Wie wird der Ukraine-Krieg enden?

Präsident Selenskij in seiner Rede zum hundertsten Kriegstag: Man habe die 100 Tage für drei Worte gekämpft: „Frieden, Sieg, Ukraine“.

Ein amerikanischer Politikprofessor hat die Sherlock-Holmes-Methode genutzt und geht davon aus, dass Russland bedingt militärisch siegen und die Ukraine weiter fragmentiert wird.

 

Ein amerikanischer Professor für International Beziehungen hat versucht, das Szenario herauszufinden, das am wahrscheinlichsten das Ende des Ukraine-Kriegs darstellt. Andrew Latham vom Macalester College in Saint Paul, Minn., hat dazu, wie er in seinem Beitrag für The Hill schreibt, die Sherlock-Holmes-Methode benutzt, die Arthur Conan Doyle beschrieben hat: „Wenn man das Unmögliche herausgefiltert hat, muss das, was übriegbleibt, auch wenn es unwahrscheinlich ist, die Wahrheit sein.“ Die Denkmethode lässt freilich viel Platz für subjektive Einschätzungen. Latham meint jedenfalls, das am wenigsten unwahrscheinliche Ergebnis sei, wenn man alle unmöglichen Szenarien entfernt, ein russischer Sieg.

Latham versichert natürlich, dass ein solches Ergebnis nicht wünschenswert sei. Der Sieg erfülle auch nicht die anfänglichen Erwartungen des Kreml und würde so viel Blut und Kosten verursachen, dass es bestenfalls ein Pyrrhus-Sieg sein werde.

Ein Sieg sei am wenigsten unwahrscheinlich, aber welche Szenarien begreift Latham als unmöglich?

Die Ukraine werde zu keinem Vasallenstaat. Russland habe es im Februar nicht geschafft, mit einem Blitzkrieg eine Marionettenregierung in Kiew zu installieren und auf irgendeine Weise das Land zu annektieren oder wie Belarus in seine Einflusssphäre zu bringen. Das sei nach 100 Tagen Krieg unmöglich, die Russen selbst hätten das Ziel auch rhetorisch und militärisch abgeschrieben. Unmöglich ist nicht, dass Russland nach der Eroberung des Donbass und des Südens doch noch versuchen könnte, die Ukraine östlich des Dnepr – mit oder nur mit dem östlichen Teil von Kiew – zu besetzen.

Latham schließt eine vollständige Niederlage Russlands mit einer Wiederherstellung der Grenzen der Ukraine vor 2014 unter Einschluss der Krim aus. Das streben die ukrainischen Nationalisten als Sieg an, der ukrainische Präsident ist vorsichtiger und scheint als Sieg zu verstehen, wenn die russischen Truppen aus den 2022 besetzten Gebieten wieder zurückgedrängt werden. Das russische Militär habe nach der Niederlage vor Kiew und im Norden des Landes im Donbass ein militärisches Vorgehen entwickelt, das zeige, dass Russland nicht hinter die Grenzen vor 2014 zurückweichen wird. Latham halt es auch für unmöglich, dass die russischen Truppen auch an der Küste des Asowschen Meers, also aus der Landverbindung mit der Krim, wieder vertrieben werden könnten.

Tatsächlich scheinen die russischen Truppen vor allem durch heftigen Artilleriebeschuss, der mehr Kollateralschaden akzeptiert, im Donbass langsam vorzurücken. Aber der Professor bedenkt nicht, dass die Waffenlieferungen die Lage verändern könnten. Wenn es aber dem ukrainischen Militär gelingen sollte, die neuen weitreichenden Waffensysteme an die Front zu schaffen und einzusetzen, könnte das die militärische Lage im Donbass wieder verändern. Der amerikanische Mehrfachraketenwerfer Himars hat eine Reichweite bis zu 300 km, die britischen M270 bis zu 80 km und die deutschen Mars II- Raketenwerfer von 100 km. Das deutsche Luftabwehrsystem Iris-T SL hat eine Reichweite von 40 km, die Seezielrakete Harpoon von über 100 km. Letztere dürfte die Sicherheitslage im Schwarzen Meer zumindest vor Odessa für die russische Marine erheblich beeinträchtigen.

Unmöglich sei auch ein ukrainischer Sieg in dem Sinn, dass die Russen aus allen oder fast allen seit dem 24. Februar besetzten Gebieten vertrieben werden können. Im Unterschied zur Nordukraine würde es sich um Gebiete handeln, die zentral für die russischen Interessen seien. Hier würde man sich nicht wie bei Kiew zurückziehen, die ukrainische Armee, die jeden Tag schwächer werde, sei auch nicht in der Lage, sie wieder einzunehmen. Es könnte aber durchaus sein, was Latham nicht einbezieht, dass es bei einem Friedensschluss hier zu einem territorialen Kompromiss zwischen der Ukraine und Russland kommt.

 

Für Latham bleibt ein bedingter russischer Sieg und eine fragmentierte Ukraine als wahrscheinlichstes Szenario übrig:

„Eine fragmentierte und teilweise zerstückelte Ukraine, die weder vollständig dem Westen angehört noch vollständig im russischen Einflussbereich liegt. Eine fragmentierte Ukraine, da der gesamte Donbass und vielleicht auch andere Gebiete außerhalb der Kontrolle Kiews verbleiben werden; eine teilweise zerstückelte Ukraine, da die Krim Teil Russlands bleiben wird (zumindest in den Augen Russlands); und eine nicht vollständig dem Westen angehörende Ukraine, da es ihr nicht freistehen wird, der NATO beizutreten oder gar eine sinnvolle Partnerschaft mit der EU einzugehen. Einfach ausgedrückt: Dieses Ergebnis ist nicht nur nicht unmöglich, es ist nicht einmal unwahrscheinlich.“

Russland würde damit seine ursprünglichen Ziele nicht erreicht haben, aber doch die grundsätzlichen: eine neutrale Ukraine, die nicht in die Nato und die EU aufgenommen werden könne, die Krim bleibe russisch und demonstriert worden sei, dass es nicht klug ist, sich in Russlands „natürliche Einflusssphäre“ einzumischen.

In Lathams Gedankenwelt bleibt die Möglichkeit einer Eskalation des Krieges ausgeschlossen. Es kann nicht als unmöglich ausgeschlossen werden, dass rote Linien überschritten und weitere Länder zu direkten Kriegsteilnehmer werden. Und unmöglich ist es auch nicht, dass ein bedrängtes Russland zur Warnung zu einer taktischen Atomwaffe greift, auch wenn sie nicht gegen ein Ziel gerichtet ist, oder zur Auslösung eines nuklearen elektromagnetischen Impulses (NEMP) durch eine in großer Höhe gezündete Atombombe, deren Fallout auf der Erde niemanden gefährdet, während alle ungeschützten elektrischen und elektronischen Systeme und Bauteile zerstört oder vorübergehend lahmgelegt werden.

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20 Kommentare

  1. Die ursprünglichen Ziele Russlands waren:

    1. Denazifizierung
    2. Schutz der Russen in der Ukraine
    3. Entmilitarisierung der Ukraine

    Es kommt ein viertes ggf. fünftes Ziel hinzu: Schaffung einer Sicherheitszone bzw. Schaffung einer neutralen Ukraine, das waren die ursprünglichen Verhandlungsziele Russlands, die vom Westen abgelehnt wurden.

    Das zweite Ziel ist erreicht, sobald die primär russischsprachigen Gebiete eingenommen wurden. Keine Ahnung wie lange das noch dauert, zwei oder drei Monate. Faktisch ist die Ukraine danach demilitarisiert, das Militär ist bis dahin handlungsunfähig. Die Entnazifierung ist schwierig. Wenn Russland in die Westukraine einmarschiert, wird Russland mit einem Partisanenkrieg konfrontiert. Immerhin ist die Entnazifizierung im Osten erfolgreich, ukrainische Kriegsverbrecher kommen vor Gerichte.

    Mit der Einnahme der russischensprachigen Gebiete hätte Russland vier von fünf Zielen erreicht. Wie kann nun Russland das fünfte Ziel erreichen? Russland könnte die amerikanische Methode benutzen und in der Westukraine einen Subversionskrieg entfachen, also eine Kriegsführung nach dem amerikanischen General Sherman. Andere Varianten wäre Polen einen Teil der Ukraine anbieten und so die Ukraine weiter zerstückeln. Die Entnazifierung ist dann ein Problem Polens und die Restukraine ist militärisch nicht mehr von Bedeutung. Russland könnte der Ukraine auch Geld anbieten und im Gegenzug Neutralität verlangen. Die Ukraine ist ökonomisch soweit am Boden, dass die Ukraine kaum noch Handlungsalternativen hat. Es gibt sicher weitere Ideen, aber ganz sicher ist eines: Der Westen kann den Krieg nicht mehr mehr lange durchhalten. Spätestens im Winter, wenn die europäischen Sanktionen greifen, wird im eng (und dunkel und kalt) im Westen.

    Bezüglich der Waffenlieferung des Westens: Welche Auswirkungen haben denn die Javelins (das angeblich beste Panzerabwehrsystem der Welt) gehabt, die Stingerraketen, die deutschen Panzerfäuste oder die amerikanischen M777-Geschütze? Alles waren hochgelobte Waffen, die die dummen und primitiven Russen besiegen sollten. Was ist aus diesen Waffen geworden? Die Ukraine hatte vor dem Krieg rund 1000 Mehrfach-Raketenwerfer und Artillerie-Systeme. Diese 1000 Waffen wurden zerstört. Jetzt will der Westen 12 weiter liefern. Welche Auswirkungen auf den Kriegsverlauf werden diese 12 Werfer wohl haben? So sie überhaupt ihren Einsatzort erreichen. Mein persönlicher Eindruck ist, dass Russland nicht nur die Ukraine demilitarisiert, sondern die gesamte NATO.

  2. Wenn die so weitermachen, dann wird es keine Ukraine mehr geben. Würden sie jetzt aufhören und die Kämpfe einstellen, dann bleibt die Ukraine, bis auf die Gebiete, die sie schon vor 8 Jahren verloren haben, erhalten.
    Es liegt also einzig an der ukrainischen Regierung, ob sie weiter den Krieg der USA führen wollen und dabei alles verlieren. Umso größer der Blutzoll sein wird, umso größer wird das Stück sein was Russland für sich beansprucht und umso länger der Krieg dauert, umso mehr werden andere alte Gebietsansprüche stellen, bis nichts mehr von ihr übrig ist.

  3. Am realistischsten scheint mir das Szenario zu sein, das im folgenden Artikel entworfen wird:

    https://thehill.com/opinion/international/3509458-the-unpalatable-truth-in-ukraine/

    Nachdem er mehrere andere Varianten erörtet hat, kommt der Autor* zu folgendem Schluß:

    „Und so bleibt nur ein anderes denkbares Ergebnis: eine zersplitterte und teilweise zerstückelte Ukraine, die weder vollständig zum Westen gehört noch vollständig im russischen Einflussbereich liegt. Eine Ukraine, die insofern zersplittert ist, als der gesamte Donbass und vielleicht auch andere Gebiete außerhalb der Kontrolle Kiews verbleiben; teilweise zerstückelt, da die Krim Teil Russlands bleiben wird (zumindest in den Augen Russlands); und nicht vollständig Teil des Westens, da es ihr nicht freistehen wird, der NATO beizutreten oder auch nur eine sinnvolle Partnerschaft mit der EU einzugehen. Einfach ausgedrückt: Dieses Ergebnis ist nicht nur nicht unmöglich, sondern nicht einmal unwahrscheinlich.“

    *Andrew Latham; er ist Professor für internationale Beziehungen am Macalester College in Saint Paul, Minnesota, und Non-Resident Fellow bei Defense Priorities in Washington, D.C.

  4. Im Kreml ist inzwischen Ernüchterung eingezogen. Die Anhänger der Vorstellung, dass man Fähnchen schenkend und mit Blümchen im östlichen Teil der Ukraine empfangen und begrüßt wird, sind längst verstummt.
    Die militärisch und strategisch denkenden Kreise haben dort das Heft des Geschehens übernommen.
    Den Fehler nicht auf die Landkarte zu schauen, der bei der Eroberung Krim gemacht worden ist, und dabei die Wichtigkeit des Krim Kanals zu übersehen, soll nicht wieder gemacht werden.
    Mit Sicherheit werden die Russen eine neue Landesgrenze im südöstlichen Teil der Ukraine entlang des Dnepr nicht mehr als Hauptziel ihres Handels aufgeben. So ein Fluss ist immer gut als Grenzlinie zu händeln. Ab Dnipro wird man dann einen nördlichen Verlauf der Grenze bis Charkiw anstreben – unter Einbeziehung dieser Städte.
    Auch Odessa wird man wieder russisch machen, um so die Ukraine vom Schwarzen Meer abzutrennen.

    Inwieweit die Polen ihre „heimlichen“ Vorstellungen im Nordwesten realisieren können, bleibt abzuwarten. Das hängt auch davon ab, wie klar noch die Erinnerung ist, was einst die Bandera Nazis in Wolhynien und Ostgalizien einst angestellt haben.

  5. Es ist kaum denkbar, dass die Ukraine, trotz Anfeuerung von Bearbock und Pelosie, diesen Konflikt gewinnen kann. Irgendwann, wahrscheinlich bald, wird die ausländische Unterstützung mit Finanzen und Waffenlieferungen stocken, da sich die Länder um ihre eigenen Bedürfnissen kümmern müssen. Dann stehen die Ukrainer plötzlich ziemlich alleine da.
    Ich glaube nicht, dass das Nazi-Problem im Lande Selinskijs gelöst werden kann. So eine Brut überdauert Generationen und ist schwer auszurotten. Der Opa hinter dem Ofen Stumpen rauchend, der laut von Stalingrad erzählt, ist ein Bild der 50/60er Jahre und hat viele deutsche Familien infiziert. Das sehen wir heute noch in den östlichen Bundesländern.
    Der Schutz der Russen in den Östlichen Teilen der Ukraine wird hoffentlich gelingen, aber dann kann es viele Grenzkonflikte geben.
    Eine Entmilitarisierung der Ukraine ist kaum denkbar und auch als neutrales Land, als Schweiz II im Osten, nicht.
    Eine Zeit unter internationaler Aufsicht könnte für eine Abkühlung sorgen und falls fähige Geister gefunden würden, könnten Selinskij und Konsortien ihre Koffer packen.
    Auf jeden Fall werden die Nachbarländer Russlands ganz genau verfolgen, was mit der Ukraine gemacht werden wird.

    1. „Das sehen wir heute noch in den östlichen Bundesländern.“

      Sie sind auf der Webseite eines der alternativen Medien und geben eine Meinung der Mainstream-Medien wieder. Aus ostdeutscher Sicht kann ich Ihnen sagen, dass es in der DDR genau die gleiche Entnazifizierung wie im Westen gab. Im Guten wie im Schlechten. Aber alles, was in der Ex-DDR nach der Wende an Nazis auftauchten, waren Importe aus dem Westen.

      Wir sehen in den östlichen Bundesländern natürlich keine Ex-Nazis mehr, die Stumpen rauchend hinterm Ofen sitzen. Die modernen Nazis haben sich rot-grün angemalt. Es sind die Enkel von Nazi-Größen, die mit Nazi-Methoden eine politische Gleichschaltung betreiben, die Moral über Rationalität stellen, an den gleichen Stellen wie die Wehrmacht Waffen auffahren (in Afrika und wenige hundert Kilometer vor dem früheren Stalingrad) und mit Bandera-Anhängern sogar die gleichen Verbündeten haben.

      1. Der „Opa hinterm Kamin…“ ist eine Metapher, eine Figur aus dem Ruhrgebiet – aber PEGIDA kommt nun mal aus Dresden. Ich wollte den langen Zeitraum darstellen, den der rechte Bazillus, auch in der Ukraine, wirksam ist. Wenn ich jemandem dabei zu nahe gekommen bin, tut es mir leid.
        WK

    2. „Der Opa hinter dem Ofen Stumpen rauchend, der laut von Stalingrad erzählt, ist ein Bild der 50/60er Jahre und hat viele deutsche Familien infiziert. Das sehen wir heute noch in den östlichen Bundesländern.“

      Das Problem der mangelnden Denazifizierung in Deutschland scheint meiner Meinung nach eher die westlichen Bundesländer zu betreffen. Im Osten gab es kaum bis keine Nazis, die nach dem Krieg wieder hohe Ämter bekleidet haben. Auch die Überlebenden aus Stalingrad sind mehrheitlich im Westen gelandet.
      Unser Nazi-Problem auf den Osten zu reduzieren, halte ich generell für problematisch, da es zum einen auch im Westen auftritt (z.B. Dortmund) und zum anderen viele Kader aus dem Westen in die östlichen Bundesländer gezogen sind, um dort ihre ideologischen Wahnvorstellungen zu verbreiten.

  6. Der Westen verlangt nun den Sieg der Ukraine, weil Angriffskrieger angeblich für ihre Aggressionen nicht belohnt werden dürfen Dieser hohe moralische Impetus erweist sich schon als hohl, wenn man an die Angriffskriege gegen den Irak, Syrien, Libyen, Serbien usw denkt.
    In der Ukraine ist die Lage allerdings komplizierter. Es ist wohl wahr, das Russland die Ukraine angegriffen hat, was daran zu erkennen ist, dass der Krieg nicht in Russland, sondern in der Ukraine stattfindet. Allerdings handelt es sich hier um die Ausweitung eines vorangegangenen Konflikts in dem die westukrainischen Ukrainer die russischen Ostukrainer angegriffen haben, was man eindeutig daran erkennt, dass sich der Kriegsschauplatz in der Ostukraine befindet. Wessen Aggressionen dürfen denn hier nun nach den scholz´schen Moralansprüchen nicht belohnt werden?

    Ansonsten fällt das dröhnende Schweigen auf, mit dem die Westmedien das Sterben der ukrainischen Soldaten auf dem Schlachtfeld begleiten, ganz im Gegensatz zu dem der angeblichen Helden in Mariupol.

  7. Inzwischen verdichten sich die Hinweise, daß in Moldawien evtl. ein Anschluß an Rumänien vorbereitet wird. Es sollen 49 FBI-Beamte eingetroffen sien, die das Strafverfolgungssystem des Landes neu aufbauen sollen mit dem Ziel, jede pro-russische Bewegung auszuschalten.
    Die moldauische Regierung hat dem Parlament einen Gesetzentwurf zur Ratifizierung eines Abkommens zwischen der Republik Moldau und der Europäischen Union, den Schutz der Grenze durch ausländische Kräfte betreffend, vorgelegt.
    Außerdem sollen sich bereits 24 Angehörige des deutschen Auslandsgeheimdienstes in Chisinau befinden. Es wird angenommen, daß sie sich auf den Kontakt mit Transnistrien spezialisieren und möglicherweise einen Brückenkopf für Kampfhandlungen vorbereiten sollen. Die Regierung verhandelt bereits mit westlichen Partnern über die Lieferung tödlicher Waffen.

    https://www.politnavigator.net/v-moldovu-pribyl-desant-specov-iz-ssha-ustranyat-oppoziciyu.html

    Die Frage ist, wozu diese Vorbereitungen dienen und was das gfls. für den Fortgang/das Ende des Krieges bedeuten kann.

  8. Andrew Latham macht eine ganze Reihe falscher Annahmen im Bezug auf die Zielsetzung Russlands.
    Wann haben denn offizielle Vertreter Russlands verkündet die Ukraine solle zu einem Vasallenstaat werden oder eine Marionettenregierung bekommen? Diesen Schwachsinn haben sich die Amerikaner und Europäer selbst eingebildet, Russland dementierte diese Vorwürfe von Anfang an. Von Anfang an wurden die Kriegsziele auch klar und deutlich definiert und davon ist Russland keinen Millimeter abgerückt. Die Kriegsziele Russlands sind:

    1. Befreiung des Donbasses.
    2. Blockfreier Status für den Rest der Ukraine.
    3. Demilitarisierung.
    4. Entnazifizierung.

    Es geht Russland also nicht um die Eroberung und Einverleibung der Ukraine. Es geht nicht um ein Regime-Change und die Installation einer Marionettenregierung. Die Westler würden das an Stelle Russlands sicherlich so machen, aber man sollte nicht von sich auf Andere schließen.

    Befreiung des Donbasses bedeutet die Ukrainische Führung soll gezwungen werden territoriale Ansprüche auf die Teilrepubliken Donezk, Luhansk dauerhaft aufzugeben. Die sind aus Sicht Russlands keine Teile der Ukraine mehr, sondern haben ein Recht auf Selbstbestimmung. Die Ukraine hat mit ihrem Krieg gegen deren Bevölkerung jeglichen legitimen Anspruch auf diese Gebiete verspielt.

    Blockfreier Status bedeutet, Russland kann es nicht zulassen, dass die Ukraine von der NATO militärisch erschlossen und in einen Brückenkopf für einen eventuellen Angriff auf Russland verwandelt wird, mit der Perspektive, dass dort bald NATO Stützpunkte entstehen und Atomraketen mit sehr kurzer Anflugzeit bis Moskau und St. Petersburg stationiert werden. Dieses Anliegen ist für Russland mindestens genauso wichtig wie für die Amerikaner die Perspektive russischer Stützpunkte und Stationierung russischer Atomraketen in Kuba gewesen ist. Damals drohten die USA mit einem atomaren Erstschlag, dermaßen zu nah war ihnen das gewesen. Für Russland ist es mindestens genauso inakzeptabel. Russland hat im Dezember es in ultimativer Form klar gemacht, dass Russland dies nicht akzeptieren wird. USA und EU Staaten war das egal, die haben russisches Ultimatum ausgeschlagen. Jetzt muss Russland seine Interessen eben auf diese Weise durchsetzen, wenn die NATO anders nicht aus der Ukraine rausgehalten werden kann, dann geht es eben nicht anders.

    Demilitarisierung hängt mit der Befreiung des Donbasses zusammen. In den letzten 8 Jahren wurde die Ukraine mit Hilfe des Westens massiv aufgerüstet. Damit soll Schluss sein. Die Bewohner der Ostukraine und der Krim sollen wieder ruhig schlafen können. Das Militär der Ukraine soll stark beschränkt werden.

    Entnazifizierung bedeutet in erster Linie, dass die zahlreichen Nazi-Batallione entwaffnet und aufgelöst werden sollen. Aber nicht nur das. Darüber hinaus soll es eine politische Entnazifizierung geben. Der Nazi-Kult, welcher in der Ukraine seit dem westlichen Putsch 2014 besonders intensiv kultiviert wird muss ein Ende haben. Verherrlichung der Nazi-Größen wie Bandera und Schuhevich müssen ein Ende haben. Sie dürfen nicht mehr als Nationalhelden gefeiert werden. Auch muss das Bildungsprogramm entsprechend angepasst werden und deren Verherrlichung aus den Schulbüchern gestrichen werden. Beide kooperierten mit dem NS Deutschland. Beide waren Offiziere der Waffen-SS, waren Massenmörder und beteiligten sich aktiv am Holocaust. Auch den Spruch „Slava Ukraini, Heroyam Slava“ wurde von ihnen geprägt. Das ist de fakto die Ukrainische Version des Hitlergrußes. Heute gibt es in der Ukraine unzählige Denkmäler und Monumente die den beiden Nazis gewidmet sind. Es gibt unzählige Straßen die nach ihnen benannt wurden. Das Nationalstadion in Kiew trägt den Namen von Roman Schuhevich. Diese Naziverherrlichung muss ein Ende haben.

    Mehr will Russland gar nicht erreichen und das wird Russland ohne jeden Zweifel auch erreichen, ohne Rücksicht auf Europa oder USA.

    Natürlich hat die Ukraine das Recht zu versuchen sich zu wehren. Doch das ist vergeblich und wenn es um die Rettung der Ukraine und den Schutz der Bevölkerung ginge, wäre es eigentlich viel klüger gewesen, wenn sie kooperieren und sich einfach beugen würden. Georgien war klüger gewesen und kapitulierte bereits nach 5 Tagen Kampfhandlungen. Und wurde dann auch nicht einverleibt oder zu einem Vasallenstaat mit einer Marionettenregierung. Es gelang Georgien dadurch jedoch das Land und hunderttausende Menschen zu retten. Dem Westen ist das Schicksal der Ukrainer doch völlig egal. Er benutzt sie einfach gegen Russland um Russland zu schwächen oder in die Schranken zu weisen. Bis zum letzten Ukrainer. Das wird nicht gelingen. Russland wird sich trotzdem durchsetzen, und der Westen wird eine Niederlage erleiden müssen und wird in die Schranken verwiesen. So langsam dämmert es ja auch im Westen.

    1. Das ist aus meiner Sicht eine gute Wiedergabe der Russischen Position. Das sehen auch viele im Westen so, leider die an den Hebeln der Macht aber nicht. Dabei können doch von denen nicht alle so dämlich sein, das zu erkennen. Jeder Politiker hat aber eine private und eine öffentliche Meinung, wobei die öffentliche Meinung heute wie zur Zeit der Religionskriege wirkt: Ungläubige müssen bekämpft werden. Rational ist das westliche Verhalten und vor allem das der Ukrainer nicht zu nennen.

  9. Andrew Lathams Prognose beinhaltet einen vollständigen Sieg Russlands, wenn man die im Westen kolportierten Ziele Russlands außer Acht lässt. Natürlich hatten die Russen nicht vor Kiew zu erobern. Sie wissen, wie schwierig die Eroberung einer Stadt ist, und hätten ein Blutbad niemals durchgeführt. Der Angriff, der hauptsächlich aus einem riesigen Stau von Militärfahrzeugen bestand, sollte bestenfalls eine Kapitulation der Stadt verursachen, eher aber ukrainische Truppen aus dem Donbass weglocken. Dass es einen schnellen Sieg geben würde, konnte Putin nach den Vorgängen in z. B. Tschetschenien und infolge des Bestehens von Terrorbataillonen sicher ausschließen. Eine Eroberung der gesamten Ukraine hätte zu einem Guerillakrieg geführt, womit keine Großmacht jemals gute Erfahrungen gemacht hat. Und sogar in der ukrainischen Regierung hat man erkannt, dass ein militärischer Teilerfolg von den Vorgängen in den westlichen Ländern abhängt, und deshalb ein schneller Erfolg nötig ist, bevor sich dort die Stimmung ändert. Das wichtigste Ziel hat Latham allerdings nicht genannt, nämlich die Beendigung der hybriden Kriege in Russland und seinen Nachbarstaaten, und eine endgültige Ausschaltung aller Hoffnungen auf institutionelle Verknüpfungen mit Westeuropa, die Putin selbst hatte und aufgeben musste. Die westlichen Sanktionen verhindern zudem eine weitere Kapitalflucht durch das asoziale Verhalten der Oligarchen, das dem der Herrschenden in Entwicklungsländern ähnlich ist, schützen die russischen Betriebe von westlicher Konkurrenz, und ermöglichen zudem eine Umorientierung der Wirtschaft nach dem aufstrebenden China. Außerdem wird die Gefahr eines russisch-chinesischen Konflikts gebannt, den Russland als Verbündeter des Westens riskiert hätte.

  10. Der Ukrainekrieg wird enden, weil in wenigen Tagen keine russischen Soldaten mehr in der Ukraine sind – so wenn man jedenfalls den Zahlen der ukrainischen Armee Glauben schenkt:

    „Die ukrainischen Truppen haben vom 24. Februar bis 04. Juni 2022 etwa 31.150 (+100) russische Soldaten getötet. Das teilte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte auf seiner Facebook-Seite mit.“
    https://www.ukrinform.de/rubric-ato/3500114-insgesamt-31150-russische-soldaten-seit-kriegsbeginn-getotet-generalstab.html

    Auf jeden Toten dürften etwa 3 Verletzte kommen sowie Kriegsgefangene, Deserteure usw., 30.000 + 90.000. Macht 120.000 Ausfälle.

    Da die Russen in der Ukraine etwa 120.000 Soldaten haben (hatten) (Zahlen Ende Mai), kämpft eigentlich niemand mehr für „Putin“.

    Zahlen und Angaben hier:
    https://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/russland-nur-bedingt-einsatzbereit-haelfte-der-soldaten-koennte-tot-oder-verwundet-sein-die-wahren-verluste-der-russen_id_101269855.html#:~:text=Das%20sieht%20auch%20der%20ehemalige,mir%20etwas%20zu%20hoch%20vor.

  11. Alles ist denkbar. Beim wühlen in der historischen Gerümpelkiste könnte man auf Folgendes stossen.
    Grossungarn 2.0 , Grossrumäninen 2.0 Polnisch-Littauisches Commonwealth 2.0 und Новороссия Neurussland leben einträglich im 21. Jahrhundert nebeneinander, als die neue Europäische Ordnung.
    Im Mitteleuropa entsteht eine EU 2.0 unter Polnisch-Tschechischer Führung die sich nicht mit den abgehalfterten Clubmed-Staaten belastet.
    Andere Option wäre, dass die USA und China einen Hitler-Stalin-Packt 2.0 ausgehandelt haben. China gehört alles bis an den Ural. Die USA kontrollieren den Rohstoffe und die Chinesen die Infrastruktur.
    Was im voraus verhandelt und abgemacht wurde, wie der Krieg wirklich verlief, werden unser Enkel in 50 Jahren erfahren, wenn die Geheimakten freigegeben werden.
    Man kann den Ukrainekrieg auch als Krieg um die Vorherrschaft über das Eurasische Rohstoff Becken und die im bestehende begriffene Arktische Passage sehen. Wer das Schwarze Meer beherrscht, hat den unmittelbaren Zugriff auf die Getreidekammer und grössten Rohstofflager der Welt.
    Überlegungen um die Geostratege des Anatolischen Bergrückens werden auch ihre Rollen spielen.
    Und nicht zu vergessen den tansnistrischen Energiekorridor. Dieser soll auch der Grund für das Eingreifen der Nato im Kosovokrieg gewesen sein.
    Wenn die Russen in Transnistrien einmarschieren, könnten sie auf die Idee kommen über die paranoische Ebene zu springen und sich mit den Serben vereinen. Im gleiche Aufwasch könnten sie ihre Slawischen Brüder in Trient von Joch des Westens befreien.
    Im Kosovo gäbe es für die Allslawen auch noch etwas zutun …
    Und wie war jetzt das mit Grossserbien vs. Grossalbaninen? etc.
    Doomsday lässt grüssen 😉

    PS: sicher ist nur das am 24.02.2022 Europa als selbständiger aufgehört hat als selbständiger Kontinent zu existieren.

  12. Nun, die Ruskis haben Problemsky aus der Blume von Propasna die Kessel zu machen, aber das ist eine Zeitfrage.
    Derzeit siehts nach nem Erschöpfungskrieg aus. Möglich ist in einigen Wochen der Kollaps der ukrainischen Armee.
    Es wird bereits an Dolchstoßlegenden gebastelt (der Führung der Reichswehr war 6 Monate vor Kriegsende klar, daß der Krieg verloren war). Diesmal wirds der zögerliche Scholz.
    Der „Friede“ wird etwa so sein wie skizziert.
    Die dann pleite Restukraine wird geplündert bzw ausverkauft.
    Damit und dem teuren Flüssiggas ist Schluß mit Exportweltmeister.
    Das hätt der Westen und der Rest der Welt billiger haben können, so kommts wenn man mit Banderisten paktiert. Ihr Größenwahn hat das Land ruiniert. Mit denen wird der Westen noch viel Spaß haben.
    Den Preis der „Freiheit“ zahlen Zivilbevölkerung, einfache Soldaten und Verhungerte im Rest der Welt.
    Letztere sind unseren eurozentristischen Kriegshetzern und deren Publikum egal.
    Was ich nur nicht verstehe ist, wieso das deutsche Kapital nichtmal muckt.

    1. Vielleicht ist das deutsche Kapital mittlerweile unabhängig von Deutschland. Alles outgesourced. Reale Arbeit rechnet sich nicht.

  13. Schlaeft die Ukrainefuehrung?Ukraine mochte schon immer gerne Natomitglied werden.Nato hat geweigert,Ukraine war nicht reif.Daraufhin hat der Ukrainekrieg angefangen.Auch hat die Nato geweigert ueber Ukraine-Neutralitaetsstatus mit Russland zu verhandeln,man hat Ukraine zum Krieg verdonnert,ohne Ukraine zu verteidigen.Lieferungen von alten Waffen hat nur den Schaden+Leichenzahlen vergroessert.Aus diesem Grund sollte Ukraine vor Gericht Schadenersatz einklagen von EU,USA,NATO.Die Paar Milliarden Euro die man bis jetzt versprochen hat sind nur Trinkgelder verglichen mit dem realen Schaden.Bis zum jetzigen Stand Mai/Juni/22 betraegt der Schaden minimal 3000/5000 Milliarden Euro.Wenn im Ukrainwesten EUlaender ihre historischen Forderungen aus der Oesterreich/Ungarn-Periode geltend machen,und Territorien besetzen,kan der Schaden bis zu 10.000 Milliarden betragen.Dann bleibt v/d Ukraine nur 50% uebrig,mit nur 25 mio Einwohnern.Die EU ist dann weitgehend pleite

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