Handwerker des Todes

3126 Menschen hat Johann Reichhart bis 1945 hingerichtet, darunter die Geschwister Scholl. Auch nach dem Krieg setzt er seine Henkerstätigkeit fort – diesmal im Namen der amerikanischen Militärjustiz. 

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7 Kommentare

  1. was will der Autor damit sagen? Das Henker ein äusserst zweifelhafter Beruf ist, egal unter welchen Bedingungen? Dass der Henkersberuf wenig mit einer humanistischen Einstellung zu tun hat?

    Warum verweist er nicht auf den Volksgerichtshof, der die Geschwister Scholl verurteilte? Stört ihn nicht, das keiner der 570 Richter dieses politischen Strafgerichtes in der BRD jemals verurteilt wurde (im Unterschied zur DDR)? Das keines der zahlreichen Todesurteile jemals gesühnt wurde, die deutsche Justiz ihm Legalität zubilligte, keines seiner zahlreichen menschenverachtenden Urteile jemals verwarf?

    Der Autor scheint sich in die in Deutschland übliche Kultur einzuordnen: Auf die Kleinen treten, vor den Grossen katzbuckeln.

      1. Im Artikel geht es aber nicht um die Todesstrafe! ImArtikel geht es ganz offensichtlich auch nicht um die Instanz die die Todesstrafe verhängt. Im Artikel geht es auch nicht um den Beruf des Henkers.

        Im Artikel geht es um genau einen Henker. Und auch bei ihm im Kern darum, dass dieser sowohl vor als auch nach 1945 Menschen henkte. Was der Autor offenbar perfider findet als das Henken an sich.

        Nicht perfide findet der Autor dagegen das Verhängen der Todesstrafe selbst, also das Ausliefern von Menschen an den Henker. Nicht perfide findet der Autor auch nicht, das dieselben Richter, dir bor 45 Menschen dem Henker auslieferten auch noch nach 1945 als angesehene Bprger weiter über Menschen richten konnten

        Der Artikel ist Scheinheiligkeit pur in seiner menschenverachtenden Simulation von Humanismus.

    1. @Klau-Die Hier geht es nicht um die vielen Richter, die im „Im Namen des Deutschen Volkes“ Menschen im Dritten Reich zum Tode verurteilten. Hier geht es um das Personal bzw. die Techniker, die diese Todesurteile exekutierten.

      Jedes Regime braucht auch willfährige Menschen, die das ausführen, was „die da oben“ anordnen.

      In den sogenannten „Heil- und Pflegeanstalten“ des Dritten Reiches wurden auf Anordnung des Führers bis zum Endes des Krieges 1945 mindestes 250.000 Schwerbehinderte/Kranke ermordet, um Pflegekosten zu „sparen“ und das ohne irgendein Gerichtsurteil.

      Diese Morde hat der Führer auch nicht persönlich ausgeführt. Die politische Verantwortung lag zwar maßgeblich bei Adolf Hitler und der NS-Führung. Die Durchführung des organisierten Mordes an kranken und behinderten Menschen im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“ übernahmen Funktionäre, Ärzte, Pflegekräfte und Verwaltungsmitarbeiter.

      Es gab offenkundig auch vereinzelt Pflegekräfte, die sich weigerten, Kranke umzubringen wie z. B. Anna Bertha Königsegg. Das waren allerdings die Ausnahmen. Den anderen Krankenschwestern und Pflegern war das egal oder sie erfüllten „nur“ ihre Pflicht für den „Führer und das Vaterland“. Manche taten es auch, um Karriere zu machen und vom Pfleger zum Oberpfleger befördert zu werden.

      Nach dem Krieg wurden nur wenige Pflegekräfte wegen ihrer Beteiligung an den Krankenmorden strafrechtlich verurteilt. Die meisten wurden gar nicht angeklagt oder freigesprochen und die Standardausrede war immer: Ich habe nur Anordnungen ausgeführt bzw. das gemacht, was der Vorgesetzte gesagt hat.

      Das „Milgram-Experiment“ von 1961 bzw. 2006 zeigt, dass man Menschen unter bestimmten Bedingungen dazu bringen kann, Autoritäten zu gehorchen und Handlungen auszuführen, die ihren eigenen moralischen Überzeugungen widersprechen. Das entbindet allerdings nicht von der persönlichen Verantwortung für das eigene Handeln.

    1. Dem Vernehmen nach soll er – als fahrender Handwerker sozusagen – kriegswirtschaftsbedingt einen Bezugsschein für den Erwerb eines Transporters für sein Arbeitsgerät benötigend, diesen für einen Opel Blitz beantragt haben, der ihm auch bewilligt wurde.

      Im Gefängnis Moabit befindet sich noch ein Ersatz-Fallbeil.

      Daß er nicht verbeamtet wurde, ist klar. Seit je her zählen Henker genauso wie Schinder nicht zu den ehrlichen Berufen.

  2. Dass der Vollstrecker Reichart hieß, ist doch völlig schnurz. Wenn man bedankt, mit wieviel Nachsicht und mit wieviel staatsräson-gedeckter Rücksichtsnahme allein heuer so allerlei Völkermörder rumlaufen dütfen, ohne dass es einen Freislers bedarf … nun denn, eigentlich müßte es einem übel werden. Und übrigens … mir ist übel.

    Ach was, ein weißes Kleid durfte sie überstreifen und auch sogar noch eine Zigarette rauchen, zusammen mit ihrem Bruder und dessen Freund. Na bravo, das ist doch auch was.

    Wenigstens diesen Artikel, vor allem jenen Teil nach dem 8.5.45 sollte man so manchen Leuten von. heute geben. Muß wohl nicht vermelden, wen ich da meinen könnte. Nein, nicht alle angeblichen „Mitläufer“ hatten so viel Glück, wie die vielen, die reichlich spät sanft entschlummern durften. Es wäre vielleicht auch mal angebracht, mal zusammenzustellen, weswegen der Herr Reichart überhaupt so zur Tat schreiten durfte, vor und nach dem Ende des 1000jährigen Reiches, das Gott sei’s gedankt nur 12 Jahre und ein paar zerquetschte Tage dauerte. Vielleicht würde.da so manche sich sicher fühlende „Unschuldige von heute“ doch mal zu sinnieren anfangen, ob sie verlautbarn können „ich habe ja nichts getan“.

    Nein, ich bin nicht für die Todesstrafe, im Gegenteil! Aber eine Doppelmoral bei dieser „menschenfreundlichen“ Rechtssprechung – vorher/nachher – auch noch – ist mir ebenfalls zuwider. Und ob besagter – pardon – „Gurkenhobel“, gut und ausgerechnet z’Menga restauriert und vorgehalten (für was oder wen eigentlich?) werden muß, möge sich erschließen, wem es will. Mir nicht!

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