Angriff auf Atomkraftwerk Saporischschja schürt erneut Angst vor Atomkatastrophe

aea-dIREKTOR Rafael Mariano Grossi beim Besuch im AKW Saporischschja 2023. Bild: IAEA Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat einen Angriff auf das ukrainische Atomkraftwerk (AKW) Saporischschja bestätigt und Schäden an dem von Russland kontrollierten Atomkraftwerk festgestellt. Die Ukraine und Russland beschuldigen sich – wieder einmal – gegenseitig, für gefährliche Angriffe auf das größte AKW in Europa verantwortlich zu sein.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat einen Angriff auf das ukrainische Atomkraftwerk (AKW) Saporischschja bestätigt und Schäden an dem von Russland kontrollierten Atomkraftwerk festgestellt. Die Ukraine und Russland beschuldigen sich – wieder einmal – gegenseitig, für gefährliche Angriffe auf das größte AKW in Europa verantwortlich zu sein.

Es geht wieder einmal sehr gefährlich am größten Atomkraftwerk Europas zu, das in der Welt seit dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine immer wieder Angst vor einer erneuten Atomkatastrophe schürt. Das AKW befindet sich seit März 2022 unter russischer Kontrolle, die sechs Reaktoren sind seither abgeschaltet.

Trotz allem könnte es dort zu einer Katastrophe kommen, deren Auswirkungen noch größer als die des Super-Gaus im ukrainischen Tschernobyl sein könnten. Vor 40 Jahren explodierte dort in der Ukraine ein Reaktorblock des Atomkraftwerks mit den bekannten fatalen Folgen bis heute. Es dürfte bekannt sein, dass auch abgeschaltete Atommeiler ständig gekühlt werden müssen, damit es nicht zur Kernschmelze mit unabsehbaren Folgen kommt.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte zunächst mitgeteilt, sie sei am 30. Mai darüber informiert worden, dass offenbar eine Drohne ein Turbinengebäude auf dem Gelände getroffen habe, wodurch ein Loch in die Wand der Halle gerissen worden sein soll.  Am Tag darauffolgenden Tag erklärte die IAEA, ein Team der Behörde habe am Zaporizhzhia Nuclear Power Plant (ZNPP) „Schäden an der Außenseite eines Turbinengebäudes“ feststellen können, die man auf einen Drohnenangriff zurückführe. „Bei einer Vor-Ort-Besichtigung sah das Team Schäden“ sowie „einige Trümmerstücke und verbrannte Überreste von Glasfaserkabeln am Boden“, die mit dem Einschlag einer Drohne übereinstimmen würden. Schäden seien „unmittelbar neben Reaktorblock 6“ festgestellt worden. Auch während der Besichtigung hätte das Team „Drohnengeräusche in der Nähe und Schüssen zur Abwehr“ gehört und es sei ihm befohlen worden, Schutz zu suchen.

Erhöhte Strahlenwerte hätte man an dem AKW aber nicht messen können. Trotz allem wird von einem „schwerwiegender Vorfall“ gesprochen, „der zentrale Grundsätze der nuklearen Sicherheit gefährdet habe“, erklärte der IAEA‑Generaldirektor Rafael Grossi. „Angriffe auf nukleare Anlagen sind inakzeptabel“, fügte er zu dem „ersten Drohnenangriff innerhalb des Kraftwerksgeländes“ in den letzten zwei Jahren an. Es dürfe „keine Angriffe jeglicher Art von oder gegen“ das Atomkraftwerk geben. „Angriffe auf nukleare Anlagen sind wie das Spiel mit dem Feuer“.

Bemerkenswert ist es, dass in beiden ausführlicheren IAEA-Mitteilungen keinerlei Hinweis auf die eigene Pressemitteilung zum längsten bisherigen Kommunikationsausfall gegeben wird, die nur zwei Tage vor dem Angriff veröffentlicht wurde. „Das Kernkraftwerk Saporischschja (ZNPP) war diese Woche von einem längeren Kommunikationsausfall betroffen, während Berichte über verstärkte militärische Aktivitäten in der Umgebung kursierten“, wird Grossi zitiert.

Demnach war „das ZNPP am Mittwoch etwa 12 Stunden lang weder über Festnetz noch über das Internet in Verbindung – der längste Vorfall dieser Art seit Beginn des militärischen Konflikts“. Grossi hatte die Bedeutung der Kommunikation mit Atomanlagen herausgestrichen, die zuverlässig gewährleistet sein müsse. „Viele Stunden lang konnten wir unser Expertenteam vor Ort nicht erreichen, und das Kraftwerk war nicht in der Lage, auf dem üblichen Weg mit der Außenwelt zu kommunizieren.“ Das sei „eindeutig ein sehr besorgniserregendes Ereignis im Hinblick auf die nukleare Sicherheit und Sicherung“ gewesen.

 

Ob ein Zusammenhang mit dem Drohnenangriff besteht, ist genauso unklar, wie dessen Urheberschaft. Es geht wie üblich hin und her, wer nun für die Attacke verantwortlich sein soll. Beide Seiten schreiben sich – wieder einmal – die Verantwortung zu. Der russische Staatskonzern Rosatom wies die Verantwortung sofort der Ukraine zu. „Heute Nachmittag traf eine ukrainische Kamikaze-Kampfdrohne das Turbinenhaus des Kraftwerksblocks Nr. 6, was zu einer anschließenden Detonation führte“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Rosatom-Chef Alexei Likhachev. Der hat den Vorfall als „vorsätzlich“ bezeichnet. Die Drohne sei über ein Glasfaserkabel gesteuert worden, ein „versehentlicher Treffer“ sei daher ausgeschlossen, fügte er an. Der Einschlag sei nur wenige Meter vom Reaktor entfernt, hieß es weiter. AKW-Direktor Yury Chernichuk sagte, es würden permament ukrainische Drohnen über dem AKW fliegen.

Das Loch in der Wand kann auch auf Bildern gesehen werden, welche die ukrainische Nachrichtenseite „Strana“ veröffentlicht hat. Bei einem weiteren Angriff am 31. Mai auf die Transportwerkstatt sind nach einem Tass-Bericht Fahrzeuge zerstört worden: „Bei dem Angriff wurden sechs Busse und zwei „Gazel“-Fahrzeuge zerstört. Unter den Mitarbeitern gab es keine Opfer. Das Kraftwerk betonte, dass Angriffe auf Busse, die Kraftwerksmitarbeiter innerhalb der Stadt Energodar befördern, bereits zuvor wiederholt verzeichnet worden seien, was zusätzliche Risiken für den stabilen Betrieb des Kernkraftwerks mit sich bringe und eine Gefahr für die Sicherheit der Mitarbeiter darstelle. Am selben Tag griff der Feind eine Entbindungsklinik, eine Boxschule, Wohngebäude, Tankstellen und das Verwaltungsgebäude von Energodar an.“

Die Verteidigungskräfte der Südukraine wiesen am 30. Mai die russischen Behauptungen zurück: „Die von Besatzungsorganen verbreiteten Berichte über den angeblichen Angriff der Verteidigungskräfte der Ukraine auf die Anlagen des Kernkraftwerks ZNPP sind ein weiterer Versuch, die Ukraine zu diskreditieren und ihre eigenen kriminellen Handlungen zu verschleiern.“ Das ukrainische Militär handele „ausschließlich im Rahmen der Normen des humanitären Völkerrechts und ist sich der Konsequenzen jeglicher Aktionen gegen nukleare Anlagen bewusst“.

Dafür behauptet das ZDF zum Beispiel, Russland habe keine „Belege“ für eine über Glasfaser gesteuerte Drohne vorgelegt. Das ist erstaunlich, da zu diesem Zeitpunkt schon das IAEA-Team vor Ort war und die Atomaufsicht schon von den Glasfaserresten berichtet hatte.

Die „alternative“ Taz aus Berlin macht sich zum Sprachrohr für die Version der Ukraine. Zwar wird in der Einleitung erklärt: „Russland und die Ukraine beschuldigen sich gegenseitig“, von den russischen Vorwürfen ist dann aber in dem Artikel nichts zu lesen. Absatz für Absatz wird die Version aus Kiew dargelegt. „Die Ukraine verfüge nicht über Drohnen mit einer Kumulativ-Sprengladung von 5–6 kg“, um ein Loch in der von Russland behaupteten Größe zu erzeugen, wird mit Bezug auf das ukrainische Medium Suspilne gesagt, das wiederum auf einen Armeesprecher verweist. Es ist ein Zitat aus der oben erwähnten Mitteilung der Verteidigungskräfte der Ukraine. Allerdings schreibt die taz auch, dass die Ukraine durchaus Atomkraftwerke immer wieder angegriffen hat.

Dass sich Ukraine gerne und immer wieder auch in deutschen Medien mit immer neuen Entwicklungssprüngen bei der Drohnen-Entwicklung brüstet, wird auch ausgeblendet. Schon vor einem Jahr wurde zum Beispiel in der Deutschen Welle berichtet, dass auch die Ukraine Glasfaser-Drohnen benutzt. „Die Hightech-Waffen definieren die Kämpfe an der russisch-ukrainischen Front neu“, berichtet deren Korrespondent Max Zander „wie die ukrainische Armee damit Russlands Verteidigung aushebelt.“ Bekannt ist seit langem auch, dass sie in der Ukraine längst gebaut werden und sie sollen eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern erreichen

Zitiert wird von der taz auch das ukrainische Außenministerium: „Wir betrachten diese Erklärungen als eine weitere Informationskampagne der Besatzungsmacht, die darauf abzielt, die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft von der einzigen tatsächlichen Quelle der nuklearen Gefahr im Kernkraftwerk Saporischschja abzulenken – der illegalen russischen Besetzung des Kraftwerks.“   So behauptet der Artikel auch, dass Russland der IAEA „keinen uneingeschränkten Zugang gewähre“.

Allerdings gibt die Taz nicht auch noch den Unfug wieder wie die Nachrichtenagentur Reuters, die von „einem weiteren Propagandatrick“ aus Russland spricht. „Die ukrainischen Soldaten handeln streng im Rahmen des humanitären Völkerrechts und sind sich der Folgen jeglicher Angriffe auf kerntechnische Anlagen voll und ganz bewusst“, zitiert Reuters die Stellungnahme der ukrainischen Streitkräfte der Südukraine. „An dem betreffenden Abschnitt der Frontlinie fanden während des Vorfalls keine aktiven Kampfhandlungen statt, und es wurden keine Waffen eingesetzt.“

Die Frage, warum Russland sich angeblich selbst angegriffen haben soll, welches das Atomkraftwerk schließlich zur eigenen Stromerzeugung an das russische Stromnetz anschließen will, wird in hiesigen Medien nicht einmal gestellt. Warum aber könnte es sich nicht auch um eine atomare Erpressung durch die Ukraine handeln, also immer einmal wieder die Drohkulisse einer möglichen fatalen Atomkatastrophe heraufzubeschwören, indem man gezielt eher unbedeutende Anlagenteile beschädigt?

Neu ist das alles ohnehin nicht. Overton hatte immer wieder von dem „gefährliches Spiel mit dem AKW Saporischschja“ berichtet. Dass die Ukraine ein solches gefährliches Spiel betreibt, hat sie ohnehin mit dem Angriff auf das russische Atomkraftwerk Kursk bewiesen. Das AKW wurde mit Drohnen angegriffen und dort ein Brand ausgelöst. Schon damit hatte sie eigenhändig die nun erneut vorgetragene Behauptung widerlegt, sich stets an das Völkerrecht zu halten. Damit wurde die Karte der atomaren Erpressung gespielt, die man wiederum gegenüber Russland hochhält. Denn Angriffe auf zivile Kernkraftwerke sind nach internationalem Recht grundsätzlich verboten. Dass es in der Region angeblich keine Kampfhandlungen gab, das hatte auch die IAEA schon als falsch herausgestrichen und auf den Kommunikationsausfall verwiesen.

Zudem sollte man auch die unmissverständlichen Worte des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij zu Angriffen auf das Atomkraftwerk Saporischschja nicht vergessen, welches er zurückerobern wollte: „Jeder russische Soldat, der entweder auf die Anlage schießt oder im Schutz der Anlage schießt, muss wissen, dass er zu einem besonderen Ziel für unseren Geheimdienst, unsere Spezialdienste und unsere Armee wird.“ Die Videobotschaft kann hier noch immer angeschaut werden.

Somit ist klar, dass aus Kiew wieder viel Propaganda verbreitet wird, die von Medien hier bereitwillig breitgetreten und nicht hinterfragt wird, obwohl die Erfahrung eigentlich zur Vorsicht raten müsste. Natürlich ist auch ein russischer Propagandatrick nicht auszuschließen, zumal die Lage sich derzeit an der Front nicht gerade positiv für Russland weiterentwickelt hat, womit eine atomare Drohkulisse aufgebaut werden könnte, um den Druck zu verstärken, den Krieg zu beenden.

Beiden Seiten kann man ihre Propaganda nicht abnehmen. Wie sagt schon alter Spruch: „Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit.“ Sich einfach auf eine Seite zu schlagen, immer mehr die Kriegstrommeln zu schlagen, statt zu versuchen, eine friedliche Beilegung des Kriegs voranzutreiben,  ist schlicht wahnsinnig. Wie in Polen wollen längst Mehrheiten eine Friedenslösung in vielen Ländern, zumal dort viele Milliarden verbrannt werden, die dann mit Streichungen von Sozialleistungen in Deutschland und anderswo erkauft werden müssen.

Dass wieder einmal mit dem Risiko einer Atomkatastrophe gespielt wird, macht das umso dringlicher. Denn das theoretische Worst-Case-Szenario ist wieder näher gerückt, egal wer der Urheber ist. Dabei ist auch eher zweitrangig, ob die mögliche Katastrophe beabsichtigt, unbeabsichtigt oder durch einen Kalkulationsfehler bei einer False-Flag-Aktion ausgelöst wird. Auch die werfen sich beide Seiten seit Jahren immer wieder gegenseitig vor.

Ralf Streck

Der Journalist und Übersetzer Ralf Streck wurde 1964 in Flörsheim am Main geboren. Er studierte Politikwissenschaft und Turkologie an der Universität in Frankfurt. Seine journalistische Laufbahn begann bei Radio Dreyeckland in Freiburg, wo er eine Fortbildung zum Fachjournalist für Umweltwirtschaft absolvierte. Er lebt seit mehr als 20 Jahren im Baskenland, ist spezialisiert auf linke Unabhängigkeitsbewegungen und berichtet für diverse Medien in Europa vor allem von der Iberischen Halbinsel.
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49 Kommentare

    1. Ob sie das tut, ist ja unklar. Sie wären auch ziemlich behämmert, nach der Katastrophe in Tschenobyl schon wieder ein riesen Gebiet unbewohnbar zu machen. Zuzutrauen ist denen Faschos aber, dass sie in ihrem Wahn, das den Russen anzuhängen, tatsächlich mit diesem Feuer spielen

  1. Seit wie vielen Monaten erzählen uns Ukraine & Medien dass die Russen sich im Atomkraftwerk selbst beschießen?
    Wie deppert die sind ist unglaublich .

    1. @lichtenberg

      Irgendetwas müssen sie ja raushauen, aber gleichzeitig alles vermeiden, was weitere Zahlungen an die Ukraine in Frage stellt. Es gibt in Deutschland eben zwei unantastbare Tabus: Jegliche Kritik an der Ukraine und an Israel; sofern diese die uneingeschränkte Unterstützung in Frage stellen könnte. Eher würde man die Mitgliedschaften in EU und NATO sausen lassen; das Wohl Deutschlands sowieso!

  2. Terrorangriffe auf Zivilisten und zivile Einrichtungen sind doch Standardvorgehen der westlichen Kriegsführung und der ihrer Verbündeten.
    Schon immer gewesen und nach wie vor en vogue.
    Da kannst du bei der amerikanischen Indianervernichtung anfangen, mit den britischen Giftgasangriffen im Irak, dem Vernichtungskrieg der Wehrmacht im Osten, dem Krieg der Franzosen in Algerien oder den Chemie- und Napalmangriffen in Vietnam weitermachen und bei der neuerding scheinbar in Mode gekommenen Bombardierung von Mädchenschulen aufhören.
    Da sind doch die Ukrainer gelehrige Schüler.

  3. Der Homo Sapiens ist als Fehlentwicklung der Evolution auch in puncto Idiotie nicht zu überbieten.
    Keinen deutschen Support mehr – in welcher Art und Weise auch immer – für diesen und andere Kriege in der Welt.

    Ferner bin ich der Auffassung: Kein deutscher Staatsbürger sollte sich für diesen Staat oder die sog. ‚Westliche Un-Wertegemeinschaft‘, den die ÖRR propagandistisch unterstützen ( u. a. durch Propaganda-Formate wie https://www.ardmediathek.de/sendung/die-100-was-deutschland-bewegt/Y3JpZDovL25kci5kZS80OTU0 ) und für den diese wie auch andere stehen, auch durch tätiges Nichttun / Verschweigen ( NATO-Osterweiterung als eine Kriegsursache ), Verdrehen von ( vermeintlichen ) Tatsachen, in welchem Pazifistinnen und Pazifisten u. a. Gruppen systematisch straffrei diffamiert werden, zu welchem Dienst auch immer zur Verfügung stellen – womöglich noch sein Leben riskieren, welches u. a. deutsche Politik leichtfertigst aufs Spiel setzt seit dem Jahre 2001 bzw. dem 24.02.2022.

    Wie sich die Bilder Gleichen:
    Der NS-Staat: Getragen von der Bevölkerung – Dr. Götz Aly, 16.02.2009 | AusdemArchiv (039)
    https://www.youtube.com/watch?v=9gVSzvgGcdg .

  4. Weshalb benennt das IAEA nicht eindeutig den Täter?
    Die Art der Munition und die Richtung des Beschusses ist leicht zu ermitteln. Eine klare Zuweisung würde dem Spuck ein Ende bereiten und die Gefahr eines GAUs bannen. Aber daran hat Grossi offenbar kein Interesse.

    1. Er will sich vermutlich nicht den Weg zum künftigen UNO -General verbauen, weshalb er Anweisung gab, die Herkunft der Angriffe nicht zu nennen. Kann mit dem aktuellen angesprochen sein.
      Diese Taktik ist üblich, „unsere“ Vortänzer reisen des Öfteren nach Brüssel, um dort Regelungen anzuschieben, die sie hier nicht selbst machen wollen, da unpopulär. Danach können sie die Unschuld vom Lande spielen.

    2. @ Trux 17 Uhr 57 : Der Grossi Raphael, Argentinier, möchte doch auf der Karriere
      leiter nach oben steigen, und Generalse –
      kretär der uno werden – und nicht weiter- hin als Klempner werkeln müssen.

    3. Leider ist das nicht so einfach. Man kann auch ein Kommando auf die andere Seite bringen, um von dort sogar mit einer beschlagnahmten Drohne der anderen Seite anzugreifen. Es ist leider nicht alles Schwarz-Weiß.

      1. Du hast zu viele James Bond Filme geschaut. So einfach ist das an konkreter Stelle nicht durchzuführen, zumal die ständige Wiederholung gänzlich unmöglich ist. Aber vielleicht irre ich mich da auch gewaltig und die ganze Ukraine besteht lediglich aus verkleideten Russen, die sich selbst angreifen um die NATO durch Subventionierung des Krieges ruinieren zu können. 😉

    4. „Weshalb benennt das IAEA nicht eindeutig den Täter?“
      das hat Herr Grossie in Syrien doch auch nicht gemacht…..sondern vertuscht wo es nur ging!
      Der Zeuge Whelan:
      „Es war auch nicht mein Erfolg. Vielmehr war es ein Triumph für all jene, die in den letzten acht Jahren die Inspektoren unterstützt haben, die die OPCW wegen ihrer Untersuchung des mutmaßlichen Chemiewaffenangriffs in Duma, Syrien, im April 2018 kritisierten. Ich war Teil dieser Untersuchung und Zeuge, wie sie manipuliert wurde, offenbar um ein vorherbestimmtes Ergebnis zu erzielen.“
      https://scheerpost.com/2026/05/25/opcw-admits-it-suppressed-key-dissenter-in-douma-chemical-cover-up/

  5. Langsam wird’s lächerlich, die Hinweise auf beidseitige Propaganda.
    Möchte nicht als Journalist meine Brötchen verdienen müssen, wenn man so wie Streck hier sich verbiegen muss.

    1. Verbiegen, weil er sagt, dass man auch der russischen Propaganda nicht glauben sollte? Es gibt halt Leute, die brauchen unbedingt eine einfache Wahrheit und müssen sich positionieren, die einen auf der Seite von Ukraine-Faschos, die anderen auf der Seite des Russland-Despoten.

      1. Bezogen auf die Angriffe auf das KW ist es schon sehr verbogen.
        Peinlich wird’s dann, wenn man das als „echten, wahren“ Journalismus darstellt, also auf Teufel komm raus beiden Seiten gleiche Propaganda vorhält.

        1. Ist das so? Wird da nicht im Artikel ein ganz anderer Standpunkt bezogen, als in der Taz z.B. womit ja nahegelegt wird, dass es eher ne Ukraine-Nummer ist. Was willst du? Soll Streck einfach was behaupten, was man nicht belegen kann? Da haben wir schon taz, dlf und co. Ich will das nicht einfach aus ner anderen Richtung. 🤮
          Ich will Artikel die die Widersprüche rausarbeiten. Voila.

      2. Logo, die Russen beschießen sich selbst im KKW mit Drohnen. Zum wievielten mal?
        Selbst der Spiegel zweifelt. Über welche Geheiminfo verfügen Sie, Herr Flusser?

      3. @Heiner Flusser
        „Es gibt halt Leute, die brauchen unbedingt eine einfache Wahrheit und müssen sich positionieren…“

        … weil diese unbedingt irgendwo dazu gehören wollen. Einzeln eine eigene Meinung zu entwickeln und diese dann auch noch zu vertreten, liegt dieser Spezies halt weniger als sich festzulegen und vehement zu wiederholen, weil sie so wenigstens sicher fühlen können, vermeintlich einer Gruppe anzugehören und nicht Risiko zu laufen, mit ihren Aussagen allein dazustehen, was ihnen bei einer eigenständigen Meinung durchaus passieren könnte. Weshalb sonst sind mindestens 90% aller Äusserungen nachgeplappert? Man meint, sich auf diese Weise später nicht erklären zu müssen; schliesslich war man ja nur einer von vielen und kann sich selbst bzw. seinen Anteil oder Mitwirken unter den Teppich kehren…

      4. Schön, dass es Widerspruch gibt, kann ohne den nicht leben.
        Vermute, dass ein Großteil davon den westlich gewachsenen Hirnen geschuldet ist. Da läuft wohl im Hintergrund der Film nach H.J. Friedrich: “ nur Fakten berichten ist das Credo.“
        Nur: wer bestimmt, was Fakt ist?
        Laß ich die Bilder“unserer“ Medien Revue passieren, sieht mein militärisches Auge fast nur Aufnahmen angeblich gezielt betroffener ukrainischer ziviler Gebäude, die auf Trümmer von Raketen bzw Drohnen oder abgewichene Abwehrraketen, vermutlich bewusst zu nah an Wohnblocks aufgestellt, aber ohne Anzeichen von Raketen- oder Drohneneinschlägen, hindeuten.
        Kann ich unter diesen Umständen noch von beiderseitiger Schuld sprechen, weil ja beide Seiten Waffen einsetzen? Noch deutlicher wird’s beim Beschuss des KWs.
        Jetzt müsste mein Kontingent erschöpft sein. Bis zum nächsten Fall!

  6. „Wie sagt schon alter Spruch: „Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit.““

    Und wer ermordet die Wahrheit? Gewöhnlich fällt diese Untat in den Bereich des Journalismus. Manche Redaktion haben den ganzen Keller voll Wahrheitsleichen. Und nicht nur im „Ukrainekrieg“ Wie war das noch gestern in der Anmoderation im DLF … wir sprechen über den „Terrorangriff der Hamas“ vom 07.10.2023 auf Israel und das „Vorgehen“ der israelischen Armee in Gaza.
    Der Völkermord heißt nicht mal mehr Krieg, oder Militäroperation, jetzt ist es nur noch ein „Vorgehen“. Wir gehen einfach mal nach vorne.

    1. Der Rest deines Kommentars stimmt, aber der Spruch wonach die Wahrheit das erste Opfer des Krieges ist, stimmt einfach nicht.
      Damit es zu einem Krieg kommen kann, muss auch schon vorher kräftig gelogen werden.
      Ich weiß nicht, weshalb alle Welt diesen Spruch so oft zitiert.
      Vielleicht liegt es daran, dass sich alle gerne über die Wahrheit streiten, ohne jedoch zu wissen was Wahrheit eigentlich ist.

  7. In den „Nachrichten“ der ÖRs war man sich gestern ja nicht mal zu blöd, die Forderung der Ukraine vorzutragen, daß das Kraftwerk angesichts dieses Vorfalles umgehend an die Ukraine übergeben werden müsse!
    Ja, das ergibt Sinn, wenn, wie behauptet, die Russen sich mal wieder selbst beschossen haben sollten, würden diese Angriffe natürlich sofort aufhören, wenn Kiew das Kraftwerk übernähme….

    Wann wird diesem Regime endlich der Saft abgedreht? Muß erst was wirklich Schlimmes passieren?

    1. Ja, der Deutschlandfunk ist nur noch unterirdisch. Die Hamas ist immer Terrororganisation und Völkermord-Israel verteidigt sich immer nur. Dann hatten die kürzlich eine Reportage über Berlin Mitte, wo sie auch die Antideutschen-Israel-Völkermordfans hatten und haben ständig von „Antisemitismus“ gefaselt. Als Beispiel führen die doch tatsächlich an, dass ein Autofahrer die Truppe mit Israel-Fahnen als Kindermörder beschimpfte. Das ist kein Antisemitismus, das sagen auch viele viele Juden, sondern das ist Fakt. Man kann den Unsinn hier nachlesen. https://www.deutschlandfunk.de/schabbat-gebet-beschuetzen-mahnwache-gegen-antisemitismus-in-berlin-mitte-100.html Der Macher ist sicher auch so ein Antideutscher.

  8. Seit 2014 versucht die Ukraine einen direkten Krieg zwischen Russland und Nato auszulösen. Ich weiß nicht, was sie sich dabei denken. Falls es in Saporischschja zu einer Katastrophe kommt, ist ein atomarer Gegenschlag durch Russland fällig. dann gäbe es einen Gegenschlag durch die Nato. So was können nur Ukrodesperados wollen, denen im Falle eines Friedens ein übles Schicksal drohen könnte, z.B. Asow.

    1. Ja, die Geschichte ist ziemlich brenzlig, deshalb finde ich gut, dass ausführlich aufzugreifen. Auch die Tatsache, dass wir uns nicht in einen Krieg, sondern in eine Friedenslösung hineinziehen lassen sollten.

    1. Es ist halt nicht ihr Kraftwerk, sondern sie haben es besetzt. Das ist was anderes. Ah, noch was. Cui bono führt in beide Richtungen und ich glaube auch nur den Lügen, die ich selber verbreite.

      1. Wem das nützt, bzw eher wem das schadet kann man leicht beantworten wenn man die in Europa vorherrschende Windrichtung bedenkt. Die geht nämlich von west nach ost.

  9. Was gibts dann da wieder zu moderieren. Was darf man denn eigentlich noch sagen, ohne sich der Feindpropaganda verdächtig zu machen

    1. Wie fefe gesagt hätte: KI. Da kann man nichts machen.

      Vielleicht sollten wir unsere Texte auch von der KI schreiben lassen, dann können sie die KIs unterhalten.

  10. Wer (noch heute) die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) als quasi neutrale Schiedsrichtervereinigung verstehen will, hat entweder nichts begiffen (glob ick nicht), oder will das nicht begreifen (glob ich auch nicht).

    1. Wer tut das. Es ist doch eher ein Zeichen, dass sogar diese Truppe auf bestimmte Vorgänge hinweist. Selbst die kommen am bestimmten Fakten nicht vorbei.

  11. zumal die Lage sich derzeit an der Front nicht gerade positiv für Russland weiterentwickelt hat

    Wie kommen Sie eigentlich darauf Herr Rötzer?
    Oder ich frage mal anders, wieso denken Sie, dass dieses von Anfang an hochgehaltene Narrativ nicht genauso ein Teil der Kriegspropaganda ist? Sie bemerken ja selbst die Einseitigkeit im Mainstream. Wenn man den ständigen Erfolgsmeldungen von der Front uneingeschränkt glauben schenkte, könnte man meinen die Ukrainische Armee stünde bereits vor Moskau.

    Wie dem auch sei, Sie erinnern sich Putin hatte vor einigen Wochen das baldige Ende des Krieges angedeutet. Das hatte große Wellen geschlagen in den westlichen Medien. Jetzt hat man ihn nochmal gefragt wie er das gemeint habe. Putin hat nun zum zweiten Mal innerhalb eines Monat angekündigt, dass der Krieg mit der Ukraine bald zu Ende sein werde. Und diesmal erklärte er weshalb. Unter anderem Kommersant berichtete:

    „Was meine Aussage betrifft, dass sich die Angelegenheit meiner Meinung nach dem Ende zuneigt, so habe ich diese Aussage nicht einfach so getroffen, sondern auf der Grundlage einer Analyse der Lage auf dem Schlachtfeld, wo unsere Truppen in alle Richtungen vorrücken – nun, Sie sehen es ja selbst – Tag für Tag“

    https://www.kommersant.ru/doc/8707374

    ja wir in Russland sehen es in der Tat. Ihr im Westen jedoch nicht. Stattdessen hält man euch im Dunkeln wie die wirkliche Lage an der Front ist und füttert stattdessen weiter mit alten Narrativen dass die Lage an der Front sich angeblich nicht gerade positiv für Russland entwickle.

    Es wäre natürlich leicht jetzt, auch das einfach als „Propaganda“ abzutun. Aber ich gebe Ihnen hier noch etwas.
    Hier ist ein Video das zeigt wie Politologen und Experte in der Ukraine unter einander die Lage wirklich einschätzen. Das Video ist vom Kanal des populären ukranischen Journalisten Petr Shelest. Er interviewt dort häufig Experten und Politologen aus der Ukraine zum Thema Krieg mit Russland. In diesem konkreten Video interviewt er den renommierten ukrainischen Militärexperten Juriy Dudkin. Hören sie mal rein worüber sie da sprechen und wie sie die Lage wirklich einschätzen. Dank der automatischen Sub-Titles Funktion von Youtube können sie das auch verstehen. (Ich empfehle englische Übersetzung).

    https://www.youtube.com/watch?v=chAjba8SAes

    Spoiler: Sie reden dort über den Verfall des Regimes Selenskiys und dass im Sommer der Ukraine ein Ende blüht. Sie nennen dort auch Fakten über verlorenen Territorien in den letzten Wochen. Ich persönlich halte ihre Prognosen offen gesagt teilweise sogar für zu alarmistisch, aber das ist nun mal das worüber die ukrainischen Experten miteinander besprechen und wie sie die Lage wirklich einschätzen.

    1. Spoiler. Der Autor heißt Streck und dass nach Jahren nicht einmal der Donbass eingenommen wurde ist sicher ein Zeichen für den Endsieg…

    2. „In diesem konkreten Video interviewt er den renommierten ukrainischen Militärexperten Juriy Dudkin.“

      Was für ein „Militärexperte“? Dudkin ist aus der Ukraine geflohen, nachdem dort Anklage gegen ihn wegen Agententätigkeit für Moskau erhoben wurde. Er gehört zu dem von Medvedchuk .-Spitzname: „Prince of Darkness“- in Moskau gebildeten Netzwerk „Andere Ukraine“ für hybride Kriegsführung gegen die Ukraine und Europa. In letzterer Funktion tritt er als Blogger auf.

      1. @cromwell

        Welch‘ ein Glück für dich, das du hier im Forum nahezu unantastbar bist und wirklich jede unqualifizierte Story abliefern darfst; ohne jegliches Risiko einer Kritik, nicht wahr?

    3. Das Problem ist aber trotzdem, dass selbst bei einer geordneten Kapitulation der Ukraine, Selensky & EU die Fanatiker in der Ukraine nicht im Griff haben werden. Und die können – und werden vermutlich – selbst in der Stunde des Untergangs noch ziemlich üble Dinge anstellen, z.B. Drohnen mit schmutzigen Bomben oder eben Angriff auf das AKW.
      Vielleicht ist auch schon aus den zahlreichen Biolaboren, die z.T. hektisch verlassen wurden, verschwunden.
      Das dürfte am Ende leider noch sehr schmutzig werden.

    4. Lage an der Front? Ja, wie ist sie denn? Halbwegs greifbare Zahlen finde ich in deinem Beitrag nicht. In den Jahren 2024/25 war es noch so, dass ukrainische Quellen mit 2-6 Wochen Verzögerung das abbildeten, was vorher russ. Quellen ergaben. Jetzt herrscht aber bei diesen russ. Quellen Funkstille in Bezug auf tatsächlich Fortschritte an der Front

  12. Der Urheber ist natürlich die Ukraine. Für wie blöd soll man verkauft werden, dies in Frage zu stellen? Und es ist nicht egal, wer der Urheber ist, sondern der Vorfall ein weiterer Beweis für ukrainische Verantwortungslosigkeit, wenn nicht nihilistische Einstellung.

  13. In Russland wächst der öffentliche Druck auf den Kreml härter in der Ukraine vorzugehen und dem endlich ein Ende zu setzen. Auch werden die Stimmen immer lauter die europäischen Sponsoren und Drahtzieher eine Lektion zu erteilen. Die Stimmung wird zunehmend rauer. Die Falken werden immer lauter. Auch hier im Forum höre ich oft die Meinung Russland sei nicht entschlossen genug worin der Westen eine Schwäche wittere und was den Westen seinerseits motiviere weiter zu eskalieren.

    Es gibt aber auch Stimmen in Russland, die uns erklären was wirklich passiert und weshalb der Krieg so läuft wie er läuft. Hört zum Beispiel diesem Mann einmal zu. Andrey Kasakov, ein russischer Politologe und Buchautor. Wenn euch die Frage interessiert – weshalb Moskau so scheinbar zögerlich agiert hört ihm mal zu.

    https://youtu.be/OhpUDP8c-0w

    aktiviert subtitles, am besten in englisch. Deutsche autoübersetzung hinkt schon stark, englisch ist da viel besser.

    1. Ohne es mir angehört zu haben – mache ich später – so soll doch Russland genau zu so einer Reaktion provoziert werden. Es soll dem Westen eine Lektion erteilen, der Westen wartet darauf, er wünscht sich das. Nicht, weil er masochistisch veranlagt ist, sondern weil das Teil seiner Eskalationsstrategie ist. Wir sehen hier die Fortsetzung des klassischen Brinkmanship aus dem Kalten Krieg. Das alles sind bewusste strategische Züge mutmaßlich US-amerikanischer Strategen mit Europa als Spielfigur.

      Denn was wäre hier bei uns wohl los, wenn Russland auch nur eine einzige Rakete absichtsvoll auf einen Produktionsstandort außerhalb der Ukraine schicken würde? Das Geschrei ist ja schon gewaltig, wenn nur eine einzelne Drohne sich verirrt, erhöhten Sachschaden verursacht, und nicht einmal klar ist, ob die überhaupt aus Russland stammt. Dieses hysterische Geschrei ist ja ebenso Teil der Strategie, denn es soll das Signal senden: Wage es bloß nicht!
      Und das ist nicht etwa German Angst, die das sagt, sondern Taktik.

      Bewusst wird Russland in ein strategisches Dilemma geschickt. Hier mal ein kleiner, da mal ein großer Nadelstich tief ins Landesinnere, hier mal eine Drohne in Richtung AKW, da mal piksen und sticheln, hier mal einen Tanker beschlagnahmen, da mal eine Straße zur Krim belagern, hier mal ein belebtes ziviles Gebäude zerstören. Das Volk wird zunehmend mürrisch, unruhig, sauer. Psychologisch völlig verständlich. Es ist aber genau diese Unruhe im Volk, von der du ja auch berichtest, die vollkommen bewusst hervorgerufen und verstärkt werden soll.

      Auf zunehmende Provokationen immer fieserer Art verlangt das Volk schließlich eine Antwort – selbst bei dir spüre ich manchmal ja den Wunsch nach sowas wie Vergeltung – und gleichzeitig wird Russland gedroht: antworte ja nicht! Wehe, eine solche Reaktion kommt!

      Nun könnte man sagen, aus russischer Sicht, was schert uns diese Drohung.
      So leicht würde ich es mir nicht machen. Es würde im Westen eine andere Situation entstehen. Selbst Zweifler, die bisher vielleicht auch mal die russische Seite bzw. deren Interessen vielleicht nicht gebilligt, so aber wenigstens betrachtet haben, würden kippen. Ich sehe das in meinem Umfeld. Da würden mir so einige sinngemäß sagen: »Siehste, du kleiner Idiot, ich hab’s dir ja immer gesagt, du mit deinem Friedenswunsch, oller Gutmensch! Jetzt ist’s vorbei, jetzt greifen die an! Ihr seit doch alles sowas von blauäugig.« Die Kriegstreiber würden jubeln, wenn ihnen so toll in die Hände gespielt würde – und es würde funktionieren.

      Wenn Russland vielleicht auf sowas wie Regimechange hier im Westen tippt, wo ja in der Tat langfristig politische Veränderungen stattfinden könnten, Betonung: könnten, dann täte es sich keinen Gefallen. Bei einem gezielten Angriff Russlands auf ein Industriezentrum oder ähnliches, wäre hier mindestens Spannungsfall, später dann Verteidigungsfall, also nix mit Wahlen, nix mit neuer europäischen Sicherheitsarchitektur, sondern max kaputt.

      Der Krieg wird sich ohnehin wandeln. Wenn demnächst Syrsky geht und durch Budanov ersetzt wird – auf Wunsch des CIA, wie manche Analysten vermuten – dann werden diese Nadelstiche noch ganz andere Formen annehmen. Dann werden sie zur strategischen Hauptrichtung.

      Da fällt mir in diesem Zusammenhang ein, dass die Bundesregierung an einer grundlegenden Reform des BND-Gesetzes arbeitet, um ihn in einen operativ handelnden Geheimdienst weiterzuentwickeln. Da sollen dann Sabotagehandlungen gegen gegnerische Infrastruktur oder Streitkräfte möglich werden, aktives Hacking, CyberOps, wörtlich „verdeckte Operationen zur Schwächung gegnerischer Strukturen im Ausland “ usw. Also weit mehr, als der BND bisher durfte. Gerne mal googeln, ist öffentlich.

      Man ahnt, woher und wohin der Wind weht. Selbst wenn es für die Ukraine zunehmend konventionell schlechter aussehen sollte, wird es in anderer Form wohl noch jahrelang weitergehen.

      1. Sehe ich ganz ähnlich. Putins Russland hat leider den Zeitpunkt verpasst, der Sack zuzumachen. Ich lasse mich aber auch gern eines Besseren belehren.

  14. Nun hätte man hier ja ein Beweismittel. Dieses Glasfaserkabel, das die Drohne hinter sich her zieht, ist durchaus sichtbar. Was heißt das, wenn die Ukies und das ZDF die Existenz der Glasfaser abstreiten, obwohl es die IAEA beschrieben hat. Woher wollen die das wissen, wenn sie nicht geschossen haben? Etwas mehr Anstrengung beim Lügen wäre angebracht.

    Nochmal zu jenem Oreschnik, der auf Kiew abgefeuert wurde. Laut Thomas Röper hat dieser oberirdisch nur einen Garagenkomplex getroffen. Das eigentliche Ziel hingegen sei ein darunter liegender Bunker aus der Sowjetzeit gewesen.

    Diese sind üblicherweise nur mit Atomwaffen zu knacken (meine Einschätzung). Wenn nun aber die sechs Oreschnik-Geschosse diesen Bunker durchschlagen haben. Dann ist das eine alarmierende Nachricht für unsere Kriegstüchtigen. Die werden sehr genau prüfen, ob das stimmt.
    Wenn es stimmt, dann können die Russen mühelos alle Munitionsbunker ausschalten, auch die unterirdischen. Die Kriegstüchtigen oberhalb der Grasnarbe haben dann keine Munition mehr.

    Dann ist der Krieg zu Ende.

  15. Wait this actually seems rational for Ukraine. It was drones so no real threat but enough to perhaps prompt Russia to divert resources to protect the plant from the front. The west has so far resisted overt attribution of such deeds to Ukraine. And even the hint or suspicion of Russia attacking nuclear plants would help maintain and solidify military support in the west and if needed the prospect of direct involvement. And stirring outrage in Russia might prompt retaliation that would further be used and framed to reinforce the narrative in west. That narrative is existential for Ukraine, so I fail to see why this is not rational for Kiev in this situation. Legal, justifiable, that is a different issue but with such high stakes Ukraine cannot afford to let such concerns compromise defense.
    What seems irrational is antagonizing Poland by blatantly celebrating and rebutting Melnik. They could easily just have toned a few aspects down to avoid that.

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