
Was ist faul im deutschen Rechtsstaat, Herr Moser?
Thomas Moser ist Journalist – einer, der den Dingen bis ins Detail auf den Grund geht. Er recherchierte zum NSU-Komplex, zum Anschlag am Breitscheidplatz in Berlin und beobachtete zuletzt den Prozess gegen Querdenken-Initiator Michael Ballweg.

Ein Nazi-Pantheon in Kiew
Die Ukraine als Mittel des deutschen Revanchismus. […]

„Nächste WM-Schande. Diese DFB-Elf hat einfach alles zerstört“
Sooo schlimm? Arme Patrioten! Ein Kommentar. […]

Mavi Vatan vs. Agenda 2030 oder Türkei vs. Griechenland
Das Ringen um militärische und wirtschaftliche Einflusszonen in Ägäis und östlichem Mittelmeer könnte die Türkei und Griechenland in ernsthafte Konfrontation führen. […]

Eine würdige Elf
Deutschland ist bei der WM ausgeschieden. Der Kanzler dankt für begeisternde Spiele. Und das Team war so zuverlässig wie ein ICE im Sommer. Dieser Weltmeisterschaftsauftritt […]

Kann es Bewusstsein nur in biologischen Gehirnen geben?
Aktuell ist, ob Bewusstsein auch auf Chips entstehen kann oder gebunden ist an Neuronen biologischer Gehirne. Philosophen argumentieren, dass Bewusstsein im Universum auch auf ganz […]

Märchen über den „Sieg“ der Ukraine
Propaganda und Wirklichkeit […]

Man gibt Frauen Flügel und schneidet sie ihnen gleichzeitig ab
Erwartung, Hoffnung, Ängste – das ist das Spannungsfeld in dem sich die Ärztin Dr. Sophia Wilk-Vollmann bewegt, und zwar als Notfallärztin und Soldatin in internationalen […]

Das bedingungslose Grundeinkommen – ein Kernprojekt einer neuen antikapitalistischen Strategie?
Wenn die Linke es nicht schafft, der Propaganda des Sozialabbaus argumentativ entschieden entgegenzutreten, wird sie langfristig im politischen Nirwana verschwinden. […]

Sprachdefizite gehen baden
Rassismus am Strandbad? Wer Deutschkenntnisse an neuralgischen Punkten des Alltages einfordert, handelt nicht rassistisch – sondern verantwortungsbewusst. […]

Rette sich, wer kann: Wohngemeinschaften in Apokalypse-Bunkern
Angst vor Atomkriegen, Katastrophen, Pandemien, Unruhen lässt Bunker zu einer neuen Arche Noah werden. Nur kann es schon zuvor unter den Sicherheit Suchenden, aber auch […]

Die neuen Torwächter der Vielfalt
Wie aus einer Bewegung gegen Ausgrenzung eine Kultur der politischen Aussortierung werden kann. […]

Alkohol soll nach dem niederländischen Gesundheitsrat schwerer zugänglich gemacht werden
Basiert die neue Empfehlung zur Volksdroge Nummer 1 auf guter Wissenschaft oder irreführender Statistik? […]

Die Rentenkommission und die Lüge von der Schwedenrente
Die Rentenkommission verkauft ihre Reform als „schwedisches Modell“. Doch der Vergleich hält einer genaueren Prüfung nicht stand. […]

Das Geschäft des Krieges
Medienmacht, Geldherrschaft und die Sabotage des globalen Friedens. […]

Panzerbrigade Litauen: Soldaten droht Zwangsversetzung
Ob man nicht mit einer Panzerbrigade auf ein altes, kaum mehr taugliches aber teures Pferd setzt, ist die eine Frage. Aber wie man bis 2027 […]

Mission Impossible
„Begrenzte Kriege“ und Diplomatie ohne Diplomaten. […]


Der Missbrauch des Rechtsstaats beginnt oft ganz klein. Nicht mit der großen politischen Entscheidung. Sondern mit einer Akte, einem Vermerk, einer unterlassenen Prüfung, einer falschen Behauptung, die plötzlich weiterwandert.
Eine Behörde baut Mist. Die nächste prüft das nicht sauber, sondern übernimmt es. Dann kommt die dritte Stelle und behandelt den alten Fehler schon als Grundlage. Irgendwann steht nicht mehr ein einzelner Fehler im Raum, sondern eine ganze Behördenlinie. Jeder verweist auf den anderen. Jeder hat angeblich nur seine Pflicht getan. Und niemand will mehr verantwortlich gewesen sein.
Das betrifft nicht nur Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gericht. Das betrifft Führerscheinstellen, Finanzämter, Bauämter, Prüfungsämter, Landratsämter, Ministerien, Kammern, Datenschutzstellen und alle möglichen Zwischenstellen. Jeder Bereich kocht sein eigenes Süppchen. Aber sobald eine Stelle falsch liegt, entsteht oft kein Korrektiv. Dann entsteht Schutz.
Noch gefährlicher wird es, wenn Nähe dazukommt. Einer kennt jemanden. Einer hat einen besseren Zugang. Einer steht sozial höher. Einer gehört zum richtigen Umfeld. Dann reicht manchmal schon ein kleiner Hinweis, ein Telefonat, eine Aktennotiz, eine informelle Bewertung. Danach läuft der Apparat. Nicht offen. Nicht ehrlich. Aber wirksam.
So kann ein Mensch sehr schnell vor einem zerstörten Leben stehen. Eine Fahrerlaubnis wird blockiert. Eine Akte bleibt unvollständig. Eine Prüfung wird verschleppt. Ein Bauvorhaben wird torpediert. Ein Konto wird gesperrt. Eine Existenz wird steuerlich oder verwaltungsrechtlich zermürbt. Auf dem Papier sieht alles nach Verfahren aus. In der Wirkung ist es Macht.
Ich kenne diese Struktur aus meinem eigenen Leben. Akten fehlen. Zuständigkeiten verschwimmen. Auskünfte bleiben aus. Behörden reagieren nicht auf den eigentlichen Punkt, sondern verwalten ihre eigene Darstellung weiter. Und wenn man den Widerspruch offenlegt, wird nicht der Fehler zum Problem, sondern derjenige, der ihn benennt.
Das ist die eigentliche Willkürisierung. Sie braucht keinen Diktator. Sie braucht nur viele Stellen, die ihre eigenen Fehler nicht korrigieren und fremde Fehler übernehmen. Aus einem falschen Vermerk wird ein Bescheid. Aus einem Bescheid wird eine neue Aktenlage. Aus dieser Aktenlage wird die nächste Entscheidung. Am Ende steht der Bürger vor einem geschlossenen Verwaltungsblock.
Gerichte müssten diese Kette aufbrechen. Tun sie das nicht, wird der Fehler nur höher gelegt. Dann steht im Beschluss, was vorher in der Akte stand. Und danach heißt es: Das sei jetzt geprüft worden.
So funktioniert administrativer Rechtsstaatsmissbrauch. Trocken, langsam, formal sauber verpackt. Mit Aktenzeichen, Fristen, Zuständigkeiten und Textbausteinen. Von außen sieht es nach Ordnung aus. Innen läuft eine Maschine, die ihre eigenen Fehler schützt.
Und wer einmal in dieser Maschine steckt, merkt sehr schnell: Es braucht gar keinen offenen Angriff. Es reicht, wenn die richtigen Stellen wegsehen.