Journalismus: Abschied von der Nobilitierung?

Wie entwickelte sich die neue Aristokratie der Medienvertreter und Zeitungsbesitzer? Teil 1. Es entstand eine Gesellschaft mit ihren eigenen Regeln, bei der auch das Eingeladenwerden von großer Bedeutung ist. Die Distanz zwischen Politikern und Journalisten schwindet und der Abstand zu den Lesern, Hörern, Zuschauern und Wählern vergrößert sich.

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3 Kommentare

  1. Off

    „Die Ukraine steht am Rande des Untergangs“: Julija Mendel, Selenskyjs Ex-Pressesprecherin plädiert für Gespräche mit Russland.

    “ Diese Rede hielt Julija Mendel, am EU-Parlament in Strassburg am 16. September 2026. Sie wurde zugeschaltet, nachdem ihr der Zugang am selben Tag verweigert worden war. Ebenso hat die EU ihre Dolmetscher angewiesen, ihre Rede in englischer Sprache nicht zu übersetzen. Wir dokumentieren daher die Rede von Julija Mendel im Wortlaut und übersetzt.“

    https://weltwoche.ch/daily/die-ukraine-steht-am-rande-des-untergangs-julija-mendel-selenskyjs-ex-pressesprecherin-plaediert-im-eu-parlament-fuer-gespraeche-mit-russland/

  2. Von dem 1967 verstorbenen Journalisten 📰✍️ und Publiziten Paul Sethe stammt der vielzitierte Satz: „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“

    Diese durchaus zutreffende Feststellung, die die Konzentration bei den privaten Konzernmedien kritisiert, verkürzt meiner Ansicht nach aber das Problem. Es wird suggeriert, die privatwirtschaftliche Struktur der Presse bzw. der Medien wäre das eigentliche Übel. Man ignoriert damit die politische und ökonomische Macht der öffentlich-rechtlichen Medien und der öffentlich-rechtlichen Indendanten, die ihre Position keineswegs basisdemokratischen Wahlen, sondern den etablierten Parteien verdanken.

    Dieser ÖRR wurde nach dem Dritten Reich in der Bundesrepublik Deutschland einmal als Konkurrenz zu den privaten und profitorientierten Konzernmedien geschaffen, um freie Meinungsäußerung zu gewährleisten, Meinungs- und Themenvielfalt abzubilden, neutral und objektiv zu informieren und die Bürger aufzuklären und im demokratischen Sinne zu „bilden“. Das ist jedenfalls der theoretische Anspruch, denn billiges Entertainment und primitive Gags zu verkaufen, das können die privaten Sender besser.

    In der Realtität sind diese „öffentlich-rechtlichen“ Sendeanstalten aber schon lange keine „Vierte Gewalt“ mehr, welche die Politik der Regierung hinterfragt und gegebenenfalls kritisiert, falls sie das jemals waren. Der ÖRR ist zum großen medialen Sprachrohr der Regierung und der etablierten Parteien verkommen, gaukelt den Zuschauern/Zuhörern/Lesern aber (immer noch) vor, er wäre unabhängig, pluralistisch, politisch neutral, objektiv, demokratisch oder sogar regierungskritisch.

    Das gipfelt dann extern in Framing, Nudging und der Diffamierung/Diskreditierung regierungskritischer Politiker, Autoren, Musiker, Künstler und kritischer Bürger. Intern heißt das: unbequeme Journalisten/Redakteure werden entlassen oder bekommen als „freie“ Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter keine Aufträge mehr.

    Für die Mitarbeiter mit fester Anstellung/Vertrag gilt: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing 🎤🎶🎵. „Problematische“ und „heikle“ Themen werden vermieden, unter den journalistichen Teppich gekehrt oder nachts um 01:25 Uhr auf einem Spartensender gesendet aber nicht zur Prime Time. Es regiert die Doppelmoral, die Schere im Kopf und der vorauseilende Gehorsam. Man schreibt das, was der Chefedakteur hören/lesen will und der Chefredakteur weiß, was der Vorgesetzte hören/lesen will usw.

    Und wer das als „Journalist“ bei den privaten Konzernmedien und/oder beim ÖRR besonders gut macht, der macht Karriere🪜📈💰 , wird befördert und dann Sprecher der Bundesregierung und Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung oder Sprecherin des Bundesinnenministers und Leiterin des Pressereferats im BMI befördert. Fragen Sie Stefan Kornelius und Sarah Frühauf. Die wissen, wie das geht.

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