UFO-Forschung: „Auf der Erde kümmert sich niemand darum, weil es ein Job- und Karrierekiller ist“

Pentagon-Video eines unbekannten Flugobjekts

Der Physiker Illobrand von Ludwiger über die lange verpönte UFO-Forschung, warum sich das jetzt verändert hat, wie UFO-Forscher vorgehen und warum Militärs und Wissenschaftler nichts damit zu tun haben wollen.

 

Ein polarisierendes Thema lässt sich nur schwer objektiv untersuchen. Aber nicht nur die journalistische Redlichkeit, auch wissenschaftliche Maßstäbe verlangen nach einer zumindest verhältnismäßigen Berichterstattung. Illobrand von Ludwiger, Jahrgang 1937, widmet sich seit über 60 Jahren dem Phänomen unbekannter fliegender Objekte. In einem langen Interview führt er in die Herausforderungen dieses marginalisierten Themas ein. Die Fülle an Material kann nicht ignoriert werden und im Sinne einer nüchternen Beschäftigung mit dem Thema wäre eine ergebnisoffene Untersuchung empfehlenswert.

Unbestritten ist, dass UFOs ein perfekter Trigger für Pawlowsche Reflexe etablierter Medien und Institutionen sind. Jedoch wäre ein ausführlicher Dialog ein guter Anfang, um die Einschätzungen und Erkenntnisse einer größtenteils privat finanzierten Forschung zu erfahren. In diesem Sinne entstand auch folgendes Interview.

 

Die UFO-Forschung ist insofern interessant, als dass sie eine Art Schattenwissenschaft darstellt. Wissenschaftler verheimlichen häufig ihre Beschäftigung mit diesem Forschungsobjekt, weil sie um ihre Karrieren fürchten. Hat sich daran etwas geändert?

Illobrand von Ludwiger: In den letzten Monaten hat sich da einiges getan. Aber bis vor einem Jahr musste man noch das für sich und im Verborgenen durchführen, denn es ist ja so: Wenn wir sagen, wir sind Wissenschaftler und untersuchen das wissenschaftlich, dann braucht man als Wissenschaftler Geld, um Überwachungsgeräte einsetzen zu können und das hat keiner außerhalb von Instituten. Deshalb wird immer angezweifelt, ob es bislang überhaupt eine UFO-Forschung gegeben hat. Eine wissenschaftliche Forschung ist es immer dann, wenn man wissenschaftliche Methoden anwendet. Das haben wir mit unseren beschränkten Möglichkeiten auch gemacht. Wir haben das interdisziplinär gehandhabt. Wir hatten Fluglotsen und theoretische Physiker in unserer Gruppe. Auf diese Weise konnten wir eine wissenschaftliche Forschung durchführen, wie das anderen Orts kaum gemacht wurde.

Die Arbeit im Verborgenen erhöht natürlich das Stigma.

Illobrand von Ludwiger: Wir konnten schon gut arbeiten, aber das musste alles im Verborgenen sein, weil die uninformierten Kollegen von vornherein sagten: Das Phänomen ist zu bizarr! Sie gingen überhaupt mit Vorurteilen ran, ohne sich mit der Sache groß zu beschäftigen. Es wurde in Boulevardmedien mit einer gewissen Häme darüber berichtet, so dass sich kein seriöser Wissenschaftler an das Thema herantraute, der seine Karriere noch vor sich hatte. Daher hatten unsere Physikprofessoren bloß unter Pseudonym geschrieben. Sie haben sich nicht aus der Bedeckung getraut, wenn sie bei uns etwas berichtet hatten. Heute ist das anders.

Vor kurzem hörte ich, dass der Professor Dr.-Ing. Hakan Kayal in Würzburg eine UFO-Forschung fordert. Doktoranden bei ihm haben etwas entwickelt, womit Objekte in der Luft oder eher der Atmosphäre aufgespürt werden, die sich anders benehmen als Flugzeuge oder bekannte Luftphänomene. So kann man schließlich die neuen und unerklärten Phänomene illustrieren.

In den USA hat sich einer der berühmtesten Astronomen, der Professor Abi Loeb von der Harvard University, für eine UFO-Forschung im „Galileo Project“ ausgesprochen. Das hat sich jetzt tatsächlich geändert und wir hoffen, dass nun endlich das Phänomen angegangen wird. Auch von allen anderen Wissenschaftlern, die bisher abstritten, dass irgendetwas an dem Thema dran sein könnte.

Woran liegt die neue Akzeptanz? An der konstanten Arbeit im Verborgenen?

Illobrand von Ludwiger: Nein. Das liegt daran, dass am 16. Dezember 2017 in der New York Times ein denkwürdiger Artikel mit dem Titel „Glowing Auras and ‘Black Money’: The Pentagon’s Mysterious U.F.O. Program“ erschien. Einer aus dem Verteidigungsministerium, Christopher Mellon, hat an die New York Times und an Radiostationen Videos abgegeben. Auf den Videos sah man von Piloten aufgenommene Objekte auf Infrarotfilmen und auf Radar. Das Verteidigungsministerium konnte das nicht mehr leugnen.

Es sind Berichte in der New York Times und der Washington Post und vielen anderen Medien im Dezember 2017 erschienen. In Deutschland wurde das, glaube ich, in den Medien erst im Februar 2018 berücksichtigt. Die deutschen Journalisten sind bei diesem Thema nicht so schnell. Im Februar 2018 verlangte der US-Kongress vom Verteidigungsministerium, man solle doch endlich Berichte über unbekannte Flugobjekte zur Kenntnis bringen, damit das untersucht werden kann. Das ist erst vor kurzem veröffentlicht worden (Preliminary Report der UAP Task Force). Das ist der Grund, warum wir und andere Wissenschaftler von Skeptikern nicht mehr unbedingt ausgelacht werden. Jetzt sagt man: Da fliegt also etwas, aber wer weiß, was das ist, das wird sich schon aufklären lassen. Nein, das tut es eben nicht. Seit siebzig Jahren lässt sich das Phänomen nicht aufklären.

Die UFO-Forschung wurde mit Hexenglauben und Parapsychologie in einen Topf geworfen

Sie beschäftigen sich annähernd so lange mit dem Thema, richtig?

Illobrand von Ludwiger: Ja. Dazu muss ich sagen, dass die damit befassten Leute, die US-Militärs, heute nicht schlauer als damals sind, als man 1952 im Verteidigungsministerium in den USA schon gemunkelt hat, dass es diese Objekte gibt. Man fand heraus, dass sie nicht aus Russland oder Deutschland stammten und eigene Waffen konnte man ausschließen. Aus diesen Gründen muss es wohl außerirdisch sein. Chinesische Flugobjekte schloss man aus. China hatte ja damals noch nicht den Technologie- und Wirtschaftsstand wie heute. Einige Wissenschaftler sagten: Lasst uns doch erstmal rangehen und schauen, was wirklich beobachtet wird. Aber eine gründliche Untersuchung wurde nicht finanziert und fand nicht statt.

Ich erinnere mich an eine Fernseh-Talkshow in den Neunzigern, in der Ihnen ein Rückfall ins Mittelalter vorgeworfen wurde.

Illobrand von Ludwiger: Ja, die UFO-Forschung wurde in der Sendung der ARD im Jahre 1994 mit Hexenglauben und Parapsychologie in einen Topf geworfen. Was völliger Blödsinn ist! Auf der einen Seite wird etwas beobachtet und auf der anderen Seite wird irgendetwas geglaubt. Die UFOs, die von den Amerikanern heute UAPs genannt werden – unidentifizierte atmosphärische Phänomene – lassen sich auch dokumentieren. In unserer wissenschaftlichen Gruppe haben wir genau das gemacht: Wir haben Radaraufnahmen, Fotos und Filme von diesen Dingen gesammelt. Diese Objekte hinterlassen physikalische Spuren. Das ist das, was wir zunächst untersuchten. An dieses Material muss man sich als Wissenschaftler auch heranwagen und nicht nur auf Anekdoten und Berichte hören.

Sie betreiben diese Forschung schon seit Jahrzehnten. Wie sind Sie dazu gekommen?

Illobrand von Ludwiger: Ich interessiere mich für dieses Phänomen seit meinem zwanzigsten Lebensjahr. Mein Vater, der gut mit Wernher von Braun und Hermann Oberth bekannt gewesen ist, arbeitete an den allerersten Raketentriebwerken in Berlin-Reinickendorf. Mein Vater war Physiker und einer der wenigen Schüler bei Max Planck. 1932 hatte er in Berlin eine Stelle beim Raketenflugplatz unter der Leitung von Rudolf Nebel bekommen.

Mein Vater ist leider früh verstorben und ich habe seine wissenschaftliche Hinterlassenschaft erhalten. Ich hatte sie durchgeguckt und interessierte mich nun auch für Raumfahrt. Später studierte ich Physik in der Hoffnung, vielleicht einen neuen Antrieb für die Raumfahrt zu finden. Als 1955 in Deutschland das erste Buch zu fliegenden Untertassen von Donald Edward Keyhoe: „Der Weltraum rückt uns näher“ erschien, wurde ich auf den Umstand aufmerksam, dass die Eigenschaften, die an den „Fliegenden Untertassen“ beobachtet wurden, genau diejenigen sind, die von dem jungen theoretischen Physiker Burkhard Heim aus Göttingen vorhergesagt wurden: Mit einem Feldantrieb könnte man so etwas hinbekommen.

Anders als bei Raketen, wo man durch Rückstoß einen Antrieb bekommt, geht es bei einem Feldantrieb so: Man könnte ein eigenes Gravitationsfeld schaffen, in dessen Zentrum alles hineinfällt. Wird das Gravitationszentrum vor dem Fahrzeug erzeugt, fliegt das Objekt dort hinein. Man könnte also durch Verschieben dieses Zentrums um die Ecke fallen, ohne dass es im Fahrzeuginnern einen Andruck gibt. Dann dachte ich, wenn das die Erklärung für UFOs wäre, wenn die wirklich so einen Feldantrieb hätten, dann müsste man versuchen, aus den UFO-Sichtungen etwas für die Raumfahrt zu lernen. Das war der Hauptgrund, weshalb ich mich mit der Sache beschäftigt hatte.

Später hat mich ein Herr, der von meinem Interesse an UFOs wusste, gefragt, ob ich nicht die deutsche Vertretung des amerikanischen Netzwerks MUFON übernehmen wollte. Die einzige Bedingung ist, dass man die Meldungen, die es in Deutschland gibt, auch nach USA weiterleite, und dass nur Akademiker zur Gruppe dazustoßen dürften. Das war natürlich gut. Man sucht sich die Wissenschaftler heraus und hat dann nicht nur eine kleine Gruppe von Laien, die bloß sammeln und botanisieren und keine Theorien zustande bringen, sondern Wissenschaftler, die mit den Daten etwas anfangen können.

Wann war das?

Illobrand von Ludwiger: Das war 1974. Ich sammelte einige Wissenschaftler um mich, und wir hielten das unfinanzierte Arbeiten 40 Jahre durch. Wir haben später nicht nur Akademiker, sondern auch andere Personen aufgenommen. Im Jahre 2014 habe ich mich mit einer kleinen Gruppe Wissenschaftler von MUFON-CES getrennt und die IGAAP gegründet: die Interdisziplinäre Gruppe zur Analyse anomaler Phänomene, in der wieder – bis auf Ausnahmen – nur Wissenschaftler Mitglied sind.

Als ich noch bei der MUFON-CES war, habe ich 12 Berichte herausgegeben, mit etwa 4000 Seiten. Wissenschaftliche Berichte, die nur unter Fachkennern kursierten. Bei der IGAAP erschienen bereits 3 Berichte mit knapp 1000 Seiten. Diese Berichte sind in Fachsprachen verfasst, das heißt, die Physiker bringen Formeln, die Mediziner und Psychiater schreiben natürlich in ihrer Fachterminologie. Nebenbei habe ich aber auch Bücher geschrieben, die für alle Leser verständlich sind. Die Facharbeiten sind bloß in einer kleinen Auflage verbreitet worden.

Eines von 12 Fotos, das von Rudi Nagora (2. von rechts) 1971 in der Steiermark aufgenommen hat. Seine Frau war Zeugin. MUFON-CES Mitglieder und Dr. R. Haines von AMES-NASA (2. von links) analysierten die Aufnahmen (ganz links: Illobrand v. Ludwiger). Die Form des Objekts erwies sich bei Anwendung eines Formsuchprogramms der NASA als ein abgerundetes Dreieck.

Wir waren sprachlos, dass so viele seltsame Flugspuren zu sehen waren

In den Jahren der Forschungsarbeit leiteten Sie auch allgemeine Kategorien ab. Wollen Sie hierzu etwas erklären?

Illobrand von Ludwiger: Ja, gerne. Es geht los mit der Frage: Gibt es das Phänomen überhaupt? Wir haben uns aus den USA die „Blue Book Files“, das sind 13.000 Berichte, kommen lassen. Offiziell wurde gesagt, nur 700 bleiben als ungeklärt übrig. Wir stellten dann fest, dass das gar nicht wissenschaftlich untersucht worden ist. Da haben Soldaten den Befehl erhalten, die Sache aufzuklären.

Um nur ein Beispiel zu geben, unter diesen 13.000 Berichten ist einer, in dem es heißt, dass zwei Sheriffs im Auto vor sich eine blaue Kugel am Himmel sehen, diese fliegt über sie langsam hinweg und wieder zurück, so dass die Zeugen mit ihrem Auto kehrt machen mussten, um sie in 180 Grad weiter zu verfolgen. Diese blaue Kugel ist dann verschwunden. Aufklärung: Planet Jupiter. So sind viele Erklärungen zustande gekommen. Die Untersucher hatten den Befehl erhalten: „Klärt das mal auf“, und wenn man Soldat ist und das aufklären muss, dann schreibt man halt irgendwas hin. Man wusste, was die Vorgesetzten verlangten.

Wir haben das auf 95 Rollen Mikrofiches à 1.500 Seiten gehabt und sie unter uns zur Analyse verteilt, sonst kann man die Menge ja gar nicht bewältigen. Wir haben bloß 20 Prozent der Berichte nochmals durchgekämmt, und haben bemerkt, mit dem, was die Untersucher gemacht haben in den USA, kann man alles und nichts beweisen. Das geht so nicht. Wichtig war uns, nur die Sachen herauszufinden, die wirklich anders gar nicht zu erklären sind.

In der Schweiz nahmen wir Kontakt zur militärischen Flugsicherung auf. Einer der Lotsen von dort wandte sich an uns und sagte, wir sehen hier immer wieder Objekte auf dem Radar und keinen kümmert das. Die Behörde hat kein Geld und keine Leute, die das untersuchen könnten und bekommen auch nicht den Befehl, das zu machen.

Der vorgesetzte Divisionär sagte zu diesem Lotsen, er könne die Radarplots mit nach Hause nehmen und sie auswerten. Er hatte immer nur die nachts aufgenommenen Radaraufnahmen untersucht, weil über Tag zu viel Flugverkehr auf den Radarplots zu sehen ist. Es wurde jeweils eine Viertelstunde in den verschiedenen Sektoren aufgezeichnet, was sich dort für Spuren befanden. Wir waren sprachlos, dass so viele seltsame Flugspuren zu sehen waren. Das wird bei der Flugsicherung ignoriert. Der normale Flugverkehr untersucht nur Flugzeuge, die mit Transponder fliegen, das heißt, sie senden der Bodenkontrolle, wer sie sind und ihre Flugdaten. Unbekannte Objekte gehen immer unter. Nur in seltenen Fällen werden Radarechos ohne Transponder gleich an die militärische Luftraumüberwachung übergeben.

Auf einem der Plots war beispielsweise zu sehen, wie ein mit etwa 200 km/h fliegendes Objekt plötzlich im Winkel von 90° mit dreifacher Schallgeschwindigkeit weg rast.

Wenn man diese Aufzeichnungen hat und auch Aussagen von Zeugen, dann schaut man nach übereinstimmenden Eigenschaften, die sich in den Berichten zeigen. Wir hatten auch Fotos von seltsamen Himmelserscheinungen. Viele von diesen kann man sofort aufklären. Wir sammeln nur das, was wir wirklich nicht sofort aufklären können. Nur gelegentlich lassen sich von diesen unaufgeklärten Fällen doch noch Erklärungen finden, wenn später noch zusätzliche Informationen hinzukommen.

Was kann das dann sein?

Illobrand von Ludwiger: Wenn zum Beispiel jemand eine Drohne sieht oder eine Luftspiegelung. Insekten dicht vor der Kamera oder Linsenspiegelungen machen manchmal den Eindruck, als ob sie UFOs sind. Da gibt es die tollsten Sachen. Manche Lichtflecken sehen aus wie ein Teller mit Kuppeln. Solche Fotos lassen wir noch in unserer Sammlung, um anderen zu zeigen, was alles Pseudo-UFO-Bilder erzeugen kann. Es geht nicht darum, alles zu sammeln, was andere als UFOs annehmen.

Wir haben damals den Begriff „UFOs im weiteren Sinne“ geprägt. Das umfasst Berichte von Leuten, die sagen, sie hätten ein UFO gesehen, was aber keines im engeren Sinne war. UFOs im engeren Sinne sind solche, die auch von Spezialisten nicht geklärt werden können, und das sind die eigentlichen Phänomene. Die UFOs im weiteren Sinne kann man vergessen. Manche UFO-Gesellschaften zählen sämtliche eintreffenden Berichte zu „UFO-Berichten“ und klären dann viele „UFOs“ auf.

Illobrand von Ludwiger

Wir wissen, dass es UAPs und UFOs gibt. Das sind zwei unterschiedliche Phänomene

Gibt es bei den Forschungen auch verschiedene Kategorien?

Illobrand von Ludwiger: Es existieren zwei völlig unterschiedliche Phänomene. Die Amerikaner haben das alles in einen Topf geworfen. Sie sagen UAPs dazu. Das sind atmosphärische Erscheinungen. Wir machen nicht diese vereinfachte Annahme. Wir wissen, dass es UAPs und UFOs gibt. Das sind zwei unterschiedliche Phänomene: die atmosphärischen Erscheinungen und die Objekte.

Die UAPs sind Lichterscheinungen oder ähnlich wie Polarlichter?

Illobrand von Ludwiger: Die sind schon verrückter. Das sind kugelige Lichterscheinungen, die sich teilen und wieder zusammenführen. Sie können sich auch in Drei aufteilen und kommen dann wieder zusammen. Sie vollziehen ganz merkwürdige Bahnen. Früher hat man dazu Irrlichter gesagt. Sumpfgase und so etwas meine ich nicht. Sondern diese leuchtenden Kugeln, die in den verschiedensten Zeiten und an vielen Orten berichtet wurden und werden.

In einem Forst nahe Berlins gibt es das Phänomen heute immer noch. Man muss das wirklich zwischen UAPs und UFOs unterscheiden, weil wir dafür jeweils andere Theorien zur Erklärung brauchen. Die wirklichen Sachen, die unser Weltbild verändern werden, aber auch jetzt schon im Begriff sind, es zu tun, zumindest bei uns, die wir uns damit beschäftigen, sind die metallisch aussehenden Objekte. Diese Objekte sind Fahrzeuge, in denen sich eine intelligente Besatzung befindet. Wir wissen nicht, woher sie kommt. Denkmöglich ist, von anderen Sternen, aus der Zukunft oder aus Parallelwelten. Für jede der Möglichkeiten gibt es kaum eine Theorie. Die einfachste Theorie ist noch die extraterrestrische. Aber da sagen natürlich alle Astronomen und Naturwissenschaftler: „Das geht ja gar nicht, der Raum zwischen den Sternen ist so unendlich groß, man müsste mit mehr als Lichtgeschwindigkeit fliegen, sonst würde man ja Tausende von Jahren unterwegs sein, um zu uns zu kommen.“ Wenn wir bei dem Weltbild bleiben, das wir haben, stimmt das natürlich.

Was schlagen Sie vor?

Illobrand von Ludwiger: Was ist jetzt wichtiger? Unsere jetzt eingefrorene Wissenschaft, mit der wir uns beschäftigen, beizubehalten oder sind es die Beobachtungen, die zweifellos wirklichkeitsnäher sind als alle Vermutungen, die man hat?

Ich sehe und erlebe etwas, das geht mich direkt an, das kann ich auch mit Instrumenten verifizieren. Ich sehe, hier ist etwas Neues vorhanden. Wir müssen uns damit abfinden, dass unser Wissen über die Welt nicht vollständig ist. Das war natürlich die Herausforderung für unsere theoretischen Physiker in der Gruppe.

Wir möchten fremdes Leben selber entdecken. Wir möchten nicht von anderen entdeckt werden

Wie beurteilen Sie in dieser Hinsicht die Rolle der Popkultur? Dort sind Außerirdische ja sehr stark vertreten.

Illobrand von Ludwiger: Die Popkultur war eher abträglich. Das Wesentliche ist, die Popkultur hat den Ernst der Sache gar nicht mitgekriegt. In der Popkultur ist das Phänomen nur spaßig: Da kommen die kleinen grünen Männchen, und man macht damit Witze. Aber das größte Phänomen seit Menschengedenken, was dem Menschen zugestoßen ist, dass nun eine fremde Intelligenz mit uns kollidiert, ignorieren sie. Wir wissen nicht genau, ob das Phänomen freundlich oder feindlich ist. Das ist der Hauptgrund der Militärs, warum sie nichts dazu sagen wollten, auch wenn sie durch Druck der Öffentlichkeit mehr und mehr dazu gezwungen werden. Wenn die Öffentlichkeit weiß, dass da etwas Fremdes ist, das intelligent ist, dann verlangt sie vom Verteidigungsministerium, das sie finanziert, Aufklärung darüber, ob es eine Gefahr ist oder nicht. Alle haben Angst davor, die Konsequenzen zu ziehen. Das Schlimme ist, es kommt etwas Fremdes auf jeden Fall hierher, was nicht irdisch ist, und wir müssen uns darauf gefasst machen, dass das alles umändern könnte. Alles könnte sich umkrempeln, Religion, Philosophie, Wissenschaft, wenn wir wissen, wer sie sind und was sie wollen.

Von einem anthropozentrischen Standpunkt aus schaffen wir es momentan nicht sehr weit ins All. Vielleicht stört uns daran, dass die UFOs das meistern, was wir eigentlich erreichen wollten?

Illobrand von Ludwiger: So ist unsere Psychologie: Wir möchten fremdes Leben selber entdecken und die fremden Welten, in denen sie leben. Wir möchten nicht von anderen entdeckt werden. Das ist eine Beleidigung für jeden Wissenschaftler. Er möchte einen Planeten finden, auf dem es Leben gibt, aber er möchte nicht, dass jemand in seinem Garten landet, der von einem Planeten kommt, den er gar nicht kennt und den er noch nicht gesehen hat. So ist es dann auch zu verstehen, dass manche großen Physiker, wie Stephen Hawking, sagten, UFOs könne es nicht geben, weil sie anderenfalls landen und den intelligentesten Menschen auf der Erde aufsuchen würden. Damit meinte er natürlich sich selbst. Weil das bislang nicht geschah, glaubte Hawking nicht an UFOs.

Wir sehen Demonstrationen einer fremden Intelligenz, und die will überhaupt keinen Kontakt mit uns haben. Sie ist hier und könnte uns „Guten Tag“ sagen. Aber das tut sie nicht. Sie könnte uns helfen, Kriege zu vereiteln, Müll zu beseitigen, Krankheiten auszumerzen, Transportmittel und Energie zur Verfügung zu stellen, macht es aber nicht. Kann es auch nicht, denn welchem der verfeindeten Staaten sollte sie helfen? Was wollen die Fremden denn dann?

Diese Beleidigung wegen Nichtbeachtung schwingt im Unterbewussten vieler Wissenschaftler immer noch mit. Regierungen, Militärs und Wissenschaftler möchten verdammt ernst genommen und respektiert werden. Wir wollen offiziell besucht werden. Das tut das Phänomen aber nicht. Und auf der Erde kümmerte sich bisher niemand darum herauszufinden, woher die Fremden kommen, weil der aussichtslose Versuch, das schwierige Rätsel wissenschaftlich zu lösen, ein Job- und Karrierekiller ist.

Das wäre wiederum der politische Wille, da etwas zu verändern.

Illobrand von Ludwiger: Ja, aber da bleiben die Forschungsgelder weg, weil das Phänomen auch paranormale Wirkungen zeigt, wie beispielsweise in Utah (USA) auf der Skinwalker-Ranch, wo vermehrt UAPs, UFOs und Spuk-Phänomene registriert werden. Die Kongressabgeordneten in den USA wollen kein Geld ausgeben für die Untersuchungen von Dämonen, wie sie sagten.  Bei uns in Deutschland würden sie letzteres wohl nicht sagen. Aber an unseren Universitäten würde man nur Gelder ausgeben für den Nachweis der Existenz des Phänomens: Noch sind deutsche Wissenschaftsinstitute nicht überzeugt, dass es das Phänomen gibt. Und für etwas, das es nicht gibt, gibt es natürlich auch kein Geld.


Illobrand von Ludwiger (Hg.): IGAAP-Bericht 3, Dez. 2020,
Paperback, 368 Seiten, ISBN 978-3-9820381-1-7 , Preis (ohne Porto): 28,00 €
Das Buch kann am einfachsten über eine kurze Mail bei i.v.ludwiger at t-online.de
bestellt werden. Die Lieferung enthält eine Rechnung zuzüglich Porto und Verpackung (31 € in Deutschland). Darin finden sich ein Katalog der UFO-Sichtungen Nordwestdeutschlands, zu anderen physikalischen Voraussetzungen von UFOs und zur interstellaren Raumfahrt.

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5 Kommentare

  1. Komisch dass das UFO Geschehen fast ausnahmslos in den USA auftritt, dem homeland der Spinner, Traumtänzer, Auserwählten, Moralisten etc.

  2. Da sind Sie leider – wie die meisten Menschen – falsch informiert: Das UFO-Phänomen tritt weltweit, auf allen Kontinenten auf. In den USA ist das Phänomen jedoch mittlerweile in den Massenmedien angekommen, deswegen hört man derzeit das meiste von dort.

  3. Dass das UFO-Phänomen ‚fast ausnahmslos in den USA auftritt‘, ist eine hierzulande weit verbreitete, aber falsche und uninformierte Meinung. Das Phänomen ist weltweit aktiv, auch in Deutschland. Ich empfehle einen Blick z.B. in die Larry-Hatch-Datenbank mit 18.000 dokumentierten Fällen: https://www.igaap-de.org/sichtungsberichte/u-die-larry-hatch-ufo-datenbank/ Literatur zum Thema: http://www.das-ufo-phaenomen.de/literatur/deutsch/ oder https://www.igaap-de.org/literatur/ Im IGAAP-Bericht Nr. 3 wurde 2020 ein UFO-Sichtungskatalog speziell für Nordwestdeutschland veröffentlicht: https://www.igaap-de.org/literatur/literatur-der-igaap-und-mufon-ces/igaap-und-mufon-ces-berichte/

  4. Ich denke wenn 5% der Sichtungen „angezeigt“ werden (MUFON o.ä) ist es sehr viel. Habe bisher 2 interessante Sichtungen am Tage gemacht: 2014 im Juli ein metallisches eiförmiges Objekt welches aus einem gleisenden strahlendem Licht heraustrat, welches vorher wie ein beweglicher großer „Stern“ über den Himmel zog, im Juni 2015 ein weißes schnelles zigarrenförmiges Objekt welches einem Passagierflugzeug sehr nahe kam. Nachfrage beim Flughafen ergab nichts, weil die sich nur um Flugzeuge mit Transpondern kümmern. Bin Ingenieur und war selber eine Zeit lang in der Luftfahrt. Mein Sohn konnte letztens im April in der Eifel ein Aufnahme von einem UFO machen, es flog hinter dem Auto her und blieb dann für einige Minuten in der Luft stehen. Es ist gut, dass die NASA im Herbst eine wissenschaftliche Untersuchung zum UFO-Phänomen starten wird. Unser jetziges physikalisches Verständnis ist nahe Null oder so gut wie nicht vorhanden: deshalb die Ablehnung und Stigmatisierung ( unglaubliche multiple Ignoranz 😉

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