Bundeswehr kauft F-35-Kampfjets, die vom Pentagon lahmglegt werden könnten

F-35 Lightning II. Bild: U.S. Air Force

Das „Sondervermögen“, also die von der Merz-Regierung beschlossene unbegrenzte Schuldenaufnahme zur Aufrüstung, um Europas größte Streitmacht zu werden, ermöglichte es, kräftig bei unseren Freunden in den USA zuzuschlagen und 35 Kampfjets des Typs F-35 Lightning II zu kaufen. Schlappe 10 Milliarden Euro kosten die Tarnkappen-Kampfflugzeuge, die den Tornado ablösen und die „nukleare Teilhabe“ sicherstellen sollen. Dazu muss der Fliegerhorst Büchel aufwendig umgebaut werden.

Begründung ist, dass die F-35 für Atomwaffen ausgelegt ist, dass einige andere Nato-Staaten ebenfalls kaufen und dass sie „alles bietet, was ein Kampfflugzeug der fünften Generation auszeichnet: Fusion der Sensordaten im Cockpit, Vernetzung zwischen den Jets über einen speziellen Datenlink und eine verringerte Erfassungswahrscheinlichkeit (Stealth) durch gegnerische Radarsysteme“.

Dänemark hat insgesamt 43 F-35A-Kampfjets gekauft und inzwischen alle F-16 ausgemustert. Nach Trumps Bestreben, Grönland zu annektieren, ist man darüber nicht mehr so glücklich. Schließlich hat man sich in die Hand des Pentagon begeben und ist abhängig von Daten und Kommunikation, Ersatzteilen oder Software-Updates. Dazu kommen schwerwiegende Mängel des superteuren und gehypten Flugzeugs. Es gibt Schwierigkeiten bei Überschallflügen mit der Tarnung, bei der Treffersicherheit, mit der Einsatzfähigkeit, bei den Ersatzteilen oder bei Kälte bzw. Regen/Gewitter.

Software-Updates bedeutet, dass der Hersteller und/oder das Pentagon Zugang zu den Computersystemen der Flugzeuge haben – und letztlich dafür sorgen können, dass sie beispielsweise nicht starten können. Wenig verwunderlich, dass nun der dänische Verteidigungsminister Gijs Tuinman auf einen weiteren Mangel hinweist. Nicht nur stellen Software-Updates ein Problem dar, sondern die Flugzeuge könnten auch gehackt werden – „wie ein iPhone“:

„Die F-35 ist wirklich ein gemeinsames Produkt. Die Briten stellen die Rolls-Royce-Triebwerke her, und die Amerikaner brauchen sie einfach auch. Und selbst wenn diese gegenseitige Abhängigkeit nicht zu Software-Updates führt, ist die F-35 in ihrem derzeitigen Zustand immer noch ein besseres Flugzeug als andere Kampfflugzeugtypen. Wenn Sie trotz allem noch ein Upgrade wünschen, werde ich etwas sagen, was ich eigentlich nie sagen sollte, aber ich tue es trotzdem: Man kann eine F-35 genauso wie ein iPhone hacken.“

Näheres sagte Tuinman nicht. Wenn es Sicherheitslücken gibt, könnten nicht nur die Amerikaner, sondern auch Gegner die Flugzeuge lahmlegen, möglich wäre aber auch, dass die Dänen die Flugzeuge unabhängig vom Pentagon steuern könnten. Im Frühjahr 2025 hatte bereits Joachim Schranzhofer, Kommunikationschef des deutschen Rüstungskonzerns Hensoldt, gegenüber Bild erklärt: „Der ‚Kill Switch‘ in der F-35 ist mehr als nur ein Gerücht. Viel einfacher geht’s aber über das Missionsplanungssystem, dann bleibt der Flieger gleich am Boden.“

Das scheint Pistorius nicht beeindruckt zu haben. Angeblich hat Israel bislang als einziges Land mit Hersteller Lockheed Martin vereinbart, auf den F-35-Kampfflugzeugen eine eigene Software zu benutzen. Die F-35 Lightning II-Flugzeuge der übrigen Länder erhalten über das propretäre Automatic Logistics Information System Updates. Deutschland, Dänemark und andere Länder können zwar die Flugzeuge besitzen, aber die USA kontrollierten die Software und damit das Herz der Maschinen. Das betrifft alle komplizierteren Waffensysteme, beispielsweise auch Patriot-Luftabwehrsysteme. Der Kauf von Waffensystemen erzeugt nicht nur Abhängigkeit, sondern auch Wehrlosigkeit gegenüber dem Verkäufer.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher. In diesen Tagen erschien sein Buch In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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13 Kommentare

  1. Es soll noch letztes Jahr fast 300 Mängel an/ in den F 35 gegeben haben. Eigentlich ist dieses
    Flugzeug ein einziger großer Mangel. Auf einer großen Flugshow letztes Jahr, ich weiß nicht mehr wo,
    ich glaube es war in Saudi Arabien, haben die Russen ihren neuen Kampfjet fliegen lassen und alle hatten
    ein „wow“ in den Augen. Die F 35 war auch da. Angeliefert mit einem Spezialtransporter. Gucken durfte
    man mal….. aus großer Entfernung. Geflogen ist das Ding vorsichtshalber nicht. Für die Deutschen wurde
    auch ein Sonderpreis vereinbart…….fast 100 % mehr, als die Kisten der US Armee gekostet haben.
    Wenn die Tommis nicht die Triebwerke liefern würden, könnten die Dinger nicht einmal als Zieldrohnen
    dienen. Höchstens für die Ukrainer, die nur auf parkende Flugzeuge schießen können.

  2. Das ist „der Redaktion“ einen eigenen Artikel wert, gelle …
    Abgesehen davon, daß die Killswitches und Backdoors seit 2011/12 global bekannt sind (ich weiß es nicht mehr genau, wann, Anlaß war die Beschaffung der IAF) ist es doch wohl kein schlechtes Feature, oder etwa nicht?
    Ein großer Teil der Avionik- und Elektronik – Sparte von Lockheed Martin war seinerzeit übrigens in Israel beheimatet, weiß allerdings nicht, ob es dabei geblieben ist.

  3. So wie unsere Politiker sich gerade in der Welt aufführen, ist deren Sorge berechtigt, dass die USA uns die Waffen ausknipsen könnten.

    Für die Welt hingegen könnte es ein Segen sein, wenn die USA im letzten Moment den Stecker ziehen und irgendeine Verrücktheit im Namen der „europäischen Demokratie“ verhindern.

    Ohne damit etwas über die USA zu sagen.

  4. 10 Milliarden dafür, dass im Ernstfall US-Atombomben in Form der Nuklearen Teilhabe von Bundeswehrpiloten ins Ziel geflogen werden.

    Der Begriff „ Nukleare Teilhabe „ bedeutet, dass NATO-Stäbe, also im Endeffekt das US-Militär, festlegt, dass deutsche Piloten die Atomwaffen u.a. auf deutschem Gebiet oder auf Bündnispartnergebiet abwerfen.

    Das widerum zeigt offensichtlich, wie irrsinnig es ist, wenn wir auch noch dafür zahlenmüssen, dass im V-Fall aus taktischen Gründen unter Zutun der Soldaten des eigenen Landes ein Todesurteil an uns vollstreckt wird.

    Wer seinen Eid darauf geschworen hat, dem Deutschen Volke zu dienen, kann solch ein perverses Konstrukt eigentlich nicht umsetzen beziehungsweise müsste m.E. schleunigst aus dem Amt entlassen werden.

  5. „Deutschland kauft F35 Kampfjets, die von den Amis lahmgelegt werden können.“
    Es geht ja auch nicht darum, daß die zum Einsatz kommen sollen. Wie man hört gibt es für diese Dinger sowieso keine Landebahnen in Deutschland. Es geht darum daß gewisse Einzelpersonen das „Sondervermögen“ unter sich aufteilen.
    Pistorius ist sowas wie ein „Sondervermögen“ Verteiler und Verwalter, wobei er aber nicht wirklich was zu melden hat.
    Die Amis haben das „Sondervermögen“ verlangt und bekommen es. Genauso wie sie Deutschland zwingen Frackinggas zu kaufen nachdem die ukrainischen Hobbysegler die Nordstreams zerstört haben, hahaha.
    Wir haben übrigens eine Gasmangellage, aber da wird nicht drüber geredet denn am 8. März sind in BW und RP Landtagswahlen.

  6. Genau so, wie versmartete Autos.
    Das ist überhaupt kein Problem ich weiß das, weil ich es ausprobiert habe mit einem Programm das nur unter Windows läuft…kicher…und ich es kann. 😉
    Die werden uns alles nehmen und wenn ich es noch 1000 Mal hier wiederholen muss.

  7. Leute regt euch ab, in den nächsten sieben Wochen passiert nix, denn die Evangelische Kirche hat ihr Fastenmotto ausgegeben: „Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte“…😆😆😆😅😅😅😂😂😂🤣🤣🤣😭😭😭

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