Umfrage: Deutsche erwarten wegen Sanktionen Wirtschaftseinbruch, steigende Preise und wachsende Arbeitslosigkeit

Wenn Nord Stream 1 ausfallen sollte, gäbe es doch noch Nord Stream 2. Bild: Bild: Nord Stream 2 / Nikolai Ryutin

Fast die Hälfte glaubt, die Sanktionen schaden Deutschland mehr als Russland.

„Erschreckend“ nennt Bild am Sonntag die Ergebnisse der aktuellen INSA-Umfrage. Die zeigt, dass den Deutschen allmählich das Schlamassel aufgeht, in das sie die Bundesregierung und die EU hineinmanövriert hat. Es gibt keine Kriegsbeteiligung, ohne die entsprechenden Kosten zahlen zu müssen.

Kriege führt man nicht nur mit Waffen, sondern auch wirtschaftlich mit Sanktionen. Die sollten Russland zum Wanken bringen und dazu führen, dass das Land sich aus der Ukraine zurückzieht. Nicht zuletzt wurde wohl auf einen Regime Change gehofft, da Putin und sein Team bei verlorenem Krieg und dem Zusammenbruch der russischen Wirtschaft an Rückhalt in der Bevölkerung verlieren sollten.

Bislang ist von dem Sieg der Ukraine nichts zu bemerken, der Krieg zieht sich, die Russen konsolidieren die eroberten Gebiete. Nachdem die ukrainischen Truppen mit westlichen Waffen mit größerer Reichweite auch Ziele in den besetzten Gebieten beschießen und Kiew droht, auch die Krim und die Krimbrücke zu bombardieren, hat Russland die Angriffe auch im Westen der Ukraine erweitert und droht mit einer Eskalation. Bislang haben die Sanktionen zwar Russland getroffen, aber eben vorwiegend den Handel mit dem Westen. Die russische Führung sieht in den Sanktionen auch Möglichkeiten, die Wirtschaft unabhängiger zu machen, während der Handel sich in den Osten und Süden verlagert, die Einnahmen wegen der hohen Energiepreise sprudeln und der Rubel sich längst wieder stabilisiert hat. Das kann sich alles natürlich auch zuungunsten von Russland wieder verändern.

Während man in der Bundesregierung noch angesichts eines möglichen Stopps von Erdgaslieferungen nach Beendigung der Wartungsarbeiten am Donnerstag im Brustton der Überzeugung verkündet, dass die Sanktionen wirken, verliert das Volk offenbar den Glauben daran, dass sie Russland mehr schaden als Deutschland oder der EU. 47 Prozent glauben nach der INSA-Umfrage, dass Deutschland sich mit den Sanktionen mehr schade als Russland, nur 12 Prozent schließen sich Regierungsvertretern an, die das Umgekehrte behaupten.

74 Prozent gehen von einem Wirtschaftseinbruch und steigender Arbeitslosigkeit aus. 83 Prozent fürchten, dass die Preise weiter steigen werden. 63 Prozent glauben auch, dass das Gas knapp wird und Unternehmen damit rechnen müssen, dass ihnen das Gas abgedreht wird. Und 83 gehen davon aus, dass die privaten Haushalte nicht verschont bleiben, sondern auch Einschränkungen unterworfen werden.

Es ist zu vermuten, dass die Stimmung realistischer als die Hoffnungen der Regierung ist. Zieht sich der Krieg weiter dahin und müssen neben den Sanktionsfolgen immer weitere Milliarden an Waffen und Finanzhilfe in das Pleiteland investiert werden, das auch nach Angaben von Regierungsvertretern 9 Milliarden Dollar monatlich benötigt, um die staatlichen Strukturen aufrechtzuerhalten, dann wird die Unzufriedenheit nicht nur in Deutschland wachsen, während die unbedingte Solidarität mit der Ukraine sinken wird. Das liegt auch daran, dass völlig im Nebel blieb, was Sanktionen, Finanzhilfen und Waffenlieferungen bewirken sollen, welche Anforderungen auch an die Ukraine gestellt werden und wie ein Ende des Kriegs hergestellt werden könnte. Von einer bedingungslosen Kapitulation der Atommacht Russland werden vermutlich nur einige Träumer in Washington oder London ausgehen. Man wird Russland nicht ganz klein machen können, sondern muss für eine Friedenslösung auch etwas anzubieten haben, beispielsweise kundtun, was eintreten muss, um Sanktionen zu beenden und wirtschaftliche Beziehungen wieder aufzunehmen.

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19 Kommentare

  1. Na ja, eine Umfrage. Der Krieg steht an er Spitze des augenblicklichen Hypes als wird das beleuchtet.
    Wie im Artikel angedeutet geht es um Wirtschaft, die Wirtschaftsform, die im Augenblick bestimmend ist, hat in ihrer Grundstruktur schon den Krieg. Es wurde doch die Arbeitsteilung so gefeiert und Globalisierung genannt. Wie das denn laufen sollte, sollte mit TTIP geregelt werden. Was ist aus dem Ganzen geworden, die Chinesen sind mit Sanktionen belegt, obwohl sie keinen Krieg führen. Denen wird vorgehalten, sie hätten ein Guantanamo. Das reicht für Sanktionen.
    Die Guten in der Welt bringen Menschen um, indem sie die im Mittelmeer ersäufen. Stehlen anderen Länder Öl um es auf dem Schwarzmarkt zu verscherbeln und schauen dabei zu wie die Menschen in dem bestohlenen Land verhungern. Wer fragt die Menschen?
    In Deutschland braucht es keine Umfragen, um zu sehen, dass es bergab geht. Einmal selbst einkaufen und schon springen einem die Preise ins Bewusstsein. D ist eine Inflation, die wenig mit dem Krieg in der Ukraine zu tun hat. Wird es aber noch den alles, was geliefert wird, wird sicher nicht bezahlt. Bisher wird nur Geld gedruckt.
    Da wird sich Sorge gemacht um ein paar Wasserminen, die Verschmutzung der Ozeane ist nachhaltig und „nicht der Rede wert“. Das Fracking ist auch kein Thema mehr für Seite 1.
    Na klar wird die Wirtschaft einbrechen, die Konkurrenz kann dank günstigere Rohstoffe billiger anbieten, vor allen sie können genau die Qualität bringen, auf die sich Deutschland was eingebildet hat.
    Wie schön, dass die USA noch die Kriege haben, so halten sie zumindest einen Teil der Wirtschaft am Laufen.
    Und Arbeitsplatzverluste sind doch gang und gäbe, solange ich denken kann.
    Egal jetzt welche Nation den Krieg gewinnt verliere werden die Arbeiterinnen und Arbeiter sein auch wie immer.
    Sicher wird Energie teurer werden. Aber sind im Winter nicht immer schon Menschen erfroren? Mit Habecks Hausmittelchen wird sich das verstetigen.

    1. Treffende Beschreibung der Gegenwart.
      Vor allem ein Satz, der auf einmal immer und überall unter den Tisch fällt: „Dies ist eine Inflation, die wenig mit dem Krieg in der Ukraine zu tun hat.“ Wie unfassbar dumm muss man sein, um sowas nicht sofort zu bemerken?

      Aber leider ist so eine Verfälschung normal, wenn die Insassen das Irrenhaus mal übernommen. Da redet ein seniler Volldepp wie Biden von „Putin-Inflation“ und keiner lacht ihn aus….
      Es ist sinnlos die Einzelheiten, die Symptome hervorzuheben, das Problem steht im Artikel ja ganz oben.

      „Fast die Hälfte glaubt, die Sanktionen schaden Deutschland mehr als Russland.“
      Das heisst leider, die Mehrheit der deutschen ist zu blöde das zu erkennen?

  2. Das Volk scheint doch nicht so dumm zu sein, wie es von der Regierung und seinen Hofjournalisten gehalten wird.

    Das macht Hoffnung auf ein neues FRIEDLICHES(!!!) 1989 in Deutschland.

    1. Wie kommen sie denn da drauf ???

      „Fast die Hälfte glaubt, die Sanktionen schaden Deutschland mehr als Russland.“
      Das heisst leider, die Mehrheit der deutschen ist zu blöde das zu erkennen?

        1. „… zu gut…“ für die Mehrheit der Massen.
          Man kann es aber trotz der vorsätzlichen Manipultion und Verblödung durchschauen. Denn sonst würden wir uns hier nicht unterhalten, oder? 🙂

    2. Es hat wenig mit Bildung zu tun. Wer will, kann sich auch in Zeitungen, der Sprache ihm nicht geläufig ist, informieren. Die Übersetzungen sind schon sehr gut.
      Was das Volk in Bewegung setzt, ist, wenn es individuell getroffen sind. Gas und Strompreise sind es das jeden trifft, um das Jammern aber auf die Spitze zu treiben wird alles andere auch „Angemerkt“.
      Unverhohlen kann in Discountern beim Obst, Plastiktüten genommen werden, bei den Brötchen geht es so weit, dass ich Plastikhandschuhe anziehen soll, um mein Brötchen in einer Plastiktüte zu packen. Das wird gerne angenommen und von Habeck auch nicht verboten.
      Intellektuell wird mit den Krisen in den Zeitungen umgegangen.

      1. Ich kenne nur ein einzige Zeitung des Mainstreams, in der wenigtens ein bisschen „mit den Krisen umgegangen“ wird. Und das ist die NZZ, sehr viel besser ist allerdings Die Weltwoche. Dass beide aus der schweiz kommen überrascht mich nicht sonderlich. Das war übrigens auch bei Corona schon so
        Ich lese Zeitungen in vier Aprachen habe aber auchnin andren Ländern nicht viel Besseres als die deustchen Lügen gefunden… Wenn es um die Infaltion, und ihre eigentlichen Ursachen geht, dann lügen alle ausnahmslos. MIt den Banken wagt keiner sich anzulegen…

  3. In meiner Umgebung denken viele so: ……. dies ist nicht mehr meine Regierung! Seit Beginn von Waffenlieferungen, mit denen tatsächlich nur Öl ins Feuer gegossen wird, seit der endlosen Sanktionsspirale, die hier nur die Ärmsten (zunehmend auch Mittelstand) trifft und die Wirtschaft extrem schwächt. Auf die Lieferung von Langstreckenraketen gibt es auch die Antwort von russischer Seite, dies wird bei aller Sebstbeweihräucherung nicht gesehen – ein Zurück wird es für Russland nicht geben, dem Schauspieler fehlt die politische Reife und Einsicht. Die USA werden es nicht schaffen, unter der Anhäufung von immer mehr toten Ukrainern ihre Hegemonie durchzusetzen.

    1. Unsere Politiker haben uns massiv geschadet. Da sind sie sich in Europa alle einige und ich frage mich, was diese Einigkeit herbeigeführt hat. Vielleicht zerbricht Europa daran, in Italien und den Niederlanden geht es ja schon los. Der Euro fällt.
      Der Schauspieler ähnelt einer vom Endsieg faselnden Nazigröße. Ein Blick auf die tägliche Karte der Kämpfe in der Ukraine sagt schon viel aus.
      Der Westen reagiert, als gäbe es kein Morgen. Russland wird nicht von der Landkarte verschwinden, wir werden irgendwann wieder mit Russland auskommen müssen. Wenn immer mehr eskaliert wird, bedeutet das am Ende, dass sich der Krieg auf ganz Europa ausweitet. Es gibt nur ein Land, das wirklich imperialistisch ist und das unverhohlen. Deren Interessen sind nicht unsere.

  4. Sieh da, die Mär von der „friedlichen Revolution“ taucht wiedermal auf. Obwohl aktiv daran beteiligt, neige ich seit langem der Einschätzung von Thierry Meissan. Nach seinen Informationen war die „Revolution“ das Produkt des Zusammenwirkens nationalistischer Kräfte in der SED und der Kirche. Kann das nur bestätigen. Die Leute um Krenz waren zu der Zeit, als noch Hoffnung bestand, überhaupt nicht an Gesprächen mit dem Neuen Forum über die noch mögliche Rettung der DDR interessiert, beantworteten nicht mal das Gesprächsangebot.
    Die „friedliche Revolution“ ist nur ein Phantasieprodukt der Medien, gut für die Darstellung der DDR als 2. deutsche Diktatur und deren Delegitimierung.
    Ich erzählte im Neuen Forum öfter den Witz zu den Alexpassagen. Dort war ein MfSler neu eingezogen und erhielt Besuch des Vaters vom Dorf. Der mußte mal und begab sich aufs Klo mit ihm unbekannter Wasserspülung, saß da und sah zum Fenster raus. Inzwischen war ein Teil der alten Post zur Sprengung vorbereitet und im Moment, er die Kette zog, flog das Haus gegenüber in die Luft. Er begab sich konsterniert zurück ins Wohnzimmer und stammelte: Ihr glaubt nicht, was ich gerade erlebt habe!
    So vollziehen sich auch „Revolutionen“ in den Medien.

    1. Ich bezog mich auf die friedlichen Demonstrationen in Leipzig ab den 09.Oktober.

      Übrigens friedlich beidseitig – Demonstranten und Polizei.

      Ob das nochmals die politische Elithen in Deutschland hinbekommen – friedlich?

  5. Dazu brauche ich keine Umfragen. Es war von Anfang an klar, das sich Russland von Sanktionen nicht beeindrucken lässt, zumal Russland schon sehr lange mit Sanktionen lebt und somit viel Zeit hatte sich darauf einzustellen. Es war auch klar, dass die BRICS Staaten Russland nicht in Stich lassen. Die NATO hat verloren und wenn die Politik sich das nicht langsam eingesteht, wird die Bevölkerung ihnen das deutlich machen müssen, dabei sollten sie nicht vergessen, dass die Polizei & Co. auch in diesem Land lebt und es wird ihnen selbst mit Vergünstigungen immer noch schlechter, als ohne diesen unerklärten Krieg. Ist die Stimmung erst gekippt, lässt es sich nicht mehr aufhalten und es ist zu befürchten, dass sich radikale Kräfte durchsetzen werden, die dann auch radikal aufräumen. Ich empfehle der Politik also dringend mit dem Wahnsinn aufzuhören. Die Zeit für Stolz und Arroganz ist vorbei, wir sind nicht so stark wie sie gemeint haben, da wir nur Papier anzubieten haben, dessen Wert wir selbst bestimmen. Das Soll überschreitet dabei aber schon lange das Haben. Mit anderen Worten, mehr als Schulden in unsere eigenen Versprechungen haben wir nicht. Es gibt nichts, worauf wir uns noch etwas einbilden können, denn die linke Politik hat es geschafft das einzige echte Kapital was wir hatten, auch noch abzuwirtschaften. Die Verblödung ist inzwischen nicht nur messbar, sondern auch sichtbar und andere Länder haben auch kluge Köpfe. Unsere Gier und unsere Freizeitparkgesellschaft haben die Menschen zu Verbrauchsmaschinen gemacht. Wir produzieren im Prinzip nichts mehr, selbst das was wir noch herstellen, wird nur noch zusammengeschraubt, die Einzelteile stellen wir nicht mehr selbst her. Eine Tätigkeit, die überall in der Welt wesentlich kostengünstiger realisierbar wäre. Mit dem was die Politik jetzt gemacht hat, weiß nun die ganze Welt, dass die westlichen Gesellschaften nur aus Scheinriesen bestehen. Selbst die militärische Übermacht der USA wird daran nichts ändern. Ein zahlungsunfähiger Staat wird sich das nicht lange leisten können und am Beispiel der Sowjetunion lässt sich sehen, wie schnell so eine Übermacht verrostet. Die Seifenblase von Stärke und Macht ist geplatzt, von jetzt an vertraut uns die Welt nicht mehr, doch der Ruf von Made in Germany war das letzte Kapital, die letzte Trumpfkarte, die nun verspielt wurde und man könnte vermuten, dass Putin genau das mit den in die Länge gezogenen Konflikt erreichen wollte.

  6. MOSKAU, 4. Juli – RIA Novosti. Das Russische Exportzentrum blickt optimistisch in die Zukunft und erwartet eine positive Exportdynamik bis Ende 2022, sagte Veronika Nikishina, Geschäftsführerin des Zentrums, auf der internationalen Industriemesse Innoprom in Jekaterinburg.

    Ihr zufolge werden die russischen Exporte im Jahr 2022 stetig wachsen. Der REC schätzt, dass sie innerhalb von fünf Monaten um das 1,5-fache gestiegen ist. Russlands Exporte von Nicht-Energieprodukten zeigen ebenfalls einen positiven Trend.

    https://ria.ru/20220704/dinamika-1800071915.html

    Aus dem aktuellen Quartalsbericht des russischen statistischen Amtes rostat folgt ein deutliches Wachstum des BIP im Vergleich zum Vorjahr.

    Das absolute Volumen des BIP zu laufenden Preisen betrug im ersten Quartal 2022 34.629,2 Mrd. RUB, der BIP-Volumenindex 103,5% und der Deflatorindex 123,4% im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Jahres 2021.

    Im ersten Quartal 2022 verzeichneten die meisten Wirtschaftszweige einen Produktionsanstieg im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum.

    Der deutlichste Anstieg der Wertschöpfung war in den folgenden Sektoren zu verzeichnen:

    Bergbau (+) 8,6%;
    Verarbeitendes Gewerbe (+) 5,1%;
    Baugewerbe (+) 4,7%;
    Groß- und Einzelhandel (+) 3,7%;
    Transport und Lagerung (+) 5,4%;
    Hotels und Gaststätten (+) 6,2%;
    Information und Kommunikation (+) 5,9%.

    Der Anstieg des BIP-Deflator-Index (+23,4%) wurde hauptsächlich durch das Wachstum der Bruttowertschöpfungs-Deflator-Indizes in den folgenden Sektoren beeinflusst

    Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden (+) 70,6%;
    Verarbeitendes Gewerbe (+) 32,4%;
    Baugewerbe (+) 16,3%;
    Groß- und Einzelhandel (+) 26,5%;
    Transport und Lagerung (+) 17,3%.
    Die hohen Werte der Deflatorindizes sind auf weltweit steigende Energiepreise, steigende Preise für Baumaterialien und steigende Tarife im Güter- und Personenverkehr zurückzuführen.

    https://rosstat.gov.ru/folder/313/document/169418

  7. Zitat: „Kriege führt man nicht nur mit Waffen, sondern auch wirtschaftlich mit Sanktionen. Die sollten Russland zum Wanken bringen und dazu führen, dass das Land sich aus der Ukraine zurückzieht. Nicht zuletzt wurde wohl auf einen Regime Change gehofft, da Putin und sein Team bei verlorenem Krieg und dem Zusammenbruch der russischen Wirtschaft an Rückhalt in der Bevölkerung verlieren sollten.“

    Dazu ein kleiner Auszug aus dem „Buch der Erinnerungen“ (1933) von Großfürst Alexander Michailowitsch Romanow.

    – Aber Sie haben mir noch nicht gesagt, was die französische Regierung gegen die Bolschewiken zu tun gedenkt?
    – Es ist ganz einfach, fuhr der junge Diplomat fort und zuckte mit den Schultern. Der Bolschewismus ist eine Krankheit der besiegten Nationen. Herr Clemenceau hat das russische Problem einer umfassenden Untersuchung unterzogen. Die vernünftigste Maßnahme wäre die Ausrufung eines Belagerungszustandes über die sowjetische Regierung.
    – Wie bitte?
    – Eine Blockade, ein Cordon sanitaire, wie Herr Clémenceau es nennt. Eine solche Blockade lähmte Deutschland während des Krieges. Die sowjetische Regierung wird weder importieren noch exportieren können. Es wird eine Art riesiger Drahtzaun um Russland errichtet. In kurzer Zeit werden die Bolschewiki zu ersticken beginnen, sich ergeben, und die rechtmäßige Regierung wird wiederhergestellt werden.
    – Wird Ihr Chef die Verantwortung für das Leid übernehmen, dem Millionen von Russen durch eine solche Methode ausgesetzt wären? Ist ihm nicht klar, dass Millionen russischer Kinder durch ein solches System verhungern würden?
    Der junge Mann zog eine Grimasse:
    – Aber dadurch, Eure Kaiserliche Hoheit, wird das russische Volk einen Grund haben, zu rebellieren.
    – Sie, junger Mann, irren sich. Ich bin sicher, dass Ihre Blockade nur ein Werkzeug für die Propaganda des Bolschewismus sein wird und die Bevölkerung Russlands um das Moskauer Regime scharen wird. Es kann gar nicht anders kommen. Versetzen Sie sich in die Lage eines russischen Durchschnittsbürgers, der nichts von Politik versteht und erfährt, dass Frankreich für die Hungersnot in Russland verantwortlich ist. So sehr ich die Autorität von Herrn Clemenceau auch respektiere, finde ich diese Idee sowohl naiv als auch äußerst gefährlich.

  8. Ich erspare mir jenes Zitat, dass man Churchill zugeschrieben hat: „Ich glaube keiner Umfrage, die ich nicht selbst gefälscht habe.“

    „Umfragen“ sind eine Sache – und wie steht es mit der VERÖFFENTLICHTEN persönlichen Meinung? Hier wird dann plötzlich der „mündige“ Bürger, still und wortkarg. Stichwort: „Delegitimation“,…….

    Wir befinden uns wieder im „Flüsterwitz-Stadium“, nur keine Kritik üben, brav stinken und frieren für die Ukraine, denn schließlich haben wir ja „eine moralische Verantwortung“.

    1. Wieso? Hier kann doch jeder sagen was er will.
      Sie haben nur keinen Anspruch darauf, dass ihnen ihre Mitmenschen zustimmen.
      Also bleiben Sie kritikfähig.

    2. Also ich finde es schon interesssant zu lesen, dass es anscheinend Leute gibt, die solche Veröffentlichungen ökonomischer Zahlen glauben… Immerhin ersparen einem solche Leute viel Zeit, die man da gar nicht mehr ans Diskutieren verschwenden muss.

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