“ … umso wichtiger wäre jetzt eine starke Linke“

Gregor Gysi in seinem Talk „Missverstehen Sie mich richtig!“. Screenshot aus YouTube-Video

Gregor Gysi im Interview mit Marcel Malachowski über die Verbrechen Russlands und die Lehren aus Auschwitz, über den Krieg gegen die Armen und die Irrtümer der Linken, über die Zukunft der Linkspartei und was Deutschland noch alles von Italien lernen muss

 

Dr. Gregor Gysi als prägende Persönlichkeit der deutschen Gesellschaft und Politik muss man eigentlich nicht mehr vorstellen, denn er ist nicht nur bei Freund und „Feind“ wie Norbert Lammert (Ex-Bundestagspräsident der CDU) hochgeschätzt, sondern gehört laut Umfragen mit Linkspartei-Kollege und Berlins Vize-Regierungschef Klaus Lederer (Der Berliner LINKE-Politiker über Armut, Mieten & Enteignung) zu den mit Abstand beliebtesten Politikern in der Bundeshauptstadt, seinen Bundestags-Wahlkreis Berlin-Treptow/Köpenick gewann er als Direkt-Kandidat seit 2005 fünf (!) Mal in Folge bei jeder Bundestagswahl seitdem mit fast jedes Mal 50%. Auf Twitter  und auf Facebook  hat er jeweils fast eine halbe Million Follower.

„Ein Leben ist zu wenig“, hieß Gysis Autobio-Buch: Gysi, der einer jüdischen Familie entstammt, ist gelernter Facharbeiter für Rinderzucht und Jurist. Seine Eltern waren aktiv im kommunistischen Widerstand gegen die deutsche Nazi-Barbarei, sein Vater nach der Befreiung Europas u.a. Botschafter in Italien. In der DDR verteidigte Gysi  unter anderem die Regime-Gegner Robert Havemann, Rudolf Bahro, Bärbel Bohley und das Neue Forum. Nach Honecker und Krenz wurde er Partei-Vorsitzender der SED, danach der PDS und war fast zehn Jahre Vize-Chef und im Parteivorstand für DIE LINKE. Zusammen mit Ex-Finanzminister Oskar Lafontaine bildete er in den 2000er Jahren das Dream Team der Partei DIE LINKE und wurde in Deutschlands Öffentlichkeit zum Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit. Seit 2016 war er langjährig Vorsitzender der Europäischen Linken, zu der auch die Syriza-Partei von Ex-Ministerpräsident Alexis Tsipras und damals des legendären Finanzministers Yanis Varoufakis gehört, und ist u.a. Sprecher der Linksfraktion für Außenpolitik.

Als Abgeordneter der Volkskammer und dann im Bundestag seit 1990 war er langjährig u.a. Fraktionsvorsitzender. Im Jahr 2002 war er Berliner Bürgermeister und dort im Land Berlin auch Wirtschaftssenator unter Klaus Wowereit (SPD). Gysi arbeitet(e) zudem für den MDR und n-tv als Moderator, zusammen mit Lothar Späth und Harald Schmidt, und moderierte eine Talk-Reihe am Deutschen Theater, aktuell „Missverstehen Sie mich richtig!“ (zuletzt mit Markus Lanz). Zuletzt wirkte er in der „Rocky Horror Picture Show“ mit, „weil ich den Vertrag mit dem Theater vorher nicht richtig gelesen hatte“ (Gysi).

„Ich habe eigentlich vier Berufe“ (Gysi): Als Herausgeber und Autor publizierte er viele Bücher, nach dem Mauerfall in der DDR das „Handbuch für Rechtsanwälte“, später mit Vize-Bundeskanzler Guido Westerwelle (FDP) „Über Gott und die Welt“, mit Martin Sonneborn  „Eine ganz linke Sache“ und zuletzt „Was Politiker nicht sagen“. Gysi ist zudem wieder tätig als Rechtsanwalt und auch als Bundestagsabgeordneter setzt er sich persönlich sehr engagiert für Betroffene von Behördenwillkür etwa durch Jobcenter ein. In einer Talk-Show sagte er einmal: „Dieses ist, was mich persönlich am meisten befriedigt, da ich damit Menschen, denen Unrecht getan wird, wirklich konkret helfen kann.“ Sein besonderes Engagement gilt dem Kampf gegen Antisemitismus und die oft tödlich endende Wohnungslosigkeit, welche er regelmäßig selbst in Unterhaltungs-Shows anprangert, während einer Protestaktion schlief er eine Nacht auf der Straße.

 

Die Sanktionen treffen die Menschen, die wenig haben“

Aus Auschwitz hatte die Welt eines gelernt: Verbrechen lohnt sich. Bis heute wurde kaum einer der Nazi-Täter, der Mittäter und Mitläufer zur Rechenschaft gezogen, viele heutige DAX-Unternehmen profitieren bis heute von der Shoah und den Menschenversuchen an „Behinderten“, Deutschland und den allermeisten Deutschen ging es seit den 1950ern wieder sehr gut. Ist das nicht ein Prinzip, das sich nach 1945 durch die Weltgeschichte zog – und vielleicht auch die russischen Eliten der neureichen Mittelstands-Emporkömmlinge, welche die Oligarchen sind, zum Überfall auf die Ukraine motivierte? Nicht nur der Rubel-Kurs hat sich ja jetzt schon von den ersten Sanktionen erholt …

Gregor Gysi: Nazi-Deutschland wurde von den Alliierten besiegt und Europa, wo die großen Kriege in der Menschheitsgeschichte geführt wurden, hatte nach dem Zweiten Weltkrieg eine lange Zeit Frieden. Das ersetzt sicher nicht die unzureichende Rechenschaft über individuelle Verantwortung, ist aber gesellschaftlich neben Demokratie und Rechtsstaat eine wichtige Konsequenz aus dem Zweiten Weltkrieg und den mit ihm verbundenen Menschheitsverbrechen.

In den internationalen Beziehungen hat zu dieser Entwicklung entscheidend die Etablierung des Völkerrechts beigetragen. Kriege in Europa wurden erst wieder geführt, als das Völkerrecht ausgehöhlt und Schritt für Schritt durch das Recht des Stärkeren ersetzt wurde. Daran waren sowohl die NATO beim Jugoslawienkrieg Ende der 1990er als auch die USA beim Irak-Krieg 2003 und dann auch Russland mit der Annektierung der Krim ab 2014 beteiligt. Wirtschaftliche Vorteile stehen dabei allerdings nicht im Vordergrund, sondern geopolitische Interessen.

Geht es dem russischen Wirtschafts- und Finanzsystem denn so gut, dass es durch die Sanktionen nun gar nicht berührt wird? Oder zahlen auch dort in Russland wieder einmal nur die Armen den Preis für die Verbrechen der Anderen?

Gregor Gysi: Russlands Wirtschafts- und Finanzsystem ist schon von den Sanktionen betroffen, aber Deutschland ist ein Beispiel, dass man sich eben an die wirklich Reichen, die Oligarchen, nicht einmal dann richtig herantraut, wenn diese das System Putin stützen. Es ist doch lächerlich, wenn Deutschland zehn Mal weniger Oligarchenvermögen einzieht als Frankreich. Gerade deshalb treffen die Sanktionen – auch hinsichtlich ihrer Auswirkungen bei uns – eher die Menschen, die selbst wenig haben und gerade so über die Runden kommen. Dass sich die Ampelkoalition auf Betreiben der FDP einer Übergewinnsteuer zum Beispiel gegen die Mineralölkonzerne verweigert, was in Italien aber umgesetzt wurde, führt eben dazu, dass sich deren Aktionäre auf große Dividenden freuen können, während viele Pendler nicht mehr wissen, wie sie den Sprit bezahlen sollen.

Die Absetzbewegungen aus Putins Regime nehmen zu“

Was glauben Sie denn generell, könnte helfen, den russischen Krieg zu beenden?

Gregor Gysi: Wenn es diese generelle Lösung so einfach gebe, wäre sie wohl schon im Gang. Russland führt einen völkerrechtswidrigen Aggressionskrieg gegen die Ukraine, die dagegen ein Selbstverteidigungsrecht hat. Wie sie dies wahrnimmt, in welchem Umfang und wie lange – darüber kann einzig und allein die ukrainische Führung in Übereinstimmung mit der Bevölkerung entscheiden. Vorschläge wie der von Italien entwickelte können eine Grundlage für Verhandlungen sein, aber diese müssen zuerst zwischen der Ukraine und Russland geführt werden.

Internationale Vermittlung kann dabei helfen, aber dafür müssten zunächst die Waffen schweigen. Die Absetzbewegungen aus Putins Regime nehmen zu – das spricht dafür, dass der Widerspruch zwischen den vorgeblichen Kriegszielen und der brutalen Wirklichkeit des Krieges sich auch in Russland nicht mehr verdrängen lässt. Es müsste längst eine diplomatische Offensive in Richtung Indien und China laufen. Leider geschieht in Bezug auf China gerade das Gegenteil.

Der Ex-Merkel-Berater Erich Vad meinte auch Wochen nach dem barbarischen Angriff Russlands noch wörtlich, der Westen müsse „von der Kriegsrhetorik weg“ und „zur Deeskalation zurück“. Ist das falsches Appeasement oder hat er Recht?

Gregor Gysi: Der Westen hat kein Recht, von der Ukraine einen Kampf bis zum Ende zu verlangen. Die Ukraine muss über ihr Schicksal selbst entscheiden. Ganz unabhängig davon, wie diese Entscheidung ausfällt, muss der Westen das respektieren. Natürlich müssen wir nach dem Ende des Krieges zu Deeskalation, Abrüstung, viel mehr Diplomatie, Interessenausgleich – auch das Gegenüber hat ja Interessen – und endlich zur strikten Wahrung des Völkerrechts durch alle zurück.

Viele Linke und Linksliberale verharren jedoch oft in alten Denkmustern, wonach „alles Schlechte“ aus dem Westen kommt. Von den jüngsten Corona-Maßnahmen in Shanghai kursierte im Internet ein Video, auf dem ein wütender Mann auf der Straße anklagend schrie: „Wo ist jetzt der Kommunismus?“ Die dramatischen Auswirkungen dieser Politik dort spürt jetzt die ganze Welt: Von Logistik-Problemen im Hamburger Hafen bis zu Krisen in Afrika. Angesichts der Entwicklungen in Russland und China und der Auswüchse des autoritär organisierten Ultra-Kapitalismus dort: Muss die gesellschaftliche Linke im Westen nicht vieles, sehr vieles überdenken?

Gregor Gysi: Die gesellschaftliche Linke ist wohl die gesellschaftliche Kraft, die am meisten diskutiert und überdenkt und dies permanent. Das gilt selbstverständlich auch für die Außenpolitik und die internationalen Beziehungen, wo mit der Aggression Russlands einige Weltsichten ins Wanken geraten sind. Die Linke muss zum einen endlich auch die Bedrohungswahrnehmungen und Sicherheitsinteressen Osteuropas aufnehmen und zum anderen begreifen, dass Putins Russland immer mehr zu einer Diktatur wird, die die Linke auch nicht als Gegenüber der NATO verteidigen muss. Dennoch bleibt es richtig, dass die Linke sich gegen die massiven Aufrüstungsbestrebungen stellt, Waffenexporte Deutschlands für falsch hält und ein Wiederaufleben eines Denkens in militärischen Blöcken verhindern will.

Die Großkapitale haben den Armen den Krieg erklärt“

Putin hat ja zwar nicht den Kapitalismus erfunden, aber er nutzt nun alle bösartigen Mechanismen des Kapitalismus … Wenn man alle globalen makrowirtschaftlichen und mikroökonomischen Auswirkungen des Angriffskriegs einbezieht, muss man dann nicht feststellen: Die russische Elite von Milliardären an der Spitze des Staates und der Wirtschaft hat nicht nur den Menschen in der Ukraine den Krieg erklärt, sondern auch allen Armen in der Welt?

Gregor Gysi: Dieses Privileg hat die russische Elite nicht allein, das tun die Großkapitale schon seit langem und mit sich verschärfender Tendenz. Der Einsatz von Waffengewalt durch Russland ist dabei eine brutale Zuspitzung, aber wenn, wie Oxfam jüngst festgestellt hat, Milliardäre und Milliardärinnen mit Vermögensschwerpunkt im Nahrungsmittel- und Agrarbereich ihr kumuliertes Vermögen in den letzten zwei Jahren um 383 Milliarden Dollar und damit um 45 Prozent gesteigert haben, wird deutlich, dass Putins Versuch, Hunger als Waffe einzusetzen, nur die eine Seite einer alarmierenden Wirklichkeit weltweit zunehmender Armut ist.

Es gibt glaubhafte Berichte unter anderem von Human Rights Watch über den mutmaßlichen mehrfachen Einsatz von thermobarischen Vakuum-Bomben, Phosphormunition, ungelenkten Raketen, Brandbomben und von Streumunition durch die russische Armee, in mutmaßlichen Einzelfällen auch durch die Ukraine. Sind das nicht Anzeichen dafür, dass der russische Krieg ein Vernichtungskrieg ist?

Gregor Gysi: Es ist auf jeden Fall der erste von der Armee eines Landes geführte Eroberungskrieg seit dem Zweiten Weltkrieg, der also direkt auf Landnahme und damit letztlich auch auf die Zerstörung der vorhandenen staatlichen, kulturellen, gesellschaftlichen Strukturen zielt und bewusst den Tod von Zivilisten in Kauf nimmt. Das mag am Beginn des Krieges noch anders gewesen sein, als Putin glaubte, er werde als Befreier gesehen, aber inzwischen wird die Kriegführung immer brutaler.

Italien zeigt mit der Steuer für Krisengewinnler, dass es auch anders geht“

In der deutschen Innenpolitik dagegen wird ja nach jeder Krise gerne behauptet, man habe daraus gelernt … In Hamburg konnte man in den letzten Wochen aber vor Ort beobachten, dass die Registrierung der ukrainischen Flüchtlinge bei den zuständigen Behörden wieder genauso chaotisch ablief. Ist man in Deutschland und seinem Behördenwesen einfach nicht gemacht für außergewöhnliche Umstände? Für eine Impfplicht hätte es laut Krankenkassen nicht einmal genug Papier gegeben, was man für einen Witz halten könnte …

Gregor Gysi: Berlin hat ja über viele Wochen am meisten ankommende Geflüchtete aus der Ukraine gehabt und das nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch mit viel privater Initiative ganz gut bewältigt. Da hat die von der Linken Katja Kipping geführte Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales viel geleistet. Was wirklich bemerkenswert im negativen Sinne war, dass sich der Bund da weitgehend herausgehalten hat, obwohl klar war, dass die Geflüchteten auf alle Bundesländer verteilt werden müssen und man dafür auch zentrale Regelungen braucht.

Laut Oxfam und WHO wurde die Corona-Pandemie durch die mobile Wohlstandsbevölkerung des Westens in der Welt „verbreitet“, die Kosten für die Lockdowns trugen aber fast nur die Armen in der Welt, angesichts des Impf-Nationalismus bezeichnete die WHO die Vorhaben über eine Impfpflicht etwa in Deutschland gar wörtlich als „Luxus-Debatte“. Besteht nun in der neuen Krise nicht die Gefahr, dass die Kosten für die Kriegsfolgen wieder fast nur von den „finanzschwachen“ Menschen getragen werden müssen – in Deutschland und in der Welt?

Gregor Gysi: Diese Gefahr besteht, aber Italien zeigt mit der Übergewinnsteuer für Krisengewinnler, dass es auch anders geht. Es ist letztlich eine politische Frage und umso wichtiger wäre jetzt eine starke Linke.

In Italien ist eben nicht nur das Wetter besser … aber wo sehen Sie die Linkspartei in den nächsten Jahren?

Gregor Gysi: Ich bin kein Hellseher …

… das sagen wahre Hellseher immer, sagte mir ein Rabbi mal. Nach der abschließenden Nachtsitzung in Brüssel 2015, in der Kanzlerin Merkel die Griechen für eine „Einigung“ unter Druck setzte, prophezeiten Sie, vielleicht wende sich das Blatt am Ende und Griechenland stünde dann besser da als Deutschland: Vor kurzem hat Griechenland seine Restschuld beim IWF vorfristig beglichen …

Gregor Gysi: … aber angesichts der aktuellen und absehbaren Entwicklungen im modernen finanzmarktgetriebenen Kapitalismus gibt es einen großen gesellschaftlichen Bedarf für eine handlungsfähige Linke. Man kann ja an der Ampel sehen, wie sehr sinnvolle politische Entscheidungen schon dadurch blockiert werden, dass die FDP dabei ist. Wenn es die Partei DIE LINKE schaffte, ihre existenzielle Krise zu überwinden und dem gesellschaftlichen Bedarf an linker Politik in ihrem Handeln, ihren Inhalten, Strukturen und Persönlichkeiten zu entsprechen, kann sie zu neuer Stärke finden. Aber sie selbst muss es erreichen.

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6 Kommentare

  1. Die sog. „Linkspartei“ hat keine Zukunft! Versager an allen Fronten dieser nichtsnutzigen Partei haben ein Anfangs vielversprechendes Projekt durch Faulheit und Unfähigkeit zerstört. Sie fährt nun völlig konsequent die Früchte Ihrer „Arbeit“ (besser: Faulheit) ein. Diese „Partei“ kommt einer übel stinkenden Kloake gleich. Ich habe dieses Interview nicht gelesen. Ich halte das für pure Zeitverschwendung! So schreibt einer, der mit dieser Partei mal sympathisiert hatte. Es sind viele – sehr viele (!) -, die so denken. Die anstehenden Wahlen werden mir Recht geben…..!

  2. Es passt alles schön zusammen, Gaukler sagt ja er sei Sympathisant oder Mitglied der Linken gewesen. Das Glaube ich sofort, den Artikel nicht gelesen aber ein Fass an Kritik aufmachen. Keine Ahnung als aber reden wir darüber, So wie es die Linke macht und gemacht hat.

    Zu Gysi
    Die linke ist im freien Fall, die Leute denken sich wohl wenn schon bürgerlich dann nicht Linke. Dazu Günther Sandleben:http://guenther-sandleben.de/mediapool/57/574173/data/Buch_Sandleben_Sch_fer.pdf

    Für Dumm werde ich überall verkauft. Was soll das Moralische herum Gerede? Warum werden nicht die jeweiligen Interessen angeführt und notfalls die Interessen beleuchtet? Da wird gesagt „Wirtschaftliche Vorteile stehen dabei allerdings nicht im Vordergrund, sondern geopolitische Interessen.“ Ja und weshalb das? Wozu nutzen die Geostrategischen Positionen, wenn nicht das nationale Kapital zu stützen oder sichern? Da hat Gysi nur das es fair zugehen soll in der bürgerlichen Klasse.
    Gerade Gysi als Ostler kann doch wissen das deren „Revolution“ wegen Freiheit gemacht wurde, aber nicht für die Freiheit der kleinen Leute, die müssen weiter so schuften wie zuvor. Armut kommt bei Gysi da nur weltweit vor. Wie die bürgerliche Presse, an die sich Gysi anpasst, weiß er natürlich was Putin dachte, als Rechtsanwalt weise er so was, das soll dann nicht geklappt haben.
    „in Russland wieder einmal nur die Armen den Preis für die Verbrechen der Anderen?“ Ja Gysi, wo ist das anders, wo ist ein Krieg von den Reichen bezahlt worden?
    Dann das Völkerrecht, was für ein Fetische der den Leuten um die Ohren gehauen wird. Es war genug zu produzieren nach dem 2. Weltkrieg, da bedurfte es kein Krieg. Aber schon der Vietnamkrieg, der nicht erwähnt wird, mit Lügen angefangen, war schon gegen das Völkerrecht. Es gab noch andere „Scharmützel“ die von den Flugzeugträgern über Nacht erledigt wurden. Die Regime in Südamerika,waren teilweise von den USA eingesetzt, vor allem die Faschistischen. So was wie Assange hat es mehr gegeben nur nicht so verbreitet, da scheint Gysi nicht hinzuschauen.
    Einen seinen Beruf hat er übrigens vergessen, mit Selenskij macht er den Hofnarren.
    Erstaunlich wenn ein General wie Erich Vlad, was zu einem Krieg sagt, dann gibt es immer ein Journalist oder „Experten“ der weiß es besser. Dennoch hat er Recht, es werden weniger Menschen sterben, es gibt fast niemand mehr der nicht weis das die USA bestimmen, was in der Ukraine zu passieren hat.
    Gysi könnte doch auch mal bedenken ob es in China wirklich um den Virus geht? Es ist nur ein Grund wo jeder versteht, wenn auch mit Kritik, dass die Städte gesperrt sind. Das Ergebnis kann ja gewünscht sein, wer leidet darunter. Doch nicht, weil ein Mann von 1,4 Milliarden schreit, wo der Kommunismus ist. Wo ist Marx den in der Linken (Marx nach vorne boxen).
    Mit den 200tsd. Flüchtlinge wird es noch Umstände zu bedenken geben Herr Gysi, wer zahlt die Krankenversicherung für die? Werden die Beiträge erhöht? Oder wird das durch Steuergelder bezahlt, was alle zahlen und nicht nur die Versicherten. HartzIV bekommen sie ja durch Steuern. Was ist, wenn die nicht mehr zurückwollen? Was ist, wenn die Väter auch hier haben wollen? Die Oligarchen dürfen. Und wie wirkt sich das gerade in Berlin auf dem Wohnungsmarkt aus? Bei aller Moral, das ist doch zu bedenken, wohl nicht von der Linken.

  3. Die LINKE kennt den Unterschied zwischen den Begriffen „Diskussion“ und „Debatte“ schon mal gar nicht.
    Sie reden viel zu viel übereinander, ohne sich zu bemühen miteinander zu sprechen, damit man was erreicht.
    Ihr Talent ist es leider immer, mit vielen Worten nichts zu sagen, was überwiegend auch praktikabel wäre.

  4. Gysis Hintergrund ist der Mainstreamkonsens. Russland eine Diktatur? Es gibt Institutionen, die wir nicht haben, nämlich Verfassungsreferenden und Präsidentschaftswahlen. Beides sind direktdemokratische Elemente, die es auch in der Türkei gibt, die ebenfalls als undemokratisch von einem Diktator regiert abqualifiziert wird. In Deutschland gelten sie als diktatorische Elemente, die nur Demagogen in die Hände spielen. Denn Demokratie ist Herrschaft für das Volk und nicht Herrschaft durch das Volk. Für eine Selbstherrschaft ist das Volk nach Auffassung unserer “Eliten” viel zu unqualifiziert. Es gibt in Russland auch oppositionelle Medien mit großer Bedeutung. Nowaja Gaseta, RBK, Kommersant und Wedomosti sind Beispiele. Radio Liberty, Radio Free Europe, Deutsche Welle, Swissinfo sowie die BBC senden in Russisch. Und auch in Bezug auf die Coronaimpfung war der Druck nicht so umfassend und diktatorisch wie bei uns. In der BRD gibt es eine absolut gleichgeschaltete Medienlandschaft. Im Internet vegetieren einige oppositionelle Seiten vor sich hin, die den meisten Leuten überhaupt nicht bekannt sind, weil Google nicht auf ihre Artikel hinweist. Es gibt einen Parteienblock, der jede demokratische Initiative totschlägt. Es gibt genug Möglichkeiten, um Oppositionelle oder Personen die nicht genug applaudieren auszuschalten. (Ganz grotesk das Vorgehen gegen russische Künstler, die sich nicht von Putin distanzierten) Knast ist zur Disziplinierung nicht erforderlich wegen dieser Strukturen nicht mehr erforderlich. Wer mitspielen will, muss sich anpassen. Gysis politisches Bekenntnis lautet: Wir gehören in die Regierung. Unser Klassenkampf besteht doch darin, dass wir die Enteignung der Oligarchen fordern, uns von Russland abgrenzen, und auf die Banken schimpfen, um die freien Radikalen einzufangen. Letztere sehen in der Linken aber keinen Bundesgenossen, sondern eine Konkurrenz.

  5. Die Linke hat sich selbst in Aus geschossen. Sie haben die Realos rausgemoppt und stattdessen Extremisten das Feld überlassen. Hätte sich die Linke an Sahra Wagenknecht ausgerichtet, würden sie jetzt bundesweit bei 20% liegen. Die Menschen wollen keine Ideologen, die einzige Partei wo das geht sind die Grünen, weil sie von einem weltweiten Angstthema profitieren, aber solch ein Thema hat die Linke nicht, sie muss mit realisierbaren Lösungen Politik machen und nicht mit linken Träumereien. Seit 2 Jahren haben sie zwar ein weiteres Angstthema geschaffen, aber davon kann die Linke nicht profitieren. Will sie also in die Parlamente, muss sie dem grünen Wahnsinn und dem globalen Machbestrebungen etwas entgegensetzen. Die Grünen betrachten den Menschen als Feind, die Linken müssen den Menschen für sich entdecken und mit sozialer Führsorge ein Gegenwicht zur grünen Ideologie schaffen. Das ist die Aufgabe von Opposition und die erfüllt die Links Partei nicht. Sie will eine DDR 2.0, doch das wollen die Menschen nicht. Leider springen die anderen Parteien auch auf den grünen Zug auf, weil mit dem Angstthema Stimmen gemacht werden können. Aber das bringt die Gesellschaft nicht weiter und schon gar nicht hilft es der Natur, weil damit das Gegenteil erreicht wird. Sie haben auch gar kein Interesse daran, dass es der Natur besser geht, schließlich würden sie das komfortable Angstthema verlieren. Doch ist das alles nur Innenpolitik, leider gibt es keine Partei gegen die globale Machtergreifung, die durch die Hintertür an eine digitale Identität arbeitet und Krankheiten benutzt, um eine neue NWO zu etablieren, die wieder auf Angst aufgebaut ist. Eigentlich müsste die Linke dagegen Sturm laufen, sie bevorzugen zwar auch eine globale Vereinigung, aber sie wollen eine menschliche und keine technokratische Zusammenarbeit. Der soziale Gedanke, der ein Kernelement der Linken ist, wird von ihr nicht bedient, sie wollen mitspielen, doch die Mitspieler können das viel besser, weil sie sich alte und neue Narrative geschaffen haben. Der Gedanke einer sozialen globalen Gemeinsamkeit ist mit der DDR gestorben, die Linke konnte dieses Thema nicht wiederbeleben. So wäre eine Zusammenarbeit mit der AfD, ganz genau, mit der bösen AfD, ein Rettungsanker für die Linke. Durch die beiden extremen Flügel könnte eine neue Mitte entstehen, die durch Realpolitik sowohl für die Menschen, für die Wirtschaft und letztendlich auch für die Natur die besten Lösungen findet. Dafür müssten sie allerdings über ihren Schatten springen, aber davor haben sie zu viel Angst. Angst, dass die AfD profitieren könnte. Angst, dass das schlechte Image der AfD auf sie abfärbt. Dass sie nichts zu verlieren haben, scheint bei ihnen noch nicht angekommen zu sein. Sie haben die Hoffnung auf Besserung, wenn die Altparteien alles abgewirtschaftet haben, doch wird diese Strategie nicht aufgehen. Die SED Nachfolger haben gezeigt, dass sie es nicht können. Die AfD war noch nirgendwo in der Regierung, sie haben zwar ein schlechtes Image, was von den Altparteien erzeugt wurde. Aber wenn die jetzt schon über 50% Nichtwähler anfangen über darüber hinwegzusehen, dann werden Parteien mit Altlasten nicht die Gunst der Wähler bekommen. Eine frühzeitige Zusammenarbeit würde aber beide Seiten gut tun. Beide Extreme müssen einen gemeinsamen Weg finden, einen Weg der für das Land die beste Lösung darstellt. Da anzunehmen ist, dass auch die Linke das Beste für das Land will, wäre daher eine Koalition der optimale Weg, denn ansonsten macht die AfD den Weg alleine, was nicht unbedingt gut ausgehen muss.

  6. Weder der Journalist noch Herr Gysi schaffen es, in diesem Interview, in dem es um den Ukrainekrieg geht, die Rolle der USA bei seiner Entstehung nicht mal nur anzudeuten. Das sagt schon alles über die Kompetenz von Gysi.

    Als das Chaos in Afghanistan ausbrach nachdem in Folge des fahrlässig durchgeführten Rückzugs der USA die Taliban in Kabul waren, hatte ich eine Diskussion mit Gysi und Röttgen gehört. Norbert Röttgen verlangte damals, wir – wer immer „wir“ sein soll – müssten unbedingt sofort die Amerikaner ersetzten und die Taliban zurückschlagen. Darauf wusste Gysi nichts zu entgegnen, was mich ratlos machte. Die einfache Frage, wie lange man dann bleiben will, wenn man die Taliban zurückgejagt hat, hätte gereicht, um den strategischen Unfug in Röntgens Forderung bloß zu stellen.
    Die Frage kann man aber nicht stellen, wenn man voll im Mainstreamnarrtiv lebt so wie Gysi.

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