Jeffrey Epstein als Pate.

Epstein oder die Anarchie der Macht

Die Genealogie eines Regimes ohne Moral.

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8 Kommentare

  1. Titel verfehlt
    Mit Anarchie hat das alles nichts zu tun.
    Im Gegenteil, ist der Anarchismus von hohen ethischen Werten beseelt.
    Keine Herren
    Keine Sklaven

    1. Ich frage mich oft, wie bewußt und beabsichtigt die Verwendung des Begriffs „Anarchie“ ist, wo eigentlich „Anomie“, Regellosigkeit stehen sollte.

    2. Der Anarchismus, ja. Die Anarchie, nein. Das eine stellt den Idealzustand der Unnötigkeit von Machtausübung dar, das andere die blanke Abwesenheit von Macht und jeglicher Art von Ordnung. Anarchismus und Anarchie gleichzusetzen ist entweder ein Fehler oder absichtliche Verleumdung des Anarchismus.

  2. Wie ein Forist an anderer Stelle bereits schrieb:
    „Epstein ist der spirituelle Führer der USA“
    Besser kann man es kaum ausdrücken.

    Er ist keine Abweichung, sondern er ist der (a)moralische Kern des westlichen „Wertesystems.“

  3. Die Herrschenden halten sich doch tatsächlich nicht an die von ihnen in die Welt gesetzte, und ausschließlich an die Beherrschten adressierte Moral. Eiderdaus, wo und wann war das denn je anders. Und der Riesenskandal soll nun der Umstand „Epstein“ sein, wo „keine klaren Grenzen mehr zwischen Legalität und Illegalität, Norm und Ausnahme, Institution und Verbrechen erkannt“ werden können, und so die Gute Herrschaft unterminiert.
    Wie wärs denn zu Abwechslung mal mit keiner bürgerlichen Sorge, nämlich mit einer praktischen Anarchie der Beherrschten, anstatt eine Klage über die „Anarchie der Macht“.

  4. Seit wann hätten Herrscher und das Volk gleiche Werte? Der Ansatz, normal-menschliche Wertmaßstäbe an diese sog. Eliten anzulegen ist naiv.
    Ihre Moral – unsere Moral, es ist so einfach. Der Sklave, der seinem Herrn davonläuft, ist aus dessen Sicht böse, der ihm half, wird aufgeknöpft. Aber aus Sicht des Geflohenen war er ein Gerechter unter den Menschen.

  5. „Wir haben es nicht mit einem tugendhaften System zu tun, das von Anomalien unterwandert ist, sondern mit einer Rationalität, die diese Mechanismen hervorbringt, erfordert und reproduziert. … als Inszenierung dessen, was Pier Paolo Pasolini in Anlehnung an Sade als Anarchie der Macht bezeichnet hat“

    Warum nennt der Autor die Ursache des Übels nicht beim Namen? Es ist der liberale Kapitalismus im fortgeschrittenem Stadium, wo die Gesellschaft es zulässt oder sogar begrüßt, dass die Macht vom Reichtum bestimmt wird. Und wenn es keine gesellschaftliche Kontrolle über den Reichtum gibt, dann können die Reichen in ihrer Macht natürlich alle moralischen Hemmnisse fallen lassen.

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