Symbolbild, EU-Sanktionen

Die Rückkehr der Reichsacht

Europa agiert mittelalterlich, denn es ächtet Menschen hochoffiziell. Das Zukunftsprojekt EU etabliert eine Institution, die schon längst geächtet wurde.

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14 Kommentare

  1. Gut zusammengefasst, wie der einzelne Mensch in Europa mittlerweile durch eine unsichtbar wirkende Instanz der elementarsten Freiheiten beraubt wird, die eigentlich völker- und verfassungsrechtlich verbürgt sind und zu einem menschenwürdigen Leben gehören: nämlich die Welt, in der man lebt, mit eigenen Worten zu beschreiben und v.a. sich in der Öffentlichkeit ohne Einschränkungen mitzuteilen. Der Bürger wird wieder zum rechtlosen Untertan, die politische Exekutive beweiht sich wieder mit absoluter Macht, dazu kommt die Inanspruchnahme völliger Willkür, die sich in totaler Überwachung und Kontrolle der ohnmächtig gewordenen Rechtlosen manifestiert. Der absolut/istische Gipfel ist die hoheitliche Sinnverdrehung des Vorgangs mit Worten, die jeder ernsthaften Prüfung entzogen werden. In der Tat: willkommen im Mittelalter!

  2. „Gesellschaftlich bedeutete die Ächtung die vollständige Ausgrenzung und demgemäß der wirtschaftliche Ruin..[..]“

    „Im letzten Jahr hat eine alte Institution ihre Renaissance erlebt..“

    War erst letztes Jahr (z.B.) 2020?
    Jesses, wie die Zeit – und mit ihr das Erinnerungsvermögen – vergeht!

  3. Es geht in beiden Fällen natürlich im weitesten Sinne um Ungehorsam, man könnte aber präzisieren, dass hier die sachlich einwandfreie Kritik am herrschendem Narrativ bestraft wird. Dogru oder Baud verbreiten ja nicht einfach zu widerlegende Verschwörungstheorien, sondern Fakten.

    Dann wüsste ich gerne, wie sich das Kontosperren auf die Zahlungsfähigkeit auswirkt. Gilt diese auch für Daueraufträge für Strom, Miete, Internet etc? Werden beide irgendwann auf der Straße sitzen?

    Und da es sich hier um Buchautoren und Journalisten handelt. Wie sieht es mit dem Vertrieb ihrer Bücher aus? Dürfen die Verlage ihre Bücher noch drucken und darf der Buchhandel diese noch vertreiben? Dürfen Bibliotheken die Bücher noch ausleihen? Fall ja, wäre die EU-Sanktionen dann nicht eine Art Bücherverbrennung 2.0?

    1. Ja, denn außer den paar Hänsel und Gretel, die den Begriff Kritik nicht in Wikipedia suchen müssen, ist für die Meisten das völlig in Ordnung.
      Am besten werden die Braven namentlich durchnummeriert, Vorschlag: Diederich Heßling I. ….

  4. Eigentlich muss man bis ins Jahr 1076 zurück gehen, um etwas Ähnliches zu finden. König Heinrich IV. wurde exkommuniziert, was zwar den Verlust seiner Ämter, aber keine unmittelbare Lebensgefahr bedeutete. Er musste dann nach Canossa und drei Tage fasten, dann wurde er rehabilitiert. Immerhin.
    War ja milde im Vergleich zu dem, was man Jaques Baud auferlegt hat. Bei strikter Durchsetzung der Anordnungen verhungert Jaques als Obdachloser. Herr Rötzer hat das ja beschrieben. Auch gibt es für ihn kein Canossa, denn es gibt dafür keinen Verantwortlichen. Das wäre selbst im Mittelalter nicht akzeptabel gewesen.
    Nach wie vor mein Angebot, Jaques an einem öffentlichen Platz einen Delikatessenkorb zu übergeben. Ist nicht ganz einfach, denn im Moment meines analogen Auftretens bin ich im Fadenkreuz von Hamas, Hisbollah, Atomwaffen Division und Combat 18. Aber ich denke, selbst diese sehen ein, dass eine Erschießung zu diesem Anlass unproduktiv wäre. Bitte auf später verschieben.

  5. „Wir haben es hier mit einem Rückfall in mittelalterliche Betrachtungs- und Handlungsweisen zu tun…“

    Mag ja sein, für mich sind es Testballone zur Erkundung für die Zukunft, was beim Triezen von zur Verfolgung Auserkorenen denn noch so alles herangezogen werden kann. Die Zeiten werden hart werden. Nein, die wollen nicht nur spielen!

    Eine Frage hätte ich dann doch noch. Für was genau zeichnet denn der EGH – der europäische Gerichtshof – verantwortlich oder gar zuständig, oder muß er nur Sudokus – Schweregrad einfach bis mittel – zu lösen versuchen? Und wenn der entfällt, da zu beschäftigt, wer tritt dann an seine Stelle. Die Rotkäppchen zu Karlsruhe können es ja nicht sein, die sind ja nicht einmal willig und in der Lage 0,03 Prozent der Wählerstimmen nachzuspüren. Oder haben sie dort nur darauf gewartet, dass die betreffende Blase von selbst – aber gut von außen programmiert – platzt? Dann wäre es jetzt ja soweit, zur Tat zu schreiten. Nun gut, sein andere Baustelle. Wollte es nur noch mal in Erinnerung gebracht haben, ist ja alles schon so lange her und von anderem allzu Wichtigen verdrängt worden.

    Ach, übrigens! Immer wieder lustig auch, die ‚Hamas‘ gibt es also doch noch. Anderweitig scheint sich der C-Kolumnist ja geschämt zu haben und sich wohl genötigt sah, die ‚Schurken seiner Wahl‘ mit „H.“ zu verunglimpfen. Jetzt bin ich aber froh!

  6. Nachdem ihr alle „die Moderne“ anbeten wollt, weise ich euch auf die „Lex Salica“ hin. Es gibt eine deutsche Übertragung aus dem 19 Jhd von einem Autor, dessen Name mir entfallen ist (obwohl das ein Friese war ;-).

    Jedenfalls verfügte der Text, daß jedermann, der einem Menschen, der von der fränkisch / alemannischen Ritterschaft einer Todesfolter unterzogen und zum Sterben liegen gelassen worden war, etwa helfe, selbst der Todesfolter anheim fiel.

    Luschtigerweise ging es bei dieser Brutalität nicht um „Glaube“ – um die Auseinandersetzungen rund um die strittige Vatikansherrschaft dieser Zeit – vielmehr um Geld – buchstäblich. Die Ritterschaft Chlodwig I. trachtete, alle Denare und Sesterzen, die nach dem Zusammenbruch / der Auflassung der Arbeitsteilung im Römischen Reich funktionslos auf ihrem Gebiet gehortet waren, an sich zu ziehen, um gewissermaßen die Frühform eines Staatskredites auszuheben. Staatenbildung in der Völkerwanderungszeit / im Frühmittelalter.

    Was die EU da treibt, ist föderatives Nationbuilding, entsprechend anders sind die Vorgehensweisen.

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