Putin auf einem Boot

Ein kurzer Traktat über einen Mann, den es noch immer nicht gibt

Vor zwölf Jahren war Wladimir Putin in deutschen Medien längst kein Politiker mehr, sondern eine Kunstfigur: Dämon, Despot und Höllenfürst. Das deutsch-russische Verhältnis wäre heute ein anderes, hätte man seine Person sachlicher behandelt.

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8 Kommentare

  1. Werter Roberto
    Die westdeutsch( BRD) sozialisierten Eliten ( andere gibt es nicht in diesem Land), sind die Nachkommen jener Menschen, die seit 1941 versucht haben, die „russischen Untermenschen“ auszurotten. Vom Akademiker in den Ministerien, die den „Generalplan Ost“ erstellten, bis zum brutalen Kleinkriminelle, der für eine Flasche Schnaps am Tag Frauen,Kinder, ältere Menschen ermordeten.
    Und die sich ab Mai 1945 den westlichen Besatzern andienten und ja schon immer „Musterdemokraten“ waren. In der Mehrzahl mit narzisstischen Persönlichkeitsstrukturen( „Untertanen“) die sie an die Nachkommen weitergaben. Und so ist es kein „Versehen“, wenn ein FAZ- Journalist, dessen Großvater Offizier im Wehrmachtführungsstab war, die Frage stellt, was der „Westen“ tun kann, um mehr Russen zu töten. Das ist dessen tief sitzende Überzeugung, das man Russen töten müsse. Und seine Kollegen der medialen Zunft stammen doch sehr oft aus dem oberen Bürgertum, das auch die Naziherrschaft aus Überzeugung getragen hat. Für die war und ist „ der Russe“ schon immer der Feind. Und da es nicht möglich ist, 144 Mill. Bürger Russlands zu Feinden und „Untermenschen“ zu erklären, nimmt man stellvertretend dessen Präsidenten, auf den der ganze narzisstische Hass der politischen und medialen „Eliten“ abgeladen wird. Die Aussagen einer Florence Gaub ( „die Russen sehen nur wie europäische Menschen aus, in Wirklichkeit sind sie asiatische (Untermenschen))oder des Wadephul ( „die Russen werden immer unsere Feinde bleiben“ ) ist ja kein Versehen einzelner Typen. Die Mehrzahl hat diesen rassistischen Hass internalisiert.
    Eine narzisstische Gesellschaft braucht zu ihre Selbstvergewisserung einen imaginierten Feind. Und das ist eben seit 1054 „der Russe“….

  2. Als wir unseren letzten Mannschaftskampf im Schach verloren, kommentierte ich das mit: „Da ist der Puttin dran schuld“, worauf sich großes Gelächter erhob. Anschließend fing jeder an, herum zu blödeln, woran der Puttin denn nun alles Schuld sei, das ging von „Die Frau lässt mich nicht mehr ran “ bis „Mein Rasenmäher ist kaputt“.
    An allem war der Puttin Schuld!
    Das zeigte mir deutlich, das viele Leute nicht so dämlich sind, wie Politik, ÖRR und MSM von ihnen annehmen.

    P.S.: Puttin heißt der Putin im Pott!

    1. Hatte ich auch letztens auf dem Bahnhof, als einer der Züge mal wieder irgendwo liegenblieb, hat mich wirklich erheitert.

  3. Putin ist praktisch (kurze Episode als MP) seit 2000 in Russland durchgehend an der Macht und hat parallel zu 7 Amtszeiten von US-Präsidenten Russland (ich behaupte: erfolgreich aus russischer Sicht) geführt.

    Natürlich kann man niemandem hinter die Stirn schauen, und manchmal zählt bei Menschen, die man einschätzen will, einfach der subjektive, durchaus nicht immer begründbare Eindruck mehr, da man schlicht zu wenig Objektivierbares weiß über denjenigen. Putin erschien mir, bevor die mediale Propaganda einsetzte, wann immer ich ihn reden hörte (Lektüre-Empfehlung für die jüngere Generation: Wortprotokoll seiner Rede im Bundestag 2001 https://www.bundestag.de/parlament/geschichte/gastredner/putin/putin_wort-244966), als diplomatischer, intelligenter, wortgewandter, gebildeter und weitsichtiger Politiker, der selbstverständlich in erster Linie das Wohl seines Staates im Auge hat – etwas was man von keinem und keiner (!) deutschen PolitikerIn heute behaupten kann, von amerikanischen ganz zu schweigen.

    Ein Spiel bei politischen Diskussionen mit einem Freund ging so: Mit wem würdest du lieber mal ein Bier trinken gehen? Mit Putin oder ( je nach Amtszeit) Dabbeliuh Bush / Obama / Trump / Biden? Außer bei Obama waren wir uns immer einig, wobei sich die Differenz nach den „Interventionen“ der USA (manche nennen es auch „völkerrechtswidrige Angriffskriege“) in Libyen und Syrien auch schnell erledigt hatte.

  4. Das Bild von Wowa musste zwangsläufig geschaffen und beibehalten werden, weil Rußland wie er sich nicht dem schönen Plan beugen wollte, das Land zur Plünderung freizugeben, noch nicht mal den Ausbau westlicher Waffenstützpunkte vor seiner Haustür.
    Ohne diese Verteufelung hätte man die Angriffe auf Russland nicht kaschieren und der Bevölkerung als notwendig vormachen können.
    Zumindest wäre die Lage im Inland von mehr Widerstand geprägt und die Rüstung nicht so wie jetzt stillschweigend akzeptiert worden.

  5. Putin ist zuallererst eines: jemand, mit dem man reden muss. Das nennt man Diplomatie. Denn glaubt mir, in jedem Volk gibt es Menschen, die sehr schlimm sind, wie Stalin, Berija, Hitler, Napoleon, Mc Carthy, Reagan, Franco, Mussolini, Pol Pot, … Wenn diese Menschen an die Macht kommen, geht das selten gut aus.
    Aber das Böse ist auch noch selten personalisiert, eher banal, es ist ein Teil von uns.

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