Auf den Spuren des Irrsinns

Roderich Kiesewetter. Bild: Leonhard Lenz/CC0

Kiesewetter und sein Feldzug gegen Russland.

 

  „Um die Wahrheit zu sagen: … wenn Putin eskaliert – und dazu hat er jetzt die Chance – was bleibt dann von Europa? Nicht viel.“ –  Gabrielius Landsbergis, Litauens Ex-Außenminister1

1. Regiert uns „eine Horde Irrsinniger“?

Wenn man manche Publikationen liest, so sähe es aus, als wäre die Zeit stehen geblieben, der Zweite Weltkrieg gerademal vor ein paar Jahren zu Ende gegangen und als befänden wir uns immer noch inmitten des „Kalten Krieges“. Geschichtsvergessen, wie sie sind, beschwören sie die russische Bedrohung, vor der wir uns schützen müssen.

„Zwei katastrophal verlorene Weltkriege hat Deutschland hinter sich“, schrieb Helmut Wolfgang Kahn in seinem trotzigen Buch „Die Russen kommen nicht“ vor siebensundfünfzig Jahren 1969. „Es verlor sie, weil seine Machthaber die Realitäten nicht anerkennen wollten. In den ersten schlitterten die ehrenwerten Herren des Wilhelminischen Reiches mit Kriegszielen, die jeden Wirklichkeitssinn vermissen ließen. Danach wollte man die Niederlage nicht wahrhaben. Die Nazis machten sich daran, die entstandenen Realitäten gewaltsam zu verändern, unterschätzten wieder Deutschlands Umwelt und verloren den zweiten.“2

Und heute? Heute muten uns manche Volksvertreter mit ihren „geistreichen“ Ideen und Ideologemen einiges zu und man fragt sich verwundert, ob sie wie „die ehrenwerten Herren des Wilhelminischen Reiches“ ebenfalls „jeden Wirklichkeitssinn vermissen“ lassen.

Neulich veröffentlichte der CDU-Bundestagabgeordnete, Roderich Kiesewetter, der seit dem Kriegsausbruch in der Ukraine zur zweifelhaften Berühmtheit geworden ist, zusammen mit seiner Coautorin, Susann Worschech, einen am 11. Mai 2026 im Focus erschienenen Gastbeitrag, der es in sich hat.

Allein der Titel dieser Kampf- und Schmähschrift „Europa muss auf die Kapitulation Russlands hinarbeiten“ spricht Bände und man fragt sich mit Max Weber irritiert: Regiert uns „eine Horde Irrsinniger“?

Als Folge der „Agitation der konservativen und alldeutschen Kreise für den verschärften U-Bootkrieg“ und in Sorge um den Kriegseintritt der USA schrieb Max Weber in der ersten Märzhälfte 1916 in einem den Parteiführern, Abgeordneten und dem Auswärtigen Amt zugestellten Brief über die deutsche Führung verzweifelt: „Inzwischen ist die Gefahr mit Amerika auf dem Höhepunkt. Und mir ist, als ob eine Horde Irrsinniger uns regierte.“3

Regiert uns wieder „eine Horde Irrsinniger“? Man hat den Eindruck, als ob die Autoren im falschen Jahrhundert lebten. Mit Verweis auf das Ende des Zweiten Weltkriegs ziehen sie eine unzulässige Parallele zwischen Nazideutschland und Russland und fordern Europa dazu auf, „auf die bedingungslose Kapitulation“ und „auf die ‚Stunde Null‘ Russlands hinzuarbeiten“. „Es wäre eine Kapitulation Europas, unserer gemeinsamen Freiheit und Demokratie“, „würden in Europa Grenzen durch Gewalt verschoben und das Recht des Stärkeren etabliert“. Die „russische Einflusszone würde sich (dann) ausbreiten“ und „die Nato wäre am Ende“, empörten sich Kiesewetter und seine Coautorin.

Offenbar lebte der Abgeordnete Kiesewetter in den vergangenen dreißig Jahren auf dem Mond und nicht auf dem Planet Erde und weiß nicht, dass Europa unter Führung des US-Hegemonen schon längst die „Grenzen durch Gewalt verschoben“ und „das Recht des Stärkeren etabliert“ hat.

Bereits mit dem Kosovo-Krieg 1999 etablierten die USA auch mit tatkräftiger Unterstützung Deutschlands eine Interventionspraxis unter Umgehung des UN-Rechts und machten die vom Völkerrecht geächteten Angriffskriege wieder salonfähig.

Mit dem Kosovo-Krieg wurde die UN-Nachkriegsordnung endgültig zu Grabe getragen, indem das höchste Prinzip der UN-Charta, die kollektive Friedenssicherung, de facto auf die „Friedensschaffung“ durch die von den USA dominierte unipolare Weltordnung überging. Es war nur folgerichtig vom Vorsitzenden des Beratungsausschusses beim US-Verteidigungsministerium, Richard Perle, 2002 seine „tiefe Besorgnis“ darüber zu erklären, dass den Vereinten Nationen das Recht zugesprochen werde, über Krieg und Frieden zu entscheiden, wo doch diese Berechtigung mit größerer Legitimation der Nato als der Gemeinschaft demokratischer Staaten zustünde (International Harald Tribune, 28.11.2002, S. 4).

Die Folgen dieser Transformation des Systems der kollektiven Friedenssicherung der UN-Charta in das System der US-amerikanischen „Friedensschaffung“ sind zahlreiche militärische US-Interventionen mit tatkräftiger Unterstützung der Nato-Staaten in Afghanistan, Irak, Libyen, Somalia, Syrien, Jemen und nicht zuletzt ein fortwährender Drohnenkrieg überall und zu jeder Zeit in den vergangenen dreißig Jahren.

Die Opferzahlen der US-Interventionen und Invasionen nach dem 11. September 2001 wurden zwar offiziell weder erfasst noch veröffentlicht. Manche Untersuchungen beziffern sie aber auf mehrere Millionen.

Lässt man die vergangenen zweiundzwanzig Jahre (1999-2021) Revue passieren, so dürfen auch die Kriegsverbrechen der Nato-Staaten unter Führung des US-Hegemonen nicht unerwähnt bleiben: Allein im Irak wird die Opferzahl auf „etwa 2,4 Millionen Menschen“4 geschätzt. In Afghanistan „liegt die Zahl der seit 2001 auf beiden Seiten getöteten Afghanen bei etwa 875.000, minimal 640.000 und maximal 1,4 Millionen“ (ebd., 141). In Kombination mit Pakistan schätzt Nicolas J. S. Davies die Opferzahlen „bis Frühjahr 2018 auf etwa 1,2 Millionen getöteter Afghanen und Pakistanis durch die US-Invasion in Afghanistan seit 2001“ (ebd., 142).

Wie brutal diese Kriegsverbrechen waren, kann man nur erahnen, verschweigen doch die westlichen Massenmedien bewusst und absichtlich die ganze Brutalität der Nato-Kriegsführung vor der eigenen Öffentlichkeit. Gelegentlich können wir diese Brutalität an den blutrünstigen Überschriften zahlreicher US-amerikanischen Zeitungsartikel ablesen und nur mutmaßen, wie grausam die „friedensschaffenden“ US-amerikanischen Interventionen und Invasionen gewesen waren:

 

  • „Bringing the Serbs to heel, a massive bombing attack opens the door to peace“ – cover of Time magazine (March 24, 1999).
  • „Bombing Iraq Isn’t Enough“. By William Kristoland Robert Kagan (The New York Times, 30, 1998).
  • „Bomb Syria, Even if It Is Illegal“. By Ian Hurd (The New York Times, 27, 2013).
  •  „To Stop Iran’s Bomb, Bomb Iran.“ By John R. Bolton (The New York Times, March 26, 2015).

 

Weiß unser verehrter Abgeordneter, Roderich Kiesewetter, nichts davon? Oder will er nichts davon wissen? Vermutlich weiß er nichts davon, sonst wäre er mit seinen Hasstiraden gegen Russland etwas vorsichtiger:

„Russland ist ein Terrorstaat, der von seinem imperialen Vernichtungswillen auch dann nicht ablässt, wenn er wirtschaftlich schwächelt. Es scheint unmöglich, dass dieses imperiale und in weiten Teilen totalitäre Russland zu einem Frieden bereit ist. Doch gibt es auch für Russland einen Weg zurück in eine zivilisierte und friedliche Welt: Der Weg dahin ist der militärische Sieg der Ukraine. Dies käme einer bedingungslosen Kapitulation Russlands gleich. … Warum erklären wir die russischen Geheimdienst- und Militärorganisationen nicht zu terroristischen Vereinigungen, die sie de facto sind, vor allem in den besetzten Gebieten der Ukraine, und ‚Russki Mir‘ zu einer terroristischen Ideologie? Warum nutzen wir nicht alle ökonomischen und diplomatischen Hebel, die wir haben, um das Regime in die Knie zu zwingen? Warum machen wir so weiter wie bisher und ertragen sogar ein ‚Russisches Haus‘ im Herzen Berlins, statt diese Diktatur- und Terrorfiliale zu enteignen und zu schließen?“   Und warum müssen wir, Herr Abgeordnete Kiesewetter, Ihre kriegstreibenden und die Völkerverständigung aufwiegelnden Hasstiraden ertragen? In welcher „zivilisierten und friedlichen Welt“ wollen Sie denn Russland zurückholen? Meinen Sie damit den sog. „Westen“, der in den vergangenen dreißig Jahren Millionen unschuldige Menschen abgeschlachtet hat?

Oder dienen Ihre Ausfälle womöglich dem Zweck, die Nato-Kriegsverbrechen, welche verheerende Spuren von Verwüstung, Zerstörung und Verelendung breiter Bevölkerungsschichten in den angegriffenen Staaten und Ländern hinterlassen haben, zu verharmlosen und auszublenden?

Folgt man Kiesewetters Hasslogik, dann sollte man, um dem Vorwurf der Doppelmoral nicht ausgesetzt zu werden, auch die Nato-Allianz schleunigst zur „terroristischen Vereinigung“ erklären und verbieten. Was aber seine Forderung angeht, auf „eine bedingungslose Kapitulation Russlands“ hinzuarbeiten, so ist sie mehr als nur Irrsinn. Sie bezeugt einen „Mangel an Urteilskraft“.

Und „der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen“ (Immanuel Kant).

2. „Asien an der Elbe“?

Dass wir achtzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges solche Hetze ertragen müssen, die nicht einmal das „Russische Haus“ in Berlin verschont und es als „Diktatur- und Terrorfiliale“ verunglimpft, ist nicht nur geschichtsvergessen, sondern stachelt auch zum Hass auf.

Nazideutschland hat nicht nur sechs Millionen Juden grausam ermordet, sondern auch 27 Millionen Bürger der Sowjetunion, die im deutschen Vernichtungskrieg ihr Leben verloren haben.

Die kolossalen Zerstörungen des Sowjetstaates waren unbeschreiblich: „1.710 Städte wurden vernichtet, mehr als 70.000 Dörfer, 70.000 Kilometer des Eisenbahnnetzes, 4.100 Eisenbahnstationen, 427 Museen (von insgesamt 992), 40.000 Krankenhäuser, 43.000 Bibliotheken, 44.000 Theater, Klubs und Kulturräume, 84.000 Schulen und Forschungsinstitute; zusammen wurden 6 Millionen Gebäude verbrannt oder zerstört und 25 Millionen Menschen obdachlos“5, von Millionen Opfern ganz zu schweigen.

Davon will Kiesewetter nichts mehr wissen. Schlimmer noch: Er verschweigt die maßgebliche und ausschlaggebende Rolle des Sowjetstaates bei der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus. Nebulos schreibt er:

„Die Befreiung vom Faschismus gelang Deutschland nicht aus eigener Kraft, sondern es bedurfte der klaren, vorausschauenden und durchaus mutigen Strategie der Alliierten, um eine der Gewaltherrschaft erlegene, der faschistischen Ideologie blind folgende und ihr kulturelles und zivilisatorisches Erbe vollständig vergessende Gesellschaft wieder zu sich selbst zu führen. Churchill und anderen war bewusst, dass von Deutschland weiterhin Krieg ausgehen würde, solange das NS-Regime nicht vollständig zerschlagen würde – und dass dies vollen Einsatz erforderte.“

„Mutige Strategie der Alliierten“? Wer sind diese „Alliierten“? Ausgerechnet Churchill, dem Stalin nicht über den Weg traute und der die Sowjetunion wie die Pest hasste und die Eröffnung der zweiten Front bewusst so lange, wie es nur ging, verzögerte, erwähnt Kiesewetter und zeigt, wes Geistes Kind er ist. Und wer sind die „anderen“? Mit keinem Wort erwähnt Kiesewetters Schmähschrift die Sowjetunion – die eigentliche Bezwingerin Nazideutschlands – und betreibt damit eine Geschichtsklitterung.

Ohne die Sowjetunion wäre Deutschlands „Befreiung vom Faschismus“ undenkbar und unvorstellbar. Im Zweiten Weltkrieg besiegte und zerstörte die Rote Armee 506 deutsche Divisionen. Berücksichtigt man nicht nur Deutschland selbst, sondern auch seine Satellitenstaaten (Italien, Ungarn, Rumänien, Finnland), so erreicht die Gesamtzahl der an der sowjetisch-deutschen Front besiegten Divisionen 607–626 Einheiten.

Im Vergleich dazu vernichteten die Alliierten der Anti-Hitler-Koalition in allen anderen Kriegsschauplätzen (Westfront, Nordafrika, Italien und Pazifik) etwa 175 Divisionen. An der „Ostfront“ wurden mit anderen Worten bis zu 75 % aller Bodentruppen Nazideutschlands eliminiert, was den Beitrag der Alliierten, die etwa 175 Divisionen beträgt, deutlich übersteigt.

Ohne die Rote Armee wäre Deutschland vom Nazismus nie befreit. Das erwähnen Kiesewetter und seine Parteifreunde nicht. So hat Friedrich Merz in seiner Ansprache an die Bürger anlässlich des 8. Mai den entscheidenden Beitrag der Sowjetunion und der Roten Armee zum Sieg im Zweiten Weltkrieg nicht erwähnt.

Merz postete im sozialen Netzwerk X, dass der 8. Mai 1945 Millionen von Menschen die Befreiung gebracht habe, erwähnte aber mit keinem Wort diejenigen, die Europa vom Naziregime befreit haben.

Der Kanzler verschwieg bewusst die historische Rolle der Roten Armee, obwohl es zuallererst sowjetische Truppen waren, die Deutschland unter dem Verlust von Millionen Menschenleben befreiten.

Das scheint eine neue Geschichtspolitik der schwarz-roten Koalition zu sein, die historische Rolle der Roten Armee zu verschweigen und umso mehr eine „herausragende“ Rolle der Westalliierten zu unterstreichen.

Lieber spricht Merz vom „Kriegsverbrecher“ Putin, der uns „angreift“, als von der Befreiung Deutschlands durch die Rote Armee. „Wir nennen es hybride Kriegsführung“, sagte er in der TV-Sendung „Maischberger“ am 1. Juli 2025. „Russland greift uns heute schon an. … Wir haben Brandanschläge. Was jetzt in Kasernen in den jüngsten Tagen stattgefunden hat, die Spuren führen fast allesamt nach Russland. Deswegen müssen wir uns dagegen wehren.“6  

Es ist nicht bekannt, dass Russland uns angegriffen und unzählige deutsche Soldaten und Zivilisten umgebracht hat, wohl aber können wir davon ausgehen, dass Merz als Kriegsfinanzierer und Waffenlieferant der Ukraine dazu beigetragen hat, unzählige russische Soldaten und Zivilisten umzubringen.

Seitdem die schwarz-rote Koalition die Regierungsverantwortung übernommen hat, betreiben Merz und Co. eine Russlandpolitik, als würde es „den Tag danach“ nie mehr geben, und als hätte die längst als tot geglaubte „Stahlhelm-Fraktion“ des „Kalten Krieges“7 in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion das Zepter der Macht übernommen.

Darum ist Oskar Lafontaines Feststellung nicht ganz von der Hand zu weisen, dass nämlich „der heute noch von CDU-Politikern wie Friedrich Merz, Johann Wadephul oder Roderich Kiesewetter gepflegte Russenhass … nicht zuletzt auf Konrad Adenauer zurück(geht), der 1946 wie Patton ‚Asien an der Elbe‘ sah und ständig vor der sowjetischen Gefahr warnte.“8

„Ihr wollt Russland zur Kapitulation zwingen? Na los, zeigt mir, wie!“

   „Ein Sieg der Ukraine ist weiter möglich – doch bislang verhindert das Fehlen einer entschlossenen europäischen Strategie und der umfassenden Unterstützung der Ukraine durch Europa das effektive Zurückdrängen Russlands. Derzeit gewinnt die Ukraine militärisch jedoch einen leichten Vorteil“, behaupten der Oberst außer Dienst, Kiesewetter, und die Sozialwissenschaftlerin, Dr. Susann Worschech, die „seit rund 20 Jahren zur Ukraine, mit Schwerpunkten auf Zivilgesellschaft, Demokratisierung, Resilienz und sozialem Wandel in Mittel- und Osteuropa (forscht)“ und „kommunalpolitisch für die Grünen aktiv (ist)“.

Welcher „leichter Vorteil“ das sein soll, verraten sie allerdings nicht. Umso mehr treten sie jetzt als „Militärstrategen“ auf. Unter der Überschrift „Europa braucht ein neues strategisches Ziel“ entwickeln Kiesewetter und Worschech, „endlich ein strategisches Ziel“, das „die bedingungslose Kapitulation Russlands“ herbeiführen muss. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Und wie wollen sie diese „bedingungslose Kapitulation Russlands“, dessen Gesellschaft laut den „Militärstrategen“ und „Russlandexperten“ Kiesewetter und Worschech „sich derzeit kaum aus eigener Kraft aus Gewaltherrschaft und Ideologie lösen kann“, erreichen?

Ganz einfach! Man muss „Gewaltherrschaft und Ideologie“ beseitigen. Aber wie? Und vor allem: Was verstehen sie überhaupt darunter? Das verraten sie uns ebenfalls nicht. Warum auch? Das weiß doch jedes Kind! Oder nicht?

Mantraartig wiederholen unsere „Militärstrategen“ die gleiche Parole: „Das strategische Ziel Europas muss die bedingungslose Kapitulation Russlands sein: der vollständige Rückzug aus der Ukraine, das Ende imperialer Ambitionen und eine Abkehr von der ‚Russki-Mir‘-Ideologie.“

„Wie lässt sich diese Kapitulation erreichen?“, fragen Kiesewetter und Worschech und schlagen zwei Strategien vor:

  • Die erste lautet: „Nato-Staaten sowie die EU- und EFTA-Staaten, deren Bruttoinlandsprodukt zehnmal höher liegt als das Russlands, haben die wirtschaftliche Kraft, Russlands Kriegsfinanzierung nicht nur zu beschneiden, sondern Sanktionen auch konsequent durchzusetzen.“ Sehr „geistreich“! Nach vier Jahren erfolgslosen Wirtschaftssanktionen möchte sie weiterhin dasselbe tun, um ein anderes Ergebnis zu erzielen.

Da möchte man unseren „Militärstrategen“ mit einem Albert Einstein zugeschriebenen Spruch zurufen: „Wahnsinn ist, wenn man immer wieder das Gleiche tut und dabei andere Ergebnisse erwartet.“

  • Die zweite Strategie ist noch „geistreicher“ und ist dem „Kalten Krieg“ entnommen: „Warum sollte man nicht auch versuchen, in ganz Russland wieder Radio Free Europe/Radio Liberty … auszustrahlen, auf Russisch natürlich? Warum denken wir nicht darüber nach, wie wir jene erreichen, die Krieg und Misswirtschaft satthaben, aber in Putins Diktatur handlungsunfähig sind? Warum fordern wir nicht den Abzug russischer Nuklearwaffen aus Kaliningrad und eine Reduzierung der russischen Streitkräfte als Vorbedingung für Verhandlungen?“ Ja, warum eigentlich nicht? Weil wir eben nicht im 20. Jahrhundert leben und weil Russland keine Sowjetunion mehr ist!

   Kiesewetter und Worschech leben, wie gesagt, in einem falschen Jahrhundert, das mit der russischen Realität des 21. Jahrhunderts wenig zu tun hat. Russen sind im Übrigen besser über ihr Land und die Außenwelt informiert, als die Mehrheit der Deutschen hierzulande.

Wie dem auch sei, mit diesen beiden Pseudo-Militärstrategien ist keinen Blumentopf zu gewinnen, geschweige eine „bedingungslose Kapitulation“ Russlands zu erzwingen.

Mit „Radio Free Europe/Radio Liberty“ möchten sie gegen Russlands Raketenüberlegenheit und größtes Atomwaffenarsenal ankämpfen, ohne Gefahr zu laufen, selbst zuvor vernichtet zu werden. Man kann dabei dem Oberst außer Dienst und der Sozialwissenschaftlerin nur viel Erfolg wünschen.

Vielleicht sollten sie zunächst, bevor sie an die Arbeit gehen und sich in einen „gerechten Krieg“ (bellum iustum) zur Vernichtung des „Diktators“ Putin stürzen, einen Rat vom Director of Grand Strategy am Quincy Institute for Responsible Statecraft und ehem. CIA-Russlandanalysten, George Beebe, holen.

Der Chefredakteur der Zeitschrift „Russia in Global Affairs“, Fjodor Lukjanow, sprach mit George Beebe am 29. September 2025 in der Sendung „International Review“ (Russia 24). Es ging um Trumps Äußerungen, die Russland als „Papiertiger“ bezeichnete und der Ukraine einen vollständigen Sieg versprach.

Auf Lukjanows Frage, wie er diese Äußerungen beurteilt, sagte Beebe: Trump sei „zutiefst frustriert darüber, dass die Konfliktparteien keine Bereitschaft zu einem echten Kompromiss zeigen. Ein Teil dieser Frustration richtet sich gegen Russland. … Er ist sicherlich auch über die Ukraine und vor allem über Europa frustriert. … Trump mahnt die Europäer an, realistisch zu sein …, um diesen Krieg wirklich beenden zu können.“

Auf Lukjanows Nachfrage, was er damit meint, sagte Beebe: Die Europäer „wollen Russland zur Kapitulation zwingen? Na los, zeigen Sie mir, wie Sie das anstellen wollen“ (Вы говорите, что хотите принудить Россию к капитуляции? Ну давайте, покажите, как вы это сделаете?).

„Ich glaube“, fuhr Beebe fort, „Trump gibt ganz offen zu, dass die Europäer bluffen, und sie können das nicht widerlegen. Aus offensichtlichen Gründen können sie weder Zölle auf Indien und China erheben, noch können sie die russischen Energielieferungen komplett einstellen. Kurz gesagt, all das sind Mittel, um die Europäer mit der Realität zu konfrontieren.

Im Grunde sagt Trump den Europäern: Ihr wollt den Krieg fortsetzen? Na gut! Unterstützt die Ukrainer und tragt die Last. Ihr behauptet, russische Drohnen würden nach Polen und Rumänien fliegen und russische Flugzeuge würden in den estnischen Luftraum eindringen? Gut, dann unternehmt etwas dagegen. Seid ihr verärgert? Erwartet nicht, dass die USA etwas für euch tun. Übernehmt selbst Verantwortung.“

„Russlands größte Sorge ist nicht“, meinte Beebe zum Schluss, „dass es den Krieg auf dem Schlachtfeld nicht gewinnen wird. Russland führt seit Langem einen Abnutzungskrieg und unternimmt keinerlei Versuche, nennenswerte Fortschritte zu erzielen oder weiteres Territorium zu erobern. Russland versucht vielmehr, die ukrainischen Streitkräfte zu erschöpfen und westliche Waffendepots zu leeren. Aus dieser Perspektive scheint Russland darin erfolgreicher zu sein als beim Vorrücken an der Front. …

Um in der entstehenden multipolaren Welt eine vollwertige Rolle zu spielen, benötigt Russland aber sowohl Ost als auch West. Um dies zu erreichen, muss der Militäreinsatz in der Ukraine beendet werden. Ein Kompromiss muss die Einhaltung der roten Linien Russlands und die Achtung seiner vitalen Interessen gewährleisten und gleichzeitig die Sicherheitsbedenken der Ukraine und Europas berücksichtigen.“

Beebes Analyse der russischen Militärstrategie und der Entwicklung an der Front aus dem September 2025 ist realpolitischer Natur, zeigt Realitätssinn und steht im Gegensatz zu Merz, Wadephul und Kiesewetter in der Tradition des Neorealismus eines John J. Mearsheimers.

Wer aber wie Kiesewetter in der deutschen Russlandpolitik allein und ausschließlich das Ziel vor Augen hat, eine „bedingungslose Kapitulation“ Russlands zu erzwingen und „auf eine ‚Stunde Null‘ Russlands hin(zu)arbeiten“, dem kann man nur viel Erfolg wünschen und mit Beebe zurufen: „Ihr wollt Russland zur Kapitulation zwingen? Na los, zeigt mir, wie!“

 

Anmerkungen

  1. Landsbergis, G., „Europa erwartet, dass Merz die Führung übernimmt“. Handelsblatt-Interview, 27. Feb. 2025, S. 9. Zitiert nach Silnizki, M., Russland und Europa. Lieber Krieg als Frieden? 9. März 2025, www.ontopraxiologie.de.
  2. Kahn, H. W., Die Russen kommen nicht. Fehlleistungen unserer Sicherheitspolitik. München/Bern/Berlin 1969, 13.
  3. Weber, M., Der verschärfte U-Bootkrieg, in: ders., Gesammelte politische Schriften (Hg. J. Winckelmann). Tübingen 1958, 143-151 (143 FN 1).
  4. Davies, Nicolas J. S., Die Blutspur der US-geführten Kriege seit 9/11: Afghanistan, Jemen, Libyen, Irak, , Somalia, Syrien, in: Mies, U. (Hrsg.), Der tiefe Staat schlägt zu. Wie die westliche Welt Krisen erzeugt und Kriege vorbereitet. Wien 22019, 131-152 (132).
  5. Zitiert nach Karlheinz Deschner, Der Moloch. „Sprecht sanft und tragt immer einen Knüppel bei euch!“.  Zur Amerikanisierung der Welt. Stuttgart und Wien 1992, 283.
  6. Zitiert nach Silnizki, M., Friedrich Merz in seinem Element. Unterwegs mit einem außenpolitischen Abenteurer, 13. Juli 2025, www.ontopraxiologie.de.
  7. Näheres dazu Silnizki, M., Russlandpolitik unter Kanzler Merz. Posieren statt Regieren? 3. August 2025, www.ontopraxiologie.de.
  8. Lafontaine, O., Russenhass ist deutsche Staatstradition. Die Weltwoche Deutschland, Nr. 03.26, 16.01.26.
Michael Silnizki

Michael Silnizki (20. Juni 1957) immigrierter 1976 nach Israel aus der Sowjetunion, wo ich 6 Jahre verbrachte. Im Januar 1982 wanderte ich nach Deutschland ein. An der Uni. zu Köln absolvierte ich geisteswissenschaftliche Studien (Philosophie, gr. Philologie, kath. Theologie). 1987 und in den 1990er-Jahren arbeitete für Forschungsinstitute: BIOst (Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien) und Max-Planck-Institut f. Europäische Rechtsgeschichte. Ab Anfang des Jahrhunderts bin ich sozusagen ein Privatgelehrter und habe mehrere Bücher und zuletzt ca. 250 Studien geschrieben, die auf meiner Webseite: www.ontopraxiologie.de zu finden sind.
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67 Kommentare

  1. Herr Kiesewetter gehört ins Gefängnis bzw. vor ein internationales Kreigstreibertriunal in Den Haag!

    Carl von Ossietzky ( * 3. Oktober 1889 in Hamburg; † 4. Mai 1938 in Berlin )
    Friedensnobelpreisträger 1935, Pazifist

    „Nach der Sintflut?
    [… ]

    Die nationalsozialistische Bewegung ist weder durch die Bedeutung ihrer Führer noch durch die Überzeugungskraft ihrer Programme groß geworden, sondern durch die verbrecherische Unzulänglichkeit einer Pseudodemokratie und die Feigheit eines parlamentarischen Regimes, das niemals gewagt hat, eines zu sein. […]

    Nun, so gemütlich ist die Weltgeschichte denn doch nicht. Mag Hitlers Aktivität zeitweilig gelähmt, mag er selbst völlig demoliert sein, noch besteht alles das, was ihn hat groß werden lassen, noch ist nichts Entscheidendes gegen die Wirtschaftsnot geschehen, und noch immer spreizt sich eine Politikergarnitur, deren ahnungslose Selbstgefälligkeit die jüngere Generation in Massen in einen hoffnungslosen nationalistischen Desperatismus getrieben hat. […]

    Über den Fortwurstlern, den Deserteuren und Etappenhengsten der Demokratie leuchtet nicht das Zeichen des neuen Bundes. Denn sie selbst wollen ja nichts Neues, sondern nach beendeter Fahrt nur ihren alten Trödel fortsetzen.“ ( Carl von Ossietzky, „Nach der Sintflut?“, in: „Die Weltbühne“, 27. Jgg., Nr. 15, 14. April 1931 )
    ( Auslassungen [ ] im Ossietzky-Zitat von mir / RW. )

    https://archive.org/details/DieWeltbhne27-11931/page/518/mode/2up

    Ferner bin ich der Auffassung: Kein deutscher Staatsbürger sollte sich für diesen Staat oder die sog. ‚Westliche Un-Wertegemeinschaft‘, den die ÖRR propagandistisch unterstützen ( u. a. durch Propaganda-Formate wie https://www.ardmediathek.de/sendung/die-100-was-deutschland-bewegt/Y3JpZDovL25kci5kZS80OTU0 ) und für den diese wie auch Kiesewetter insbesondere stehen, auch durch tätiges Nichttun / Verschweigen ( NATO-Osterweiterung als eine Kriegsursache ), Verdrehen von ( vermeintlichen ) Tatsachen, in welchem Pazifistinnen und Pazifisten u. a. Gruppen systematisch straffrei diffamiert werden, zu welchem Dienst auch immer zur Verfügung stellen – womöglich noch sein Leben riskieren, welches deutsche Politik leichtfertigst aufs Spiel setzt seit dem Jahre 2001 bzw. dem 24.02.2022.

    1. „Herr Kiesewetter gehört ins Gefängnis bzw. vor ein internationales Kreigstreibertriunal in Den Haag!“

      Als glühendem Verfechter der sog. „Meinungsfreiheit“ scheint diese bei Ihnen aber sehr selektiv ausgelegt zu sein. Wenn ein Herr Kiesewetter davon Gebrauch macht, dann gehöre er in den Knast -alternativ vor ein Volkstribunal- wenn Sie davon Gebrauch machen, werter Herr @Weinert, dann sollte man Sie als deren Verteidiger (an-) erkennen.

      1. Meine Auffassung ist sehr einfach: Alle Kriegstreiber dieser Welt gehören ins Gefängnis und wegen Gefährdung des Weltwohles vor ein entsprechendes Tribunal in Den Haag!

        1. „Alle Kriegstreiber dieser Welt gehören ins Gefängnis“

          Gegen Putin, Netanjahu, Galant liegen internationale Strafbefehle wegen Kriegsverbrechen vor. Sie müssen noch solche Strafbefehle gegen Trump und Hegseth ausstellen. Wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Vollstreckung aller Rechtstitel.

            1. Kriegstreiber stehen in der Verantwortung, weil ohne sie, die politische Lage bishin zum Krieg nicht verschärft worden wäre.

              Biden hat den Marschbefehl für die russischen Soldaten nicht abgesandt, aber er hätte den Kriegseintritt Russlands mit ernsthafter Diplomatie verhindern können. Dringliche russische Aufrufe gab’s mehrmals.

              Aber da herrschten auf amerikanischer Seite noch ähnliche Rechenkünste wie die von Kiesewetter, dass Russlands wirtschaftlich leicht zu erledigen sei.

              In Teilen Europas sitzt der Klumpen aus Russenhass und Verachtung eben nur noch viel tiefer als in den USA und 4 Jahre unwirksame Sanktionen werden da schlicht nicht zur Kenntnis genommen, weil der Klumpen aus Russenhass und Verachtung doch so wichtig weil identitätsstiftend ist.

  2. 1914 und davor gehörte die kaiserliche deutsche Armee und den wichtigsten Machtfaktoren Europas!
    Die Deutschen hatten, wie wir im Pott sagen, „große Fresse“, riskierten den großen Krieg und verloren mit Pauken und Trompeten, in Deutschland blieb alles intakt.
    1939 hatten die Deutschen die stärkste Armee und Luftwaffe Europas, hatten „große Fresse“, riskierten den nächsten großen Krieg, verloren ihn mit Pauken und Trompeten, in Deutschland lag alles in Trümmern!
    JETZT haben wir „große Fresse“ OHNE eine entsprechende Armee zu haben und in absehbarer Zeit auch nicht haben werden.
    1914 und 1939 waren wir kriegstüchtig bei bekanntem Ergebnis!
    Jetzt sollen wir erst kriegstüchtig werden, um dann Krieg gegen die Atommacht Russland zu führen!
    Die „große Fresse“ haben wir allerdings vorsorglich jetzt schon, wie es bei erlangter Kriegstüchtigkeit dann ausgehen wird…….nun ja, man bekommt wohl extrem hohe Quoten, wenn man auf
    Deutschland setzt!

    1. Es aber kein Geheimnis mehr, dass Frankreich, das dem deutschen Kaiserreich 1870 den Krieg erklärt hatte,
      es forderte für alle Zeit, dass aus dem Hause Hohenzollern kein Prinz oder keine Prinzessin, was Madrid aber wünschte,
      dort auf den Thron kam.Erinnert sei an die Emser Depesche.Der folgende Krieg führte zur französ.Niederlage und der
      Heimholung von Elsass-Lothringen, was Frankreich sich 1648 einverleibt hatte..Die Freie Reichstadt Straßburg holte sich
      dann Ludwig XIV. Ausserdem beanspruchte Frankreich im sog.Westfälischen Frieden ein Interventionsrecht in Deutschland
      1871 war der nächste Konflikt/Krieg schon in der Pipeline.Die Interessen Londons und Paris trafen sich und die beiden
      Generalstäbe arbeiteten 1906 einen detaillierten Plan aus.London versprach St.Petersburg Konstantinopel,Bosporus und.
      Dardanellen.So wurde die Einkreisung perfekt.“ Balance of Power“! Wichtig war, das Deutschland den ersten Schuss
      abfeuern.Die Flügel Ächtung machten mobil, Deutschland zuletzt, der Schlieffenplan lief an.
      Mit “ grosser Fresse“ hatte das wenig bis gar nichts zu tun.Deutschland, dass nach Poincare 20 Millionen Menschen zuviel
      besass, sollte zerstört werden, was London aus wirtschaftlicher Sicht nur recht war.
      Hitler, manche sagen, er sei in Versailles geboren, wurde vor und nach 1933 von Thyssen, US-Firmen, du Pont,Ford,
      General Motors, US-Ableger IG Farben finanziell unterstützt.Ford z.B. erhielt 1938 den höchsten Nazi Orden, das FotoHitlers zierte 1938 das Titelbild des “ Time“- Magazin als “ Man of the year“. Wie 1913 der Kaiser Wilhelm als
      Friedenskanzler nach 25 Jahren! Hitler liess man gewähren bis Polen.Man wusste, dass er gegen Sowjet Russland
      Krieg führen wollte.Stalin hielt ihm den Rücken frei., brauchte Zeit nach den Säuberungsprozessen.Polen hatte vorher
      ein Durchmarschrecht der Roten Armee verweigert, im Falle des Zusammengehens wie 1914 mit London und.Paris.
      Der Molotow-Ribbentrop-Vertrag wurde vom Beamten der Dt. Botschaft Moskau, Hans von Herwarth dem jungen
      Counterpart der US-Botschaft, George Kennan z.Knt.gegeben.
      Hitler führte m.E. einen Stellvertreter-Krieg der Angloamerikaner.Der Kongressabgeordnete Harry Truman, später 1945US-Präsident, sagte im Juni 1941, “ wenn die Deutschen und Russen sich gegenseitig totschlagen, umso besser“.
      Entsprechend wurde die von Stalin mehrfach geforderte 2.Front hinausgeschoben und Juni 1944 dauerte es noch fast
      Ein Jahr, bis man in Berlin war, dessen Eroberung man “ grosszügig “ Stalin überlassen hatte!
      Ich schließe nicht aus, dass Deutschland heute wieder als Speerspitze gegen Russland auserkoren wurde

  3. 1914 und davor gehörte die kaiserliche deutsche Armee und den wichtigsten Machtfaktoren Europas!
    Die Deutschen hatten, wie wir im Pott sagen, „große Fresse“, riskierten den großen Krieg und verloren mit Pauken und Trompeten, in Deutschland blieb alles intakt.
    1939 hatten die Deutschen die stärkste Armee und Luftwaffe Europas, hatten „große Fresse“, riskierten den nächsten großen Krieg, verloren ihn mit Pauken und Trompeten, in Deutschland lag alles in Trümmern!
    JETZT haben wir „große Fresse“ OHNE eine entsprechende Armee zu haben und in absehbarer Zeit auch nicht haben werden.
    1914 und 1939 waren wir kriegstüchtig bei bekanntem Ergebnis!
    Jetzt sollen wir erst kriegstüchtig werden, um dann Krieg gegen die Atommacht Russland zu führen!
    Die „große Fresse“ haben wir allerdings vorsorglich jetzt schon, wie es bei erlangter Kriegstüchtigkeit dann ausgehen wird…….nun ja, man bekommt wohl extrem hohe Quoten, wenn man auf
    Deutschland setzt!

  4. Sie tun mit Max Weber „Irrsinnigen“ also in medizinischem Sinne psychisch Kranken Unrecht.
    Kiesewetter und seine geistigen Spießgesellen sind Lobbyisten einer transatlantisch ferngesteuerten Billionen-$/€-Rüstungsindustrie (des Militärisch-Industriellen Komplexes) und handeln im vollen Bewusstsein.
    Reden und Schriften dieser Art lassen die Aktienkurse der Kriegsspekulanten steigen oder halten sie auf hohem Niveau.
    Es wäre auch ein Ziel politischer Reformen, dass Abgeordnete und Regierungsmitglieder (aber auch „Professoren“ wie Carlo Masala) ihre Beteiligungen an Rüstungsfirmen und -investmentgesellschaften offenlegen müssen. Nur so können wir Gelegenheits-Ankreuzer (vulgo: Wähler oder Souverän) die wahren Motive solcher Figuren wie Kiesewetter Roth Strack-Zimmermann usw. auf due Spur kommen

    1. „…dass Abgeordnete und Regierungsmitglieder (aber auch „Professoren“ wie Carlo Masala) ihre Beteiligungen an Rüstungsfirmen und -investmentgesellschaften offenlegen müssen.”

      Das wäre in der Tat ein „Game Changer”. Genau deshalb wird das auch nie umgesetzt werden.

  5. Ich fände es sinnvoll, wenn der Straftatsbestand der Vorbereitung eines Angriffskriegs erweitert würde um der Artikel rhetorische Kriegstreiberei. Dann könnte man Leuten, wie Kiesewetter, einer gerechten Strafe zuführen. Das würde mir eine gewisse Genugtuung verschaffen, ist derzeit allerdings reine Illusion.

    1. Ich zitiere mich selbst:
      „Wenn du nur fest genug daran glaubst, werden deine bedruckten Gesetzes-Papierschnipsel Zauberkräfte entfalten und genau das Gesellschaftssystem errichten, welches du aus diesen Papierschnipseln herausliest.
      Alle anderen Schnipselinterpreten, insbesondere auch die derzeitigen Machtinhaber in Uniform, Robe oder Hosenanzug werden da aber dumm aus der Wäsche schauen.“

      SCNR

    2. Ich teile Ihre Auffassung uneingeschränkt. Salon-Generäle wie Herr Kiesewetter von der CDU gehören auch wegen der Gefährdung des Völkerrechts wie auch der Gefährdung des Weltfriedens vor Gericht!

      1. Dazu bedürfte es aber eines funktionierenden, nach demokratischen Prinzipien funktionierenden Rechtsstaates. Kiesewetter ist sich dessen bewusst – und sich der Unterstützung der Mächtigen in dieser BRD sicher.

    3. Tja, der Straftatbestand ist aus dem Strafgesetzbuch seit 2017 absichtsvoll auch zum Schutze der Kiesewetters verschwunden. War, glaube ich §80. Er hat seine formale, nicht jedoch inhaltliche Entsprechung im Völkerstrafgesetzbuch §13 gefunden. Natürlich weichgespült und ausschließlich auf die ganz oberen Handlungsebenen ausgerichtet. Aber jetzt haben wir eine Rechtsgrundlage, um Netanjahu und Trump und natürlich auch Putin und Selenski vor deutsche Gerichte zu zerren. Kann die Lektüre des Völkerstrafgesetzbuchs nur wärmstens empfehlen.

      Das Grundgesetz wurde jedenfalls damit ausgehebelt. Dort steht in §26 (1) „Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.“

      Leider gibt es dazu keine weiteren Gesetze jenseits des VStG, soweit ich weiß. Grundsätzlich aber fällt der Fall Kiesewetter in den Interpretationsbereich des Artikel 26 GG, würde ich mal vermuten.

  6. Wurden die Deutschen im Jahr 1916 von einer Horde von Irrsinnigen regiert? Eigentlich nicht, da war ein Führer. Es war da schon eine Militärdiktatur unter Erich Ludendorff, offiziell im Doppelpack mit Paul von Hindenburg. Der Kopf allerdings war Ludendorff, der nach dem Führerprinzip handelte. Das Dritte Reich hatte hier eine Vorlage. Wie Weber richtig feststellte, hat dieses Verhalten den Kriegseintritt der USA nach sich gezogen.
    Die SPD, die die Kriegskredite bewilligt hatte, war da schon komplett entmachtet. Das Parlament und auch der Kaiser hatten da schon nichts mehr zu sagen. Immerhin hat sich im Jahr 2017 eine USPD gegründet, um die Fehler von 1914 wieder gut zu machen. Ist heute eine USPD in Sicht? Ich sehe keine. Die Kriegspropaganda ist noch um einiges dichter als 1916.
    Weber würde heute fragen: werden wir von einem Tiefen Staat regiert, der im Geiste Ludendorffs agiert? Meine Antwort wäre ein simples Ja.

    1. „Wurden die Deutschen im Jahr 1916 von einer Horde von Irrsinnigen regiert? Eigentlich nicht, da war ein Führer. Es war da schon eine Militärdiktatur unter Erich Ludendorff, offiziell im Doppelpack mit Paul von Hindenburg. Der Kopf allerdings war Ludendorff, der nach dem Führerprinzip handelte.“

      Sagt dir „Ober Ost“ was, und falls ja welche „Horde von Irrsinnigen“ kommuniziert gerade was ähnliches?

  7. Zitat:
    „Weiß unser verehrter Abgeordneter, Roderich Kiesewetter, nichts davon? Oder will er nichts davon wissen? Vermutlich weiß er nichts davon, sonst wäre er mit seinen Hasstiraden gegen Russland etwas vorsichtiger“

    Oh doch, er weiß es. Das macht den Irrsinn ja um so schlimmer.

    Zitat:
    „Oder dienen Ihre Ausfälle womöglich dem Zweck, die Nato-Kriegsverbrechen, welche verheerende Spuren von Verwüstung, Zerstörung und Verelendung breiter Bevölkerungsschichten in den angegriffenen Staaten und Ländern hinterlassen haben, zu verharmlosen und auszublenden?“

    VIelleicht sieht dies Kiewetter nicht als Kriegsverbrechen. Schließlich wurden sie ja von den „Guten“ begangen und selbstverständlich nur, um diesen Ländern „Demokratie“ bezubringen.

    Zitat:
    „Davon will Kiesewetter nichts mehr wissen. Schlimmer noch: Er verschweigt die maßgebliche und ausschlaggebende Rolle des Sowjetstaates bei der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus.“

    Da ist Kiesewetter ja noch harmlos. Es sind die EU-Granden, die hier den Vogel abschießen:
    „Vor 75 Jahren haben die Alliierten das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit.“
    Das steht allen Ernstes immer noch so auf folgender Seite der EU:

    https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/statement_20_90

    Man lese dazu auch:
    https://www.infosperber.ch/politik/europa/tanzt-von-der-leyen-nach-us-oder-polnischer-geige/

    1. „Vor 75 Jahren haben die Alliierten das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit.“
      Das steht allen Ernstes immer noch so auf folgender Seite der EU:

      Was hat den der Genosse Stalin 1943 dazu gesagt:

      „I want to tell you what, from the Russian point of view, the president and the United States have done for victory in this war. The most important things in this war are the machines… Without the machines we received through Lend-Lease, we would have lost the war.“

      1. und wer hat, nach Ihrer Meinung,
        Ausschwitz Birkenau jetzt befreit?
        Kleiner Tipp am Rande, wenn Sie Aussagen von Persönlichkeiten zitieren, dann bitte die Quelle angeben.

      2. In Sachen strategisch jemanden Honig ums Maul zu schmieren war Stalin in der Tat nicht schlecht.

        Aber die Fakten sprechen für sich.

        Während der Kriegsjahre (bis zum 20. September 1945) wurden im Rahmen des Lendleasegesetzes aus den USA in die UdSSR 7.509 Geschütze verschiedener Kaliber, 14.450 Flugzeuge sowie 6.903 Panzer und selbstfahrende Artilleriegeschütze geliefert. Dabei handelte es sich in vielen Fällen um veraltete Technik aus Altbeständen.

        Von Juni 1941 bis August 1945 produzierte die Sowjetunion 112.100 Kampfflugzeuge, 102.800 Panzer und Selbstfahrlafetten, 482.200 Artilleriegeschütze sowie 351.800 Mörser. Somit machten die amerikanischen Lieferungen bei der Artillerie 1,6 %, bei der Luftwaffe 12,5 % und bei Panzern und Selbstfahrlafetten 6,7 % der im Sowjetunion produzierten Mengen aus.

        Was andere Waffengattungen sowie Munition betrifft, so war ihr Anteil noch geringer und betrug beispielsweise bei Sturmgewehren nur 1,7 %, bei Pistolen 0,8 %, bei Artilleriegranaten 0,6 % und bei Mörsern 0,1 % der Produktionsmenge in der UdSSR.

        Die Lieferungen von Industriegütern machten während des Krieges 4 % der Gesamtproduktion in der UdSSR aus.

        Daraus ergibt sich die logische Schlussfolgerung: Nicht die Hilfe der Verbündeten spielte die entscheidende Rolle bei der Versorgung der Roten Armee mit Waffen und Kampfausrüstung. Die Kampfwaffen, mit denen das Volk seine Armee ausstattete, trugen das sowjetische Markenzeichen. Zu Recht sind die Panzer vom Typ T-34, die Flugzeuge vom Typ Il-2, die Raketenartilleriefahrzeuge vom Typ BM-13 („Katyusha“) zu Markenzeichen des Sieges geworden. Bei der Schlacht um Berlin haben diese Waffen das Schlachtfeld beherrscht, und nicht die amerikanischen Shermans.

  8. Überfällige Bemerkungen, danke, aber hier noch zwei Bemerkungen:

    „Die Befreiung vom Faschismus gelang Deutschland nicht aus eigener Kraft, sondern es bedurfte der klaren, vorausschauenden und durchaus mutigen Strategie der Alliierten, um eine der Gewaltherrschaft erlegene, der faschistischen Ideologie blind folgende und ihr kulturelles und zivilisatorisches Erbe vollständig vergessende Gesellschaft wieder zu sich selbst zu führen.“
    Die deutsche Gesellschaft zu sich selbst führen? Dann war sie das also nicht, während der 13 Jahre des Faschismus? Oder wie soll man das verstehen? Kiesewetter behandelt mit dieser Formulierung den Faschismus, als etwas den Deutschen Äusserliches, ihnen von aussen Zugestossenes. Bei ihm hat die Aufarbeitung der Geschichte ein klägliches Ergebnis gezeitigt, Das deutsche Wesen ist ein reines, das durch ungünstige Kräfte für eine kurze Zeit verunreinigt wurde, das Böse ist weiter östlich situiert…

    „Warum denken wir nicht darüber nach, wie wir jene erreichen, die Krieg und Misswirtschaft satthaben, aber in Putins Diktatur handlungsunfähig sind?“
    Natürlich darf bei einem Kiesewetter die ‚Misswirtschaft‘ nicht fehlen. Das hat zwar keinerlei empirische Grundlage – Russland wächst schneller und hat weit weniger Schulden als Deutschland -, aber egal.

    1. „Die deutsche Gesellschaft zu sich selbst führen? Dann war sie das also nicht, während der 13 Jahre des Faschismus?“

      Kurzform des Nachkriegsgeschichtsunterrichts über diese Zeit: 1933 kamen braune Männchen vom Mond, verführten die Deutschen und waren 1945 wieder weg.

      1. Das ist seit 1945 in etwa die Meinung des deutschen Bürgertums zur Nazizeit.
        Das gilt natürlich nicht für die Verursacher der Malaise, die deutschen Kommunisten.
        Die haben ja mit Hitler sogar einen Kommunisten an die Macht gebracht. Frag Alize.

      2. @ venice 12 um 21 Uhr 22: nein, die „kleinen Braunen Männchen“ kamen nicht vom Mond, sondern von jenseits des Kuyper-Gürtels [nach Hermann L. Gremliza] und verschwanden 1945 so schnell, wie sie gekommen waren.

  9. Das Problem ist nicht Kiesewetter. Solche Marktschreier sind auszuhalten und lohnen keine großen Texte.

    Das Problem ist der fehlende laute Widerspruch aus dem linksgrünen Spektrum. Widerspruch kommt gefühlt nur aus den Reihen der AfD.

    Die Linkspartei ist in der Sache sehr leise, ist doch ein Großteil ihrer Neumitgliedschaft stramm auf Kriegskurs. Die Grünen haben sich bedauerlicherweise nicht um 360° gedreht, sondern sind bei 180° hängen geblieben. Die institutionelle SPD hat mit Kriegsminister Pistolius den beliebtesten Politiker. Ralle Stegner wird dieses Treppchen mit seiner Dialogbereitschaft nicht erklimmen. Und das BSW, falls man das als links sehen will, ist wegen grober strategischer Fehler und einem seltsamen Personenkult vollständig bedeutungslos und wird es auch bleiben.

    Das linksgrüne Spektrum betrachtet die AfD als Feind. Mit denen darf man keine gemeinsame Sache machen, auch und gerade dann nicht, wenn es um Deeskalation des Krieges in der Ukraine und Russland geht. Lieber erträgt man, dass der Krieg nach Mitteleuropa getragen wird. Für den Schutz von UNSEREDEMOKRATIE.

    1. „Das Problem ist der fehlende laute Widerspruch aus dem linksgrünen Spektrum. Widerspruch kommt gefühlt nur aus den Reihen der AfD.“

      …einer AfD, die in nicht so geringen Teilen voll auf Kiesewetters Kurs ist, was die frage Russlands angeht. Ich bin da pessimistisch, was eine Regierungsbeteiligung dieser Partei in Sachen krieg bringen würde.

      1. „…einer AfD, die in nicht so geringen Teilen voll auf Kiesewetters Kurs ist, was die frage Russlands angeht. …“

        So sieht es aus, aber nicht nur in der Frage Russland, auch beim Abschaffen des Sozialstaates sind die voll dabei. Die einzigen, die glaubhaft insgesamt eine andere Politik vertreten, findet man beim BSW, einfach dort mal unter „Aktuelles“ nachsehen. Ein riesiger Unterschied zu dem, was die anderen Parteien so absondern. Hier das Paper zum Ukrainekrieg. Dort ist auch die Vorgeschichte, die RF zum Eingreifen veranlasst hat, aufgeführt. Bemerkenswert, einzigartig in der Parteienlandschaft. Es hat schon Gründe, warum die Partei in den MSM totgeschwiegen wird.

        https://bsw-vg.de/beschluss-des-bsw-parteivorstands-zum-4-jahrestag-des-ukraine-kriegs/

        1. Wie ich schon geschrieben habe: das BSW ist bedeutungslos und wird es auch bleiben. Chance aus eigener Schuld vertan. Die können schreiben, was sie wollen. Hier zum Beispiel schreibt Dagdelen ja regelmäßig. Wen interessiert das?

  10. Ich bin von diesem Artikel sehr enttäuscht. Hier werden nur Tatsachen wiederholt, die den Lesern wohl bekannt sind.
    Die Überschrift suggeriert aber ein Psychogramm über Leuten wie Kiesewetter, Hofreiter, Strack-Zimmermann usw..
    Es gibt hier ja hunderte sehr beleidigende Psychogramme über Trump, der zugegebener Maßen die Kriterien für eine hypomanische Persönlichkeitsstörung erfüllt, nämlich „Reizbarkeit, Selbstüberschätzung und flegelhaftes Verhalten können an die Stelle der häufigen euphorischen Geselligkeit treten.“ ICD-10-GM 2025F30.0 Hypomanie
    Abgesehen vom etwas auffälligen Benehmen ist Trump keineswegs verrückt und hat keine irrsinnigen Pläne, und was man zuerst nicht versteht, stellt sich später als geopolitische Schachzug heraus.
    Ich könnte ohneweiteres ein Psychogramm unserer Kriegstreiber erstellen, aber das würde hier ja die Zensur nicht passieren, obwohl es zum Verständnis unserer Politiker viel beitragen würde. Man muss sie ja auch nicht verstehen, um zu erkennen, dass ihre Politik irrsinnig ist.

  11. Wenige Tage nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine, am 04.03.22 erschien auf dem amerikanische Fernsehsender MSNBC
    ein höchst aufschlußreicher Beitrag von dem US-Journalisten Zeeshan Aleem mit dem Titel:
    “Russia’s Ukraine invasion may have been preventable“
    (“Russlands Invasion der Ukraine hätte möglicherweise verhindert werden können“ )
    Ein besonders aufschlussreicher Abschnitt in dem Beitrag lautet:
    “The choice that we faced in Ukraine — and I’m using the past tense there intentionally — was whether Russia exercised a veto over NATO involvement in Ukraine on the negotiating table or on the battlefield,” said George Beebe, a former director of Russia analysis at the CIA and special adviser on Russia to former Vice President Dick Cheney. “And we elected to make sure that the veto was exercised on the battlefield, hoping that either Putin would stay his hand or that the military operation would fail.”

    „Die Entscheidung, vor der wir in der Ukraine standen – und ich verwende hier bewusst die Vergangenheitsform war, ob Russland sein Veto gegen eine Beteiligung der NATO in der Ukraine am Verhand-lungstisch oder auf dem Schlachtfeld einlegen würde“, sagte George Beebe, ehemaliger Direktor für Russland-Analysen bei der CIA und Sonderberater für Russland des ehemaligen Vizepräsidenten Dick Cheney. „Und wir haben uns dafür entschieden, sicherzustellen, dass das Veto auf dem Schlachtfeld eingelegt wurde, in der Hoffnung, dass Putin entweder davon Abstand nehmen würde oder dass die Militäroperation scheitern würde.“
    (Übersetzung durch den Autor )

    In diesen Beitrag wird sehr gut dargestellt, das es eigentlich die USA waren, die an dem Krieg in der Ukraine schuld sind, weil sie die Sicherheitsinteressen Russlands nie akzeptiert haben und nie in ihre strategische Planung einbezogen haben; im Gegenteil mit der NATO Osterweiterung Russland ständig absichtlich provoziert und gesetzte rote Linien immer weiter verschoben haben.
    Die USA weigerten sich beharrlich, den NATO-Status für die Ukraine zu überdenken, selbst als Putin mit einem Krieg drohte.
    Alle Fachleute sagen, daß das der entscheidende großer Fehler war. Aber Amerika wollte unter allen Umständen den Krieg, denn man hatte ja schon 2019 von der RAND Corporation das Drehbuch mit den Titel: OVEREXTENDING AND UNBALANCING RUSSIA
    ( Überdehnung und Ungleichgewicht Russlands )
    für den, seit 2001 geplanten Krieg, erarbeiten lassen.
    Als Russland 2014 die Krim in das russische Staatsgebiet eingliederte, schrieb Putin an Obama eine kurze Mail mit folgenden Wortlaut:
    “Wir taten nur was wir tun mußten“.
    Obama soll in seinem Jähzorn, als er diese Botschaft gelesen hatte, in voller Wut mit einer schroffen Handbewegung seinen Schreibtisch abgeräumt haben, sagen Insider. Für Amerika war damit endgültig
    klar, das der seit 1991 ununterbrochene Versuch, die Krim unter amerikanische Kontrolle zu bringen, endgültig gescheitert
    war. Ich erinnere nur an solche Versuche, wie die mehrmaligen Kündigungen des Flotten- und Stationierungsvertrages mit Russland durch die Ukraine in amerikanischen Auftrag, oder der Planung der Errichtung einer amerikanischen Marinebasis auf der Krim neben der russischen Marinebasis Sewastopol oder der Zwischenfall am 14. 04. 2014 mit dem Zerstörer USS „Donald Cook“. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls war das US-Schiff noch in internationalen Gewässern im westlichen Schwarzen Meer und war nach Ausbruch der Krim-Krise dorthin beordert worden.
    Der Zerstörer näherte sich der Krim, wie später bekannt wurde, mit etwa 450 Marineinfanteristen, in der Absicht, schnell noch einen Brückenkopf mit amerikanischen Soldaten bei Sewastopol zu bilden. Eine eindeutige Provokation, da die Krim zu diesem Zeitpunkt ja schon nicht mehr zur Ukraine gehörte, aber dieser Status von Amerika nicht anerkannt wurde. Das Schiff wurde von einem russischen Kampfjet Su-24 spektakulär vertrieben und ging danach in einem rumänischen Hafen vor Anker.
    Da wirkt natürlich in der amerikanischen Administration ein ewiger Frust auf Russland nach.
    Ob dem CDU-Politiker Kiesewetter diese Fakten auch nur ansatzweise bekannt sind oder als ehemaliger Bundeswehroffizier den im “Kalten Krieg“ geprägten, besonders engen, russophoben Tunnelblick immer noch nicht abgelegt hat?

  12. Der Autor schreibt :
    „Und heute? Heute muten uns manche Volksvertreter mit ihren „geistreichen“ Ideen und Ideologemen einiges zu und man fragt sich verwundert, ob sie wie „die ehrenwerten Herren des Wilhelminischen Reiches“ ebenfalls „jeden Wirklichkeitssinn vermissen“ lassen.“

    Ich denke die Lösung des Rätsels finden wir, wenn wir den Fokus auf die emotionale Ebene, das Seelenleben von Kiesewetter usw. richten, denn da werden wir finden : Rache- und Revanchelust, ganz simpel; somit ist zu konstatieren : für solcherart Lusterlebnisse sind deutsche Politiker erneut bereit, abertausende Menschenleben zu opfern; nichts Neues unter der schwarzen, teutschen Sonne.

  13. „Russland führt seit Langem einen Abnutzungskrieg und unternimmt keinerlei Versuche, nennenswerte Fortschritte zu erzielen oder weiteres Territorium zu erobern. Russland versucht vielmehr, die ukrainischen Streitkräfte zu erschöpfen und westliche Waffendepots zu leeren. Aus dieser Perspektive scheint Russland darin erfolgreicher zu sein als beim Vorrücken an der Front. …“
    Keinerlei Versuche nennenswerte Fortschritte zu erzielen oder weiteres Territorium zu erobern? Ok man erobert kein Territorium und macht seit Monaten kaum Fortschritte, aber dass man es nicht versucht ,stimmt ja so auch nicht! US Außenminister Rubio hat letzte Woche berichtet, dass Russland 5 mal so hohe Verluste hat wie die Ukraine!

    Russland versucht ukrainische Streitkräfte zu erschöpfen und westliche Waffendepots zu leeren. Stimmt jetzt auch nicht so ganz! Bis jetzt sind der Ukraine weder die Soldaten, noch die Waffen ausgegangen! Im Gegenteil, russische Militärblogger beschweren sich, dass die Ukraine bei den frontnahen Drohnen 2 zu 1 überlegen ist! Die Angriffe in Russlands Hinterland wären vor einem Jahr noch undenkbar gewesen! Die Schwarzmeerflotte der Russen liegt zu einem großen Teil auf dem Grund des Meeres und die kläglichen Reste haben sich in weit entfernten Häfen versteckt und werden trotzdem regelmäßig erfolgreich angegriffen, Russlands Flugabwehr ist nur noch ein Schatten seiner selbst und kann nicht verhindern das ukrainische Drohnen Ölindustrie bis zu 1700 km von der Front entfernt trifft und sogar Moskau erfolgreich angegriffen wird.

    Aber klar Russland ist erfolgreich! Es hat quasi alle seine Kriegsziele erreicht:
    1. Schutz der russischsprachigen Bevölkerung im Donbass! Ok denen geht es schlechter als vor 2022 (Tote Zivilisten 2019=27; 2020=26; 2021=25; bis zum 5. März 2023 wurden 4.859 getötete Zivilisten in der Oblast Donezk bestätigt.)Die
    2. Besetzung der annektierten Gebiete! Außer der Krim wurde keines der Gebiete vollständig eingenommen und das Leben auf der Krim ist durch die ständigen Luftangriffe auch kein Zuckerschlecken!
    3. Zurückdrängen der Nato! Mit Schweden und Finnland hat sich die Grenze zur Nato verdoppelt!
    4. Entnazifizierung der Ukraine! Scheint auch nicht so richtig voranzukommen!
    Dafür sind bis Ende April 213.858 russische Soldaten ums Leben gekommen, die namentlich bekannt sind! Darunter auch 15 hochrangige Generale!
    Dazu z.B. : über 4300 zerstörte Panzer, über 8500 zerstörte Schützenpanzer, über 400 Flugabwehrsysteme und über 100 Radare, über 180 zerstörte Flugzeuge und über 170 zerstörte Hubschrauber, ………
    Läuft für Russland!!

    1. Ihre Analyse wäre nur vollständig und bewertbar wenn sie eine entsprechende Analyse für die westliche Seite enthielte.
      Es sieht aber tatsächlich objektiv nicht gut für Russland aus. Da freuen sich die Idioten im Westen auf allen Ebenen, da sie nicht verstehen je schlechter es für Russland aussieht, um so näher sind sie am eigenen Untergang.
      Ich spinne mal, und springe fiktiv 50 oder 100 Jahre weiter. Auf einer Erde mit vielen ökonomischen Problemen, mit Umweltzerstörung, Wetteranomalien zahlreichen auch gewaltsamen Konflikten aber weiter von einem tecnhokratischen Kapitalismus und Konsumwahn beherrscht, der alles mit immer neuen Projekten, Straßen, Flughäfen usw. zubaut, wird man sich erinnern, das es auf einem kleinen geographisch reich gegliedertem Gebiet am westlichen Rand der eurasischen Landmasse vor Jahrzehnten mal eine politisch und militärisch sehr aktive Staatengemeinschaft gab. Aktuell hat das Gebiet völlig seine Bedeutung verloren. Eine Reihe relativ bedeutungsloser oder gescheiterter Staaten. Und dennoch wird das Gebiet wie vor Jahrzehnten Einwanderer anziehen. Denn es nur noch sehr dünn bevölkert, Die Radioaktivität auf ein gesundheitlich unbedenkliches Maß gesunken und teilweise sind ähnlich wie damals in der Tschernobyl-Zone Naturräume entstanden, die Aussteiger und Neusiedler, an Lost Places interessierter Abenteurer anziehen…
      Was will ich mit diesem Gedankenexperiment sagen. Es ist das auffallende an Kiesewetter und co. , dass ihrem Denken jede langfristige zeitliche Perspektive und jede ganzheitliche Betrachtung fehlt. Alles ist kleinkariert, spießig nur auf einen einzigen Punkt ausgerichtet, Russland zu vernichten, alles andere ist völlig ausgeblendet.

  14. Folgende Zitate habe ich in Wikipedia gefunden. Ich möchte Denkanstöße geben, aber keine Diagnosen über Personen stellen, Dazu bin ich weder moralisch noch fachlich befugt. Und auch Fachleute dürfen nur Diagnosen stellen, wenn sie Personen untersucht haben.

    „Psychopathie bezeichnet heute eine schwere Persönlichkeitsstörung, die bei den Betroffenen mit dem weitgehenden oder völligen Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen einhergeht. Psychopathen sind auf den ersten Blick mitunter charmant, sie verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen. Dabei können sie sehr manipulativ sein, um ihre Ziele zu erreichen.“

    „Für die Psychopathie[19] konnte nachgewiesen werden, dass verschiedene Hirnregionen ein Struktur- oder Funktionsdefizit aufweisen. Die Gehirnmasse in der präfrontalen und orbitofrontalen Großhirnrinde ist reduziert. Dies geht u. a. mit mangelhaftem sozialem Normverständnis und dem Fehlen von Schuldbewusstsein einher. Des Weiteren wurde eine Dysregulation der Amygdala-Funktion beschrieben. Man vermutet, dass dadurch wichtige soziale Lernfunktionen beeinträchtigt sind. Außerdem konnte auch eine Hippocampus-Dysfunktion belegt werden. Diese wird in Verbindung mit mangelhafter Angst-Konditionierung und Affekt-Regulierung gebracht. Weitere Hirnregionen sind – vermutlich als Folge der beschriebenen Defekte – ebenfalls betroffen. Über Fehlregulationen der Verbindungsstrukturen der betroffenen Regionen wird spekuliert.
    Bei Psychopathen wurden erhöhte Dopamin- und niedrige Serotonin-Spiegel beobachtet. Dies führt möglicherweise zur Enthemmung aggressiver Impulse. Verminderte Cortisol-Spiegel wurden ebenfalls beobachtet. Über eine Störung des Testosteron-Haushaltes liegen dagegen keine eindeutigen Daten vor.
    Es wird vermutet, dass die Dysfunktionen und Fehlregulationen bereits in früher Kindheit angelegt sind.“

  15. Der Roderich, der Roderich, der ist ein arger Wüterich. – Kann ein Politiker (?)
    politisch brunzdumm sein? Oder ist das schon krank ? Rinderwahnsinn ? – Was tun mit dieser Witzfigur ? – An die Wand stellen und dort stehen lassen. Und wenn es Jahre dauert.

  16. Zweiter Versuch den Beitrag zu publizieren!
    Der erste Versuch ist im Nirvana von OVERTON verschwunden!
    Wenige Tage nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine, am 04,03 22 erschien auf dem amerikanische Fernsehsender MSNBC
    ein höchst aufschlußreicher Beitrag von dem US-Journalisten Zeeshan Aleem mit dem Titel:
    “Russia’s Ukraine invasion may have been preventable“
    (“Russlands Invasion der Ukraine hätte möglicherweise verhindert werden können“ )
    Ein besonders aufschlussreicher Abschnitt in dem Beitrag lautet:

    “The choice that we faced in Ukraine — and I’m using the past tense there intentionally — was whether Russia exercised a veto over NATO involvement in Ukraine on the negotiating table or on the battlefield,” said George Beebe, a former director of Russia analysis at the CIA and special adviser on Russia to former Vice President Dick Cheney. “And we elected to make sure that the veto was exercised on the battlefield, hoping that either Putin would stay his hand or that the military operation would fail.”

    „Die Entscheidung, vor der wir in der Ukraine standen – und ich verwende hier bewusst die Vergangenheitsform war, ob Russland sein Veto gegen eine Beteiligung der NATO in der Ukraine am Verhand-lungstisch oder auf dem Schlachtfeld einlegen würde“, sagte George Beebe, ehemaliger Direktor für Russland-Analysen bei der CIA und Sonderberater für Russland des ehemaligen Vizepräsidenten Dick Cheney. „Und wir haben uns dafür entschieden, sicherzustellen, dass das Veto auf dem Schlachtfeld eingelegt wurde, in der Hoffnung, dass Putin entweder davon Abstand nehmen würde oder dass die Militäroperation scheitern würde.“
    (Übersetzung durch den Autor )

    In diesen Beitrag wird sehr gut dargestellt, das es eigentlich die USA waren, die an dem Krieg in der Ukraine schuld sind, weil sie die Sicherheitsinteressen Russlands nie akzeptiert haben und nie in ihre strategische Planung einbezogen haben; im Gegenteil mit der NATO Osterweiterung Russland ständig absichtlich provoziert und gesetzte rote Linien immer weiter verschoben haben.
    Die USA weigerten sich beharrlich, den NATO-Status für die Ukraine zu überdenken, selbst als Putin mit einem Krieg drohte.
    Alle Fachleute sagen, daß das der entscheidende großer Fehler war. Aber Amerika wollte unter allen Umständen den Krieg, denn man hatte ja schon 2019 von der RAND Corporation das Drehbuch mit den Titel: OVEREXTENDING AND UNBALANCING RUSSIA
    ( Überdehnung und Ungleichgewicht Russlands )
    für den, seit 2001 geplanten Krieg, erarbeiten lassen.
    Als Russland 2014 die Krim in das russische Staatsgebiet eingliederte, schrieb Putin an Obama eine kurze Mail
    mit folgenden Wortlaut: “Wir taten nur was wir tun mußten“. Obama soll in seinem Jähzorn, als er diese Botschaft gelesen hatte, in voller Wut mit einer schroffen Handbewegung seinen Schreibtisch abgeräumt haben, sagen Insider. Für Amerika war damit endgültig klar, das der seit 1991 ununterbrochene Versuch, die Krim unter amerikanische Kontrolle zu bringen, endgültig gescheitert war. Ich erinnere nur an solche Versuche wie die mehrmaligen Kündigungen des Flotten- und Stationierungsvertrages mit Russland durch die Ukraine in amerikanischen Auftrag, oder der Planung der Errichtung einer amerikanischen Marinebasis auf der Krim neben der russischen Marinebasis Sewastopol oder der Zwischenfall am 14. 04. 2014 mit dem Zerstörer USS „Donald Cook“. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls war das US-Schiff noch in internationalen Gewässern im westlichen Schwarzen Meer und war nach Ausbruch der Krim-Krise dorthin beordert worden.
    Der Zerstörer näherte sich der Krim, wie später bekannt wurde, mit etwa 450 Marineinfanteristen, in der Absicht, schnell noch einen Brückenkopf mit amerikanischen Soldaten bei Sewastopol zu bilden. Eine eindeutige Provokation, da die Krim zu diesem Zeitpunkt ja schon nicht mehr zur Ukraine gehörte, aber dieser Status von Amerika nicht anerkannt wurde. Das Schiff wurde aber von einem russischen Kampfjet Su-24 spektakulär vertrieben und ging danach in einem rumänischen Hafen vor Anker.
    Da wirkt natürlich in der amerikanischen Administration ein ewiger Frust auf Russland nach.
    Ob dem CDU-Politiker Kiesewetter diese Fakten auch nur ansatzweise bekannt sind oder als ehemaliger Generalstabsoffizier der Bundeswehr den im “Kalten Krieg“ geprägten besonders engen russophoben Tunnelblick immer noch nicht abgelegt hat?

    1. Danke für diese Erinnerung an die Aussage von Beebe. Und unsereins muss jetzt seit vier Jahren das Gerede vom russischen Angriffskrieg ertragen, den angeblich niemand wollte und provozierte.

  17. Der Kiesewetter mag gelinde gesagt „einen großen Sprung in der Schüssel“ haben, aber er agiert auch als Lautsprecher einer Bundeswehr die immer mehr an Eigenleben entwickelt welches in diese Richtung abzielt. Alles basierend auf falschen Annahmen, nicht aber auf Fakten und Belegen.

    Ein Mensch der Tod und Verwüstung der großen Mehrheit für seine pathologische Russophobie und seine „feuchten Träume“ von Barbarossa 2.0 in Kauf nimmt. Was sich solche Menschen davon versprechen erschließt sich mir nicht, aber wahrscheinlich wird mich so etwas wie Menschenverstand und mein „persönliches Gewissen“ vor solchen Gedankengängen schützen, egal wie hich die Propagandmaschinerie da noch drehen mag.

    Auf jeden Fall beweist der Mann, das dieses Land und seine Demokratie mehr als große Probleme haben.
    Denn was seit längerer Zeit in dieser Demokratie zu beobachten ist, hat mein Geschichtslehrer in einem einfachen aber aussagekräftigem Satz zusammen gefasst (zu dem Zeitraum 1928-1933/36):
    -Demokratie mit Mitteln der Demokratie ad absurdum geführt-

    Und gegen diesen Prozess, das man Demokratie mit Mitteln der Demokratie und zurückbauen kann, hat man in der Verfassung zwar einen Hebel vorgesehen (Art.20 Abs.4 Grundgesetz) aber dieser Hebel wird nie angewendet werden weil dann müsste man jemanden mit Gewalt aus dem Amt nehmen, also tritt wieder eine nicht gesunde Justiz auf den Plan die das Recht nach Gesetzen verdreht, ergo jeder Versuch auch nur im Ansatz einen Rückbau zu verhindern wird nicht durch das Recht sondern durch -selbstgestrickte- Gesetze verhindert. Auch das gab es schon einmal in der dunklen Vergangheit dieses Landes.

  18. Russlands Stunde Null wäre jedenfalls deutlich unwahrscheinlicher als Deutschlands Ground Zero.
    Aber wenn man fest davon überzeugt ist, es mit rationalen Akteuren zu tun zu haben (und das sind die westlichen Kriegstreiber trotz gegenteiliger Bekundungen allemal), kann man sich schon mal verrückt anstellen.

    1. Russlands Stunde Null kann nur atomar sein. Das wird aber auch gleichzeitig die Stunde Null für die gesamte Welt bedeuten.

      Vor diesem Hintergrund kann man vielleicht die Psyche solcher Amokläufer wie Kiesewetter beurteilen.

  19. Ach, der Herr Kiesewetter, Oberst a.D. der vielbewunderten Artillerie…..
    Doch, Herr Oberst, wir befinden uns leider in der BRD des Jahres 2026, wo eine der am meisten angewendeten Zensurregeln lautet:
    Hass und Hetze sind keine Meinung!
    Darüber hinaus ist es aber durchaus bemerkenswert mit welcher Einstellung man in der „demokratischen Bürgerarmee“ Oberst, ja sogar Bundestagsabgeordneter und Verteidigungsausschußvorsitzender werden kann, obwohl natürlich abzuziehen ist dass es sich um die Union handelt.
    Und es wäre sicher erhellend, zu wissen was da sonst noch herumwuselt und dergestaltige Phantasien teilt. Wo doch eine Grüne Co-Autorin beigesprungen ist.
    Das wäre allemal einen Artikel wert!

  20. Das Problem sind nicht diese Hinterbänkler die vor 2014 auch PR machten die kaum sichtbar war. Entscheidend sind die Bosse die deren Äußerungen ins zentrale Medien Bild schieben. Der Schalter dafür wurde 2022 umgelegt.

  21. Danke für den Artikel. Ergänzend:

    Es ist mittlerweile Standard in der strategischen
    Kommunikation des politisch-medial-militärischen Komplexes PMMK, Inhalte
    orwellianisch zu verdrehen. So wird versucht, der Kritik mit dem Vorwurf von „Hass und Hetze“a priori die Legitimation zu entziehen, obwohl man genau dies selbst tut: Hetzen und Hassen. Ebenso wirft man Russland Aggression vor, obwohl man sich selbst eskalierend verhält.
    Usw., usw. Sehr effektiv.

    Das passiert auch systematisch und nicht zufällig.

    Bei den derzeitigen, echten Hetzern,
    zu denen Herr K sicher zählt, gibt es wie
    immer Überzeugungstäter und Mitläufer.
    Er gehört zur ersteren Sorte. Die Geschichte
    wird das erkennen, bewerten und ihr Urteil
    diesbezüglich in Zukunft sprechen und
    vollstrecken. Ich hoffe inständig, dass
    ich Nürnberg 2.0 miterleben darf.

    1. Die orwellianischen Verdrehungen finden gerade einen Höhepunkt in der Aussage der US-Regierung, die derzeitgen Angriffe auf Iran dienten „der Sicherstellung der Waffenruhe“.

  22. Nein, dieser Mensch ist nicht verrückt oder in irgendeiner Weise einem Irrsinn anheim gefallen und das ist das eigentlich Schlimme.
    Es läuft etwas sehr Grundsätzliches im Staatswesen schief, wenn es Raum bietet für Solche die sich derart in Szene setzen, nur um dem schnöden Hinterbänklertum zu entkommen.
    Es erinnert an den Anton Hofreiter, der sich ob eines entgangenen Ministerpostens hin oder her gleichermaßen aufspielte.
    Könnte vielleicht mal irgendjemand diesem Politdarstellerpack den verdienten Arschtritt verpassen.

  23. „Das ist nicht des deutschen Größe
    obzusiegen mit dem Schwert,
    in des Geistes Reich zu dringen
    männlich mit dem Wahn zu ringen
    das ist des Eifers Wert“

    Friedrich Schiller 1756 -1805

  24. Kiesewetters Gerede von der „Kapitulation Russlands“ ist kein Zeichen strategischer Klarheit, sondern Ausdruck einer gefährlichen Eskalationsfantasie. Wer bei einer nuklear bewaffneten Großmacht in Kategorien von Kapitulation und „Stunde Null“ denkt, verlässt den Raum verantwortlicher Diplomatie und betritt den Raum historischer Selbstberauschung. Es geht längst nicht mehr nur um Unterstützung der Ukraine, sondern um eine Zielverschiebung hin zur Niederwerfung Russlands. Genau solche Sprache macht Kriege länger, härter und gefährlicher. Friedenspolitik beginnt nicht mit Wunschbildern vom Zusammenbruch des Gegners, sondern mit der nüchternen Frage, wie man aus einem Krieg wieder herauskommt, ohne Europa in den Abgrund zu reden.

  25. alle solche Analysen sind sinnlos. es geht hier nicht um Tatsachen. es geht darum, für das, was man auf jeden Fall zu tun beabsichtigt, Gründe zu finden. wählerisch ist man dabei nicht, weshalb das ganze oftmals so gaga, so absurd wirkt. es geht wohl darum, sich beim Versuch, den Endkampf um die globale hegemonie gegen China u gewinnen, die russischen Rohstoffe zu sichern und sie china zu verwehren. imperialismus eben. blutdurstig wie immer.

  26. alle solche Analysen sind sinnlos. es geht hier nicht um Tatsachen. es geht darum, für das, was man auf jeden Fall zu tun beabsichtigt, Gründe zu finden. wählerisch ist man dabei nicht, weshalb das ganze oftmals so gaga, so absurd wirkt. es geht wohl darum, sich beim Versuch, den Endkampf um die globale hegemonie gegen China u gewinnen, die russischen Rohstoffe zu sichern und sie china zu verwehren. imperialismus eben. blutdurstig wie immer.

  27. Silnizki hat mal wieder einen lesenswerten Artikel verfasst, dem ich hier nicht widersprechen will.

    Eine kleine Anmerkung lediglich zu folgender Passage:

    „Nazideutschland hat nicht nur sechs Millionen Juden grausam ermordet, sondern auch 27 Millionen Bürger der Sowjetunion, die im deutschen Vernichtungskrieg ihr Leben verloren haben.“

    Die extrem hohen Menschenverluste der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg haben auch – nicht nur, aber auch – mit der spezifischen sowjetischen Art der Kriegsführung zu tun, nämlich ohne große Rücksicht auf eigene Verluste.

    Anders gesagt:
    Um Stalins Ehrgeiz zu befriedigen und beispielsweise zu bestimmten Zeitpunkten bestimmte Frontverläufe erreicht zu haben, war die Führung der Roten Armee bereit, horrende eigene Verluste hinzunehmen.
    Es gibt sogar Berichte, nach denen Soldaten mit lediglich minimaler Waffenausrüstung an die Front geschickt wurden.
    In vielen anderen Fällen wurden eigene Einheiten zu äußerst verlustreichen Frontalangriffen gezwungen, wo die Verluste der sowjetischen Angreifer trotz hoher Überlegenheit an Material(!) um ein Vielfaches höher waren als die der deutschen Verteidiger. Dies nicht nur bei Stalingrad, sondern auch bei der Operation Iskra (Januar 1943), wo trotz enormer Verluste frontal geführte Angriffe unternommen wurden, um den Seeweg nach Leningrad teilweise zu öffnen. Ein weiteres Beispiel ist die Lwiw-Sandomierz-Operation vom Sommer 1944, wo die sowjetischen Verluste mehr als doppelt so hoch waren wie die der Wehrmacht.

    Eine vergleichbar rücksichtlose Kriegsführung im Hinblick auf das Leben der EIGENEN Truppe wurde von den Briten und Amerikanern kaum je praktiziert und selbst die Wehrmacht zeigte sich erfolgreicher und bemühter im Hinblick auf die Vermeidung eigener Verluste – soweit das angesichts Hitlers Oberbefehl möglich war.

    Von daher ist es nicht korrekt, die sehr hohen sowjetischen Kriegsverluste – soweit sie gefallene Soldaten betreffen – allein dem Dritten Reich anzulasten.

    1. Von den ca. 27 Millionen getöteter Sowjetbürger waren ca. neun Mio. Rotarmisten, also Soldaten die im Krieg „gefallen“ sind.

      Die übrigen achtzehn (18) Millionen Menschen waren Kriegsgefangene, Verschleppte und all jene Menschen, die unsere liebevollen Väter im Vorbeigehen in den sowjetischen Ortschaften einfach nur so ermordet haben. Es sind Briefe überliefert von „Landsern“, die frohen Sinnes nach Hause von ihren Greueltaten geschrieben haben, etwa eine Dorfbevölkerung in die Kirche treiben, dann Kirche mittels leistungsfähigem Flammenwerfer anzünden – hei, wie schön das gebrannt hat! Nur mal so als Beispiel.
      Die Aushungerung der Leningrader Bevölkerung (1,1 Mo Tote) sollte vielleicht noch bekannt sein.
      Von den Frauen, die man nach der (Massen-)Vergewaltigung umgebracht hat, schrieb man nicht so häufig nach Hause. Man wusste wohl nicht so genau, wie Muttern oder Ehefrau so eine Sache beurteilen.

      Man liest übrigens unterschiedliche Zahlen, je nach Quelle. Die Dimension ist aber stets die gleiche. Und das Märchen, dass nur die besonders schlimmen SS-Truppen solche Greuel verübt hätten, ist eben das: ein Märchen. Der brave Landser, der ja angeblich „immer nur seine Pflicht getan“ hat, war fröhlichen Mutes mit von der Greuelpartie.

      Aber klar: Die hohen Menschenverluste in der Sowjetunion sind selbstnatürlich auf den kranken Ehrgeiz Stalins zurückzuführen. Ist eh klar.

      1. Gibt es hier keine Bearbeiten-Funktion mehr?
        Ich wollte noch ergänzen. dass Stalin vielleicht wirklich ein brutaler Kriegsherr war. Aber angesichts der Vernichtungsstrategie der Deutschen Wehrmacht hatten die Sowjets auch nicht sehr viel Zeit für ziselierte Taktiken, wenn von ihren Völkern noch etwas zählbares übrig bleiben sollte.

      2. @umbhaki

        Lesen Sie bitte noch einmal in Ruhe nach!

        Erstens habe ich nirgends Ihre Aussagen bestritten. Sie rennen also offene Türen ein.

        Zweitens bestreiten Ihre Aussagen auch nicht meine Aussagen, denn ich hatte mich ja ausdrücklich ausschließlich auf die im Kampf gefallenen Rotarmisten bezogen.

        Ihr zweiter Kommentar weiter unten trifft es aber schon etwas besser.
        Es ging Stalin bekanntermaßen darum, angesichts der häufigen Konferenzen mit Roosevelt und Churchill bestimmte „eigene“ Erfolge (also die einer Armeen) vorweisen zu können, um stärkere Verhandlungspositionen zu erreichen. Am bekanntesten ist in dieser Art der sog. Wettlauf nach Berlin, bei dem dann auch noch die beiden hohen Offiziere Schukow und Konew miteinander konkurrierten.

    2. Ehrlich gesagt finde ich Ihren Kommentar zu den vielen sowjetischen Opfern beckmesserisch und dabei geschmacklos.
      Natürlich sind sie alle ausnahmslos und voll und ganz dem faschistischen Deutschland, das den Krieg anzettelte, anzulasten.

  28. „Doch gibt es auch für Russland einen Weg zurück in eine zivilisierte und friedliche Welt: Der Weg dahin ist der militärische Sieg der Ukraine. Dies käme einer bedingungslosen Kapitulation* Russlands gleich.“

    Hier haben wir wieder den alten europäischen Kolonialherren, der die barbarischen Völker vorgibt, zivilisieren zu wollen, dabei geht es nur um Macht und Rohstoffe. Wie der Autor herausarbeitet, existiert diese würdevolle, friedliche und freiheitliche Welt, an der sich die Russen anpassen sollen, nicht.

    Diese wunderbar funktionierende Welt ist eine Chimäre der verlogenen Moral und die Frage, warum ein Vertreter dieser Denkschule gerne gehört und in Deutschland nicht gestoppt wird ist einfach. Den Deutschen gehen Ideale über alles und sie lügen sich die Welt gerne zurecht, wenn Informationen, die heilige Moral gefährden.

    Kiesewetter weiß, dass Journalisten und Politiker seinen moralischen Extremismus nicht grundsätzlich attackieren werden, weil sie seine Grundannahmen teilen. Da können keine Gegenfragen kommen, weil diese Fragen nach Informationen, die seine Position untergraben, Tabu sind. Anders in den USA. Die monströse Strippenzieherin Victoria Nuland fragt, ob Putin ein Monstrum sei und John Mearsheimer antwortet: Nein, das sei er nicht.

    Das wäre hier im Sch..land nicht möglich.

    *Von Erich Vad auf diese Forderung angesprochen, lügt Kiesewetter und behauptet, von einer Kapitulation sei nie die Rede gewesen. Dann schiebt er eine Provokation hinterher, indem er behauptet Vad könne nicht richtig lesen. Kann man sich bei Lanz ansehen.

  29. Anscheinens gibt es heute einige deutsche Politiker, die unbedingt auch einmal auf der Seite der Sieger stehen wollen.
    Ist ja mit 1871 auch schon eine Weile her … !

    Das Tragikomische daran ist nun, dass solche Leute heute möglicherweise aber ein drittes Mal dabei sind, sich und das eigene Lager zu überschätzen.

    Und wenn sie sich nicht überschätzen sollten, wird die Sache dadurch aber auch nicht besser.

  30. Der Umstand, dass Leute, wie Kiesewetter ihren schrecklichen Unsinn weitgehend ungehindert und so gut wie unwidersprochen herum posaunen können, macht mich wütend. So wütend, dass mein erster Kommentar zum Thema offenbar von der zuständigen KI oder ND kassiert wurde. Sei‘s drum.
    Angesichts der unsäglichen Kriegstreiberei eines Kiesewetter, aber auch einer Göring-Eckardt oder einer Strack-Zimmermann, um den Reigen der Schreckens zu ergänzen, ist es eine lässliche Sünde, sich im Ton zu vergreifen.
    Die Beweggründe solcher Sprachrohre der Verantwortungslosigkeit bleiben rätselhaft. Sie liegen im Dunkeln und geben etwa bei Frau Strack-Zimmermann bekanntem Engagement für einschlägige Geschäftsinteressen höchstens auch Anlass über Vorteile eher privater Natur zu spekulieren. Verwerflich bleiben dieser Versuch der Perpetuierung, Ausweitung und der Eskalation eines für sehr viele so tragischen Konflikts so oder so.
    Wer gibt sich für sowas her? Warum? Wo kommen solche Leute so plötzlich her? Wer hat die wo und zu welchem letzten Zweck gecastet?

  31. Das Land, das ‚wir‘ unterstützen…Hakenkreuze, Hitlergrüße, Korruption: Ukraine-Söldner aus Holland berichtet

    https://derstatus.at/politik/hakenkreuze-hitlergrusse-korruption-ukraine-soldner-aus-holland-berichtet-4540.html

    Mehrere Jahre war ein Niederländer als Freiwilliger in der Ukraine an der Front.

    Gegenüber einer niederländischen Zeitung berichtet er nun von seinen Erlebnissen.

    Dabei geht es um Korruption, Drohungen, Hitlergrüße, Hakenkreuze, ausbleibender Sold, Kriegsverbrechen und Angehörige kolumbianischer Drogenkartelle.

    Die Ukraine und die Front hat der Niederländer mittlerweile verlassen.

    Es sind Zustände, die sonst in den Medien kaum offen vorkommen. ALLES LESEN !!

  32. Im Ukraine-Krieg wächst das Risiko einer direkten Konfrontation des Westens mit Russland. Schlafwandeln wir wieder in einen Weltkrieg?

    https://weltwoche.ch/daily/im-ukraine-krieg-waechst-das-risiko-einer-direkten-konfrontation-des-westens-mit-russland-schlafwandeln-wir-wieder-in-einen-weltkrieg/?

    Die Warnung erfolgte auf hoher Ebene: Russlands Aussenminister informierte seinen US-Kollegen über geplante Schläge auf «Entscheidungszentren» in Kiew. Die USA sollten ihre Botschaft evakuieren.

    Folgen hatte es bis jetzt nicht. Einhellig versicherte der Westen, dass man sich nicht einschüchtern lasse.

    Ausserdem verstiessen Angriffe auf diplomatische Vertretungen gegen das humanitäre Völkerrecht.

    Schön, dass sich das herumgesprochen hat. Als die USA 1999 Chinas Belgrader Botschaft bombardierten, sah man das nicht so eng. ALLES LESEN !!

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