Am Unabhängigkeitstag verlieh Selenskij Biletskyi, dem rechtsnationalistischen Gründer des Asow-Regiments, den Titel „Held der Ukraine“

Brigadegeneral, Held der Ukraine und Kommandeur des 3. Army Corps Andrij Bilezkyj. Bild: ab3army

Zur Feier des Unabhängigkeitstages der Ukraine war man in Kiew offensichtlich ziemlich sicher, dass Russland die Hauptstadt nicht angreifen wird. Luftalarm gab es i Kiew nicht. Es waren die Präsidenten von Estland, Litauen, Moldawien, Finnland und der EU sowie die Regierungschefs von Großbritannien, Luxemburg und Lettland zur auf dem offenem Sophia-Platz stattfindenden Feier gekommen, wo sie Orden von Selenskij empfingen und dafür natürlich weitere Unterstützung versprachen. Es wurden unterschiedliche Orden verliehen, wer warum höher oder weniger hoch geehrt werden sollte, entzieht sich meiner Kenntnis. Großbritannien wurde jedenfalls hervorgehoben, der neue Regierungschef Burnham erhielt die Auszeichnung „Dankbarkeit des ukrainischen Volkes“ für Unterstützung von Beginn an.

Für die von Deutschland, Frankreich und Großbritannien initiierte Koalition der Willigen war das die Gelegenheit, in einer Videokonferenz aus Kiew zu erklären, dass sie die militärische Hilfe und die Sanktionen verstärken werden – for as long as it takes. Zudem wurde wieder die Verlegung von Truppen in die Ukraine angekündigt, was nur bedeuten kann, dass Friedensverhandlungen erschwert werden sollen: „Die Koalition wird die ‚Multinational-Force Ukraine‘ weiterhin auf einen Einsatz vorbereiten, sobald eine glaubwürdige Einstellung der Feindseligkeiten erreicht ist – als Teil eines umfassenderen Pakets robuster, politisch und rechtlich verbindlicher Sicherheitsgarantien, um die künftige Sicherheit und den Wohlstand der Ukraine nach Inkrafttreten eines Waffenstillstands zu gewährleisten.“ Die britische Regierung erlaubt der Ukraine die Herstellung von Storm Shadow/SCALP.

Neben der Ordensverleihung gab es eine Parade von 100 Boden-, Luft- und Wasserdrohnen auf der Chreschtschatyk-Straße, dazu Wasserdrohnen auf dem Dnepr und Drohnen in der Luft. Demonstriert werden sollten die technischen Innovationen und dass die Ukraine den Unterstützerstaaten bald etwas für ihre Sicherheitszurückgeben können.

Parade der Kampfroboter. Bild: president.gov.ua/CC BY-NC-ND-4.0

 

Maria Berlinskaya, bekannte Maidan-Aktivistin, Kämpferin in Freiwilligenverbänden, „Mutter der Drohnen“ und Gründerin von Victory Drones und Victory Neurones, machte darauf aufmerksam, dass die Roboter wegen des Ereignisses wahrscheinlich nicht an die Front geschickt wurden: „Einige Hersteller behaupten, sie würden seit mehreren Wochen Bodenrobotersysteme an das Logistikkommando liefern. Aus irgendeinem Grund erreichten diese Lieferungen jedoch nie die Front. Und dann, am Unabhängigkeitstag, wurde ihnen eine Erklärung präsentiert. Ich weiß nicht, wie viel Wahrheit darin steckt. Falls es stimmt, ist es blanker Schwachsinn. Jeden Tag stirbt jemand an seinen Wunden, weil er nicht evakuiert werden kann und keine Bodenroboter zur Verfügung stehen.“

Man muss immer wieder feststellen, dass Russland sich mit Angriffen auf die politische Führung zurückhält. Auch die ausländischen Politiker, die ihre Wallfahrt nach Kiew machen, scheinen sich sicher zu sein, dass sie keine Angriffe zu befürchten haben. Die USA und Israel haben vorgeführt, dass die Führung eines Landes durch Luftschläge getötet werden oder ein Präsident wie der von Venezuela entführt werden kann, ohne große Proteste der Weltöffentlichkeit hervorzurufen. Offenbar schreckt Moskau dennoch weiterhin davor zurück, um keine Eskalation zu beschwören. Vielleicht gibt es Absprachen mit den USA?

Eine besondere Auszeichnung am Unabhängigkeitstag

Interessant ist allerdings, dass Selenskij am Unabhängigkeitstag Andrii Biletskyi, dem rechtsnationalistischen Gründer des Asow-Regiments, gebildet aus Mitgliedern von „Patriot der Ukraine“ und „Sozial-Nationalen Versammlung“ (SNA), und des Nationalen Korps und jetzigen Kommandeur und Brigadegeneral des 3. Armeekorps, den Orden „Held der Ukraine“ durch ein Dekret verliehen hat. Er hat auf diese Weise weiteren Militärs, auch posthum, in der Öffentlichkeit Orden verliehen, aber offensichtlich sollte dies bei Biletsky nicht unter großem Scheinwerferlicht geschehen. Das 3. Armeekorps, mit 50.000 Soldaten das größte Korps, hebt besonders hervor, dass Biletskyi am Unabhängigkeitstag den Orden erhalten hat.

Seit Beginn des Krieges wird Asow attestiert, nichts mehr gemein mit den rassistischen Neonazi-Anfängen zu tun zu haben. Der Freiwilligenverband wurde bereits 2014 wie andere Freiwilligenverbände in die Nationalgarde integriert, behielt aber eine gewisse Unabhängigkeit und hat sich auch als Militärunternehmen mit nationalistischer Ausrichtung auf einen militärisch geprägten Staat und mit Verbindungen zu rechtsextremistischen Gruppen in anderen Ländern etabliert. 2016 gründete er die Leutnant Yevhen Konovalets Militärschule, benannt nach dem Gründer der OUN. Mit Asow hat Biletskyi auch einen „Nationalistischen Kult einer harten Männlichkeit“ propagiert und umgesetzt. Biletskyi hat versucht, sich und Asow mit dem Nationalen Korps zu einem politischen Faktor zu machen. Der Einfluss findet nun wie schon 2014 über das Militärunternehmen militärisch und politisch statt, die Neonazi-Symbole wie die Schwarze Sonne oder die Wolfsangel werden weiter verwendet, die Inszenierungen und Rituale sind geblieben. Allerdings hat sich die innerhalb von Asow Differenzen aufgetan, die zur Konkurrenz zwischen Biletskyi und Prokopenko, dem Kommandeur des 1. Korps der Nationalgarde,  führten.

Man wird sich auch erinnern, dass Selenskij, gewählt wegen seines Friedensversprechens und der Umsetzung des Minsker Abkommens, von Vertretern rechtsextremer Freiwilligenverbände wie Biletskyi und von Jarosch sogar explizit mit dem Tod am bedroht wurde und deswegen dann auf Konfrontationskurs gegangen ist, ohne dass diese politische Macht hatten, sie hatten und haben die Macht der Waffen. Die Umsetzung des Minsker Abkommens wurde als Verrat und Kapitulation verurteilt. Noch 2020 sagte Biletskyi über Selenskij: „Er ist nichts, er brachte die Leere leerer Menschen, eine leere Fraktion mit sich. Absolut null. … Das Einzige ist, dass er stur so dumm bleibt, einen Kurs der Kapitulation einzuschlagen.“

Die Ernennung von Biletskyi zum „Helden der Ukraine“ ist Ausdruck der weiteren Annäherung der Selenskij-Regierung an die rechtsnationalistischen Freiwilligenverbände, die, formal eingegliedert in die Nationalgarde oder das Militär, einen bzw. den entscheidenden Beitrag zum Widerstand leisten. Schon 2022 erhielt Prokopenko den Titel „Held der Ukraine“, im Februar wurde er zum Brigadegeneral befördert, Biletskyi bereits 2025. Dmytro Kozjubajlo („Da Vinci“) vom Rechten Sektor wurde 2021 zum Helden der Ukraine. Saluschnyi und Budanov 2025. Während der Selenskij-Regierung wurden zahlreiche Straßen und Plätze nach den nationalistischen, mit den Nazis kooperierenden „Helden“ der OUN/UPA benannt.

Kürzlich legte Selenskij mit dem Projekt, die toten Helden der Ukraine, deren Erbe Asow und Co. angetreten haben, zur Feier und Stiftung der nationalen Identität weißzuwaschen und in ein Pantheon umzubetten (Die umstrittenen Helden der Ukraine). Begonnen wurde mit der feierlichen Umbettung der Überreste des OUN-Führers und Nazikollaborateurs Melnyk im Mai und der Verleihung des Titels „Helden der UPA“ an eine Eliteeinheit der ukrainischen Armee, was in Polen Entsetzen hervorrief, da die UPA im Zweiten Weltkrieg Massaker an Polen begangen hatte (Ukraine holt ihre Nationalhelden heim: OUN-Führer und Nazikollaborateur Melnyk kommt als erster). Im August wurde Glorifizierung der Vergangenheit fortgesetzt mit Jewhen Konowalez, dem Gründer und Führer der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) von 1929 bis 1938, dem Biletskyi seine Militärschule gewidmet hat (Die Heldenverehrung der ukrainischen Nationalisten: „Ob es jemandem passt oder nicht – scheiß drauf“, ). Man kann darauf warten, dass auch Stepan Bandera und Roman Schuchewytsch in das Pantheon aufgenommen werden. Beide wurden 2010 bzw. 2007 zu Helden der Ukraine, unter dem damaligen Präsidenten Janukowitsch wurde das 2011 wieder zurückgenommen.

Selenskij verfolgt mit der Annäherung an die rechtsnationalistische Szene und Ideologie mit den schwer bewaffneten Freiwilligenverbänden, die sich in der Tradition von Bandera und Co. sehen, vermutlich mehrere Ziele. Zur Weiterführung des Kriegs sind die Freiwilligenverbände unverzichtbar. Nach dem Krieg und bei einem Friedensschluss könnten sie als Putschisten gefährlich werden, wenn sie Verrat der nationalen Interessen wittern. Daher ist es gut, sie schon jetzt einzubinden, auch als Schutztruppen. Zudem könnten sie jederzeit als schwer bewaffnete Einheiten eigene Wege gehen. Biletskyi erwägt, ob er Präsidentschaftskandidat werden will. Das würde Selenskij nicht fürchten, denn Biletskyi könnte seinen Konkurrenten Saluschyi, Bundanov und Fedorov schwächen, indem er Wähler an sich zieht.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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27 Kommentare

    1. Also bitte! „Rechtskonservativ“ muß das heißen! Und antisemitisch war die bestimmt auch nicht, wenn man den Richtigen fragt… 😉

  1. Und letztendlich ist dieses Land nicht in der Lage ohne westliche Finanzhilfen selbständig zu agieren.

    Irgendwie schon ironisch.

    Nazis welche angewiesen sind auf globales Kapital.

    Aber. Ja,

    Nach Dmytro Donzow:

    Seine Qualitäten sind:
    „Fanatismus“;
    „Unmoral“.

    Ihm zufolge zeichnet sich der „ukrainische Nationalismus“ aus durch: – „die Bekräftigung des Lebenswillens, der Macht, der Expansion“ (er fördert „Das Recht starker Rassen, Völker und Nationen zu organisieren, um die bestehende Kultur und Zivilisation zu stärken“), – „den Wunsch zu kämpfen und das Bewusstsein seiner Extremität“ (er lobt die „kreative Gewalt der Minderheits-Initiative“).

    Wenn Adolf davon wüsste….

    (Quelle : https://www.voltairenet.org/article218397.html)

    1. Nazis und internationales Kapital
      Die Geschichte ist nicht so neu wie man annehmen könnte. Schon 1938 bzw 1939 waren die Nazis ganz fix, das österreichische und tschechoslowakische gold nach Deutschland zu überführen.

  2. Es sind nun „Freiwilligenverbände“, die in der Nationalgarde quasi zu Beamten gemacht wurden. So wird es im Westen erzählt. Warum man allerdings mit Wolfsangel und Schwarzer Sonne herumlaufen muss, wenn man kein Nazi ist, bleibt unbeantwortet. De facto hat die Eingliederung bewirkt, dass der Nazi nun ein Gehalt bekommt, aber keineswegs, dass er sich der Politik beugt. Die Bataillone haben seit 2014 das Gewaltmonopol, wenn sie auftauchen, verduftet die Polizei. Vor jeder wichtigen Entscheidung sind die Nazi-Bataillone vor dem Parlament aufmarschiert und haben brüllend kundgetan, was den Abgeordneten passiert, die „falsch“ abstimmen. Was nun seit Kriegsbeginn schlagartig aufgehört hat. Meiner Meinung nach aus dem Grund, weil bei der Belagerung Kiews durch Russen automatische Waffen nebst Munition an die Bevölkerung ausgegeben wurde. Die Bewohner Kiews sind bestens bewaffnet und das sehen die Nazis offenbar als Gefahr. Zurecht wohl. Die Wahlsiege der faschistischen Parteien liegen vor 2014. Aber im Faschismus selbst kommen sie nicht über zwei Prozent. Die Ukrainer wollen das nicht und umbenannte Straßen und Plätze ändern daran nichts, genau so wenig wie die Museen und die jetzt ausgegrabenen Mumien der Kriegsverbrecher. 98 Prozent lehnen das ab.
    Aber die Nazis haben reagiert. Wenn sie dort nicht aufmarschieren können, müssen sie eben versuchen, die Regierung selbst zu übernehmen. Was nun mit Kiril Budanow in vollem Ausmaß gelungen ist. Er ist der eigentliche Regierungschef.,

    Richtig zu erwähnen, dass Selenskij von Biletskyi und von Jarosch mit dem Tod bedroht wurde, wenn er Minsk umsetzt. Den haben sie gründlich umgedreht. Biletskyi halte ich für einen Mann von gestern, sein Einfluss schwindet. Jarosch war der, der 2015 ganz offen vberkündete, dass die „Freiwilligenverbände“ sich keinen Deut um das Minsker Abkommen scheren werde. Volle Artillerie mitten in die Wohngebiete von Donezk, das waren seine Verbände. Im Westen wurde berichtet, der Waffenstillstand sei gebrochen worden, aber man wisse nicht von wem.
    Von dem, der es offen zugibt. Aber das Offensichtliche hat im Westen keine Chance.

    1. Aber das Offensichtliche hat im Westen keine Chance.

      Dies ist inzwischen zu differenzieren: die Trump Administration hat kaum noch Interesse den Konflikt zu verlängern – aus diversen guten Gründen!
      Aber in Mittel-und WestEUropa sieht es genau so aus: hier eskalieren Unfähigkeit, Ignoranz und Megalomanie immer weiter – bis hin zum eigenen Bankrott. So wie es bereits Helmut Schmidt 2014 korrekt beurteilte.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Assoziierungsabkommen_zwischen_der_Europäischen_Union_und_der_Ukraine#Politische_Bewertungen_und_Kritik

      1. Interessant, dass alle ehemaligen Bundeskanzler und die führenden Köpfe der Republik erkannt hatten, was da für ein Schwachsinn produziert wird. Dann war es wohl der Tiefe Staat, der das veranlasst hat.

        1. Ja es ist schon erstaunlich, immer sind es die „ehemaligen „, die sich durch besonderen weitblick und scharfblick auszeichnen. Woran wird das wohl liegen.

      2. „….die Trump Administration hat kaum noch Interesse den Konflikt zu verlängern – aus diversen guten Gründen!“

        Deshalb ist der C?A-Direktor schon mal nach Mosku gereist…..

      3. Die Trump administration hat so lange Interesse an dem Konflikt, wie die USA an ihm verdienen. Von dem Geld, dass die EU-Länder (plus Kanada, Vereinigtes Königreich & co) in die Ukraine schicken landet ein Gutteil letztendlich in den USA.

        1. Die ,guten Gründe‘ für die USA gegen eine Verlängerung des Krieges übewiegen inzwischen bei weitem:
          – Steigende Energiepreise – auch in den USA,
          – Waffen/Munition (insbes. Patriot PAC-3 Effektoren) gehen zur neige, und diese Tatsache wird offenbar,
          – Ressourcen gegen den Kontrahenten China werden verpulvert,
          – China profitiert ökonomisch durch den Konflikt,
          – Die alliierten West- und Mitteleuropäer stehen ökonomisch immer schwächer (und mithin unbrauchbarer) da,
          – Steigende Gefahr einer weiteren (nuklearen) Eskalation in Europa

  3. Es ist z.B. schon eine wirklich tumbe Idee der Ukraine, das Spiel „Wer zerstört mehr Infrastruktur?“ zu spielen, wenn man selbst keine adäquate Luftverteidigung hat.

    Der mittlerweile von der EU sanktionierte Sachkenner Jacques Baud hatte schon vor geraumer Zeit darauf hingewiesen, dass der Ukraine die Flugabwehrraketen ausgehen würden. Westliche Politiker sahen darin massive russische Propaganda und haben daher absolut nichts unternommen.

    Erst jetzt wird immer deutlicher, dass die Einschätzungen der westlichen Regierungen in Bezug auf den Ukraine-Krieg falsch waren.

    Aber trotz allem wird die aktuelle Faktenlage weiterhin stur ignoriert:

    „Es ist auch der Weg, Russland zu zeigen, dass die Zeit nicht auf ihrer Seite ist. Die Unterstützung der Ukraine ist ein Schnäppchen im Vergleich zu den Kosten des russischen Sieges.“ (Kallas, 20.11.2025)

    Die Google-KI zur Thematik „Schnäppchen“: Vermeintliche Schnäppchen sind oft geschickte Marketingtricks. Händler nutzen künstliche Streichpreise, veraltet UVPs oder günstige Sonderproduktionen für Outlets, um einen hohen Rabatt vorzutäuschen, wo in Wahrheit gar keiner ist.
    .
    Aktuelles Schnäppchen: Mittlerweile sind die ukrainischen Schwarzmeerhäfen, darunter Odessa, vollständig blockiert!

  4. Zu dem was u.a. in der West-Bank und Gaza passiert:
    Die Siedler haben östlich von Tammun, südlich on Tubas die Solarpanel beschädigt, die für drei Familien den Strom erzeugen (es gibt keinen Strom). Seit Sonntag wurden in Gaza zehn Palästinenser getötet und neununddreissig verletzt.
    Es wurden im August bisher 3.311 Tonnen weniger an Hilfslieferungen reingebracht (davon 81% Nahrungsmittel, es herrscht eine hohe Nahrungsmittelunsicherheit).

    Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
    Über den Völkermord sprechen.

    [1] Heute hat Erich Honecker (25.08.1912 – 29.05.1994) seinen Geburtstag.
    „Als einer seiner größten außenpolitischen Erfolge gilt die Anerkennung der DDR als Vollmitglied der Vereinten Nationen im Jahr 1973.“ (aus der Wikipedia).

  5. bei herrn bilezkyj erinnere ich hier auch noch an sein manifest
    „Ukrainischer rassischer Sozialnationalismus“ (siehe unten).
    bei diversen „berichten“ von der ostfront im mainstream (welt alias nato tv) konnte ich im hintergrund nach wie vor mehrfach auf riesigen werbebannern (und anderswo) das alte wolfsangel logo von asow auch unter dem namen asow sehen und screenshotten. ich habe den eindruck, dass das geänderte logo und die umbenennung zu 3.sturmbrigade nur für das westliche publikum erfolgte, um das ganze formal zu entnazifizieren und reinzuwaschen, in der ukraine die nazifizierung aber auf hochtouren weiterläuft, was sich aus vielen quellen ergibt.
    es gibt bei asow inzwischen unglaublich viele unterabteilungen.
    die logos und bezeichnungen der abteilungen sind unter dem kapitel „struktur“ zu sehen.
    https://en.wikipedia.org/wiki/3rd_Assault_Brigade

    nur damit wir wissen mit wem wir es zu tun haben. ich distanziere mich mit klarheit von derartig befremdlichem zeug und stelle dies nur zur historischen /politischen bildung und einordnung der person hier ein. immerhin lebt der noch und ist brandgefährlich mit jeder menge macht durch militärische maschinerie.
    an der im manifest offenbarten gesinnung dürfte sich vermutlich nichts geändert haben.
    webarchiv:
    Український расовий соціал-націоналізм
    https://web.archive.org/web/20080409023834/http:/www.patriotukr.org.ua/index.php?rub=stat&id=267

    es ist auch diese ausführung zu finden (schülerarchiv studfiles, „Sumsky Staatsuniversität“):
    Андрій Білецький
    Український расовий Соціал-Націоналізм
    https://studfile.net/preview/9664705/

  6. Offenbar schreckt Moskau dennoch weiterhin davor zurück, um keine Eskalation zu beschwören. Vielleicht gibt es Absprachen mit den USA?

    Ja, darüber zerbrechen wir uns in Russland auch denk Kopf warum wir das nicht tun. Die Öffentliche Debatte dazu nimmt viel Platz ein. Genau weiß es keiner, aber es gibt interessante Meinungen. Dass es geheime Absprachen mit der USA oder manche meinen mit Israel (?) gäbe, glaube ich persönlich jedoch nicht. Das kann ich mir kaum vorstellen. Es muss andere Gründe dafür geben. Eine Meinung die ich neulich gehört habe und interessant fand. Man sei nicht an kurzfristigen militärischen Erfolgen interessiert, sondern an einer dauerhaften Lösung. Man könnte natürlich einen Enthauptungsschlag Jederzeit machen, so wie USA und Israel es gerne machen, aber ohne eine vollständige Okkupation und Kontrolle wie man es mit Nazi-Deutschland gemacht habe, würde bestenfalls nur das aktuelle Regime – nicht aber die Ideologie beseitigt werden. Und das ist die eigentliche Wurzel des Problems. Aber eine vollständige Okkupation wäre eine große Herausforderung, die mit schwer kalkulierbaren Risiken verbunden ist. Außerdem würde ein Enthauptungsschlag Märtyrrer erschaffen und die Ideologie nur zementieren. Vielleicht einen kurzfristigen militärischen Erfolg bringen und möglicherweise sogar die Ukraine zur Kapitulation zwingen, doch das wäre sicherlich ein Frieden ohne Okkupation von kurzer Dauer, da die dem Konflikt zugrundeliegende Ideologie wäre nicht beseitigt worden und würde wieder ein sehr ähnliches Regime hervorbringen, dass eine Revanche anstreben würde. Stattdessen versucht man vielleicht absichtlich das Regime in Ruhe zu lassen, damit es die Gelegenheit bekommt das Land gründlich ins Verderben zu führen, damit auch wirklich jeder in der Ukraine versteht, dass diese Ideologie nicht in die EU und NATO, sondern in die Hölle führt.

    1. Apropos: Sogar die „Qualitätsmedien“ haben gestern gemeldet, daß offenbar der Chef der CIA zu einem Besuch in Moskau war. Für den hat die Ukraine sogar die Angriffe eingestellt…

  7. Biletzskij hat auch ganz schön zugelegt, wenn man es mit früheren Fotos vergleicht. Scheint ihm recht gut zu gehen!
    Ansonsten muß man über diesen „Herrn“ nur soviel wissen, wie Dirk Pohlmann und Markus Fiedler schon vor 4 Jahren in Folge 73 von „Geschichten aus Wikihausen“ zusammengetragen haben:

    https://youtu.be/AsBmFPIApN4

    Besonders aussagekräftig ist die darin zitierte Selbstbeschreibung Biletskijs und seiner „Bewegung“ in einem längeren Traktat, das auffällige Ähnlichkeiten zum meistgedruckten Buch des 3. Reiches aufweist und den bezeichnenden Titel „Über den Führer“ trägt….

  8. „Auch die ausländischen Politiker, die ihre Wallfahrt nach Kiew machen, scheinen sich sicher zu sein, dass sie keine Angriffe zu befürchten haben.“

    Dieser Punkt ist mir absolut unbegreiflich…

    Weiterführende Gedanken hierzu werden von Overton leider nicht zugelassen. Somit delegitimiert sich die Redaktion selbst.

    1. Offenbar melden sie ihre ‚Überraschungsbesuche‘ auch bei den Russen an. Und die lassen vermutlich aus Gründen zu, die analog zu den vom Hacker geschilderten sind – Europa desavouiert sich selbst. Und blutet durch das ‚Schnäppchen‘ (Kallas) noch zusätzlich finanziell aus. Europa widerfährt das den Russen zugedachte Schicksal. Und der Rest der Welt kann das alles auch durchaus erkennen. Nur unsere Top-Idioten nicht.

      1. Das machen sie schon immer…

        Kein westlicher „Spitzenpolitiker“ würde es wagen nach Kiew zu reisen, wenn er Sorge haben müsste, aus Versehen beschossen zu werden. Diese Formulierung vom „Überraschungsbesuch“ ist nur für die Propaganda zu Hause, um das Ganze dramatischer zu machen. „Der Russe“ darf nicht wissen, dass da einer kommt. Dabei wird der als erster informiert….

  9. Asow-Vertreter mit SS-Symbolik in Deutschland – Bundesregierung windet sich und verweigert Stellungnahme

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=129606

    03. März 2025 um 13:26 , Ein Artikel von: Florian Warweg

    Die 12. Spezialbrigade „Asow“ der ukrainischen Nationalgarde hatte im Februar ihr internationales Bataillon in Schloss Diedersdorf bei Berlin einquartiert.

    Bei einem Interview der BILD-Zeitung mit dem Asow-Pressesprecher sah man in den Hintergrundbildern das Wolfsangelsymbol auf den Uniformen der Einheit, ursprünglich das Wappen der SS-Panzerdivision „Das Reich“.

    Die NachDenkSeiten wollten vor diesem Hintergrund wissen, wer diese nach wie vor offen mit NS-Symbolik agierende Spezialbrigade nach Deutschland eingeladen und deren Aufenthalt finanziert hat sowie ob die zuständigen Ministerien die gerichtliche Einschätzung teilen, dass dieses Symbol in Deutschland als „grundsätzlich verbotenes Kennzeichen“ gilt.

    Für Schloss Diedersdorf, 27 Kilometer von Berlin-Mitte entfernt, wird sonst mit „größtes Oktoberfest der Region“ sowie „Kindergeburtstag in einem Schloss feiern, ist das nicht ein Traum?“ geworben und dessen Besitzer, Thomas Worm, erklärt gegenüber der Presse:

    „Ich vermiete keine Räume an die AfD“.

    Aber im Gegensatz zur AfD scheint der Schlossherr mit der 12. Spezialbrigade „Asow“ der ukrainischen Nationalgarde, die bis heute offen Symbolik mit SS-Referenzen auf ihren Uniformen trägt, keine Probleme zu haben. ALLES LESEN !!

    1. Die SS-Division Das Reich hat die Wolfsangel ja noch in einer traditionelleren Form benutzt. In der Ukraine ist die Form absichtlich soweit angepasst, dass direkt die SS-Runen erkennbar sind. Einfach nur spiegeln und um 45 ° drehen.
      Siet man sehr gut, wenn der Wind die Fahne auf links dreht…

  10. Das Foto von der sog. Roboter-Parade ist ein emblematisches Bild allererster Güte, für mich das Foto des Jahres: Man sieht die automatisierten Blechkämpfer an einer Art von blau-gelber ‚Tribüne‘ auf dem Khreshchatyk vorbei defilieren. Dort wohnen die zigtausenden von toten Soldaten, die für das Projekt ‚Ukraine‘ geopfert wurden, in Gestalt ihrer Erinnerungsbildchen und Nationalwimpel als Gespensterarmee der militärischen Leistungsschau bei.
    Es wird deutlich, dass die Blechkämpfer nun das getötete Menschenmaterial der Ukraine ersetzen müssen. Wahrscheinlich wären in einem anderen Blickwinkel noch die für die Feierstunde angereisten Paten dieses demographischen Desasters zu sehen. Dann wäre die Konstellation perfekt: Die mechanisierte Ersatzarmee, die NATO/EU-Auftraggeber, die das Spektakel auch finanzieren, ihre paar lokalen Subunternehmer und Kriegsgewinnler natürlich und das tote Volk. Nein, schöner kann man das Ergebnis dieses nun 35jährigen Unabhängigkeitskampfes einer werdenden Nation unter wertewestlicher Obhut nicht bebildern. Jetzt verstehen wir, was Kanzler Merz meinte mit: Slava Ukraini!

  11. Ukraine huldigt Nazi-Kollaborateur – EU finanziert einen rechtsradikalen Kult

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=151085

    27. Mai 2026 Ein Artikel von: Tobias Riegel

    Der ukrainische Nazi-Kollaborateur Andrij Melnyk wurde gerade in der Ukraine neu beigesetzt – mit großem, offiziellem Tamtam:

    Präsident Selenskyj und weitere hohe ukrainische Funktionäre huldigten ihm in inakzeptabler Offenheit. Eigentlich müsste sich umgehend der deutsche „Kampf gegen Rechts“ empören, doch das Gegenteil geschieht:

    Außenminister Wadephul fordert zusätzliche Milliarden für diese Regierung.

    Kann man die politische Doppelmoral eigentlich noch steigern?

    Die Ukraine hat die sterblichen Überreste des Nazi-Kollaborateurs Andrij Melnyk vergangene Woche in Luxemburg exhumiert und anschließend in die Ukraine überführt, wie Medien berichten.

    Melnyk wurde am Sonntag bei Kiew erneut beigesetzt. An der Trauerfeier nahmen auch Präsident Selenskyj sowie weitere hohe ukrainische Vertreter teil. ALLES LESEN !!

  12. Die Ukraine ist vor allem eines: ein Experimentierfeld für die Rüstungsindustrie und Rüstungsforschung. Dass sich das in die Jahrhunderte-alte Eindämmungs- und Abtrennungsstrategie gegen Russland einfügt (Mackinder, Stratfor-Friedmann, Brzsinski, Huntington, …) ist nur natürlich.

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