Ukraine: Preise im Mobilisierungsmarkt, um nicht eingezogen zu werden

Die Ukrainska Pravda hat den Mobilisierungsmarkt für Männer über 25 Jahren untersucht, die nicht kämpfen wollen: "In einem solchen System wird das Prinzip der Gleichheit durch Zahlungsfähigkeit ersetzt." In den Unterstützerländern wird die Zwangsmobilisierung und das Korruptionssystem ausgeblendet.

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14 Kommentare

  1. Tja, mit den günstigen Discounter-Tarifen von 2021 dürfte es vorbei sein. Mit 450 Eur pro gefälschten Impfnachweis-Eintrag am unteren Ende der Preisskala werdet ihr alle nicht mehr davonkommen.

  2. Der Autor schreibt :
    “ Aber natürlich werden Angebote auch vorgetäuscht. Der „Kunde“ zahlt, aber erhält dafür nichts.“

    Eine Horrorvorstellung :
    In der BRD, dem Land, das sich als „Bordell Europas“ etabliert hat und das sich beharrlich weigert die Ukrainische Regierung zur Einführung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung zu drängen, versuchen ukrainische Frauen verzweifelt mittels Prostitution ( https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2024/05/interview-prostitution-ukrainische-frauen-in-berlin.html ) an das Geld für den „Freikauf“ ihrer Männer zu kommen, und wenn sie die benötigten großen Summen nach Monaten voller Ekel endlich zusammen haben, gelangen ihre Männer in der Ukrane an einen Betrüger; wie oft wird das schon vorgekommen sein ?

    1. Tja. Und dann wird der – vielleicht sportliche – Ehemann an der Front zwischen erstem und zweiten Frühstück von einem Drohnenpilot mit Bierbauch vom Sofa aus eliminiert.

  3. „Je länger dieser Markt existiert, desto schwieriger wird es für den Staat, die Gesellschaft davon zu überzeugen, dass Mobilisierung eine gemeinsame Pflicht ist und keine ungleiche Last, der sich die Wohlhabenden durch die Hintertür entziehen können.“

    Gerade vorhin wurde mir, ich glaube es war bei military summary, erzählt, die Ukraine hätte noch genug Reservisten für weitere 10 Jahre. Solange könne der Krieg noch weiter gehen.

  4. „… Je länger dieser Markt existiert, desto schwieriger wird es für den Staat, die Gesellschaft davon zu überzeugen, dass Mobilisierung eine gemeinsame Pflicht ist und keine ungleiche Last, der sich die Wohlhabenden durch die Hintertür entziehen können.“
    —-
    Wie lange existiert dieser Markt denn schon? Seit Anbeginn des Krieges. Dieser Markt scheint im Gegenteil die einzige Möglichkeit zu bieten, der Front zu entkommen. Und an diese Hoffnung klammert sich der Einzelne, nicht die Gesellschaft als Ganzes. Gewiss, es mag sich in der Gesellschaft ein gewisser Unmut breit machen, aber das war‘s auch schon. Ist die ukrainische Gesellschaft etwa davon überzeugt, dass die Mobilisierung, mithin der ganze irrsinnige Krieg, eben als keine (weitere) gemeinsame Pflicht betrachtet werden sollte? Solange dieser Krieg fortgeführt wird, solange wird auch dieser Markt bestehen, den der Krieg auch erst hervorgebracht hat.
    Der Begriff Überzeugung klingt so hübsch nach Rechtfertigung, nach vernünftiger Erklärung. Aber kein Staat hat jemals erklärt, was es zu erklären gäbe. Und jede Lüge dient ihm als Rechtfertigung.

  5. Der Mobilfunkmarkt ist hier auch nicht gerade billig.
    Deshalb verkaufe ich demnächst „Zerlumpski – eine schrecklich zerlumpte Familie“ an RTL2.

    Die Welt ist nicht ernst genug, als dass man sie so nehmen könnte.

  6. Arbeitsteilung im Krieg:
    Die Waffen liefern die Reichen,
    die Armen liefern die Leichen.

    Noch (!) erlaubt das neue Bundeswehrgesetz die Ausreise, solange man nicht länger als 3 Monate „Republikflucht“ begeht. Wenn ich ein paar Jahre jünger wäre, würde ich dieses freundliche Angebot annehmen, bevor wir auch bei den Rekrutierungsmethoden der „heldenhaften Ukraine“ nacheifern.

  7. Wissen Sie. Nocht nicht sehr lange her, da gab es ein gewisses Zerwürfnis unter Russen und Tschetschenen und die Hauptstadt Tschetscheniens Groszy in Folge dessen auch schon mal so ausgesehen hat. Doch inzwischen hat sich Einiges geändert und die Beziehungen zwischen Russen und Tscheschenen Heute sind außergewöhnlich warm. Es ist paradox, aber in keiner einer anderen Region ist die Beliebtheit von Putin so stark ausgeprägt wie in Tschetschenien. In Tschetschenien gibt es fast schon einen Kult um Putin. So viel russischen Patritotismus wie in Tschetschenien ist selbst den Russen manchmal ein wenig unheimlich. Aber wie kann es denn sein, es gab doch einen Krieg in Tschetschenien der teilweise noch viel grausamer gewesen ist als der in der Ukraine?
    Doch wirft man einen Blick wie die Stadt Grozny heute aussieht (aber wer interessiert sich schon dafür?) erklärt sich möglicherweise Vieles von selbst.

    Natürlich wird in absehbarer Zukunft der Moment kommen, in welchem Ukrainer und Russen, auf einen Nenner kommen, und unter sich ihren Frieden widerherstellen. Gegen wen werden sich die Klagen der (russlandfreundlichen) Ukrainer dann richten? Wer hat es ihnen aus ihrer Perspektive dann angetan? Wer hat das Land an den Meistbietenden verhökert? Wer hat die Bevölkerung versklavt und in den Fleischwolf geworfen? Und wer hat ihm dabei geholfen? Wer hat das Bankett bezahlt? Wer hat die Hardware geliefert? Und wer hat uns schließlich von diesem Schicksal befreit?

  8. Alles klar aber Russland verfügt doch des bezüglich auch über ein vergleichbares Korruptionssystem, oder? Krieg ist immer ein schmutziges Geschäft. Es gab einmal den Ansatz, über diese besonders perfide Art der Korruption feindbildübergreifend zu berichten. Die Ukraine verlassen offenbar noch derartige Berichte, Russland offenbar nicht, was aber nicht bedeutet, dass dort keine derartige Korruption existiert – im Gegenteil.

  9. „Ein paar Preise: 3000 US-Dollar für die Löschung aus der Militärregistrierung aus gesundheitlichen Gründen; 6000 US-Dollar, um einen Besuch im TCC zu vermeiden; 6000 US-Dollar für eine fiktive Beschäftigung in einer kritischen Infrastruktureinrichtung, um eine Reservierung zu erhalten; 16.000 US-Dollar für Einflussnahme auf die Entscheidung der Militärmedizinischen Kommission und ein Paket von Dokumenten für die Abreise; 18.000 US-Dollar für eine fiktive Diagnose oder 25.000 US-Dollar für eine Registrierung wegen Untauglichkeit.“

    Das Durchschnittseinkommen betrug 2025 in der Ukraine rund 26.000 Hriwna. Brutto! Netto bleiben 20.000, das sind umgrechnet etwa 450 Dollar im Monat.

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