Zum atomaren Amoklauf Abstand halten          

Atombombentest Operation Castle Romeo. Bild: US gov

Man kann sich den Weltuntergang als Amoklauf des US-Militärs oder Teilen davon vorstellen. Ein Kommentar

 

Amoklauf bedeutet, dass ein Durchgeknallter mit Waffenüberlegenheit zahlreichen wehrlosen Opfern gegenüber steht und los ballert. Der Waffenbesitz ist eine treibende Kraft. Dem entgegen stehen Gewissen und Vernunft. Wenn Gewissen und Vernunft nicht vorhanden sind oder nicht zur Geltung kommen, sind Waffen ein für andere tödliches Spielzeug, das zur Selbstbestätigung durch das maximale Verbrechen herausfordert.

Ein Amoklauf ist für normale Menschen schwer nachvollziehbar, aber er findet, vornehmlich in den USA, leider auch anderswo, zum Erschrecken aller tatsächlich und immer wieder statt.

Zuverlässigkeit der USA

In den Vereinigten Staaten hatten wir in den letzten zwanzig Jahren einen Dummkopf und einen egomanischen Exzentriker als Präsidenten, nämlich W. Bush und Donald Trump. Bush hat Kriege für Öl geführt, die er mit idiotischer Begründung vom Zaun gebrochen hat und die hunderttausende Opfer forderten, überwiegend Zivilisten. Trump war zum Glück weniger aggressiv gegen fremde Nationen als gegen politische Gegner.

Allein die Tatsache, dass die Militärmacht der USA, die zwölfmal stärker ist als alle möglichen Gegner, im kaum begonnenen 21. Jahrhundert bereits von zwei Figuren ohne innere Balance geführt wurde, macht es möglich, dass dort irgendwann, in nicht ferner Zukunft, auch einer an die Macht kommt, der aus Überdruss, Frust oder Wahnsinn einen atomaren Amoklauf gegen den Rest der Welt startet.

Die Voraussetzungen sind gegeben: Totale Überlegenheit und Kommando über das maximale Tötungswerkzeug zum leichten Töten sehr vieler Menschen, ohne selber in Gefahr zu geraten. Dazu kommt die niedrige Hemmschwelle zum Abdrücken, die Amerikanern zu eigen ist und sich immer wieder in Exzessen äußert.

Verschworene Macht der Geheimdienste

Doch die Amokgefahr geht nicht nur von US-Präsidenten aus, die direkten Zugriff auf die Atommacht haben. Da sind an zweiter Stelle die Geheimdienste, die im Verdacht stehen, die unaufgeklärten Morde an Präsident Kennedy, an Robert Kennedy und an Martin Luther King, um nur die bekanntesten zu nennen, organisiert und gedeckt zu haben. Dort ist unkontrollierbare und verborgene Macht über Leben und Tod auch der höchsten Persönlichkeiten.

Warum sollen Geheimdienste, die prinzipiell hinter den Kulissen operieren, nicht auch heimlich in die Befehlsstrukturen der Armee eingreifen können? Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern Erkenntnis aus der Praxis. Viel Verschwörung braucht es dazu nicht, weil Geheimdienste bereits wie eine Verschwörung organisiert sind.

Antikommunismus ohne Kommunisten

Erinnert sei an Joe McCarthy, der nach dem Zünden der ersten sowjetischen Atombombe 1949, in einer Art Amoklauf durch Politik und Medien eine gigantische, antikommunistische Hysterie in den USA entfacht hat. Eine kommunistische Bedrohung hat es in den USA nie gegeben, nicht im entferntesten, aber McCarthy war in der Lage, seine eigene Psychose auf das ganze Land zu übertragen. Das war die Mutter aller Verschwörungstheorien.

Die McCarthy-Psychose besteht heute noch und hat sich inzwischen gegen Russland gerichtet. Sie wird von den Kriegstreibern des Westens gerne genutzt. Wäre McCarthy in der entsprechenden Position gewesen oder hätte er sich nicht mit 49 Jahren schon zu Tode gesoffen, ein atomarer Amoklauf wäre einem Mann wie ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit zuzutrauen.

Auf reale Distanz zum Irrationalen

Dies ist keine romanhafte Dystopie, sondern ein Aufruf, darüber nachzudenken, wo die größte Gefahr für den Weltfrieden und die stärkste atomare Bedrohung tatsächlich herkommen kann. Irrationalität ist von dort zu erwarten, wo sie immer wieder deutlich sichtbar wird:

Bei ständigen Amokläufen, beim Waffenfetischismus, bei der überdimensionierten Hochrüstung und in Personen, die nicht qualifiziert sind, die größte Armee und das schärfste Atomwaffen-Arsenal der Welt zu kommandieren.

Hinzu kommen die inneren Probleme der Vereinigten Staaten. Statt diese zu lösen, die Infrastruktur zu verbessern, die sozialen Fragen mit ein wenig Geld zu lindern, statt dessen werden wieder 813 Milliarden in die Rüstung gesteckt. Das ist keine Kultur, keine friedliche Zukunft, kein Vorbild für erwachsene europäische Nationen, erst recht nicht für alte Kulturen in China und Indien.

Schluss mit dem Gefasel von der westlichen Werte-Welt! Die Entwicklung der USA, allein seit der Ermordung von John F. Kennedy, ist erschreckend und fordert uns auf zum friedlichen, weltweiten … Abstand.

Rob Kenius betreibt die Website kritlit.de. Zuletzt ist von ihm das Buch „Leben im Geldüberfluss. Umwelt und Politik im Griff der Finanzwelt“ erschienen.

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