Anthropic betreibt ein Biolabor und will es automatisieren

KI generiert
Könnte so ein automatisiertes Biolabor aussehen? Mit Grok ließ sich das Bild generieren, fpr ChatGPT war das schon zu heiß: „Es tut uns leid, aber der Prompt verstößt möglicherweise gegen unsere Inhaltsrichtlinien.“

Vor kurzem hatte der KI-Konzern Anthropic, der anders als Open AI bald an die Börse will, um mindestens eine Billion Dollar einzufahren, berichtet, Versuche entdeckt und abgestellt zu haben, Claude zur Herstellung von biologischen Waffen zu verwenden. Zudem sei versucht worden, Hervorgehoben wird, dass die KI Mythos nicht verwendet worden sei, die nach Anthropic schnell Sicherheitslücken entdecken und Systeme hacken kann. Aber es habe nach dem Threat Intelligence Team auch Versuche gegeben, Claude für Beeinflussungsoperationen, Überwachung und Betrug oder für die Herstellung traditioneller Waffen zu verwenden.

Anthropic ist mit den anderen KI-Konzernen OpenAI, Anthropic, Google und SpaceXAI mit der Warnung hervorgetreten, dass ihre Produkte ja eigentlich hoch gefährlich seien und die Menschheit in den nächsten Jahren vernichten könnten (Anthropic-Wissenschaftler: „Wir glauben tatsächlich ernsthaft, dass KI alle Menschen töten könnte!“). Sie fordern eine Verlangsamung und bessere Kontrolle der Entwicklung – weltweit, vor allem mit China, dem Hauptkonkurrenten. Donald Trump ist gar nicht begeistert, bezeichnete die Warnung vor dem Untergang der Menschheit als hoax und setzt, unterstützt von Nvidia oder Meta, weiter auf die fast schrankenlose Entwicklung, um die führende Rolle der USA zu sichern.

Unsicherheit herrscht, ob die Warnung der KI-Konzerne oder von Tech-Milliardären wie Bill Gates nicht vor allem eine Art Werbemaßnahme sein könnte, um zu demonstrieren, wie fähig ihre KI-Produkte sind. Im Hintergrund lauert die Gefahr, dass die KI-Blase platzen könnte, was wahrscheinlich Trump umtreibt, der ans schnelle Geld und nicht an künftige Gefahren denkt. Genährt werden die Befürchtungen durch Berichte der KI-Konzerne, dass und wie KI-Agenten es geschafft haben, aus gesicherten Testumgebungen in das Internet auszubrechen und etwa Plattformen zu hacken. Alignment ist die große Herausforderung, was schwierig ist, weil die KI-Entwickler auch sagen, sie wüssten nicht, wie ihre Modelle wirklich arbeiten.

Gerade teilte nun auch Google mit – vielleicht will man nicht hintanstehen -, dass das Gemini-Modell im Mai bei einer Übung für das israelische Unternehmen Irregular, in das System eines fiktiven Unternehmens einzudringen, aus der Testumgebung entwischt sei und drei Unternehmen gehackt, also Passwörter online gefunden und verwendet zu haben. Gemini habe die Hacks beendet, als das Modell irgendwie feststellte, dass es in die wirkliche Infrastruktur eines Unternehmens eindrang. Nun ja, schön, dass Gemini zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können soll, Hackübungen können allerdings immer dazu dienen, Systeme zu schützen oder eben in sie einzudringen.

Anthropic-Chef Dario Amodei hatte in seinem Text, in dem er eine Verlangsamung der Entwicklung forderte, ein Verbot in Betracht gezogen, KI zur Entwicklung von Biowaffen zu verwenden. Ob die entdeckten Versuche, Claude dazu zu verwenden, wirklich bedrohlich waren, ist durchaus umstritten. Bei einem handelt es sich darum, einen Antrag für Forschungsgelder für ein Projekt an einem mit einem militärischen Labor verbundenen Institut zu erstellen, Mutationen beim Chikungunya-Virus zu entdecken, mit dem er sich besser verbreitet und das Immunsystem umgeht. Eine Ansteckung ruft u.a. Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen und/oder Übelkeit hervor, klingt aber meist nach wenigen Tagen wieder ab. Schwere Verläufe sind selten. Kristian Andersen, Virologe und Evolutionsbiologe bei Scripps, sieht das nur als „Grundlagenforschung“.

Interessant ist aber, dass jetzt bekannt wurde, dass Anthropic selbst ein Biolabor in der Bay Area betreibt. Das Unternehmen will mit seiner KI in die biologisch-medizinische oder Life-Science-Forschung einsteigen, etwa bei der Entwicklung von Medikamenten oder dem Design von Biomolekülen, und hat dazu dieses Jahr das erst 2025 gegründete Startup Coefficient Bio für 400 Millionen US-Dollar aufgekauft und das KI-Modell Claude Science entwickelt. Das Geld sitzt locker, die Konkurrenz ist groß, ebenso die Erwartung, Gewinne zu machen.

Mit dem Labor, es wird von einem „wet lab“ gesprochen, tritt Anthropic aus der Simulation heraus und will materielle Forschung betreiben – und das unter der Vorgabe, dass KI den Menschheitsuntergang bewirken und zur Herstellung von Biowaffen verwendbar sein könne. Amodei verkündete aber, dass KI in den nächsten 5-10 Jahren die meisten großen Krankheiten heilen könne. Da gesellt sich neben apokalyptischen Neigungen der futuristische kalifornische Traum der Lebensoptimierung durch Antiaging oder Longevity. Die transhumanistische Vision, durch Technik möglichst alle Krankheiten und letztlich den Tod zu besiegen, treibt offenbar auch Anthropic an.

Eric Kauderer-Abrams, Leiter des Bereichs Life Sciences bei Anthropic, sagte Reuters: „Wir sind der Ansicht, dass in der Biologie die entscheidende Prüfung nach wie vor – und noch für einige Zeit – in der Arbeit im realen Labor liegt. Das tun wir heute auf jeden Fall, und ich würde unseren Ansatz als typisch für die meisten Biotech-Unternehmen beschreiben: Ein Teil davon wird in unseren eigenen Einrichtungen durchgeführt, ein anderer Teil in Zusammenarbeit mit externen Partnern.“ Das Problem dabei ist, Kunden aus der Pharma-Branche zu verlieren, auch weil sie Sorge haben, Anthropic beute ihre Daten aus. Man wolle, so Anthropic, keine klinischen Tests durchführen und nur Anwendungen erkunden, die für die Industrie nicht lukrativ seien.

Es erstaunt, wenn Kauderer-Abrams suggeriert, dass irgendwann in der Biologie die Prüfung im Labor nicht mehr notwendig sein soll. Die biologische Forschung soll automatisiert werden, im wet labor sollen dann am biologischen Material nur noch Roboter arbeiten. Das soll Prozesse enorm beschleunigen – und natürlich Personalkosten einsparen. Nach Kauderer-Abrams ginge es darum, „Therapien für Erkrankungen beschleunigen, die bisher als ‚unbehandelbar‘ galten – also als zu schwer zu behandeln. Die Technologie könnte beispielsweise die Entdeckung von bispezifischen und trispezifischen Antikörpern beschleunigen, also komplexen Molekülen, die auf mehrere Stellen eines Zielproteins oder einer Zielzelle ausgerichtet werden können oder mehrere Ziele gleichzeitig angreifen.“

Man wird sehen, welches Vertrauen in das Unternehmen Anthropic besteht, das die Menschen warnt, mit ihren KI-Systemen, die kaum zu kontrollieren sind, womöglich Katastrophales bis hin zum Untergang der Menschheit geschehen kann. Zudem arbeiten viele große KI-Konzerne mit dem Militär, das an Biowaffen interessiert sein könnte. Wäre es nicht denkbar, dass KI-Agenten ein automatisiertes Labor, in dem von ihnen kontrollierte Roboter arbeiten, Viren oder Bakterien zufällig oder absichtlich durch gezieltes Genengineering zu biologische Waffen zu machen – und sie vielleicht auch dann noch freizusetzen? Wie kann Anthropic, das die Schwierigkeiten beim Alignment von Claude nicht verschweigt, sicherstellen, dass dies nicht im automatisierten Labor geschieht oder dass Claude nicht doch irgendjemanden Bauanleitungen für biologischen Waffen liefert?

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
Mehr Beiträge von Florian Rötzer →

Ähnliche Beiträge:

24 Kommentare

  1. Zitat: 💬 „Man wird sehen, welches Vertrauen in das Unternehmen Anthropic besteht, das die Menschen warnt, mit ihren KI-Systemen, die kaum zu kontrollieren sind, womöglich Katastrophales bis hin zum Untergang der Menschheit geschehen kann.“

    Ein Zyniker könnte sagen: Wenn die Species des „Homo sapiens“ Technologien schafft, die dazu führen, dass die Menschheit eines Tages vernichtet wird, wird sie schwerlich behaupten können, sie sei nicht selbst dafür verantwortlich gewesen.

    Die künstliche Intellizgenz Skynet und der Terminator waren 1984 noch Science-Fiction, denn 1984 war die Welt noch weitgehend analog. Aber wie sagte der Terminator Arnold Schwarzenegger damals: „I’ll be back.“

  2. Die KI bleibt ein zweischneidiges Schwert. Diese Ambivalenz ist wie bei allem, aus dem man Geld machen kann im Spätkapitalismus fast zwangsläufig eine, deren Pendel aus Sicht der gesamten Menschheit ins Negative ausschlagen wird.
    Eine Anwendung, in einem Sinne, wie sie z. B. von Amodei insinuiert wird, ist, denkt man an Gain-of-Function-Forschung, die uns Corona eingebrockt hat und an die immensen Geldmengen für militärische Forschung überhaupt, eher unwahrscheinlich.

    1. Tatsächlich scheint mir die Gain-of-Function-Forschung erheblich gefährlicher. Komischerweise regt sich da keiner auf. Dabei ist diese Gefahr bereits real, wenn man sich Corona anschaut.

      1. Das, was die KI da leisten soll, ist im Wesentlichen nichts anderes als Gain-of-Function.
        Wahrscheinlich nur um einiges effizienter.
        Je nach Anforderung oder Profitabilität des Auftrags ist es ihr egal, ob es um ein Heilmittel gegen Krebs oder um eine chemisch-biologische Massenvernichtungswaffe geht.

        1. @Rob Wenn man sich die Evolution 🐒➡️🧑➡️🐒 des Menschen ansieht, dann kommt man zwangsläufig zu der Feststellung, dass die Manpower und die Ressourcen, die (weltweit) in die Entwicklung immer effektiverer und effizienterer Waffen gesteckt werden weitaus höher sind als die Ausgaben für die Heilung von Krebs usw.

          Es wäre nicht erst 2026 problemlos möglich, zu verhindern, dass auf diesem Planeten Menschen verhungern und Obdachlose im Winter erfrieren. Auf 10 oder 20 Milliarden Dollar/Euro kommt es dabei nicht an, aber weltweit wurden 2025 rund 2,9 Billionen US-Dollar für Rüstung, Waffen und militärische Zwecke ausgeben. Das sind 2.900 Milliarden und eine Milliarde sind bekanntlich 1.000 Millionen. Das staunt wahrscheinlich sogar der Multimillionär Günther Jauch und RTL-Moderator von „Wer wird Millionär?“

          Nur so am Rande des Ukrainekrieges, des Gaza-Krieges und aller anderen Kriege: „Spitzenreiter“ bei den Militärausgaben ist nicht etwa Russland oder China. Nein, unangefochtener Spitzenreiter mit rund 950 Milliarden US-Dollar in einem einzigen Jahr sind bzw. waren die USA, das Land von „freedom and democracy“, das Land von Donald Trump, Peter Thiel, Jeff Bezos und Elon Musk.

          Der „böse“ Putin aus Russland hat 2025 umgerechnet in USD nur „lausige“ 150 bis 190 Milliarden Dollar ausgegeben. Deutschland, das bekanntlich kein Geld für gute Schulen und für Obdachlose hat und bei den Kindergärten „sparen“ muss, hat 2025 rund 114 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Das soll aber, wenn es nach Fritze Merz aka „Kanzler Black Rock“, der liberalen und weltoffenen Frau Strack-Zimmermann von der FDP, dem Boris von der ehemaligen „Arbeiterpartei“ SPD und den veganen grünen Bio-Panzergrenadieren noch viel mehr werden.

          Sogar das „kleine“ Königreich Belgien mit etwa 11,8 Millionen Einwohnern, das entspricht aktuell etwa 0,14 Prozent der gesamten Weltbevölkerung, hat 2025 rd. 12 Milliarden = 12.000 Millionen USD für die Rüstung aufgewendet.

          Wie schrieb der Schweizer Wirtschaftwissenschaftler und Gesellschaftskritiker schon am Ende der 1980er Jahre, das war die Zeit der „geistig-moralischen“ = neoliberalen Wende des deutschen CDU-Kanzlers Helmut Kohl: „Auf die Bäume ihr Affen.“

  3. Den Code des Lebens knacken: Neues KI-Modell entschlüsselt die versteckte Sprache der DNA

    „GROVER hat die Regeln der DNA gelernt. In Bezug auf Sprache sprechen wir über Grammatik, Syntax und Semantik. Für die DNA bedeutet dies, die Regeln der Sequenzen zu lernen, die Reihenfolge der Nukleotide und Sequenzen sowie deren Bedeutung. Ähnlich wie GPT-Modelle menschliche Sprachen lernen, hat GROVER im Grunde gelernt, ‚DNA zu sprechen‘“, erklärt Dr. Melissa Sanabria, die Forscherin hinter dem Projekt.

    Das Team zeigte, dass GROVER nicht nur die folgenden DNA-Sequenzen präzise vorhersagen kann, sondern auch verwendet werden kann, um Informationen biologischer Bedeutung aus Kontext zu extrahieren. So kann man z.B. den Start von Genen identifizieren oder Proteinbindungsstellen auf der DNA. GROVER lernt auch Prozesse, die allgemein als „epigenetisch“ gelten, also solche, die auf der DNA stattfinden und bisher nicht als „kodiert“ betrachtet werden.

    „Es ist faszinierend, dass wir durch das Training von GROVER allein mit der DNA-Sequenz, ohne zusätzliche funktionelle Daten, tatsächlich Informationen über die biologische Funktion extrahieren können. Für uns zeigt dies, dass die Funktion, einschließlich einiger epigenetischer Informationen, auch in der Sequenz codiert ist“, sagt Dr. Sanabria.
    —
    wenn die Erweiterte Intelligenz in der Lage ist DNA nicht nur zu verstehen sondern auch zu sprechen, muß man bei Wort Biowaffe sehr umfangreich anfangen zu denken. – was wenn die BigTech entscheidet, solche Fähigkeiten als PR-Stunt zu präsentieren ??
    die Erweiterte Intelligenz spricht bereits in eigener, dem Menschen unzugänglicher Sprache, die Auswirkungen böswilliger Akteure potenzieren sich durch diese Tech enorm. wie damit umgehen ??

    https://tu-dresden.de/tu-dresden/newsportal/news/den-code-des-lebens-knacken-neues-ki-modell-entschluesselt-die-versteckte-sprache-der-dna

    1. DNA ist keine Sprache, DNA ist ein Programm. Wenn man davon xx% verstanden hat, so wie wir aktuell, versteht man nicht automatisch den Rest. Mit KI gehts allerdings um einiges schneller.

      1. Patient 0: Ich bin mir so gar nicht sicher, ob die Wissenschaftler und das Millitär mit
        einem geknackten DNA Programm umgehen können. Was kann dann an Leben geschaffen
        werden? Es wäre dann warhrscheinlich theoretisch und auch praktische möglich Wesen zu
        schaffen, die mit Superkräften auf dem Schlachtfeld unbesiegbar sind. Zum Glück habe
        ich ein Alter erreicht, dass ich den Untergang der Menschen mit einem sozialverträglichen
        Ableben nicht mehr erleben muß. Allerdings befürchte ich, dass von unseren Kriegshetzern im
        Westen uns noch der schnellere Weg ins Jenseits gezeigt wird.

        1. Ich hatte es doch geschrieben. Das ist keine Sprache. Da gibts kein magisches wir habens geknackt. DNA ist einfach eine Abfolge von zu produzierenden Proteinen usw.

          Supersoldaten sehe ich nicht. Es gibt kein Super Gen. Wenn du eine Sache verstärkst, leidet dafür eine andere. Man braucht also Tests mit echten Menschen. Das würde ethisch verworfen.

          1. Ich glaube nicht dass das ethische Gründe hat. Wir wissen nicht ob Versuche laufen. Modifiziert man vor der Zeugung braucht man aber rund 20 Jahre und die Resultate sind noch nicht standadisierbar. Modifiziert man über nachträglich eingebrachte RNA ist das Resultat auch nicht gut reproduzierbar derzeit.
            DNA ist auch mehr als nur ein Bauplan, die Abfolgen sind komplex und bedingen einander und zum großen Teil noch unbekannt, und auch zu komplex um von Menschen in Gänze durchschaubar zu sein.

            1. > Ich glaube nicht dass das ethische Gründe hat. Wir wissen nicht ob Versuche laufen.

              Derzeit ist es verboten aus ethischen Gründen. Obs jemand heimlich macht kann man natürlich nicht wissen. Eine Gefahr seh ich da aber nicht. Zurzeit machen eh alle Drohnen und Roboter, das geht schneller und ist effizienter als irgendein Supersoldat.

              Mit „nachträglich eingebrachte RNA“ kann man nicht alles ändern.

              > DNA ist auch mehr als nur ein Bauplan, die Abfolgen sind komplex und bedingen einander und zum großen Teil noch unbekannt

              Ist mir bewußt hatte es nur einfach formuliert.

  4. Hm, das klingt doch hier und woanders so, als hätte jemand für KI den Stöpsel aus der Badewanne gezogen, das Wasser läuft ab und abschließend platzen alle Blasen. Doch das ist nur mein Eindruck, es könnte auch wieder von etwas anderem abgelenkt werden…

    »…dass KI in den nächsten 5-10 Jahren die meisten großen Krankheiten heilen könne« klingt nun wirklich wie Märchenstunde. Dabei würde ich zuerst gar nicht behaupten wollen, dass KI dazu nicht in der Lage wäre, sondern dass gerade bei exotische Krankheiten keine Heilmittel gesucht werden, weil es nicht hinreichend profitabel ist. Und der größte Profit wird noch immer mit fortdauernd Kranken gemacht, eine Heilung oder gar Ausrottung diverser Krankheiten wäre aus Pharma-Sicht Suizid.

    Bleibt zu konstatieren, dass die meisten (vor allem profitabelsten) Krankheiten sog. „Zivilisationskrankheiten“ sind. Doch dass für eine Heilung ggf. eine andere Art von Zivilisation ausprobiert werden könnte, auf die Idee kommt auch niemand. Ist auch egal, wer aktuell KI in einem automatisierten Web Lab auf Virenforschung loslässt, hat wahrscheinlich für sich die „letzte Idee“ schon gefunden.

  5. Hier ist nochmal der Bericht über den wahren Grund der Verlangsamung:
    https://blog.koehntopp.info/2026/09/14/sie-wollen-eine-pause-es-wird-keine-geben/

    Dev Kommentator „taubengrau“ bemerkte weiterführend:
    15.09.2026 14:52 Uhr
    Bei Koehntopp steht zusammengefasst (ohne KI 🙂 ) :
    KI „made in USA“ ist eine riesige kreditfinanzierte Blase, die zusammenbrechen muss, weil
    – die langfristigen Investitionen in Rechenzentren sich nicht rechnen, weil
    — der technische Fortschritt die Hardware viel schneller veralten lässt, als sie sich amortisiert.
    — die KI-Modelle mit immer weniger Ressourcen auskommen und es daher für die meisten Aufgaben reicht, eine KI auf dem eigenen Rechner statt in der RZ-Cloud laufen zu lassen.
    Auch regulatorische Schutzmaßnahmen werden nicht helfen, weil es Konkurrenz aus China gibt.

  6. Yes we can“ Biowaffenforschung..ähhh…biomedizinische Forschung wird auf KI umgestellt.
    (Medizinische) „Biolabore“ sind nichts weiter als Kriegswaffenforschung!
    Das Ziel ist eine Biowaffe zu entwickeln die den Gegner angreift aber nicht die eigenen Leute.
    Die Gegner werden im Zweifel aber wir sein!

  7. KI Weltuntergang?
    Es ist doch so, dass die US-Herrscher in Permanenz irgendwo auf der Welt Kriege führen. Momentan gegen Russland und den Iran. Die angegriffenen Länder haben der US-Regierung schriftlich erklärt, was sie wollen. Nein, so einen Frieden wollen wir nicht! Eher soll die Welt zu Grunde gehen! – antworten die USA.
    Vom Krieg gegen Russland ist bekannt, dass er unter Einsatz von Palantir und einer anderen Kriegssoftware geführt wird. 1A-Trainingsmöglichkeit für die Kriegsfirmen?

    1. „Vom Krieg gegen Russland ist bekannt, dass er unter Einsatz von Palantir und einer anderen Kriegssoftware geführt wird.“

      Das gilt auch für den Krieg gegen Iran. Der Massenmord an 168 Menschen (überwiegend Kinder) in der Schule in Minab soll angeblich ein entsprechender „Fehler“ gewesen sein.

  8. Die Transhumanisten haben doch echt eine an der Schüssel. Ich habe letztens gehört, wie die ihren Kram moralisch begründen: Irgendwann in ferner, also sehr, sehr ferner Zukunft, wenn die Weiten des Weltalls besiedelt sind, wird sich die Anzahl der Menschen auf eine unglaublich hohe Zahl erhöhen. Würde man jetzt an der Entwicklung für Technik sparen oder bremsen, würde dass Millionen dieser Menschen das Leben kosten.

    Die rechnen das auch genau vor. Die Zahlen habe ich nicht mehr im Kopf, aber bei denen geht es um eine wirklich sehr fernen Zukunft, und von Besiedlungen die etliche Lichtjahre entfernt sind. Einen schicken Namen gibt es für diese moralphilosophische Position auch: Longtermismus. Das ist völlig durchgeknallt.

    1. @ b_s:

      He he, ja diese Leutchen („Longtermisten“? 🤦‍♂️) sind schon eine Pracht hinsichtlich konsistenten Denkens. Die Zukunft steht fest, das Universum ist also determiniert, auch wie viele unzählige Menschen da so vor sich herumwesen werden, folglich ist deren Antrieb „Verantwortung für deren Existenz in einer irgendwann kommenden Zukunft“. Und weil es „so viele“ sein werden, ist das Argument natürlich auch unermesslich gewichtig. Schon im »Herr der Ringe« haben wir gelernt, gegen eine Geisterarmee ist man machtlos, egal ob zukünftige oder gewesene Geister.

      Die Transhumanisten haben anscheinend als Kinder auch zu viel mit Dinosauriern gespielt und haben dabei das mit der „Extinktion“ gleichfalls nicht wirklich verstanden. Ich mag diesen Spruch von Helmut Schmidt ja nicht – »Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen« –, doch den haben diese Visionäre anscheinend wörtlich genommen und dort Genmanipulation bestellt.

      Longtermismus. Das ist völlig durchgeknallt.

      Aber sowas von…

    2. @b_s Bei der fadenscheinigen moralischen Begründung stimme ich Ihnen zu. Ich würde aber nicht so weit gehen, zu behaupten, dass diese Transhumanisten einen Sprung in der Schüssel haben und nicht wissen, was sie tun.

      Ich gehe sogar davon aus, dass diese Leute das ganz genau wissen. Die Frage ist wie immer: cui bono? Denn die Transhumanisten machen das nicht, um die real existierende Welt auf der Erde friedlicher und mitmenschlicher zu machen. Sie wollen durch den Einsatz von Technologie einen „besseren“ Menschen schaffen, einen „Übermenschen“ im Sinne von Friedrich Nietzsche. Die transhumanistische Ideologie zielt auf eine totalitäre „Borg“-Gesellschaft wie in den Sci-Fi-Filmen „Star-Trek“, falls das jemand kennt. Transhumanismus ist die Gleichschaltung des Menschen nicht durch biologische Eugenik bzw. Selektion und „Zucht“, sondern durch „moderne“ Technologie.

      Diese „Borg“ kennen bekanntlich weder Individuen noch Kultur oder Kunst und auch keine Emotionen, sondern nur den Drang nach Perfektion durch die Assimilation anderer Spezies und deren Technologie. Jede assimilierte Person wird bei den Borg mit kybernetischen Implantaten ausgestattet und dem Borg-Kollektiv einverleibt, wobei ihre Persönlichkeit, ihre Erinnerungen und ihre Identität ausgelöscht werden.

      1. @ D.O.S:

        Diese „Borg“ kennen bekanntlich weder Individuen noch Kultur oder Kunst und auch keine Emotionen

        Es ist also ok, wenn „Longtermisten“ ihre eigene „Armut“, die eigenen sozialen Defizite oder ihre „natürliche Unvollständigkeit“ (nennen Sie es, wie Sie wollen, ich meine das nicht beleidigend!) als universelles Ideal ihres Strebens setzen?

        Vor hundert Jahren war der (national-) sozialistische Mitläufer ein behauptetes gesellschaftliches Ideal, in den 1980ern der rücksichtslose Workaholic und heute der Autist?

        Danke, aber nein Danke.

        1. @El-G Woraus schließen Sie, dass das mein „gesellschaftliches Ideal“ wäre? Oder interpretiere ich Ihren Kommentar falsch?

          Die gleichgeschaltete Borg-Gesellschaft hat allerdings durchaus einen gewissen „Charm“: Für Sklavenhalter gibt es nichts Besseres als „glückliche“ Sklaven: Glückliche Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit und der Demokratie.

          In der Borg-Gesellschaft gibt es keine Emotionen, demzufolge auch keine „glücklichen“ oder unglücklichen Borgs. Menschen sind eben keine mehr.

          1. @ D.O.S.:

            Woraus schließen Sie, dass das mein „gesellschaftliches Ideal“ wäre?

            Umhimmelswillen, nein, dann wären mir auch Ihre zahlreichen und unterhaltsamen Beiträge alle entgangen 😉

            Ich finde aber, dass @b_s mit seiner Diagnose »durchgeknallt« richtig liegt, was ja nicht meint, dass die „Longtermisten“ dumm seien. Ich kann mir auch mit Begeisterung einen hügeligen Ameisenstaat im Wald anschauen, komme trotzdem nicht auf die Idee, diese Organisationsform als „must have“ auf meine Spezies zu übertragen. Wenn eine Gruppe „erfolgreicher Solipsisten“ meint, die vollständige Absenz von Emotionen sei erstrebenswert (die Idee hatten in der Antike bereits einige Stoiker), dann haben die für mich zweifellos »einen Sprung in der Schüssel«, gerade weil sie wissen, was sie tun: Sie kommen mit ihren eigenen Emotionen nicht klar.

            Das ist ein bisschen wie bei diesem Witz:

            Ein zurückgewiesener Liebhaber beobachtet die Auserwählte, wie sie sich von jemand anderem becircen lässt, worauf es aus ihm herausplatzt: „Den bringe ich um.“ Sein Freund meint darauf: „Sie will dich nicht, akzeptiere das, wenn der weg ist, kommt jemand anderes. Du kannst nicht alle Männer auf der Welt umbringen.“ Der Zurückgewiesene schließt die Augen und presst durch seine Zähne: „Aber ich kann es versuchen.“

            Gruß.

  9. Wenn ich für jedes Mal, dass die warnen wie gefährlich gut ihr eigenes Produkt ist, einen Cent kriegen würde, dann könnte ich die gesamte Blase allein finanzieren und die müssten nicht hunderte von Milliarden an Kredit aufnehmen.

    Komischerweise hab ich noch nie so eine Warnung von einem chinesischen Unternehmen gehört, aber die wollen ja auch nicht auf Teufel komm raus den Technocore herbei hyperventilieren.

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln : Bleiben Sie sachlich, respektvoll und beim Thema. Wir behalten uns vor, insbesondere Kommentare zu entfernen, die Beleidigungen, Spam oder persönliche Angriffe enthalten.

Pro Beitrag sind maximal 5 Kommentare (inklusive Antworten auf andere Kommentare) zulässig.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte schreiben Sie mindestens 100 und höchstens 10000 Zeichen.

0 / 10000 Zeichen