niedergangs

Da stehen wir also – nun ja, in welchem Jahrhundert könnten wir uns befinden, wenn zwei der größten Mächte der Erde immer noch Kriege gegen zwei kleinere Länder (die Ukraine und den Iran) führen, während die dritte darauf aus ist, sowohl Donald Trumps Amerika als auch Wladimir Putins Russland in die Geschichte einzuschreiben? Diese beiden altmodischen imperialen Mächte straucheln nun, wenn sie nicht gar scheitern, während die aufstrebende imperiale Macht, China, nur allzu bereit zu sein scheint, auf ausgesprochen imperiale Weise zu erobern.

Im Falle Chinas sprechen wir jedoch nicht von Territorium, sondern von einer ganz anderen Art der Eroberung auf diesem Planeten. Schließlich verleiht China mit seinen wachsenden Branchen im Bereich der grünen Energie, seinem Quasi-Monopol auf dem neuen Gebiet der Elektrofahrzeuge und seinem Verkauf von „grünen“ Produkten aller Art an den Rest der Welt dem Begriff „imperial“ eine radikal neue Bedeutung – auch wenn es selbst (finanziell und in anderer Hinsicht) auf – ganz ehrlich – dem Rücken einer zukünftigen Menschheit, einschließlich seines eigenen Volkes, aufsteigt und dies auf einem beunruhigend veränderten Planeten tut. Und ausgerechnet ich sollte von all dem eigentlich nicht schockiert sein, da ich bereits als Teenager eine Fantasiekarte der chinesischen Eroberung der Welt gezeichnet habe (die ich, ob Sie es glauben oder nicht, immer noch besitze).

Und bedenken Sie: Nach all diesen Jahrhunderten befinden wir uns dank der Art und Weise, wie wir Menschen unseren Globus aufheizen, bereits in einer ganz anderen Art von imperialer Welt, auch wenn „unser“ Präsident nicht die geringste Ahnung davon hat, dass dies so ist. Ehrlich gesagt, könnte es in diesem Moment der Geschichte einfach keine bessere Definition für imperialen Niedergang geben als Donald J. Trump als Präsident (zweimal!) der Vereinigten Staaten. Wenn überhaupt, dann verleiht er dem Begriff des Niedergangs eine ganz neue Bedeutung.

Man stelle sich das doch einmal vor: einen amerikanischen Präsidenten auf einem Planeten, der immer heißer wird, dessen Hauptziel es ist, genau jene Energie zu fördern, die diese Welt bereits zum Glühen bringt – nun ja, ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass man sie noch als „unsere“ bezeichnen kann, oder? Auch wenn unsere Mainstream-Medien (die die Bedeutung des Klimawandels im Allgemeinen herunterspielen) dies nie andeuten, sollte Donald J. Trump als Inbegriff eines global selbstmörderischen Präsidenten angesehen werden.

Und falls es in unserer Zukunft Geschichtsbücher geben sollte, die dies festhalten, wird sich selbst eine theoretisch aufstrebende imperiale Macht wie China zweifellos in einer historisch anderen Situation wiederfinden – auf einem Planeten, der immer weiter bergab geht (zumindest was den menschlichen Komfort und die Bewohnbarkeit angeht).

Ehrlich gesagt vermute ich, dass wir heutzutage alle eine „Perversenbrille“ tragen, durch die sich unsere Sicht auf diese Welt zunehmend auf den Kopf stellt. Ehrlich gesagt (um es noch einmal zu wiederholen): Mir läuft schon der Schweiß herunter!

 

Der Beitrag von Tom Engelhardt erschien im Original zuerst auf seiner Substack-Seite. Übersetzung ins Deutsche mit der Hilfe von DeepL.

Tom Engelhardt

Tom Engelhardt war Gründer und Betreiber der Website TomDispatch.com, jetzt betreibt er mit eigenen Texten den Substack tomengelhardt.substack.com/. Er ist außerdem Mitbegründer des American Empire Project und Autor des Buches „The End of Victory Culture” über den amerikanischen Triumphalismus im Kalten Krieg. Als Stipendiat des Type Media Center hat er sein sechstes Buch mit dem Titel „A Nation Unmade by War” veröffentlicht.
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25 Kommentare

  1. „…..muss man China tatsächlich voll und ganz Anerkennung zollen. Nein, natürlich nicht für sein politisches System,….“ Zitatende.
    Weiter hab ich nicht gelesen. Das hat mir gereicht. Ich hatte nicht vor, mich auch noch übergeben zu müssen.

    1. Da haben Sie was verpasst. denn weiter unten wird der über den Strohmann Ukraine geführte Krieg der NATO gegen Russland in üblicher Verdrehung der Tatsachen als Krieg Russlands gegen die Ukraine bezeichnet. Aber zumindest ohne den üblichen Schwall von Adjektiven, völkerrechtswidrig, brutal …. und ohne den Vorsatz Angriffs- , immerhin.
      Der Text enthält aber immerhin einige richtige und interessante Gedanken und selten ausgesprochene Wahrheiten. Das ist schon viel für die heutigen Zeiten. Das er sich nicht völlige aus dem Würgegriff des allgemeinen Wahnsinns lösen kann muss oder kann man nachsehen…

    2. Wie er es schafft, die von ihm als fortschrittlich und lobenswert skizzierte Politik Chinas (bzw. Xis) von „seinem politischen System“ gedanklichzu trennen, erschließt sich mir auch nicht. Vielleiht sollte er mal die chinesische Bevölkerung fragen, was die davon hält. Von dermaßen unterirdischen Zustimmungswerten zur Regierungspolitik, wie sie in westlichen Ländern herrschen, ist China meilenweit entfernt.

      1. Haben Sie Mitleid, wer im Westen (womöglich noch mit Sozialismus an der Ostgrenze) aufgewachsen ist, kann sich halt einfach nicht vorstellen, dass die dort herrschende „Parteiendemokratie“ mit ihren meist kurzsichtigen und oft nur dem eigenen politischen Überleben dienenden „Bis-zur-nächsten-Wahl“-Planungen vielleicht doch nicht die allein seligmachende Form des gesellschaftlichen Miteinanders ist. Von der Fragwürdigkeit von Entscheidungen einer medial derart unterbelichtet informierten Wählerschaft einmal ganz zu schweigen. Zudem sprengen die schieren Ausmaße Chinas (hinsichtlich der Landmasse, der Bevölkerung und der damit einhergehenden Probleme) das Vorstellungsvermögen der meisten.

  2. Der Herr Engelhardt sollte mal zum Optiker gehen. Evtl.hilft eine neue Brille. Und dann wird er erkennen, das China bereits eine Großmacht ist. Eine Großmacht will auch die EU werden. Nur sieht es so aus, das deren Stellvertreterkrieg mittels der Ukraine gegen Russland nicht so erfolgreich ist, wie die Planer sich das gedacht haben. Und damit wird es wohl nichts mit „Großmacht EU unter deutscher Führung.“( Es kann nur einen geben, der Europa beherrscht!) Damit bleibt Russland weiterhin Großmacht. Und die USA, ehemals Hegemon im transatlantischen Imperium, kappt unter seinem Präsidenten Trump die Reste der imperialen Verpflichtungen und wird eine der drei Großmächte, die die Welt der Zukunft anführen werden. Etliche Publizisten nennen das „ Multipolare Welt“. Und wer schon einmal auf einem dreibeinigen Hocker gesessen hat, der versteht, warum für die Stabilität der zukünftigen Welt drei Großmächte und nicht vier vorgesehen sind. Daher wird das Gebilde EU zu dem gemacht, was es real ist: eine heruntergekommene Halbinsel im Westen Eurasiens!
    Der Krieg Russlands in der Ukraine hat ja nicht die Eroberung der Ukraine zum Ziel. Sondern die Schwächung der Staaten, die hinter der Ukraine stehen. Und deren Arsenale sind leer, mit der Neuproduktion sieht es auch nicht so gut aus und wirtschaftliche, soziale und politische Krisen häufen sich. Nicht zu vergessen die Staatsschuldenkrisen…Evtl. kommt ja der eine oder andere Nachfolger der bisherigen Machthaber in EU- Europa auf die Idee, das eine eurasische Sicherheitsarchitektur und eine „multipolare Welt“ doch dem totalen Niedergang vorzuziehen sei…
    Gegen zu viel Sonne hilft übrigens ein Plätzchen im Schatten und eine luftige Kopfbedeckung. Und schon ist ein warmer Sommertag etwas angenehmes. Sie wie in der Jugend….

  3. „Da stehen wir also – nun ja, in welchem Jahrhundert könnten wir uns befinden, wenn zwei der größten Mächte der Erde immer noch Kriege gegen zwei kleinere Länder (die Ukraine und den Iran) führen, während die dritte darauf aus ist, sowohl Donald Trumps Amerika als auch Wladimir Putins Russland in die Geschichte einzuschreiben? Diese beiden altmodischen imperialen Mächte straucheln nun, wenn sie nicht gar scheitern, während die aufstrebende imperiale Macht, China, nur allzu bereit zu sein scheint, auf ausgesprochen imperiale Weise zu erobern.“

    Da glaubt einer gerne, was er glauben will. Russland und Donald Trumps Amerika straucheln – warum? Weil sie Kriege gegen kleine Länder führen und verlieren. Die Realität Russland gewinnt seinen Krieg gegen die USA samt NATO und die USA verlieren gerade nicht nur einen, sondern gleich drei Kriege, die Kriege gegen Russland, Iran und Jemen.

  4. „Es ist auch wahr, dass wir in einer Welt leben, in der (abgesehen von…) die neueste Version einer großen imperialen Macht nicht mehr darauf aus zu sein scheint, fremdes Territorium zu erobern, wie es solche Mächte im Laufe unserer Geschichte getan haben.“

    Ist auch nicht mehr nötig. Territorium, sprich Grund & Boden, wird heuer schlicht gekauft; von fiktiven, nicht auf Produktion oder erbrachten Leistungen basierenden Billionen-Sammel- & Verwaltungs-Stellen à la BlackRock & Co, während wir, die Schafe, darüber sinnieren, ob & ggf. wie wir diesen Missstand, welcher ja zu unseren Lasten stattfindet, überhaupt öffentlich ansprechen geschweige denn wirksam kritisieren „dürfen“, ohne sanktioniert und/oder diskreditiert zu werden.

  5. Was meint Autor Tom Engelhardt mit Putins verzweifeltem Krieg in der Ukraine?

    Meint er damit, dass Putin – im Gegensatz zu China, dass seine Macht und seinen Einfluss ausgebaut hat, ohne zu versuchen, auch nur ein Land zu erobern – aus reiner Gier auf ukrainisches Gebiet den Krieg gegen die Ukraine führt?

    Auf die Idee, dass Putin 2020 durch den Westen vor die Wahl gestellt wurde, entweder immer mehr Provokationen wie

    Bruch des Versprechens die Nato nicht nach dem Osten auszuweiten
    Die Absicht, die Ukraine in die Nato einzubinden
    Die Nicht-Erfüllung des Minsker Abkommens
    Die Ankündigung Selenstys Atomwaffen zu erwerben

    oder der Ukraine mit der militärischen Sonderoperation Vernunft beizubringen und sich nicht vom Westen und den Bandera-Anhängern auf Abenteuer gegen Russland einzulassen.

    1. Eben, dass Russland verzweifelt versucht, sich die besten Stücke „seiner Einflusssphäre“ vor dem Zugriff durch den Westen zu sichern, wobei die Bevölkerung der betroffenen Regionen nicht unbedningt mit großer Mehrheit unbedingt zur Russlands „Einflusssphäre“ gehören wollen und große Teil der Bevölkerung den trügerischen Verlockungen der EU erliegen anstatt doch lieber als Neutrale nach beiden Seiten hin gute Beziehungen zum eigenen Vorteil zu pflegen.

      Angesicht der enormen Verluste an Menschen und Material, den sonstigen Kosten des Kriege, die Militarisierung in Russland selbst (Krieg ist oft eine Abwärstspirale für das einfache Volk aller Beteiligten!) kann man nur den Kopf schütteln.

      Wenn zwei Übel sich unbedingt bekriegen wollen, dann sollten wir keines der Übel unterstützen, sondern jene, die den Frieden suchen und keiner Räuberbande sich anschließen wollen.

      1. „…. wobei die Bevölkerung der betroffenen Regionen nicht unbedningt mit großer Mehrheit unbedingt zur Russlands „Einflusssphäre“ gehören wollen“……..
        Hätten Sie dafür zuverlässige Belege was Krim und Donbass angeht?

        1. @venice12

          Mit der Eingabe

          wie groß war der Teil der Bevölkerung im Süden und Osten der ukraine, die den maidan umsturz 2014 ablehnte?

          bekam ich von von wikipedia mit einer Übersicht mit KI folgende Auskunft:

          Im Osten der Ukraine: Hier war die Ablehnung am größten. Rund 52 % der Bevölkerung unterstützten die amtierende Regierung unter Wiktor Janukowytsch (was einer impliziten Ablehnung des Maidan-Umsturzes entsprach). Lediglich 8 % sympathisierten aktiv mit den Maidan-Protestierenden. Ein großer Teil von 39 % verhielt sich neutral oder unentschieden

          In den südlichen Oblasten unterstützten 32 % die damalige Staatsführung. Nur 20 % erklärten ihre Sympathie für den Maidan. Die relative Mehrheit von 42 % nahm eine explizit neutrale Haltung ein.

          Während der Westen und das Zentrum den Maidan trugen, stand der industrialisierte Osten und Süden den Ereignissen distanziert bis feindselig gegenüber.

          Da weder wikipedia noch Ki als pro-russisch eingestuft werden kann, darf man annehmen, dass die Mehrheit im im Süden und im Osten der Ukraine gegen den Banderisten-Putsch war.

  6. Wie kann Donald Trump gegen den Ausbau der Ereuerbaren sein? Nun, eben deswegen sitzt er dort im Weißen Haus. Er hat die stärkste Lobby des ganzen Planeten hinter sich, die Gasbarone, Ölscheichs und -konzerne. Die haben die Presse gekauft und die Wähler massiv mit Lügen bombardiert.
    Dasselbe jetzt bei uns. Aber es zieht nicht. Trotz massivster Bombardierung:

    https://www.dena.de/infocenter/akzeptanz-der-energiewende-in-deutschland

    Eben drum war Deutschland mit seinem Einspeisegesetz im Jahr 2000 der weltweite Pionier, weil die Wähler das wollten. Damals weltweit belächelt, auch von den Chinesen. Als diese aber sahen, wie in Deutschland die Solarindustrie mutwillig und absichtlich zerschlagen wurde, sahen sie ihre Chance. Die Erneuerbaren haben eon und RWE auf den Aktienkurs gedrückt und sollten daher verschwinden.
    Die Erneuerbaren sind demnach relativ jung und natürlich ist da noch Luft nach oben. Preislich und qualitativ. Noch jünger sind elektrische Fahrzeuge und Heizungen. Da erst recht. Was die Chinesen jetzt mit KI systematisch vorantreiben. Hingegen bei den „hocheffizienten Verbrennern“ wird keine KI helfen. 25 Prozent Wirkungsgrad, daran ist nicht zu rütteln.

    Selbst wenn es keinen Klimawandel gäbe, wären die Erneuerbaren trotzdem der bessere Weg. Die Technik ist einfach besser. In China ganz besonders, denn die Städte litten unter fürchterlichem Smog. Der ist jetzt weg.
    Tatsächlich baut China überall auf der Welt riesige Anlagen, ohne einen einzigen Soldaten dort zu haben. Undenkbar für die USA, die ihren Invest mit 800 Militärbasen absichern. Das liegt auch an der Technologie. Wenn etwas mit Öl und Gas betrieben wird, muss das immer abgesichert werden. Wind und Sonne hingegen klaut niemand.

  7. Was meint Autor Tom Engelhardt mit Putins verzweifeltem Krieg in der Ukraine? Meint er damit, dass Putin – im Gegensatz zu China, dass seine Macht weltweit ausgebaut hat, ohne zu versuchen, auch nur ein einziges Land zu erobern – aus reiner Gier auf ukrainisches sich für den Krieg entschieden hat?

    Auf die Idee, dass Putin 2020 durch den Westen vor die Wahl gestellt wurde, entweder immer mehr Provokationen wie

    Bruch des Versprechens die Nato nicht nach dem Osten auszuweiten
    Die Absicht, die Ukraine in die Nato einzubinden
    Die Nicht-Erfüllung des Minsker Abkommens
    Die Ankündigung Selenstys Atomwaffen zu erwerben

    oder der Ukraine Vernunft beizubringen und sich nicht vom Westen und den Bandera-Anhängern auf Abenteuer gegen Russland einzulassen.

  8. Der Autor befürchtet, dass „die Mensch-heit das Nonplusultra der Zerstörung ist “

    Wenn ich als Kommentator befürchte, dass diese Aussage das Nonplusultra von Unsinn ist, wird mein Kommentar
    gelöscht“.

    Oberton kann einpacken ! Uninteressant

  9. Der Autor vergißt einen wesentlichen Punkt: Die Demographi. Auch China hat so wie die EU ein massives Problem mit der Überalterung der Bevölkerung dank der kommunistischen Ein-Kind-Politik. So sehr das Einbremsen des Bevölkerungswachstums notwendig war, so fällt die doch recht brachiale Politik der Mao-KP nun dem Land auf den Kopf, denn wenn die Geburtenrate einmal niedrig ist, dann ist die demographische Abwärtsbewegung nicht mehr so leicht aufzuhalten. Daher auch die massiven Investitionen in die Automatisierung bis hin zu humanoiden Roboter. Ein zentralistischer Staat, der von einer Parteidikatur geführt wird, ist sich solcher Problematiken wohl eher bewußt als ein kapitalistischer Staat, wo die eigentlichen Treiber der Entwicklung, die großen Kapitalinhaber, keine politische Verantwortung tragen und die politische Führung weniger Steuerungsmöglichkeiten hat.

    Daher führt China auch keine Kriege, weil es auf Dauer nicht genug Soldaten rekrutieren kann. Russland ist deemographisch ebenfalls im Sinkflug, weshalb der Krieg um die Ukraine von der russischen Führung wohl eher als letzte Gelegenheit gesehen wird, im Verteilungskampf um die Überreste der Sowjetunion sich „seine Stücke“ zu sichern. Die Ukraine hingegen implodiert demographisch gesehen regelrecht. Seit dem Zerfall der Sowjetunion hat sich die Bevölkerung mehr als halbiert. Die Restbevölkerung besteht zu etwa der Hälfte aus Pensionisten. Daher auch die verzweifelten, brutalen Zwangsrekrutierungen, die erst recht die demographische Abwärtsspirale befeuern. Da Russlands Sinkflug langsamer ist, arbeitet Russland auf Zeit verschieben hinaus.

    Angesichts der von der wild wuchernden Industriegesellschaft verursachten Zerstörungen am einzigen uns bekannten bewohnbaren Planeten sind die Machtrangeleien absurd. Um den Klimawandelt und den Ökozid (Artensterben!) zu stoppen und umzukehren, müssten eigentlich alle Staaten aber rasch zusammenarbeiten.

    1. Die kommunistische Ein-Kind-Politik?

      Haben nicht bis vor kurzem noch alle (insbesondere westliche) Geopolitiker und Weltbürger-Intellektuelle (nicht zu vergessen die Milliardär-„Philanthropen“) den Malthus an die Wand gemalt und vor der schrecklichen bevorstehenden (oder sogar schon erfolgten) Katastrophe der Überbevölkerung genau so gewarnt, wie sie heute ebenso schreiend (und begründungslos) vor der Klimakatastrophe warnen?

      Wenn man versteht, dass Mao westliche gesteuert war, versteht man auch die Herkunft der chinesischen Ein-Kind-Politik (die nie irgendwie „kommunistisch“ war sondern immer britisch-malthusianisch begründet).

  10. „…ohne zu versuchen, auch nur ein einziges Land zu erobern oder in irgendeiner Weise Krieg zu führen.“
    Ist Tibet kein Land (gewesen)?

      1. Hmmm, so wie die USA den Iran von Klerus und finsterem Mittelalter befreien wollen? Oder Kuba und Venzuela vom Sozialismus? Oder Russland von Putin? Oder Afghanistan von Terroristen?
        Überdies bezog sich mein Kommentar auf die Aussage des Autors, China hätte einzig mit den zwei genannten Krieg geführt. Und das ist einfach falsch.
        Und vergessen wir nicht die Grenzkonflikte mit Indien.
        Ich bemühe mich, nur ein Maß anzulegen. Nicht zweierlei.

        1. Die VR China waren erfolgreich, die USA nicht. Es gibt halt Unterschiede, selbst wenn beide ähnliche Aktionen unternehmen. Der Anspruch Chinas auf Tibet ist solider, als der Anspruch der USA auf Hawai.

        2. Die VR China waren erfolgreich, die USA nicht. Es gibt halt Unterschiede, selbst wenn beide ähnliche Aktionen unternehmen. Der Anspruch Chinas auf Tibet ist solider, als der Anspruch der USA auf Hawai.

      2. Was aber vermutlich nicht den Wünschen der dortigen Bevölkerung entsprach (und wahrscheinlich auch nicht der Hauptgrund für den chinesischen Einmarsch war), zur (moralischen) Rechtfertigung also kaum taugt.

    1. Der Autor spricht – ziemlich eindeutig, finde ich, da er u.a. auf das politische System abhebt – vom China des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts bis heute und nimmt als Ausnahmen von der von ihm aufgestellten Regel die zwei letzten Beispiele aus dieser Zeit (und schon der Vietnamkrieg hat mit der heutigen Regierung nichts mehr zu tun). Die Eingliederung des souveränen Tibet (das in einer 1300 jährigen Geschichte gerade einmal 38 Jahre bestand) in die VR China erfolgte noch früher (in den 50ern) – wiederum unter einem anderen politischen System und ist damit hier wohl nicht relevant.
      Die Grenzkonflikte mit Indien erwähnt er übrigens sehr wohl.

      Mit Hinblick auf Taiwan sollte man sich Xi´s Kriegsabstinenz vielleicht nicht zu sicher sein, was aber etwas anderes ist, schließlich gehört die Insel ja auch eindeutig zu China.

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