Sind Autos Waffen?

Wieder einmal ist ein Fahrer mit seinem Auto mit tödlicher Absicht in Menschen gerast. Mehr als 1,5 Milliarden Kfz gibt es weltweit, die ohne Vorbereitung spontan als Waffe genutzt werden können. Juristisch ist ein Auto keine Waffe, weil seine "Zweckbestimmung" nach dem BVerfG nicht "zur Bekämpfung anderer oder zur Zerstörung von Sachen" dient.

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21 Kommentare

  1. Reden wir mal über Blumentöpfe. Sie können ganz friedlich auf dem Balkon stehen, sich aber auch plötzlich mittels Schwerkraft in eine tödliche Waffe verwandeln.
    Da das fast alle Gegenstände betrifft verbieten wir um ganz sicher zu gehen am besten die Schwerkraft. Ein mörderischer und heimtückischer Killer ersten Grades, der fast immer straffrei davonkommt.

    1. Küchenmesser, Hämmer, Steine, Porzellan, Rattengift, Dünger mit Diesel… Es gibt soviele Methoden Menschen zu ermorden. Wenn jemand wirklich will, findet er (oder sie) ein Werkzeug es zu tun.

      Also freuen wir uns auf die kommenden KI betriebenen „Software defined cars“ mit eingebauter Totalüberwachung und Kontrolle durch Freund Computer. Dann wird nichts mehr passieren und die totale Sicherheit ausbrechen!

  2. Das ganze bitte konsequent bis zum logischen Ende denken: Was wäre, wenn wir Geld als Waffe deklarieren? Die Bankster als Massenmörder? Die Märkte als Terrororganisationen? Kommt der Realität irgendwie näher, als Autos.

    1. Tja, da man einfache Zustimmung nicht mehr über ++ signalisieren kann, naja in dem Fall +++, danke für’s konkrete bis an’s Ende denken. Der Fisch stinkt immer zuerst vom Kopf. Dort anfangen zu verbieten ist der richtige Weg.

      Lieber Gruss

  3. Juristen, zumindest in Deutschland, sind in der Regel hochgebildete und qualifizierte Menschen, die in der Ausbildung und der Amtsausübung in aller Regel die Fähigkeit verlieren, geradeaus zu denken.
    Tucholsky hat deutsche Richter nicht beschimpft. Für ihn war “ deutsche Richter“ allein schon ein schändlicher Begriff.
    Letztendlich ist es aber egal, wenn der Begriff „Waffe“ von islamischen Faschisten und deutschen Richtern verschieden definiert wird. Der IS nutzt halt jede Gelegenheit, und das durchaus mit Erfolg, seine Rechtsauffassung einer breiten Öffentlichkeit vorzutragen.

    In der Mannheimer Innenstadt, den Quadraten, findet am letzten Maiwochenende ein Stadtfest statt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Es werden halt Panzersperren bereitgestellt und installiert. Was eben zur zünftiger kollektiver Fröhlichkeit so dazu gehört.

    Sind Panzer eigentlich Waffen?

    1. Nicht, wenn ein zivilisierter Mensch einen Werkzeugkasten und 24 Stunden Zeit hat.
      Dann ist es evtl. ein Blumenkübel oder Element der Verkehrsberuhigung.

  4. Das Auto ist Mittel allgegenwärtiger Gewaltausübung. Gerade und vor allem in Deutschland dient es dazu, dem Stärkeren dazu, sein entsprechendes Recht auszuüben. Verankert ist dieses in der Straßenverkehrsordnung, einem Nazigesetz übrigens.

  5. Sind Autos Waffen?

    Ja. Wenn ich das will. Vorgeblich sind sie ein Ding zur Fortbewegung.
    „Sind Besen Waffen?“
    Ja. Wenn ich das will. Vorgeblich sind sie ein Ding zur Reinigung. Aber als Kind habe ich bereits gelernt, dass sie auch ein Ding zur Fortbewegung sind. Stichwort „Walpurgisnacht“.
    „Sind Hand & Hirn Waffen?“
    Aberhallo, sie sind in jedem Mord involviert. Also weg damit!

    Die Diskussion im Artikel, warum Autos und nicht bereits bewaffnete Drohnen verwendet werden, finde ich ziemlich merkwürdig, aber das passt auch zum restlichen Artikel. Mit einigen Chemiekenntnissen fallen mir diverse Möglichkeiten ein, mit Ressourcen aus Discounter, Baumarkt und Apotheke eine ausgesprochen unauffällige Massenvernichtungswaffe herzustellen, die mit etwas Fantasie und Recherche auch unter die Leute gebracht werden kann. Werde ich natürlich nicht ausführen, denn man soll Leute nicht auf Ideen bringen bzw. ihnen leichtfertig hoch effektive Waffen in die Hand geben. Das ist wohl auch der Grund, warum immer öfter Autos verwendet werden: Sie sind beide da, die Autos und die Idee der widerlichen Nutzung.

    Aber fragen wir noch einmal: »Sind Autos Waffen?«

    Ja, sie sind Kognitions-Waffen des täglichen Gebrauchs:
    Sie sagen mir über ihren Besitz, was ich bedeute.
    Sie sagen mir, dass ich frei bin, auch wenn ich nicht so fühle.
    Sie sagen mir, dass sie meine Sehnsucht sind.
    Sie befehlen mir Hingabe zu ihnen, jedes Wochenende.
    Sie zeigen, ob ich fuckable bin.
    Sie beeinflussen das Denken über die Art, was ich wo Arbeiten kann.
    Sie sind Arbeitsplatz und damit befohlenes Unterwegs-Sein.
    Sie zeigen mir mein Ungenügen im ewigen Woanders.
    Sie zerteilen, verstümmeln und verengen den Raum, ihre Mobilität zwängt den Menschen ein.
    Sie diktieren weite Teile der Politik, denn ihre uneingeschränkte Beweglichkeit ist – wie ihre Hersteller, wie ihr Aktienwert, wie ihre produktive Systemrelevanz – sakrosankt.
    Sie sind einer der Hebel, mit dem Mensch in diese Gesellschaft gepresst und entmenschlicht wird.

    Abschließend gefragt: „Sind Autos Wohnzimmer?“
    Definitiv nein, wer das so empfindet ist bereits in vielerlei Hinsicht tot und wohnt nicht mehr, sondern agoniert nur noch vor sich hin.

    Merkwürdiger Kommentar? Merkwürdiger Artikel…

  6. Das Problem ist ein anderes. Wenn z.B. bei einem Tötungsdelikt eine Waffe im Sinne des Gesetzes eingesetzt wurde, lässt sich ein Tötungsvorsatz zwar leichter begründen. Es macht aber keinen strafrechtlichen Unterschied, wenn das Opfer mit einer Pfanne (keine Waffe) erschlagen wurde. Das bedeutet auch, dass z.B. der Besitz einer Waffe einen Verdachtsmoment begründen oder verstärken kann, dass jemand eine Straftat (z.B. eine vorsätzliche Tötung) begehen will, während das hingegen bei einem Alltagsgegenstand – nehmen wir mal eine Pfanne oder ein Auto – nicht der Fall ist. Würde man solche Gegenstände auch als Waffen einstufen, hätte die Polizei leichtes Spiel, bei jedem einfach mal eine Hausdurchsuchung durchzuführen. Wenn der Richter irgendwas von einer Waffe auf dem Antrag der Staatsanwaltschaft liest, ist dieser schon fast unterschrieben.

  7. Ein Tag im Leben in der okkupierten West-Bank:
    Apartheidmauer, Gewalt durch Siedler, Überwachungstürme, Landraub, nächtliche Razzien, militärische Besatzung, illegale Siedlungen, Militärkontrollpunkte, Massenverhaftungen, Wasserknappheit, Straßensperren, Hauszerstörungen, getrennte Straßen, Ausgangssperren, Absperrungen: https://ibb.co/pBPWHC6q

    Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
    https://eci.ec.europa.eu/055/public/?lg=de

    1. Und das ist was abgesehen von sechs Toten in den vergangenen 24 Stunden am Montag den 18.05.2026 in Gaza passiert ist. „Heute am Vormittag hat eine Gruppe von Palästinenser im Hafen von Gaza eine Protestkundgebung abgehalten, um die israelische Aufbringung der „Global Sumud“-Flottilla zu verurteilen, die sich auf einer humanitären Hilfsmission auf dem Weg in den Gazastreifen befand.“ Einige Erwachsene und Kinder die rumstehen und auf den Boden schauen: https://ibb.co/YFpBBwvY

  8. Als Radfahrer musste ich leider schon öfter Bekanntschaft damit machen, dass ein Auto sehr wohl zur Waffe werden kann. Nicht im abstrakten juristischen Sinn, aber ganz konkret im Alltag: wenn Autofahrer bewusst zu dicht überholen, schneiden, abdrängen oder mit ihrem Fahrzeug „erziehen“ wollen.

    Radfahrer merken viel früher und viel häufiger, wie schnell aus einem Verkehrsmittel ein Drohmittel wird. Dafür braucht es keine Amokfahrt auf einem Weihnachtsmarkt oder eine terroristische Tat — wobei solche Verbrechen selbstverständlich in keiner Weise relativiert oder abgewertet werden sollen. Aber die Grundmechanik ist dieselbe: Ein schweres Fahrzeug wird gegen ungeschützte Menschen eingesetzt.

    Wer auf dem Rad sitzt, spürt diese Machtasymmetrie unmittelbar. Da reichen wenige Zentimeter, ein kurzer Schlenker, ein absichtliches Bremsmanöver — und aus Alltagsverkehr wird potenziell schwere Gewalt.

    Eine einfache Lösung dafür weiß ich allerdings auch nicht. Ein Auto ist nun einmal ein Alltagsgegenstand, ein notwendiges Verkehrsmittel für viele Menschen und nicht per se eine Waffe. Genau das macht die Sache ja so schwierig: Das Problem liegt nicht im Gegenstand allein, sondern darin, wie schnell er durch Absicht, Rücksichtslosigkeit oder Machtdemonstration zu einem gefährlichen Mittel werden kann.

    1. Ihre Erfahrungen als Radfahrer teile ich, doch auch hier ist es nicht das Auto, das die Waffe ist. Jene FahrerInnen würden auch Wattebäusche nach Ihnen werfen, wenn es Sie bedrohen könnte. Die Waffe ist nicht der Gegenstand (das Auto), sondern der (abartige oder nur alltägliche?) Wille, Macht auszuüben.

    2. Fahrradfahrer sind aber nicht immer Opfer, sondern oft eher Täter. Als Fußgänger
      in beruhigten Straßen, lebt man, trotz Fahrradverbot, immer höchst gefährlich. Boten
      auf Fahrrad jagen unter Zeitdruck durch die Straße und es kommt immer wieder zu schlimmen
      Unfällen. Auch drängeln sich Fahrradfahrer zwischen den vor einer Ampel stehenden Autos
      nach vorn durch und meckern dann über die Autofahrer, dass die ihnen so dicht auf die Pelle
      rücken. Ein Auto als Waffe zu bezeichnen halte ich für grund verkehrt. Wieviele Menschen werden
      mutwillig mit einem Fahrzeug getötet? Wieviele Menschen werden mit den Händen erdrosselt?
      Sind Hände dann auch Waffen? Eigentlich ist doch der Mensch selbst die Waffe und der Gegenstand
      den er zum Töten benutzt eine Erweiterung seiner körperlichen Fähigkeiten. Ein Mensch, der ja eigentlich
      ein Raubtier ist, könnte auch wie Raubtier mit einem Kehlbiß töten. Er kann heute aber viel einfacher
      eine mit Sprengstoff beladene Drohne in eine gruppe Kinder steuern. Oder ein durchgeknallter
      Mensch Trump, auf den roten Knopf drücken und die Erde verpuffen lassen. Also wozu erst ein Auto
      kaufen, wenn es viel einfacher geht. Und dann spart man auch noch die Kosten für den TÜV !!

      1. Ich weiß nicht, ob sich der Text, der mit dem Bild des LKW illustriert wird, mit dem ein islamischer Irrer – unsere Justiz erklärt uns, wer das gewesen sein soll – etliche meiner Berliner Mitbürger ermordet hat, sich dazu eignet, eine Radfahrer VS. Autofahrer Diskussion zu führen.
        Insofern sei mir gestattet, mich durchaus auf den Text zu beziehen und zu fragen, wie viele der mehr als 2.000 Menschen, die jedes Jahr allein in Deutschland im Straßenverkehr sterben, durch Fahrräder -es sind üblicher Weise Null- und wie viele durch Autos getötet werden? Ein rücksichtsloser oder auch nur unaufmerksamer Mensch auf einem Fahrrad mag lästig sein, in einem Auto wird er lebensgefährlich.
        Der sadistische, in der Mehrzahl aller solcher Taten religiös vernebelte Muslim, fährt nicht mit dem Fahrrad auf Menschenjagd. Und das wird auch von der Speerspitze des islamischen Faschismus, dem im Text zitierten IS nicht gefordert.

  9. Dass Drohnen nicht nur im Krieg als Waffen eingesetzt werden kommt bestimmt auch noch.
    Es braucht vielleicht nur noch ein bisschen Reklame in den Medien bis das modern wird. Ich erinnere mich an die Geisterfahrer auf der Autobahn. Es gab keine, bis darüber berichtet wurde und dann waren sie plötzlich überall. Bei Weihnachtsmärkten war es sogar so, dass Jahre vor dem Anschlag auf dem Breitschneidplatz immer wieder vor der Gefahr gewarnt wurde, bis es dann real wurde. Vielleicht braucht es die möglichst breite mediale Vorbereitung bis solche Ideen in die Köpfe gelangen können. Momentan sind wir ja noch bei Messern, aber dann bestimmt kommen die Drohnen. Medial getrommelt wird dafür jedenfalls schon fleißig.

  10. Leider kann man seit vielen Jahren einen zunehmenden Aktionsmus gerade im Strafrecht beobachten. Meist von SPD-Justiizministerinnen und meist sehr ideologisch motiviert.
    Gerade im Sexualstrafrecht inzwischen ein wiederkehrendes Ritual jeglicher Koalitionen der vergangnenen Jahre.
    Jüngstes Beispiel:
    Ko-Tropfen – weil diese bisher juristisch nicht strafverschärfend als „gefährliches Werkzeug“ eingestuft werden konnten, soll jetzt das Gesetz um den „Einsatz gefährlicher Mittel“ ergänzt werden. Ein, wie von Juristenverbänden kritisiert, völlig unbestimmter Begriff, der gerade wegen seiner Undefiniertheit nichts im Gesetz zu suchen hat.
    Anderes Beispiel wie im Artikel zitiert:
    „Dabei ging es um die Frage, ob der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ein besonders schwerer Fall nach § 113 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 StGB ist, weil „der Täter oder ein anderer Beteiligter eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt“.“
    Jeder Handwerker sollte im Umgang mit Polizeimaßnahmen extrem vorsichtig sein, denn der Gesetzestext lautet:
    „bei sich führt“ und dies gilt bereits wenn er den Schraubenzieher in der Tasche hat, d.h. er ist bereits strafverschärfend ohne dass er eingesetzt wurde, nicht mal zeigen und damit drohen sind nötig. Allein die Tatsache, dass die Polizei diesen in seiner Tasche findet, reicht aus.
    Und es gab haufenweise derartiges absurdes aktionistisches Herumdoktoren am Strafrecht in den vergangenen Jahren.
    Die echten Probleme in der deutschen Justiz werden allerdings nicht mal diskutiert, geschweige denn angegangen:
    An 1.Stelle: Weisunggebundenheit der Staatsanwaltschaft.
    Dann zum Beispiel: Rechsbeugungsprivileg der Kammergerichte (siehe der längst vergessene und verdrängte Fall Görgülü)
    https://www.zis-online.com/dat/artikel/2009_4_304.pdf
    Oder die fehlende Protokollierungs- bzw Aufzeichungspflicht in vielen Gerichtsverfahren.
    Oder die unsäglichen Zustände im Gutachterwesen und deren fehlende Qualitätssicherung.

  11. Ich stimme dir zumeist zu.
    Aber hiermit nicht so sehr: „Wer auf dem Rad sitzt, spürt diese Machtasymmetrie unmittelbar“
    So wie die meisten Fahrradfahrer durch die Stadt radeln, scheinen die das noch nie gespürt zu haben.
    Und wenn sie endlich raffen, dass sie mit null Knautschzone und quasi nackt in der Kampfzone radeln, dann ist es meist zu spät.

    1. Ich glaube aber als Terrorist hättest du mit einem Fahrrad wohl kaum Wirkung, gell? Da müsste man sich doch schon arg anstrengen um definitiv tödlich zu werden, nicht?

  12. Das ist ja zum Haare raufen, wiese landet mein Hinweis an n.b, dass meine obige Antwort an ihm gerichtet ist, in der Moderationsschleife!?

  13. Hallo,
    es gibt die Möglichkeit das sowas nicht in den Ausmaß passieren könnte.
    Bei jeden Leih-E-Roller ist es so, das sie nicht in der Münchener Fußgänger-Zone funktionieren.
    Das gleiche gilt auch während des Oktoberfestes.
    Das nennt sich Geofencing.
    Seit mehreren Jahren ist es in der EU-Pflicht sowas in Neuwägen und LKWs aktivieren zu können.
    Das sich solche Attentate nicht ganz verhindern ließen ist klar, aber einige Politiker wollen es nicht, weil sich sonst kein Ausländerhaß erzeugen läßt!
    Der Spruch lautet ja, „Frehe fahrt für freie Bürger“

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