Merz und Pinocchio

Ist Friedrich Merz ein Pinocchio?

Ein Rentner bezeichnet den Bundeskanzler als »Pinocchio« – die Kriminalpolizei ermittelt. In der Tat ist es ein Skandal, Friedrich Merz so zu betiteln.

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34 Kommentare

  1. https://www.berliner-zeitung.de/news/beleidigung-von-kanzler-merz-als-pinocchio-ermittlungen-gegen-mehrere-personen-li.10020684
    „„Lackaffe, Pinocchio“: Ermittlungen gegen weitere Personen wegen Beleidigung von Kanzler Merz
    Unter einem Beitrag der Polizei Heilbronn sammelten sich mehrere Kommentare über den Bundeskanzler. Die Polizei ermittelt – das sorgt für Kritik
    Die Polizei Heilbronn hat Ermittlungen gegen mehrere Personen wegen mäglicher Beleidigung des Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU) aufgenommen. Vor wenigen Tagen wurde zunächst bekannt, dass die Polizei gegen einen Rentner ermittelt, der den Kanzler als Pinocchio bezeichnete.
    Die möglichen Beleidigungen sammelten sich unter einem Facebook-Post der Polizei Heilbronn. Nach Angaben eines Polizeisprechers geht es um Bezeichnungen wie „Pinocchio“ oder „Lackaffe“, die Nutzer unter einen Facebook-Post der Heilbronner Polizei zum Besuch von Merz posteten. Die Ermittlungen des Staatsschutzes dauerten noch an, so der Sprecher.“

    1. Du kannst den Frieden in einem Land verhindern und am Tod von Millionen Toten mit beteiligt sein… keine Straftat. Einen kriminellen Politiker, dessen Job es ist zu lügen, als Pinocchio bezeichnen: Straftat. Das ist Deutschland im Jahre 2026. Die größten Verbrecher sitzen in Deutschland im Staatsapparat sowie Politik, Medien, militärisch industriellem Komplex.

      Aber das Coole wird sein… mit diesem Vorgehen haben sie sich endgültig die Legitimität und Glaubwürdigkeit abgesprochen. Die Bevölkerung wird es nur noch als Lächerlichkeit ansehen, was diese Verbrecher vom Stapel lassen, um Macht vorzutäuschen und Völkermörder oder deren Komplizen zu beschützen.

  2. Den „Fall Pinocchio“ schildert Richard David Precht auch in seinen Buch „Angststillstand“

    https://www.penguin.de/buecher/richard-david-precht-angststillstand/buch/9783442302314

    Dem ist wenig bis nichts hinzuzufügen. Precht macht im wesentlichen die vorauseilende Selbstzensur, die einen übertriebenen Individualismus entspringt, für die Einschränkung der Meinungsfreiheit verantwortlich. Aber lest selbst.

    Für mich resultiert die Einschränkung der Meinungsfreiheit aus den Niedergang der liberalen, westlichen Demokratie. Diese entspringt einer spätrömisch-westlichen Dekadenz und ist ein Symptom für den Niedergang der westlichen Welt.

    Die Freiheit, der Individualismus schafft sich sozusagen durch seine eigene Übertreibung selbst ab. Ich kann das sehr schön mit den dritten Gesetz der Dialektik (alte DDR-Schule) erklären, nämlich das ein Ding in sein Gegenteil umschlagen kann.

    Zum Schluß kann ich mir einen Vergleich nicht verkneifen. Der westliche Liberalismus wirft China vor, dort sei die öffentliche Beleidigung der Regierung verboten. Das stimmt, aber macht nicht der Westen dasselbe, nur das er es mit der Verteidigung der Freiheit verkauft?

  3. …………. the dark ages are back, folks …. Majestätsbeleidigung ….. geht ma garnicht, merkt euch das leewe Lüüd, sonst werdet ihr auch für vogelfrey erklärt, so wie es dem guten Jaques erging. Dem man noch nicht einmal eine Bratswurst spendieren darf, denn….. schwupps ist man mitgefangen….. Die Liste der ausgesperrten Deutschen, die im pösen,pösen
    Land der ostischen Untermenschen darben müssen – immer die allgegenwärtige Nagajka fürchtend, ist lang. Die unbotmäßigen Advokates et Professores in diesem “ unseren“ Deutschland, die ebenfalls der Bannstrahl der neuen Parteienaristokratie getroffen hat, werden zwar nicht mehr in den Schuldturm geworfen, nein, gottbewahre, nein, die modernen Schuldtürme sind eher unscheinbar, aber weitaus effizienter. Und deutlich kostengünstiger. So siehts nunmal aus, in dem besten Deutschland aller Zeiten, gewöhnt euch mal dran.

    1. unser staatliches Dilemma:

      Monotonie, Monokultur. Die Vielstaatlichkeit des Deutschen Bundes (1815 bis 1866) hatte für renitente Bürger etwa Josef Görres durchaus Vorteile. ursprünglich vom König von Preußen zur Verhaftung ausgeschrieben flüchtete Görres nach Straßburg ins Exil. Von dort später nach München an die Universität wo er zum Professor berufen wurde. Görres lernte so die Vorzüge der Deutschen Vielstaatlichkeit kennen.

      „Man konnte in Berlin vogelfrei sein und in München Professor, geadelt sogar, ein hoch angesehener Mann.“
      Quelle: Golo Mann, deutsche Geschichte des 19 und 20 Jahrhunderts, Frankfurt am Main 1958

  4. interessant ist die Doppelmoral, auf ähnliche Maßnahmen in der Türkei wird mit Empörung reagiert…
    und wenn ich an die Verbalattacken von Strauss und Wehner denke… nicht mal in Englad wird so rigoros gehandelt

    1. Den Goldenen Bären 2026 erhielt dieses Jahr der Film „Gelbe Briefe“, in dem es um eine fiktive (?) türkische Familie geht, die dem Erdoganregime missfällt und drangsaliert wird.

      https://www.berlinale.de/de/2026/programm/202615786.html

      Tja, aber wenn reale türkischstämmige Dissidenten wie Dogru, die in Berlin wohnen, von der EU unter fadenscheinigen Gründen sanktioniert werden, dann schweigt die kämpferische Filmbranche. Man gewinnt den Eindruck, die Kultur hat nichts mehr zu sagen, es sei denn Propaganda.

  5. Merz „ist ein Pinoccio“?

    Gut, dass habe ich jetzt zum ersten Mal hier gelesen.

    Es gibt aber einen anderen Vergleich, der schon seit Merz Amtsantritt bei „Boomern“ – und jüngeren Menschen – durch das WorldwideWeb zieht, der seinen (miesen) unmenschlichen Charakter eher treffen könnte 🙂

    Er ist der hier:

    „[…]Burns, der nette Mann spendet[…]“

    Link:

    https://www.youtube.com/watch?v=wg4P9pvaE3U

    Und wo ist hier die Anzeige?

    Merz = „Mr. Burns“ aus der US-Serie „Die Simpsons“ ?

    Wer ist eigentlich sein Waylon Smithers aus „den Simpsons“ dann?

    Seine Frau Charlotte Merz (https://de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_Merz) etwa? 🙂

    Die ist immerhin Richterin, und soll keinen Spaß (siehe auch oben verlinkter Wikipedia-Artikel über sie und ihren Mann) verstehen, wenn es um ihren „Mr. Burns“ alias Friedrich Merz gehen soll. 😉

    Übrigens ich habe ja nur einen Ausschnitt der Serie der Simpsons über „Mr. Burns“ veröffentlicht – aus YouTube, aber ich bin mir sicher der/die das hier liest findet – nicht nur bei YouTube – auch andere treffende Ausschnitte aus der Serie „Die Simpsons“ mit „Mr. Burns“ die 1:1 auf Friedrich Merz (BK) zutreffen dürften.

    Ironische Grüße
    Bernie

    PS: Nur die Sache mit den Atomkraftwerken muss Fritze Merz wieder anleiern und dann ist „Mr. Burns“ nicht nur vom Charakter in „Die Simpsons“ her gut getroffen *grins*

  6. Wir leben im Neofeudalismus. Die Herrscher teilen die Macht unter sich auf, es entstehen schon Dynastien aus Politikern, und sie schotten sich mit der Macht des Staates gegen die Bürger ab, die nur noch Untertanen sind und für die Visionen der Mächtigen arbeiten oder gar sterben sollen.

    Hat natürlich nichts mit Merz zu tun. Der hat keine Macht.

    1. Noch ein Merkmal, dieset »Elite«, und zwar das Abscheulichste: Sie sind fest davon überzeugt etwas Besseres zu sein, als der Durchschnitts-Bürger und ich warte nur darauf, dass sie das Wahlrecht für den Durchschnitts-Bürger drastisch einschränken.

  7. „ Ein Rentner bezeichnet den Bundeskanzler als »Pinocchio« – die Kriminalpolizei ermittelt. In der Tat ist es ein Skandal, Friedrich Merz so zu betiteln.“
    —-
    Ich finde es richtig, dass die Kriminalpolizei in diesem Fall ermittelt.
    Eine derartige Diffamierung der Figur Pinocchio ist mehr als schändlich.
    Was sagen eigentlich die Italiener dazu?
    Wenn ich mich recht erinnere, bezeichnete man Merz in der Titanic einmal als Ohrfeigen-Gesicht.
    Das kann man durchaus gelten lassen.

  8. Man stelle sich vor, Kanzler Friedrich Merz stößt auf einen Beitrag auf Facebook, den er beleidigend findet und dass er daraufhin Anzeige erstattet.

    Wenn er das tatsächlich bisher um die 5000 mal gemacht hat, dann kann man daraus schließen, dass er nichts anderes zu tun hatte. (Außer sich Gedanken über die Unbezahlbarkeit des Sozialstaats zu machen.)

    Und seine Politiker-Kollegen Frau Strack-Zimmermann, Robert Habeck, Nancy Faeser scheinen auch nichts besseres zu tun zu haben.

    1. Es gab schon immer genügend Denunzianten, die jeden Scheiß bei der Obrigkeit angeschwärzt haben.
      Und wenn das Pack selbst Uniform trägt.

      Es ist übrigens Bullshit wenn die Polizei behauptet, sie müßte ermitteln.
      Das tut sie nämlich normalerweise auch nicht.

  9. Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, als Wehner die Parlamentsdebatten mit ausgesuchten Beleidigungen belebte.
    Und auch Strauß ließ sich diesbezüglich nicht lumpen.

    Heute bräuchte es eine Staatsanwaltschaft ausschließlich dafür.

  10. Die deutsche Gerichtsbarkeit hat ja auch sonst nichts zu tun.
    https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/justiz-ueberlastet-richterbund-mehr-als-eine-million-offene-strafverfahren
    Zu diesem Mist kommen dann noch die Tausende Verfahren gegen angebliche Antisemiten, also Menschen, die gegen den israelischen Genozid und die ethnische Säuberung an den Palästinensern protestiert haben, was im übrigen die –ALARM! — die AS-Statistik gehörig aufbläht.

  11. “ Sie nannten ihn Fotznfritz“, so Martin Sonneborn schon vor Jahren. Gilt das als Beleidigung oder als Tatsachenbehauptung ? Wobei man wissen muß, das der Bayer darunter das Mundwerk versteht, der Norddeutsche fügt allerdings ein “ e“ dazu und meint damit etwas völlig anderes. Können Majestätsbeleidigungen überhaupt verjähren, oder gilt die gleiche Einstufung wie bei Mord ? Gibt es auch Coldcase- Fälle bei Beleidigungen ?

  12. Man kann über dieses auch moralisch heruntergewirtschaftete Land echt nur noch den Kopf schütteln. Polizei und Justiz sind ein Beleidigung für den Rechtstaat. Wir sind im Mittelalter angekommen.

    Und zum Artikel:
    Wohl wahr wohl wahr… Im Gegensatz zu Friedrich Merz finde ich Pinocchio echt sympathisch.

  13. »Höflich und beinahe fürsorglich« wies man sie auf »Beleidigungen oder herabsetzende Kommentare im Internet hin«. Erst erhielt sie einen Hinweis von Seiten der Meldestellen, dann eine »Einordnung als potenziell strafbar« und am Ende wurde gefragt, ob man dies zur Anzeige bringen wolle – »denn Beleidigungen seien ein Antragsdelikt«.

    Und gerade vor ein paar Tagen wurde mir höchst offiziell mitgeteilt, dass die Gerichte überlastet sind und viele Strafsachen wegen Überlastung nicht verfolgt werden könnten. Da werden sogar Inhaftierte, also schon etwas anspruchsvollere Täter, frei gelassen.

    Aber zum Wohle des verfolgten Staates muss es natürlich Prioritäten geben.

  14. In der Tat sollte sich Pinoccio wegen der Hernahme seiner Figur zur Verwendung des Vergleichs ins Recht setzen und Merz wegen kultureller Aneignung anzeigen.

    Weiter stellt sich die gruselige Frage, was den bei seiner Hochwohlgeborenheit von Kanzler Merz alles anschwillt, wenn sie unentwegt lügt. Vermutlich der Geldbeutel?

    Jedenfalls ist jetzt geklärt, warum es mehr Polizei und Militär braucht: Die Würde der Kanzlerschaft wird auch bei fiktivem Holzgewerke verteidigt.

  15. Lieber Herr Lapuente

    Vielen Dank!
    Endlich sagt es mal einer.
    Für mich, als Pinocchio-Fan seit frühester Kindheit, war es schon immer unerträglich, wenn diese liebenswerte und naive Figur als Synonym für notorische Lügner herhalten mußte. Ich stimme Ihrer Forderung im letzten Absatz uneigeschränkt zu.

    Liebe Grüße

  16. „Das Einzige, was schlimmer ist als ein Lügner, ist ein Lügner, der auch noch ein Heuchler ist!“

    Tennessee Williams

    ich habe mir jetzt leider nicht gemerkt wo ich das gefunden habe……

  17. Nun ja – die (Original)Geschichte:
    Aus einem sprechenden Holzklotz kreierte ein Schnitzer seinen kleinen, sehr individuellen Jungen.
    „Pinocchio (Holz-/ Dummköpfchen, Wortspiel zwischen pino = Pinie und dem Deminutiv von pinco = Dummkopf und occhio = Auge)“ besaß anfänglich ein einflüsterndes „Gewissen“ namens Pepe (auch bekannt unter Jiminy Grille), welches von Pinocchio kurzerhand, da störend, erschlagen wurde, bevor die ganz große Reise (mit Goldmünzen, Gaunern, Puppenspielern, Eseln etc.) begann.

    Sämtliche Abenteuer konnten jedoch nur gefahrlos, aber höchst erfolgreich bewältigt werden, weil eine „gute FEE“ permanent ihre schützende Hand über die Puppe hielt und ihr zusätzlich und schlussendlich auch noch ihren allergrößten Wunsch erfüllte.
    Fin

  18. „In einer Demokratie darf man die Herrschenden Idioten, Schwachköpfe, Deppen nennen. In Diktaturen wird man dafür strafrechtlich verfolgt“, schrieb Laschet in einem Tweet auf der Plattform X (ehemals Twitter).
    Mit der Anzeige und deren Verbreitung in den Medien will man dem Volk klarmachen, dass man jetzt in einer Diktatur lebt und gefälligst zu gehorchen hat.

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