Ein alt-neuer Weltzustand

US-Präsident Donald Trump hat beschlossen, Venezuelas Staatspräsident Nicolás Maduro in einer Militäraktion gefangenzunehmen. Dann hat er es eben gemacht. Was bedeutet das?

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13 Kommentare

  1. Moshe Zuckermann ist für mich Pflichtlektüre.
    Er spricht das Wesentliche an.
    Einfach genial.
    Wenn ich mir die Parteiveranstaltungen der Trumpanhänger,aber auch der Demokraten,anschaue,dann fühle ich mich immer zurückversetzt in die Zeit der Sportpalastreden von Goebels.
    Merkwürdig!!!

  2. Nun ja, Trump macht nicht so viel anderes als all seine Vorgänger auch. Er gebraucht seine Macht rücksichtslos. Nur spart er sich die Mühe, das noch irgendwie mit verlogenen Ausreden zu verdecken. Er ahnt da nur die israelische Politik nach. Insofern ist Trumps Politik brutal ehrlicher. Eben Gangstermethoden.

  3. Wo soll man beginnen? In einer idealen Welt, in der die Menschen nicht von sich selbst entfremdet sind, ist so etwas nicht möglich. Da würden Menschen mit narzisstischen Zügen nicht nach oben gespült, sondern therapiert.
    Im real existierenden Kapitalismus eine geradezu lächerliche Utopie. Leider.
    Und natürlich ist Trump nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Er ist einfach nochmal ne Spur drüber.

    1. Und im real existierenden Kommunismus regiert der Nikolaus die Länder, richtig?
      Pol Pot, Stalin, Honecker und Mao sind ja so viel besser als dieses Kapitalistenschwein Trump, was?

      1. Der Psychiater unterscheidet die Patienten nicht nach politischer Überzeugung sondern nach deren Seelen-Defekten. – deine letzte Zeile versammelt schon die richtigen Namen.

  4. Maduro hätte sich nicht mit China treffen dürfen.
    So, wie Putin den Einfluss des Westens in der Ukraine beendete und Russlands Territorium markierte, so hat Trump den Einfluss Chinas beendet und Amerikas Territorium markiert.
    Bleibt die Frage, wie China nun mit Taiwan umgehen wird, was ja völkerrechtich tatsächlich zu China gehört und von nur zwei oder drei Ländern überhaupt anerkannt wird.
    Ich sehe schon kommen, dass China dort nun ebenfalls die Pflöcke einschlagen wird und ausser Japan und vielleicht Korea niemand ernsthaft widersprechen wird.

  5. Wir leben eben in finsteren Zeiten, da mag uns Fritze noch so viel über „Komplexität“ nachsinnen, obwohl jeder Depp sehen kann, dass durch diese Glaubwürdigkeitslücke die gesamte US Armee durchmarschieren kann. Bekanntlich folgt aber auf die Aktion die Reaktion usw. Die Entwicklung zur Multipolarität ist nur durch einen großen Krieg, der aber ein Atomkrieg sein wird, aufzuhalten. Die Frage nach einer neuerlichen „Nschkriegsordnung“ stellt sich aber dann nicht mehr.

  6. Im Grunde bedarf der Aufsatz von Zuckermann keines Kommentars, weil alles gesagt ist. Nur interessant, wie geht es weiter. Aber eigentlich auch nicht, denn es ist egal, ob sich die USA zuerst Grönland einverleiben oder China Taiwan, das ist alles nur bedingt wichtig. Wichtig allein wäre die Frage, ob die Menschheit nicht endlich erwacht. Aber auch diese ist nur von geringem Interesse, denn das wird nicht geschehen.

  7. „Die alte Welt liegt im Sterben. Die neue ist noch nicht geboren. Es ist die Zeit der Monster“
    Diese etwas ungenaue Übersetzung eines Ausspruchs des italienischen Marxisten vor ca. 100 Jahren dürfte doch den Marxisten Moshe Zuckermann gefallen?

    Wir leben in einer Übergangszeit. Die alte Weltordnung der totalen Hegemonie der USA zerfällt langsam aber stetig. Die neue, multipolare Weltordnung liegt in ihren Geburtswehen. Solche Übergangszeiten sind extrem gefährlich. Dies sollte man im Hinterkopf haben, wenn man die Weltlage analysiert.

    Der langsame aber stetige Niedergang der USA ist verbunden, sozusagen als Gegenbewegung, mit den langsamen Aufstieg der dekolonisierten Länder, allen voran China. China sieht sich selbst als Opfer des westlichen Imperialismus, der den Sommerpalast der chinesischen Kaisers in Beijing zweimal zerstörte. China hat den industriellen Aufstieg eigener Art hingelegt, durch einen von der KP streng überwachten Kapitalismus mit starken sozialistischen Elementen. Diese wären der verstaatlichte Bankensektor und das Staatseigentum an Grund und Boden.

    Als großer Gegenspieler zur USA ging 1991 die Sowjetunion unter, wofür der wirtschaftliche Niedergang und Nationalitätenkonflikte verantwortlich sind. Unter Jelzin wollte der Westen einen unregulierten, neoliberalen Kapitalismus installieren. Die Folgen waren Verarmung und die Lebenserwartung sank dramatisch. Damit hat Putin Schluß gemacht. Deshalb ist er in Russland so beliebt.

    Jetzt entsteht eine neue Weltordnung aus den Mächtedreieck USA – China – Russland. Während sichtbar die USA das Völkerrecht völlig über Bord geworfen hat, tritt nun China als dessen Vertreter auf. Für westlich sozialisierte Menschen ist dies schwer zu ertragen, bleibt aber dennoch Realität.

    Europa spielt in diesen Mächtedreieck keine Rolle mehr, eine Zumutung für das eurozentrische Denken. Europa hätte nur dann eine Chance, wenn es wieder billige Rohstoffe aus Russland bezieht und sich mit China gutstellt. So sagte es sinngemäß der konservative Ökonom Hans-Werner Sinn in einen Interview.

    Wir leben in einer Abstiegsgesellschaft. Diesen Abstieg gilt es so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Damit hat der Sinn natürlich nichts im Sinn!

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