Antonio Gramsci

Gramscis Gefängnishefte und das Erbe der kulturellen Hegemonie

Antonio Gramsci schrieb im Gefängnis über Macht ohne Gewalt. Er prägte damit das Denken ganzer Generationen. Was als Analyse begann, ist heute zum billigen Programm verkommen.

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4 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen Text. Ich habe es nicht so mit soziologischen Theorien, weil sie mir zu abstrakt sind. Um so mehr freue ich mich über solche allgemeinverständlichen Erläuterungen.

    Meine eigene These dazu lautet: Wir müssen das Bewusstsein der Menschen verändern, dann verändert sich das System von ganz allein. Nur ist die herrschende Klasse schon längst auf diesen Trichter gekommen und verändert das Bewusstsein der Menschen so, dass sie alles widerspruchslos akzeptieren. Gelegentliche Kommentare oder Artikel auf Overton ändern diese Machtverhältnisse nicht. Dieses Dilemma arbeitet Joachim Buchmann wunderbar heraus. Aber steter Tropfen höhlt vielleicht doch irgendwann den Stein.

  2. «Die heutigen linksliberalen Strömungen hingegen haben diese Analyse in ein Programm verwandelt.» Nicht nur linke Strömungen, inzwischen hat auch das deutschnationale Milieu Gramsci entdeckt. Zum Beispiel hat Benedikt Kaiser in der Berliner «Staatsreparatur» am 2.12.25 einen Vortrag über sein Buch «Der Hegemonie entgegen» gehalten. Aus dem Ankündigungstext:

    «Kaiser erläutert die wichtigsten gramscianischen Begriffe – darunter ″Hegemonie″, ″Alltagsverstand″, ″organischer Intellektueller″ und ″historischer Block″ – anhand zeitgenössischer Beispiele, räumt mit verbreiteten Missverständnissen auf und weist der Metapolitik ihren Platz vor und neben der Parteipolitik zu. Fast beiläufig werden im Verlauf der Analyse politische Dauerbrenner wie die Fragen nach dem wahren Charakter der ″Neuen Rechten″, dem Wert von Populismus gegenüber Elitentheorien und dem Verhältnis zwischen Krise, Revolution und Evolution klargestellt.

    Der Hegemonie entgegen ist das Handbuch für alle Akteure in Real- und Metapolitik, die den nächsten Schritt gehen wollen, nein: müssen.»

  3. „Er hat Fragen gestellt, die auch heute noch relevant sind.“

    Der Faschist hat die Macht und die Institutionen des Staates einschl. Knäste und der italienische, französische und deutsche „Kommunist“ seine geliebte Kapitalismuskritik -bis zur Gehirnblutung.

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