Umfrage in der Ukraine mit einer Antwortrate von 10 Prozent

Umfrageergebnisse aus der Ukraine über politische Präferenzen oder Krieg und Frieden scheinen wenig repräsentativ zu sein. In einem Fall haben nur 10 Prozent der Angefragten teilgenommen. Aber es gibt weitere Einschränkungen.

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13 Kommentare

  1. Meinungen zum Schweigen zu bringen schwächt nicht nur diese. Auch ihr Unterdrücker bekommt nach einer Weile das Problem, seine schweigenden Gegner immer weniger einschätzen zu können.
    Aber vielleicht lässt sich dieses Informationsdefizit ja noch durch konsequente Überwachung der privaten Kommunikation ausgleichen. Auch die Auswertung von KI-Chats wäre vielleicht ein vielversprechender Ansatz.

  2. Der Autor muss nur einen Artikel weiter unten einbauen, dann weiß auch er, dass Umfragen ein Teil der Manipulation sind und nicht Ausdruck der Bevölkerungsmeinung.
    Geschenkt.

    1. Ich würde noch einen Schritt weitergehen. Jetzt nicht gerade auf die Ukraine gesehen.
      Aber Umfrageergebnisse können auch die Manipulation von Wahlen rechtfertigen.
      Die erste Beeinflussung fördert die 2.

  3. Wer in einem Land wie der Ukraine, wo Menschen auf offener Straße von der Regierung gekidnappt werden, bei einer Telefonumfrage offen und ehrlich seine Meinung äußert, ist entweder akut suizidgefährdet oder hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Es bräuchte nur einen einzigen Mitarbeiter, der die Liste der Telefonnummern an einen Geheimdienst weiterleitet, damit die Gespräche abgehört werden können, oder ganze Umfrage könnte ein Fake der Regierung sein.
    Wer dann die falsche(n) Antwort(en) gibt, der bekommt Besuch von Elendskjs Asow-Kumpels und wird von denen auf den „rechten Weg“ gebracht – und der führt schnurstracks an die Front.

    Und apropos Asow: Erstaunlich, dass gleich 2 der 3 beliebtesten Parteien zum Asow-Sektor gehören, wo es in der Ukraine doch angeblich gar keine Nazis gibt. Das muss wohl so ähnlich sein wie bei uns im Bundestag, wo Regierung und weite Teile der Opposition für Aufrüstung und Kriegstüchtigkeit sind, obwohl es da doch angeblich gar keine Kriegstreiber gibt.

  4. Da fällt mir der Kabarettist Volker Pispers ein, den ich sehr vermisse. Volker Pispers hat in einer Kabarettveranstaltung auch einmal eine Umfrage zitiert. In dieser Umfrage ging es um die Zufriedenheit der Bürger mit der Politik der deutschen Bundesregierung. Laut Umfrage waren 75 Prozent der Befragten mit der Politik der Bundesregierung unzufrieden und 75 Prozent mit Angela Merkel zufrieden oder sogar sehr zufrieden. (In derselben Umfrage mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin!)

    Die mögliche Erklärung von Volker Pispers war: Es sind bzw. waren dieselben 75 Prozent und die würden die Bundeskanzlern Merkel mit der Politik der Bundesregierung überhaupt nicht in Verbindung bringen und das obwohl es in Artikel 65 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland von 1949 explizit heißt: „Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung.“

    Ein Komiker könnte an dieser Stelle einwenden, dass da auch nix von Bundeskanzler“IN“ bzw. Bundeskanzler (m/w/d) steht. Das ist richtig, das mit diesem „Gegendere“ hat aber zum Zeitpunkt der Umfrage kein Schwein interessiert, weder die Sau noch den Eber und auch die Ferkel und die Schweine nicht, die nicht wissen, welches Geschlecht sie haben.

    Und noch eine schöner Satz von Pispers: Was hier los wäre, wenn viel mehr Leute wüssten, was hier los ist.

    Ich bin mir allerdings heute ziemlich sicher: Auch dann, wenn alle Bürger(+INNEN bzw. m/w/d) in diesem Land wüssten, was hier los ist, würde es nicht wenige Leute geben, die „so tief sinken und den Kakao, durch den man sie zieht, auch noch trinken“ (frei nach Erich Kästner).

    1. Der Pispers, wir haben ihn erst heuer (!)
      entdeckt, ist ein Hammer. Auszüge aus seinen Programmen sollten jeden Tag zur besten Sendezeit auf allen „Kanälen“ laufen.

  5. Nun ist die Ukraine im Krieg, ein schlimmer Zustand, in dem der Mensch das Bedürfnis hat, sich zu äußern. Hier aber äußern sich 90 Prozent nicht. Die haben Angst. Richtig Angst. Was darauf hindeutet, dass das inzwischen ein knallharte Diktatur ist und die Ukrainer wissen das.
    In den russisch besetzten Gebieten durften die Bewohner ja durchaus abstimmen. Sie haben sich miz überwältigende Mehrheit für einen Verbleib bei Russland geäußert. Wurde vom Westen nicht einmsal angezeweifelt. Von mir auch nicht.

  6. Erst überfällt Russland die Ukraine und dann macht sich der Autor darüber lustig, dass die Umfrage nicht auch in den besetzen Gebieten durchgeführt wird.

    Immerhin stimmt er zu, dass Russland ukrainisches Gebiet besetzt und damit der Angreifer und Aggressor ist.

    Ein kleiner Lichtblick bei der ansonsten tendenziösen Berichterstattung des Autors.

    1. „die Umfrage“

      Putin hat in den Umfragen fast 12%-Punkte verloren. Die Zeiten der grossen Kriegseuphorie der Russen von 2022 als nach dem Einmarsch in die Ukraine die Beliebtheit des Friedenszaren auf 77% gestiegen war, scheinen vorerst zu Ende zu sein. Interessant in der aktuellen Umfrage, in welchen sozialen Gruppen der Friedenszar seine grösste Zustimmung geniesst bzw nicht mehr hat:

      >Die Zustimmung fällt besonders hoch aus bei Befragten unter 40 Jahren (68 Prozent), bei wohlhabenderen Haushalten (74 Prozent), bei Studierenden (76 Prozent) sowie bei jenen, die russische Videoplattformen wie VK-Video oder Rutube als Informationsquelle nutzen (76 Prozent).

      Deutlich skeptischer zeigen sich Befragte zwischen 40 und 54 Jahren (34 Prozent Ablehnung), einkommensschwache Haushalte (37 Prozent) sowie Unternehmer (37 Prozent). Besonders hoch ist die Ablehnung unter jenen, die Putin als Präsidenten nicht gutheißen (89 Prozent) und YT als Informationsquelle nutzen (48 Prozent).<

  7. Derweil hat es der deutsche Leopard-Panzer nicht nur bis nach Moskau, sondern sage und schreibe bis nach Pjöngjang geschafft. In Kursk erobert und von Russland an Nordkorea als Geschenk überreicht, löst er nun im dortigen Museum fernöstliche Wellen der Begeisterung aus.

  8. Mit einer etwas anderen Perspektive und dem eventuellen Einbau einer weiteren Antwortmöglichkeit,zu jeder Frage der Umfrage, wobei die Antwortmöglichkeit nun „Kein Kommentar“ oder so ähnlich lauten würde, könnte man dann auch ein vielleicht „repräsentativeres Umfrageergebnis“ bekommen, wobei eben alle Ergebnisse der Umfrage durch 10 geteilt wird und nun zu jeder Frage mit knapp 90% die Antwortmöglichkeit „Kein Kommentar“ abgegegeben wurde.
    Klar man müsste dann eigentlich noch etwas gewichten, da vermutlich eben nicht aus jeder angefragten „Bevölkerungsgruppe“ nun entsprechend ihres prozentualen Anteils an der Grundgesamtheit angefragt wurde, aber das sollte dann doch eher nur einen sehr geringen Einfluss auf das Umfrageergebnis haben ;-). In jedem Falle wären dann die „Beliebtheitswerte“ für alle Politierchen und Gruppierungen dann doch eher maximal im einstelligen Prozentbereich – die negativen Bewertungen allerdings auch ;-).

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