Zinsen, Schuldenfalle und versteckte Zinsen

Es gilt allgemein als selbstverständlich, dass Banken für ihre Kredite Zinsen verlangen, auch für Geld, das sie nie besessen haben. Dieses bisher unumstrittene Verfahren wirft aber ein ernsthaftes Problem auf. Durch Zinsforderungen entsteht automatisch im bestehenden Finanzsystem eine Zahlungslücke. Man kann es eine Falle nennen.

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7 Kommentare

  1. und nun? Zinsen abschaffen?
    Im Islam sind Zinsen verboten, oder? Wie funktioniert es dort?
    Schuldenerlass? Was machen die, die keine Schulden haben aber auch nicht an den Schulden verdienen? Bekommen die eine Gutschrift?

  2. Wenn das märchenhafte Wirtschaftssystem nur aus zwei Personen, 1000 Taler und einem Gemüsegarten besteht, dann hätte die arme A gar keinen Kredit vom reichen B bekommen, weil es keinen geschickten F gibt, von dem sie ein Fahrrad hätte kaufen können.

    Davon abgesehen: Sobald B für fünf Taler Gemüse von A kauft, hat sie das Geld für die Zinsen wieder drin.

    1. @1000 Taler
      Das erinnert mich alles irgendwie an Franz Josef Degenhardt´s
      Ja, wenn der Senator erzählt

      Das ist der, dem das ganze Wackelsteiner Ländchen gehört
      Und alles, was darauf steht
      Wie der angefangen hat
      Sohn eines Tischlers
      Der war mit 40 schon Invalide
      Alle Finger der rechten Hand unter der Kreissäge
      Schon mit fünf Jahren ist der Senator jeden Tag
      Von Wackelrode nach Hohentalholzheim gelaufen
      Zwölf Kilometer hin
      Und zwölf Kilometer zurück
      Und warum?
      Weil in Wackelrode ein Liter Milch zweieinhalb Pfennig gekostet hat
      In Hohentalholzheim aber nur zwei Pfennig
      Und diesen halben Pfennig durfte der Bub behalten
      Das hat er auch getan, zehn Jahre lang
      Von Wackelrode
      Nach Hohentalholzheim
      Von Hohentalholzheim
      Nach Wackelrode
      Und nach zehn Jahren, da hat sich der Senator gesagt:
      „So“
      Hat das ganz Geld genommen
      Ist hergegangen
      Und hat das erste Hüttenwerk
      Auf das Wackelsteiner Ländchen gestellt
      Ja, wenn der Senator erzählt
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      Dann 14/18, der Krieg
      Und hinterher, da hat sich der Senator gesagt:
      „So, jetzt ist der Krieg verloren
      Was ist dabei rausgekommen?
      Gar nichts“
      Und dann hat er sein Geld genommen
      Und Grundstücke gekauft
      Hier eins, da eins
      Dann kam die Arbeitslosenzeit, dann Adolf
      Ja, und 34, da gehörte ihm praktisch das ganze Wackelsteiner Ländchen
      Und dann hat er noch ein Hüttenwerk
      Auf das wackelsteiner Ländchen gestellt
      Das waren dann schon zwei
      Das alte Wackelsteiner Hüttenwerk
      Und das neue Wackelsteiner Hüttenwerk
      Und mitten im Krieg, in schwerer Zeit
      Hat er noch ein Hüttenwerk
      Auf das Wackelsteiner Ländchen gestellt
      Ja, wenn der Senator erzählt

      Und dann 45, ausgebombt, demontiert
      Da hat sich der Senator gesagt
      „So, der Krieg ist verloren
      Was ist dabei rausgekommen?
      Gar nichts“
      Und er war froh
      Dass er wenigstens noch das Wackelsteiner Ländchen hatte
      Und seine treuen Bauern
      Hier einen Schinken, dort einen Liter Milch
      Und so konnte man ganz allmählich wieder anfangen
      Aber dann 48 – Währungsreform
      Da stand der Senator
      Wie jeder von uns da, mit vierzig Mark auf der Hand
      Und was hat er damit gemacht?
      Etwa ein viertes Hüttenwerk
      Auf das Wackelsteiner Ländchen gestellt?
      Nein, die hat er auf den Kopf gehauen
      In einer Nacht
      Und als er dann morgens auf der Straße stand
      Neblig wars und kalt
      Da musste der Senator plötzlich so richtig lachen
      Er hatte eine gute Idee:
      „Wie wäre es“, sagte sich der Senator
      „Wenn man aus dem Wackelsteiner Ländchen
      Ein Ferienparadies machen würde?“
      Gesagt, getan
      Verkehrsminister angerufen – alter Kumpel aus schwerer Zeit
      Ja, und dann ist aus dem Wackelsteiner Ländchen
      Das Wackelsteiner Ländchen geworden
      Wie es heute ein jeder kennt
      Und dann hat der Senator noch ein Hüttenwerk
      Auf das Wackelsteiner Ländchen gestellt
      Ja, wenn der Senator erzählt
      Aber dann wird er traurig, der Senator
      „Und wissen Sie was“, sagt er dann
      „Die waren damals doch glücklicher
      Die Leute
      Wie ich angefangen habe:
      Sohn eines Tischlers
      Der war mit 40 schon Invalide
      Alle Finger der rechten Hand unter der Kreissäge
      Mit fünf Jahren schon bin ich jeden Tag
      Von Wackelrode nach Hohentalholzheim gelaufen
      Zwölf Kilometer hin
      Und zwölf Kilonmeter zurück
      Und warum?
      Ja, wenn der Senator erzählt

  3. Das Wachstumsbedürfnis, wenn man es so will, startet aber gar nicht da, wo alle Leute geldlos dahin darben, bis endlich einer einen Kredit aufnimmt.

    Tatsächlich ist es der Wunsch sein Kapital zu mehren, mit dem es anfängt. Der Kapitalist – deswegen heißt der so, setzt SEIN Kapital ein, investiert es in Produktionsmittel. Und die angestellten Arbeiter kriegen ihr Geld aus eben diesem Kapital.

    Der Gewinn entsteht über die Unterbezahlung der Angestellten, die nicht den Wert ihrer Arbeit bekommen, sondern weniger.

    Die Nachfrage nach Fremdkapital gibt es auch, um noch mehr Gewinne erwirtschaften zu können. Es startet aber nicht mit dem Problem Geld zu haben.

    1. Fragwürdige Kapitaldefinition.
      Die gekaufte Arbeitskraft ist der wesentliche Teil des Kapitals und wird nicht aus irgendeinem anderen Kapital entlohnt. Denn diese Arbeitskraft schafft den Mehrwert über den erforderlichen Ersatz des eingesetzten Kapitals hinaus, dem eigentlichen Ziel der Warenproduktionsweise. Den Mehrwert steckt der Kapitalist ein, vor allem zu weiterem, höheren Kapitaleinsatz.
      Das ist kein böser Wille des Kapitalisten, sondern Zwang der Produktionsweise, weil ansonsten das Kapital dem Untergang geweiht wäre. Der Kapitalist erfüllt nur seine Rolle als Willensvolkstrecker des Kapitals.

  4. In Deutschland haben wir bereits ein viel größeres Problem: das Finanzvermögen beträgt ca 10 Billionen Euro und es möchte jährlich Rendite dafür haben, alleine weil es existiert. Und es ist nicht mit 2 Prozent Inflationsausgleich zufrieden, das rümpft schön bei 5 Prozent die Nase, viel lieber möchte es 10! Daß diese Zahl nicht zu hoch ist, zeigen zwei Referenzen, zum einen der Verweis auf das tolle schwedische Rentenmodell, das an der Börse 10,8 Prozent pro Jahr „erwirtschaftet“, zum anderen die blanke Differenz von BIP zu Lohnzahlungen. Diese muß ja zwangsläufig alle leistungslosen Einkommen vereinen und ist ca 1 Billion Euro groß, also ziemlich genau 10 Prozent der Vermögen. Diese 1 Billion ist aber bereits fast ein Drittel der gesamten Wirtschaftskraft. Und sie wächst, denn nächstes Jahr wollen 11 Billionen wieder 10 Prozent Rendite und im Jahr darauf 12,1 Billion erneut, danach 13,31, dann 14,64, dann 16,1. Merkt ihr was? In nur 5 Jahren werden die Vermögen 60 Prozent mehr! Und mit denen wächst der Bedarf an Rendite rasant und stößt auf ein Wirtschaftswachstum von nahezu Null. Das fortgesetzt, würde bereits 2040 der Punkt erreicht sein, an dem Deutschland technisch bankrott ist, weil die erwartete Kapitalrendite die gesamte Wirtschaftsleistung übersteigt. Und selbst wenn nicht, was werden denn 1 oder sogar 2 Prozent Wirtschaftswachstum da ausrichten? Das verzögert das ganze lediglich um ein bis zwei Jahre.

    So, und möchte nun jemand darauf wetten, daß die „Reformen“, die aktuell durchgepeitscht werden, dieses Land „zukunftsfähig“ machen? Ich würde eher darauf wetten, daß schon vor den natürlichen Ende der aktuellen Legislatur (sofern die Regierung bis dahin kommt), bereits das nächste gigantische Loch auf Geldfüllung wartet. Denn jeder Cent, der aus einem immer ähnlich großen Topf an Finanzeigner gezahlt wird, muß zwangsläufig von den Lohnempfängern genommen werden, die jedoch mit Prozenten ihres Lohns das ganze System bezahlen. Die Möglichkeit, einfach per Gelddrucken zwar Inflation, aber immerhin genügend große Zahlen zu generieren, haben wir ja mit dem Euro abgegeben.

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