USA: Roboter zum Schutz gegen Schulschießereien

S3 Bot soll für Sicherheit an Schulen sorgen. Screenshot von YouTube-Video

Laurel School District wird ein selbst entwickelter Roboter eingesetzt, der Gewalttäter abschrecken soll, aber nur wieder ein Überwachungssystem einführt.

Allein in diesem Jahr gab es in den USA 34 Schulschießereien, 14 Personen wurden getötet, 54 verletzt. Am 30. November tötete ein Schüler vier Personen und verletzte sieben weitere. Nur 2020 gab es einen Rückgang auf 24 Vorfälle, vermutlich weil während der Pandemie viele Schulen geschlossen waren.

Die Waffenlobby rät dazu, dass Lehrer und andere Angestellte sich mit Schusswaffen aufrüsten sollen, um Angreifer abzuschrecken oder abzuwehren. Eine dumme Logik, denn je mehr Schusswaffen vorhanden sind, desto eher werden sie auch präventiv benutzt.

Der Laurel School District in Laurel, Mississippi, geht einen anderen Weg und setzt einen Roboter ein, um die Schulen zu sichern. Der mit einem Kettenantrieb fahrende und offenbar recht wenige S3 Bot wurde von der Robotik-Abteilung der Laurel High School und der Firma Trac Fabrication in Volant entwickelt. Greg Walzer, der Robotik unterrichtet, sagt: „Wir wollen mehr Sicherheit durch Technik und Roboter.“ Der Roboter soll mögliche Täter abschrecken, was aber eher fraglich ist. Eingesetzt werden kann er in Schulen, um mit Kameras zu beobachten und als Fernling zu dienen. Ausgestattet ist er auch mit Mikrophonen und Lautsprechern, um aus der Ferne mit dem Täter kommunizieren zu können.

Verglichen wird der Roboter mit einem Notruf, nur dass er mit Skype oder FaceTime auch Bilder von der Notlage schicken kann. Das könnte der Täter, wenn er den S3 Robot nicht gleich funktionsunfähig macht, auch nutzen, um mehr Angst und Schrecken zu verbreiten. Interessant für die Täter scheint auch zu sein, ihre mörderischen Aktionen durch Videos  zu bezeugen. Prominenz in der Öffentlichkeit ist schließlich auch ein Motiv der Schießerei, die oft als Amoklauf angelegt ist und mit dem Tod des Täters enden soll, was das Ganze zu einem erweiterten Selbstmord macht. Die bewaffneten Sicherheitskräfte werden also instrumentalisiert und provoziert, den Todesschuss zu machen, vor dem der suizidale Täter zurückschreckt, der sich in eine tödliche Falle hineinmanövriert.

Nun ja, der Roboter kann die Polizei rufen und Situationsbilder liefern, was nützlich sein kann, solange der Roboter in Ruhe gelassen wird und er richtig positioniert ist. Wenn sich nicht auf allen Stockwerken welche befinden, ist der Informationsgewinn womöglich schon ziemlich gering, auch wenn er ein paar Stufen überwinden kann. Er ist mit hellen rot und blau blinkenden Lampen wie die Polizei ausgestattet, was aber wahrscheinlich wenig Eindruck machen könnte. Dazu gibt es LED-Blitzlichter und LED-Scheinwerfer.

Er kann aber auch nichttödlichen Waffen Taser, einem Pfefferkugelsystem oder einem Pfefferspray-System ausgestattet werden. „Diese Geräte werden verwendet, um jemanden offensiv davon abzuhalten, jemanden in der Schule zu schaden“, sagt David Kennedy, Präsident von Trac Fabrication. Aber der Roboter soll ja Menschen abhalten, die mit Schusswaffen ausgestattet sind. Wenn sie nicht vom Roboter überrascht werden, dürften diese Waffen allerdings wenig bewirken, die eher gegen Unbewaffnete und zur allgemeinen Überwachung eingesetzt werden könnten, was überhaupt das Ergebnis des Robotereinsatzes an einer Schule sein könnte. So heißt es auch: „Das langfristige Ziel ist, den S3 Bot in allen Schulen des Landes und auch in Malls und großen Geschäften einzusetzen, die Sicherheitsvorkehrungen erfordern.“

Mit einer Schusswaffe hochrüstbar dürfte der Roboter letztlich auch sein, wenn er mit einem Taser ausgestattet werden kann, schließlich sieht er schon aus wie ein kleiner Panzer. Aber das könnte der nächste Schritt im Krieg an den Schulen sein.

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