US-Präsident Biden: „Wir werden euch jagen und zahlen lassen“

Bild: Weißes Haus

Es ist ernüchternd. Immer äußern US-Präsidenten dieselben Phrasen. Biden meint, man lasse sich nicht einschüchtern von Terroristen und werde die Mission fortsetzen, was aber im Vagen bleibt.

Es hat sich schon abgezeichnet, dass der von US-Präsident Joe Biden beschlossene Abzug am 31. August in die Hose gehen könnte. Ein Problem war, dass Biden dies über die Köpfe der Alliierten hinweg entschieden hat, was auch klar machte, dass die übrigen Nato-Staaten ohne die US-Truppen auf verlorenem Posten standen und dann eben auch das Land nach 20 Jahren Krieg verließen.

Offenbar glaubte man, zumindest in Kabul Zeit zu haben und erst einmal nur die Soldaten abziehen zu können. Dass die Taliban kampflos die Hauptstadt in rasanter Zeit einnehmen konnten, während sich die afghanische Armee auflöste oder überlief und Präsident Ghani mit seiner Gefolgschaft eilends aus Afghanistan flüchtete, war nicht vorgesehen gewesen oder man wollte es nicht wahr haben. Schließlich bedeutete es im Gegensatz zu Joe Bidens Siegeserklärung, dass man das Ziel erreicht habe, die Verantwortlichen für die 9/11-Anschläge zur Verantwortung zu ziehen und zu verhindern, dass al-Qaida den USA wieder gefährlich werden kann, ein grandioses Scheitern der Intervention, die vielen Menschen, vor allem Afghanen, den Tod gekostet und letztlich die Machtverhältnisse nicht verändert hat.

Mit den Bemühungen, noch schnell die Botschaftsangehörigen, Bürger der Nato-Länder und einige Ortskräfte zu evakuieren, war schnell klar geworden, dass die Nato flieht und die Verantwortung an die Afghanen abschiebt. Wer es nicht zum Flughafen schafft, wird zurückgelassen. Erst einmal lief dann die Evakuierung ganz gut, man meldete täglich die Erfolge, wie viele ausgeflogen wurden. Aber dann kamen immer mehr Informationen, wie viele zurückgelassen werden. Jetzt sollen noch immer tausend Amerikaner im Land sein.

Wieder einmal haben die USA, wie kurz vorher bei den Kurden in Syrien, klar gemacht, dass die eigenen Interessen über allem stehen, egal welcher Präsident an der Regierung ist. Staaten oder Gruppen werden es sich in Zukunft gut überlegen, ob sie sich an amerikanischen und Nato-Interventionen beteiligen sollen, wenn sie damit rechnen müssen, jeder Zeit fallen gelassen zu werden.

All das alleine hat Biden auch in den USA einen Popularitätsverlust zugefügt. Zwar wollten die Amerikaner aus Afghanistan raus, aber mit erhobenem Kopf und nicht als Verlierer, gedemüdigt von den bärtigen Sandalenträgern. Als Angehörige der selbst ernannten Supermacht mit der größten Streitmacht ist es kaum zu ertragen, aus einem Land zu fliehen. Aber eigentlich ist das eine Erfahrung, die die Amerikaner schon in Vietnam und in Somalia machten.

Nach den Anschlägen, bei denen mindesten 12 US-Soldaten getötet und 15 verletzt wurden, ist Biden widerlegt. Nach Medienberichten sind noch mehr Anschläge erfolgt als nur die ersten beiden. Der Islamische Staat Khorasan, ein Ableger von al-Qaida, ist in der Lage, die USA anzugreifen – und das kurz vor dem zwanzigjährigen Jahrestag von 9/11. Übrigens ist auch zweifelhaft, ob die wirklich verantwortlichen Drahtzieher zur Rechenschaft gezogen wurden. Sie sitzen wahrscheinlich nicht in Guantanamo, sondern in Saudi-Arabien. Auch Biden scheint hier nicht sonderlich an Aufklärung gelegen zu sein.

Es ist ernüchternd, immer wieder dieselben Phrasen von amerikanischen Präsidenten zu hören. Der greise Biden kündigte an, man werde zurückschlagen und die Täter jagen. Man habe gewusst, dass die Evakuierung gefährlich ist. Er sei in konstantem Kontakt mit dem Militär gewesen. Es sei klar gewesen, dass man diese Mission zum Ende führen müsse. Und das habe er auch gemacht.

Man werde sich Terroristen nicht beugen. Die Evakuierung werde fortgesetzt und Stellungen von IS-K würden mit Präzisionswaffen angegriffen werden, wo und wann man dies wolle: „Der IS wird nicht gewinnen, wir werden die Amerikaner retten. Die Mission geht weiter.“ Genauer wird er nicht. Er glorifiziert das Militär, das sich opfert, natürlich für hehre Ziele, und schließt mit einem Gebet, verantwortlich sei letztlich Trump, aber die USA hätten ja schon längst ihr Ziel erreicht, wiederholte er. Eine peinliche Veranstaltung.

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