Gedanken über Krieg und Frieden

Auf den Spuren der geopolitischen „Grammatik“.

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4 Kommentare

  1. Ein anregender Text, zu dem ich den Autor beglückwünschen möchte. Ein begrifflicher Vorschlag – ich möchte die Begriffe ‚kalt‘ und ‚warm‘ leicht konkretisieren, indem ich sie durch das Wort ‚kinetisch‘ ersetze. Gemeint ist in beiden Fällen, dass physische Gewalt angewendet wird, oder eben nicht. In einem gewissen – für eine diesbezügliche Präzisierung ist hier nicht der Ort – Sinn leben Menschen immer im Krieg. Wobei es hier nützlich erscheint, Krieg als politisch-gesellschaftliches Phänomen zu verstehen, nicht als mögliche Phase einer Auseinandersetzung unter einzelnen Individuen oder kleinen Gruppen. Also genauer – menschliche Gesellschaften, zumal staatlich verfasste, leben immer in einer Art Krieg. Nur dessen Intensität variiert. Dabei ist der Übergang von der nicht-kinetischen zur kinetischen Phase definierend für den eigentlichen Krieg, also das, was man darunter normalerweise versteht, obwohl ja z. B. auch sogenannte Sanktionen eine Kriegsform, eben eine wirtschaftszentrierte darstellen. Ein Minimalziel wäre es, die Form eines Konfliktgeschehens unter der Schwelle des kinetischen Krieges zu halten, denn dieser hat besonders nachhaltig negative und sichtbare Folgen, was die weitere Konfliktproliferation begünstigt. Dazu sollte man schon die Produktion von Waffen stark regulieren, ihre Anwendung unter eine Art Tabu stellen.

  2. Unsere im Kern nach wie vor kapitalistischen Gesellschaften sind auch im Inneren antagonistisch und kriegerisch verfasst. Solange wir da nicht ran gehen wird sich wohl nicht viel ändern – außer eben in Art des Managements.

  3. >>Nie gab es in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges so ungebildete und inkompetente politische Eliten wie heute …
    Ein Glück nur, dass die russische Seele eine Nachtigall ist.

    Generell lassen diese grundsätzlichen Überlegungen zu Krieg und Frieden die Rolle der Macht und ihrer Legitmation, wie auch die der vorhandenen Waffen außen vor. Aber ohne Befehl und Waffen kein Krieg. Beides wäre also abzuschaffen, dann könnte man auch wieder zulassen, dass Menschen ihre gesunden Aggressionen ausleben. Von einem Faustkampfkrieg ist in der gesamten Geschichtsschreibung glaube ich nirgendwo die Rede, so wenig wie über spontane, von niemanden befohlenen kriegerische Auseinandersetzungen.

  4. „Nie gab es in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges so ungebildete und inkompetente politische Eliten wie heute“

    Was hat Macht mit Bildung und irgendwelcher Kompetenz zu tun? „The great Gopnik“ (V. Jerofejew) ist doch der beste Beweis, dass man es sogar als als russischer Gopnik zum Zaren-Absolutismus schaffen kann.

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