Recht oder Rache?

Die Dortmunder Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 105-jährigen, der als Wachmann in einem NS-Straflager stationiert war.  Das Verfahren ist vor allem eines: der Beleg einer skandalösen Verspätung.

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4 Kommentare

  1. Mord und Beihilfe dazu verjähren nicht.
    Damit war alles geschrieben.
    Zu Fragen der Moral hätten sich die
    Beschuldigten früher Gedanken machen
    können.

  2. Wenn es reicht, „dabei“ gewesen zu sein, kann man sich den Prozess auch gleich sparen. Was in den Lagern passiert ist, steht außer Zweifel. Dass die Angeklagten dort beschäftigt waren, ebenfalls.

    Was soll da noch verhandelt werden?

    Dazu die Verhandlung nach Jugendstrafrecht, bei dem bekanntlich der Erziehungsgedanke im Vordergrund steht. Was will man bei einem 100jährigen noch erziehen, der sich seit 80 Jahren nichts weiter zuschulden hat kommen lassen?

    Wenn es um Strafe geht, fehlt den Urteilen jegliches Maß. Wenn man wirklich jeden zum Mittäter am millionenfachen Mord erklärt, dann muss man sie auch entsprechend verurteilen – lebenslang, besondere Schwere der Schuld.

    Dass es stattdessen seichte Bewährungsstrafen gibt, ist der Beweis, dass es nur um die Schauprozesse geht, betrieben von Leuten, denen für ihren aufrechten „Kampf gegen Nazis“ die Nazis weggestorben sind.

  3. Lächerlich. Die Schreibtischtäter und Organisatoren hat man oft unbehelligt gelassen oder sie wurden nach Verurteilung bald amnestiert und einige konnten sogar ihre Karriere fortsetzen und hatten in der bundesrepublik der 1950er und 1960er Jahre gute aufstiegschancen. Sie selbst oder ihre Witwen kassierten dann noch jahrelang üppige Pensionen. War natürlich alles ganz rechtsstaatlich, was denn sonst.

  4. Was werden die ewig gestrigen Nazi-Strafverfolger machen, wenn sie nun gar keinen
    potentiellen Täter aus der Nazizeit mehr aus den Pflegeheimen pulen können. Die Meisten
    die in den Lagern Wache schieben mußten, taten das ja nicht freiwillig. Im Gegensatz zu
    den Piloten, die die Atombomben auf Japan geworfen haben. Was ist eigentlich aus den
    US Bewachern geworden, die tausende Deutscher Gefangene in den Rheinwiesen krepieren
    haben lassen? Es gab sicherlich noch sehr viele andere, die sich in diesem Kriegswahnsinn
    irgendwie schuldig gemacht haben. Die Deutschen haben nur das Problem, dass sie den Krieg
    (zum Glück) verloren haben. Da es heute keinen direkten Belastungszeugen mehr geben wird,
    sollte man den alten Mann in Ruhe lassen.

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