Streit, KI-generiert

Wer widerspricht, verliert?

Diskurs – Andersdenken – Dissidenz. Über „Mut zum Widerspruch. Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten“.

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Ein Kommentar

  1. Seit ich 1969, 14jährig, in die SDAJ eingetreten war, mich dem antikommunistischen bürgerlichen Konsens und dem Kriegskurs gegen die Sowjetunion widersetzend, bin ich politischer Verfolgung ausgesetzt gewesen.

    Mir kommen die Tränen.

    Etwa ein Jahr später gab es aufgrund meines Aktivismus eine Akte beim MAD über mich, höchstens zwei Jahre später eine beim Verfassungsschutz, was mir und meinem besten Freund dadurch bemerklich wurde, daß sein Vater, ein Kommunalbeamter, eine telephonische Mahnung erhielt, er solle aufpassen, mit wem sein Sohn Umgang pflege.

    Mir kommen die Tränen.

    Anläßlich pubertär-jugendlicher Insubordinationen, die ich mir besser verkniffen hätte, setzte sich ein prominenter Lehrer meines Gymnasiums ein Jahr später mit einem politisch / weltanschaulich begründeten Relegationsverlangen durch.

    Mir kommen die Tränen.

    Die Relegation entsprach der Agenda des 1972 verfügten „Radikalenerlass“, auch wenn er keine direkte Rolle darin hatte. Damit war klargestellt, daß mir eine Fülle von Berufswegen und Karrieregelegenheiten versperrt bleiben würden, selbst wenn ich zu „gemäßigteren“ Ansichten und Urteilen gelangt wäre, oder solche fingiert hätte.

    Darüber habe ich gelacht.

    Mein Abitur habe ich trotzdem gebaut und mich an der FU-Berlin u.a. an der romanistischen Fakultät eingeschrieben, wo meine Zwischenprüfungsarbeit einerseits mit „1a“ und „nahezu druckreif“ bewertet, aber zugleich als „weltanschaulich und methodisch inakzeptabel einseitig“ beurteilt worden ist, ihre Zurückweisung angedroht, aber per „Gnadenerweis“ für mein erwiesenes „Talent“ nicht umgesetzt worden ist.

    Ja, ich wurde ein bißchen wütend.

    Doch nicht aus Wut habe ich das Studium daraufhin aufgesteckt und bin in die Industrie gegangen, sondern weil mir eine vielleicht mögliche akademische Karriere die Lasten nicht wert gewesen sind, mit einem Rucksack und Koffer ohne jeden finanziellen Rückhalt nach Frankreich zu wechseln, wo mein Zeug begann, unter dem Label „historisch kritische Methode der Literaturwissenschaft“, akademische Traktion zu entfalten.

    Ich habe es nie bedauert.

    Die Modelle, von denen im Text die Rede ist, dürften mehrheitlich die antikommunistische Agenda und Repression der BRD aktiv oder passiv gestützt haben. Bin ich deshalb schadenfroh? Gehässig?
    Nein, bin ich nicht.

    Verlange ich andererseits, diese Modelle sollten sich heute an die eigene Nase fassen und rekapitulieren, was sie jahrzehntelang geduldet und indossiert haben, statt jämmerlich auf der Geltung von Idealen und Illusionen zu bestehen, die seit 2020 obrigkeitsstaatlich auch für ihre Geistesverfassung bemerklich einkassiert und abgerissen worden sind?
    Nein, verlange ich nicht. Sie haben ihr Leben gelebt, ich meines.

    Aber ich finde, sie sollten aufhören, ihre Umwelt mit ihrer Unbelehrbarkeit zu traktieren und dafür auch noch Zuwendung, Rennomée und Moneten einzuwerben
    Nein, nicht, weil das irgendein Verstoß gegen irgendwas wäre, sondern weil es belastend für nachwachsende Generationen und daneben nach schlicht ästhetischen Maßstäben häßlich ist.

    Ja, ich weiß, Daniele Ganser ist kein solches Modell – Kunststück, ist er doch Schweizer, kein Deutscher.
    Und manch einer der im Artikel Aufgeführten mag persönlich anders „‚drauf“ sein, als meine Polemik es gezeichnet hat.
    Gut, dann sollen sie ihre Konsequenzen privat ziehen und in ihrem persönlichen und professionellen Umfeld umsetzen / verfolgen, wie sie Lust drauf haben, statt ihr Schicksal für öffentliche Querdenker – Kampagnen herzugeben. Oder gar zu monetarisieren.

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