Breitscheidplatz – Ein deutscher Anschlag?

Anschlag auf den Weihnachtsmarkt. Bild: Emilio Esbardo/CC BY-SA-4.0

Sieben Jahre nach der LKW-Attacke auf den Berliner Weihnachtsmarkt: Entgegen der Theorie vom Alleintäter existieren weiterhin Hinweise auf eine Tätergruppierung, darunter in Berlin geborene Personen.

 

Überall Weihnachtsmärkte – und überall Terrorgefahr? Der Alarmmodus ist jedenfalls angeknipst. Dabei legt der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin vor sieben Jahren, der 13 Menschen das Leben gekostet hat, etwas anderes nahe: Die Gefahr ging weniger von unbekannten Tätern aus, sondern eher von deutschen Sicherheitsorganen, deren Verwicklung in den Tatkomplex nicht wegzureden ist.

Obwohl sich das Attentat vom Berliner Breitscheidplatz am 19. Dezember zum siebten Mal jährt, und obwohl der Tunesier Anis Amri offiziell als der alleinige Täter gilt, finden nach wie vor Ermittlungen statt. Zahlreiche Fragen sind ungeklärt.

* Auf Drängen der Opferangehörigen und des parlamentarischen Untersuchungsausschusses im Bundestag ließ die Bundesanwaltschaft vor zwei Jahren die Amri-Asservate (u.a. Kleidung, Rucksack und Pistole) aus Italien nach Deutschland kommen, um sie hier kriminaltechnisch untersuchen zu lassen. Diese Untersuchung ist mittlerweile zwar abgeschlossen, die Ergebnisse werden aber nicht mitgeteilt – und zwar mit Hinweis auf die weiteren laufenden Ermittlungen.

* Eine der Fragen ist zum Beispiel, ob die Tatpistole, mit der der polnische Speditionsfahrer des LKW erschossen worden sein soll, vor der Untersuchung in Deutschland gesäubert worden ist. Die Waffe war von Anfang an ein brisantes und widersprüchliches Beweismittel. Amri hatte sie zwar in seinem Besitz, als er erschossen wurde, neben seiner DNA und der DNA des Speditionsfahrers fanden sich aber noch DNA-Spuren von zwei weiteren Personen. Eine ist bisher nicht identifiziert, die andere gehört Kamel A., dem Hauptmieter der Wohnung, in der Amri bis zum Anschlagstag gewohnt hatte. Seltsamer Weise zählte Kamel A. trotzdem nie zu den Tatverdächtigen. Allerdings hat das BKA die Ermittlungsakte zu ihm frisiert.

* Weiter ungeklärt sind auch Berichte eines V-Mannes des Verfassungsschutzes aus Mecklenburg-Vorpommern über mögliche Unterstützer des Anschlags aus der Organisierten Kriminalität in Berlin.

* Eine andere Frage bezieht sich einmal auf ein Autotelefon in einem BMW-Fahrzeug, das am 19. Dezember 2016 zur selben Zeit dieselbe Wegstrecke begleitete wie der Tat-LKW. Bei einer zweiten Telefonnummer mit russischer Einwahl wurden ebenfalls zeitliche und räumliche Überschneidungen mit den Mobilfunkdaten im LKW festgestellt. In beiden Fällen hat das BKA die Ermittlungen zur Identifizierung der Nutzer nicht konsequent zu Ende geführt. Es konnte diese Unterlassung mit der Theorie vom Alleintäter Amri begründen, der ja angeblich keine Helfer oder Mittäter gehabt haben soll.

* Besonders rätselhaft ist, wie ein Handy von Amri, das laut Geodaten nach dem Anschlag im Bereich seiner Wohnung in Berlin-Wedding eingeloggt war, später am Breitscheidplatz in einem Loch der vorderen LKW-Karosserie sichergestellt wurde. Wer hat es wann und warum vom Wedding dorthin gebracht? Wurde der Tatort also nachträglich ausgestattet? Ausgerechnet ein Gegenstand, der die Täterschaft Amris belegen soll, ist zu einem möglichen Beleg für eine Tatort-Manipulation geworden.

 

Alles in allem jedenfalls Details, die nicht mit der offiziellen Version vom Alleintäter Amri zusammenpassen. Eher passen sie in ein Szenario, das von einer Tätergruppierung ausgeht. Zweifel gibt es sogar daran, dass Amri der Fahrer des Tat-LKW gewesen ist. Zu den Tatbeteiligten kann man ihn gleichwohl zählen.

Zu einer potentiellen Tätergruppierung passt im Übrigen auch, dass seit dem Anschlag eine Reihe von Strafprozessen gegen Personen aus dem früheren Umfeld von Amri stattfinden, allerdings ohne dass bei den Verfahren ein Zusammenhang mit dem Anschlag hergestellt wird. Der Gesamtkomplex wird verfahrenstechnisch regelrecht in Kleindelikte und Nebentaten zerlegt, beispielsweise die Weitergabe eines Passes. Außerdem werden diese Delikte einem anderen Komplex zugeschlagen, nämlich dem IS (Islamischer Staat).

Immer wieder das Umfeld der Fussilet-Moschee in Berlin

Am 9. Januar 2024 wird vor dem Kammergericht Berlin der nächste Prozess gegen eine ehemalige Kontaktperson aus dem Täterumfeld eröffnet.

Angeklagt ist Abed W., weil er Ende 2016 und Anfang 2017  insgesamt sechs Freunde zum Flughafen Schönefeld gefahren haben soll, von wo sie über die Türkei ins Kriegsgebiet des IS reisen wollten. Drei der Männer sei das gelungen, drei wurden von türkischen Sicherheitskräften festgenommen. Der Vorwurf an Abed W. lautet: Beihilfe zu einer schweren staatsgefährdenden Tat sowie Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.

Abed W. wurde 1998 in Berlin geboren und ist Deutsch-Tunesier. Er hatte, wie auch die sechs Reisenden, bis Ende 2016 Beziehungen zur Fussilet-Moschee in Berlin-Moabit, von wo aus der LKW-Anschlag am 19. Dezember 2016 mutmaßlich organisiert wurde. Dort hatte sich auch Amri regelmäßig aufgehalten, den W. persönlich kannte. In der kleinen Moschee bewegten sich nach aktuellster Zählung außerdem mindestens sieben V-Leute von mindestens vier Sicherheitsbehörden.

Zusammen mit zwei Brüdern mietete Abed W. von Dezember 2015 bis Dezember 2016 zwei Wohnungen unmittelbar am Breitscheidplatz an. Sie wurden nach dem Anschlag wieder geräumt und abgemeldet. Im Zusammenhang mit Anschlagsplänen sind Wohnungen wichtige Stützpunkte und Rückzugsräume. W.’s großer Bruder hielt sich zum Tatzeitpunkt gegen 20 Uhr an ungefährdeter Stelle beim Breitscheidplatz auf und soll Zeuge der LKW-Fahrt geworden sein. Mindestens vier weitere Personen aus diesem Umfeld waren bei dem Anschlag oder kurz danach vor Ort.

Das sind im Übrigen Erkenntnisse, die ganz offen in den Ermittlungsunterlagen stehen, also den Terrorermittlern des BKA bekannt sein müssten. Sie führten aber nicht zu einem umfassenderen Anschlagsverfahren, in dem es zum Beispiel auch um Mitwisserschaft oder Beihilfe gehen könnte.

Weitere Prozesse stehen an

Bereits stattgefunden haben seit 2017 mindestens vier solche Prozesse: Im März 2023 gegen Jagar S.H., ein in Berlin geborener Deutsch-Syrer, der seinem Bruder Husan seinen Pass zur Verfügung stellte, mit dem der ins Kriegsgebiet des IS gereist sei. Gegen Husan S.H. wird gesondert ermittelt, sein Prozess steht noch aus. Jagar wurde zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zusammen mit ihm war der in Berlin geborene Deutsch-Türke Semsettin E. angeklagt, er bekam ein Jahr und sechs Monate Haft auf Bewährung.

Semsettin E. ist aber noch von ganz anderem Interesse: Amri soll ihm gegenüber nach dem Anschlag gesagt haben, er habe nichts damit zu tun. Eines von mindestens zwei Tat-Dementis des angeblichen Attentäters, die in Widerspruch zu seiner angeblichen Tatbekennerschaft stehen. Die Frage der Tat-Dementis ist nicht aufgeklärt, die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen dazu eingestellt.

Walid S., ein in Berlin geborener Deutsch-Iraker, der am Tattag zusammen mit Amri und Bilal M. in der Stadt unterwegs war, wurde 2021 wegen einer ganzen Reihe von Gewaltdelikten (Bedrohungen mit einem Messer, Schläge gegen Personen und ein Auto) zu fünf Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.

Magomed-Ali Chamagov, einst aktiv in der Fussilet-Moschee, wurde 2020 wegen Vorbereitung eines islamistisch motivierten Sprengstoffanschlags zu fünf Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Sprengstoff wurde aber nie bei ihm gefunden. Parallel nahm er am staatlichen Deradikalisierungsprogramm für Islamisten teil. Wo er einsitzt, erfährt man nicht. Ob er noch in Haft ist, lässt sich nicht überprüfen.

Von 2018 bis 2019 lief vor dem Kammergericht Berlin der Prozess gegen den in Berlin geborenen Deutsch-Marokkaner Soufiane Amri, gegen Emrah C. und gegen Resul K., allesamt Aktivisten der früheren Fussilet-Moschee. Das Verfahren gegen den in Berlin geborenen Feysel H. wurde abgetrennt und eingestellt, weil H. in die Psychiatrie eingeliefert wurde. Amri, C. und K. wurden zu Haftstrafen zwischen drei Jahren und drei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Aber nicht wegen des Anschlags vom Breitscheidplatz, sondern weil sie versucht haben sollen, ins Kriegs- und Herrschaftsgebiet des IS zu gelangen. Italienische Terrorermittler bringen allerdings vor allem Soufiane Amri und Emrah C. mit der Tat in Verbindung. C. war außerdem mutmaßlich eine V-Person der Polizei.

Bis auf Chamagov, der 2011 nach Deutschland kam, sind die Genannten alle deutsche Staatsbürger. Die Mehrzahl von ihnen ist sogar in Berlin geboren und aufgewachsen. Von ihnen ist im Zusammenhang mit dem Anschlag aber so gut wie nicht die Rede. Im Gegensatz zu den eingereisten Tunesiern namens Anis Amri, Bilel Ben Ammar, Sabou Saidani, Khalid Abdeldaim oder Habib Selim. Amri gilt als der Täter, die anderen nur als sein persönliches Umfeld. Amri wurde vier Tage nach dem Anschlag in Italien getötet, die anderen wurden alle abgeschoben.

Ein deutscher Anschlag, der nicht mit der Massenflucht 2015 zu tun hat?

Wenn das potentielle Terrorpersonal aber nicht unwesentlich aus Einheimischen besteht, war der nominell „islamistische“ Anschlag dann nicht eher ein „deutscher“ Anschlag? Wäre er ohne Mithilfe von Berlinern überhaupt möglich gewesen? War sogar der Fahrer vielleicht ein Berliner?

Hinzu kommt die Rolle der „deutschen“ Sicherheitsbehörden, die mindestens in die Vertuschung der Tathintergründe verwickelt sind, möglicherweise aber sogar in den Tatkomplex. Vom Landeskriminalamt Berlin, über das Bundeskriminalamt, das Bundesamt für Verfassungsschutz und wieder zurück zum Verfassungsschutz von Berlin und die Generalstaatsanwaltschaft von Berlin. Auch sie stehen dafür, dass man von einem „deutschen Anschlag“ sprechen kann.

Diese Erkenntnis hat Relevanz, weil sie mithilft, Tatmotivation und Hintergründe tatsächlich herauszufinden. Und sie steht der populistischen Darstellung entgegen, die Fluchtbewegung von 2015 sei die Ursache für die Toten vom Breitscheidplatz.

Von interessierter politischer, sicherheitspolitischer, aber auch medialer Seite wird der Anschlag immer wieder mit den Fluchtbewegungen und den generell offenen deutschen Grenzen in Verbindung gebracht. Unverändert werden Forderungen nach Schließung dieser Grenzen daran geknüpft, nach verstärkten Abschiebungen, nach Asylprüfungen an den Grenzen außerhalb Deutschlands und Europas, nach Kriminalisierung der Seenotrettung und so weiter. Sicherheit soll gegen Menschlichkeit, sprich: Schutz für Verfolgte, ausgespielt werden. Dazu braucht es die angebliche Gefahr eingereister dschihadistischer Terroristen.

Die Erkenntnis, dass der Anschlag ein deutscher Anschlag war, also von innen kam, steht dem entgegen. Man könnte aber noch auf den Gedanken kommen, dass mit dem verdeckten konspirativen deutschen Anschlag eben genau diese angebliche fremde Gefahr von außen beschworen werden sollte. Dann hätten wir einen Anschlag hinter dem Anschlag.

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18 Kommentare

    1. -„islamistische“ Anschlag dann nicht eher ein „deutscher“ Anschlag?-
      oh, oh, wenn ich meinem Mathematiklehrer im Logiklehrgang mit solchen Beweisführungen gekommen wäre…..

  1. „In jedem Paket,auf dem „Terror“steht,ist immer Geheimdienst drin!“ Und den Rest besorgen die Medien,die auch den größten Unsinn ,der von den „Diensten“kommt,als Wahrheit verkaufen.

  2. Sicher wurde diese Frage auch schon gestellt und diskutiert:

    Welche „Botschaft“ soll denn mit diesem angeblich Islam-terroristischen Anschlag überhaupt verbreitet werden?

    Wenn man die Folgen des Anschlags betrachtet, die ja vorhersehbar waren, dann muss man sich doch fragen, was der Anschlag dem/den Tätern/Auftraggebern gebracht haben soll? Cui bono? Wem nutzt denn das Ganze? Perverser Weise zuallererst den Sicherheitskräften, insbesondere Geheimdiensten und deren Stellenwert, Bedeutung, Ausstattung, Finanzierung.

    Ein demokratischer Staat mit einem Prinzipien-bedingt unkontrollierbaren Inlandsgeheimdienst ist kein demokratischer Staat, kann es nicht sein …

  3. Wieder einmal gebührt Thomas Moser Dank für seine Arbeit. Dabei finde ich es schon erstaunlich, was er alles herausfindet, obwohl doch sicherlich einflussreiche Leute das verhindern wollen.

    Etwas dazu sagen mag man gar nicht mehr, es steht ja alles schon da. Der Zorn wird halt stärker, wenn man so etwas liest.

    Über eine Sache bin ich dann aber doch noch verwundert gestolpert:

    Zusammen mit zwei Brüdern mietete Abed W. von Dezember 2015 bis Dezember 2016 zwei Wohnungen unmittelbar am Breitscheidplatz an. Sie wurden nach dem Anschlag wieder geräumt und abgemeldet.

    Diese Typen konnten also genau so, wie sie es brauchten, mal kurz zwei Wohnungen passend anmieten?!? Mitten in Berlin, wo dort doch allenthalben dramatische Wohnungsknappheit herrscht?

    Daraus schließe ich Folgendes: Sollte ich jemals in einem deutschen Ballungszentrum mit seiner hierzulande typischen Wohnungsnot ein Dach über dem Kopf benötigen, dann wende ich mich vertrauensvoll an den nächsten Bundes- oder Landesschlapphut und erzähle dem, ich würde einen schicken Anschlag planen, den man den Zugereisten in die Schuhe schieben kann. Dafür bräuchte ich halt ’ne Wohnung in der Innenstadt. Dann ist das mit ’ner passenden Bude wohl kein Problem mehr.

    1. Das ist zumindest eine Frage, die sich stellt. Nur muss man nicht zwingend die Hilfe der „Dienste“ vermuten. Angesichts des Verdachtes einer engen Bindung an die Berliner Szene der islamischen Fschisten, kann man auch dort die Unterstützung vermuten, die sehr wahrscheinlich notwendig war.
      Jedenfalls wäre der Versuch zu ermitteln, wer diese Wohnungen besitzt, verwaltet und vermittelt, wirklich naheliegend. Auch wen das nicht leicht sein würde.

  4. „Die Erkenntnis, dass der Anschlag ein deutscher Anschlag war, also von innen kam, steht dem entgegen. Man könnte aber noch auf den Gedanken kommen, dass mit dem verdeckten konspirativen deutschen Anschlag eben genau diese angebliche fremde Gefahr von außen beschworen werden sollte.“

    Das ist schon starker Tobak! Was ist ein „deutscher Anschlag“? Und wer sollte ein Interesse daran haben, eine „fremde Gefahr vom außen zu beschwören?“ An der praktizierten Einwanderungspolitik der deutschen Regierungen hat sich in den letzten Jahren ja faktisch nichts verändert. Hier wandern weiterhin jährlich Hunderttausende über sichere EU-Ländern kommend ein, die sich ihres Passes entledigt haben. Niemand kann wissen, ob darunter nicht auch eingeschleuste Terroristen sind. Das werden natürlich nur ganz Wenige sein. Aber das unsere weltweit einmalige Einwanderungspolitik auch von Terroristen missbraucht wird dürfte jedem klar sein, der nicht bei Pro-Asyl beschäftigt ist und noch halbwegs klar denken kann. Die Spekulationen des Autors sind daher auch nur Nebelkerzen, ähnlich wie die, die die verschiedenen Regierungen zu diesem Thema gerne zünden.

  5. Ich schließe mich @ umbhaki an und möchte zunächst @ Thomas Moser ein großes Dankeschön aussprechen: Danke für Ihr unermüdliches Dranbleiben am NSU- und Amri-Komplex sowie Ihre faire und informative Berichterstattung über die Proteste gegen die Pandemiemaßnahmen.

    Und diesen Satz von Ihnen sollte man wirklich aufheben und einrahmen:

    Die Gefahr ging weniger von unbekannten Tätern aus, sondern eher von deutschen Sicherheitsorganen, deren Verwicklung in den Tatkomplex nicht wegzureden ist.

    Das einzige, was man streichen könnte, ist das Wörtchen „deutschen“ denn das Phänomen ist wirklich ubiquitär. Ob Amri, NSU, Nord Stream, 9/11, 10/7, Bataclan, Ustica und Bologna 1980, Aldo Morro, Bommeleeër Affär (und der ganze Rest von Staybehind / Gladio)… sucht’s euch was aus, man wird immer fündig. Man stößt immer wieder auf dieselben Muster, immer wieder auf die (mehr oder weniger) unsichtbare Hand staatlicher Sicherheitsorgane. Strategie der Spannung – damals wie heute. Erzeugung von Angst, divide et impera – damals wie heute. Forderungen nach Überwachung und Aufrüstung – damals wie heute. Beim ach so „liberalen“ Gerhard Baum war es noch die „Rasterfahndung“ – heute sind es Iris-Scans für jeden, Bargeldobergrenzen (gegen Terrorfinanzierung!!1!), Chatkontrolle und Co. KG.

    Und die Masse schlurft natürlich mit – in einer zerrütteten, entsicherten und zunehmend frei drehenden Gesellschaft will man ja zumindest in puncto körperliche Unversehrheit noch ein Stück weit „sicher“ und „geschützt“ sein. Also Maske auf und Fresse halten, impfen gehen, dann ab zum Irisscan und hübsch rausgerückt mit den Daten für das social credit system…

    Von interessierter politischer, sicherheitspolitischer, aber auch medialer Seite wird der Anschlag immer wieder mit den Fluchtbewegungen und den generell offenen deutschen Grenzen in Verbindung gebracht. Unverändert werden Forderungen nach Schließung dieser Grenzen daran geknüpft

    Tja, was nützt es die Zugbrücken hochzuziehen, wenn die Assassinen längst in der Burg hocken? Wenn sie aus den Reihen der eigenen Rittersleut stammen und nicht aus denen der eingereisten Dörfler (beziehungsweise sich nur deren bedienen)? Was, wenn sich hinter dem Visier des gefürchteten schwarzen Ritters nicht ein finsterer Fremder, sondern der eigene Fürst höchstselbst verbirgt?

    Ich bleibe dabei: das ganze Grenzregime mit Daten, Drohnen, Disziplin dient nur als Testfeld für die Aufstandsbekämpfung und Bevölkerungskontrolle im Innern. Die ganzen Forderungen nach Abschiebung und Sicherheitsmaßnahmen sind Ablenkung und Spektakel. Zirkus. Ritterspiele für die Burgbewohner. Für die man eben irgendwelche Gladiatoren durch die Arena schleift – in der Regel die gut integrierten, der schlecht integrierten wird man ja mysteriöserweise nie habhaft…

    Nein – wenn man wirklich Zwangsmigration und Terrorismus bekämpfen wollte, müsste man an deren wirkliche Ursachen ran. Nur: da beißt sich die Katze eben in den Schwanz, denn ursächlich sind ja das System und seine Paladine höchstselbst…

  6. – Die Erkenntnis, dass der Anschlag ein deutscher Anschlag war –
    Oder wir gelangen zu der Erkenntnis das die Vergabe der deutschen Staatsbürgerschaft nicht hinreichend geprüft wird. Ein Verdacht der mich öffters mal beschleicht, z.B. wenn die deutschen Täter urdeutsche Vornamen tragen wie sie im obigen Artikel eben auch auftauchen.

  7. In die Aufzählung der „Terrorakte“ gehört wahrscheinlich auch der
    Corona Wahnsinn. Das war eigentlich die Krönung aller bisherigen Terrorakte.
    Die Forderungen nach Überwachung und Kontrolle wurde in den Coronajahren
    in die Praxis umgesetzt und wird auch weiter betrieben. Immerhin werden noch
    heute Strafen verteilt, die auf Gegenwehr gegen den Corona Schwachsinn beruhen.
    Aber viele wollen eine Bedrohung gar nicht wahr haben. Im Supermarkt beobachte
    ich es mit aufgestelltem Nackenhaar, wie unbekümmert die Leute mit Karte und
    neuerdings auch mit Smartphone App bezahlen. Ich warte immer auf einen Strom-
    oder Netzausfall in größerer Dimension, wie letztens in Schweden, und das die
    menschlichen KIˋs dann tagelang nichts in den Magen bekommen. Leider kann
    ich dann auch mit Bargeld nichts mehr werden, da die Kassen nicht mehr aufgehen.

  8. Ein paar Ergänzungen von mir: ewig gerätselt wurde über diesen gelben Bus, sogar ein Buch mit diesem Titel ist erschienen. Aber leider wird er durchweg fehlinterpretiert. Er stand da etwa eine halbe Stunde vor dem Anschlag und er sollte schlichtweg den Verkehr umleiten, sodass die spätere Unglücksstelle nur im Vorbeifahren gesehen wurde. Da wusste also jemand, dass da etwas passieren würde, beziehungsweise, dass da gewerkelt wurde. Eine Privatperson kann nicht erwirken, dass da ein Bus steht. Das muss schon eine Behörde sein.
    Dann fällt auf, dass die Fahndung erst zwei Tage nach dem Anschlag ausgerufen wurde. Wozu ich geschrieben hatte:

    https://www.telepolis.de/forum/Telepolis/Kommentare/Darf-man-den-Pegida-Hetzer-Bachmann-im-Bundestag-als-Zeugen-vernehmen/Wirklich-ueberraschen/posting-35599815/show/

    Nun muss man sich diese Amri-Geschichte mal komplett anschauen: der Islamische Staat hatte zwei Rekrutierungszentren in Deutschland, das war Abu Walaa in Hildesheim und eben Fussilet in Berlin. Amri war bei Abu Walaa und wäre sicher verhaftet worden, wenn er nicht ganz kurz vorher vom BKA nach Berlin gefahren worden wäre. Sieht das nicht so aus, als ob er die entscheidenden Hinweise zur Verhaftung Walaas gegeben hat? Dann sollte er offensichtlich dasselbe in Berlin tun. Eben drum war er auch eins der Hauptthemen im GTAZ, Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum des Bundes und der Länder. Dort verschwindet er im September 2016 spurlos, außerdem wird gleichzeitig seine Telefonüberwachung eingestellt. Hierfür gibt es nur eine Erklärung: der Job war gefährlich und er kam ums Leben. Und da kam jemand auf die Idee, hieraus eine Geschichte zu basteln, die niemals aufgelöst werden kann, weil der Protagonist nicht mehr lebt.

    Und warum wurde die Geschichte gebastelt? Nichts einfacher als das. Das, was herauskam, war das Ziel. Ein massiver Rechtsruck der deutschen Bevölkerung.

    Das Positive: seit Maaßen weg ist, sind solche Mätzchen aus der Mode gekommen.

  9. In den letzten Tagen wurde mal wieder über den transparenten digital Subjekt Mensch geschrieben, wie alles über das WWW kontrolliert/analysiert und oder ausgehorcht wird.
    Die Superteuren Staatsorgane Geheimdienst/Militär und Polizei tappen im dunkeln.
    Ist schon witzig wie sich öffentlich zugängliche Narrative zwischen können oder nicht können ergeifern und das obwohl alle fünf Augen physisch allseits am Ventil der Information hängen.
    In Deutschland geschieht nichts ohne Wissen, die Altkanzlerin sagte: „das geht mal gar nicht unter ‚Freunden'“

  10. Da gab es doch noch die Sache mit dem „gelben Bus“.
    Einen Tag lang stand der am Tatort, nirgendwo findet sich eine Bemerkung dazu, keiner wollte was wissen.
    Der Historiker Elias Davidsson hat dazu kurz vor seinem Td ein Buch geschrieben:
    Der gelbe Bus: Was geschah wirklich am Breitscheidplatz in Berlin?
    Der gelbe Bus selbst ist nur ein markanter Baustein in einem Mosaik von Mysteriösem. Warum blieb er bis zum folgenden Morgen vor Ort? War es tatsächlich ein Linienbus auf normaler Route? Wer waren seine Insassen bei der Ankunft am Breitscheidplatz?

  11. Ab 20 Uhr ist es Dunkel in Deutschland

    Am Besten finde ich die Geschichte mit beiden Zeugen die den Anschlag aus ihren Bürofenster gesehen haben und auch noch den Täter verfolgt haben!

  12. Danke Thomas Moser für deine tolle Arbeit. Es ist für uns Opfer und Angehörigen schwer zu ertragen, wie man mit uns umgeht. Die Wahrheit bleibt man uns schuldig. lieber Vertuscht man weiter und lügt uns an. Ich selber habe den Anschlag miterlebt und wurde verletzt und trotzdem haben ich versucht zu helfen. Herr Moser und ich haben viele Stunden im Untersuchungsausschuss gesessen und mussten uns viel Mist anhören. Die Frage bleibt WARUM???? Ich werde weiter mit Herrn Moser an der Wahrheit arbeiten.

  13. Wo sind denn die Aufzeichnungen des Digitaltachos und der Fahrerkarte? Der Unternehmer hat berichtet, der Motor der Zugmaschine habe gegen 16:00 gelaufen, ohne dass der Zug bewegt wurde. Das kann er nur wissen, wenn die Maschine vom Hersteller via Telematik permanent überwacht wird (gibt es bei Scania). Warum ist der Täter nicht um 16:00 losgefahren? Das Auto hat ein automatisch-mechanisches Getriebe ohne Kupplungspedal und ohne Schalthebel (Opti cruise). Vorwärts- und Rückwärtsfahrt werden an dem Lenkstockhebel rechts an der Lenksäule eingestellt. Gab es da Fingerabdrücke? Musste ein zweiter Fahrer antreten, um den Zug zu bewegen?
    Der Sattelanhänger stammt von Schwarzmüller. Die verbauen elektronisch geregelte Bremssysteme von Wabco. In dem TEBS E ist ein Betriebsdatenrekorder integriert. Praktisch der Tacho des Anhängers. Wurde der ausgelesen? z.B. wegen der Frage, wie die Stoppbremsung des Zuges eingeleitet wurde. Wo sind die Daten? Entweder waren bei der Ermittlung Pfuscher am Werk oder der Laptop mit den Sachen ist, wie kürzlich in Hamburg, plötzlich verschwunden.

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