Kann es Bewusstsein nur in biologischen Gehirnen geben?

Aktuell ist, ob Bewusstsein auch auf Chips entstehen kann oder gebunden ist an Neuronen biologischer Gehirne. Philosophen argumentieren, dass Bewusstsein im Universum auch auf ganz anderen Substraten entstanden sein müsste, Bewusstsein sei substanzflexibel.

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6 Kommentare

  1. Man sollte nicht vergessen, dass auch die Softwarethese (der ich selber anhänge) unbewiesen ist. Wie es zu Bewusstsein kommt, ist unklar. Insofern ist offen, ob Bewusstsein tatsächlich im ZSN (“im Gehirn”) entsteht – und vor allem, wie genau.

    Es gibt auch andere Theorien, z.B., dass das Bewusstsein a priori im Universum da ist, und sich in lebenden Individuen ausprägt. Auch das ist unbelegt, genau wie die Softwarethese.

    Der Ghost in the Shell ist also nur eine Annahme (wenn auch eine plausible).

  2. Interessant. Ich vermute mal, dass die Motivation für diese Überlegungen Systeme künstlicher Intelligenz sind, denen man irgendeine Form von Bewusstsein zusprechen möchte. Ein Wille, der sich aus den demiurgischen Tendenzen der heutigen Kultur speist, die nicht nach Atheismus strebt, vielmehr selbst göttlichen Status erlangen möchte.

    Mit dem materialistischen Ansatz gehe ich einig, der kartesianische Dualismus ist unsinnig. Und ob das uns mittlerweile einigermassen bekannte biochemische das einzig mögliche Bewusstseinssubstrat ist, ist in der Tat eher unwahrscheinlich. Allerdings zweifle ich daran, dass wir, als Menschheit, je eine Chance haben, andere Möglichkeiten zu entdecken. Unsere Mikroelektronik ist wohl keine, das bewusstseinartige Verhalten von KIs ein rein simuliertes.

  3. Das Thema ist doch uralt und es gibt seit den populären Büchern aus den 80ern keine neue Erkenntnis dazu.
    Ausser dass sich bevorzugt Philosophieprofs aus der dritten Reihe dazu äußern die weder definieren was mit Bewusstsein überhaupt gemeint ist, noch viel Ahnung von Signalverarbeitung haben.
    Da Bewusstsein sich stets wandelnde selbstwahrnehmende Illusion ist, ist sie weder „auf“ dem Chip noch „im“ Gehirn lokalisierbar, sondern besteht im Reich der Ideen.
    Das Bewusstsein kann nicht einmal beweisen dass der Chip oder das Hirn existieren.
    Vergleichen kann man das mit dem Sinn eines Wortes auf dem Bildschirm.
    Man kann das Wort auch auf eine Tafel schreiben, doch weder auf der Tafel noch im Lichtmuster des Schirms wird man die Bedeutung des Wortes finden, ganz gleich auf welcher Ebene man diese Untersucht.
    Auch im Hirn des Lesenden wird man ihn nicht finden ganz gleich in wie dünne Scheibchen es man zertrennt.

  4. Wir wissen nicht, was Bewusstsein ist, was es bedingt und ab wann wir bei einem Menschen von Bewusstsein sprechen können. Wir wissen nicht, ob andere höhere Lebewesen, Primaten aber auch Vögel wie Raben, über ein Bewusstsein verfügen. Wir vermuten es aufgrund von Spiegelexperimenten.
    Sicher ist auch die Frage des Bewusstseins ist eine Frage der Neurowissenschaften und keine der Philosophie.

    Wer sich als Philosoph über ein solches Thema mit deklaratorischer Absicht äußert, der schwafelt. Das ist das Raunen im dunklen Zimmer, die Dumpfheit, die sich als Tiefe des Denkens ausgibt.
    Es gilt der Satz Wittgensteins: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“

    Schweigen bedeutet weder Zustimmung noch Negation. Wir wissen schlicht und einfach „noch“ nicht, was Bewusstsein ist. Und wir haben gleichzeitig die Versuchung, aus dem Missverständnis und im deutschsprachigen Raum aus der Fehlübersetzung des Begriffes „Intelligence“ mehr und anderes zu machen, als da ist.
    Schon Joseph Weizenbaum war 1966 darüber entsetzt, wie die Menschen auf ELIZA – ein Programm zur Verarbeitung natürlicher Sprache – reagierten, wie sie dem Programm menschenähnliche Qualitäten zuschrieben.

    Bewusstsein und Intelligenz sind Ausdruck hochkomplexer, uns noch nicht verständlicher biochemischer Interaktion und vielleicht noch anderer Prozesse.
    Das andere ist die Umsetzung komplexer Algorithmen durch Software.
    Es wird nicht besser, wenn jemand versucht, das auf eine kosmologische Ebene hochzuskalieren.

    1. Das Bewusstsein wird nicht auf „höhere Lebewesen“ begrenzt sein. Wer sich mit
      Tieren beschäftigt und sie auch als Wesen akzeptiert, bemerkt irgendwann, dass
      Tiere wissen wer sie sind. Wenn man z.B. schon mehrere Hunde oder Katzen gehabt
      hat, stellt man sich auch auf den neuen Mitbewohner ganz anders ein. Jeder der ein
      Tier aus dem Heim oder aus einer schlechten Haltung aufgenommen hat, bekommt
      schnell mit, dass sich in deren Bewusstsein oft einige schlimme Macken festgesetzt
      haben. Es sind nicht nur einfach Erinnerungen, diese Tiere meiden bewusst alles, was
      sie schlimmes erlebt haben. Vielleicht ist das Bewusstsein nur ein Mittel, um dass
      was das Lebewesen „erlebt“ hat, für sein Weiterleben richtig einzusetzten. Ich bezweifle,
      dass eine KI so etwas kann. Dazu wäre es nötig sie mit einer gewaltigen Menge an
      Sensoren auszustatten, damit sie z.B. auch Berührungen einordnen kann, oder auch
      zärtliche Worte zuordnen kann. Ohne den Geschmackssinn würde der KI schon eines
      der wichtigsten Instrumente fehlen. Ein Tier kann sein Leckerlie bewusst genießen, eine
      KI sieht vielleicht nur, dass etwas wie ein Leckerlie vor ihr liegt. Mit der richtigen Technik
      kann die KI jedes Spurenelement in einem Whiskey erkennen, aber ihn nie genießen.

      1. Das Problem besteht darin, dass Ihre Aussagen Anekdoten sind, persönliche Wahrnehmungen, Beschreibungen aus eigenem Erleben. Auch ich kann auf gleiche Anekdoten verweisen, aber das sind keine wissenschaftlichen Untersuchungen. Diese Wahrnehmungen, ihre Deutungen sind etwas sehr Persönliches, sind emotional. Sie können zutreffen, sie müssen es aber nicht.
        Ich teile Ihre Annahme, aber es ist kein Beweis für das Vorhandensein eines Bewusstseins, aber natürlich auch nicht für das Fehlen eines Bewusstseins. Wir wissen einfach zu wenig und spekulieren zu viel.

        Und wir machen uns zu wenig Gedanken über den Umgang mit Wesen, die wie wir ein Bewusstsein haben könnten.
        Wir schreiben dem Algorithmus die Nähe zum Bewusstsein zu, weil die Rechenleistung uns die, uns abgeschöpften, Sprachmuster menschlicher Kommunikation zurückspielt.
        Das zeigt, wie beschränkt der Mensch eigentlich ist.
        Die Kommunikationsversuche nicht menschlicher Spezies werden ignoriert und die Simulation wird zur salomonischen Weisheit erklärt.

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