Wie BlackRock & Co. die Welt beherrschen

BlackRock-Zentrale in New York City. Bild: Christopher Michel/CC BY-2.0

Am 16./17. September 2022 wird in der Universität Potsdam die Nachfolge-Konferenz über den größten Vermögensverwalter der Welt stattfinden: „SCHWARZER FELS“ – BLACKROCK & CO. – Auf den Spuren einer unbekannten Weltmacht.

 

In September 2020 war auf Initiative des inzwischen verstorbenen Politologie-Professors Peter Grottian das erste Tribunal gegen BlackRock entstanden. Das damalige Treffen stand im Zeichen immer höherer Mieten und der Berliner Kampagne „Deutsche Wohnen Enteignen“. Aber angeklagt wurden auch die politische Einflussnahme, der Abbau von sozialen Rechten und die Bedrohung der Ernährungssicherheit. Das Urteil war vernichtend; „BlackRock verstößt gegen die wesentlichen Prinzipien der Demokratie, gegen Völkerrecht und Menschenrechte sowie gegen nationale Gesetze oder leistet dazu Beihilfe.“ Aber es blieb unvollständig: viele Aspekte, wie BlackRock und Co. den weltweiten Wohlstand bedrohen, wurden gar nicht oder nur am Rande erwähnt. Inzwischen verhandelt der größte Kapitalorganisator der Gegenwart die (private) Auslandsschuld vieler Staaten und setzt seine Wirtschaftsmacht ein, um Staatsbetriebe zu privatisieren und öffentliche Rentensysteme durch Aktienfonds auszuhöhlen.

Die Linke auf der ganzen Welt tut sich schwer, die neue Situation zur Kenntnis zu nehmen. Alles, was mit Finanzen zu tun hat, hört sich irgendwie kompliziert an. Während regelmäßig gegen den Internationalen Währungsfond (IWF) demonstriert wird, agiert BlackRock im Dunkeln. Und das Wort „Vermögensverwalter“ hört sich irgendwie nett an. Dabei setzen die BlackRocks, Vanguards, State Streets und wie sie alle heißen ihre ökonomischen und politischen Interessen rabiater als der IWF durch.

Die US-Vermögensverwalter haben während der Merkel-Regierung in alle DAX-Unternehmen investiert. Genau ist das kaum festzustellen, da ihre Kapitalverflechtungen undurchsichtig sind. Die Schweizer Regierung hatte vor einigen Jahren versucht, mehr Licht in die Eigentumsfrage zu bringen, um festzustellen, ob die Schweizer Unternehmen überhaupt noch in Schweizer Besitz sind. Die deutsche Regierung hat die Übernahme der deutschen Großunternehmen ohne Widerstand oder auch nur Nachfrage zugelassen.

Die zweitägige Konferenz beginnt am Freitag Mittag. Werner Rügemer, Buchautor über die neuen Finanz-Kapitalisten, wird über das neue „Institutionengeflecht von BlackRock und Co“ sowie über die neuen Arbeitsverhältnisse in der „digitalisierten Fossil-Wirtschaft“ sprechen. Über die Gegenwehr bei amazon wird Orhan Akman von ver.di referieren und die IG Metall über die „Risiken von Exchange-Trades-Funds für die privatisierte, kapitalbasierte Rente“. Die Naturfreunde sind dabei und Arnulf Rating sorgt für gute Stimmung:  Komplettes Programm.

Gespräch Gaby Weber mit Werner Rügemer über den Schwarzen Fels, BlackRock

Film über BlackRock und Co von Gaby Weber: „Geld oder Money  – der Tyrannosaurus Rex in der Pampa“.

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32 Kommentare

  1. Es wird immer ein Ideal des anständigen Kapitalismus unterstellt. Wenn das Ideal an der Realität scheitert liegts nur an inneren Püschologischen der Akteure die gegen das Ideal moralisch versagen, Eliten die ihr Volk verraten, dem sie eigentlich verpflichtet wären.
    Daß es die Rechnungsweise des Sytems ist kommt nicht vor, ja es wird gar kein System gesehen, nur individuals and their families.

    Nie kommt eine Absage an den Kapitalismus.
    Je größer das Leiden desto inniger der Glaube.
    Rügemer und Weber kommen sich auch noch gut und links dabei vor.

      1. Stimmt schon, was er schreibt.
        Die Analyse des Kapitalismus und seiner Folgen kann seit Jahrzehnten als abgeschlossen betrachtet werden.
        Wie viele Bücher zur “ Kapitalakkumulation und -zentralisation“ ( Marx ) brauchen wir noch ? Das ist ja das Schöne, dass sich im Kapitalismus selbst seine Kritik an ihm verscheuern lässt.
        Die Systemfrage, Eigentumsfrage, soziale Frage stellt nicht mal mehr das Gegrütze, dass sich heute noch als “ links “ bezeichnet.

        Das Gesabbel mit den „Juden“ und dem Geld verkneift sich blue_frisbee aber künftig, gelle !?

    1. Das ist dummes Geschwätz eines selbsternannten Marxisten ohne den Schimmer von Marxkenntnis. Die Diffamierungen von Weber und Rügemer wenden sich gegen jede aktuelle Kapitalismus- und Imperialismuskritik, denn alle Praxis ist der Horror der Katheder“revolutionäre“.

      Tatsächlich unterstellt niemand ein „Ideal des anständigen Kapitalismus“. Auch Marx hat (frisbee sollte ihn mal lesen) durchaus aktuelle Missstände und Missbräuche dargestellt und Wege zu ihrer Begrenzung durch gesellschaftliche Gegenmacht beschrieben (die Fabrikinspektoren etwa sind weder vom Himmel gefallen noch haben sie etwas mit „anständigem Kapitalismus“ zu tun). Das ist hirnloses Gepöbel von einem, der den Gegenstandpunkt als Katechismus liest (was Decker nicht verdient hat).

      Blackrock et alii sind Machtkonzentrationen im heutigen Monopolkapitalismus, und es ist wichtig, sie zu analysieren und Gegenmacht aufzubauen. Es ist auch wichtig, gegen aktuelle Exzesse wie die Wohnungsspekulation vorzugehen, auch wenn das nicht den Kapitalismus (und auch nicht Blackrock) beenden wird. Auch der Kampf um den Normalarbeitstag, wie ihn Marx und Engels beschrieben haben, hat das nicht getan.

      Gegen Demokratieabbau und Ausbeutung vorzugehen wird das auch nicht tun. Katheder“revolutionäre“ Klügeleien aber werden gar nichts erreichen, sie sind Schönrednerei und Speichelleckerei der repressiven Strukturen. „Ist ja alles Kapitalismus, und alle Kritiker sind Antisemiten“, pff.

      1. Wo hat die Geldvermehrung das Maß das anständig von unanständig trennt? Nenne er dies.

        Blackrock steckt das Geld seiner Anleger in rentable unanständige Geschäfte.
        Offenbar gibts genug davon. Alles legal.

        Was stimmt da nicht?

        1. Die Antwort steht bei Marx: MEW 23, S.788
          „Kapital, sagt der Quarterly Reviewer, flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel.“

            1. Das Mass steht im Artikel :
              Das Urteil war vernichtend; „BlackRock verstößt gegen die wesentlichen Prinzipien der Demokratie, gegen Völkerrecht und Menschenrechte sowie gegen nationale Gesetze oder leistet dazu Beihilfe.“ Aber es blieb unvollständig: viele Aspekte, wie BlackRock und Co. den weltweiten Wohlstand bedrohen, wurden gar nicht oder nur am Rande erwähnt.

              Also ist die Kritik da, die Frage bleibt : Was machen die Bürger daraus?

              1. Der Kapitalismus ist nur so scheiße wie wir ihn lassen.
                Die Gewerkschaften schauen in nationaler Verblödung nur BRD-weit, selten mal EU.
                Die Kindersklaven der Elfenbeinküste besorgen die billige Schokolade.
                Der Marx hat den ganzen Kapitalismus kritisiert, nicht nur Blackrock.
                Kommunisten finden öffentlich nicht statt.
                Deshalb kann sich AfD als Alternative aufspielen.

                1. Nein ,lieber blu _brisbee, nicht die gekauften oder inlitrierten sind das Problem, sondern WIR SELBST IN UNSERER BLASE sind das Problem! Wir wollen uns das ‚im allgemeinen‘ nicht zugestehen. Das ist Das Problem! Jeder Mensch handelt nach der Prämisse innerhalb nach der Prämisse vom nattativ!
                  Du oder ich sind kleine Zahnräder, oder auch nicht…. aber WIR Menschen sollten uns Gedanken machen über Menschen und nicht nach Sinnlosen Ideologiedebatten…

              2. „BlackRock verstößt gegen die wesentlichen Prinzipien der Demokratie, gegen Völkerrecht und Menschenrechte sowie gegen nationale Gesetze oder leistet dazu Beihilfe“

                Was ist daran neu ?
                Weil es um Black Rock geht und nicht um Shell ?

              3. „Was machen die Bürger daraus?“

                Als „Bürger“, der du dich an Recht und Gesetz hältst machst du nichts!
                Alleine aus unbewussten gesellschaftlichen Verhältnissen heraus reicht es höchstens zu einer verkürzten (und antisemitisch konnotierten) Kap. Kritik, bei der lediglich Symptome reformiert gehören.

                Die FDGO sowie das (Privat)Eigentum (an Produktionsmitteln) sind im GG verankert; radikale Fundamentalkritik, mit der man nur dem Kap. beikommen kann, gilt als extremistisch, staats- und verfassungsfeindlich.

                1. Ma müßt den Kapitalismus kritisieren, nicht nur Blackrock. Dann, stellte sich raus, müßt ma am Ende den deutschen Supamarktgänger kritisieren. Das traut Rügemer sich nicht.

                  Die PdL kritisiert auch nicht die AfD-Wähler (sondern läuft denen hinterher) oder höchstens als unschuldige Opfer, Verführte die nix dafür können. Aber die können was dafür!

                  Nur: Die PdL ist Partei, braucht Wähler, beschimpft die nicht.

                  Der Wohlstand der Arbeiter in diesem Land ist auch möglich durch Ausbeutung anderswo.
                  Verwohlfeilerung der Produkte senkt die Arbeitskosten.
                  Das wird dem Kapitalismus sogar noch als Verdienst gutgeschrieben.

                  Aber Rügemer stellt sich blöder als er müßt und verkauft gut. Das Publikum applaudiert.
                  Er sagt: Profit & Geldvermehrung brauchts, nur Blackrock übertreibts.
                  Daß ers Geld scheiße findt les ich bei ihm ned.

                  1. Ich lese ja bei Marx auch viel Kritik am „Supamarktgänger“. Oder eher nicht.

                    Und ausgerechnet die spiessigste aller Spiesser“kritiken“, dass die Arbeiter, die Wähler „was dafür können“, dass ihr Wohlstand von Ausbeutung kommt. Und dass Rügemer an seinen Büchern Geld verdient. Wenn ich mich recht entsinne, sitzt Du in irgendeiner IT-Bude und verdienst auch „am Kapitalismus“. Heuchler.

                    Die Kritik Rügemers an dieser speziellen Machtzusammenballung im Kapitalismus zielt auf deren Macht bei der Verschärfung von Ausbeutungsverhältnissen, der Entmachtung von Arbeitern und Gewerkschaften, und versucht, dagegen Strategien und Taktiken zu entwickeln und aufzuzeigen. Das ist nicht die Revolution, aber mehr als kathederspiessiges semidebiles „Ma müsst den Kapitalismus kritisieren“. Ok, Ma kritisiert den Kapitalismus, und nun?

                    Leute wie Rügemer und Weber bringen noch Leute zum Nachdenken und in Bewegung. Das ist nicht genug, aber ohne das gibt es auch nicht mehr. Wenn einer in den Keller geht, den Kapitalismus kritisiert und sich gut fühlt, ist das weniger.

                    1. Was Rügemer kritisiert kritisieren Neolibs auch (der „Markt“ „versagt“, zB Flugpreise).
                      Unsa Kapitalismus muß schöna wern. Warum wird nicht?

                      Deine ad hominem enthalten kein Argument und sind auch in der Sache falsch.

                    2. Deine Diffamierungen und ad hominems gegen Werner Rügemer sind hier das Thema. Und Du schmeisst Dreck unter dem Deckmantel der Pseudonymität, sogar mit so primitiv-spiessigen Anwürfen, wie dem, dass Rügemer mit seinen Büchern Geld verdiene. Daher meine Anmerkung, dass Du meines Wissens im IT-Bereich arbeitest und gut Geld verdienst, dort aber bestimmt nicht für das Ende des Kapitalismus agitierst. Das ist kein ad hominem, ich kenne Dich nicht, nur Dein Gepöbel.

                      Werner Rügemer hat detailliert über Unternehmensstrukturen und -geschichte recherchiert und berichtet, nicht nur über Blackrock, er ist aktiv in der linken Gewerkschaftsbewegung. Seine Kritik an Blackrock geht darum, dass diese Macht und Herrschaft über das „normale Mass“ von auch internationalen Konzernen hinaus ausüben und missbrauchen (zum Beispiel unter Rechtsbrüchen und Menschenrechtsverletzungen).

                      Er macht damit das Wirken des zeitgenössischen Kapitalismus bekannt und transparent. Das ist viel für einen einzelnen Aktivisten und Publizisten. Deine primitiven selbstgefälligen Rants bringen nichts voran, sie sind reaktionär und degressiv. Dass im Kapitalismus alles mögliche am Kapitalismus liegt, ist eine Binse.

                    3. Das Interessante an eurem Disput ist, dass sich an ihm die gesellschaftliche Ambivalenz (oder Schizophrenie) des Themas Antisemitismus verfolgen lässt.
                      Mal unabhängig von der Person Rügemer bzw. die Problematik der verkürzten Kap. Kritik:

                      Bei uns herrscht einerseits eine verklärend-geschichtsrevisionistische Erinnerungskultur einer personalisierten (und keiner gesamtgesellschaftlichen) Tat der Nazis in Form der Shoa – statt einer Reflektion und Aufklärung über das Wesen des Antisemitismus (Zinswucher) – und dadurch gesellsch. Reproduktion desselben durch Verschleierung und Pflege des jüdischen Feinbildes als Projektionsfläche abstrakt erscheinender kap. Krisen.
                      Mit der als Narrativ gepflegten „Stunde Null“ ist alles abgegolten.
                      Auf der anderen Seite erfolgt genau diese – und sonst grundsätzlich fehlende -Reflektion und Aufklärung bei verkürzter Kap. Kritik, wie sie zB H. Rügemer äußert, punktuell dann doch, um im Anschluss weiter keine Beachtung mehr zu finden.
                      Ein Bewusstsein ist da, welches bei Bedarf auf Knopfdruck aktiviert werden kann.

                      Die gesellschaftliche und politische Instrumentalisierung des Antisemitismus (wann und in welcher Form man sich erinnert) – als Relativierung desselben ….

      2. Das mussten sie schon sagen, aber sonst pflichte ich Dir bei.
        „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen.
        Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinwirtschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.“

        – CDU: Ahlener Programm 1947

  2. Die Linke tut sich mit Blackrock nicht schwer, weil ihr Finanzen zu kompliziert sind, sondern weil als tonangebend „links“ auftretende Funktionäre und Referenten, z. B. vom BdWi, IL oder RLS, sich allerorten, speziell bei Veranstaltungen linker Studierender an den Universitäten, schützend vor die Finanz- und Monopolkapitalisten stellen und jegliches Interesse in diese Richtung von vorn herein als „rechtsextreme“, „antisemitische“ „Verschwörungsmythen“ diffamieren. Der Ursprung dieser Sichtweise liegt bei dem neoliberalen Philosophen Karl Popper, der sich dabei auf Marx bezieht und Kritik an Kapitalisten geschickterweise als „Vulgärmarxismus“ denunziert (siehe Popper: „Die offene Gesellschaft… Bd.2“ oder „Vermutungen und Widerlegungen“). Der BdWi-Mitbegründer Reinhard Kühnl war Vorreiter im deutschen Sprachraum und bezichtigte 1971 seinen DDR-Historiker-Kollegen Gossweiler der „Nähe zu Verschwörungstheorien“: https://linksunten.indymedia.org/de/system/files/data/2017/04/1866644481.pdf
    – eine Tradition, der der BdWi bis heute treu geblieben ist:
    https://www.bdwi.de/forum/archiv/uebersicht/fowi_4_2020.html

    Sobald z. B. auf einer linken Veranstaltung oder einem Treffen ein Konzern, eine Bank oder ein Kapitaleigner/Verwalter, etc. kritisiert wird, gibt es die typischen Reaktionen:

    „Das ist alles längst bekannt und darüber hinaus trivial/unwichtig.“

    „Nicht der Konzern/Kapitalist xy ist das Problem, sondern „das“ System/“der“ Kapitalismus. (Sie auch Hermannus Pfeiffer über Blackrock: „Das Gespenst heißt Kapitalismus, nicht Blackrock.“ https://www.fr.de/wirtschaft/nicht-maechtig-gedacht-10947056.html)

    „Klar, das ist der Kapitalismus, kennen wir… aber so mächtig ist xy nun auch wieder nicht.“

    „Das ist jetzt aber eine Verschwörungstheorie/ein Verschwörungsmythos/antisemitisch, oder auch: „Ich möchte an dieser Stelle vor Verschwörungstheorien warnen.“

    So werden Leute, die vielleicht das Video gesehen oder gar das Buch von Rügemer gelesen haben, und darüber sprechen, innerhalb von Gruppen ins Abseits gestellt und demotiviert, sich näher mit der Materie zu befassen.

    Weitere typische Reaktionen beschrieb vor Jahren schon Michael Parenti:

    Conspiracy and Class Power: https://www.youtube.com/watch?v=t21UZxRYYA4

    Ideology And Conspiracy
    Teil 1: https://www.tucradio.org/audio/Parenti_DeepPolitics_ONE.mp3
    Teil 2: https://tucradio.org/audio/Parenti_DeepPolitics_TWO.mp3

    Gegen diese Art der Diffamierung muss man sich wehren. Michael Parenti hat hier vor Jahren einen Anfang gemacht, an den man auch heute gut anknüpfen kann. Weitere Arbeit ist nötig, insbesondere wäre der Bezug auf Marx einmal zu analysieren, eine Frage könnte lauten: Ist der Kapitalist heute noch „respektabel“, wie Marx behauptete, ist er es jemals gewesen? Und falls ja, bedeutet das, dass ich den einzelnen Kapitalisten nicht für sein Handeln öffentlich kritisieren, zur Verantwortung ziehen darf? Trifft den Arbeiter tatsächlich genauso viel Schuld an schlechten Zuständen, wie den Kapitalisten, der kausale Entscheidungen fällt, wie uns alle, da wir doch Teil des „Systems“ sind?? Sind Kapitalisten deshalb für uns nur der Sündenbock, obwohl wir alle die gleiche Schuld/Verantwortung haben? Bedroht jede personalisierte Kritik das Leben der Kapitalisten – oder nicht vielmehr ihre Privilegien? Usw. usf…

    1. Es ist ja auch antisemitisch: Dem Juden wird unterstellt was Eigenschaft des Geldes selbst ist.
      Das Geld wird erst durch den Juden schlecht.

      Der Kapitalismus kann nur repariert werden wenn man den Juden vernichtet.
      Am Kapitalismus und seiner Buchhaltung liegts nicht daß Blackrock so reich an fremden Geld ist.
      Reichtum ist dem Kapitalismus wesenfremd und kann nur durch Betrug erlangt werden.
      Ehrliche Kaufleute sind arm.

      So ein Blödsinn wird mit vollster Überzeugung als göttliche Weisheit verkündet.

        1. Es muß was konkretes sein. Die Werthaltigkeit von Geld ist abstrakt, gesellschaftlich wie die Sprache.
          Abstraktes ist dem Gefühligen unbegreiflich. Denken ist abstrakt, der Mensch meidet es wo er kann.

          Irgendwas muß mit dem Kapitalismus ja nicht stimmen daß sowas unanständiges wie Blackrock existiert.
          Der Kapitalismus selber kanns nicht sein.
          Bleibt nur das Personal mit bösem Willen.

          1. @ blue_frisbee:

            Das war nur bedingt bei Mottes Posting drin. Und zwar nur dann, wenn man es entsprechend interpretiert.
            Wenn man es aber so interpretiert, deutet man es fehl. Denn der Kern der Aussage ist ein anderer.
            Allgeneine Aussagen werden in konkreto erst dann vulgarisiert (und damit idiotisiert) , wenn sie funktional auf dem falschen Argument aufbauen.

      1. So einen Blödsinn verbreitest Du mit Deinen Strohmann“argumenten“. Das was Du anderen diffamierend unterschiebst, verbreitest Du als Ideologie.

        Antisemitismus ist, wie jede rassistische Ideologie, menschenfeindlich, mörderisch und sowieso inakzeptabel, weswegen auch antisemitische Mordbanden wie die OUN/UPA und antisemitische Ideologen wie Bandera schärfste Ablehnung verdienen, und ihre Rolle (die Massaker der OUN in Lemberg und folgend ganz Galizien ab dem 29./30.6.1941 waren der Auftakt zur Shoah) muss immer wieder betont werden.

        Inakzeptabel ist aber besonders der Missbrauch des Antisemitismusvorwurfs, wie ihn Du und die völkisch-nationalistischen Regierungskreise Israels (einschliesslich der Likud als Wartestandsregierung) zur Rechtfertigung imperialistischer und rassistischer Apartheitpolitik und Repression verbreiten. Und Ideologen Deines Schlages versuchen jeden Antikapitalismus ausserhalb des Katheders und Seminars mit dieser Hassparole zu delegitimieren.

      2. Ich denke, dass Geld belanglos ist. Das Problem liegt darin, dass Geld kein Kapital werden kann. Blackrock hat kein Geld Blackrock hat Kapital, das sich verwertet.
        Wenn ich die Sprüche auf den Wahlplakaten lese, so scheint es doch Arme zu geben, da ist von Superreichen die Rede. Ohne Arme, keine Reichen. Frau Wagenknecht will eingeschenkten Profit. Und „keine Profite mit der Miete“ schränkt, doch auch ein, Profit ist der Grund, weshalb gebaut wird.
        Im Grunde schwimmen alle im selben Teich.

        1. „Kapital“ bezeichnet den Prozess der Kapitalakkumulation.

          “ Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist ./. Selbstzweck, denn die Verwertung des Wertes existiert nur innerhalb dieser stets erneuten Bewegung.“ ( Marx )

          Wagenknecht hat die Artikel 14 ( Enteignung ) und 15 ( Vergesellschaftung ) GG auch näher betrachtet, was die Versorgung mit menschlichen Grundbedürfnissen betrifft.
          Man kann Dinge aus dem Akkumulationprozess herausnehmen, oder sie darin belassen.

        2. B&R ist Propaganda, die kapitale Seite erschließt Gewinne aus Propaganda wo sind die Belege für ihr legitimes handeln?
          BR oder all die anderen Philantrophen kommen woher? Aus der Wiki aus den Medien…, wo ist die Rechtstaatliche legitimitation?
          Oder befindet sich die fast ganze Welt unter „AGB“ und nur Russland ist im Stande das zu korrigieren, was den meisten unter Demokratie dargeboten wurde?

  3. Banken, Industrien wurden mit zig Milliarden über Wasser gehalten um dann letztendlich BR zu finanzieren?
    Ja dieser Politik traue ich alles zu, denn, die publizierten „Aussagen“ treffen den Punkt. Nein wir dürfen uns nicht beschweren über ‚Medien‘ die uns nicht informierten. Sie taten das, wir sind nur zu doof und unmündig das „Real“ zu verarbeiten. Tiefenpsychologische Manipulationen sind schwer zu erkennen… aber Hoffnung gibt es immerhin.

    1. Die neuesten Diskussionen gehen tatsächlich Richtung StaMoKap.
      https://www.lrb.co.uk/blog/2022/august/ransom-capitalism
      https://www.isw-muenchen.de/2022/09/gasumlage-so-funktioniert-stamokap/
      https://www.jungewelt.de/artikel/434094.staat-und-kapital-relationale-autonomie.html

      Neidisch blickt das Großkapital nach China.
      Rußland ist ne Rohstoffdiktatur. Dazu muß man freilich erstmal Rohstoffe haben.
      Westliches HiTec gibts notfalls teuer über Mafia.

      1. Der Staat im StaMoKap verteidigt mit seinem Gewaltmonopol die Kapitalinteressen nach innen und außen, sobald einfache, strukturelle Gewalt nicht mehr genügt. Der
        Staat im StaMoKap ist ein Büttel des Kapitals.
        Unsere „Staatsoberhäupter“ beweisen dies aktuell mit ihrer anlasslosen „Sicherheits-“ und Aufrüstungspolitik. Es besteht keine akute Gefahr, demnach müssen andere Interessen von belang sein. Die Interessen der Bevölkerung werden jedenfalls nicht vertreten. Wessen denn ?

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