Merseburg

„Auf Sachsen-Anhalt schaut gerade die Welt ..!“

Impressionen vom Wahlkampf in dem ostdeutschen Bundesland.

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Ein Kommentar

  1. Wenn man die ganze Situation um die besonders in ostdeutschen Ländern aufstrebende AfD und die Anti-AfD-Politik der etablierten Kräfte herum einmal ganz nüchtern und mit etwas Abstand betrachtet, dann muss man eigentlich sehr erstaunt sein über die massiven Fehler, die hier nach wie vor begangen werden. Es ist ja so, dass sich die etablierten Kräfte mit ihren fortdauernden Fehlbeurteilungen und ihrer bockig-sturen Fixierung auf eine längst als wirkungslos erwiesene Methode („Brandmauer“) selbst in Schwierigkeiten bringen. Dass sie nebenher auch noch eine regelrechte Demokratie- und Staatskrise als Kollateralschaden ihrer Strategie hinnehmen, kommt noch hinzu. Nun ist es allerdings sehr schwer zuzugeben, sich geirrt zu haben. Und je länger man groß getönt hat, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, desto schwerer fällt das.

    Inzwischen sind diese Schäden für sich selbst sogar schon so groß und sichtbar, dass es sich nicht mehr verheimlichen lässt. Auch die Zeitung „Die Welt“ schreibt nun schon: „Die ´Brandmauer´ sollte die AfD kleinkriegen. Jetzt könnte sie die CDU zerstören.“

    Es gibt den geheimnisvollen Zusammenhang, nach dem sich im Leben nicht korrigierte Fehleinschätzungen und Falschbehauptungen mit der Zeit (oft auch schon recht bald) immer mehr rächen. Das gilt für sehr viele Dinge: beim nicht operierten kleinen Hautkrebsfleck ebenso wie beim Ruderboot, das man trotz leckendem Boden noch zur Ausfahrt benutzt oder bei einem Unternehmen, das nicht erkennt, dass die eigenen Produkte nicht mehr nachgefragt werden und deshalb hätte umstrukturieren müssen.

    Weil man einen anfangs noch leicht zu korrigierenden Fehler nicht behoben hat, ihn noch nicht mal sehen wollte und die Lösung immer mehr verschleppt bzw. verhindert hat, beginnt das Problem immer mehr anzuwachsen – bis es einem schließlich über den Kopf wächst und auch Nachbarbereiche in Mitleidenschaft zieht.

    Der Kern des Problems ist die anfängliche falsche Erkenntnis, die Fehleinschätzung einer neuen Entwicklung.

    Natürlich gibt es sowohl Gründe für eine dumme Fehleinschätzung als auch für die sture Bockigkeit, dabei zu bleiben. Das ändert aber nichts an den Schadfolgen … ! Weder beim Hautkrebs noch bei der Brandmauer.

    Und mit den Fehlern wird ja munter weitergemacht:
    Beim Anti-Spiegel ist am 30. 8. 2026 ein sehr interessanter Artikel über die NGO „Campact“ und deren Anti-AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt erschienen.

    Röper kommt zu der starken Vermutung, dass „Campact“ auch aus staatlichen Geldern, also aus Steuermitteln, mitfinanziert wird und formuliert daher bissig:

    „Stellen wir uns mal folgendes vor: In einem Land wie Georgien, dessen aktuelle Regierung der EU und der Bundesregierung nicht gefällt, würde die Regierung NGOs mit Millionen finanzieren und diese NGOs würden dann bei Wahlen über mit ihnen verbundene Organisationen eine teure Kampagne mit Wahlaufrufen zugunsten der Regierungsparteien finanzieren. Und die Regierung würde auf Nachfragen von Journalisten zu diesem offensichtlichen Missbrauch von Steuergeldern antworten, es gebe ja klare Regeln für Parteispenden, deren Überprüfung bei den zuständigen Behörden liege (die natürlich von der Regierung kontrolliert werden), es sei also alles in bester Ordnung.

    Wie würden die EU und die Bundesregierung auf solche Zustände in Georgien reagieren? Natürlich würden Politiker und Medien in Deutschland und der EU gegen solche Zustände protestieren, Sanktionen androhen und so weiter.

    Aber wenn so etwas in Deutschland passiert, dann ist das für sie vollkommen in Ordnung.“

    Auch die laut Rundfunkstaatsvertrag zu politischer Neutralität verpflichteten öffentlich-rechtlichen Sender werden in ihren Beeinflussungsversuchen immer ungenierter:
    #https://www.berliner-zeitung.de/article/mdr-ndr-wahlkampf-rundfunkreform-10343490

    Trotz dieser Skandale – und es kommen noch mehr hinzu – ist es aber offensichtlich, dass all das die Wähler in Sachsen-Anhalt nicht groß beeindruckt.

    Ich würde mich überhaupt nicht wundern, wenn spätere Historiker – vielleicht in 30 oder 50 Jahren – viele Bücher über die heutige Situation schreiben werden und die heutigen politischen Fehlentscheidungen dann von den Studenten in ihren Seminararbeiten lang und breit behandelt werden. Also wenn die künftigen Studenten dann überhaupt noch die Kompetenz besitzen sollten, eigenständig eine Seminararbeit zu schreiben – was ja nicht sicher ist.

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