Wie das amerikanische Militär die Erfolge der ukrainischen Streitkräfte bewertet

Gräber in Isjum, die eher kein Kriegsverbrechen bezeugen. Der ukrainische Präsident Selenskij versprach: „Die Vergeltung wird zu Recht schrecklich sein.“

Letztlich haben die von den USA ausgebildeten ukrainischen Truppen amerikanische Waffen eingesetzt und amerikanische Konzepte umgesetzt: Schwarm statt hierarchische Formationen. Was verschwiegen wird: die Rolle der meist rechtsnationalistischen Freiwilligenverbände.

In Kriegen werden nicht nur Waffen getestet, auch um ihre Exportchancen und ihre Abschreckungswirkung zu erhöhen, sondern auch Strategien. Militärs, Militärexperten und Rüstungsindustrien beobachten daher genau, was im Ukraine-Krieg geschieht. Was die russischen Streitkräfte betrifft, wurden mit der steckenbleibenden und Rückschläge erleidenden Invasion bislang weder Strategien noch Waffensysteme, sieht man vielleicht von Präzisionsraketen wie den angeblich von keinen Raketenabwehrsystemen abzuwehrenden Hyperschallraketen Kinshal ab, besonders erfolgreich vorgeführt. Eine Kinshal-Rakete soll gerade von einem Mig-31-Kampfflugzeug auf russisches Territorium gefallen sein. Bislang wurden seit Beginn des Krieges  erst drei abgeschossen, bei Angriffen auf den Damm und andere Infrastruktur in Kryvyi Rih sollen in den letzten Tagen einige Kinshal-Raketen verwendet worden sein.

Im Westen versucht man natürlich, das russische Militär als zurückgeblieben darzustellen, was etwa Kommandoketten, Angriffs- und Verteidigungsstrategien oder Logistik betrifft, aber auch die Leistung der neuen russischen Waffen, einschließlich der Luftabwehrsysteme, herunterzuspielen, während die eigenen hochgelobt werden. Die ukrainische Regierung fordert immer mehr Waffenlieferungen, die sie auch erhält, für die Rüstungsindustrien ist die Ukraine, auch wenn sie finanziell am Tropf des Auslands hängt,  gegenwärtig eine Bonanza.  Offenbar scheint die Türkei zu zögern, die vereinbarte zweite Lieferung der S-400-Raketenabwehrsysteme abzunehmen, die Russland bislang gut verkaufen konnte. Japan interessiert sich beispielsweise für die türkischen Bayraktar TB2-Kampfdrohnen, die auch in der Ukraine hergestellt werden, und amerikanische Switchblade-Kamikaze-Drohnen, weil die sich im Krieg bewährt haben sollen. Russland und China versuchen, im Konkurrenzkampf ebenfalls neue Kampfdrohnen zu bauen. Die Ukraine behauptet, in Cherson zwei S-400-Systeme durch Raketen und Artillerie zerstört zu haben, aber das kann nur auch ein Versuch sein, Erfolge zu propagieren und neue russische Waffensysteme schlecht aussehen zu lassen.

kleine, bewegliche und vernetzte Einheiten

Natürlich schauen jetzt alle darauf, was die ukrainischen Streitkräfte befähigt hat, nach den ersten schnellen russischen Erfolgen die Verteidigung und auch Offensiven wie in den letzten Tagen zu organisieren. Gefeiert wird, was weitgehend  bereits in der Zeit der asymmetrischen Antiterrorkriege in Ablösung von Strategien des Kalten Kriegs eingeführte wurde: kleine, bewegliche und vernetzte Einheiten, die relativ selbständig, schnell und situativ entscheiden und Satellitendaten und vor allem Drohnen einsetzen, etwa um gegen Artilleriebeschuss vorzugehen. Also Schwärme statt große Kampfformationen.

Das hat am Donnerstag General David Berger, der Kommandeur der Marines, während einer Veranstaltung von Defense One als Kern des Konzepts Force Design 2030 beschrieben. Die Marines sollen so eine an der Front und verstreut operierende Streitmacht mit wenigen Ressourcen werden, um nun nicht mehr gegen Terrorgruppen, sondern gegen die Armee Chinas zu kämpfen. Der Erfolg der Ukraine gegen die schwerfälligen russischen Truppen bestätige die Tatsache, „dass gut ausgebildete Kommandeure kleiner Einheiten, die die Erfahrung und die Reife besitzen, um Entscheidungen zu treffen, und die Entscheidungen anstelle einer detaillierten Leitung treffen dürfen“, ein wichtiger Faktor sind: „Selbst wenn sie in Unterzahl sind, selbst wenn sie gegen Einheiten kämpfen, die zwei-, drei- oder viermal so groß sind, können sie, wenn sie mobil, verteilt, gut ausgebildet und gut geführt sind, wirklich einen taktischen Vorteil über eine viel größere Organisation erreichen, selbst wenn diese über Systeme verfügt, die kleinere Einheiten nicht besitzen.“

Man könne von der Ukraine lernen, jungen Kommandeuren zu vertrauen und ihnen mehr Entscheidungsspielraum zu geben: „Hören Sie auf mit dem Mikromanagement. Erlauben Sie ihnen, anstelle von detaillierten Anweisungen Entscheidungen zu treffen, und gehen Sie ihnen nicht an die Gurgel, wenn sie etwas anders machen, als Sie es sich vorgestellt haben. Belohnen Sie sie, wenn sie die Initiative ergreifen. Warten Sie nicht. Legen Sie los. Verstehen und akzeptieren Sie das Risiko.“

Die Grausamkeit der ukrainischen Truppen

Berger feiert auch die Grausamkeit, die die ukrainischen Truppen zeigen würden, das belege „den  körperlichen Aspekt des Kampfes“. Eigentlich wurde Grausamkeit bislang den russischen Soldaten zugeschrieben, Berger führt aber nicht weiter aus, was er damit meint. Aber macht klar, dass er das auch als Eigenschaft der Marines sieht. Und er weist darauf hin, dass viele der ukrainischen Truppenführer in den USA ausgebildet wurden, sie also eine amerikanische Strategie ausüben: „Das sind keine Maschinen gegen Maschinen. Es gibt einen menschlichen Anteil. Es gibt einen Ausdauerfaktor. Die ganze körperliche Zähigkeit, die das Herz und die Seele des Marine Corps ausmacht, kommt auch in der Ukraine zum Tragen. Und ich glaube nicht, dass es eine große Überraschung für diejenigen von uns ist, die wissen, dass viele der ukrainischen taktischen Führer in den USA an unseren Schulen neben uns ausgebildet wurden.“

Auffällig ist, dass nach der erfolgreichen Offensive in Charkiw, den Schlägen auf Munitionslager oder den Anschlägen auf Kollaborateure das Pentagon sich zunehmend brüstet, für die Taktik verantwortlich zu sein und nicht nur Waffen, Satellitenbilder und Geheimdienstinformationen zu liefern (Ukraine hat das amerikanische Resistance Operating Concept umgesetzt).

Wer sich schneller neuen und unerwarteten Situationen anpassen könne, habe gegenüber denjenigen, die Pläne ausführen, einen „riesigen Vorteil“. Auch wenn es um den Kampf von Artillerie gegen Artillerie wie in der Ukraine geht, habe es sich gezeigt, wie wichtig Aufklärung und Gegenaufklärung ist und dass es nicht nur ein traditioneller Stellungskrieg ist. Wer mehr sieht und dem Feind die Sicht verwehrt, hat ebenfalls einen Vorteil. Die ukrainischen Truppen würden eine tolle Leistung mit kleinen taktischen Aufklärungseinheiten und Gegenaufklärung leisten. Die Marines könnten daraus lernen.

Die verschwiegene Rolle der Freiwilligenverbände

Die größere Beweglichkeit der ukrainischen Streitkräfte könnte auch darin liegen, dass vor dem Beginn des Kriegs die ukrainischen Streitkräfte aus fast so vielen Kämpfern von meist rechtsextremistischen, nationalistischen oder neonazistischen Freiwilligenverbänden, z.B. Asow, Rechter Sektor, C14 etc., wie Soldaten der regulären Armee bestand. Reuters berichtete im Januar 2022 von 145.000 Soldaten der regulären Armee und 102.000 Kämpfern der Freiwilligenverbände, die zwar formell meist in die Nationalgarde integriert sind, aber freier und selbständiger agieren können. Sie pflegen eine futuristische Ästhetik des Kriegs und des Heldentums, mit der sie auch für Spenden werben.

Es sind von Ideologie getriebene Verbände, die hochmotiviert und kampfwillig sind und eher die Eigenschaften, inklusive der Skrupellosigkeit,  aufweisen, die Berger so hoch ansetzt. Die Spezialeinheit „Kraken“ von Asow soll bei der Offensive in Charkiw maßgeblich dabei gewesen sein und Balaklia „befreit“ haben. Freiwilligenverbände werden offenbar dafür eingesetzt, eroberte Gebiete zu „säubern“. Das war auch bereits in Butscha so. Die Grausamkeit, wie Berger sagte, dürfte ihnen dabei eigen sein. Gefangene werden etwa als „Tiere“ bezeichnet. So kann man von Asow-Charkiw gerade lesen:

„Nach der Räumung der Siedlungen ist es notwendig, alle Verräter zu identifizieren, die sich auf die Seite der Terroristen gestellt haben. Der Kampf gegen einen inneren Feind ist nicht weniger wichtig als der Kampf auf dem Schlachtfeld. Im Interesse eines feindlichen Landes zu handeln, dem eigenen Staat zu schaden, mit oder ohne Geld, ist ein Verbrechen. Ein Verbrechen, für das man streng bestraft werden muss. … Es ist notwendig, Verräter auf einer Stufe mit dem Eindringling zu beurteilen, weil der Verräter zur Zerstörung unserer Nation beiträgt. In den Händen von Verrätern liegt das Blut unserer Genossen, das Blut der Zivilbevölkerung, das Blut von Tausenden von Kindern, das Blut des gesamten ukrainischen Volkes. Alle Verräter müssen bestraft werden!“ Nicht alles, was den Russen zugeschrieben wird, die etwa ziemlich ordentlich die Toten in Izjum begraben haben, dürfte auch von diesen begangen worden sein. Im Augenblick hat die Ukraine noch freie Fahrt, unhinterfragt alles Böse den Russen zuzuschanzen.

Das Pentagon hat seit 2014 auch Kämpfer der Freiwilligenverbände, auch in den USA, ausgebildet. Das war dem Pentagon, das auf den Sieg der Ukraine setzt, um Russland zu schwächen, ebenso egal wie die Frage, wo die amerikanischen Waffen landen, ob bei den Milizen oder den regulären Streitkräften. Darüber wird im Westen sowieso nicht mehr gesprochen. Wie die Personalstärken der Freiwilligenverbände und der regulären Armee jetzt sind, ist unklar (Haben Leser darüber verlässliche Informationen? Bitte melden). Offenbar interessieren sich die investigativen westlichen Medien nicht dafür, höchstens wenn Russland ebenfalls Milizen wie die Kadyrow-Verbände oder  Wagner-Söldner einsetzt, die ebenfalls eigenwilliger agieren.

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44 Kommentare

  1. Berger feiert auch die Grausamkeit, die die ukrainischen Truppen zeigen würden, das belege „den körperlichen Aspekt des Kampfes“

    In englische Original wird über „ferocity“ gesagt, Herr Rötzer. Was nicht unbedingt “Grausamkeit” bedeutet, sondern auch „Kampfbereitschaft“, „Schärfe“, „Kampfmoral“ usw. In Originalartikel wird nichts über „Grausamkeit gegen Zivilisten/Kriegsgefangene“ gesagt – was versuchen Sie aber sehr gekünstelt hier auszudenken.

    «Gefangene werden etwa als „Tiere“ bezeichnet»

    In ukrainische Sprache wird Word “Тварина“ auсh in Sinne „Bestie“, „Gewaltige Mensch ohne Gewissen“, „Verbrecher“, „menschliche Abschaum“ verwendet. Definitiv kein Kompliment, ja – aber als „In Gesellschaft akzeptierte Beschimpfung“ wird es gelten.
    Eigentlich wird in der referenzierte Post geschrieben, dass alle solche Gefangene ordnungsgemäß behandelt werden – mit medizinische Hilfe, Essen und vernünftige Lebensbedingungen. Es wird in der Post noch mal (für ukrainische Kämpfer) erinnert – die russische Gefangene müssen human behandelt werden, egal welche Grausamkeiten russische Seite ausgeübt hat.

    „Nicht alles, was den Russen zugeschrieben wird, die etwa ziemlich ordentlich die Toten in Izjum begraben haben, dürfte auch von diesen begangen worden sein“

    Sobald Zivilisten/Kriegsgefangene exekutiert wurden, aber „ziemlich ordentlich begraben“ sind – ist das keine Kriegsverbrechen mehr? Werden Sie eine Kremation in deutsche KZ-Lager auch als „ordentliche Bestattung“ bezeichnen, Herr Rötzer? Letzt endlich – einige Leute lassen sich auch nach dem Tod kremieren lassen… also soll das als keine (Kriegs)Verbrechen gesehen werden? Von wegen!
    Deswegen sollte man eher die Todesursachen und -Umständen betrachten.

    1. „Sobald Zivilisten/Kriegsgefangene exekutiert wurden“.

      Wurden denn von Russen Zivilisten/Kriegsgefangene exekutiert? Von Butscha wissen wir, dass viele der Toten weiße Armbinden trugen (was sie aus ukrainischer Sicht als Unterstützter Russlands auszeichnet) bzw. russische Lebensmittelpakete angenommen hatten.

      Was wir auch wissen, ist das die Ukrainer gezielt Stellungen in zivilen Gebäuden bezogen haben. DAS ist ein Kriegsverbrechen.

      Zum Thema „Bestien“. Die Bezeichnung ist in jedem Fall ein Entmenschlichung des Gegners und eine notwendige Vorstufe zum Mord.

    2. Die bezeichnen Russen als Kakerlaken und Kartoffelkäfer, auch die russischstämmigen Ukrainer, die wie Ungeziefer vernichtet werden müssen. Das werden sie allerdings wohl kaum in öffentlichen Stellungnahmen tun.

    3. ferocity

      Google translate – Wildheit, Heftigkeit, Schärfe, Bösartigkeit, Bissigkeit, Grimmigkeit.

      DeepL – Wildheit, Grausamkeit, Bösartigkeit, Geschwindigkeit

      Hunspell – Grausamkeit, Wildheit

      Deswegen sollte man eher die Todesursachen und -Umständen betrachten.

      Dem ist zuzustimmen. Allerdings haben die ersten Meldungen in den deutschen Quälitätsmedien die Richtung bereits vorgegeben. Da war gleich mal von „Massengräbern“ die Rede, was erst nachträglich berichtigt wurde.

      Ihre Gleichsetzung der ukrainischen Kriegsopfer (um solche handelt es sich bis zum Beweis des Gegenteils, dann wären es Opfer von Kriegsverbrechen, was aber eben nicht bewiesen ist) mit den Opfern des deutschen nicht-kriegsbedingten Massenmords zwecks Auslöschung an Juden, Roma, Kommunisten, Homosexuellen usw. halte ich übrigens für strafwürdig im Sinne der Gesetze unseres Landes.

  2. Die ukrainischen „Freiwilligenverbände“ rekrutieren Neonazis aller Art aus verschiedensten Nationen – auch russische Neonazis kämpfen dort seit 2014 gegen Russland, u. a. die russische „Wotanjugend“.*

    Dazu möchte ich auf Bellingcat verweisen als eine Quelle, die eher unverdächtig ist, „russische Propaganda“ zu verbreiten.
    Den sehr ausführlichen Bellingcat-Artikel „The „Hardcore“ Russian Neo-Nazi Group That Calls Ukraine Home“ finde ich interessant, weil er auch Fotos aus dem Asow-Rekrutierungszentrum mitten in Kiew enthält, auf denen man sehen kann, dass in dessen Shop tatsächlich z. B. das Hakenkreuz als Accessoire verkauft wird.
    Dort im „Cossack House“, dessen Gebäude in der Nähe des Maidans die ukrainische Regierung Asow zur Verfügung gestellt hat, laufen seit Jahren Neonazis aus verschiedensten – vor allem westlichen Ländern – ein, um sich von Asow zwecks Kampferfahrung an die Front schicken zu lassen.
    (dazu könnte ich endlos Quellen anfügen)

    Wenn die zurück in ihr Homeland, z. B. USA, kamen, war dort die mediale Erregung groß, wenn sie ihre ukrainische Kampferprobung z. B. durch besonders brutale Raubmorde bewiesen.
    Deshalb forderten damals US-Abgeordnete, Asow als „ausländische Terrororganisation“ zu listen, doch der Atlantic Council konnte dies abwenden, indem er Asow als zwar als tendenziell faschistisch, aber unwichtig für die ukrainische Politik deklarierte.

    *Viele russische Neonazis empfinden Putin als ihren (Haupt-)Feind, weil er gleichberechtigtes Miteinander verschiedener Ethnien und Glaubensrichtungen predigt sowie die Immigration von „nicht-arischen“ Arbeitskräften fördert.

  3. Es ist schön, dass die Amis so rund 150 Jahre später auch die Auftragstaktik entdecken: https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChren_mit_Auftrag

    Zur Ukraine: Auftragstaktik ist keine Universallösung. Führung durch Auftrag braucht Soldaten, die zum Beispiel durch Pflichtbewusstsein oder Kampfeswillen freiwillig kämpfen. Bei gewöhnlichen ukrainischen Wehrpflichtigen ist diese Einstellung vermutlich nicht gegeben, sonst würden nicht Millionen von Ukrainern das Weite suchen und sonst würden nicht endlos Videos aus ukrainischen Schützengräben auftauchen, in denen Soldaten ihr Entsetzen mitteilen.

    Die Ukraine hat in der „Offensive“ irgendwo um 10-30% ihrer gut ausgebildeten Soldaten verbraucht. Es gibt im Militär Daumenregeln in der Art „10% Verlust und die Einheit verliert ihre strategische Handlungsfähigkeit, 20% Verlust und die taktische Handlungsfähigkeit ist verloren. Ab 30% bricht die militärische Ordnung zusammen.“.

    Ein Zusammenbruch der militärischen Ordnung bedeutet dabei, dass manche Truppenteile flüchten, manche kämpfen und die Truppenteile sich untereinander bekämpfen. So wie es auch in der Endphase des zweiten Weltkriegs war. Solange eine militärische Ordnung vorhanden ist, sind die Kämpfe noch zivilisiert. Nach dem Zusammenbruch der Ordnung kämpfen bewaffnete Räuberbanden. Im Moment sind diese Räuberbanden in einem Raum unterwegs, der ihnen von den Russen zugewiesen wurde. Über kurz oder lang werden sich diese Banden über die Restukraine ergießen. Was wird dann werden?

    Nein, die „Offensive“ hat keine Kriegswende gebracht, es war die Ardennenoffensive der Ukraine, ein letztes großes Aufbäumen.

  4. Und wieder ein Kommentar, der an der Realität weit vorbeigeht. Worin genau besteht der Erfolg der ukrainischen Offensive? Dass ihre Truppen nun im Offenen stehen und täglich weiter massakriert werden? Die ukrainischen Spitäler quellen über, von den Tausenden Toten nicht zu reden. Und auch materialmässig sind die ukrainischen Verluste ungleich höher als die russischen. Dies obwohl die Ukrainer, entgegen dem im Artikel erzeugten Eindruck, numerisch nach wie vor weit überlegen sind, weil Putin weiterhin Krieg nach Art der schwäbischen Hausfrau führt, nämlich mit einem Minimum an Truppen.

    In den von den Ukrainern zurückeroberten Gebieten stand nicht die russische Armee, sondern eine Art bessere Polizeitruppe, die weder die Kampferfahrung noch die Ausrüstung für eine solche Konfrontation hat. Die russische ‚Eroberung‘ hatte in diesem Gebiet nahezu kampflos stattgefunden, sei es aufgrund der Überrumplung, sei es wegen einer in beträchtlichen Teilen sympathetischen Bevölkerung. Nun haben sich die Russen mit nicht viel mehr Kämpfen wieder zurückgezogen auf eine besser verteidigbare Linie, dadurch die Verluste minimierend, während die Ukrainer laufend zusammengeschossen werden. Nicht zuletzt mit Präzisionslenkwaffen, die praktisch immer perfekt treffen.

    Es ist ein wenig lächerlich, die paar durch HIMARS zerstörten russischen Waffenlager gross herauszustellen – die Russen tun das seit Monaten täglich. Auch die Bemerkung, die Kinshal sei nur drei Mal eingesetzt worden, wirkt reichlich… na sagen wir seltsam. Wozu soll man dieses Überwaffe mehr einsetzen als dann, wenn sie unbedingt nötig ist, etwa wenn es gegen tiefliegende Verbunkerungen geht? Der Westen kann froh sein, sind weder Putin noch Xi HItzköpfe. Beide legen angesichts eines hyperaggressiven Westens, der täglich aufs Neue provoziert geradezu eine Engelsgeduld an den Tag. Ich z. B. hätte sie nicht. Sollten die u.s.-Amerikaner noch weiter gehen und wirklich Waffen mit einer Reichweite von 300 km oder mehr an Kiew liefern, bliebe das wohl nicht unbeantwortet. Dann dürfte es zu einer geographischen Eskalation kommen, in der sich dann zeigte, wessen Waffen wie effizient sind. Ich jedenfalls will das nicht erfahren…

    1. Schon komisch, dass die zurückhaltende Seite im Feindesland steht, während die hyperaggressive Seite im eigenen Land kämpft und kaum außerhalb der eigenen Grenzen agiert.

      1. Gute Erkenntnis, das die Ukraine ihre Landsleute seit 2014 angreifen. Und nur weil diese bösen Menschen sich nicht mit den Putschisten sich solidarisch erklärten.
        Ich empfehle ihnen die Theorie der Paradigmen, von Herr Davideit.

        1. Ja, da hat der Herr Putin aus einem Bürgerkrieg einen Krieg gemacht und findet jetzt den Ausgang nicht mehr.
          Was in Russland außer Demokratie und Effizienz fehlt ist vor allem eine Exitstrategie aus diesem Konflikt.
          In westlichen Ländern würde so ein erfolglose Regierung abgewählt werden. Regierungswechsel gibt es glücklicherweise in Demokratien und das stellt auch kein Problem sondern eher eine Lösung dar.

          1. Ich wünschte, wir könnten unsere Regierung abwählen, bevor die Bevölkerung unsäglich verarmt und friert. Bestimmt hat Demokratie auch was gutes, sich aber moralisch zu überhöhen ist wohl eher typisch menschlich. Denn wir sind immer die guten, egal wer „wir“ ist.
            Haben Sie sich schon mal Debatten im Bundestag angesehen? Jedes Kindergarten Kind hat ein besseres Benehmen und mehr Anstand, als unsere gewählten Volksvertreter.

            1. Über Tatsachen zu reden hat nichts mit moralischer Überhöhung zu tun.
              Ich halte es da mit dem alten Winston.
              In der russischen Demokratie möchte ich nicht leben. Da könnte ich mein Meinung nicht jedem mitteilen.
              Bestimmt wünschen sich das manche hier.

          2. Ein Bürgerkrieg ist doch etwas schönes und viel besser als ein normaler Krieg?
            Soll doch keiner zwischen die KInder gehen, die sich hauen! Das ist doch eine Interne Angelegenheit.
            In westlichen Ländern werden neuerdings erfolglose Regierungen angehäuft! Da will keine Frieden.

          3. Sie haben sich nicht mit denTheorien der Paradigmen beschäftigt!
            Schade eigentlich, ihre Antwort wäre definitiv anders ausgefallen. Macht nichts, Sie haben hoffentlich noch genügend Zeit sich mit diesen Theorien…. zu beschäftigen. Beherzigen Sie diesen Rat, er kann Wunder vollbringen.

      2. Pnyx redet vom „hyperaggressiven Westen“, nicht von der hyperaggressiven Ukraine, worauf Sie nun abheben.
        Das ist doch ein Riesenunterschied.
        Und der Westen (auch wenn er offiziell noch keine Soldaten in der Kmapflinie einsetzt) kämpft ja hier nun noch viel weniger im eigenen Land als die Russen, die direkt dran wohnen.

        1. Viel mehr im eigenen Land oder viel weniger im eigenen Land, das ist ja schon fast ein philosophische Frage.
          Ein bestimmt große 5stelligen Zahl russischer Soldaten kämpft inzwischen auch nicht mehr in der Kampflinie, weil sie tot, verletzt, verstümmelt sind.
          Die russ. Führung hat versagt, als der Coup nicht innerhalb einer Woche über die Bühne ging hatten sie keinen anderen Plan als mit zu geringen Mitteln und Streitkräften eine 1.200 km lange Front zu eröffnen.
          Ihr glaubt denen immer noch, wenn sie erzählen läuft alles nach Plan. Naja, daß muss jeder selber wissen.
          Ich hoffe es stehen noch mehr Künstler in Russland gegen die illusorischen Ziele des Zaren auf, die man in einem Land zu erreichen versucht, dass nun mal nicht das eigene ist.

    2. „Die ukrainischen Spitäler quellen über, von den Tausenden Toten nicht zu reden.“

      Als „Reality Check“ möchte ich einen Artikel von Andrew Korybko empfehlen, der an der MGIMO arbeitet und dort Informationsquellen haben dürfte, die uns hier fehlen:

      „Alt-Media Analysts Should Stop Obsessing Over Kiey’s Casualty Count“

      Zu finden in Korybkos Blog Oneworld (13.9.22)

  5. ferocity = Wildheit

    Genauso kämpfen die Ukrainer seit 2014 auch, töten die eigene Bevölkerung und terrorisieren die verloren Gebiete. Genau das gleiche wie in Bosnien-Herzegowina und Sarajevo in den Neunzigern Jahren des letzten Jahrhunderts!
    Interessant ist auch daß die Massengräber immer Tage später entdeckt werden, nach der vermutlichen Befreiung der Gebiete. Eigentlich müssten genügend Ortskräfte (Staybehind) vorhanden sein, um die angeblichen Befreier, Internationale Organisation und unabhängige Presse gleich zu den Killingfields zuführen!

    1. Das was sie hier unterstellen, würde bedeuten, dass die kurzfristig von den Ukrainern umgebrachten Menschen so ausstaffiert werden, als wären sie schon seit Wochen/Monaten tot.
      Da lacht der Forensiker.

    2. Sowohl in Mariupol als auch in Izium entpuppten sich die groß aufgemachten Massengräber dann als mehr oder weniger geordnete Friedhöfe mit Kreuzen und persönlichen Daten.

      Und zur Erinnerung, laut Olaf Kanzler Scholz darf der Aggressor eines Krieges die Früchte seiner Aggression nicht ernten. Wer aber hilft den angegriffenen Ostukrainern?

      1. Das hat mich auch gewundert. Schon in den von den Ukronazis gezeigten Bildern über die „Massengräber“ waren diese Einzelgräber zu sehen, auf denen Kreuze standen. Habe gleich an durch den Krieg etwas ungeordnete Friedhöfe gedacht. Nur die MSM-Deppenbrigaden sind den ukrainischen Darstellungen gefolgt.

  6. Bei der Rückeroberung im Nordosten (Charkiw, Isjum ….) nutze die Ukraine sehr geschickt die sehr schwerfällige russische Befehlsstuktur konsequent aus. Sie durchbrachen die Frontlinie konsquent mit kleinen weitgehend selbstständig operierenden Trupps an den Stellen, die gegen eine Angriff nur unzureichend gesichert waren. Diese, nur mit Offroadern und schweren MG’s ausgestatteten Trupps, konnten so tief hinter die Linien kommen, um dann von dort GPS Koordinaten direkt (!) an die eigene Artillerie zu übermitteln.
    Die Russen waren nur noch verwirrt, und es machte sich ein Chaos breit, dass letztlich zur Aufgabe des Gebietes führte. – Sehr peinlich ist nur, dass man damit die Zivilisten, die nicht fliehen konnten, ihrem Schicksal überließ.
    Das ist sehr übel, und wird sich herum sprechen, wie gefährlich es ist, sich zu früh als Sympathisant zu outen.

    Berlin hat nun sofort geschaltet und liefert 50 Dingo an die Ukraine, denn mit den Teilen kann man offenbar mehr militärische Erfolge erzielen, als mit teuren Leopard Panzern.

  7. Zum Titelfoto das hier gefunden.

    „Übrigens weiß ich von einigen Massengräbern in der Umgebung von Izyum, von denen Zelensky jetzt spricht, um das neue Bucha hochzuspielen.

    Dies sind die Zwillingsgräber derjenigen, die die Kiewer Befehlshaber nicht mitnehmen wollten. In der Nähe von Suligovka, Dolgenkiy, Kamyshevakha.

    Die ukrainischen Befehlshaber wurden damals kontaktiert, ihnen wurde eine humanitäre Pause angeboten und Sicherheit garantiert. Nehmt nur ihre Leichen weg. Als Antwort wurde nur unflätige Sprache verwendet.

    Was übrig blieb, wurde eingesammelt und in Massengräbern verscharrt.“

    https://t.me/sashakots/35694

    und das hier:
    „…..
    Beim Angriff unserer Truppen wurden ukrainische Soldaten getötet. Die Waffenbrüder ließen die Leichen der Toten liegen und gingen. Unsere gingen mehrmals zum Feind hinaus. Sie baten darum, die Leichen abzutransportieren, damit die Soldaten ein angemessenes Begräbnis erhalten konnten. Sie versprachen Ruhe und einen Korridor. Keine Antwort.
    ….
    Schließlich beschloss das russische Militär, die Leichen der AFU-Soldaten zu beseitigen und zu begraben. In dem Moment, als der Lastwagen zum zweiten Mal in dem Waldgebiet ankam, schlug ukrainische Artillerie in das Gebiet ein.

    Und die russischen Soldaten brachten die Leichen der toten AFU-Soldaten zu unserer Rückseite, um sie in einem Massengrab unter AFU-Beschuss zu begraben. Denn wir bleiben Menschen. Immer.

    Was kann ich hinzufügen? In der Ukraine beginnt nun eine weitere Mobilisierung. Die ukrainischen Militärs und ihre Angehörigen sollten sich genau überlegen, was vor sich geht.

    https://t.me/MedvedevVesti/9329

    OT an alle: https://consortiumnews.com/2022/09/16/watch-cn-live-the-war-on-journalism/

    „This Sunday from 2 pm to 4:30 pm EDT, DC Action for Assange and Consortium News are holding a special screening of Juan Passarelli‘s documentary The War on Journalism at the Cleveland Park Library in Washington D.C. The event will be lived-streamed on this page by CN Live! Joining Passarelli in discussion of the film and Five Myths About Assange, will be Pentagon Papers whistleblower Daniel Ellsberg; the New York Times general counsel during that case, James Goodale; C.I.A. whistleblower John Kiriakou and journalists Stefania Maurizi, Cathy Vogan and Chip Gibbons. CN Editor-in-Chief Joe Lauria will moderate.“

  8. „Gefeiert wird, was weitgehend bereits in der Zeit der asymmetrischen Antiterrorkriege in Ablösung von Strategien des Kalten Kriegs eingeführte wurde: kleine, bewegliche und vernetzte Einheiten, die relativ selbständig, schnell und situativ entscheiden und Satellitendaten und vor allem Drohnen einsetzen, etwa um gegen Artilleriebeschuss vorzugehen. Also Schwärme statt große Kampfformationen.“

    Singt hier gerade jemand das Hohelied auf den Guerillakämpfer? Der mag in bestimmten Situationen mit seinem schnellen, eigenverantwortlichen Entscheidungen die Wahl sein. Es mag auch sein, dass wir mit unseren IT-unterstützten Informationen genau darauf zusteuern.

    Wenn sich die gelobten „gut ausgebildete(n) Kommandeure(n) kleiner Einheiten, die die Erfahrung und die Reife besitzen, um Entscheidungen zu treffen“ aber nur in feriocity – also Wildheit, gegebenenfalls Regellosigkeit oder Grausamkeit – erschöpft, dann befinden wir uns mit diesen militärischen Beratern in einer Abwärtsspirale. Und eben das ist, wie hier im Bericht geschildert, angesichts der ukrainischen Nationalisten zu befürchten, erfordert aber für alle Nichtukrainer eine vorherige ideologische Erziehung zum Fanatismus.

    Wer Jagd auf Zivilisten macht, ändert die Regeln zum totalen Krieg. Wollen wir das?

    1. Wer Jagd auf Zivilisten macht, ändert die Regeln zum totalen Krieg. Wollen wir das?

      Kommt drauf an, wer mit „wir“ gemeint ist. Da zumindest einzelne ukrainische Kräfte längst Jagd auf Zivilisten machen, und „wir“ diese Kräfte unterstützen …

  9. Auffällig ist, dass nach der erfolgreichen Offensive in Charkiw, den Schlägen auf Munitionslager oder den Anschlägen auf Kollaborateure das Pentagon sich zunehmend brüstet, für die Taktik verantwortlich zu sein und nicht nur Waffen, Satellitenbilder und Geheimdienstinformationen zu liefern

    Eben! Es ist nicht etwa ein Krieg Russland gegen die von der NATO unterstützte Ukraine, sondern ein Krieg der NATO, welche Ukrainer als Waffe gegen Russland benutzt.

    Beflügelt von Erfolgen bei Charkiv machen die jetzt auch gar keinen Hehl daraus, dass sie es sind, die gegen Russland Krieg führen, und zwar nicht erst seit Februar 2022. Darüber hinaus machen sie zunehmend auch keinen Hehl mehr daraus was deren eigentliche Ziele dabei sind. Sollten sie es schaffen die Russen aus der Ukraine zu vertreiben werden sie nicht stehen bleiben. Es geht nicht nur darum „Russland zu schwächen“. Es geht heute bereits vielmehr darum Russland von der Landkarte zu tilgen.

    U.S. Must be Prepared for End of Russia as it Looks Today – Hodges
    kyivpost.com/russias-war/u-s-must-be-prepared-for-end-of-russia-as-it-looks-today-hodges.html

    Sie machen daraus keinen Hehl worum es wirklich geht
    csce.gov/international-impact/events/decolonizing-russia

    Sie haben schon Pläne wie sie Russland aufteilen wollen
    commons.wikimedia.org/wiki/File:Map_of_Dissolution_of_Russia.png

    Mit anderen Worten es ist ein Vernichtungskrieg der USA gegen Russland. Es wird von USA mit den Händen der Ukrainer geführt, mit Taktiken welche sie nicht etwa selbst erfunden haben, sondern von der Wehrmacht abgekuckt haben, und seit langer Zeit vorbereitet wurde.

    Sie freuen sich jedoch zu früh und das wird ihnen zum Verhängnis.

    Teile nicht das Fell des nicht erlegten Bären. Russisches Sprichwort.

    Denn die Russen begreifen, dass es wie schon 1941 um deren Existenz geht. Und wenn der Russe um seine Existenz kämpft, gnade Gott seinem Gegner.

    1. Denn die Russen begreifen, dass es wie schon 1941 um deren Existenz geht. Und wenn der Russe um seine Existenz kämpft, gnade Gott seinem Gegner.

      Nunja, das stimmt sicher.
      Aber: Gilt genau das nicht auch in gewisser Weise für die Ukraine?

      Bleibt die Frage welche Staatsführung ihre Armee und Bevölkerung in Zukunft mehr von der Vorstellung von einem Überlebenskampf überzeugen kann.

      1. Gilt genau das nicht auch in gewisser Weise für die Ukraine?

        Es mangelt auch Ukrainern nicht an Mut und Entschlossenheit, schließlich sind es auch Slawen. Da machen wir uns gar keine Illusionen. Aber sie kämpfen nicht um ihre Existenz. Russland verfolgt solche Ziele gar nicht. Es geht nicht um die Vernichtung der Ukraine. Doch die Vereinigten Staaten benutzen sie, und sind bereit sie Alle zu verheizen. Das ist eine Tragödie für Ukrainer und viele verstehen es auch. Schließlich die Armeen der DNR und LNR sind ja auch Ukrainer und sie kämpfen auch gegen das US Marionetten Regime wie die Löwen. Warts ab, wenn die unterdrückten Ukrainer erst keine Angst vor Repressionen und Terror des faschistischen US Marionettenregime mehr haben müssen.

        1. Es mangelt auch Ukrainern nicht an Mut und Entschlossenheit, schließlich sind es auch Slawen. Da machen wir uns gar keine Illusionen. Aber sie kämpfen nicht um ihre Existenz. Russland verfolgt solche Ziele gar nicht.
          Da mag ja sein. Und man mag es sehen wie man möchte.
          Entscheident ist aber _nur_ ob die Soldaten auf ukrainischer Seite „denken“, dass sie um ihre Existenz kämpfen. Du wirst kaum bestreiten können, dass ein großer Teil der Ukrainer sicher dem Narrativ der ukrainischen Regierung folgt.

          Abgesehen davon: Selbst wenn es nicht um die Existenz der Ukraine als Staat gehen sollte, so geht es doch natürlich um die Existenz vieler ukrainischer Leben, von Städten, Dörfern und Landschaft, die zerstört werden, was im Zweifel sogar heftigeren Kampfgeist auslöst. Wenn die Russen mir mein Dorf wegbomben und ein paar Verwandte dabei sterben, dann bin ich aber ganz schnell dabei eine existenzielle Bedrohung zu empfinden. Da differenziere ich sicher nicht mehr alla: Oh, die wollen mir und dem Staat ja eigentlich gar nichts, ich bin nur ein bedauerlicher Kollateralschaden auf dem Weg zur Entmilitarisierung der Ukraine.

        2. Es mangelt auch Ukrainern nicht an Mut und Entschlossenheit, schließlich sind es auch Slawen.
          Und wenn es keine Slawen wären, was würde das für einen Unterschied machen?

    2. > Denn die Russen begreifen, dass es wie schon 1941 um deren Existenz geht. Und wenn der Russe um seine
      > Existenz kämpft, gnade Gott seinem Gegner

      Bitte angepasste Zitate aus „Mein Kampf“ das nächste mal trotzdem als solche quoten.
      Einigen wir uns einfach auf folgendes Wording:
      Es handelt sich um einen Vernichtungskrieg gegen russische Waffensysteme und gegen den militärischen Komplex Russlands als Ganzes.

      phz (2000)

  10. Es ist zwar bekannt, dass russisches Gas von Indien nach Europa geliefert worden sein soll, aber mir war bislang nicht bekannt, dass anscheinend Deutschland für Indien bestimmte Tanker nach Europa umgeleitet hat. Das ging dadurch, dass Indien seine LNG-Lieferverträge aus Russland mit Gazprom Singapore abgeschlossen hat und Gazprom Singapore ist in Besitz der Gazprom Germania, die wiederum seit April von der Bundesnetzagentur verwaltet wird. Durch die Bundesnetzagentur sollen für Indien bestimmte russische LNG-Tanker nach Europa umgeleitet worden, so dass die indische Wirtschaft eine Gasknappheit erlebte:
    https://www.reuters.com/business/energy/gazprom-singapore-misses-lng-deliveries-indian-customer-sources-2022-07-19/

    Russland wiederum habe den Stop seiner Lieferungen an Gazprom Germania durch eine Ausnahme ergänzt, dass die weitere Belieferung an Gazprom Singapore weiterhin für 90 Tage erlaubt sei. Deutschland habe Indien recht geringe Strafzahlungen geboten, dafür dass sie relativ günstiges russisches Gas, das für Indien bestimmt gewesen wäre, nach Deutschland umgeleitet hat:
    https://frontierindia.com/india-faces-shortage-as-germany-diverts-gail-lng-shipments-from-russia/

    1. Damit müssten doch auch die Kritiker der deutschen Politik zufrieden sein: Das Gas kommt aus Russland, die Industrie kann weiter produzieren und in der Wohnung ist es mollig warm. Die Unterstützer der Politik werden grummeln, sich aber sagen können, dass die RF ihr Gas nur unter heftigsten Preisabschlägen verkaufen kann. Ihr Staatsdefizit schwillt.

      Wer will es den von Russland mit Billiggas überfluteten Ländern im Übrigen verdenken, wenn sie ihre Überschüsse gewinnbringend nach Europa verkaufen. Ich jedenfalls nicht.

      phz

  11. Kleiner Kommentar zu Wagner: Wenn wir von Wagner reden, reden wir nach den jüngsten Rekrutierungsmaßnahmen nicht mehr nur von Kriminellen, sondern von verurteilten Kriminellen, die diese Privatarmee ausmacht.
    Im Übrigen können verurteilte Verbrecher nur nach Amnestie durch den Präsidenten freigelassen werden. Aber was bedeuten in der RF schon Gesetze?

    phz

      1. Das Video, auf dem Putins Koch auf einem Vorplatz im Knast für Wagner rekrutiert, sollte doch wohl jeder kennen.
        Ich verlinke hier grundsätzlich nichts, aber Google News „u boote schwarzmeerflotte“ sollten Dich bezüglich der zweiten Frage zum Ziel führen.

        Wo Du gerade googelst: Der Türke Erdogan hat sich gerade für die Rückgabe „aller durch Russland besetzten Gebiete an die Ukraine“, inklusive Krim, ausgesprochen. Wenn jemand eine Nase für die Schwäche anderer hat, ist es ein Erdogan. Als Russe würde mir diese Aussage sehr zu denken geben.

        phz

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