Von Staatsfeinden und Idolen

Donald Trump im JUli 2022 in Tampa. Bild: Gage Skidmore/CC BY-SA-2.0

Politiker habe schon immer gelogen, aber noch nie ist in sich liberal und demokratisch wähnenden Gesellschaften Unwahrheit mit solcher Apathie hingenommen und Lüge legitimiertworden.

 

Donald Trump hat den amtierenden US-Präsidenten Joe Biden als “Staatsfeind” bezeichnet. Bei Trump wundert man sich nicht mehr über derlei; seine demagogische, zuweilen unflätige Rhetorik ist schon aus den Zeiten seiner Wahlkampagnen und Präsidentschaft nur zu beans. Und doch: Während er damals seinen politischen Kontrahenten lächerlich machte, indem er ihn als “Sleepy Joe” betitelte, sich also ad hominem auf dessen physio-psychische Verfassung bezog (was.an sich schon für ein nicht hinnehmbares Vergehen im politischen Disput erachtet werden darf), ging er diesmal einen Schritt weiter und deligitimierte den Präsidenten, indem er ihn mit dem schlimmsten Attribut, das man einer ranghohen politischen Person anhängen kann, kriminalisierte: Staatsfeind.

Der Subtext war klar: Biden sei durch Wahlbetrug an sein Amt gelangt; er, Trump, habe eigentlich die Wahl gewonnen; und wenn man sich an ihm nun zusätzlich rächt, indem man dem FBI eine Hausdurchsuchung bei ihm zugesteht, vergehe man sich mutatis mutandis am rechtmäßigen Präsidenten, mithin am Staat, womit man zwangsläufig zu dessen Feind verkomme. Das performative Vorspiel zur normativen Legitimierung dieses Narrativ wurde, von Trump angeheizt, bekanntlich am 6.1.2021 am Kapitol erprobt.

Bei Benjamin Netanjahu stehen die Dinge ähnlich, wenngleich mit einem gewissen Unterschied (und man weiß bei Trump und Netanjahu nicht, wer als wessen Lehrmeister zu gelten hat; Netanjahu ist der intelligentere und wohl auch der gewieftere Politiker). Netanjahu wird sich hüten, den jetzigen Kontrahenten Yair Lapid wie ehedem Naftali Bennett als Staatsfeind zu apostrophieren. Gleichwohl hat er Ähnliches suggeriert, als er Bennett beschuldigte, durch Betrug an den Premierministerposten gelangt zu sein und mit der Partei des arabischen Israeli Mansour Abbas verräterisch koaliert zu haben (obgleich Netanjahu selbst die Koalition mit ihm angestrebt hatte); auch bei Lapid warnt er unentwegt davor, dass er mit den tabuisierten Arabern koalieren werde, weshalb er, gleichsam als “Gegenmittel”, den Einzug von Itamar Ben-Gvir, einem rassistischen Rechtsradikalen und Anhänger von Meir Kahane (von dem in diesem Blog bereits die Rede war: Sind bald Kahanisten in der Knesset?) in die Knesset intensiv förderte. Ben-Gvir könnte bei einer künftigen Netanjahu-Regierung einen ranghohen Ministerposten erlangen.

Gleichwohl ist es nicht die Heimtücke und Perfidie Trumps und Netanjahus, die das zentrale Problem an ihrer Erscheinung ausmachen. Sie sind schlimm genug, zumal es sich bei beiden um Lügner und Tatsachenverdreher der ärgsten Sorte handelt. Was aber als alarmierend zu gelten hat, ist, dass sie auf eine riesige, sie verehrende, ja nachgerade anhimmelnde Anhängerschaft stützen, die sich eines autoritären Personenkults mit Treuebezeugungen und entsprechender Kampfbereitschaft befleißigt.

Trump und Netanjahu sind Symptome ihres politisch-sozialen Kontexts, und weil sie nicht die einzigen Vertreter dieser politischen Regression sind (es wären hier noch viele andere aus verschiedenen Gegenden der Welt zu nennen), dürfen sie als Verkörperung eines Zeitgeistes angesehen warden. Für die Metamorphose, die dieser Geist, erfahren hat, gibt es viele gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische und kulturelle Gründe. Die mögen hier unbeachtet bleiben; es bedarf eines größeren Aufsatzes, um diese angemessen zu erörtern).

Was aber als neu am Netanjahu-Trump-Phänomen hervorsticht, ist der totale Zusammenbruch der Wahrheit als Kriterium für die Triftigkeit und Stimmigkeit von Gesagtem und Behauptetem, vor allem aber auch die weitverbreitete Indifferenz gegenüber diesem (Wahrheits)Verlust unter den fanatischen Gefolgsleuten der beiden Idole. Trump wusste, was er sagte, als er sich 2016 brüstete, er könnte jemanden auf der 5th Avenue erschießen und würde dennoch gewählt werden. Mit eigenen Ohren habe ich gehört, wie ein Netanjahu-Anhänger verkündete, selbst wenn er erführe, dass Netanjahu seine Tochter vergewaltigt habe, würde er ihn wählen.

Bedrohlich nimmt sich dabei aus, dass dem Diskurs die Dimension der rationalen Klärung, mithin der Aufklärung abhanden gekommen ist. Politiker habe schon immer gelogen; das ist ihr Metier, wenn es um Machterlangung und Herrschaftserhalt geht. Aber noch nie, will es scheinen, ist in sich liberal und demokratisch wähnenden Gesellschaften Unwahrheit mit solcher Apathie hingenommen, Lüge legitimiert und das Ausblenden der Realität mit solch irritierender Gleichgültigkeit akzeptiert worden. Es tangiert weder die Justizinstanzen noch die zuhörende Masse, wenn Trump Biden als Staatfeind tituliert. Es gab Zeiten in der liberalen Demokratie (ihrerseits nicht wenig verlogen), in denen eine solche Rhetorik ausgereicht hätte, um die politische Karriere des sie Verwendenden zu vernichten. Die Verhältnisse haben sich verändert: Heute mag gerade sie die Wiedererlangung der Macht und die nächste Amtsperiode garantieren.

Die Ideologieforschung hat seit jeher postuliert, dass Menschen sich das falsche Bewusstsein als Orientierungskoordinate ihres Lebens aneignen. Aber man ist immer davon ausgegangen, dass das Geglaubte für die ideologisch Indoktrinierten wahrhaftig sei. Falsches Bewusstsein kann sich in ein realitätsgerechtes und sachgemäßes Bewusstsein verwandeln, wenn es aufgeklärt wird. Zumindest das war noch Voraussetzung. Denn zwar gibt es kein richtiges Leben im falschen, aber immerhin das richtige Leben als Potential.

Das ist nun vorbei – man hat gelernt, nicht mehr an die Wahrheit, nicht an die Realität, nicht an das richtige Leben zu glauben. Für Millionen von Amerikanern ist ihr amtierender Präsident ein Staatsfeind, und der ihn dessen anklagt, ihr eigentlicher Präsident. Für Millionen von Israelis ist der des Betrugs, der Veruntreuung und der Korruption angeklagte ehemalige Premier und jetzige Oppositionsführer der Verratene. Und nichts darf daran rütteln.

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30 Kommentare

  1. „Es tangiert weder die Justizinstanzen noch die zuhörende Masse, wenn Trump Biden als Staatfeind tituliert.“
    Wie schrecklich!
    Wie konnte Trump das bloß wagen?

    So, so, in diesem Artikel wird uns also beigebracht, wer Biden einen Staatsfeind nennt, müsse von den Justizinstanzen belangt werden.
    Doch im vorherigen Artikel ist uns beigebracht worden, wenn russische Justizinstanzen Lokalpolitiker belangen, die Putin des Hochverrats bezichtigen, sei das „repressives Vorgehen“.

    Also, ich finde auch, dass Biden ein Staatfeind ist, bin aber kein Trump-Fan.
    Stattdessen halte ich es für sehr traurig, dass die politische Linke es einem Trump überlässt, die Dinge beim Namen zu nennen.

    1. „Stattdessen halte ich es für sehr traurig, dass die politische Linke es einem Trump überlässt, die Dinge beim Namen zu nennen.“
      Dat it de Pudels…

      oder sagen wir, die „institutionalisierte“ polit. Linke. Denn Linke außerhalb der Institutionen sagen ja die Wahrheit. Deshalb werden sie ja auch von rechts und pseudolinks immer wieder übers Ohr gehauen.

      Die Verluste der Demokraten etwa in Pennsylvania (langfristig gesehen) oder unter mexikanisch-stämmigen texanischen Arbeitern, müssen sich die Demokraten zuschreiben.

      Und in der Clinton-Ära gehörte Trump zu den Gästen des Hauses inkl. Spendenscheck.

      Aber es ist ein grundsätzlicher Fehler der hiesigen Berichterstattung bei uns ständig auf diese großen Namen zu schielen. Das ist Hofberichterstattung wider Willen.

      Wirklich spannend wird es ja auf lokaler Ebene.

      re: Netanjahu – Wurde jemals das Gerücht bestätigt, Netanjahu sei Mitarbeiter des FBI?

      Vielleicht weiß Hr. Zuckermann da Bescheid?

      Ich hatte vor Urzeiten einen muckraker-Text gelesen. Der Autor hatte Konteneinsicht in Ns. US-Konten gefordert, die ihm verweigert wurde mit einer Begründung, die betreffender muckraker als Indiz für FBI interpretierte.

      1. „Und in der Clinton-Ära gehörte Trump zu den Gästen des Hauses inkl. Spendenscheck.“

        Erst als Trump verkündete, er könne sich vorstellen, zur Wahl anzutreten, um als US-Präsident den Freihandel zu revidieren, wurde aus dem Darling urplötzlich der „Nazi“, den die Dem-Elite und auch einige führende Mäzene der Reps mit allen Mitteln bekämpfen mussten.
        Wer das nicht glaubt, sollte mal nachschauen, ab wann plötzlich z. B. die Koch-Brüder (Republikaner!) weder Kosten (offene Bestechung) noch Mühe scheuten, um Trumps Wahlchancen zu reduzieren.

        Trumps MAGA (=Arbeitsplätze und vor allem Steuereinnahmen in die USA zurückholen) richtete sich gegen das Geschäftsmodell global agierender Konzerne.
        Dabei vertrat er die Interessen des Teils der US-Wirtschaftseliten, deren Geschäft auf den US-Markt und dessen Kaufkraft konzentriert ist, z. B. Bauunternehmen – im Gegensatz zu global ausgerichteten Geschäftsmodellen wie z. B. Amazon. Folglich bekämpft dessen Besitzer Jeff Bezos, der zufällig auch die Washington Post besitzt, Trump.

        1. Einerseits stimme ich zu.

          Andererseits hilft eine Kontrolle und ggf. Korrektur des eigenen Informationshorizonts durch Konsultation der US-Aktivisten, die tatsächlich dort leben. Sie erinnern daran was in Substanz „drüben“ alles wirklich schief geht.

          Es gibt eine Steigerung zu dem verantwortungslosen Gehabe der Demokraten.

          Ich jedenfalls mache mir manchmal etwas vor, obwohl ich es besser wissen sollte, denn die US-Linke mobilisiert seit Jahren.

          Es ist wie mit dem Supreme Court. Im Verborgenen wird gewerkelt, und nur Experten (hier tatsächlich Chomsky als intern. Stimme) wissen um deren zutiefst antidemkoratische Tradition die ins 19. hrdt. zurückgeht. Die wir aber ignorieren.

          Und dann eines Tages wird das Recht auf Abtreibung abgeschafft. DAS wissen dann alle, sogar wir hier in Dt..
          Aber dann ist es zu spät.

          Lange Rede:

          DemocracyNow hat ungewöhnlicherweise einen eigenen kurzen Kommentar dazu gepostet vor 1 Stunde:

          https://www.democracynow.org/2022/9/8/will_this_autumn_lead_to_democracys?fbclid=IwAR2memeULMG3I4P1atMuz0xT56vZqoKNMq8sWTdL0UEYINqOoEoQbNAN5GY

          Ausschnitte:
          „Traditionally, Republicans leaned on voter suppression as one of their key tactics. In 1980, conservative Republican activist Paul Weyrich said in a speech: “I don’t want everybody to vote. Elections are not won by a majority of people, they never been from the beginning of our country, and they are not now … our leverage in the elections quite candidly goes up as the voting populace goes down. (…) CNN obtained a video of a Michigan GOP training session for poll workers, with party officials instructing people to break election laws by infiltrating polling places to challenge voters, take video recordings illegally, and other actions to disrupt voting.

          Florida Governor Ron DeSantis created the nation’s first “election police force,” with armed officers tasked with ferreting out election fraud that even DeSantis admits is almost non-existent. In August, this new police force arrested 20 people, mostly Black men, for voting after believing their right to vote as former felons had been restored. Many of them now face up to five years in prison. The chilling message is clear: voting while Black can be dangerous.“

          1. Dazu ist auch zu sagen, dass der Zuschnitt der Wahlkreise vor Jahren so geändert wurde, dass die Stimmen der Schwarzen kein Gewicht haben und dass als Ausweisdokumente sowohl Führerscheine als auch Studentenausweise gelten, die eben vor allem bei armen Schwarzen kaum vorhanden sind.
            Und so weit ich weiß, ist der Eintrag in die Wählerlisten nur zu einem Zeitpunkt möglich, an dem die arme Bevölkerung arbeitet. Also den Armen werden massiv Hindernisse in den Weg gelegt.
            Mal ganz abgesehen davon: Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie längst abgeschafft.

            1. man darf sich gewiss nicht Illusionen hingeben, aber bei 50 Staaten mit 50 unterschiedlichen Wahlrechten darf man den Glauben an Veränderung nicht pauschal aufgeben.

              An vielen Orten gab und gibt es Fortschritte/Widerstand, über die aber hier natürlich kaum berichtet wird.

              Roe vs. Wade betraf ein federal law. Jetzt ist es futsch, und es gibt statt dessen 50 Staaten mit 50 unterschiedlichen Regelungen zur Abtreibung. Aber das zeigt, dass dieses Land auf den polit. Ebenen unterschiedlich funktioniert.

              Wir kriegen nur die oberste Ebene mit.

              Und natürlich ist die Wahlkreisarrondierung ein heftiges Mittel.

              Es gab vor vielen Jahren einen coolen Text im New Yorker über Obamas frühe Karriere in Chicago.
              Zentral war eine Karte mit den Wahlbezirken von Chicago. Nur gewisse Personen hatten Zugang zu dieser Karte. Diese Karte gestattete es die Wahlbezirke zu verändern. Obama konnt erst regionale Wahlen gewinnen, als er Zugang hatte und die Viertel in seinen Wahlbezirk einfügte, die ihn wählen würden.

          2. „Es gibt eine Steigerung zu dem verantwortungslosen Gehabe der Demokraten.“

            Natürlich.
            Deshalb finde ich es ja so traurig, dass bezüglich der Außenpolitik ausgerechnet jemand wie Trump, ausgerechnet mit einer Partei wie den Republikanern das kleinere Übel für die Welt darstellt.
            Zumal Trump ja nun seinerseits keinesfalls ein Friedensengelchen ist – man denke nur daran, was er Südamerika antat und antun wollte.

            Aber wenn Trump seine zweite Amtszeit bekommen hätte, hätte er die NATO endgültig zerlegt – egal, welche Gründe er dazu hat.
            Und mit Trump als US-Präsident hätte z. B. kein Habeck der Bevölkerung verkaufen können, es sei so toll, den USA zu dienen.

            1. Um Missverständnissen vorzubeugen:
              Bei den Reps tummeln sich auch Hardcore-Transatlantiker wie Lindsey Graham.
              Graham war einer der größten Feinde von Trumps Außenpolitik, z. B. dem von Trump geplanten US-Truppenabzug aus Middle East und Afrika.
              Bei seinen Intrigen dagegen verbündet er sich stets mit Dem-Abgeordneten.

              1. einer Verteidigung Trumps werd ich mich nicht anschließen können.

                Es ist wahr, dass er ein klein bisschen Kommunikation mit den Russen zugelassen hat.
                Aber wie zuverlässig war das?

                Ebenso: Inwieweit das „Zerlegen“ der NATO Realität war oder nur Gedöhns. (Ich glaube es nicht.)

                Wenn sogar das US-Oberkommando unruhig wird, weil Trump die Abschusscodes für die Raketen hat, wird es ungemütlich.

                Gen. Milley hatte Peking ja persönlich informiert, dass sie dafür Sorge tragen, dass da nix schief läuft.

                Und die Umweltpolitik Trumps, wenn man das so nennen kann, eine gewaltige Hypothek. Vielleicht langfristig sogar das allergefährlichste.

                Jedenfalls nehme ich die Unruhe intern, die die Leute ob Trump hatten und haben, inzwischen ernst.

                November 2016 war ich da noch lockerer.

                Genauso wie ich die Situation jetzt im Januar nicht ernst nahm, weil ich mir einfach das systemische Versagen an der Heimatfront so nicht vorstellen konnte.

                Trump / Demokraten? „Between a rock and a hard place“.

                Aber angenommen, so eine Kapitolerstürmung wie am 6. Januar (ich war von der Panik der Berichterstattung zugegeben etw. genervt), kippt. Nicht alle Wege der Zerstörung führen unbedingt über Kiew.

                Und wir dürfen uns nicht in die Tasche lügen: Trump hat nonchalant die Abrüstungs-und Kontrollverträge mit Russland alle ohne Diskussion gekündigt.

                New START (denke ich) hat nur überdauert, weil Biden wenige Tage vor Ablauf verlängert hat.

                Ich will nur warnen, nicht in eine Falle zu tappen, die dann mit Verzögerung zuschnappt und noch schlimmere Verletzungen hinterlässt als wir jetzt schon diagnostizieren müssen.

                1. „einer Verteidigung Trumps werd ich mich nicht anschließen können.“
                  Hat hier irgendjemand Trump „verteidigt“ und von Ihnen verlangt, sich dem anzuschließen?

                  „Ich will nur warnen, nicht in eine Falle zu tappen, die dann mit Verzögerung zuschnappt und noch schlimmere Verletzungen hinterlässt als wir jetzt schon diagnostizieren müssen.“
                  Wovor warnen Sie denn konkret?
                  Vor Meinungsäußerung?
                  Glauben Sie, was wir hier im weltberühmten Overton-Magazin an Meinungen äußern, hat so großen Einfluss auf die US-Politik, dass „eine Falle zuschnappt“?

                  Die Falle, in die sich die politische Linke begeben hat, nennt sich BLINDER MORALISMUS.

                  Zu Ihren inhaltlichen Punkten hätte ich einiges zu sagen, aber warum sollte ich das tun, wenn mir unterstellt wird, eine „Verteidigung Trumps“ nötig zu haben???

                  1. ich wollte hier nichts unterstellen, da bitte ich um Nachsicht.
                    In der eiligen Schreibe kommen die Intentionen manchmal falsch rüber.
                    Ich will nur davor warnen eine potentielle Gefahr durch Trump zu unterschätzen (nicht etwa „verteidigen“), jetzt da wir uns im Moment mit anderen Verrückten in den USA kontronftiert sehen. Vielleicht verblassen dabei seine vergangenen Taten. Bis er dann wiedergewählt wird (oder einer seiner jüngeren Klone).
                    Und um Moralismus geht es mir nicht.
                    Es geht ausschließlich um materielle, reale Gefahren.
                    Noch extremerer Abbau von Grundrechten, Erosion der sozialen Struktur durch die Finanzpolitik-und Sozialpolitik, weitere Radikalisierung der Bevölkerung, zunehmender Rechtsruck in den „Branches“ der Sicherheitsdienste. usw.
                    Eine weitere Steigerung all dessen was wir bereits erleben.
                    Zunächt beträfe das vielleicht eher die USA selbst.
                    Aber irgendwann kann es passieren dass es dann auch die anderen Länder erwischt.
                    Weil innenpolitisch die USA dermaßen vor die Hunde gehen, dass eine Externalisierung der Konflikte der einzige Weg ist.
                    Wenn sogar eine Liz Cheney (deren Vater natürlich die Basis für diese Dinge gelegt hat) ihre Position in der Partei aufs Spiel setzt, um etwas gegen MAGA zu unternehmen (nicht dass sie mir leid täte), kann man das ja zur Kenntnis nehmen.
                    Wenn ich vor etwas Angst habe, dann die Militärmacht der USA.
                    Wenn die losgelassen wird, dann gute Nacht.
                    Und diese Dinge passieren nicht über Nacht. Es könnten jetzt polit./gesellschaftl. Prozesse in den USA in Gang gesetzt werden, deren Konsequenzen vielleicht erst in 8 oder 10 Jahren zu sehen sein werden, wenn es zu spät ist.
                    Das meinte ich mit „Falle“. Dass man zu kurzfristig auf die Dinge blickt.
                    Ich verarbeite hier ja lediglich als Außenstehender meine Lektüre der amerikanischen Berichterstattung. Und da fällt mir auf, dass sogar sehr analytische, nüchterne Geister, bei Trump und den MAGA-Leuten warnen, dass jeder vernünftige Diskurs zum Erliegen gekommen ist und droht alles in die Tiefe zu reißen.

                    Ist etwas lang geworden…

                    1. „Ist etwas lang geworden…“
                      Meine Antwort auf all Ihre Punkte müsste noch viel länger werden, um auch nur ansatzweise darauf einzugehen.

                      Zu Ihrem Zweifel daran, dass Trumps Verhalten als US-Präsident den transatlantischen Zusammenhalt gefährdete, möchte ich aus Zeitgründen nur darauf verweisen, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung damals keinen Zweifel daran hatte.
                      Die KAS betonte damals, sie müsse sich vermehrt in Lateinamerika z. B. beim Putsch in Bolivien engagieren, um an Trumps Blockade vorbei „die transatlantische Bindung“ durch Zusammenarbeit vor Ort aufrechtzuhalten.
                      Dass die KAS dabei in Petosi dazu beitrug, das dortige deutsche Lithium-Projekt abzusägen, bezeichnete sie selbst als „unvorhergesehenen Kollateralschaden“, soweit ich mich erinnere (die deutsche Autoindustrie war darüber nicht glücklich).
                      Evo Morales hat sich später im Exil sehr konkret dazu geäußert.

                      An diesem Einzelbeispiel zeigte sich damals, wie transatlantische Interessen z. B. deutschen Industrieinteressen zuwider laufen können.
                      Für die Mission der Transatlantiker war es nur konsequent, das Lithium im Uyuni-See als verzichtbar für die deutsche Autoproduktion anzusehen – denn Klimaschutzbemühungen durften ja nicht gemeinsam mit „Autokratien“ wie der Morales-Regierung umgesetzt werden.

                      Doch wie soll Klimaschutz jemals sinnvoll möglich sein, wenn ein großer Teil der Weltbevölkerung als Feind bekämpft wird?
                      Müssen erst alle Länder dieses Planeten in „Demokratien“ nach westlichem Modell zurechtgeputscht werden?
                      Das ist die Agenda Bidens (und natürlich auch der deutschen Grünen): Erstmal die Klima- und Umweltschädigung maximieren, um Klimaziele für irgendwann später zu postulieren.
                      Damit will ich Trumps offensive Anti-Klimaschutz-Politik keineswegs „verteidigen“, doch wer richtet denn tatsächlich mehr Schaden an?

                      Bevor ich auf einen weiteren Ihrer Punkte eingehe, möchte ich erstmal fragen, ob daran überhaupt Interesse besteht.

                    2. Hi Sabine Schulz,

                      bereits während der ersten Regierungszeit der Rot/ Olivgrünen outete sich die Olivgrüne Partei, dass wirklicher Umweltschutz nicht Teil ihrer Politik ist. Der Juguslawienkrieg mit massiven Einsatz von Uranmunition ist ein Beleg dafür.

                      Diese vorgeschobene Umweltpolitik dient nur zu einer moralisierenden Politik, um die westliche Seite zu erhöhen und deren Interessen weltweit durch zu drücken.

                      Wollte man Umweltpolitik wirklich machen, würde Eisenbahn und ÖNV massiv gefördert. Energiekonzerne verstaatlicht um die finanziellen Überschüsse in die Umgestaltung einer wirklichen Energiewende fließen zu lassen.

                      Landwirtschaft nach Umweltstandarts und nicht nach Fläche gefördert.

                      Es gäbe keine Förderung für überdimensionierte Elektropanzer äh E-Autos siehe Tesla.

                      und und und

                      Wer glaubt, dass diese olivgrünkhakibraune Partei mit Führungspersonal, dem man nicht mal die Leitung eines Kindergartens anvertrauen würde, eine Politik betreiben möchte, um eine Verbesserung des Klimas, von Biotopen und Landschaft, von allgemeinen Umwelt- und Lebensbedingungen zu erreichen, der glaubt auch, dass Babys der Klapperstorch bringt.

                  2. der Antwortbutton bei Ihrer unteren Antwort ist weg.

                    Natürlich besteht Interesse. Wenn Sie sich die Mühe machen und etwas dazu schreiben lese ich das und gewisse die anderen auch.

                    Allerdings kann ich aus Zeitgründen nicht versprechen angemessen zu antworten.

                    re: Potosi – es gibt von einem Autor namens Beutler ein Buch über Bolivien und die Frage nach dem Lithium, auf die Sie eingehen. Ist aber schon älter.

                    1. Ob Lithium die Zukunft ist?

                      Habe heute gerade ein interessanten Artikel über neue Akku-Möglichkeiten gelesen:

                      https://efahrer.chip.de/news/akku-preis-faellt-auf-ein-zehntel-elite-forscher-entwickeln-neuen-super-akku_109316

                      „Ist ein Ende der Lithium-Abhängigkeit in Sicht? Ein internationales Forscherteam entwickelte eine Batterie, die komplett ohne Lithium und andere seltene Rohstoffe auskommt. Neben der einfacheren und billigeren Materialbeschaffung wartet der Superakku auch noch mit anderen Vorteilen auf.

                      Den neuen Batterieaufbau, bei dem Aluminium und Schwefel als zwei Elektrodenmaterialien mit einem geschmolzenen Salzelektrolyten kombiniert werden, beschrieben die Wissenschaftler in einem Artikel in der Fachzeitschrift Nature.“

                      Lithium hat ja viele Nachteile: nicht genügend vorhanden, sehr umweltbelastender Abbau, stark unterschätzte Brandgefahr

                    2. Hallo xyz,
                      Sie haben geschrieben:
                      „Wenn sogar eine Liz Cheney (…) ihre Position in der Partei aufs Spiel setzt, um etwas gegen MAGA zu unternehmen (…), kann man das ja zur Kenntnis nehmen.“

                      Damals kam man nicht umhin, die Medienauftritte einer Liz Cheney zur Kenntnis zu nehmen.
                      Was mich betrifft, ich nahm damals zusätzlich zur Kenntnis, dass die für Trumps Amtsenthebung vom Anti-Trump-Flügel seiner eigenen Partei gegründete „NGO“ steuerbefreit einen Fonds einrichtete, um Republikanern konkretes Geld (in Form außerordentlicher Wahlkampfhilfe) für ihre Positionierung gegen Trump zu versprechen (s. „Defending Democracy Together“).
                      (Als ich damals dazu im Telepolis-Forum als Beleg wörtliche Zitate aus der Webseite dieser NGO einbrachte, kam das elaborierte Gegenargument: „Du verlogener Trump-Troll“, weil jemand offensichtlich nicht fähig war, die englischen Zitate zutreffend zu übersetzen.)

                      Damals nahm ich zusätzlich die „Enemies List“ zur Kenntnis, mit der die Linke der Demokratischen Partei (AOC usw.) zur Jagd auf Trump-Unterstützer aufrief, die dann aber aus rechtlichen Gründen wieder vom Netz genommen wurde.

                      Mich als naive Linke machte damals auch stutzig, dass Michael Moore mit dem Bellingcat-Mitarbeiter Evans konkrete Umsturzpläne im Falle einer Wiederwahl Trumps schmiedete (s. Moore’s Podcast mit Evans).
                      Zu Evans:
                      Im April 2014 hatte Evans eine Putsch-Anleitung anhand der Aussagen von Maidan-Aktivisten veröffentlicht, worin der Einsatz von Brandsätzen eine Hauptrolle einnahm.
                      Später wurde er als „conflict journalist“ einer der 18 festen Mitarbeiter von Bellingcat und betätigte sich nun „on the ground“ in Portland, wo sich der erste US-Ableger der deutschen Antifa nach Trumps Wahl zum US-Präsidenten der „physischen Militanz“ (Eigenaussage) verschrieb.
                      2020 begleitete Evans die vom Jugend-Ableger der Antifa initiierten nächtlichen Ausschreitungen, die regelmäßig Brandstiftung zum Ziel hatten.
                      Evans zur Brandlegung des dortigen Polizei-Gewerkschaftshauses:
                      „I was there. The Burning of the PPA was a deliberate and very intelligently executed action by disciplined activists.“

                      Ferner nahm ich damals zur Kenntnis, dass bei den nächtlichen Ausschreitungen in Portland ein Flyer die Kampfstrategien der „Hong Kong Protests“ erläuterte, die alsbald 1:1 übernommen wurden, wie man auf Videos bewundern durfte: Abschirmung der Brandsätze-Werfer durch „peaceful protesters“, Blendung der Polizisten mit Laserpointern (was zum dauerhaften Verlust des Augenlichts führen kann) usw.

                  3. re: Sabine Schulz vom 12.Sept. 2:31 – Antwort lässt sich nicht anders platzieren.

                    diese Notizen sind uU keine adäquaten direkten Antworten. Gestatten Sie trotzdem die Assoziationen. Ich muss wohl wann anders noch mal antworten und eher auf ihre Punkte eingehen, sofern ich das kann.
                    ***
                    was tp betrifft, war ich da auch nur sehr kurz. Nachdem ich ebenfalls beschimpft wurde, und Foristen nicht auf meine Argumente und Textlinks eingingen.
                    ***
                    Im Detail bin ich mit US-Linken wahrscheinlich nicht vertraut genug.
                    Allg. sagt man in der Bewegung, dass die Antifa im Gegensatz zu BLM „versagt“ habe. bzw. falsch agiert (hat) – wenn es darum geht, polit. Ziele durchzusetzen bzw. gegnerische zu verhindern.

                    Wie man die Frage der Gewalt und Gegengewalt beantwortet, denn ich glaube darum geht es letzterdings, ist kompliziert. Wie agiert man gegen einen Polizei-Apparat, der zT einfach gefährlich zu sein scheint. Bei einer online-Veranstaltung bekannter amerikan. Aktivisten, in die ich reinhörte, war man sich z.B. uneinig über „De-Fund the Police“.

                    Die einen sagten, es habe in der Bevölkerung ihrer Sache geschadet, die anderen widersprachen. Interessant war dabei, dass schwarze Aktivisten, die auf Grund ihrer Hautfarbe und ihrer lange Erfarhung wahrscheinlich am eigenen Körper erfahren haben, was US-typische counter-insurgency konkret bedeutet und auf dem Gebiet von Polizeigewalt und rechte Gewalt (Rennwagen die in Straßenfeste gesteuert werden) viel Erfahrung gesammelt hatten – dass dieselben Aktivisten der Meinung waren, der 2014er Maidan sei eine genuin und vollständig demokratische Sache gewesen. Dieselbe Aktivisten halten auch Putin für eine große faschistische Gefahr. Damit vertreten sie in dieser speziellen Angelegenheit dieselbe Sicht, die Bernie Sanders´ auslandspolitischer Berater vertritt.

                    (Schwarze) Aktivisten, die von Polizei und FBI drangsaliert werden, werden gegenüber Trump, seinen Anhängern, der systemischen Gewalt, sehr viel radikaler gegenüberstehen.

                    Es gibt auch offenbar einen Zusammenhang zwischen Rassismus in den Sicherheitsapparaten und einem offen rassistischen Präsidenten (ob der das privat wirklich glaubt oder das nur aus Werbezwecken vorgibt, spielt keine Rolle. Es zählen dann nur die „Manifestation“ und die realpolit. Konsequenzen)

                    Da gibt es dann wiederum einen Mann wie den linken Soziologen Mike Davis, der leider bald sterben wird wie er selber in einem Interview kürzlich sagte, der nannte im selben Interview die Weathermen „Arschlöcher“ hinsichtlich ihres Umgangs mit Gewalt.

                    Wie agiert man, wenn die Gefahr zu bestehen seint, dass in einigen Staaten ein rechter Mob die Staatsorgane unterwandert oder unterminiert oder vielleicht sogar übernimmt, (z.B. geplante Entführung einer Gouverneurin / korrupte LAPD – der Amoklauf eines kalifornischen Polizisten vor einigen JAhren, der dann auch sich selber erschoss, war möglicherweise ein Racheakt an korrupten Polizeikollegen gewesen, deren Aktivititäten durch den Amoklauf unglücklicherweise verschleiert werden konnten in der Öffentlichkeit, wie ich Gerüchten damals entnahm.)

                    Cheney: Natürlich geht es auch um die Futtertröge. Und natürlich sind Reps. die gegen Trump sind keine Samariter. Die Tatsache dass sie, statt aus der Partei auszutreten bleiben, sagt ja schon genug aus.

                    Aber so wie jetzt ausgerechnet ein Kissinger zur US-Außenpolitik sagt „genug“, so gibt es auch bei den Reps. ungewöhnliche Flügelkämpfe ob mangelnder Kontrolle gewisser republikan. Wählerschichten.

                    Es führt vielleicht zu weit, aber es erinnert mich ein wenig an die Entente vor 1940. Sie förderten Hitler als Frontmann gegen die verhassten Russen, bis sie die Kontrolle über die Deutschen verloren nach Kriegsausbruch.

                    Trump hat jedes Umweltabkommen so weit ich gelesen hatte, torpediert. Er erklärte auch diese ganze Umweltsorge für Humbug. Und entsprechend hat er dann auch eine Wirtschaftspolitik betrieben.

                    Und wir haben ja unterschiedliche Wege entwickelt unsere Spezies auszulöschen. Das Unterminieren von Umweltpolitik ist einer davon. Ob Trumo dabei witzelt oder nicht. Ob er ironisiert oder nicht. Ob der Biden Clan selber korrupt ist oder nicht. Spielt keine Rolle, wenn die Trumpsche Politi, in diesem einen Bsp. dazu führt, dass in 20 Jahren ein zerstörerischer Klimakollaps herbeigeführt wird, der uns nicht jetzt sondern in 50 Jahren auslöscht.

                    Von Michael Moores Koop mit Bellingcat wusste ich nichts. Aber zum Einen war MM für mich immer Propagandist, mit den entsprechenden Einschränkungen der Qualität von Aussagen, zum Andern können ja vernünftige Leute über Jahre merkwürdig werden (und umgekert.)

                    1. Hallo xyz,
                      da hier im Forum offensichtlich kein Platz für weitergehende Diskussion ist, möchte ich meine These auf folgende Frage reduzieren:

                      Was ist aus der Tatsache zu schließen, dass das „Overton-Magazin“ parallel zu obigem Artikel, der Trump/Trumpismus zur schlimmsten Gefahr erklärt, eine Artikelserie veröffentlicht hat, die aus der Übersetzung eines Artikels des „The Postil Magazine“ besteht?
                      Zitat Florian Rötzer:
                      „Das Interview mit Jacques Baud wurde für das Postil Magazine geführt. Wir danken für die Möglichkeit, es übersetzen und bei uns veröffentlichen zu können.“

                      „The Postil Magazine“ stellt nicht nur Trump in Wort und Bild als Heiligen dar, sondern positioniert sich viel weiter rechts-außen als Trump.

                      Warum habt ihr es nötig, Einschätzungen zum Ukraine-Krieg ausgerechnet von einem Trump verehrenden, ultra-rassistischen Medium zu übernehmen?
                      Habt ihr keine anderen Quellen dafür?

                      Herr Rötzer kann nicht übersehen haben, dass im „The Postil Magazine“ direkt unter dem Baud-Interview der Artikel „In Defense of German Colonialism“ steht.
                      Zitat aus dem Artikel:
                      „With the Spirit of Berlin promising high living standards, Europe’s conquest of Africa was justified, not just legally but also ethically, and just as much it was unavoidable.“
                      Des Weiteren dehumanisiert der Artikel die Afrikaner, indem er ihnen die geistige Fähigkeit, selbst über ihre Entwicklung zu entscheiden, abspricht.*
                      Und direkt darunter befindet sich ein Artikel, der unter dem Motto „Christ is risen!“ die kürzlich ermordete Tochter Dugins heiligt.
                      Zitat:
                      „For this, Darya worked tirelessly for the Eurasian Movement, founded by her father Alexander Dugin.“

                      Passend dazu heißt es bei „The Postil Magazine“ im „About us“:
                      „In other words, we work for the return of Christendom.“
                      Dementsprechend wird dort auch Darwins Evolutionstheorie „widerlegt“.

                      *Das passt leider zum Overton-Artikel über den BW-Einsatz in Mali, in dem mit keinem Wort erwähnt wird, wie die Bevölkerung Malis dazu steht.
                      Kein Wort über die zahlreichen Massenproteste in Bamako gegen die ausländische Militärpräsenz, kein Wort darüber, dass die Bevölkerung Malis den Coup gegen den „gewählten Präsidenten“ mehrheitlich mitgetragen hat, kein Wort darüber, dass insbesondere die städtische Bevölkerung zuvor die Wahl boykottiert hatte, nachdem die Oppositionspolitiker bedroht und entführt worden waren.

        2. @ Sabine: Wer das nicht glaubt ….
          Ich glaube es unbesehen. Leider wird dieser schlechte, charakterlose Stil in der gesamten Gesellschaft, von oben bis unten, immer mehr übernommen. Wer sich dem nicht anpasst, ist Verlierer, Außenseiter.
          Warum gibt es wohl in diesen, unseren Gesellschaften so viele psychisch Kranke, Gemütskranke und Leute, die bewußt die Flucht aus dieser Gesellschaft antreten? Wie exportieren nicht nur „Demokratie“, sondern auch alle Krankheiten, die diese Gesellschaften entwickelt haben, einschließlich fast täglicher Amokläufe.

          1. Wie könnte man an dieser gesellschaftlichen Entwicklung (die ich ähnlich sehe) etwas ändern?
            Seit einiger Zeit frage ich mich, was ich da als Einzelne konkret tun kann (außer halt nur in meinem persönlichen Umfeld Leuten mit Problemen Verständnis entgegen zu bringen).

  2. Trump möchte keinen Schönheitspreis gewinnnen. Er will wieder Präsident werden und er schafft das auch.
    Trump ist nur zu schlagen, wenn die Demokraten vereint Bernie Sanders pushen, insbesondere mit finanzieller Wahlkampfhilfe.
    Biden ist durch und alle Ostküstengesichter des Etablishments mit ihm.

  3. Nichts gegen Herrn Zuckermann, der auch schon interessante Interviews gegebenhat. Aber dieser Text ist doch zu simpel gestrickt, als wisse er genau, welche Staatschefs die guten und die bösen seien. Biden und der aktuelle israelische Regierungschef (ist schon wieder Neuwahl?) sind genauso machtbesessen und hintertrieben wie Trump und Netanjahu.

    1. Dem ist nichts hinzuzufügen, doch, halt. So richtig die Vorwürfe auch sind, so einseitig schief ist das Gesamtbild, da die Gegenseite nicht einbezogen wird, die nicht weniger Dreck am Stecken hat.
      So wirkt der Text als Parteinahme für die „Demokraten“, dem vermeintlich kleineren Übel. Das verhindert, die ganze politische Klasse als zwangsläufig antidemokratisch aus dem Entwicklungsstand der kapitalistischen Produktionsverhältnisse hervorgegangen zu sehen. Auch unter den Demokraten wird sich der Trend der gesellschaftlichen Spaltung fortsetzen.
      Hierzulande ist es das Phänomen der zunehmenden Häufung unqualifizierter und skrupelloser Scharlatane in Parteien – und Regierungsfunktionen, das ebenfalls Symptom des gesellschaftlichen Verfalls infolge der wachsenden Widersprüche der Kapitalherrschaft zwangsläufig auftreten muß.
      Eine andere, der menschlichen Vernunft entsprechende Politik ist erst auf Basis einer anderen Produktionsweise, die auf den Bedürfnissen und nicht auf dem Wert entsteht, möglich. Der Kapitalismus, jede Form von Warenproduktion, muss aufgehoben werden. Mit Kapitalismus kann nur die Vernichtung der Menschheit erwartet werden, aber er bietet die Möglichkeit, zu einer anderen Produktionsweise überzugehen.

    2. Geht mir genauso. Habe aus dieser Hand Beiträge mit einer anderen Qualität erwartet. Und, täusche ich mich? So haben doch Biden und eine Menge Demos auch Trump unflätig beleidigt und u.a. als Staatsfeind bezeichnet! Seltsam, wie hier mal wieder doppelte Standards aufgefahren werden.
      Ich bin kein Anhänger von Trump, für mich sind alle US-Präsidenten, die ich seit Eisenhower miterlebt habe, eher ein Unglück für die Welt gewesen. Das lässt sich bis zum aktuellen Ukraine-Konflikt durchgängig nachweisen.

      Zu den politischen Machtkämpfen in Israel kann ich nichts sagen, aber auch dort scheinen die, welche lieber zündeln und köcheln, das Sagen zu haben. Auch dort ist die Beziehung zwischen Regierenden und Regierten (dem Volk) offensichtlich zerrüttet. Aber vielleicht sind dort die Medien nicht ganz so gleichgeschaltet wie in Deutschland. Das wäre ja schonmal was!

  4. Lüge oder Wahrheit, wer kann das wirklich noch auseinander bringen?
    Meine ‚Wahrheit‘ liegt im Zusammenhang von Imperien und das Zeitalter der Zionisten bröckelt gerade gewaltig.
    Eine Mossad Delegation reiste in die USA um deren Dienste über iranische Aktivitäten aufzuklären. Der Iran selbst (Grosssanktioniert seit Dekaden) verspricht sich einen Wirtschaftsboom mit Russland. Die Türkei hat ihr überleben dem Russen zu verdanken und macht weiterhin seine ambivalente Politik.
    Die Stütze Israels war und ist der Zionismus ohne dessen könnten all die annektierten Gebiete wegfallen, die folgen daraus wären natürlich fatal, aber das ganze war am Anfang schon FATAL…

  5. Nichts läge mir ferner, als Tronald zu verteidigen. Aber die Steilvorlage Bidens für Tronalds Abqualifizierung nicht zu erwähnen, ist nicht korrekt. Bidens Rede vor geradezu teuflischer Kulisse – eine sicherlich genau so beabsichtigte Inszenierung – hatte es in sich. Denn darin wurden die in der Bevölkerung nun doch zahlreichen Anhänger seines Vorgängers recht umstandslos als gefährliche Demokratiegefährder definiert, mithin als nicht satisfaktionsfähig abgefertigt. Dass Tronald darauf reagieren würde, war nicht nur klar, sondern gewollt. Und je drastischer umso besser, es geht schliesslich um Delegitimierung.

    Oberflächlich urteilend mag man als politsch Linksdrehender Biden als kleineres Übel die Stange halten wollen. Allerdings ist er es nicht. Seine sowohl gegen Russland wie auch gegen China überaus aggressive Politik bringt uns eher schneller als langsamer als mit Tronald in die Nähe eines fatalen dritten Weltkrieges. Und was die von Biden verteidigte real existierende Regierungsform anbelangt – sie ist keine Demokratie, nie eine gewesen. In den letzten Jahrzehnten ist die Herrschaft des Kapitals über die Massen wieder deutlich manifester geworden, als sie es zeitweise war. Den Tronald’schen Vorstellungen kann man gewiss eine weitreichende Faschismus-Förmigkeit attestieren, aber was unter den noch herrschenden Verhältnissen von den angeblich Progressiven getan wird, ist in seinen Konsequenzen auch nicht besser. Die verheerende Entwicklung der Lebenserwartung ist ein Menetekel. Dem aussichtslosen Kampf um die Beibehaltung der Welthegemonie wird buchstäblich alles untergeordnet, bis hin zum nackten Nihilismus.

  6. Wieder ein Link etwas Off topic:
    Es gibt eine Europäische Bürgerinitiative, die das Verbot des Handels mit Siedlungen in besetzten Gebieten fordert.
    Die ECI braucht 1 Million Unterschriften. Bitte weiter verbreiten: https://stopsettlements.org/german/
    „Die Europäische Union lehnt Annexionen ab und betrachtet illegale Siedlungen in besetzten Gebieten als ein Hindernis für internationalen Frieden und Stabilität. Doch obwohl illegale Siedlungen ein Kriegsverbrechen darstellen, lässt die EU den Handel mit ihnen zu. Dieser Handel ermöglicht es, von Annexionen zu profitieren und trägt weltweit zur Ausweitung von illegalen Siedlungen bei. Wir fordern ein EU-Gesetz, das dem Handel mit illegalen Siedlungen ein für alle Mal ein Ende setzt. Dieses Gesetz wird für alle besetzten Gebiete gelten, einschließlich des besetzten palästinensischen Gebiets und Israels illegalen Siedlungen dort. Das Gesetz wird auch weltweit ein starkes Signal aussenden, dass die EU territoriale Aggression nicht länger mit Handel und Profiten belohnen wird.
    Unterzeichnen Sie die untenstehende Petition für ein historisches Gesetz, das illegalen Siedlungen ein Ende setzt!“

      1. …das beginnt natürlich schon mit der verlogenen Heiligsprechung Otto Hahns. Sein Sohn hat lange dafür gesorgt, dass in der BRD des Seniors Ruf nicht ramponiert wurde.

        Dass Hahn Giftgas im 1. WK entwickelt hat, und dass er als führendes Mitglied der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft kriegswichtige Forschung betrieb oder zumindest betreut hat, die auch angewiesen war auf die Arbeit von Zwangs und KZ-Arbeitern, ist geschenkt. Auch sein Verhalten gegenüber Meitner zu Frage des Nobelpreises reiht sich da passend ein. Aber das alles weiß man, alle sind tot und trotzdem legt man ihm immer noch weiße Gewänder an, die verschleiern, aber zeigt auf Frau Pillay mit dem Finger. Umso pikanter, bedenkt man die Vergleiche die man in den 90er gerne zog ausgerechnet zwischen Apartheid in Südafrika und der Besatzungsmacht Israel.

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