Die Heldenverehrung der ukrainischen Nationalisten: „Ob es jemandem passt oder nicht – scheiß drauf“

An der Beerdigungszeremonie für den UPA-Kommandeur Melnyk nahm der ukrainische Präsident Selenskij demonstrativ teil. Bild: president.gov.ua/CC BY-ND-NC-4.0

Derzeit ist wegen der staatlichen Ehrung der ukrainischen Aufstandsarmee UPA, die für auch besonders brutale Massaker an Juden und Polen während des Zweiten Weltkriegs verantwortlich ist und mit den Nazis kollaboriert hat, wieder ein Streit zwischen der polnischen und ukrainischen Regierung aufgebrochen (Ukraine holt ihre Nationalhelden heim: OUN-Führer und Nazikollaborateur Melnyk kommt als erster).

Auslöser war ein Dekret von Präsident Selenkij vom 26. Mai: „Um die historischen Traditionen der nationalen Armee wiederherzustellen und dabei die beispielhafte Erfüllung der ihr übertragenen Aufgaben beim Schutz der territorialen Integrität und Unabhängigkeit der Ukraine zu berücksichtigen, verordne ich: Dem separaten Spezialoperationszentrum ‚Nord‘ der Spezialeinsatzkräfte der Streitkräfte der Ukraine den Ehrentitel ‚benannt nach den Helden der UPA‘ zu verleihen und es fortan so zu benennen: Separates Spezialoperationszentrum ‚Nord‘, benannt nach den Helden der UPA der Spezialeinsatzkräfte der Streitkräfte der Ukraine.“

Er schwelt schon lange, weil Kiew die rechtsnationalistischen, faschistischen „Freiheitskämpfer“ feiert und deren Untaten übersieht oder gar für gut heißt, weil der radikale ukrainische Nationalismus weiterhin rassistisch ist (Der ukrainische Nationalismus).  Die Einstellung machen beispielsweise Ex-Asow-Kommandeur Maxim Zhorin, jetzt Kommandeur der des III. Armeekorps, Andriy Biletsky, Kommandeur der 3. Separaten Angriffsbrigade, und Dmitri Jarosch, Kommandeur der Ukrainischen Freiwilligenarmee, deutlich.

In einem Interview mit der SZ macht Brigadegeneral Christoph Huber, Kommandeur der Bundeswehr-Panzerbrigade in Litauen, deutlich, dass dies die „Kameraden“ der Bundeswehr sind, die „unsere Freiheit“ verteidigen: „Natürlich nutzen wir die Erfahrungen, die unsere ukrainischen Kameradinnen und Kameraden haben. Sie sind für uns die First Defense Line, die Verteidiger auch unserer Freiheit. Sie bezahlen das teuer mit ihrem eigenen Blut. Wir bilden in Deutschland ukrainische Kameradinnen und Kameraden für ihren Freiheitskampf aus, und wir lernen dabei von den Erfahrungen, die sie machen.“

Schon nach der Orangen Revolution wurden etwa UPA-Kommandeure Roman Schuchewytsch und OUN-Gründer Stepan Bandera zu „Helden der Nation“ (v)erklärt, was der von der militanten Maidanbewegung gestürzte Präsident Janukowitsch 2011 aber erst einmal wieder rückgängig machte.  Neonazi-Gruppen wurden während der Maidan-Proteste stärker und bildeten die militanten Freiwilligenverbände, die teils ganz offen mit Bezeichnungen und Symbolen des deutschen Faschismus wie der Waffen-SS auftraten und weiterhin auch als Teil der Nationalgarde und der Streitkräfte auftreten.

Es werden nicht nur die „Helden“ der Vergangenheit mit ihren rassistischen Ideologien gefeiert und Straßen oder Plätze nach ihnen benannt sowie Museen eingerichtet. Offen werden für sie oder die Waffen-SS Galizien Umzüge und Feiern veranstaltet oder Einheiten nach Nazi-Vorbild wie Einheiten der unbemannten Streitkräfte mit den Namen „Luftwaffe“ oder Nachtigall (nach dem 1941 von der deutschen Abwehr gegründeten Bataillon Nachtigall mit vorwiegend ukrainischen OUN-Kämpfern) von Asow benannt. Letztere unter dem Kommandeur Yevhen Karas, dem Führer der Neonazi-Gruppe C14.

Bei der als Zeremonie inszenierten Beerdigung von UPA-Kommandeur war Präsident Selenskij zugegen und sagte: „Wenn wir nun auf ukrainischem Boden stehen, unter unserer ukrainischen Flagge, zu den Klängen unserer ukrainischen Nationalhymne, und unseren ukrainischen Helden die Ehre erweisen, spüren wir in unseren Herzen alles, was die Ukrainer durchleben mussten, alles, was unser Volk erdulden musste.“ Über die brutalen Seite der  Vergangenheit des nun gewehrten „Freiheitskämpfers“ wurde selbstverständlich kein Wort verloren.

Selenskij braucht dringend weiter die Unterstützung der Nationalisten und vor allem der Bewaffneten der Freiwilligenverbände, die einen entscheidenden Teil der Kampfkraft der ukrainischen Streitkräfte ausmachen und gefährlich für ihn werden könnten, wenn es tatsächlich zu Friedensverhandlungen kommen sollte und er Kompromisse eingehen würde, die ihn aus der Sicht der Rechten, die weiter gegen den „ewigen Feind“ kämpfen wollen, zum Verräter machen. Man muss wissen, dass es auch diese Kräfte sind, die mit europäischen Steuergeldern unterstützt, bewaffnet und ausgerüstet werden. Noch kann Selenskij darauf vertrauen, dass die Freiwilligenverbände untereinander konkurrieren und dadurch politisch schwach sind. Das muss aber nicht so bleiben.

„Lasst uns und unsere Helden in Ruhe“

Da gibt es beispielsweise den ehemaligen Chef des Rechten Sektors Dmitro Jarosch, jetzt Kommandeur der in die Territorialstreitkräfte integrierten Ukrainischen Freiwilligenarmee, der am 23. Mai auf Facebook im Kontext der Heimholung der Helden  schrieb:
„Ehre sei der Organisation Ukrainischer Nationalisten, die jahrzehntelang heldenhaft für die Unabhängigkeit und Einheit des ukrainischen Staates gekämpft hat! Ehre sei Petljura, Konowalets, Bandera, Schuchewitsch, den Otamanen und Kosaken, den Aufständischen, Kommandanten und Soldaten, die seit Jahrtausenden unser Land und unsere Freiheit verteidigen! Die Ukraine lebt und wird leben, solange es Krieger gibt, die bereit sind, ihr Leben für ihre Verteidigung zu opfern! Schande über die widerwärtigen Opportunisten, Verräter, Kollaborateure, Drückeberger und Deserteure! Ewiges Andenken und Ruhm allen, die im Kampf gefallen sind! Ruhm den Kriegern, die jetzt in den Kampf gegen das ewige Böse ziehen!“

Russen sind für Jarosch Orks und „Unmenschen“. Auch ukrainische Abgeordnete werden zu Feinden und Unmenschen, wenn sie versuchen, „die traditionelle ukrainische Familie zu zerstören; … die vorschlagen, Migranten in die Ukraine zu holen, um die ethnische Landkarte unseres Staates zu verändern; … die die ukrainische Identität und die Ukrainer insgesamt auslöschen wollen, und so weiter…“ Unter „Verdammt, schon wieder die Polen“, schrieb er: „Lasst uns und unsere Helden in Ruhe, die gegen die russische, deutsche und polnische Besatzung gekämpft haben… Jetzt kämpfen wir für unsere und eure Freiheit… Wir – die Ukrainer – sind der Schutzschild Polens und ganz Europas.“

Ein weiteres Beispiel ist Brigadegeneral Andriy Biletsky, einst Mitbegründer von Asow, Gründer des Nationalen Korps und Abgeordneter in der Rada und jetzt Kommandeur der 3. Separaten Angriffsbrigade der ukrainischen Armee. Er feierte 2023 die Gründung der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), einer Freiwilligenarmee: „Die Anführer der OUN, Stepan Bandera, Roman Schuchewytsch, Jewhen Konowalez, Andrij Melnyk und andere, wussten genau, dass sie für die Freiheit der Ukraine kämpfen mussten. Und deshalb brauchten sie eine starke Armee.“

Selbstverständlichkeit kein Wort zu den begangenen Massakern, ethnischen Vertreibungen und Kollaborationen mit den Nazis, aber ganz klar tritt man in die Fußstapfen der UPA: „Heute haben wir, das ukrainische Militär, die ukrainische Armee des 21. Jahrhunderts, den Staffelstab des Kampfes übernommen. Auch sie wird buchstäblich auf dem Schlachtfeld geformt und verbessert. Der Preis für diese Auseinandersetzung ist, wie schon vor 100 Jahren, die Existenz einer freien und starken Ukraine. Nur der Umfang des Kampfes hat sich deutlich vergrößert. Wir haben die einmalige Chance, das Werk unserer Vorgänger zu vollenden, Russland zu besiegen und die Geschichte der ukrainischen Unabhängigkeit endgültig abzuschließen.“

Asow-Zeremonie, die an den Faschismus erinnern. Bild: Asow

„Vertreter der modernen nationalistischen Bewegung sind die ideologischen Nachfolger der OUN und der UPA“

Und dann ist beispielsweise noch der von Asow kommende stellvertretende Kommandeur des III. Armeekorps Zhorin, der sich über das „Gejammer einiger Staaten, linker Aktivisten und verdeckter Kollaborateure über die Umbettung von Andrij Melnyk“ echauffiert. Vor allem gegenüber Polen verkündet er: „Unsere Nation durchlebt gerade eine sehr schwierige Phase des Kampfes und hat allen Grund, offen stolz auf ihre Helden zu sein. Ob es jemandem passt oder nicht – scheiß drauf. Das ist unsere Geschichte und unser Weg.“

Auch hier bedingungsloser Anschluss an die Vergangenheit und deren Glorifizierung: „Nachdem Melnyk im Nationalen Pantheon der Helden beigesetzt wurde, sollte dasselbe mit Konovalets, Bandera, Stetsky, Lenkavsky, Dontsov und anderen bedeutenden Persönlichkeiten geschehen. Vertreter der modernen nationalistischen Bewegung sind die ideologischen Nachfolger der OUN und der UPA und führen deren Kampf fort. Wir müssen unsere Helden in unserem Land ehren, ungeachtet dessen, was unsere Nachbarn oder lokale Schurken und Linke dazu sagen.“

Politisch bleibt er auch den alten „Helden“ treu, die eine ethnisch reine Ukraine errichten wollten: „Migranten sind hier absolut unerwünscht.“ Gegenüber Ungarn schrieb er: „Die Ukraine sollte, angesichts unserer tragischen Erfahrungen, ein ausschließlich einheitlicher Staat mit einer klaren nationalen Politik sein. Es darf keine Sonderrechte und Privilegien für nationale Minderheiten geben!“

Zhorin schürt mit abwegigen Behauptungen die Ausländerangst und hängt der rechtsextremen These vom großen Austausch an, der etwa in Deutschland schon stattgefunden haben soll: „Während die polnische Seite einen Wutanfall wegen der Ehrung der UPA in der Ukraine bekommt, strömen gleichzeitig massenhaft Migranten aus Asien und Lateinamerika ins Land. Geleitet von ihren pseudohistorischen Theorien schaffen die polnischen Behörden Bedingungen, die Ukrainer zur Auswanderung bewegen. Migranten kommen, um sie zu ersetzen, und werden schließlich auch die Polen selbst verdrängen – wie es bereits in Frankreich, Großbritannien, Deutschland usw. geschehen ist.“ Der Kamerad, der für „unsere Freiheit“ kämpft, verbreitet offensichtlich Lügen über Europa, das die rechten und rassistischen Nationalisten keineswegs schätzen: „Die Aufnahme von Arbeitsmigranten ist eindeutig Selbstmord für unseren Staat. Ich wüsste kein bezeichnenderes Beispiel als Europa, wo es in manchen Ländern keine Europäer mehr gibt.“

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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22 Kommentare

  1. Mit der „Entnazifizierung“ der Ukraine hat sich Russland eine echte Mammutaufgabe vorgenommen.

    Währenddessen kommen in Deuttschland Enkel aus alten Nazi-Familien an die Macht:
    Baerbock erzählte in einem CNN-Interview, schon ihr Großvater habe an der Elbe „die Freiheit Europas“ verteidigt (der war in Hitlers Armee), Habecks Großvater war Sturmbannführer bei der SA. Wir haben einen Kanzler Merz, dessen Großvater bekannten Nazi war.
    Sie alle eint ein fanatischer Russland-Hass, wie er in Deutschland auch vor dem Angriffskrieg auf die Sowjetunion (die Nazis nannten ihren damaligen Krieg „Russlandfeldzug“) zu finden war.

    Erleben wir derzeit eine Renazifizierung Deutschlands?
    Hört man die Äußerungen von Politikern wie Strack-Zimermann, Kiesewetter, Pistorius oder Merz, könnte man durchaus zu dieser Einschätzung kommen.

    1. @Coroner

      Sagen wir es mal so – Es gab nie eine echte Entnazifizierung in der alten Bonner Republik.

      In der Berliner Republik seit der Deutsch-Deutschen Einheit sehen wir ja was dabei rausgekommen ist, aber wie heißt es so schön „Die Hoffnung stirbt zuletzt“.

      Ergo, die NS-Freunde in der deutschen Politik könnten sich zu früh freuen.

      Optimistische Grüße
      Bernie

    2. „Man muss wissen, dass es auch diese Kräfte sind, die mit europäischen Steuergeldern unterstützt, bewaffnet und ausgerüstet werden.“

      Tatsächlich erhalten sie von den NATO-Staaten vorrangig neues Kriegsmaterial. Brian Berletic weißt daraufhin, dass ein Großteil der Drohnenangriffe von ASOW-Einheiten geflogen werden, die sich ganz offen im Internet zu ihren nazistischen Wurzeln bekennen: https://www.youtube.com/watch?v=UIiSUKlN07w

      Man sollte auch bedenken, dass die Äußerungen der aktuellen Führung dieser Extremisten in keiner Weise Demokratie- oder Wertetauglich sind. Vielmehr sind sie wie gehabt rassistisch und offenbaren eine undemokratische Haltung.

      Die Behauptung Hubers, diese Leute kämpften für uns und unsere Demokratien ist daher lächerlich. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall, was längstens bekannt sein sollte. Ich erinnere mich an eine „Pressekonferenz“ ca 2014/15 eines Vertreters dieses Clubs nach dem Maidan-Putsch, in dem er sich über die Werte der Grünen und der Heinrich-Böll-Stifung lustig machte. Motto: Wir haben Spaß am töten.

      Offenkundig haben diese Leute mehr Einfluß in der Ukraine als die 2%, die sie vom Wahlvolk bekommen.

  2. „[…]In einem Interview mit der SZ macht Brigadegeneral Christoph Huber, Kommandeur der Bundeswehr-Panzerbrigade in Litauen, deutlich, dass dies die „Kameraden“ der Bundeswehr sind, die „unsere Freiheit“ verteidigen: „Natürlich nutzen wir die Erfahrungen, die unsere ukrainischen Kameradinnen und Kameraden haben. Sie sind für uns die First Defense Line, die Verteidiger auch unserer Freiheit. Sie bezahlen das teuer mit ihrem eigenen Blut. Wir bilden in Deutschland ukrainische Kameradinnen und Kameraden für ihren Freiheitskampf aus, und wir lernen dabei von den Erfahrungen, die sie machen.“[…]“

    Interessant – Mich würde interessieren was der Brigadegeneral Huber mit „und wir lernen dabei von den Erfahrungen, die sie machen“ meint? Sind das nur die Kampfeinsätze und Fronterfahrungen oder geht die Sache tiefer? Das die Bundeswehr ja eine Tradition hat, die auf einer rechtsextremen Gründung in der Bonner Republik beruht sollte doch eigentlich jedem in Deutschland zu denen geben – oder ist das alles schon Schnee von gestern und längst vergessen?

    Mich wundert übrigens, dass die Bundeswehr regelmäßig von Bundeswehrmilitärkapellen alte preußische Marschlieder, die den jeweiligen Gegnern Tod und Verderben sowie deutsche Großmannssucht brachten, abspielt. Übrigens auch (angeblich) harmlose NS-Soldatenlieder werden regelmäßig von der Bundeswehr abgespielt – „Das Panzerlied“ z.B.
    Auch steht die Bundeswehr in der Tradition NS-Generälen bis vor einiger Zeit noch Straßen- und Kasernennamen gegeben zu haben. Wurde zwar nach Kritik ein bißchen abgeändert, aber leider gibt es immer noch Rechtsextreme/-radikale Soldaten, sogar bei den Spezialkräften der Bundeswehr. Einzig die Kritik an diesen Zuständen ist wohl seit dem Jahr 2022 verstummt – Oder irre ich da?

    Was „das Pantheon der Helden der Ukraine“ angeht – so eine Idee könnte von einem deutsch- bayrischen Militärberater stammen? Glaubt ihr nicht?

    Hier das deutsche Pedant zur Ukraine:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Walhalla

    Sollten die UkrainerInnen demnächst ihre (angebliche) Abstammung „von den Germanen“ behaupten dann könnte obige Theorie wohl leider keine Theorie mehr bleiben 😉

    Sarkastische Grüße
    Bernie

    Warum ich das so sehe?

  3. Die Waldbrüder haben nach 1945 einen wichtigen Beitrag zum Zusammenbruch des Kommunismus geleistet. Teilweise handelte es sich um Rechtsextreme. Wichtig ist, Patrioten zu unterstützen, die nicht xenophob sind. Bitte klicke auf „Christlicher Oneironaut“.

  4. Was soll man dazu sagen?

    Es gibt Menschen, die würden sagen,
    aus den Worten von Herrn Huber spricht
    in Anglizismen verpackter, blütenreiner
    Fanatismus. Ich weiß nicht, ob ich dieser
    Aussage aktiv widersprechen möchte.

    Nach den letzten Jahren scheint auch dies
    nur ein Tropfen Realität. Aber irgendwann
    läuft das Fass eben über und wir alle werden
    Mühe haben, dann die Fassung zu wahren.
    Auch Herr Huber, ganz sicher.

  5. In einem Interview mit der SZ macht Brigadegeneral Christoph Huber, Kommandeur der Bundeswehr-Panzerbrigade in Litauen, deutlich, dass dies die „Kameraden“ der Bundeswehr sind, die „unsere Freiheit“ verteidigen: „Natürlich nutzen wir die Erfahrungen, die unsere ukrainischen Kameradinnen und Kameraden haben. Sie sind für uns die First Defense Line, die Verteidiger auch unserer Freiheit. Sie bezahlen das teuer mit ihrem eigenen Blut. Wir bilden in Deutschland ukrainische Kameradinnen und Kameraden für ihren Freiheitskampf aus, und wir lernen dabei von den Erfahrungen, die sie machen.“
    Da kann ich nur denken: „Die militärische Speerspitze des neuen deutschen Faschismus.“

  6. Je länger die Schlangen an den Tankstellen auf der Krim werden desto langweiliger und repetitiver werden die Artikel hier über die Spezialoperation.

    1. Sie scheinen offensichtlich nur ein sehr eingeschränktes Wahrnehmungsvermögen zu besitzen, denn eine „Spezialoperation“ findet in o.a. Artikel überhaupt keinen Niederschlag. Es dreht sich um die Schilderung einer äußerst Nazi-affinen Tendenz in der ukrainischen Gesellschaft und Politik, die von dem Superstar im westlichen Milieu, V. Selensky, so vehement favorisiert wird.

    2. Kümmern Sie sich lieber um die deutschen
      Benzinpreise, wenn der Tankrabatt ab 1. Juli wegfällt.
      Das ist nämlich eine Folge des Angriffskrieges der USA und ISRAEL’S gegen den Iran.

      1. Die deutschen Benzinpreise sind aber seit 2 Tagen stark am Fallen. Wenn das so weiter geht, sind sie bald wieder auf Vorkriegsniveau. Da hören sich Freunde der multipolaren Weltordnung wie Alexander Mercouris et all etwas weit ab von der Realität an, die prophezeien, dass in Europa bald das Benzin ausgeht und das Barrel Öl über 200 Dollar kostet. Realitätscheck wäre angebracht und die Frage Warum?

        Ansonsten stimme ich Ihnen zu was unseren Haubotse betrifft: Der ist genauso ätzend und verachtenswert wie der Denys Davydov oder die Pickelhaube mit Backpfeifengesicht aus Panama. Die können einfach keine ukrainischen Nazis finden, selbst wenn man sie ihnen zeigt. Ist doch gut, wenn sie uns so offen zeigen wessen Geistes Kind sie sind.

        1. Unser aller Freund Trump manipuliert mit seinen Lügen die „Märkte“. Dazu kommt, das alle großen Verbraucherstaaten gerade ihre strategischen Reserven leeren. Auch bei der Bevorratung für den kommenden Winter sind die großen und kleinen Kunden sehr zurückhaltend. Aber irgendwann sind die Reserven alle ( auch die chinesischen!) und der nächste Winter kommt bestimmt. Wer dann noch nicht Öl und Gas geordert hat, zahlt dann höhere Preise….
          Aber schauen sie mal bei den Getreide- und Sojapreisen vorbei. Könnte passieren, das der eine oder andere Zeitgenosse dann vor der Wahl steht: Essen oder heizen…

    3. „langweiliger und repetitiver werden die Artikel hier“

      Ein privater Internetanbieter in der Medienlandschaft, der seine Existenz auf Erschaffung und Bedienung von Feindbildern für dessen community gründet -debei gibt es im Wesentlichen nur 2: das Feindbild Ukraine und „Merz muss weg!“- kann ja nur in einer Dauerwiederholungsschleife um sich kreisen. Der gelegentlich eingestreuter KI- Hype dient nur der Auflockerung innerhalb der community. Jede Sekte funktioniert im Kern nach diesem Prinzip. Prozesse, die innerhalb einer Sekte ablaufen, haben Null Wirkung in Aussenwelt, weil eine Sekte hermetsich nach aussen abgeriegelt ist U. a. sorgen die Selektion und das Exekutieren eines repressiv-erzieherischen Zensurregimes dafür, dass die eigene Sektenwelt nach innen intakt und nach aussen abgeriegelt bleibt.

      1. Langweile und Repetition wohin man schaut. Eine öffentlich rechtliche Medienlandschaft, die ihre Finanzierung der Erschaffung und Bedienung von Feindbildern für die gesamte Gesellschaft verdankt, kennt im Wesentlichen nur 2: das Feindbild Russland (Putin!) und zu hohe Sozialausgaben (Reformen; Wettbewerbsfähigkeit!), kann daher nur in einer Dauerwiederholungsschleife um sich kreisen. Der gelegentlich eingestreuter KI-Hype soll nur gelegentlich etwas Zuversicht einstreuen. Jede kapitalistische Nation funktioniert im Kern nach diesem Prinzip. Diskussionsprozesse, die innerhalb einer Nation ablaufen, haben Null Wirkung in Sachen Erkenntnis, weil sie wie bei einer Sekte hermetisch abgeriegelt sind. U. a. sorgen der Staatsschutz und das Exekutieren eines repressiv-erzieherischen Zensurregimes dafür, dass der nationale Wertehimmel nach innen auf Linie und nach außen kriegstüchtig bleibt.
        Zur Not kann man diesen Befund, den ja irgenwie auch jeder weiß, trickreich gegen die paar wenigen Kritiker wenden, die sich noch nicht völlig anpassen wollen. Solche Projektionen sind im Meinungskampf seit langem bewährt…

  7. Die Aktionen seitens von Polen, werden durch die demokratische Führungen, selbst bestätigt.
    Sie wirken auf mich absolut lächerlich!
    So auch der Rest der westlichen Politdarsteller …
    Diese Welt benötigt ein Wahrheitsmisterium, das der Wahrheit verpflichtet ist.
    Der Mensch überall auf dieser Welt, benötigt Wahrheit!
    Die sinnlose Verarschung, muss beendet werden.

    1. Wahrheit hat die Funktion die sinnstiftenden Erzählung zu liefern um gemeinschaftliches Handeln zu ermöglichen. Wer Krieg will, braucht zuerst einmal eine eigene Wahrheit. Was du willst ist Frieden, aber ganz bestimmt kein weltweites Wahrheitsmisterium.
      Denn wer im Besitz der Wahrheit ist, hat auch die Macht die Ziele zu bestimmen. Ein Wahrheitsmisterium ist nicht anderes als Diktatur.

  8. Der Ukraine fehlt es an Helden, also gräbt sie tote Nazis aus …

    Gebt ihnen den Bandera der in München beerdigt und wahrscheinlich vom KGB ermordet wurde, wir brauchen diese Natzis hier nicht in D und schon gar nicht deren Pilger-Volk.

  9. Auch schon beim Original diente das Nazitum nicht der Erhaltung der eigen Nation, ganz im Gegenteil. Nazis sind eigentlich „nur“ gedungene Mörder, die ausländischen Kapital Interessen von Teile und Herrsche bedienen. Wenn man jetzt zur ultimativen Heldenverehrung übergeht, dann dient dies nur dazu, den ukrainischen Volkssturm entfachen zu können, um nach einem baldigen „Endsieg“ die Rest-Ukraine möglichst flurbereinigt von Menschen BlackRock übereignen zu können.

  10. Danke Herr Rötzer, dass Sie hier endlich mal Klartext reden, das freut mich ehrlich. Denn wer um den heißen Brei schleicht, macht sich mit den Tätern gemein und verhöhnt die Opfer.

  11. Die eigenen Geschichte zu kennen und Sie wiederholen zu wollen, zwischen beiden liegen einfach Welten..
    „Die Linke “ in Deutschland sieht aber eher Sowjetische Ehrendenkmäler als Ihr eigentliches Problem an….
    Das Historisch gesehen Sowjetunion noch Entwicklungsland war in Sachen Industrieländer damals, keinerlei Relevanz bei Ihr.
    Sprache hat immer weniger Bedeutung noch wenn materiellen Träger dieser nur auf Seites des Kapitals zu finden sind.
    Freiheit die Sie meinen. o(

  12. Wieder so ein Artikel! Wieder Menschen, die Helden verehren. Wieder Menschen, die Helden entlarven. Wieder Menschen, die glauben, ihre eigene Gemeinschaft sei von den Irrtümern ausgenommen, die sie bei anderen – immer bei anderen – so scharf erkennen!

    Ihr streitet darüber, welche Toten verehrt und welche Medaillen verteilt werden sollen. Die einen sagen: „Das sind die Helden!“ Die anderen sagen: „Das sind Verbrecher!“ Aber warum braucht ihr überhaupt „Helden“? Warum soll ein Lebender seine Vernunft an die Gräber der Toten ketten? Warum soll ich auf Menschen stolz sein, die ich nie getroffen habe?

    Ihr bezieht euren Kompass aus vergangenen wie heutigen Kämpfern, statt aus eigenem Handeln. Eure Maßstäbe stammen aus nationalen Mythen und politischer Propaganda, und dann wundert ihr euch über die Blindheit der anderen.

    Der Nationalist braucht seine Helden. Der Antinationalist braucht seine Schurken. Doch beide leben von Symbolen. Nicht falsch verstehen: Für mich sind Massaker und Rassismus keineswegs belanglos. Im Gegenteil! Nur lautet die entscheidende Frage nicht: „War dieser Mann Ukrainer, Pole oder Russe?“ Sondern: „Wie hat er seine Nächsten behandelt?“ Wer Freiheit wirklich verteidigen will, sollte weniger auf Denkmäler starren und mehr auf sein eigenes Tun. Denn weder Fahnen noch Helden noch nationale Mythen machen einen Menschen wahrhaftig.

    Die aktuelle Aufwertung von OUN-/UPA-Figuren bestätigt nur, wie bereitwillig Staaten ihre Vergangenheit vergolden. Sie ist aber nur ein Symptom. Was hier geschieht, ist kein ukrainisches Spezifikum. Es ist allzu verbreitet. Jede staatliche Gemeinschaft schmückt ihre Vergangenheit, sucht sich Ahnen und erzählt Geschichten über ihre Tugend. Die Namen wechseln, der Mechanismus bleibt derselbe. Und wenn ein Staat in einer Krise ist, ruft er fast schon zwangsläufig die Toten zu Hilfe. Wenn die Gegenwart schwach ist, wird ihm die Vergangenheit heilig. Wenn seinen Vertretern die Argumente fehlen, lassen sie das Pathos an ihre Stelle rücken.

    Zitat 1: „Es werden nicht nur die „Helden“ der Vergangenheit mit ihren rassistischen Ideologien gefeiert und Straßen oder Plätze nach ihnen benannt sowie Museen eingerichtet.“

    Wäre es besser, eine Kaserne nach einem Priester, einem Bauern, einem Dichter oder einem gefeierten Widerstandskämpfer zu benennen?

    Die interessanteren Fragen lauten: Warum muss sie überhaupt nach jemandem benannt werden? Warum brauchen Staaten ständig Ahnen, Heilige und Vorbilder? Wem und was dienen sie wirklich?

    Die Debatte, welcher Namenspatron der moralisch bessere ist, ist bereits Teil des Problems.

    Zitat 2: „Man muss wissen, dass es auch diese Kräfte sind, die mit europäischen Steuergeldern unterstützt, bewaffnet und ausgerüstet werden.“

    Interessant, dass der Autor sich darüber empört.

    Habt ihr dieselbe Energie aufgebracht, als euer Geld für andere Dinge ausgegeben wurde? Wisst ihr überhaupt, welche Gruppen, Projekte und Unternehmen ihr vor eurer eigenen Haustür finanziert? Oder regt ihr euch nur dann auf, wenn es bewaffnete Nationalisten in einem anderen Land sind?

    Daher zum Schluss drei Fragen:

    Welche Helden verehrst du?
    Welche Mythen glaubst du?
    Und welche Gewalt erscheint dir vernünftig, solange sie von deiner Seite ausgeht?

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