Auf den Spuren der deutschen Vergangenheit

„The latest Chinese wall“ – Puck Magazine 1901. Bild: gemeinfrei

Die Ursprünge der russlandfeindlichen Außenpolitik.

 „Ich kenne hundert Möglichkeiten, einen russischen Bären aus seiner Höhle zu locken. Aber nicht einen Weg, ihn wieder zurück in seine Höhle zu bekommen.“ – Otto von Bismarck

1. Deutschbalten und die Entstehung der Anti-Russlandpolitik

In seinem Werk „Krieg der Illusionen – Die deutsche Politik von 1911 bis 1914“ (1969) widmet Fritz Fischer im 4. Kapitel der Einleitung mehrere Seiten der „Ideologie der deutschen Russlandfeindschaft“. „Der seit der Bismarckspätzeit sich abzeichnende Einfluss der publizistischen Tätigkeit baltendeutscher Emigranten auf die Wandlung der traditionellen Russophilie der preußischen Konservativen zu einer Russophobie wird von ihm hocheingeschätzt“, kommentierte Fritz Epstein 1973 Fischers Analyse dieser russlandfeindlichen Ideologie1.

Theodor Schiemann (1847-1921), Johannes Haller (1865-1947) und nicht zuletzt Paul Rohrbach (1869-1956) werden dabei als „die Haupteinpeitscher russlandfeindlicher Stimmungen genannt“.

In seinem 1915 erschienen Werk „Russland und wir“ warnte Rohrbach vor der „russischen Gefahr“ und forderte vehement die Abspaltung der Ukraine vom Russischen Reich: „Die letzte und entscheidende Voraussetzung dafür, dass die russische Macht aufhört, eine zunehmende Gefahr für Deutschland und für die europäische Kultur zu bilden, ist die Lostrennung der Ukraine von dem Gesamtkörper des moskowitischen Russlands.“2  Zbigniew Brzezinski war also nicht der erste mit seiner Behauptung: Ohne die Ukraine könne Russland kein Imperium bleiben.

Ins gleiche Horn blies auch ein anderer Deutschbalte, Professor an der Universität Tübingen, Johannes Haller, mit seinem Beitrag „Die russische Gefahr im deutschen Hause.“3 „Wer die Hallersche Schrift gelesen hat“ – meint Rohrbach im Vorwort – „wird wissen, auf welchen Zusammenhang es hier ankommt: die Bändigung der Revolution durch Entfesselung des Panrussismus.“4

Bereits in einem anderen Vorwort zum Beitrag „Russlands Ländergier“ von einem anderen Deutschbalten, Richard Pohle (1869-1926), sinnierte Rohrbach unnachahmlich über den „russischen Willen zur Ausdehnung der Grenzen Russlands und zur Unterwerfung der Nachbarn.“

Erstaunlich sei „die Ungeheuerlichkeit und Konsequenz, mit der sich das russische Eroberungsprinzip in der russischen Geschichte bis heute ausgewirkt hat.“ Die Land- und Eroberungsgier gehe allerdings laut Rohrbach mit Russlands Unfähigkeit einher, „die unterworfenen, ihm ursprünglich fremden Gebiete innerlich mit seinem Volks- und Staatskörper zu vereinigen. Es ist immer nur imstande gewesen, erst zu erobern und dann die Eroberten zu vergewaltigen, nie aber sie organisch zu assimilieren. Darin zeigt sich die innere Schwäche der Russen“ (S. 4).

Wie kein anderer verkörpert der Deutschbalte Rohrbach die russlandfeindliche Strömung in der deutschen Politik und „die Kontinuität einer bestimmten ostpolitischen Konzeption, die die deutsche Politik im Ersten wie im Zweiten Weltkrieg mitbestimmt hat: Zerschlagung Russlands in verschiedene Einzelstaaten – darunter als wichtigster die Ukraine -, die als Rohstofflieferanten und Industrieabnehmer unter indirekter oder direkter deutscher Herrschaft die Basis für Deutschlands Weltmachtstellung bilden sollten.“5

Noch kurz vor seinem Ableben schrieb Rohrbach 1952:

„Gibt es kein Mittel, dem ‚kalten Krieg‘ zu begegnen, in dessen Führung Moskau … eine solche Meisterschaft und Hartnäckigkeit beweist? Von diesem Mittel haben wir eben gehört: Entbindung der zentrifugalen Kräfte innerhalb der Sowjetunion! Die stärkste der zentrifugalen Kräfte ist das nationale Bewusstsein des ukrainischen Volkes mit seinem Willen zu eigener Staatlichkeit.“6

Rohrbachs Träume der 1950er-Jahre waren die gleichen wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts und sind heute ebenso Realität geworden, wie die Eigenstaatlichkeit der Balten nach dem Untergang der Sowjetunion. Nichtsdestotrotz sind die Balten heute das geblieben, was der Deutschbalte Rohrbach sein Leben lang immer schon war: die europäischen Haupteinpeitscher der russlandfeindlichen Stimmung und Politik in Europa.

In Lettland, Litauen und Estland haben sich seit ihrer Unabhängigkeit russlandfeindliche Regime herausgebildet, in denen selbst die geringste prorussische Einschätzung der Ereignisse die Aufmerksamkeit der Sicherheitskräfte auf sich zieht und russischer Einfluss in Medien, Politik und Bildung gezielt verdrängt wird.

Gleichzeitig stellen die ultranationalistischen Machteliten im Baltikum demonstrativ ihre Militanz gegen Russland zur Schau, verschärfen die Einwanderungskontrollen und erklären der Öffentlichkeit, es gebe keinen „Weg zurück zu einem normalen Leben mit Russland“. Baltische Machteliten zielen bis heute darauf ab, alle humanitären und politischen Beziehungen zu Russland zu kappen und die gemeinsame historische Vergangenheit zu revidieren.

Die EU-Außenbeauftragte, Kaja Kallas (geb. 1977), ist dafür ein beredtes Beispiel! Es bewahrheitet sich erneut, wie so oft, Goethes Wort: „Es erben sich Gesetz und Rechte wie eine ew’ge Krankheit fort.“

„Nach dem Zweiten Weltkrieg“, meinte Peter Borowsky im Jahr 1973, „fiel für Rohrbach das deutsche und das europäische Interesse an der unabhängigen Ukraine zusammen: Der ukrainische Nationalismus sollte als ‚Sprengmittel‘ gegen die ‚bolschewistische Gefahr‘ eingesetzt werden.“7

Ein halbes Jahrhundert später ist der Bolschewismus längst tot. Und trotzdem setzen die EU-europäischen Machteliten den ukrainischen Nationalismus immer noch als „Sprengmittel“ gegen „die russische Gefahr“ ein. Was macht das schon einen Unterschied, ob Russland heute „rot“ und „totalitär“ oder „weiß“ und „autoritär“ ist?

Schließlich hat die Estin, Kaja Kallas, uns „glaubhaft“ versichert, dass Russland „in den letzten 100 Jahren 19 Länder“ überfallen hat. Sie muss es ja qua Amt „wissen“, unsere Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik!

Und wer garantiert uns, dass es beim „20. Mal“ nicht die EU und/oder Deutschland überfällt? Der Deutschbalte, Richard Pohle, warnte uns ja schon 1916: „In ihrer ganzen riesenhaften Größe steht sie da, die russische Gefahr“8.

2. Die Bismarckspätzeit

Aber vielleicht sollten die EU-Europäer mit der Estin Kaja Kallas an der Spitze der „russischen Gefahr“ zuvorkommen und einen Präventivkrieg führen, damit sich der Überfall nicht zum „zwanzigsten Mal“ wiederholt? Von einem Präventivkrieg gegen Russland hat schon Bernhard von Bülow (Erster Botschaftsrat in St. Petersburg (1884-1888) und der spätere Reichskanzler (1900-1909)) geträumt.

Während seiner Petersburger Zeit fand ein dramatischer Wandel in der Außenpolitik der europäischen Großmächte statt. Bülows Hauptaufgabe bestand deswegen darin, die von Otto von Bismarck vorgegebene Annäherungspolitik an Russland diplomatisch abzusichern. Das ist ihm allerdings gründlich misslungen.

Was ist passiert? Am 18. Juni 1881 wurde ein neuer Vertrag zwischen Russland, Deutschland und Österreich-Ungarn unterzeichnet. Die Länder vereinbarten im Falle eines Krieges zwischen einem der Teilnehmer und einer vierten Macht neutral zu bleiben.

Russland garantierte Deutschlands Neutralität im Krieg gegen Frankreich und Deutschland und Österreich garantierten Russlands Neutralität für den Fall eines Konflikts mit England oder der Türkei.

Am 20. Mai 1882 schlossen Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien einen geheimen Dreibund  gegen Frankreich. Der österreichisch-deutsche Einfluss auf dem Balkan begann wiederum Russland zu verdrängen, was Mitte der 1880er-Jahre zum Zusammenbruch des Dreikaiserbündnisses führte.

Nachdem Deutschland Russland Finanzkredite verweigert hat, begannen französische Banken aktiv Kredite an die russische Wirtschaft zu vergeben und finanzierten so den Bau der Transsibirischen Eisenbahn.

Zu Beginn der 1890er-Jahre hat sich die wirtschaftliche Annäherung zu einem militärischen französisch-russischen Bündnis entwickelt. Zuvor wurde am 18. Juni 1887 zwischen Russland und Deutschland (unter Beteiligung vom Reichskanzler Otto von Bismarck und germanophilen russischen Botschafter in Großbritannien, Graf Peter A. Schuwalow) der Rückversicherungsvertrag unterzeichnet, der freilich die Verschlechterung der russisch-deutschen Beziehungen nicht mehr aufhalten konnte.

Vor diesem außenpolitischen Hintergrund muss man auch Bülows Privatschreiben vom 10. Dezember 1887 an Friedrich von Holstein (1837-1909) verstehen. Darin empfiehlt Bülow einen Präventivkrieg gegen Russland, „gekrönt nach dem selbstverständlichen deutschen Sieg neben anderen exzessiven Forderungen durch Abschnürung Russlands von der Ostsee und dem Schwarzen Meer.“9

Wörtlich schreibt Bülow an Holstein am 10. Dezember 1887 aus St. Petersburg:

„Wir müssen eventuell dem Russen so viel Blut abzapfen, dass derselbe … 25 Jahre außerstande ist, auf den Beinen zu stehen. … Wir müssten die wirtschaftlichen Hilfsquellen Russlands für lange hinaus durch Verwüstung seiner Schwarzerde-Gouvernements, Bombardierung seiner Küstenstädte, möglichste Zerstörung seiner Industrie und seines Handels zuschütten. Wir müssten endlich Russland von jenen beiden Meeren, der Ostsee und dem Pontus Euxinus, abdrängen, auf denen seine Weltstellung beruht. Ich kann mir Russland wirklich und dauernd geschwächt doch nur vorstellen nach Abtrennung derjenigen Gebietsteile, welche westlich der Linie Onega-Bai-Waldaihöhe-Dnjepr liegen. Ein solcher Friede möchte … nur zu erzwingen sein, wenn wir an der Wolga stünden …“10

Wie aktuell klingen doch diese Zerstörungs- und Eroberungsphantasien! Alles, was das Herz sich wünscht, war da angesprochen: Wirtschaftskrieg, Eroberungsfeldzug und sogar Vernichtungskrieg! Freilich gingen Bülows Kriegspläne der Zeit weit voraus.

Die Zeit war noch nicht reif. Noch war Bismarck Reichskanzler. Und folgt man dem Urteil des Publizisten Ernst Jäckh (1875-1959), so war Bismarcks Russlandpolitik „weder antirussisch noch prorussisch, sondern … bestimmt, wenn nicht diktiert durch eine geheime Furcht vor Russland. Wegen seines ‚panslawischen, revolutionären, nihilistischen, aggressiven Charakters‘ habe Bismarck in Russland eine ‚furchtbare konstante Drohung‘ gesehen. Im Gegensatz zu Napoleon und Hitler war er aber gegen einen russischen Krieg, den er als das ‚größte Übel‘ bezeichnete wegen der ‚Unzerstörbarkeit der russischen Nation‘.“11

Die Stimmung ändert sich allmählich nach Bismarcks Ära in den 1890er-Jahren und zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Zeitalter der sog. „Weltpolitik“ als Kolonialpolitik. „Erst mit dem imperialistischen Zeitalter entstand so etwas wie Weltpolitik, ohne die wiederum der totalitäre Anspruch auf Weltherrschaft keinen Sinn gehabt hätte“, urteilt Hannah Arendt12.

Bismarck war nunmehr dem Vorwurf ausgesetzt, dass er als „Kontinentalpolitiker“ nicht mehr für eine deutsche Weltpolitik aufgeschlossen gewesen sei. „Aus einer Russophobie Bismarcks im Alter“ erklärte der Meinecke-Schüler, Ulrich Noack, in seinem Werk „Bismarcks Friedenspolitik und das Problem des deutschen Machtverfalls“ (1928) „das Versäumnis des Reichsgründers, Deutschlands Zukunft zu sichern, die russische Gefahr für Deutschland durch Niederwerfung Russlands ein für alle Mal zu bannen.13

3. Von der Friedenspolitik zur Kriegspolitik?

Im Zeitalter der „Weltpolitik“ als Kolonialpolitik fand nach der Entlassung von Reichskanzler Otto von Bismarck im März 1890 ein Kurswechsel von Bismarcks vorsichtiger Bündnispolitik hin zur aggressiven Weltmachtpolitik unter Kaiser Wilhelm II. statt. Der geheime Nichtangriffsvertrag mit Russland wurde 1890 nicht verlängert. Wilhelm II. wollte eine weltweite Rolle spielen und eine stärkere militärische und wirtschaftliche Präsenz zeigen.

Hat Besorgnis über eine unberechenbare Natur Russlands Bismarcks Russlandpolitik Vorsicht walten lassen, so hat die Wilhelminische „Weltpolitik“ im Zeitalter des Imperialismus jede Vorsicht vermissen lassen.

Neben der aggressiven Machtpolitik dürfen auch rassenbiologische Ressentiments nicht unerwähnt bleiben, die die Russen als rassisch „minderwertig“, „unzivilisiert“ und „unterentwickelt“ betrachteten.

Im Zeitalter des Sozialdarwinismus kennen die Phantasmagorien über Russen und ihre rassenbiologischen Eigenschaften keine Grenzen. So schreibt der deutschbaltische Kulturhistoriker Viktor Hehn (1813-1890) über die „russische Volksseele“ in den erst nach seinem Ableben 1892 erschienenen „Tagebuchblättern aus den Jahren 1857-1875“: „Der Russe besitzt eine große Gelenkigkeit der Glieder, aber diese gleicht mehr den Windungen allzu locker zusammengenähter Puppenteile, als dem freien, stählernen, maßvollen Fluss aller Bewegungen, den wir bei edel organisierten Völkern bewundern. Das russische Auge hat etwas Gläsernes und Oberflächliches, und hieran kann ein aufmerksamer Beobachter auch die jungen Schönheiten der höheren und höchsten Stände sogleich erkennen: da bricht kein Strahl aus den Jungesten der Seele, da spricht kein bewölkter Blick von schwärmerischem Entzücken. Hierzu stimmt der Mangel an spontaner Schöpferkraft und individueller Vertiefung, sowie an Idee und Idealität, der das russische Naturell auszeichnet. Alles, was Russland eigentümlich zu sein scheint, ist … entlehnt und von den Nachbarn aufgenommen. … erfunden hat Russland nichts. … Mit dem Mangel an produktiver Originalität hängt ein anderer Charakterzug, der Mangel an Idealität, im russischen Naturell zusammen. … Der Verführung durch Phantasie ist der Russe am wenigsten ausgesetzt.“14

Als der Herausgeber des Werkes war Theodor Schieder von Hehns Ausführungen begeistert. Im Vorwort zu seinem Werk schreibt er euphorisch: „Wenn wir nun diese rasch hingeworfenen, stets unter dem Eindrucke des Augenblicks niedergeschriebenen Notizen, Betrachtungen und Anekdoten in Buchform unter dem von Hehn selbst gewählten Titel: ‚De moribus Ruthenorum‘ herauszugeben uns entschlossen haben, so geschieht es auf Grund der Erwägung, dass hier ein Kenner ersten Ranges sein Urteil über das russische Volkstum niedergelegt hat.“15 

Im Einvernehmen mit dem „Kenner ersten Ranges“ fügt Schieder ergänzend hinzu: „Gegenüber der in Deutschland landläufigen Überschätzung der Macht des russischen Kolosses, wies er auf die tönernen Füße des Riesen hin – die mores Ruthenorum schienen ihm den Satz zu widerlegen, dass diese Rasse den inneren Gehalt habe, um einer seit Jahrhunderten erarbeiteten Kultur Herr zu werden. Der russische formale Realismus erschien ihm ohnmächtig den idealen Kräften des Abendlandes gegenüber, und wenn ihm auch je länger je mehr die Hoffnung schwand, die große Entscheidung zwischen Ost und West, zwischen russischem Orient und abendländischem Wesen zu erleben – die Zuversicht blieb ihm, dass die Entscheidung erfolgen müsse und welches der Ausgang sein werde, lehrte ihn seine Kenntnis der mores Ruthenorum.“16

Ist also der auf den „tönenden Füßen“ stehende „russische Koloss“ im Gegensatz zu Bismarcks Mutmaßung doch kein „Mastodon“? Und ist die russische „Rasse“ mit ihren „mores Ruthenorum“ wirklich ohnmächtiger als das „abendländische Wesen“ mit seinen „idealen Kräften“?

Vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges beobachten wir mit zunehmender Tendenz eine deutliche Parallele zwischen einer rassenbiologischen Beurteilung und kulturellen Herabstufung der „minderwertigen“ russischen „Rasse“ und der geopolitischen Verunglimpfung und Herabwürdigung von „Putins Russland“. Von der Sprache eines Bismarcks, der Russland zwar distanziert, aber immerhin mit Respekt behandelte, kann überhaupt keine Rede mehr sein.

Das „rassisch hochwertigere“, „edel organisierte“ Deutschland möchte heute dem „Kriegsverbrecher“ Putin und dem „aggressiven“ Russland nicht einmal Respekt zollen. Werden Bismarcks Friedenspolitik mit Russland und „Nie wieder Krieg“ der Bonner Republik heute durch „Endlich wieder Krieg“ substituiert, um „Russen zu töten“, wie ein gewisser Michael Martens kürzlich gefordert hat?

„How can we help you kill more Russians?“, lautete seine Frage. Es ging um die „Russentötung“, nicht um die Tötung der „russischen Soldaten“, wie man dann in manchen deutschen Medien verschämt übersetzt hat. Von „Nie wieder Krieg“ zu „Endlich wieder Krieg“, vom „Russenhass zur Russentötung?“17

Kehren die deutschen Machteliten erneut zu den „glorreichen Zeiten“ der Russlandfeindschaft und Vernichtungsphantasien zurück? Wenn man hört, was manche Bundestagsabgeordneten empfehlen, dann wundert man sich über nichts mehr.

Wie die deutschen Medien am 10. August 2026 berichteten, will der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums zur Kontrolle der Nachrichtendienste, Marc   Henrichmann (geb. 1976), „Geheimdienste zu Cyber-Präventivschlägen gegen russische Drohnenhersteller befähigen“.

„Wir müssen wirklich unsere Dienste befähigen, dass sie im Idealfall auch die Angriffsdrohne in Russland oder die Fabrik, die sie herstellt, lahmlegen und ausschalten, bevor sie sich gegen den deutschen Flughafen oder gegen die Sicherheit von Leib und Leben von Menschen in Deutschland richtet“, sagte Henrichmann dem TV-Sender „Welt“.

Ob dieser CDU-Abgeordnete begreift, was er da empfiehlt? Das wäre nicht mehr und nicht weniger als einem (modernen) Präventivkrieg gegen Russland das Wort zu reden. Der Reichkanzler Bernhard von Bülow hätte sich sehr darüber gefreut. Die deutsche Bevölkerung auch?

 

Anmerkungen

 

  1. Epstein, F. T., Der Komplex „Die russische Gefahr“ und sein Einfluss auf die deutsch-russischen Beziehungen im 19. Jahrhundert, in: Imanuel Geiss u. a. (Hrsg.), Deutschland in der Weltpolitik des 19. und 20. Jahrhunderts. Bertelsmann Universitätsverlag 1973, 143-159 (145).
  2. Rohrbach, P., Russland und wir. Stuttgart 1915, 55.
  3. Haller, J., Die russische Gefahr im deutschen Hause, in: Rohrbach, P. (Hrsg.), Die russische Gefahr. Beiträge und Urkunden zur Zeitgeschichte. Stuttgart 1917, 5.
  4. Rohrbach, P. (Hrsg.), Die russische Gefahr. Beiträge und Urkunden zur Zeitgeschichte. Stuttgart 1916, 3.
  5. Borowsky, P., Paul Rohrbach und die Ukraine. Ein Beitrag zum Kontinuitätsproblem, in: Imanuel Geis (wie Anm. 1), 437-462 (437).
  6. Rohrbach, P., Die ukrainische Frage, in: Vergangenheit und Gegenwart I, Heft 3 (1952), 12; zitiert nach Borowsky (wie Anm. 5), 437 FN 3.
  7. Borowsky (wie Anm. 5), 462.
  8. Pohle, R., Russlands Ländergier, in: Rohrbach (wie Anm. 4), 14.
  9. Epstein (wie Anm. 1), 145.
  10. Zitiert nach Epstein (wie Anm. 1), 145 f. FN 8.
  11. Zitiert nach Epstein (wie Anm. 1), 146.
  12. Arendt, H., Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. München Zürich 1986, 215.
  13. Zitiert nach Epstein (wie Anm. 1), 147.
  14. Hehn, V., De moribus Ruthenorum. Zur Charakteristik der russischen Volksseele. Tagebuchblätter aus den Jahren 1857-1875. Hrsg. v. Theodor Schiemann. Berlin 1892, 6 ff.
  15. Schiemann, Th., Vorwort, in: Hehn (wie Anm. 14), 12.
  16. Schiemann (wie Anm. 15), 13 f.
  17. Silnizki, M., Vom Russenhass zur Russentötung? Die Rückkehr des Militarismus in Deutschland und Europa, 20. Juli 2025, www.ontopraxiologie.de.
Michael Silnizki

Michael Silnizki (20. Juni 1957) immigrierter 1976 nach Israel aus der Sowjetunion, wo ich 6 Jahre verbrachte. Im Januar 1982 wanderte ich nach Deutschland ein. An der Uni. zu Köln absolvierte ich geisteswissenschaftliche Studien (Philosophie, gr. Philologie, kath. Theologie). 1987 und in den 1990er-Jahren arbeitete für Forschungsinstitute: BIOst (Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien) und Max-Planck-Institut f. Europäische Rechtsgeschichte. Ab Anfang des Jahrhunderts bin ich sozusagen ein Privatgelehrter und habe mehrere Bücher und zuletzt ca. 250 Studien geschrieben, die auf meiner Webseite: www.ontopraxiologie.de zu finden sind.
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58 Kommentare

  1. @Otto Motto
    „Wann hat eigentlich seine Frau Hannelore Geburtstag? Über die wird immer sehr wenig berichtet. Eigentlich schade.“

    Überhaupt nicht schade; Daten sind im übrigen zu googlen!

  2. Na das ist ja mal was neues das man sich in Europa früher querbeet gegenseitig umgebracht hat.
    Nur Super-Putin und seine Jünger sind derart wohlstandsverwahrlost um daraus eine Opferrolle zu konstruieren.

    1. @ Vende: Super beobachtet und was gelernt, da gibt es nichts zu meckern.
      Weiter ist nach dem Artikel zu lernen, dass Merz & Jünger die Pose der Opferrolle, die sie schelmisch Vorwärtsverteidigung nennen, eben aus Tradition beherrschen, und dass es hierzulande zu dieser Klientel sowohl Wohlstandsverwahrloste als auch jene ohne jeglichen Wohlstand existieren, darüber gibt Ihr Kommentar beredt Auskunft.

    2. Der erweiterte Infinitiv erfordert in diesem Fall noch das Komma. Bitte noch ergänzen. Dann hätten wir es syntaktisch glattgezogen. Somatisch muss man sagen, dass die Wohlstandsverwahrlosung in diesem Kontext kein echter Charakterzug, sondern hier lediglich ein Mittel zum Zweck ist: nämlich eine negative, abwertende Beurteilung. Dies wird noch verstärkt durch den Begriff „Jünger“. Häufig religiös oder sektiererisch konnotiert. Es suggeriert blindes, unkritisches Folgen statt rationalem Handeln. Die Schlussfolgerung „um daraus eine Opferrolle zu konstruieren“ impliziert, dass kein echtes Leid vorliegt, sondern eine Situation bewusst manipuliert wird, um Mitleid oder moralische Überlegenheit zu erzeugen. Wenn keine Argumente ad rem vorliegen, dann wird eben ad hominem beleidigt.

  3. Marc Henrichmann: „Wir müssen wirklich unsere Dienste befähigen, dass sie im Idealfall auch die Angriffsdrohne in Russland oder die Fabrik, die sie herstellt, lahmlegen und ausschalten, bevor sie sich gegen den deutschen Flughafen oder gegen die Sicherheit von Leib und Leben von Menschen in Deutschland richtet…“

    Wird denn Heinrichmann durch die Dienste, deren „Kontrollausschuss“ er vorsetzt, nicht darauf hingewiesen, dass es jetzt bereits Realität ist, dass deutsche Waffen Leben in Russland auslöscht, sogar bis vor kurzem auch wieder deutsche Großkatzen über Kursker Erde rollten (auch wenn sie das gleiche Ende wie ihre Vorgänger vor 83 Jahren nahmen)? Warum dann die Empörungswelle, als Russland eine Auswahl auch deutscher Ziele veröffentlichte, die für die Produktion dieser Waffen verantwortlich sind?

    Ach ja, was wären wir nur ohne die deutsche, überhebliche Doppelmoral…

    1. Ohne Javelins die Donald geliefert hat wäre die Ukraine jetzt eine weitere Privat-Hölle Putin nach dem Strickmuster Tschetschenien.

      Ist das erstrebenswert?

      1. „Ohne Javelins die Donald geliefert hat wäre die Ukraine jetzt eine weitere Privat-Hölle Putin nach dem Strickmuster Tschetschenien.

        Ist das erstrebenswert?“

        Keine Ahnung, Ihren wilden Spekulationen schließe ich mich nicht an. Was hat Ihr Kommentar (resp. Ihre Frage) mit der aufgeworfenen Thematik zu tun?

        1. Warum soll die Ukraine sich nicht um ihren eigenen Kram kümmern, wozu braucht es einen Putin der die Ukraine beherrschen will?


          Ich habe mich in den letzten drei Jahren mit dutzenden jungen Russen und Russinnen unterhalten, die den größten Teil des Jahres in Moskau oder St. Petersburg leben. Sie sind nicht anders als die progressiven jungen Menschen in Deutschland oder Indien und halten auch ihren 73-jährigen Putin für einen geistigen Neandertaler.

          https://overton-magazin.de/top-story/wenn-delhi-moskau-waere/

          1. Ich habe mich in den letzten 4 Jahren mit zig jungen Russinnen und Russen unterhalten. Sie halten den Wertewesten für das Heuchlerischste der letzten 100 Jahre.

            1. „Sie halten den Wertewesten für das Heuchlerischste der letzten 100 Jahre.“

              Wofür Russen den Wertewesten halten, ist vollkommen urrelevant für mich. Denn nicht der Wertewesten hat nach über 4 Jahren eines Vernichtungskrieges gegen ein Nachbarland 2 Mill.Tote und Kriegsversehrte -1,5 Mill auf der russischen und halbe Million auf der ukrainischen- produziert, sondern Russland. Nicht wir, die Wertloswessis, liegen neben Leichenbergen mit Putin im Bett, sondern die Russen. Der grösste Kriegsverbrecher und Massenmörder des 21 Jhrds. verweilt nicht in einer der europäischen Metropolen des Wertloswestens, sondern in Moskau der traditionellen russischen Werte.

              1. Ich konnte trotz intensiver Recherche im Internet keine Hinweis finden, dass einer Person namens Cromwell die Meinung der Russen (…) irrelevant erscheint. Insofern ist Ihre diesbezügliche Meinung unwichtig.
                Bei den erwähnten Zahlen liegen Sie allerdings weit daneben: lt. der liebenswürdigen Frau Dr. Strack-Zimmermann werden von Putin täglich 100 Millionen Personen umgebracht.

                Weiters hat der Wertewesten noch NIE in Kriegen Menschen umgebracht, da er ausschließlich humanitäre Friedensaktionen durchführt!

          2. „Warum soll die Ukraine sich nicht um ihren eigenen Kram kümmern, wozu braucht es einen Putin der die Ukraine beherrschen will?


            Ich habe mich in den letzten drei Jahren mit dutzenden jungen Russen und Russinnen unterhalten, die den größten Teil des Jahres in Moskau oder St. Petersburg leben. Sie sind nicht anders als die progressiven jungen Menschen in Deutschland oder Indien und halten auch ihren 73-jährigen Putin für einen geistigen Neandertaler.
            ““
            Ja, die gibt es. Nicht wenige sogar. Bei einem Schulaufsatz würde es aber heißen, dass Sie komplett versagt haben: Thema verfehlt. Eigentlich hatte ich Ihre Argumentation mal etwas besser in Erinnerung. Es scheint ziemloich schwierig für Sie zu sein, thematisch und sachlich zu argumentieren. Ich kann es Ihnen kaum verübeln. Ist schon Mist, wenn Auftrag und Realität so weit auseinander divigieren.

            Auch wenn es jetzt am eigentlichen Thema von mir vorbei ist, will ich nur Eines darauf erwidern: Ich habe in den vergangenen 13 Jahren mit dutzenden Ukrainern gesprochen, auch solchen, die im Rahmen der sogenannten ATO gedient haben. Den meisten von ihnen stößt die Verlogenheit des Westens auf. Sie werden es nicht glauben, aber sie wollen nicht gegen ihre eigenen Verwandten im Osten der Ukraine kämpfen. Das wollten schon die ersten „russischen Eliteeinheiten“ 2014 verhindern, als diese sich, verkleidet im Gewand von alten Omis mit Kopftuch und Schürze, den ukrainischen ATO-Einheiten in den Weg stellten. Ziemlich hinterhältig, diese Russen…

      2. Sie sind ja so ‚informiert‘, deshalb möchte ich sie mal fragen:
        Was hat es eigentlich mit der Vorliebe der ukrainischen Streitkräfte auf sich, immer und immer wieder zivile Busse anzugreifen? Heute wieder in der LNR mit mindestens 9 Tote. Sind das auch ‚unsere europäischen Werte‘? Stimmt Merz dazu auch das ‚Slava Ukrainij‘ an?

      3. So ist sie halt die Privathölle Selenskys und seiner faschistischen Gefolgsleute, denn u.a. für sie dürfen sie verrecken. Ausserdem für US- und europäische Interessen.
        Das ist erstrebenswert!

        1. Russland hat sich wie schon seit Jahrhunderten den stärksten Kriegsherren der Tschetschenen geschnappt und zu seinem Vasallen und Statthalter gemacht. Der regiert dann für Moskau dort und hält die anderen Sippen klein. Ab und zu muss er dann als Loyalitätsbeweis ein paar seiner Truppen im Auftrag des Kreml entsenden. Zum Beispiel in die Ukraine.

  4. Es geht viel einfacher. Es gibt im Kapitalismus kein Primat der Politik. Die Politik ist nur executives Organ der Herrschenden, also des Kapitals. Spätestens Mackinder hat den Hunger Westeuropa auf Russland geklärt. Deutschland ist einfach das letzte westliche Land, bevor im Osten die Slawengebiete beginnen. Damit ist die Rolle als Frontstaat auch logisch.

  5. Wenn ich es richtig erinnere, hatten die sozialistischen und Arbeiterpartein, die damals noch sozialdemokratisch waren, vor dem Ersten Weltkrieg beschlossen, dass, wenn es zum Ausbruch des Krieges kommen sollte, den damals alle erwarteten, die Proletarier aller Länder nie wieder aufeinander schießen würden, sondern die Waffen gegen ihre Ausbeuter richten werden. So kam es dann nicht , wie wir alle wissen. Millionen starben auch noch in WKII, der eine unmittelbare Folge des ersten war.
    Noch vor dem ersten aber ließ der Parteivorstand der deutschen Sozialdemokraten an die Regierung – ich habe vergessen ob sie an den Kanzler oder den Kaiser schrieben – und ihm versichern, dass die deutsche Sozialdemokrati, wenn es gegen die russischen Unholde geht – das wurde schon damals personalisiert und man sprach vom „russischen Selbstherrscher“ – geschlossen hinter der Führung stehen werden.

    Nichts Neues unter der Sonne.

  6. Kann sich jemand vorstellen, dass Staaten wie Estland, Lettland und Litauen von der Öffentlichkeit wahrgenommen worden wären, wenn es keinen, Jahrzehnte lang andauernden Konflikt zwischen den USA und seinen westeuropäischen Vasallen gegen die Sowjetunion und heute gegen Russland gegeben hätte? Wohl kaum.

    In diesem Konflikt sehen diese Staaten ihre Chance und die Möglichkeit Einfluß zu nehmen, ohne diesen Konflikt würden die wenigsten Menschen in der Welt diese Staaten überhaupt zur Kenntnis nehmen.

    Das gleiche gilt für die ukrainischen Rechtsextremen, bis zum Beginn des 2. Weltkriegs, spielten sie in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle, dass änderte sich aber nach dem Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion, mit der Unterstützung Wehrmacht bekamen sie die Möglichkeit ihre massenhaften Verbrechen zu begehen.

    Seit dem Ende des 2. Weltkriegs, werden sie als Hilfskräfte der US-Imperialisten gegen die Sowjetunion und heute gegen Russland benutzt, sollte der Konflikt zwischen den USA und Russland jemals enden, dann gäbe es für die ukrainischen Nazis keine Verwendung mehr und dann würden sie wieder bedeutungslos.

    Bemerkenswert, wie Migranten wie Zbigniew Brzezinski ihre Position in den USA ausgenutzt haben um den Konflikt gegen Russland am Laufen zu halten

    1. heno: Was meinen Sie, wo nach der Niederlage der Ukraine die Asow Nazis bleiben?
      Sie werden nach Deutschland flüchten !! Waffen werden sie schon, von uns Deutschen
      finanziert, im großen Stiele in Deutschland gelagert haben. Nein, nicht die zwei Pistolen,
      die unser Geheimdienst so ganz zufällig bei seinem Betriebsausflug im Wald gefunden
      hat. Da werden sicher schon Waffen mit etwas Wumms möglicherweise sogar in der
      Ukrainischen Botschaft lagern.

      1. Davor die Beute des neuen polnischen Nationalstaates… sollte man nicht vergessen.
        Die Sowjetunion, als Erbe Russlands, betrachtete das Baltikum als legitimes rusisches gebiet, was es ja bis zum Untergang Russlands auch war. Das ist nicht ganz das Selbe, wie z.B. die Ansprüche des neuen Nationalstaates Polen.

        1. Dann sollte Russland unbedingt auch Finnland wieder einfordern. Oder sollte das Schweden machen, die hatten da auch mal die Hand drauf? Oder doch eher die Dänen?

          Vermutlich macht der Status Quo am meisten Sinn. Finnen regieren in Finnland, Ukrainer in der Ukraine, Balten ihre eigenen demokratischen baltische Republiken und der Zar das russische Sh.. hole.

          1. @No Otto:

            Und was ist mit den Russen in der Ukraine oder will hier jemand das nato-olivgrüne 🪖 Propaganda-Märchen erzählen, dass alle Bürgerinnen und Bürger in der Ukraine reinrassige „Ukrainer“ wären? Werden die dann mit Gewalt „umgesiedelt“ oder was passiert mit denen? Was passiert mit denen?

            Wenn der Führer des Großisrealischen Reiches zusammen mit dem lupenreinen „demokratischen“ Imperator aus dem Weißen Haus in Washington den Gaza bombardiert und mit Raketen beschießt, um das Gebiet von vier und fünf Jahre alten „Terroristen“ zu „reinigen“, dann ist das offensichtlich kein Problem und vollkommen in Ordnung oder?

            Warum fällt mir da der Begriff Doppelmoral ein und was ist Doppelmoral, denn viele Bürger wissen nicht, was das ist? Im Wort Doppelmoral steckt zwar auch das Wort „Moral“ drin, aber DOPPEL-Moral bedeutet, vergleichbare oder identische Sachverhalte nach unterschiedlichen moralischen oder ethischen Maßstäben zu beurteilen – je nachdem, wer betroffen ist oder welche Interessen dahinterstehen. Beispiel: Wenn ein armer Mann einen reichen Mann ermordet, dann ist das moralisch verwerflich, wenn ein reicher Mann einen armen Mann ermordet, dann wäre das moralisch in Ordnung.

            1. Die Russen in der Ukraine sind Ukrainer.
              Ich kenn da ein paar aus Wien. Sind schon lange Deutsch.
              Bekannte von mir, urdeutsche sozusagen sind jetzt Neuseeländer.
              Und ein Familie aus unserem Ort , die sind inzwischen Kanadier.
              Ganz ohne Krieg und Grenzverschiebung.
              Da braucht’s nur ein Umzugunternehmen und Menschen die kein Imperium errichten wollen.
              So geht Frieden.

  7. Wieso kam es eigentlich dazu, dass Willy und Nicki in den WW I geschlittert sind und ihre Länder diese Feindschaft entwickelt haben? Zumal Willy ein Enkel von Königin Victoria war ebenso wie Alix -von Hessen-Darmstadt, Nickis Frau und somit die letzte Zarin Russlands. Und Nicki war dazu ein Cousin 2. Grades von Willy. Man kannte sich, schätzte sich. Man denke nur an das Bild, wo beide die Uniform des anderen tragen. Zar Nikolaus II. war auch häufig zu Besuch in Deutschland, z.B. bei Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen-Darmstadt. Diese Monarchen hätten niemals Krieg gegeneinander angefangen. Wozu auch? Sollten „we, the people“ es ihnen nicht gleich tun?

    1. Das mit der Verwandtschaft und persönlichen Beziehungen wird wohl nicht so hoch zu hängen sein. Assad und Erdogan hatten auch sehr enge persönliche Beziehungen, fuhren sogar zusammen in den Urlaub und trotzdem ist die Türkei mit Militär in Syrien einmarschiert und hat sich am Sturz Assads beteiligt.

      Deutschland hatte sich nach der Reichseinigung 1872 wirtschaftlich rasant entwickelt und wurde so – zumindest auf diesem Gebiet, zu einer ernstzunehmenden europäischen Macht. Die politische Klasse aber war im Kern aus der dumpfdoofen preußischen Junkerschaft hervorgegangen, ergänzt durch Personal der nun auch deutsch gewordenen Länder, das auch nicht viel besser war und die neu entstehenden bürgerlichen Verhältnisse nur so verstehen konnten, dass sie ihnen materielle Möglichkeiten boten, ihre persönliche Beschränktheit in großen Maße auszuleben. Ihr neuer Kaiser Wilhelm II symbolisierte das hervorragend. Berichtet wurde, dass er Bismarck, in den wenigen Jahren, die er ihn als Kanzler noch duldete, mit seiner, also Wilhelms Gottesauserwähltheit quälte und Anfing selbst Politik zu machen, wovon er keine Ahnung hatte.
      Dabei ist aber anzumerken, dass dieses von mir oberflächlich beschriebene Umfeld genau so unterwegs war und er allein den größenwahnsinnigen Kurs auf Deutschlands “ Platz an der Sonne“ nicht hätte durchsetzen können. Die beschissenen deutschen Militärs, die in der gesammten deutschen Geschichte ausnahmslos Unglück über das Land brachten, wussten sich Eins mit ihrem Kaiser und wenn man ganz nach oben will, da kennt man keine Verwandten mehr.

  8. ‚Vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges beobachten wir mit zunehmender Tendenz eine deutliche Parallele zwischen einer rassenbiologischen Beurteilung und kulturellen Herabstufung der „minderwertigen“ russischen „Rasse“ und der geopolitischen Verunglimpfung und Herabwürdigung von „Putins Russland“.‘

    Herr Silinzki erzählt wieder einmal kompletten Blödsinn und vergleicht die Zeit um 2021 einfach mal mit dem 19. Jahrhundert. Niemand, weder die Medien oder sonst wer hat die Russen vorgängig des Krieges, den er in seinen Texten immer noch ein kleines Spezialoperatiönchen bezeichnet ‚rassenbiologisch‘ herabgewürdigt. Niemand.

    Er soll doch einmal Belege liefern und nicht einfach seine Idiologie mit solchem haltlosen Behauptungen untermauern. Wer ist ‚wir‘, die das beobachtet haben. Er und alle russischen Staatsbürgern? Was ist sein Antrieb? Von seinen Herabwürdigungen gegenüber den baltischen Staaten, die seit 1940 von der Sowjetunion (waren da auch Russen dabei?) besetzt und annektiert wurden, fange ich erst gar nicht an. Dieser Mann ist auf einer ideologischen Mission. Nochmals: was ist sein Antrieb?

    Würde dies gerne einmal mit ihm bei einem Bierchen oder Wodka besprechen.

    Aber was soll ich eigentlich dazu schreiben, den Fans gefällts und nicken alles ab.

    1. Ich empfehle Herrn Bruno Gamser zur Lektüre Silnizkis Studie „Russlandbild in Vergangenheit und Gegenwart.
      Vom biologischen zum geopolitischen Rassismus? (5. Oktober 2022).

    2. Ich empfehle Herrn Bruno Gamser zur Lektüre Silnizkis Studie „Russlandbild in Vergangenheit und Gegenwart.
      Vom biologischen zum geopolitischen Rassismus?“ (5. Oktober 2022)

    3. Niemand, weder die Medien oder sonst wer hat die Russen vorgängig des Krieges, den er in seinen Texten immer noch ein kleines Spezialoperatiönchen bezeichnet ‚rassenbiologisch‘ herabgewürdigt.

      Zur Herabwürdigung und zur rassistischen Hetze bedient man sich heute nicht mehr des „Biologischen“, sondern man benutzt das „Kulturelle“, um damit die russische Kultur und Zivilisation insgesamt herabzuwürdigen. Das sind erstaunlicherweise die selben linksliberalen und grünen „Demokraten“, die den Rassismus-Begriff erst auf das Kulturelle erweitert haben um andere damit zu disqualifizieren. Und die sich nun beim Thema Russland genau dieses Rassismus’ selbst bedienen. Meinen Sie nicht, dass sich die herrschenden „Demokraten“ hier selbst disqualifizieren?

    4. Was soll man denn eigentlich von folgenden Belegen halten?

      https://i.cdn01.ru/files/users/images/6b/50/6b50895c78a15ce19ad4ac7966e22c7e.jpg

      https://static1-repo.aif.ru/1/24/1593819/5d97ab9b7996bd37662ca23cd019de68.jpg

      Die Fotos sind 1940 in Vilnjus und in Riga entstanden. Zu sehen sind große Demonstrationen. Auf den Plakaten wird mit großen Lettern die Eingliederung in den Bestand der UdSSR gefordert. Es sind keine sowjetischen Soldaten zu sehen und auch ansonsten erwecken die Menschen auf den Bildern nicht den Anschein man würde sie dazu zwingen. Es sind nur zwei Fotos, aber es gibt zahlreiche weitere aus dieser Zeit, welche dies auch aus vielen anderen Städten in allen drei baltischen Staaten dokumentieren.

      Auf ihre Erklärung für die Existenz dieser Belege wäre ich wirklich gespannt, wenn Sie von einer Besetzung und Annektion sprechen. schließlich definiert sich eine Annektion als die erzwungene Eingliederung, und ein Merkmal der Okkupation bzw. Besetzung ist die Etablierung einer Militärverwaltung durch den okkupierenden Staat, was es in den baltischen Staaten zu keinem Zeitpunkt gegeben hat meines Wissens nach.

      Ich bin der Ansicht, dass man keinesfalls von einer Besetzung der baltischen Staaten durch die UdSSR im juristischen Sinne dieses Begriffs sprechen kann. Lettland, Litauen und Estland traten 1940 freiwillig der UdSSR bei. Die Entscheidung wurde von den legitimen Regierungen dieser Länder getroffen und von ihren Parlamenten ratifiziert. Die Zustimmung zur Aufnahme in den Bestand der Sowjetunion erfolgte durch die sowjetischen Institutionen erst danach.

      Der Anschluss der baltischen Staaten an die UdSSR entsprach allen Normen des Völkerrechts im Stand von 1940, der Beitritt dieser Länder zur UdSSR wurde international offiziell anerkannt. Diese Position basiert auf der Anerkennung der Unversehrtheit der Grenzen der UdSSR im Juni 1941 durch die Teilnehmerstaaten auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam sowie auf der Anerkennung der Unverletzlichkeit der europäischen Grenzen im Jahr 1975 durch die Teilnehmer der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.

      1. Den wichtigsten Teil ihrer Erzählung fehlt. Nämlich was vor der ‚freiwilligen‘ Unterzeichnung der Anschlussverträge passiert ist. Da hat sich seit Sowjetzeiten im 1940 im Heute nicht wirklich viel geändert.

        Einmarschieren mit Militärgewalt, sowjetische (russische) Statthalter installieren, die dann eine Einheitsliste mit willigen prosowjetischen (oder heute russischen) Kandidaten aufstellen und oh wunder zwischen 92 – 99 % der Stimmen erhalten. Dann wurde durch dieses ‚gewählte‘ Parlament feierlich die vorgefertigten Verträge zum Anschluss als Unionsrepubliken durchgewunken. Danach wurden nicht genehme Menschen ausgesiedelt und sowjetische Menschen angesiedelt. Im Nachherein wird dann vom ‚freiwilligen‘ Beitritt gefaselt und ein Foto (oder ein paar mehr) mit ein paar Menschen mit einem Schild als ‚Beleg‘ gebracht.

        Der einzige Unterschied zu damals ist, dass heute noch ‚Referenden‘ mit den genehmen Menschen durchgeführt werden und dies als ‚legitimer Volksentscheid‘ verkauft wird. Mit Freiwilligkeit hat dies nun wirklich überhaupt nichts zu tun. Und mit Demokratie schon gar nicht.

        1. Am 1. September 1939 marschierte Deutschland in Polen ein, und der Krieg begann. Da die Kriegshandlungen unweit des Baltikums stattfanden, beeilten sich die baltischen Staaten, besorgt über einen möglichen Angriff des Dritten Reiches, die Unterstützung der UdSSR für den Fall einer deutschen Invasion zu sichern – und zwar völlig ohne jeglichen Zwang oder die Anwesenheit sowjetischer Truppen oder Statthalter. Dies geschah auf Initiative ihrer eigenen legitimen Regierungen. Zwischen der UdSSR und den baltischen Staaten wurden „Beistandspakte“ geschlossen, in deren Rahmen sich die Staaten gegenseitig militärische, wirtschaftliche und sonstige Hilfe garantierten, falls das Territorium eines dieser Länder angegriffen werden sollte; sie verpflichteten sich, keine diplomatischen Dokumente zu unterzeichnen und keine Koalitionen einzugehen, die gegen das jeweils andere Land gerichtet waren; Die UdSSR garantierte jedem Land die Lieferung von Waffen und Ausrüstung zu Vorzugskonditionen; Lettland, Litauen und Estland im Gegenzug gestatteten der UdSSR die Errichtung von Militärstützpunkten an ihren westlichen Grenzen.

          Wenn das eine Okkupation sein soll, müsste man auch die Anwesenheit der amerikanischen Militärbasen und Truppen in Deutschland als eine Okkupation bezeichnen.

          Der Beistandspakt zwischen der UdSSR und Estland wurde am 28. September 1939 geschlossen, was weitgehend darauf zurückzuführen war, dass Estland von anderen Ländern – Finnland, Großbritannien und Frankreich – keine Unterstützung erhielt. Infolgedessen wurde der Pakt geschlossen, auf dessen Grundlage sowjetische Militärstützpunkte sowie ein Kontingent von 25.000 Soldaten und Offizieren in Estland stationiert wurden.

          Am 5. Oktober 1939 wurde ein Beistandsvertrag zwischen der Sowjetunion und Lettland mit einer Laufzeit von 10 Jahren unterzeichnet. Der UdSSR wurde gestattet, auf dem Gebiet der Republik eigene Marinestützpunkte in Liepāja und Ventspils sowie mehrere Flugplätze und einen Küstenverteidigungsstützpunkt zum Schutz der Irben-Meerenge zu unterhalten. Wie im Falle Estlands sollte die maximale Stärke des sowjetischen Kontingents auf lettischem Gebiet 25.000 Mann betragen.

          Als letztes Land, mit dem am 10. Oktober 1939 ein Beistandsvertrag unterzeichnet wurde, kam Litauen hinzu. Gemäß diesem Dokument wurde das Gebiet um Vilnius, das zuvor zu Polen gehört hatte und während des Polenfeldzugs von sowjetischen Truppen besetzt worden war, der Republik angegliedert. Die Sowjetunion erhielt Militärstützpunkte und die Möglichkeit, ein 25.000 Mann starkes Kontingent auf litauischem Gebiet zu stationieren.

          All das geschah Einvernehmlich, selbstbestimmt und auf die Initiative der baltischen Staaten, welche sich von der Sowjetunion Schutz vor dem Dritten Reich versprachen.

          @schwarzblau

          Nun ja, und Stalins Diktatur definierte sich durch Propaganda, Terror, Gulag, Massenmord.

          https://www.deutschlandfunk.de/baltikum-hitlers-geschenk-an-stalin-100.html

          Und klar, dass Sie das nicht wissen wollen,

          Ich versichere Ihnen ich weiß davon mehr als sie davon jemals vom Hören-Sagen wissen könnten. Wegen der Deutschen Herkunft war meine eigene Famielie von Stalins Terror betroffen. Doch das ändert trotzdem nichts an der Tatsachen die ich hier genannt habe und verwandelt den Anschluss der baltischen Staaten nicht in eine gewaltsam erzwungene Eingliederung im juristischen Sinne.

      2. @ Russischer Hacker

        „Auf ihre Erklärung für die Existenz dieser Belege wäre ich wirklich gespannt, wenn Sie von einer Besetzung und Annektion sprechen. schließlich definiert sich eine Annektion als die erzwungene Eingliederung, und ein Merkmal der Okkupation bzw. Besetzung ist die Etablierung einer Militärverwaltung durch den okkupierenden Staat, was es in den baltischen Staaten zu keinem Zeitpunkt gegeben hat meines Wissens nach.“

        Nun ja, und Stalins Diktatur definierte sich durch Propaganda, Terror, Gulag, Massenmord.

        https://www.deutschlandfunk.de/baltikum-hitlers-geschenk-an-stalin-100.html

        Und klar, dass Sie das nicht wissen wollen,

        ….weil , so schließt er messerscharf,
        nicht sein kann, was nicht sein darf. (Chr. Morgenstern)

      3. Köstlich, der russische Chef-PR-Manager hat sich das Geschichtsbuch aus dem Wahrheitsministerium ausgeliehen und klittert hier Geschichte. Der glaubt tatsächlich, dass auf den Mist jemand hereinfällt. Das ist wirklich erbärmlich.

        Stalin hat gemeinsame Sache mit Hitler gemacht und jetzt ist halb Russland auch noch Stolz auf diesen Massenmörder. Da muss man die Geschichte eben manipulieren sonst steht man blöd da.

        Die Tage hat der russische Putin- Berater Kobjakow verlautbaren lassen, dass im Feb 2022 die Ukrainer kurz davor standen in Russland einzumarschieren.
        2022, 1939, die Zahlen haben doch Gemeinsamkeiten, auch wenn es der Gleiwitzer Sender nicht glauben möchte. Es ist einfach zu köstlich

        1. „Der glaubt tatsächlich, dass auf den Mist jemand hereinfällt.“

          Darauf fallen leider viel zu viele rein, wie man nicht nur hier sieht.

          Auch wen man das nicht glauben kann.

          1. Welchen „Mist“ meinen Sie jetzt?

            Die Fakten die ich genannt habe sind überprüfbar. Wenn etwas davon nicht den Tatsachen entspricht, müsste es Ihnen doch leicht fallen es zu widerlegen.

            1. Tja,, Sie sind mir ein Scherzbold, Sie russischer Hacker.

              Da müsste ich erstmal hier „durchkommen“. Die Redaktion scheint mich aber im Gegensatz zu ihren Freunden des russ. Regimes nicht zu mögen.

              Und anscheinend geht es nicht nur mir so. (Bei den wenigen Ausnahmen hat der Zensor vermutlich geschlafen. Die sind ja auch alle so überlastet hier.)

              Hm. Vielleicht ist es das, was man im alternativen Misthaufen unter „Meinungsfreiheit“ versteht?

              1. Nun ja, das ist jetzt wenigstens angekommem.

                Ach Gottchen: Die hundertr Zeichen…Also die müssten jetzt reichen.

                Weil’s gerade zum Thema passt und wegen der hundert Zeichen:

                @bismark hat einen Kommentar (?) vor einer Stunde zu: „Was ist das Ziel von Zensur?“ geschrieben. Wenn man da draufklickt, kommt aber nur „404: Seite nicht gefunden“….

        2. @Otto No 1. Aber wenn der Ex-CDU-Politiker, Mitbegründer, Ehrenvorsitzende und Chef-Ideologe der deutschen „Alternative“ für Deutschland, Alexander Gauland, 70 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches das Dritte Reich als „Vogelschiss in über 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ beschönigt, relativiert und verharmlost und die blaue Alice die Bürger anlügt und wider die historischen Tatsachen behauptet, der Rassist, Sozialdarwinist, Antisemit und rechtsextreme Nationalist Adolf Hitler wäre ein „Linker“ und „Kommunist“ gewesen, dann ist das kein Problem?

          2. Warum verkürzen Sie die Geschichte? Stalin wurde nie gewählt. 1933 haben 43,9 Prozent der deutschen Wähler den bislang größten Terroristen der Geschichte gewählt, der dann ein paar Tage später via „Ermächtigungsgesetz“ vom Deutschen Reichstag zum Diktator ernannt wurde, um dann 1941 bis nach Stalingrad zu marschieren und NICHT UMGEKEHRT!

          Es war nicht Stalin, der Deutschland überfallen hat, es waren die Deutschen und Hitler, die 1941 die Sowjetunion überfallen haben. Aber daran konnten sich schon zwei Tage nach dem offiziellen Ende des Zweiten Weltkrieges viele Deutsche nicht mehr erinnern.

  9. Ein paar Anmerkungen.

    1. Die oben von @Bruno Gamser geäußerte Kritik ist berechtigt; die Übertreibung des Autors im Hinblick auf eine angebliche „rassenbiologische Beurteilung“ Russlands stimmt nicht. Davon kann heute keine Rede sein. Es hilft dem eigenen Anliegen nicht, all zu sehr immer wieder auf die Wiederkehr bestimmter Muster fixiert zu sein.

    2. Die von Silnizki erwähnten Gedanken des deutschbaltischen Kulturhistorikers Viktor Hehn (1813-1890) über die „russische Volksseele“ finden eine bemerkenswerte Fortsetzung in dem zu seiner Zeit recht bekannten Buch „Ost minus West gleich Null“, 1960 von Werner Keller veröffentlicht.
    https://www.amazon.de/Ost-minus-West-gleich-Null/dp/B0013AG8PM
    Hehn hatte etwa 100 Jahre zuvor geschrieben:
    „Alles, was Russland eigentümlich zu sein scheint, ist … entlehnt und von den Nachbarn aufgenommen. … erfunden hat Russland nichts.“
    Über dieses Buch von Keller habe ich mich immer schon geärgert, weil es einerseits eine unangenehme westliche Überheblichkeit zeigt und andererseits russische Eigenschöpfungen bzw. Fortentwicklungen von Einflüssen aus dem byzantinischen und orientalischen Kulturbereich vollkommen ausblendet. So, als ob es in Byzanz und im Orient gar keine Kultur gegeben habe. Aber auch Byzanz wurde ja im Westen lange verachtet.

    3. Wenn man die westliche Ablehnung von Russland betrachtet, dann kann man wohl auch Neid und eine diffuse Angst erkennen.
    NEID deshalb, weil Russland eben nicht wie alle europäischen Mächte bloß teilsouverän ist, sondern ähnlich einem fast autarken Kontinent in sich ruht. Das ist etwas, was keinem einzigen mittel- und westeuropäischen Staat und Kulturraum jemals vergönnt war. Deshalb der Neid auf die einzige Macht (vielleicht abgesehen von China und den USA), die das erreicht hat.
    Hinzu kommt vielleicht auch der Neid westlicher Politiker, die alle bloß für kurze Zeit am Ruder sein dürfen, auf die Machtfülle der russischen Staatsführung. Natürlich würde man das in Paris, London oder Berlin nie zugeben, aber die mehr oder weniger autokratische Macht des jeweiligen Herren im Kreml, die hätte man vielleicht auch gerne, doch weiß man, dass man diese(!) Liga nie wird erreichen können.

    Diffuse ANGST deshalb, weil Russland eben wirklich so enorm groß ist, schier unbesiegbar scheint und man einem so großen Staat (vielleicht auch durch Projektion eigener Wünsche) stets Aggressivität unterstellt. Mit seiner Größe sprengt Russland – selbst im Falle absoluter Friedfertigkeit – den Maßstab, an dem sich westliche Politiker orientieren. Allein die USA können damit etwas entspannter umgehen.

    Alte, ja schon sehr alte Erinnerungen an verschiedene aggressive Vorstöße östlicher bzw. südöstlicher Mächte nach Mitteleuropa hinein dürften unbewusst dazukommen: im 4./5. Jahrhundert die Hunnen, im 8. Jahrhundert die Awaren, im 10. Jahrhundert die Ungarn, im 12. Jahrhundert die Mongolen, im 15. bis 17. Jahrhundert die osmanischen Türken (mit ihren tatarischen Hilfstruppen) – und dann halt auch im 20. Jahrhundert die Sowjetunion bis an die Elbe.
    Die meisten dieser Erinnerungen sind alt, ja uralt, doch haben sie sich anscheinend tief in das kollektive historische Bewusstsein der Deutschen eingegraben. Und ja, teils wurden solche Erinnerungen auch ganz bewusst gepflegt.

    1. Nun ja, 1945 in eine Reihe zu stellen mit den Hunnen, Mongolen u.a. hat schon ein bisserl Geschmäckle. Die Gründe bis zur Elbe zu marschieren dürften doch etwas andere gewesen sein.

      1. Alan Karis Präsident von Estland hat dazu bemerkt:
        „Die Geschichte zeigt, daß Russland nie zufrieden ist. Russland ist ja auch schon einmal bis nach Berlin gekommen und ziemlich lange geblieben.“

    2. Erinnerungen an verschiedene aggressive Vorstöße

      auch im 20. Jahrhundert die Sowjetunion bis an die Elbe.

      Ja genau! Womit hat das Utopia an der Elbe das nur verdient, diesen „aggressiven Vorstoß“…

      Fehlt nur noch „unprovozierten“

      Aus Wikipedia (Vernichtungskrieg)
      Als bekanntestes Beispiel eines Vernichtungskrieges gilt der Deutsch-Sowjetische Krieg, der am 22. Juni 1941 mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion begann. Der Berliner Historiker Ernst Nolte bezeichnete ihn 1963 in einer viel zitierten Formulierung als „ungeheuerlichsten Versklavungs- und Vernichtungskrieg, den die moderne Geschichte kennt“

      Ein Vernichtungskrieg ist ein Krieg, dessen Ziel die vollständige Vernichtung eines Staates, eines Volkes oder einer Volksgruppe und die Auslöschung dieser soziopolitischen Entität durch die massenhafte Ermordung der Bevölkerung oder die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage ist.

      1. @Russischer Hacker

        Für den Sinn meiner (psychologisierenden) Argumentation spielt es doch überhaupt keine Rolle,
        aus welchem Grund die Rote Armee an der Elbe stand! Verstehen Sie ?! Entscheidend ist das Faktum an sich.
        Sehen Sie die Sache emotionslos.
        Nur emotionslos ist Erkenntnis möglich.

        1. Am 1. September 1939 marschierte Deutschland in Polen ein, und der Krieg begann. Da die Kriegshandlungen unweit des Baltikums stattfanden, beeilten sich die baltischen Staaten, besorgt über einen möglichen Angriff des Dritten Reiches, die Unterstützung der UdSSR für den Fall einer deutschen Invasion zu sichern – und zwar völlig ohne jeglichen Zwang oder die Anwesenheit sowjetischer Truppen oder Statthalter. Dies geschah auf Initiative ihrer eigenen legitimen Regierungen. Zwischen der UdSSR und den baltischen Staaten wurden „Beistandspakte“ geschlossen, in deren Rahmen sich die Staaten gegenseitig militärische, wirtschaftliche und sonstige Hilfe garantierten, falls das Territorium eines dieser Länder angegriffen werden sollte; sie verpflichteten sich, keine diplomatischen Dokumente zu unterzeichnen und keine Koalitionen einzugehen, die gegen das jeweils andere Land gerichtet waren; Die UdSSR garantierte jedem Land die Lieferung von Waffen und Ausrüstung zu Vorzugskonditionen; Lettland, Litauen und Estland im Gegenzug gestatteten der UdSSR die Errichtung von Militärstützpunkten an ihren westlichen Grenzen.

          Wenn das eine Okkupation sein soll, müsste man auch die Anwesenheit der amerikanischen Militärbasen und Truppen in Deutschland als eine Okkupation bezeichnen.

          Der Beistandspakt zwischen der UdSSR und Estland wurde am 28. September 1939 geschlossen, was weitgehend darauf zurückzuführen war, dass Estland von anderen Ländern – Finnland, Großbritannien und Frankreich – keine Unterstützung erhielt. Infolgedessen wurde der Pakt geschlossen, auf dessen Grundlage sowjetische Militärstützpunkte sowie ein Kontingent von 25.000 Soldaten und Offizieren in Estland stationiert wurden.

          Am 5. Oktober 1939 wurde ein Beistandsvertrag zwischen der Sowjetunion und Lettland mit einer Laufzeit von 10 Jahren unterzeichnet. Der UdSSR wurde gestattet, auf dem Gebiet der Republik eigene Marinestützpunkte in Liepāja und Ventspils sowie mehrere Flugplätze und einen Küstenverteidigungsstützpunkt zum Schutz der Irben-Meerenge zu unterhalten. Wie im Falle Estlands sollte die maximale Stärke des sowjetischen Kontingents auf lettischem Gebiet 25.000 Mann betragen.

          Als letztes Land, mit dem am 10. Oktober 1939 ein Beistandsvertrag unterzeichnet wurde, kam Litauen hinzu. Gemäß diesem Dokument wurde das Gebiet um Vilnius, das zuvor zu Polen gehört hatte und während des Polenfeldzugs von sowjetischen Truppen besetzt worden war, der Republik angegliedert. Die Sowjetunion erhielt Militärstützpunkte und die Möglichkeit, ein 25.000 Mann starkes Kontingent auf litauischem Gebiet zu stationieren.

          All das geschah Einvernehmlich, selbstbestimmt und auf die Initiative der baltischen Staaten, welche in der Sowjetunion eine Schutzmacht gegenüber dem Dritten Reich sahen.

    3. „Aber auch Byzanz wurde ja im Westen lange verachtet.“

      In der Tat geht der westliche Hass auf Russland zurück bis auf das „morgenländische Schisma“ 1054. Man muß sich nur die Missionsaktivitäten der Katholiken (später auch der Protestanten) in Lateinamerika, Asien und Afrika anschauen, um zu entscheiden, wer da eher imperialistisch unterwegs war – und so gar nicht zimperlich den „Missionierten“ gegenüber. Vergleichbare othodoxe Aktivitäten wird man vergeblich suchen.

      Zu erinnern wäre auch an den mit Hilfe polnischer Aristokraten gefälschten Willen Peters der Großen, der angeblich den Plan enthielt, ganz Europa zu beherrschen. Die Franzosen sollten angestiftet werden, Krieg gegen das „expansionistische“ Russland zu führen.Seitdem wurde das „Dokument“ immer wieder instrumentalisiert, um Russophobie zu fördern und ein militärische Vorgehen gegen Russland zu rechtfertigen (Napoleon, GB). Selbst als die Fälschung 1879 eindeutig nachgeiwsen wurde, hat es nichts von seinem Einfluß verloren – bis heute, wie man sieht.

      Nachlesen kann man die Entwicklung „From The Great Religious Schism to Anti-Putin Hysteria“ bei Guy Mettan in seinem Buch „Creating Russophibia“.

  10. Ob all den vorbereitenden Kriegswirren merkt kaum jemand wie Deutschland auf vielfache Art und Weise demontiert und Polen gezielt zusammengebaut wird um als neues Bollwerk gegen den Osten auszuhalten. Deutschland fehlt offenbar der überlebensnotwendige Selbsterhaltungstrieb.

  11. Weiß ja den Autoren sehr zu schätzen, wertzuschätzen geradezu. Aber heute? Bisschen lang geraten sein „J’accuse“ – auch wenn er sooo falsch natürlich nicht liegt. Die Zwergerl-Staaten, die uns noch ins Grab bringen werden, die Kaja-Medusen sind es aber nicht allein. Wie wäre es denn, wenn der Autor sich mal seiner unzweifelhaften investigativen Ader bedienen würde, und eine Studie über die ach so bescheidene Rolle eigentlich ostpreussischer Blutlnien (spätestens ab Bonaparte bis heute wenn nicht morgen, wenn’s nicht kommen darf) erstellt. Hat ja den Grundstock schon gelegt, schließlich ist seine Expeeerten-Basis aus dem baltischen Landstrich ja alles eindeutig deutsch benamst. Und ‚pro-Russki‘? Kein Wort bspw. von Freiherr vonundzu Stein, von Kotzebue nebst einem Sand um nur … anyway. Wer auch kein einziges Mal auftaucht – eine schiefe Augenbraue mindestens sei erlaubt – in dem munteren Spielchen (siehe eingangs geliefertes Kunstwerk) – als doch im Hinterhalt agierendes, federführendes Subjekt? Genau … wer das wohl gewesen sein mag damals? Dass er – als zweiter von links – überhaupt erscheinen darf, wo er es doch bestimmt nicht hätte wollen…

    Ob es noch viel zu helfen vermag, neumodisches Zeuchs wie KI in den hintersten Archiv-Katakomben von vor anderthalb Jahrhunderten und danach zu kramen, na – ich weiß nicht. Wen interessiert das schon, wo doch das zur vorletzten Sau im Dorf so gut wie der Demenz anheim gefallen sein dürfte. Quemm juctit, wen juckt denn heutzutage noch der Russe, der ist doch schon längst erlegt, zuvor schon mal prophylaktisch seine Bärentatzen – lecker – verspeist. Da können ganze fünfte Veteranen-Kolonnen bei einem gewissen Diesen antreten und – anstatt vor dem Hustengespenst zu warnen – den Zeigefinger heben, es könnte, es dürfte wohl ganz anders herum sein – „drei Tannen, sie warnen …“. Nicht einmal ein Schulterzucken, das eigentlich mindestens fällig wäre! Stattdessen, gut am Nasenring durch die erträumte, heiß ersehnte Manege der ewig Gierigen gezogen, wird geflissentlich dem Endsieg entgegengefiebert. Auf Deibel komm raus!

    Nein, absolut nicht – habe keinen Bock mehr. Wenn sie meinen, sollen sie doch … sie werden schon sehen, wo sie landen. Hat man es ihnen doch schon von äußerst berufener Seite doch schon 2018 verlautbart, nicht gerade ganz ‚unprovoked’ wieder mal. Wenn es nicht zum heulen wäre könnte man fast darüber lachen. Auf die Google-Anfrage – immerhin beim globalen Führer für solcherlei Wissensdurst – „Welt+ohne+Russland“ (eine gute, eine berechtigte Frage allenal), soll doch seierzeit der befragte oberste Kremlschurke kurz&bündig – unter besonderer Berücksichtigung der Thematik Nukleares – mit der Gegenfrage retourniert „„Wer braucht eine Welt ohne Russland?“. Bezeichnend allein schon die Reaktion dazu von der Google-KI. Quasi auf diese Weise „Bitte weitergehen, weitere Fragen?“ Und die werden prompt auch sofort selbst angeliefert: die Erste von etlichen? „Wie lange hält Putin noch durch? Um dann nach etlichen anderen zu enden mit „…Wird es Krieg in Deutschland 2029 geben? Was hat Putin für einen Schulabschluss?“

    Und wie lange hält er noch durch? Nun, die stets knitze Google-KI bedient sich – um aus der Bredouille halbwegs rauszukommen – bewährt neutraler Mutmaßungen aus „Felix Austria“ – und vermeldet (27.8.2026) soviel schon mal: Er „kann seinen Kurs und seine Herrschaft voraussichtlich noch für mehrere Jahre fortsetzen, da sein Machtapparat trotz hoher Verluste und westlicher Sanktionen stabil bleibt.“ Ist das nicht geradezu deprimierend, nicht nur für unsere Russophoben sondern auch für KI? Ja und sein Abschluss? Wenn das mal wahr ist, kann doch jedoch jeder selbst nachlesen und checken. Aber weil’s grad so passt: „ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium der Rechtswissenschaften (Jura) an der Leningrader Staatlichen Universität“ dürfte es schon gewesen sein, kann und will Dr. jur. Gugel keinesfalls verschweigen. Und nein, nach dem großen, bissfreudigen schwarzen Hund, der fast unsere Kanzlerin mal gebissen hätte, wurde nicht gefragt. Das hätte mich aber interessiert, ob es ihn denn noch gäbe, wenn dann auch mal …

    Herrschaftszeiten, erst Dreieinhalbtausend ‚Anschläge‘ – der harmloseren Art – bis hierhin. Die restlichen sechseinhalb Tausend jetzt verplempern, gar nie nicht – kommt nicht Frage. Kann ich doch fürwahr etwas von just heute von overseas nicht nur als Lückenfüller aufbieten. Etwas, was mir sehr gleich zu denken gab. Sowas – Mischa – wirst du in deiner Heimat bestimmt nie erfahren, obwohl es doch auch hierzulande im Reichsprotektorat Ooost eher über kurz als lang Einzug halten dürfte. So wie vieles andere auch: SEK’s alias SWAT’s, der pflichtige dunkelblaute Cop-Dress statt dem grünen Försteranzug für unsere Bürger-in-Uniform an der Straßenkreuzung und in den gaaaanz wenigen Krimis, nur bspw. Und ob das mit dem ICE was werden wird, wo wir doch schon einen anderen Notleidenden gleichen Namens haben? Anyway!

    Nun, als ich das Folgende eben lesen mußte, wurde es mir doch leicht schwummrig. Ach was, so weit sind unsere Freunde drüben in Gottes eigenem Lande jetzt doch auch schon? Als Ähnliches zu ‚Germania‘ – wie Börlynn seinerzeit vor neunzig Jahren bald heißen sollte, um Blondi’s Herrchen und vielleicht auch Frau’chen eine Freude zu bereiten, da sollte es ja doch schon zu aller Überraschung baldmöglichst alles andere als ein gutes Ende nehmen. Da wird doch nicht, da kann doch nicht auch heuer Gleichermaßen wieder anstehen. Wie lautet das oder der Traktat? „The Bunker State: The Government Will Survive, but Will the Constitution?“ Der erste Teil, der mit dem ‚survive – dem Überleben‘ ist ja auch derzeit hier mehr als aktuell wenn nicht akut, darauf will ich mich dann auch beschränken. Der Zweite, nun wir haben ja unser Grundgesetz – auch noch in Form eines gut gelagerten Emmentalers – eine Verfassung brauchen wir deswegen schon mal gar nicht.

    Also: Andere Baustelle bitterscheen?

    counterpunch.org – 27. AUGUST 2026
    Der „Bunker-Staat“: Die Regierung wird überleben – aber wird die Verfassung das auch?
    JOHN W. WHITEHEAD – NISHA WHITEHEAD

    Was öffentlich als Donald Trumps pompöse, vom Steuerzahler finanzierte Vision eines vergoldeten Ballsaals im Weißen Haus begann, wird nun von der Regierung – vor Gericht und außerhalb – als Angelegenheit der nationalen Sicherheit gerechtfertigt.
    Für Präsident Trump scheint ein Ballsaal, wie auch immer man ihn nennen mag, ein Bunker zu sein. Und was für ein Bunker das ist!

    Gerichtsunterlagen deuten darauf hin, dass der riesige unterirdische Militärkomplex, der fünf Stockwerke unter dem Gelände des Weißen Hauses errichtet wird, Luftschutzbunker, ein Krankenhaus, „streng geheime militärische Anlagen und Ausrüstung, eine Belüftungsanlage nach Militärstandard, ein einziges integriertes Klima- und Heizungssystem, Scharfschützenstellungen und einen Drohnenhafen auf dem Dach“ umfassen wird.

    Stephen Miller, Trumps stellvertretender Stabschef im Weißen Haus, hat sich bei der Verteidigung des Ballsaal-/Bunker-Projekts ausdrücklich auf „Interessen der Regierungskontinuität“ berufen und argumentiert, dass die verstärkte unterirdische Militäranlage notwendig sei, um während eines Angriffs oder einer globalen Krise eine ununterbrochene Führung durch den Präsidenten zu gewährleisten.

    Es ist bezeichnend, dass sie es in rasendem Tempo errichten. Die Botschaft scheint klar: Wenn man weit genug kommt und schnell genug vorankommt, wird es für den Kongress, die Gerichte oder eine zukünftige Regierung umso schwieriger, das bereits Errichtete rückgängig zu machen.
    Darin liegt eine Lehre, und sie sagt weit mehr aus als nur ein Ballsaal oder ein Bunker. So wird die Architektur einer autoritären Regierung dauerhaft verankert: Man baut das Überwachungssystem. Man baut die Haftanstalten. Weite die Razzien aus. Normalisiere die Herrschaft der Exekutive per Dekret. Schwäche die Gerichte. Setze den Kongress außer Gefecht. Militarisiere den Vollzugs-apparat. Und übergebe dann alles an die nächste Regierung.

    Die Gesichter wechseln. Die Macht bleibt bestehen. So vieles von dem, was Trump heute nutzt, hat er von seinen Vorgängerpräsidenten geerbt. So vieles von dem, was er jetzt aufbaut, wird auch seinen ?achfolgern zur Verfügung stehen. Das ist das tiefgreifendere Problem des „Bunker-Staats“.

    Mal wieder: WITH NO FURTHER COMMENTS!

    Doch, einer sei erlaubt! Kann es sein, dass die Planer von diesem ‚Bunker‘ sich der Pläne der Waschmaschine in der Willy-Brandt-Allee 1 bedient haben könnten?
    ….

  12. „„How can we help you kill more Russians?“, lautete seine Frage. Es ging um die „Russentötung“, nicht um die Tötung der „russischen Soldaten“, wie man dann in manchen deutschen Medien verschämt übersetzt hat.“

    Nein. Martens hat in seiner Frage zuerst „Russen“ gesagt und gleich danach auf „russische Soldaten“ berichtigt.

  13. Wer aus der (eigenen) Geschichte ⚔️💣 💥🔥 ☠️⚰️🪦 🕯️😭🌑 nichts lernt, muss die Geschichte 🔁 wiederholen. So einfach ist das.

    Die Frage ist, wie viele Millionen Menschen in Deutschland sterben werden und was von Deutschland noch übrig bleiben wird oder glaubt jemand tatsächlich, dass es beim nächsten Mal mit dem Endsieg in Stalingrad klappen wird und sich Russland kampflos ergibt, wenn es vom wertewestlichen Deutschland/Europa prophylaktisch überfallen wird?

    Das glauben nicht mal Pistolen-Boris und Fritz M., der Ex-Schlagzeuger der billionendollarschweren US-amerikanischen Heavy-Metal-Band ⬛&🪨. Das glauben vielleicht die Journalisten bei ARD, FAZ, SZ und ZDF und die Zuschauer von ER-TEE-EL EINS bis 33, PROSIT⑦, TELE WUMMS und KABEL RUMMS.

    Wer aus der eigenen Geschichte nichts lernt, muss sie wiederholen
    und Tod und Zerstörung wiederkommen auf ganz großen Sohlen.
    Vergessen wir die Lehren, kehrt das blutige Grauen zurück –
    Geschichte kennt kein Mitleid mit dem menschlichen Glück.
    (Rainer Reimer, Reimstadt am Rhein, Reimland 2026)

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