Abgrund

Die Lehre vom Kollaps

Was passiert, wenn das, was wir für selbstverständlich halten, langsam zu bröckeln beginnt?

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8 Kommentare

  1. Nicht uninteressant, diese Betrachtungen. Derlei muss ich mir mal noch etwas länger durch den Kopf gehen lassen – jedenfalls kann ich hier wirklich mal sagen: Das Nachdenken hierüber will ich nicht den „Preppern“ überlassen (wobei die wohl eher wenig denken, zumindest im eigentlichen Sinne).

    Jetzt noch was ganz Anderes: Hie und da ist zu lesen von „an die 30 Autoren, die dem Westend-Verlag den Rücken kehren“. Was auch immer dran sein mag: Beenden kann man natürlich nur eine Zusammenarbeit, die es auch gibt. Eine schon vor langer Zeit eingeschlafene Autorentätigkeit ist halt faktisch schon keine mehr, also bitte keine Wichtigtuereien, liebe 30!

  2. Interessanter Artikel, mit einigen Ideen, Thesen und Theorien, die weiter verfolgt werden können. Was mich aber ein wenig irritiert: Wenn diese urbane und komplexe (schon aufgrund der Anzahl der Teilnehmer) Gesellschaft sich der (Er)Duldung und dem Glücksspiel hingibt, was sollen die Annahmen aus diesem Artikel bringen? Dass wir uns der Vorfreude auf den Kollaps mit einem anschließend ausgedehnten »The Purge«* heiter entgegenwerfen? Das wäre doch genau so ein Glücksspiel wie konsequenter Eskapismus? Oder doch lieber ein »Eat The Rich« inszenieren?

    * Anm: »The Purge« ist ein Film, in dem eine alljährliche Säuberung stattfindet, bei der auch Mord erlaubt ist. Also eine Art Karneval ohne Kostüme, dafür mit Waffen…

  3. Meine Rede, seit vielen Jahren.
    Die Prepper sind die wahren Helden.
    Die Russen sind eh allemal pragmatischer als der westliche Zeitgenosse.

  4. Das ist ein Text, vor dem – und infolgedessen seinem Autor – ich Respekt habe, obgleich ich ihn in der vorgetragenen Form von Anfang bis Ende für eine spezifische Ausdrucksform einer spezifischen Gestalt von Kleinbürgerlichkeit erachte.
    Erachtest Du das für genug des Respekts, Modmachine?
    Warum „kleinbürgerlich“?

    Es gibt zwei unterschiedliche Komponenten der menschlichen Natur: die soziale und die einzelgängerische … Der solitäre Teil der menschlichen Natur ist eindeutig der höher entwickelte – die Menschheit hat sich durch die Bemühungen brillanter Einzelgänger und Exzentriker weiterentwickelt.

    Das Mantra der Neo-Darwinisten, seit über 50 Jahren von Biologen widerlegt, aber unausrottbar auf den aktiven Marktplätzen der „Intelligentsia“, gespeist von nichts anderem, als dem nackten Willen zur Selbstbehauptung kleinbürgerlicher Akteure in einer der Gesetzlichkeit des Geldes unterworfenen Konkurrenz. Positiv wie negativ: Auch für das Scheitern dieser Modelle in der Konkurrenz bietet ein psychologistisch aufgepeppter Neo-Darwinismus einen Marktladen voller „weiß warums und wozus“ an, welcher der Selbstrechtfertigung und Selbstbeweihräucherung das passende Material liefert.

    Und übrigens galt dasselbe, wenngleich in etwas modifizierten Gestaltungen, für die „realsozialistische Intelligentsia“, erstens, weil der Realsozialismus Mittel der privaten Bereicherung zum gesellschaftlichen Instrument ausgeformt hat, zweitens, weil am End (also mit der Konsolidierung des Stalinismus) die „gesellschaftliche Produktion“ genau zwei Aufgaben hatte: Das sozialistische Staatswesen zu bereichern PLUS die Privatleben sozialistischer Bürger aufzufüttern und auszustatten.

    That said braucht ein Kleinbürger, der wie Orlov gestrickt ist, nur mit Aufmerksamkeit, Willen und Bewußtsein sage für ein Jahr als Prolet arbeiten, um von dem Bullshit abrücken zu können. In einer Markthalle, auf einer größeren Baustelle, in einer Werkhalle, und auch in den meisten Sweatshops mit sage mehr als 12 „Mitarbeitern“. Der Widerspruch und -streit zwischen „gesellschaftlicher Produktion“ und privatem Zurechtkommen in der Konkurrenz unter Geld- oder anderer Kommandowirtschaft führt ubiquitär zu Bruchstellen in der Seele der Betroffenen, die nahezu täglich virulent werden und drückt sich in der Hauptsache in den kognitiven Dissonanzen zwischen „gesellschaftlicher Moral“ und „Privatmoral“ aus.
    Jede dieser Produktionsstätten bietet das Material und Potential für ein Zusammenwirken der Individuen – und keine Gesellschaft ist etwas anderes, als eben das, wenn institutioneller Widerspruch entfällt, der Kriege zwischen den Beteiligten entfacht – die in etwas mündet, was gemeinhin „kollektives Handeln“ geheißen wird, aber nichts weiter ist, als individuelles Handeln in einer Population, historisch in einem Stammeswesen.

    So, hier schließe ich, den Rest des Textes kann der Leser selbst daran aufrippeln.

  5. Erkenne nur ich in dem Orlovschen Text beißenden und bitterbösen Sarkasmus angesichts der Unfähigkeit des Homo sapiens den drohenden zivilisatorischen Untergang abzuwenden?

  6. Die meisten Männer die ich kenne haben diesen prepper-Instinkt. Meist nicht ausgesprochen (das Power-level muss verborgen bleiben), da das Gespräch über prepping und Endzeit schnell Cringe wird. Dennoch bleibt es irgendwo im Unterbewusstsein ein Thema, sichtbar an Vorratskammern, Jagdschein, angesammelten Skillsets, Netzwerken.

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