Die „leckeren Ziele“ sind 100-150 km hinter der Front

Widersprüchliches aus dem Drohnenkrieg. Ukrainische Drohneneinheiten wollen extrem erfolgreich sein, viele haben ein ganzes Jahr lang keine Drohne abgeschossen. Und der Drohnenkrieg könnte mit gezielten Tötungen weit im Hinterland durch FPV-Drohnen eine neue Stufe erreichen.

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10 Kommentare

  1. Der Drohnenkrieg ist real, brutal und mörderisch. Aber die Erfolgsmeldungen beider Seiten sollte man mit äußerster Vorsicht genießen. Wenn die eine oder andere Seite tatsächlich so überlegen wäre, wie sie es täglich behauptet, müssten wir viel stärkere Frontbewegungen sehen. Stattdessen sehen wir vor allem einen zermürbenden Abnutzungskrieg mit kleinen Geländegewinnen, Gegenangriffen, hohen Verlusten und enormer Propaganda. Drohnen verändern den Krieg massiv, aber sie entscheiden ihn offenbar nicht allein. Sie machen das Töten präziser, billiger und allgegenwärtiger — aber sie schaffen noch keine strategische Überlegenheit. Beide Seiten verkaufen ihre Treffer als große Wende. In Wahrheit spricht die relativ starre Front eher dafür, dass sich beide Armeen gegenseitig schwer zusetzen, ohne entscheidend durchbrechen zu können. Genau deshalb sollte man weder ukrainische noch russische Erfolgsmeldungen ungeprüft übernehmen. In diesem Krieg ist fast jede Zahl auch eine Waffe.

    Gerade deshalb ist es höchste Zeit, dass sich beide Kriegsparteien ernsthaft an den Verhandlungstisch setzen. Wenn keine Seite in der Lage ist, den Krieg militärisch eindeutig zu entscheiden, dann bedeutet jedes weitere Zögern vor allem eines: noch mehr Tote, noch mehr Verstümmelte, noch mehr zerstörte Städte und noch mehr gesellschaftliche Verrohung. Ein Frieden wird vermutlich für keine Seite perfekt sein, aber ein endloser Abnutzungskrieg ist die schlechteste aller Optionen. Wer in dieser Lage Verhandlungen grundsätzlich als Schwäche diffamiert, nimmt faktisch in Kauf, dass weiter Menschen verheizt werden — für Geländegewinne, die oft kaum über ein paar Kilometer hinausgehen. Jetzt braucht es nicht noch mehr Siegesrhetorik, sondern den politischen Mut, einen Waffenstillstand und einen tragfähigen Frieden auszuhandeln.

  2. Wirklich sehr „lecker“ was dieser Kerl so von sich gibt.
    Russland gibt seit langen ähnliche Tötungsraten bekannt.
    Fragt sich wem zuerst die Soldaten ausgehen.

    Ein anderer Gedanke drängt sich mir auf.
    Wie lange wird es dauern, bis diese neue Drohnenntechnik für terroristische Anschläge z.B. auf unliebsame Politiker Einzug hält?
    Ein Täter wäre vergleichsweise sicher davor geschnappt zu werden.

  3. Alle Zeichen stehen auf Eskalation mit maximaler Geschwindigkeit. Und dass die gezielten Tötungen nicht längst, wie es der jüdische Staat und die Amerikaner seit Jahren vormachen, Usus sind ist nur dem Moralwahn des russischen Präsidenten geschuldet. Offensichtlich hat man seit den jüngsten weltpolitischen Entwicklungen jetzt doch keine Lust mehr auf Moral….

    1. Es wurde ja von Putin bereits erklärt, das die Ukrainer ein Brudervolk sind. Das der Krieg gegen Deutschland ein anderer wäre, da Deutschland ein feindliches Land ist. Und eigentlich hat Putin ja Recht, eigentlich kämpfen da Wenn man vom Westen der Ukraine, die mehrheitlich aus polnischer Ethnie bestehen Recht. Eine Katze wird nicht deswegen zum Kampfhund, weil sie sich einbildet sie wäre ein Kampfhund. Sie bleibt eine Katze.

      Auf Deutschland bezogen, sind Friesen ein anderes Volk als Alamanen oder Franken. Leider werden Völker und Nationen meistens in einen Topf geworfen. Nationale Grenzen sind willkürlich gezogen.

      Als Badner fände ich es besser, wenn es einen Staat gäbe, der diese Tatsache berücksichtigt. So gesehen wäre es besser es gäbe einen Staat der sich aus Elsässern, deutsch Schweizern und Voralbergern bildet als aus Friesen, Franken und Sorben. Auch bei uns gibt es massive sprachliche Grenzen, wenn man das Hochdeutsche mal ausser Acht lässt, das ja eigentlich eine Kunstsprache ist.

      Würde der Friese und der Alamene im Dialekt mit einander Reden, käme vermutlich keine Unterhaltung zustande.

      Eigentlich müsste man in der EU die staatlichen Gebilde nach Ethnien ordnen staat nach einmal willkürlich entstanden Nationen. Flamen und Wallonen sind keine gleiche Ethnie die Flamen würden besser zu den Holändern passen. Solange man die Leute in Nationen statt in Ethnien einteilt wird es immer mehr oder weniger starke Konflikte geben.

  4. „Sie machen das Töten präziser, billiger und allgegenwärtiger — aber sie schaffen noch keine strategische Überlegenheit.“ Ich bezweifle das eine Drohne bilger ist als die Kugel eines Scharfschützen. https://www.google.com/search?q=Preis+f%C3%BCr+die+T%C3%B6tung+eines+Soldaten+Kugel+im+Verh%C3%A4ltnis+zu+Drohnen+&sca_esv=2063d717304705eb&rlz=1C1CHBF_deDE1061DE1061&biw=1745&bih=835&ei=dJvzaY_PI-SE7NYP7ZGI6Qo&ved=0ahUKEwiP2b62lpaUAxVkAtsEHe0IIq0Q4dUDCBE&uact=5&oq=Preis+f%C3%BCr+die+T%C3%B6tung+eines+Soldaten+Kugel+im+Verh%C3%A4ltnis+zu+Drohnen+&gs_lp=Egxnd3Mtd2l6LXNlcnAiRlByZWlzIGbDvHIgZGllIFTDtnR1bmcgZWluZXMgU29sZGF0ZW4gS3VnZWwgaW0gVmVyaMOkbHRuaXMgenUgRHJvaG5lbiBImoYBUABYu4MBcAB4AJABAJgBkwGgAYcvqgEFNTMuMTS4AQPIAQD4AQGYAjygAqkvwgIREC4YgAQYsQMYgwEYxwEY0QPCAgsQABiABBixAxiDAcICCBAAGIAEGLEDwgIFEAAYgATCAg4QLhiABBixAxjHARjRA8ICIBAuGIAEGLEDGIMBGMcBGNEDGJcFGNwEGN4EGOAE2AEBwgIKEAAYgAQYigUYQ8ICCBAuGIAEGLEDwgIOEC4YgAQYxwEYrwEYjgXCAgUQLhiABMICDRAuGIAEGIoFGEMYsQPCAg4QABiABBiKBRixAxiDAcICEBAAGIAEGIoFGEMYsQMYgwHCAhwQLhiABBiKBRhDGLEDGJcFGNwEGN4EGOAE2AEBwgIGEAAYFhgewgIIEAAYgAQYogTCAgUQABjvBcICBhAAGB4YDcICBRAhGKABwgIHECEYChigAcICBBAhGBWYAwC6BgYIARABGBSSBwUzNi4yNKAH5-8BsgcFMzYuMjS4B6kvwgcMMC4xMC4zNC4xNC4yyAf1AoAIAQ&sclient=gws-wiz-serp

    Der Preis für eine Kugel dürfte im einstelligen Euro Bereich liegen. Spielen Sie auf die Folgekosten an, so dürfte die Rente für Hinterbliebene die die gleiche sein ob er durch eine Kugel ermordet wurde oder durch eine Drohne.
    Am günstigen wäre es natürlich wenn , wie im Krieg von 1870/71 wenn sich die Soldaten gegenseitig mit Backsteinen oder mit Schaufeln erschlagen würden. Der Vorteil ist wie beim Strang das man das Tatwerkzeug mehrfach einsetzen kann.
    Aber all diese Versorgungssätze sind unabhängig von der Art wie er ermordet wurde.

    1. Ich würde sagen, das damit eine neue Eskalationsstufe erreicht ist. Die Freude über die Zerstörungen könnten uns noch bitter zu stehen kommen. Bis jetzt hat die russische Armee im Verhältnis zu den Reaktionsmöglichkeiten recht besonnen reagiert. Das könnte sich ändern.

      Als ich noch ein jugendlicher war, hat eine alte Frau gesagt, da wo Bomben herkommen (heute Drohnen) fliegen auch Bomben hin. Spätestens mit der Produktion von Drohnen für die Ukraine in Deutschland sind diese Firmen ein legales Ziel für die russische Armee.

      Wenn sich der Krieg wirklich ausweitet, dann wird von dem was man als Deutschland kennt nicht viel übrig bleiben. Deutschland ist Kriegspartei, das es noch keine russische Reaktion auf das Gebiet von Deutschland gibt ist Putin zu verdanken ein anderer an seiner Stelle hätte vermutlich den Krieg ausgeweitet, er setzt aber auf die wirtschaftliche Vernichtung und die EU incl. der Ampel incl. der Merz Regierung tun im den Gefallen.

      Die deutsche Wirtschaft befindet sich im freien Fall. Das gleiche gilt für die EU, warum sollten die Russen die Geduld verlieren. Ich empfehle Ihnen die Lektüre von Krieg und Frieden, da wurde die Jahrhunderte alte russische Art der Kriegsführung in Form eines Romans beschrieben.

      An dieser Taktik hat sich vielleicht nur geändert das der Gegner heute schon vernichtet wird bevor er das russische Kernland betritt.

  5. Der Punkt ist, dass es in der Ukraine kaum mehr „fette“ Ziele gibt. Sicher, zerstören ließe sich viel, der Staudamm von Kiew zum Beispiel oder die AKWs. Doch rein militärisch betrachtet sitzen die „fetten“ Ziele eben nicht in der Ukraine, sondern an Adressen, die das russische Verteidigungsministerium jüngst veröffentlicht hat. Ansonsten bleiben Russland die (buchstäblich) eher mageren Ziele in Form ukrainischer Soldaten. Diese können kaum mehr rekrutiert werden und so oder so ist die Ukraine das am stärksten schrumpfende Land der Welt.

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