
Musks obszöner Meilenstein führt zu Forderungen nach einer aggressiven Vermögenssteuer.
Elon Musks Nettovermögen stieg am Freitag auf über 1 Billion Dollar, als SpaceX – das von ihm gegründete und kontrollierte Raketenunternehmen – sein Debüt an der Börse feierte, was weltweit Empörung auslöste und Forderungen nach einer aggressiven Vermögenssteuer laut werden ließ, um die außer Kontrolle geratene Ungleichheit einzudämmen.
„Musk wurde zum weltweit ersten Billionär, weil unser Steuersystem das Vermögen der Superreichen vor der Besteuerung schützt, während arbeitende Menschen auf jeden Lohn Steuern zahlen müssen“, sagte Igor Volsky, Leiter der Kampagne „Tax the Greedy Billionaires“. „Der heutige Meilenstein sollte uns allen als Weckruf dienen.“
„Sofern wir nicht vorhaben, die Kontrolle und Entscheidungsgewalt über unsere Zukunft an eine Handvoll ultrareicher Einzelpersonen abzugeben, müssen die Gesetzgeber eine mutige Steuerpolitik verfolgen, die dieser Situation tatsächlich gerecht wird – nicht nur, um die Anhäufung extremen Reichtums zu verlangsamen, sondern um sie umzukehren“, fügte Volsky hinzu. „Das bedeutet, Steuern auf das Vermögen von Milliardären zu erheben, die ehrgeizig genug sind, um die Superreichen weniger reich zu machen, ihren Würgegriff auf unsere Wirtschaft und Demokratie zu lockern und das Ideal wiederherzustellen, dass sich in Amerika niemand den Weg zu uneingeschränkter Macht erkaufen kann.“
Reuters berichtete am Freitag, dass „der Großteil von Musks Vermögen mittlerweile bei SpaceX liegt, wo er Anteile im Wert von rund 866 Milliarden Dollar hält.“ Reuters weiter: „Zusammen mit Tesla und seinen übrigen Beteiligungen wird sein Nettovermögen 1,1 Billionen Dollar übersteigen, wenn die Aktie am Freitag in den Handel geht. Die Berechnung umfasst auch Aktienkomponenten, die erst im Laufe der Zeit zum Tragen kommen.“
Zwar könnte Musks Papiervermögen unter die Billionen-Dollar-Marke fallen, sollte der Aktienkurs von SpaceX unter 135 Dollar pro Aktie sinken – was sehr gut möglich ist, da Experten die Bewertung des Unternehmens für absurd halten –, doch Aktivisten erklärten am Freitag, dieser Meilenstein sei das erschreckende Produkt einer Gesellschaft, die es den Superreichen erlaubt habe, die Politik zu diktieren und immensen Reichtum an die alleroberste Spitze zu leiten, während Millionen Menschen weltweit Hunger, gewaltsamer Vertreibung und vermeidbaren Krankheiten ausgesetzt sind. Oxfam schätzt, dass bereits eine Steuer von 10 % auf Musks Vermögen 800 Millionen Menschen über die extreme Armutsgrenze heben könnte.
„86 % der Amerikaner machen sich Sorgen um die Lebensmittelpreise. Elon Musk ist Billionär. Diese beiden Dinge sind tiefgreifend und untrennbar miteinander verbunden“, sagte Erica Payne, Gründerin und Präsidentin der Interessenvertretung Patriotic Millionaires. „Das Ausmaß des Reichtums, das Herr Musk erreicht hat, setzt die Ausbeutung von Menschen, Lohndiebstahl, Lohndrückung, wettbewerbsfeindliche Märkte, monopolistische Kontrolle, Preisabsprachen, unzureichende Steuersysteme und Korruption voraus. Vor allem unzureichende Steuersysteme und Korruption.“
Musks Unternehmen, darunter SpaceX, haben sich stark auf staatliche Aufträge, Subventionen und Forschungsgelder gestützt und massiv davon profitiert, während sie nur minimale Steuern gezahlt haben.
Die New York Times berichtete im vergangenen Jahr, dass SpaceX „seit seiner Gründung im Jahr 2002 höchstwahrscheinlich kaum oder gar keine Bundessteuern gezahlt hat und Investoren gegenüber privat geäußert hat, dass es laut internen Unternehmensdokumenten möglicherweise nie welche zahlen muss.“ Was Tesla betrifft, so stellte das Institute on Taxation and Economic Policy Anfang dieses Jahres fest, dass das Unternehmen „in den letzten drei Jahren fast die gesamte Bundessteuer auf über 12 Milliarden US-Dollar an Einkünften in den USA vermieden hat.“
Musk, dessen immenses Vermögen größtenteils aus Kursgewinnen besteht, die in den USA erst bei Verkauf der Aktien besteuert werden, zahlte laut ProPublica im Jahr 2018 keine Bundessteuern. „Zwischen 2014 und 2018 lag sein effektiver Steuersatz bei 3,27 %“, stellte die investigative Nachrichtenagentur fest.
Die Autorin Elizabeth Spiers schrieb am Freitag, dass „Billionäre nicht existieren sollten“, und merkte in einer Kolumne für The Nation an, dass „Musk, während sich sein Vermögen vervielfacht, weiterhin auf Kosten der Öffentlichkeit prosperiert“. Spiers: „Musks Anhäufung von Reichtum in kosmischem Ausmaß ist besonders abscheulich, wenn man sie vor dem Hintergrund des Schadens betrachtet, den er angerichtet hat. Es ist schwer, das Ausmaß der Zerstörung und Entbehrung zu beziffern, für die er persönlich niemals zur Rechenschaft gezogen werden wird. Wie bewertet man das Leben der hunderttausenden Menschen, die gestorben sind, seit Musk, wie er selbst sagte, [USAID] freudig ‚in den Holzhäcksler gesteckt‘ hat? Wie bewertet man das Leben der Menschen, die sterben werden, weil DOGE die Mittel für wichtige biomedizinische Forschung gekürzt hat?“
„Musk hat sich durch eine manipulierte Investitionswirtschaft bereichert, die sicherstellt, dass diejenigen, die am meisten haben, am wenigsten beitragen – oder in vielen Fällen gar nichts“, fügte Spiers hinzu.
Der in Common Dreams im englischen Original erschienene Artikel wurde unter der Lizenz CC BY-NC-ND-3.0 veröffentlicht.


Es sollte nicht einen einzigen Millionär geben solange auch nur ein Mensch von HartzIV oder weniger leben muss.
Keine Herren
Keine Sklaven
„Es sollte nicht einen einzigen Millionär geben solange auch nur ein Mensch von HartzIV oder weniger leben muss.“
Hallo @monotoner,
deutsche Hartzler sind die grössten Gegner der Wiedereinführung der Vermögenssteuer, weil sie sich als künftige Millionäre -aktuell in Warteposition- betrachten und ihre Interessenvetreter aus dem Einheitsparteikartell CDUSPDGrüneAfDLinkeFDP klug vorausschauend wählen, damit ihre künftige Vermögen steuerlich nicht belastet werden.
Deutsche Hartzler gibt es sehr wenige, nur noch ca. 300 000, die mehr als 3 Stunden pro Tag erwerbsfähig sind. Ich kenne einen Hartzler, der als Gebäudereiniger arbeitete und während seiner Reinigungstätigkeit auch schon mal probeweise auf dem Kanzlerstuhl platznahm. Die meisten Hartzler sind wirklich gegen eine Vermögenssteuer, aber für eine gerechtere Einkommenssteuer.
Was ist „gerechte Einkommenssteuer“? Was ist „ungerechte Einkommenssteuer“? Und was ist überhaupt „Gerechtigkeiit“? Das sind die gleichen Sprüche wie „Faire Löhne für gute Arbeit“. Auch da: Was ist „gute Arbeit“ und wann ist der Lohn „fair“ und wann nicht…?
„Musk, dessen immenses Vermögen größtenteils aus Kursgewinnen besteht, die in den USA erst bei Verkauf der Aktien besteuert werden“, was ist denn daran falsch? Solange Aktien nicht verkauft werden, sind die Kursgewinne virtuell ! Das weiß doch jeder. Erst beim Verkauf entsteht reales Vermögen, auf das man Steuern erheben kann.
@Torwächter
Wie üblich wieder einer deiner überaus intelligenten Kommentare. Deine Steuern, die in die Ukraine fliessen, sind natürlich auch völlig normal und all‘ die gespendeten Kriegswaffen, die sich bei Drogen-Razien in Spanien wiederfinden, sicherlich auch!
Naja, seit einiger Zeit werden in Deutschland tatsächlich auch fiktive, nicht realisierte Gewinne besteuert. Betrifft vor allem thesaurierende ETFs, kann aber in bestimmten Fällen auch bei nicht thesaurierende Anlageformen greifen, Stichwort: Vorabpauschale. Unser Staat nimmt, wo er kann.
Eine übliche linksliberale Kritik. Das Übel wird an einzelne Personen festgemacht, die sich unmoralisch oder egoistisch verhalten. Der Staat müsste diese unmoralischen Personen nur ordentlich besteuern, dann wäre das Problem gelöst. Das mag ja sogar stimmen. Aber ob der liberale Staat überhaupt die Fähigkeit dazu hat, diese Frage wird unbedingt nicht gestellt. Denn das würde ja am liberalen Selbstverständnis kratzen. Lieber macht man sich etwas vor und belügt sich selbst (und die Gesellschaft). Das schreibt die System-Konformität vor, denn ein Regime-Wechsel wäre das größte anzunehmende Übel. Also lässt man das große Geld weiterhin die Welt regieren.
Das wird allerhöchste Eisenbahn, das man die weiten Mägen dieser sogenannten „Superreichen“ endlich auspumpt!
Auch Milliardäre oder dreistellige Millionäre sollte es nicht geben!
Der Kapitalismus an sich impliziert doch, das der Mensch sich der Wirtschaft unterzuordnen hat und zur Verfügungsmasse des Kapitals degradiert wird!
Wir müssen dahin, dass die „Wirtschaft“ den Menschen zu dienen hat und das Leben der Menschen verbessert und nicht umgekehrt, wie es der Fall ist.
Solch große Vermögen gehören m.E. nicht nur besteuert, sondern gänzlich enteignet!
Solange die Situation ist, wie sie ist, brauchen wir von Menschrechten und Bekämpfung des Hungers überhaupt nicht anzufangen, das ist derzeit nur substanzloses Bla,bla!
Die ungerechte Einkommensverteilung kann beseitigt werden, wenn sozialkonservative Regierungen gebildet werden. In Deutschland eine Regierung aus AfD und DieBasis. Bitte klicke auf „Oneironaut“.
Das Problem ist, dass ein einzelner Mensch (oder eine sehr kleine Clique) über die Zukunftsinvestitionen der Menschheit bestimmt. Kriterium ist dabei nicht das Interesse und die Bedürfnisse der Mehrheit der Menschen, sondern allein die Spekulation auf Vermehrung des eingesetzten Kapitals.
Die Superreichen mögen sich damit eine Flucht in den Weltraum organisieren wollen, nachdem sie die Erde unbewohnbar gemacht haben.
Hier befindet sich der Kapitalismus grundsätzlich auf Abwegen, das hat mit Fortschritt oder Entwicklung der Produktivkräfte zum Wohle der Menschheit nichts mehr zu tun.
Diese ganzen größenwahnsinnigen und durchwegs kriminell-skrupellosen Superreichen sind Symptom eines völlig kranken Systems.
Solange sich die Diskussion darüber erschöpft, ob diese Individuen hoch besteuert werden sollten, ohne das dahinterliegende System ändern zu wollen, wird es keine Verbesserung geben können.