Sonderbare Kriegsdiskurse

Haubitzen im Einsatz auf ukrainischer Seite. Bild: Ukrainisches Verteidigungsministerium

Eine Polemik als Einladung zur Debatte

Der russische Krieg in der Ukraine ist genauso grausam wie die Erkenntnis, dass er nichts Besonderes ist. Angesichts des Zeitenwende-Diskurses und der sichtbar werdenden Kriegsgräuel vor unserer Haustür ist es besonders erschütternd, einsehen zu müssen, dass der Krieg keine Ausnahme darstellt, sondern wie jeder Krieg vernichtend ist. Neben den üblichen Kollateralschäden entfesselten Hasses, wie Vergewaltigungen und willkürlichen Tötungen von Zivilisten, zieht die Umstrukturierung der Wirtschaft in eine Kriegswirtschaft weite Kreise über die Ukraine und die Jetzt-Zeit hinaus. Der Diskurs um eine Einzigartigkeit dieses Krieges ermöglicht es jedoch, damit Politik zu machen und für diese Politik PR.

Natürlich gehört zum Krieg stets die Propaganda. Neben der russischen auch die ukrainische und auch die europäische und auch die US-amerikanische, sowie die der NATO und Deutschlands. Während man mit dem Begriff „Desinformation“ versucht, die russische Propaganda als irgendwie besonders und völlig anders als die anderer zu labeln, kann man ihr vor allem Plumpheit attestieren. Nein, der „Kampf gegen Faschisten“ ist nicht glaubwürdig, wenn man an anderer Stelle gut mit Faschisten zusammen arbeitet, und die Übernahme der Bush-Doktrin auch nicht.

Die PR der Ukraine ist besser. Nicht nur ist der Staatspräsident ein Medienprofi, zur Unterstützung des angegriffenen Landes hat sich ein internationales Unterstützer-Netzwerk um den umtriebigen David Gallagher gebildet. Dessen Aktivitäten kann man unter dem Hashtag Ukraine Communications Support leicht im Internet finden. Die Reden Selenskyis dürften aus Edelfedern von Kommunikationsprofis stammen, die historischen Bezüge im jeweiligen Nationalframe der angesprochenen Unterstützerländer setzen einiges an Wissen und Recherche voraus. Zudem kommt der Ukraine zugute, dass ihr Präsident ein Medienprofi ist. So berechtigt die Anliegen der ukrainischen Regierung im Krieg auch sind, man sollte es den Medien nachtun, Propaganda auch von ukrainischer Seite aufzudecken – denn die Aufgabe des Journalismus ist ja die Berichterstattung und nicht Aktivismus als Kriegspartei.

Und nein, es ist keine Relativierung auf diese Fakten hinzuweisen. Auch nicht auf die langjährige Hinführung zum Krieg, bei der ein EU-Assoziierungsabkommen keine unwesentliche Rollte spielte. Im Gegenteil. Es ist Relativierung, wenn bestimmte – ein Narrativ störende – Fakten systematisch ausgeblendet werden. Dann ist es eben nicht mehr Berichterstattung, sondern Gesinnungsaktivismus; was manche mit Haltungsjournalismus verwechseln mögen.

 

Relativierung des Begriffs Relativierung

Wie aber gelingt es, dass Kritik am feststellbaren Doppelmaß als „Relativierung“ diffamiert wird und nicht die Relativierung selbst?

Dies ist auf eine perfide Diskursstrategie zurück zu führen. Denn ganz offensichtlich arbeiten doch alle mit den gleichen sprachlichen Mitteln. Putins Versuch, den Krieg als „Sonderoperation“ schönzureden, ist schon rein sprachlich nicht so weit entfernt von Wordings wie „Stabilisierungsmission“ der Bundeswehr in Mali oder dem sogenannten „Sondervermögen“ fürs Militär – eine militarisierte Außenpolitik also, die auf Schulden basiert. Und eine solche Politik kann natürlich keine feministische sein, weshalb es diese Behauptung besonders oft zu wiederholen gilt – denn aus der PR-Forschung ist bekannt: Wiederholen ist Überzeugen.

Tatsächlich hat Überzeugung weniger mit Erkenntnis und Wahrheit zu tun. Anders lässt es sich nicht erklären, dass man die Parallelen in der strategischen Kommunikation nicht erkennen will und Unterschiede dort ausmacht, wo keine sind. Es ist also im ureigensten Interesse auch unserer Machteliten, dass Verwirrung herrscht über die so viel beschworenen Werte, bis hin zur Verdrehung der Tatsachen.

Durch Euphemismen, die Fortschritt und Emanzipation suggerieren, lässt sich der Rückschritt in längst überwunden geglaubte Zeiten kaschieren. Für „Frauenemanzipation“ wurde schon in Afghanistan in den Krieg gezogen und „Kriegskredite“ sind schon lange kein ausschließlich historisches Thema mehr. Dass das wohl klingende „(Sonder-)Vermögen“ hier nichts anderes als „Schulden“ bedeutet, erwähnt immerhin der Deutschlandfunk hin und wieder. Dass der wohlklingende Begriff, der Haben (statt Soll) suggeriert, ein Spin ist, der uns in Zustimmung manipulieren soll, wird aber nicht in gleichem Maße skandalisiert, wie die russischen Versuche die öffentliche Meinung zu manipulieren.

Wie gelingt das? Das unterscheidungsrelevante Merkmal scheint mir zu sein, ob Kriege und Kriegsverbrechen von „unseren“ Freunden oder Feinden begangen werden. Selbst Saudi-Arabien, aus dem 15 der 19 Terrorverdächtigen des Anschlags vom 11. September 2001 eingereist sind und das mit seiner Teilnahme am Stellvertreterkrieg im Jemen die Absatzsteigerung der deutschen Waffenindustrie befeuert, gilt weiterhin als „Stabilitätsfaktor im Nahen Osten“. Und nie gab es vergleichbare Forderungen gegen das Völkermorden im Irak, man vermisst bis heute eine breite Front für die Initiative, die Kriegsverbrecher Bush und Blair vor den internationalen Gerichtshof in Den Haag zu bringen. Allgemeine Großzügigkeit also, solange die USA der Aggressor sind? Bei Terrormilizen war man schon etwas strenger. Und ja, die Opfer mögen auch eine Rolle spielen. Was kratzt einen schon der Tod von Arabern, Afrikanern, Asiaten, Lateinamerikanern?

Aber Vorsicht! Bei Osteuropäern ist nicht sicher, dass sie immer als „zu uns gehörig“ eingestuft werden – für Serben und Ungarn beispielsweise gilt das nicht. Und die aktuelle Solidarität mit den Ukrainern ist auch nicht in ewigen Stein gemeißelt, sondern könnte sich als instrumentelle Rhetorik erweisen, wenn die geopolitischen Interessen weiter ziehen. So spielen die Jesidinnen im Irak, eine immer noch verfolgte Minderheit, nach dem Durchsetzen deutscher Waffenlieferungen an die Peschmerga auch keine diskursive Rolle mehr.

Wer die vergleichbaren Kriegsverbrechen anderswo ausblendet, relativiert die russischen. Nur der Verfall ins Doppelmaß kann suggerieren, dass der Krieg in der Ukraine ein völlig anderer wäre, als alle anderen Kriege. Das ist Relativierung. Und natürlich müssen die Spin-Doktoren daran arbeiten, den Begriff wertlos zu machen oder bestenfalls umzudrehen. Scheint zu klappen, wenn man sich die unzähligen Versuche ansieht, die es etwa im deutschen Medienwald gegeben hat, um den seriös Berichtenden und Einordnenden und natürlich der Friedensbewegung „Whataboutism“ zu attestieren. Ein neuer Kampfbegriff am Sternenhimmel der Propaganda, ja der Kriegspropaganda und Cancel Culture. Denn am Ende des Tages bedeutet das Sprechverbot in Bezug auf die Hinführung zum Krieg gleichzeitig, dass die Lösungsmöglichkeiten ausgeblendet werden.

Diese liegen, wie Johan Galtung nicht müde wird zu betonen, in „solving the underlying conflict“ (vgl. Debatte zum Konzept des Friedensjournalismus von Sigrun Rottmann). Das bedeutet, dass eine eingehende Analyse des zugrunde liegenden Konflikts geschehen muss, der auf Russland-NATO Ebene liegen könnte, bevor man mit vermeintlichen Lösungskonzepten um die Ecke kommt. Hierin liegt vielleicht der Unterschied zwischen ad-hoc Friedensinitiativen von Wunschdenkenden und den Vorschlägen, die auf der Basis eingehender Analysen beruhen. Tatsächlich könnte man für letzteres die Publikationen der Friedensbewegung heranziehen, wenn man denn seriösen Journalismus betreiben und nicht den Pazifismus per se denunzieren wollte – also etwa die Bände der Jahreskonferenzen des Friedensratschlags in Kassel (s. Jahresbände unter der Herausgeberschaft von Lühr Henken) oder die Analysen der Informationsstelle Militarisierung aus Tübingen. Die Fehlentscheidungen der diese Erkenntnisse ignorierenden Politik lassen sich nur mut- und böswillig den Ignorierten zuweisen.

 

Wenn das Doppelmaß zum Standard wird …

Wer aber eine Befriedung nicht will, muss die Kritiker von Kriegslogik und Militarisierungspolitik – flankiert durch auffällig waffenfreundliche Mediendiskurse – angreifen. Ein altbewährtes Mittel der Rhetorik: Kannst Du die Botschaft nicht delegitimieren, verunglimpfe den Überbringer der Nachricht – damit man ihm möglichst gar nicht zuhört und seine Argumente nicht am Ende noch verfangen in der öffentlichen Meinung. Das effektivste Mittel ist natürlich das komplette Ausblenden wichtiger Meinungsäußerungen. So geschehen beispielsweise am 2. Juli 2022 in Berlin, als von der gut besuchten Demonstration „Wir zahlen nicht für Eure Kriege!“ nichts in den Medien, nicht einmal in der Lokalberichterstattung des rbb – trotz seines öffentlich-rechtlichen Auftrags – zu vernehmen war. Ein paar Eindrücke gibt es hier.

Das alt bewährte Mittel der ad-hominem Angriffe auf Kritiker – etwa, indem man ihnen publizistisch Personas non Gratas zuordnet, sie versucht lächerlich zu machen oder sonstwie zu diskreditieren (durch Labels wie „Lumpenpazifist“ bspw.) – hilft dabei, der inhaltlich-kritischen Auseinandersetzung auszuweichen. Das zunehmende Arbeiten mit Labels und eine Art Kontaktschuldjournalismus kann aber nur erfolgreich sein, wenn man sich auf einen solchen Diskurs einlässt, auf eine relativ aussichtslose Verteidigungsdebatte hereinfällt und nicht bei der Sache bleibt. Das ist leichter gesagt, als getan, denn es gibt mächtige Verbündete für die subtileren Zensurversuche unserer neuen Medienkultur; nicht zuletzt Google oder neuerdings Medienlabel à la NewsGuard tragen dazu bei.

Wer traut sich, in dieser Stimmungslage, an die wöchentlich unterzeichnete Kill-List für Drohnentötungen auf Verdacht durch Barack Obama zu erinnern? Oder gar die Frage zu stellen, ob die Verleihung des Friedensnobelpreises an den außerhalb der Rechtsnorm handelnden US-Präsidenten ein Fehler war. Doch, einige taten es. Aber im aktuellen Kontext scheint das verboten oder zumindest nicht opportun. Wer hätte gefordert, mit ihm nicht zu sprechen, ihn gar von internationalen Treffen auszuladen wegen der Menschen- und Völkerrechtsverstöße? George W. Bush vielleicht schon eher? Nein, nicht einmal Donald Trump wurde vergleichbar ausgegrenzt wie der russische Präsident Putin. Hält man das für eine Basis, den Krieg in der Ukraine zu beenden und zur Verhandlung gegenseitiger Sicherheitsgarantien zu kommen? Und wenn nicht, will man das überhaupt?

Letztere Frage richtet sich in der öffentlichen Debatte auffällig nur an Putin, der mit seinen Äußerungen immer wieder verbales Öl ins Feuer gießt. Nein, gute PR-Strategen sind die Russen nicht. Aber wie lässt sich die neue Parole vom „ukrainischen Sieg über Russland“ erklären, den es nach Auskunft namhafter Militärstrategen nicht geben kann? Sprich: Wir reden also nonchalant über eine Verlängerung des Krieges mit allen möglichen Ausweitungspotentialen – in Europa.

Und über die Ausweitung der Einflusssphären anderer Despoten, die nun hofiert werden dürfen vom „Wertewesten“ angesichts der übergeordneten Parole der „Unabhängigkeit von russischem Öl und Gas“ – also auch in Zeiten der Klimakatastrophe nicht die „Unabhängigkeit von Öl und Gas“ generell. Während man nun auf der einen Seite schon jedes Telefonat mit Putin als Quasi-Verrat an der solidarischen Sache inkriminiert, nimmt man gerne das lange unverkäufliche und umweltschädliche Fracking-Gas aus den USA ab, baut umweltprüfungsfrei lange umstrittene LNG-Terminals aus und verhandelt mit derzeit noch genehmen Diktatoren auf der arabischen Halbinsel und in Aserbaidschan über letztendlich wieder russische Gaslieferungen, denn das ist nicht selten deren Bezugsquelle. Anstrich Whitewashing, die Mühe des Greenwashings macht man sich dabei nicht einmal – auch wenn mit dem Begriff „Brückentechnologie“ dies ansatzweise versucht wurde.

 

Der Verrat an der Friedenspflicht

… wird tatsächlich nicht nur von Putin allein betrieben, obwohl schon lange mit allen sprachlichen und bildlichen Mitteln versucht wird, ihn als Ausnahmeparia darzustellen. Das ist legitim in Zeiten der Propaganda. Aber es ist dann eben Propaganda und nicht etwa Berichterstattung (vgl. Ponsonby). Und ermöglicht der Politik, den Grundsatz „Nie wieder Krieg!“ endgültig zu verbannen und auf den Umbau hin zu einer Kriegswirtschaft zu setzen. Das hat in dem strukturellen Ausmaß nicht einmal die Zeitenwende der Bundeswehrentsendung ins Ausland 1999 vermocht.

Die deutsche Politik, allen voran die transatlantischen Grünen, überschlagen sich in Kriegsrhetorik. Aber auch viele Medien durchbrechen nicht die Kriegstreiberei. Teils sogar im Gegenteil: So wurde in der ersten Solidaritätswelle für die Ukraine kaum eine Debatte ermöglicht, was denn alles zur Solidarität beitragen würde, was gut, was eventuell kontraproduktiv ist, was es alles für verschiedene Handlungsmöglichkeiten gibt – vielmehr wurde die Solidaritätsfrage auf die von Waffenlieferungen Ja oder Nein eingeschränkt; eine Entscheidungsfrage, die über Mitreden- und Nichtmitredendürfen entschied. In Interviews, Presseclub und Talk-Shows trieben nicht selten Journalisten die Gefragten zum Bekenntnis für mehr und schwerere Waffen vor sich her, um sie nicht der fehlenden Solidarität bezichtigen zu müssen, oder luden gleich mehrere Vertreter einer (transatlantischen) Ausrichtung – etwa des Zentrums Liberale Moderne – ein, ohne dies kenntlich zu machen. Der Ruf nach mehr Krieg war damit garantiert.

Tatsächlich aber gibt es eine Friedenspflicht für Medien und Journalismus. So hat die UNO entsprechende Wünsche und Pflichten formuliert, aber auch im Rahmen deutscher Rechtsnormen wird beispielsweise die Bewerbung von Angriffskriegen abgelehnt, wie es Udo Branahl in seinem Aufsatz „Recht und Moral im Journalismus“ 1992 erörtert (s. Haller/Holzhey: Medien-Ethik, S. 224f). Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine kann den Medien nicht unterstellt werden, sie würden zu einem Angriffskrieg aufrufen. Aber dienen die Aufrufe zu mehr Waffen der Kriegsbeendigung oder der Kriegserweiterung? Das ist im Moment noch unklar und bedarf eines Debattenraums zur Klärung – und zwar jenseits dramaturgisch durchgeplanter Talks, die ja die Show im Namen tragen.

Mit Blick auf andere Kriege der jüngeren Vergangenheit hat sich im Nachhinein immer ein anderes Bild ergeben als zu Beginn. So warb etwa die US-Administration für einen präventiven Krieg gegen den Irak mit dem Verweis auf die Existenz von Massenvernichtungswaffen, die uns bedrohten. Dies war konstruiert, man fand diesen offiziellen Kriegsgrund nie – hat aber vor dem Krieg Waffeninspekteuren, wie Scott Ritter, die nicht das Narrativ vom gefährlichen Irak bedienten, ausgegrenzt und diffamiert. Dass Ritter am Ende recht behielt, ist der eine Skandal, dass man seither nicht vorsichtiger ist in der Parteinahme (für mehr Krieg), ist der andere Skandal – denn im Nachgang und mit mehr Fakten sieht die Lageeinschätzung höchst wahrscheinlich immer anders aus. So musst auch im Nachgang zum Krieg in Jugoslawien das Narrativ von der mutwilligen serbischen Aggression korrigiert werden.

Wie aber sieht die Friedenspflicht im Journalismus im Falle eines Verteidigungskrieges aus? Im Rundfunkgesetz des WDR von 1954 heißt es ja explizit: „Der Westdeutsche Rundfunk soll die internationale Verständigung fördern, zum Frieden und zur sozialen Gerechtigkeit mahnen, die demokratischen Freiheiten verteidigen und nur der Wahrheit verpflichtet sein.“ (zit. nach Becker 2016: Medien im Krieg, S. 10/s.u.). Erfüllen unsere Medien diese Aufgabe? Die ja nicht aus der Zeit gefallen sein kann, weil diese Fragen ja immer im Raum stehen. Und übrigens im Nachgang zum Jugoslawienkrieg auch selbstkritisch in Medien debattiert wurde. Aber ist eine solche Debatte schon während des Krieges möglich? Oder einfach nötig? Wäre demnach der normale Journalismus dem Friedensjournalismus verpflichtet? Was leisten unsere Medien im Kriegskontext und was nicht?

Tatsächlich diagnostiziert der Kommunikationswissenschaftler Jörg Becker in seiner Buch-gewordenen Abrechnung mit der Medienleistung in und um Kriege „Medien im Krieg – Krieg in den Medien“ und darüber hinaus folgende Anhaltspunkte, die einer Polemik durchaus würdig sind:

■ Massenmedien übernehmen häufig ungeprüft an sie weitergegebene Informationen von staatlichen Stellen.

■ In vielen Massenmedien wird gelogen.

■ Massenmedien spiegeln eher den parlamentarischen Konsens, als dass sie ihrer verfassungsmäßigen Wächteraufgabe nachkommen.

■ Massenmedien zeigen eher Beharrungs- und Verstärkungstendenz, als dass sie Motor von Veränderung und gesellschaftlichen Alternativen sind. Meist sind sie also affirmativ, nicht kritisch.

■ Massenmedien konstruieren eine ihnen eigene Realität. Oft haben ihre Informationen und Berichte wenig mit dem zu tun, was man gemeinhin Wirklichkeit nennt.

■ Massenmedien neigen zu einer Vermischung von Meinung und Nachricht, von Politik und Unterhaltung, von Aufklärung und Kommerz.

■ Massenmedien sind gerade im Bereich der internationalen Beziehungen ein Substitut für eigene und persönliche Erfahrung. (Becker 2016 Medien im Krieg, S. 12).

Die hier benannten geballten Fehlleistungen von Medienmachenden, die in ihrer Pauschalität natürlich zugespitzt sind, aber auch zum Nachdenken und zur Debatte anregen wollen – sowie zur Lektüre des ganzen Buches – sollen zu einer Grundsatzdebatte überleiten, die sich um die Grenzziehung zwischen Haltung im Journalismus und Gesinnungskommunikation bemüht (s.o.).

Die bisweilen in der Öffentlichkeit leicht formulierte Forderung nach Neutralität im Journalismus führt in ihrer Umsetzung zu komplexen Fragen rund um den Idealtypus der Objektivität, der Wahrheitssuche, des Agenda-Setting und Agenda-Cutting, der konstruierten Wirklichkeitsvorstellungen durch Auswahlentscheidungen. Wäre Objektivitätsstreben schon genug? Oder welche ethischen Leitlinien kommen in Krieg und Krise besonders zum Tragen?

In der Wissenschaft wird die Debatte geführt, die Beteiligung von Medienmachenden ist geboten und die Teilnahme der breiten Öffentlichkeit ist auf die mediale Vermittlung angewiesen. Hier ist Medienverantwortung gefordert.

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50 Kommentare

  1. Wieso denn „Polemik“? Das ist einfach eine nüchtern-sachliche Situationsbeschreibung. Wenn sowas als Polemik gilt, haben wir leider wirklich fertig.

  2. Die langzeit Dirigenten werden als autokratische Systeme diffamiert, während der ‚Westen‘ von einer Wahl zur anderen rennt…
    Ich sehe heute einige Staaten die Lösungen suchen für ihre sozioöknomische Situation und auf der anderen Seite, eine Politik für die die eh alles besitzen…
    Herr selenski mag ja begabt sein als Unterhaltungskünstler, so auch diverse andere Repräsentanten aus derDeutungshoheit, aber welchen Anteil besitzen die doppelaktiven „Agenten “ der PR Agenturen“?
    Jede Auseinandersetzung ist basierend auf der Grundhaltung, wer was dabei gewinnt, eben kapitalistisch.
    Dass Kapitel besitzt die grösste Mobilität, egal wo der Eigner sitzt!
    Singapore besitzt heute den größten „Sicherheitsschrank“ auf dieser Welt und genau diese Illustren Besitzer der Reichtümer machen weiter ihr Spiel.
    Ich bezeichne das als Simulation, aber Herr XI Ping/Putin verstehen ‚was ihre Auftraggeber‘ wollen…
    Letztendlich liegt es an den Menschen selbst, ihre ‚Ordnung’selbst zu wählen.
    Ist der/die Menschen dazu in der Lage? Kann die Menschheit sich von dieser PR Aktion frei machen?

    A. Merkel hat die BRDGMBH zur Bevorratung hingewiesen… und Sie hatte bei ihrer letzten Bundestagsdebatte die Parlamentarier daraufhin hingewiesen : Das sie ihre Politik weiterhin verfolgen (Entschuldigung für sprachliche Diskrepanz).
    Was bedeutet das? Für mich eine klares Bekenntnis zur Unabhängigkeit …

  3. >>> Nein, der „Kampf gegen Faschisten“ ist nicht glaubwürdig

    Sie stellen es so heraus als ob dies die Rechtfertigung Russlands sei. Aber auch das Narrativ, dass dies die russische Rechtfertigung sei, ist ein Teil der westlichen Propaganda. Man garniert es noch mit dem Narrativ Faschisten in der Ukraine seien an den Haaren herbeigezogen (Schließlich ist der Präsident ein Jude) und deligitimiert somit russische Aggression als Ganzes, als etwas was mit vorbeschobenen Gründen geschehe und impliziert dabei, dass Russland (in Wirklichkeit) einfach nur um Landraub ginge und die wahre Motivation imperialistischen Charakters sei.

    Wenn aber mit Russland besser vertraut ist, und womöglich auch noch die Sprache beherrscht und in der Lage ist Russland und deren öffentliche Narrative unmittelbar zu beobachten, offenbart sich ein völlig anderes Bild. Zu mindestens wird heute nicht mehr abgestritten, dass die Aggression gegen die Ukraine von der russischen Bevölkerung weitestgehend und innständig unterstützt wird und Putin bei weiten Teilen der Bevölkerung äußerst beliebt bleibt und sogar noch beliebter wird. Das lässt sich kaum mit einer Art von Propaganda herbeiführen wie man Russland unterstellt (Es ginge angeblich NUR gegen Faschismus). Wie ist es dann zu erklären, dass die Bevölkerung Russlands durch diesen Krieg nur noch mehr vereint geworden ist und nur noch mehr Putin unterstützt?

    Der Punkt ist, Russland kämpft nur am Rande gegen den Faschismus und nur am Rande gegen die Ukraine. Man sieht sich selbst in der Verteidigung und mit dem Rücken zur Wand stehend. Russland kämpft um seine Existenz! Und der Gegner ist USA, die NATO und EU welche nicht erst seit dem 24. Februar Russland am liebsten von der Landkarte tilgen würden. Das ist das eigentliche Narrativ welches die russische Motivation und öffentliche Unterstützung trägt.

    Wenn man russische Propaganda in russischen Medien beobachtet, stellt man fest, dass sie zu 90% aus westlicher Propaganda besteht. Das russische Fernsehen muss sich gar nicht großartig verrenken und mehr machen als zu zeigen was das westliche Fernsehen zeigt. Was die westlichen Politiker öffentlich sagen. Mehr muss die russische Propaganda gar nicht machen, damit die Russen den Krieg gegen die Ukraine mittragen und ihn unterstützen.

    Und was die Glaubwürdigkeit von „Kampf gegen Faschismus“ angeht, würde ich ihnen empfehlen besuchen sie einmal selbst Donezk. Besuchen Sie den Kinderfriedhof welches als die „Alee der Engel“ bekannt ist. Sprechen sie dort mit den Müttern und Vätern die dort trauern. Und erzählen sie denen, dass der „Kampf gegen Faschismus“ nicht glaubwürdig sei.

    1. Bisschen dick aufgetragen, der ständige Angriffsmodus zu Verteidigungszwecken.
      Man erobert ja auch nicht, sondern holt russische Erde zurück.
      Vermutlich fühlen sich alle Eltern auf der Welt gleich, wenn sie ihre Kinder beerdigen müssen. Da muss man niemanden hervorheben.

      1. Wie verlogen der Wertewesten ist, zeigt sich immer bei diesen Thema:

        „Ähnlich wie die Minister Baerbock und Habeck hatte sich der jetzige australische Premierminister Anthony Albanese auf der Oppositionsbank für Julian Assange ausgesprochen. Alle drei scheinen dies in Regierungsämtern nicht durchhalten zu können, oder wollen. Assange war um einiges mutiger als er mit der Veröffentlichung der Clinton Emails auch den “liberalen” Teil der USA, der ihn vorher noch hofiert hatte, gegen sich aufbrachte.“

  4. Die Propaganda der Ukraine sei besser, weil professioneller ?
    In welchem Paralleluniversum ist das denn ermittelt worden ?

    Das, was die ukrainische Regierung an Propaganda raushaut, liegt auf ziemlich primitiven, grottenschlechten Niveau. Und fliegt denen nur deshalb nicht jeweils unmittelbar um die Ohren, weil die gesamte mediale Industrie des Wertewestens diesen Bullshit auf Goebbels-Niveau komplett und stets als einzige wahre Wahrheit repliziert. Und alles davon Abweichende als Propaganda des Erz-Gottseibeiuns „Putin“.

    Wer also diese Primitivpropaganda naheliegenderweise hinterfragt, ist also mindestens latenter „Putinversteher“ (oder in einem früheren Terminus „Wehrkraftzersetzer“). Wer das allzu deutlich und publikumswirksam macht, für den gelten dann auch mal gleich überhaupt keine Rechtsgrundsätze mehr. Der wird zwar nicht mehr wie vor 45 gleich physisch eliminiert, wohl aber sozial und wirtschaftlich. Siehe u.a. Alina Lipp oder Graham Phillips

    Wer also was anderes oder gar Kritisches dazu erfahren will, muss sich mindestens schon mal in den alternativen Medien umtun – und wird damit geistig bereits zum latenten Dissidenten. Eben weil er nicht 1:1 vorgegebene „Wahrheiten“ einfach nur konsumiert und verinnerlicht.

    Die Frage ist also weniger eine nach der „Qualität“ der Propaganda, sondern von Reichweite und Effektivität der Wegfilterung jeglicher abweichender Darstellung aus der Öffentlichkeit. Und DARIN ist der Wertewesten führend.

    1. Ich stimme zu. Die Propaganda der Ukraine in der Ukraine, egal ob Arestovich oder auch Selensky, ist auf die Bedürfnisse der ukrainischen Rechtsextremen zugeschnitten, und appelliert zum Teil an nachvollziehbaren Durchhaltewillen, Gefühle für die im Kampf stehenden Soldaten und andere verständliche Emotionen im Krieg. Dazu kommt unverhohlen rassistische und faschistische Hetze und der irrsinnige Anspruch, jeder Ukrainer müsse Ukrainisch sprechen, keinesfalls Russisch, aber auch nicht Griechisch, Ungarisch, Rumänisch .. Wer nicht zustimmt, bekommt mit der SBU-Gestapo zu tun, oder wird gleich von rechten Todesschwadronen zusammengeschlagen, entführt oder ermordet.

      Diese ukrainische Realität, die Wladimir Sergijenko gut beschrieben hat, wird von der gesamten westlichen Medienmacht systematisch weggefälscht und unterdrückt. Dazu kommen dann noch knallharte Fakes wie die von Tagesschau, Daily Mail, La Stampa, die den mörderischen Beschuss der Wohngebiete von Donezk den russischen Truppen unterschieben wollen (die Tagesschau brachte nach Tagen ein halbes Dementi in einem wenig beachteten Autorenblog).

      Selensky selbst ist eine Kunstfigur dieses Fälscher-. Lügen- und Zensurkartells. Seine peinlichen Entgleisungen werden so übertüncht wie die Bidens. Der westliche Medienzirkus ist Teil der Kriegführung des Westens gegen Russland, sein Budget übertrifft den russischen Militäretat um ein Vielfaches. Diese „Journalisten“ schiessen und morden mit.

  5. Auch dieser Krieg wird im Nachgang neubewertet – zuungunsten des WerteWesten.

    Einfach nach STRATFOR und George Friedman suchen, bspw bei YT oder den Nachdenkseiten.

    Oder Nuland und Maidan 2014.

    Oder den Umstand, dass BoJo die Ukraine vor einem frühen Waffenstillstand gewarnt hatte (ca eine Woche nach Beginn, Verhandlungen in der Türkei.

    Oder die amerikanische Ignoranz der russischen Anfragen wg. Sicherheitsgarantien für RU 2021/22.

    Etc.

    Eine Diskussion über Massenmedien ist mE überflüssig. Da hilft nur abschalten und ignorieren.

  6. Danke Frau Schiffer für Ihren Artikel. Sie versuchen sehr ausgewogen zu schreiben, was Ihnen in weiten Teilen gelingt.Ihr Beitrag spricht sehr viele Fehler der westlichen Politik und der mit denen verbundenen Journalisten an, dass tut gut, weil es in deutschen Medien deutlich zukurz kommt. Das deutlich als westliche/ ukrainische Propaganda zu benennen und auch auf russische Propaganda hinzuweisen, machen ihre Zeilen lesenswert. Was mir hier fehlt, das Deutschland/ Europa als angebliche Nichtkriegspartei russische Medien zu sehen/ zu lesen bei der breiten Bevölkerung unterbindet. Zu sehen/ lesen was beide Seiten machen, ermöglicht erst ein objektives Bild. Dieses objektive Bild soll in der breiten Bevölkerung vom Westen auch mit seinem (wie Sie es bezeichnen) Gesinnungsaktivismus unterbunden werden. Das sich damit die westlichen Staaten (und ebenfalls mit Waffen- und Munitionslieferungen, Ausbildung der Soldaten plus Bereitstellung riesiger finanzieller Mittel) als Kriegspartei positioniert, hätte ich stärker betont.
    Das ein Krieg leider auch Kriegsverbrechen beinhaltet, ist für einen neutralen Betrachter, für den sie stehen, logisch. Deshalb ist auch dieser Hinweis von Ihnen konsequent. Leider gehen sie auch darauf zu wenig ein, wahrscheinlich um sich nicht angreifbar zu machen. Das die Kiewer Streitkräfte seit 2014 nachweislich zivile Infrastrucktur in Donezk und Lugansk und seit neuesten auch in den von den alliierten Truppen gewonnenen Gebieten beschiessen, dass dabei eine hohe Zahl an zivilen Opfern entsteht, ist leicht zu recherchieren und sollte erwähnt werden. Das dabei seit neuesten auch westliche Waffen z.B. HIMARS und deutsche PH5000 zum Einsatz kommen, macht die NATO-Staaten zu Mittätern bei diesen Kriegsverbrechen. Und das die Ukraine Kriegsverbrechen begeht, ist durch Aussagen wie Interview mit Adrien Bocquet, ehemaliger französischer Soldat und Söldner in der ukrainischen Armee und dem Bericht des Journalist Steffen Schwarzkopf für die „Welt“ live belegt. Adrien Bocquet hat als Augenzeuge von der Folterung und Hinrichtung russ. Kriegsgefangener berichtet.
    Steffen Schwarzkopf erzählt in den deutschen MSM, dass das ukrainische Militär seine Kriegsgeräte mitten in Wohngebieten sowie in der Nähe von Schulen und Krankenhäusern aufstellt. Wenn man aber amer. oder Brit. Zeitungen lesen würde, wüßte man das schon länger. Dies kommt mir zu kurz, wie auch das russische Soldaten bestimmt Kriegsverbrechen begehen, aber nicht alles was in unseren Zeitungen als russisches Kriegsverbrechen dargestellt wird, ein Kriegsverbrechen war. Zwei Beispiele: Der russischer Raketenangriff die Stadt Vinnytsia traf einen Offiziersclub „Haus der Offiziere, ein potenzielles Ziel, wenn auch in einem dicht bebauten zentralen Viertel der Stadt. Sowie die New York Times berichtet von einem russischen Angriff „auf Zivilisten“ in Chasiv Yar, obwohl ihr eigener Reporter vor Ort in einem ausführlichen separaten Bericht bestätigte, dass in dem Wohnkomplex, der getroffen wurde, hauptsächlich Militärkräfte untergebracht waren. Das trotzdem auch bei den Russen Kriegsverbrechen und zivile Opfer entstehen, ist auch mir total bewußt.
    Aber die Art der Kriegsführung, die Art der Eroberung von urbanen Gebieten unterscheidet sich deutlich von der westlichen Kriegsführung (siehe Irak und Mossul). Die USA bomben aus der Luft über Wochen alles platt, bevor sie in die Städte gehen. Die zivilen Opfer in Mossul (nach westl. Angaben 11000) und die zivilen Toten in Mariopol (russ. Angaben 3500 und westl. über 5000). Aber 11000 selbst zu 5000 spricht eine deutliche Sprache.

    Einen weiteren Punkt, den ich etwas anders sehe als Sie ist, den Russen schlechtes Propagandamanagment zu unterstellen. Sie schreiben: „Nein, gute PR-Strategen sind die Russen nicht.“
    Sie vergessen zu fragen, an wen richtet sich die russische Propaganda? Zum einen nach innen und mit z.Z. 70 bis 80% Zustimmung zu „Putin“ und „seinem Krieg“ war die Propaganda erfolgreich. Zum zweiten nach außen und wenn ich mir da die erfolgreiche Aussenpolitik in der nichtwestlichen Welt nach dem 24.02.2022 der Russen anschaue, bin ich auch nicht bei Ihnen. Die Russen sind nicht isoliert, die Sanktionen werden von weiten Teilen nicht mit getragen, BRICS wird größer und selbst mit dem Westen befreundete Staaten (SaudiArabien, Pakistan) haben ein eigenes Bild dazu. Das der Krieg gleichzeitig abgelehnt wird (übrigens von mir auch), widerspricht im übrigen nicht. Gleichzeitig hat die USA nur Erfolg im eigenen Lager (Schweden, finnland, Schweiz), aber die internationale Ablehnung ihrer oberflächlich moralisierenden Politik stößt auf immer größere Ablehnung und Widerstand.

    Was ich in Ihren Artikel absolut vermisse ist, dass der Krieg bereits 2014 begonnen hat. Auch wenn Sie das mit diesem Kriegsbeginn nicht so deutlich sehen, hätte der Krieg gegen die eigene Bevölkerung und die vielen rassistischen Gesetze (Sprachengesetz, Verbot von russ. literatur, Kunst und Kultur, Verbot sämtlicher oppositionellen Parteien, Zeitungen, Rundfunk, Internetmedien und Fernsehsender, die Verfolgung sogenanter Kollaberateure, Ermordung anders Denkender) Erwähnung finden müssen, auch um das den heutigen Krieg innerukrainisch einordnen zu können. Was gut ist, Sie benennen zum Teil von westlichen staaten geschürte Gründe.

    MEIN FAZIT IST TROTZDEM POSITIV ZU IHREN ARTIKEL, FRAU SCHIFFER auch wenn der Teil von meinem Kommentar mit differenzierter meinung zu Ihrer länger ausfällt. Was ich sehr herausheben möchte das sie an den westlichen „Oberhelden“ Obama und seine persönliche Mordgeschichte DROHENKRIEG erinnern. Die Kritik an der Kritik und Verleumdung der Friedensbewegung ist wichtig, auch ihre Ansprache zu Doppelmoral und Whataboutismus ist gut.

  7. Das propagandistische Dauerfeuer Seljenskis auf „seine “ Bevölkerung mag ja wirksam sein, zumal die Gleichschaltung der ukrainischen Medien vollständig diktatorisch gelang. Aber gut gemacht oder professionell? Der Beobachter kann davon wenig erkennen. Viele propagierten „Ereignisse“ sind deutlich als Inszenierung zu erkennen und zeigen ziemlich viel Stümperereien, siehe Jaques Boud und anderes. Nur durch die unkritische Weitergabe ohne jegliche Infragestellung in „unseren“ Medien erscheint das Ergebnis der ukrainischen Propaganda als gelungen.
    Die Autorin müsste sich mal mit dem Inhalt des russischen Begriffs „Sonderoperationen“ beschäftigen und nicht ein oberflächliches Urteil abgeben. Der Begriff besagt die militärische Begrenztheit der Maßnahmen, geographisch und kräftemäßig. Die Frage, warum man noch nichts von Panzerschlachten oder massiven Luftschlägen gehört hat würde weiterhelfen. Und den Begriff „Entnazifizierung“ mal nicht im westlich Gebräuchlichen, also verfälscht, definieren, sondern so, wie er von Russland sehr offen dargestellt wird. Dann erweist sich die Verlautbarung Russlands überhaupt nicht als ungeschickt, sondern ehrlich, ehrlicher als jegliche ukrainische und westeuropäische Interpretation, die nur die Verhüllung der westlichen Absichten zum Ziel hat.

    1. Dieser Begriff „militärische Sonderoperation“ mag in den Ohren der westliche Welt sonderbar/ verlogen klingen, aber zeugt eben auch vom Nichtwissen. Durch die „Sonderoperation“ können nur Berufssoldaten eingesetzt werden und selbst die können den Einsatz verweigern, was mit dem ausscheiden aus den Militärdienst daher geht. Also kein Gefängnis wie ich schon in Diskussionen gehört habe. Es gibt keine Kriegswirtschaft. Also auf russischer Seite gibt es noch viel Eskalationsspielraum. Auf ukrainischer Seite gibt es diesen Spielraum nicht wirklich. Die USA können den Spielraum weiter in höhere Ebenen verschieben. Bis hin zur vollständigen Vernichtung der Menschheit.

      1. Ja, der Einsatz Rußlands wäre mit einem der Nationalgarde zum Beispiel der USA, unterstützt von anderen Waffengattungen der Armee vergleichbar. Darauf weist auch Putin, „wir haben noch gar nicht richtig angefangen“ und die Drohung Medwejews, wenn die Krim angegriffen werden würde.

  8. Polemik wird bei uns leicht mit Opportunismus verwechselt und erhält so den Anstrich des hinterhältigen. Jene, die in Agitation und Propaganda gefangen sind, können nicht polemisch sein, sie wollen keinen Diskurs.
    Aber wir müssen sie dazu immer wieder auffordern.
    Meines Erachtens ist es aktuell üblich, Werte zu beschreiben und ihnen eine Form zu geben, wo Interessen Inhalt sind. Wer seine eigenen Moralvorstellungen zum Universum macht, züchtet den Konflikt.
    Wenn unsere Medien nicht mehr in der Lage sind, die eigentlichen Interessen hinter den Handlungen zu beschreiben, betreiben sie nur noch Propaganda. Das erleben wir jetzt.
    Interessant finde ich auch, dass die sozialen Medien, vor denen ja immer solch eine Furcht bestand, zu Zeit gar keine Rolle spielen. Sie werden durch die Leitmedien mit „Propagandistischem Artilleriefeuer“ „am Boden“ gehalten. Aber es gibt sie noch und ich warte darauf, wie sie sich wehren. Wenn das passiert, bekommen wir die von Annalena gefürchteten „Volksaufstände“.
    Die Führungskräfte dieses Landes brauchen mal eine Woche Besinnung im Kloster.

    Dank an Frau Schiffer

    1. Ist das nicht Hoffen auf die Einsicht der Staatsmacher? Wo soll die herkommen? Sollen sie ihre Funktion im System einfach ablegen und nicht mehr die Funktionssicherheit des Staates für das Weiterbestehen der kapitalistischen Produktionsverhältnisse gewährleisten? Kinderglauben.

    1. Es gab durchaus lange vorher unzählige Versuche Russlands eine Lösung ohne Krieg herbeizuführen. USA, EU und NATO wollten nichts davon hören und taten Alles dafür dass der Krieg für Russland einfach unvermeidlich wurde. Der Westen macht heute gar kein Geheimnis daraus, dass sie Russland vernichten wollen. Sie haben konkrete Pläne und sprechen offen darüber. Google mal nach „Decolonizing Russia“. Man will Russland als Staat zerstören und in Dutzende kleine Staaten zerschlagen und unterwerfen. Die haben im Rahmen der Helsinki Commission bereits Grenzen gezeichnet wie Russland nach deren Vorstellungen zerlegt werden solle. Der Westen kann aber schlecht selbst als Aggressor auftreten und musste Russland dazu provozieren zuerst zuzuschlagen. Nur deshalb hat USA und EU in der Ukraine einen Regimechange durchgezogen und ein Nazi-Marionetten Regime installiert welches so gleich dazu übergegangen ist die russischstämmige Bevölkerung zu terrorisieren. Es gibt kaum etwas womit man Russland effektiver provozieren kann als ein Naziregime unter seinem Arsch zu installieren, welches Russen terrorisiert.

      1. Man kann es auch so sehen,Russland tat „Alles dafür dass der Krieg für Russland einfach unvermeidlich wurde.“
        Die Suffköppe Chruschtschow , Breschnev, Jelzin und der verlogene Transatlantiker Medwedew waren es doch, die die Sprengladung vorbereitet haben – der Westen brauchte mit dem EuroMaidan die Sache nur noch zünden.

        1. Ausgerechnet Medvedev in die transatlantische Schublade schieben zeugt nicht gerade von Kompetenz in Sachen russischer Politiker, angesichts seiner scharfen Worte in Richtung Westen. Wenn Medwedew sich über den Westen auslässt fällt sogar mir immer wieder mal die Kinnlade runter.

          1. So eine Fehleinschätzung entsteht, wenn man nicht die Möglichkeit nutzt (nutzen kann), die Gegenseite direkt zu lesen, was heute durch die verschiedenen Übersetzungsprogramme für jeden möglich ist.

            Kaum ein russischer Politiker ist so offen zu Europa eingestellt (gewesen) wie W.Putin. Doch das hat sich der Westen wohl für immer verbaut.

          2. Als Medvedev 2008 Präsident wurde hat er mit der Nato ein Transitabkommen vereinbart. So war es der Nato möglich kostensparend ihre Truppen in Afghanistan zu versorgen – Er soll dafür ein beträchtliches Handgeld und Teile an den Transitgebühren bekommen haben. Sonderbar war dann aber die Art der Vertuschung, als die Sache ruchbar wurde, dass er sein abgewirtschaftetes Gut Milowka für 400 Mio.€ in der darauf folgenden Zeit sanieren lassen konnte.
            Man darf auch mal unbefangen fragen, wie er Eigentümer einer 30 Mio€ teuren Luxus Yacht geworden ist.
            Das alles passt offensichtlich nicht in deinen Schädel – aber ich verstehe das sogar.

            1. Das kann ja durch aus sein, was Sie behaupten. Aber Quellen würden das einfach glaubwürdiger machen. Das Medvedew im oberen Kreis z.Z. einer der härtesten Kritiker des Westens ist, gilt in Russland als gesetzt (3).

              Übrigens ist Korruption in den obersten Regierungskreisen kein Alleinstellungsmerkmal von Russland, siehe Laptop Hunter Biden und Joe Biden (1). Und die Ukraine ist ja inm Korruptionsindex ganz weit vorne (2).
              Und das der Westen russ. Regierungsmitgliedern gerne Korruption unterstellt, was sich dann als plumpe Behauptung mehr oder weniger entpuppt ist ja auch nicht neu. Siehe Nawalny`s video von der Putin Villa oder PanamaPapers und Putin steht dort gar nicht drin, aber über die 70 westlichen Promis wird nicht gesprochen, welche namentlich erwähnt werden.

              Persönliche Diffamierungen bieten übrigens keine gute Disskusionsgrundlage.

              1. Der letzte Satz überholt deine Aussage schon in sich selbst – genau so verhält es sich mit der Aufforderung Quellen zu benennen – die dann promt in Frage gestellt werden. Wozu sollte man sie also benennen.
                Sinnfreie Spielregeln sind das, die du da einforderst. – Übrigens glaubt jeder nur das, was er auch geistig erfassen kann, und da gibt es erhebliche Unterschiede.

                1. Ich bin für Belege viel offener als Sie von mir denken.

                  Übrigens ist mir bewußt, dass es auch vieles in Russland zu verbessern gibt.

                  Meine im letzten Kommentar beigefügten Quellen warten noch auf Freischaltung.

                  1. Was ich von einem denke hängt davon ab, wie hell auf der Torte diese Kerze sich mir zeigt.

                    Übrigens, was ich über Medvedev sagte, ist selbst für schlichtere Geister leicht im Netz mit ein bis zwei Klicks schnell zu recherchieren. Wer das nicht bringt, dem nutzen auch Quellenangaben nichts.
                    (Medvedew hat erst 2015 eine Abkehr von seiner prowestlchen „Verehrung“ vollzogen und als Zeichen seiner neuen Weltanschauung umgehend sein eigenes Transitabkommen anuliert.) – Tja er ist halt das Musterbeispiel eines s.g.n. Wendehalses.

                    1. Du sprichst von wikipedia. Dort wurde für die Yacht ein Artikel im Guardian benutzt wo das nicht drin steht, soviel zu den schlichten Gemüter. Auch bei Wikipedia sollte man sich die Quellen genauer anschauen.

                      Ich finde es auch spannend wie man im Westen so begeistert darüber ist, dass jemand in Russland sich über Korruption Gedanken macht. Das Problem ist, so einen wie Nawalny gibt es nicht bei uns, oder werden im Zweifel umgebracht.

                      Und sachlich betrachtet, müsste man die Korruption in Russland vor und nach Putin vergleichen, wenn man ihm einen Strick drehen wollte. Meines Wissens sind nicht wenige Oligarchen, die sich einiges an russischen vermögen unter den Nagel gerissen haben, nun im Westen. Und betreiben dort sicher ihre Art der Geschäfte weiter. Allerdings hört man wenig über die in den Medien – warum nur?

  9. So etwas wie Objektivität gibt es nur im Rahmen einer empirischen Messung im wissenschaftlichen Bereich. Bei Meinungen und selbst bei Journalistischen Berichtserstattung kann es eigentlich keine Objektivität geben. Jeder hat seine eigene „Wahrheit“ und seine eigene Wahrnehmung was Realität ist. So etwas wie absolute Wahrheit kann es auch nicht wirklich geben. Es ist auch nicht die Aufgabe eines Journalisten die absolute Wahrheit zu berichten. Die Wahrheit ist immer subjektiv und kann oft je nach Perspektive mehrere Seiten haben. Es gibt einen Grundsatz der Sorgfaltspflicht welche lediglich dazu appelliert nach Möglichkeit objektiv zu sein, aber man kann kaum die absolute Wahrheit verlangen. Weil eben Jeder seine eigene Wahrheit hat. Das ist hier nicht das Problem, auch Journalisten haben durchaus ihre eigene subjektive Wahrheit und sollten sie auch vertreten. Schlimm ist nicht die vielzahl von Wahrheiten, schlimm ist die Intolleranz gegenüber abweichenden Meinungen und die daraus resultierende Gleichschaltung der Massenmedien.

  10. Ein intellektuell gestrickter artikel, der aber letztlich nur die tatsache (die er nicht erwaehnt) zerreden will, dass der ueberfall auf die Ukraine ein aggressions-krieg Russlands ist. Vergleiche mit den kriegen der USA, man koennte auch laender wie Frankreich erwaehnen, passen nicht. Diese „militaerischen aktionen“ galten von zb Vietnam, Afganistan bis Mali sog. „einflusszonen“ und waren schon immer verabscheuungswuerdig. Putins versuch, die Ukraine als eigenstaendigen staat auszuloeschen hat eine ganz andere qualitaet, dimension. Die autorin blendet voellig die historische linie aus, in der Putin seine „mission“ sieht: die renaissance des russischen IMPERIUMS. Und da ist die unterwerfung der fuer ihn nicht existierenden Ukraine nur der erste schritt. Unsere Nachbarlaender im osten wissen das schon lange und sehen die gefahr (ausser Orban und Serbien), wir realisieren im noch relativ freien Westen( das meine ich hinsichtlich unserer abhaengigkeit vom gas-tropf) diese existentielle bedrohung durch den « Zar » Wladimir erst langsam.
    Die kritik am « medienprofi » Selensky faellt in sich zusammen, wenn man ihn vergleicht mit Putin an diesem meterlangen tisch, dessen signifikante symbolik er wohl unfaehig ist selbst zu begreifen.
    Mir gefaellt die wunderbare interpretation, dass dieser tisch aus dem selben holz geschnitzt ist, wie dem des meisters von Pinocchio : je mehr er luegt, desto laenger wird der tisch….

    1. Ihr Gastropf hat was, denn es ist nicht nur der Gastropf!
      Hatten sie schon von Tataria gehört? Vor Jahren hatte Herr Putin von einem Staatsmann eine Landkarte als Geschenk erhalten, welch eine GESTE! Und sollten die „VT’s“ hinsichtlich Tataria richtig sein, dann frage ich SIE, von welchem westlichen Dünnschiss sie schwadronieren. Denn der Westen in seiner heutigen Form ist nicht mehr in der Lage sich selbst zu ernähren oder sein Automobil mit Energie zu aufzufüllen. Andere „periphere Drittstaaten“ sind durchaus dazu in der Lage und jetzt denke ich zurück an meine Schulzeit mit all den ultimativen vermittelten Wissen…

  11. Die etwas umständliche Begrifflichkeit, die Putin für seinen Krieg gegen die Ukraine verwendet, verdankt sich, ebenso wie die in gewissen westlichen Kreisen stets verwendete Bezeichnung ‚Angriffskrieg‘ je dem Versuch, das Völkerrecht für sich in Anspruch zu nehmen. Erlaubt – verboten, völkerrechtskonform – völkerrechtswidrig, darum geht es jeweils. Daraus erhellt, dass die Existenz des Völkerrechts, obwohl routinemässig gebrochen, nicht ganz ohne Wirkung bleibt. Sollte die Menschheit noch Zeit dafür haben, wäre seine Weiterentwicklung ein wesentliches Desiderat.

    Und ja, die Massenmedien lügen. Nicht nur durch Auslassung, sondern auch im direkten, auch Bewusstsein dafür umfassenden Sinn. Ein kleines konkretes Beispiel betrifft die Minen, die einige ukrainische Häfen und mittlerweile, losgerissen, grosse Teile des Schwarzen Meers bis zum Bosporus gefährden, bzw. die Frage, wer sie ausgelegt habe. Eigentlich ist bekannt, dass es die Ukrainer waren, die ihre eignen Häfen vermint haben, um russsische Kriegsschiffe das Anlanden zu verunmöglichen. Dennoch spricht die Journalistin Schayani von der ARD von ukrainischen u n d russischen Minen und in einem aus anderer Feder stammenden Artikel im Tagesschau-Feed wird sogar nur von russischen geschrieben. Regierungslinie geht zumindest in Kriegszeiten vor Integrität.

    Was aber, wenn, wonach es zurzeit aussieht, auch in Asien ein Krieg ausbricht? Die u.s.-NeoCons versuchen auch China zu einem militärischen Angriff zu veerleiten und könnten damit, gleichsam by Pelosi, durchaus ‚Erfolg‘ haben. Muss in der Folge dann auch China gecancelt werden? Deutsches Kapital ist in hohem Umfang im Land investiert. Eine tiefe, tiefe Rezession, schon jetzt wahrscheinlich, wäre dann gewiss, das kapitalistische Ponzi scheme global zusammenbrechen. Von den direkt-militärischen Auswirkungen gar nicht zu reden.

    1. Lieber Pnyx, die Rezession ist da, nur wird diese vertuscht.
      St. Corona war der Auslöser für die Umstrukturierung und wird aktiv umgesetzt, die Rettung vom Kapital.
      Für diese Rettung steigen Staaten auf und andere gehen unter!…

  12. Auffällig ist, wie leicht sich die Medienkrieger heute mit ihren Beiträgen in den Fallstricken der eigenen Argumente zu Fall bringen.

    Beispiel Angriffskrieg: Sind nicht die Grünen und die SPD selbst Angriffskriegsparteien, die mit fadenscheinigen Argumenten für einen Angriffskrieg auf Serbien geworben haben? Wie wäre es, wenn man selbst den Ball flach hielte? Gleiches gilt für die Medien, die seinerzeit unkritisch mitgemacht haben. Ich erinnere an die militärischen Beobachter, die jeden Tag ihre Berichte ablieferten und abends stirnrunzelnd die Tagesschau sahen ( ZDF: Es begann mit einer Lüge)
    Oder – sind nicht die Angreifer im innerukrainischen Konflikt die Westukrainer? Darf das belohnt werden?

    oder Beispiel Bürgerkrieg:
    Im jemenitischen „Bürgerkrieg“ kämpfen zwei Parteien um die Macht, wobei die eine Seite von Saudi-Arabien angeführt wird, so unsere Medien.

    Dieser angebliche Bürgerkrieg weist einige Parallelen zum Krieg in der Ukraine auf. Bisher hat die Tagesschau, die gerne vergisst über die „grösste humanitäre Katastrophe“ zu berichten, aber noch nicht einmal versucht, den Ukrainekrieg als Bürgerkrieg zu framen, bei eine der beiden Kriegsparteien von Russland angeführt wird.
    In jeder Hinsicht verhalten sich die Journalisten hier komplett gegenläufig.

    „Friedensjournalismus“ traue ich den gegenwärtigen Medienschaffenden in Deutschland nicht zu – wahrscheinlich würden sie ihn als Lumpenjournalismus bezeichnen.

  13. Hi Pnyx,

    der russische Staat versucht auf jeden Fall, dass sein Handeln (egal wo und in welchen Bereich) völkerrechts-, gesetzes-, vertragskonform wahrgenommen werden kann. Das macht seine Glaubwürdigkeit auch in der Welt jenseits des Wertewestens aus. Dadurch ergeben sich auch die aussenpolitischen Erfolge von Putin und Lawrow auf ihren Reisen in den Süden. Bzw. im Spiegel dieses Kontextes die Mißerfolge von Biden, Bilden, Macon, Baerbock.

    Eine Weiterentwicklung wäre sehr wünschenswert und die Non-Aligned Movement (NAM) hat ja mit den „Die zehn Grundsätze von Bandung“ und der Fortführung auf dem 14. Gipfeltreffens der Bewegung der Blockfreien Staaten in Havanna, Kuba, im September 2006 durch die Formulierung der Ziele von a bis r sowie den Prinzipien von a bis y dies bereits zur Diskussion gestellt. Bloß darüber erfahren wir hier leider so gut wie nichts.

    Eigentlich kann sich die USA keinen weiteren Krieg leisten, wenn sie gewinnen will.
    Der Ausflug von der Neocon Pelosi macht nur Sinn, wenn China sich so provoziert sieht und dann handelt, dass es zu einen militärischen Konflikt kommt, den die USA im konventionellen Bereich nicht gewinnen kann/ wird, sich deshalb die USA schnell zurück zieht und einen neuen „Eisernen Vorhang“ hochzieht. D.h., dass die USA ihre Verbündete und andere Staaten an sich bindet mit der Aussage entweder oder und bei „oder“ mit massiven Konsequenzen gegen diese kleineren Staaten droht. Ich weiß nicht, ob diese Spekulation ihren Plan beschreibt oder nahe kommt.

    Ich hoffe bloß, dass es gut für die Menschheit ausgeht.

  14. Hi oskarwagenrecht,
    finde Ihren Kommentar sehr informativ.
    Zu einem möglichen Konflikt „USA – VRC“ wegen Pelosi-Reise findet sich auf MoA eine längere Darstellung der Sprachregelung der chinesischen Diplomatie:
    https://www.moonofalabama.org/
    Meine Meinung ist, dass die VRC wegen des bevorstehenden 100. Jahrestages der Gründung der KPC jedem Konflikt versucht aus dem Wege zu gehen. Ich kann aber schief liegen.

  15. Hi wrmfr,
    Danke.
    Habe MoA und gestern Thesaker gelesen.
    Ich kann schlecht einschätzen, wie VRC reagiert. In den Foren gibt es ja die wildesten Spekulationen.

    Anderseits kann ich auch nicht einschätzen, was die Neocons mit Pelosi`s Reise bezwecken. Dadurch das China Taiwan als einen Teil von sich ansieht (das kann jeder sehen wie er will) und die USA die 1Staaten-Politik anerkannt haben, kann ein unerwünschter/ unerlaubter Aufenthalt der Nr.3 der USA schon alles mögliche Auslösen.

    Es wird Flugverbotszone, direkte militärisches Eingreifen oder wirtschaftliche Mittel (z.B. US-Staatsanleihen auf den Markt werfen – bei ca.950 Mrd USDollar wäre das ein Supergau).

    Ich finde den Teil bei MoA schon spannend:
    „Vor drei Tagen postete ein Mandarin-Sprecher einen interessanten Beitrag über die Verwendung chinesischer Sprachphrasen zum Ausdruck einer Drohung.

    Ein kurzer Thread über Chinas #Rhetorik zu @SpeakerPelosi ’s gerüchteweise geplanten Besuch in Taiwan. Bisher war Pekings Wortwahl weit unter der Schwelle der Art von Worten und Phrasen, die China historisch für die Signalisierung eines drohenden Krieges/Brinkmanship verwendet hat.

    Beginnen wir mit den jüngsten Worten des Sprechers des Außenministeriums: „China wird entschlossen darauf reagieren und Gegenmaßnahmen ergreifen. Wir meinen, was wir sagen“ (中方必將採取有力措施予以堅決應對和反制。我們說到做到) Viele Beobachter verstehen unter „energischer Antwort“ einen Krieg. Das ist vielleicht etwas übertrieben. Beachten Sie, dass sein Schlüsselwort „有力“ sowohl „energisch“ als auch „wirksam“ bedeuten kann. Hätten sie Krieg gemeint, hätten sie ‚武力 oder 非和平‘ (militärische/nicht-friedliche Maßnahmen) gesagt.

    Chinas Rhetorik befindet sich derzeit im, sagen wir, grenzwertigen dritten Gang. Eine Stufe höher wäre #懸崖勒馬, oder „Sie stehen am Rande der Klippe“. Übersetzt heißt das: Wenn du noch einen Schritt weitergehst, wirst du fallen und sterben“. Das ist bedauerlich, aber die Klippe ist ein Wunder der Natur und keine von Menschenhand geschaffene Falle. Der Sturz ist also teilweise eine Tragödie der Umstände. Auf den nächsten Ebenen geht es also um die anthropogenen Faktoren.

    Als Nächstes haben wir „是可忍孰不可忍“, oder „wenn wir das ertragen können, was können wir dann nicht mehr ertragen?“. Das bedeutet, dass die wahrgenommene Provokation durch andere nicht nur Chinas Interessen, sondern auch seine #Identität bedroht. Diese Rhetorik beruft sich auf die bekannten Narrative des „Jahrhunderts der Demütigung“ und des chinesischen Nationalismus und soll signalisieren, dass China keinen Spielraum für einen Rückzieher hat. Sie zeigt die Bereitschaft, #Brinkmanship einzusetzen. China hat diese Sprache z. B. vor Scharmützeln mit Indien (1962) und Vietnam (1979) verwendet.

    Der Höhepunkt ist schließlich „勿謂言之不預“, wörtlich „Sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt“, auch bekannt als „letzte Warnung“. China benutzte diese Sprache vor den Auseinandersetzungen mit Indien, Vietnam und der Sowjetunion (1967).

    Kurz gesagt, Chinas derzeitige Sprache ist hart, aber bei weitem nicht seine härteste. Sie kann entweder bedeuten:
    1) China überlegt noch, was es tun soll, und hält sich deshalb härtere Worte vorerst zurück. ODER
    2) China versucht (nicht allzu erfolgreich), es für Pelosi und die USA weniger kostspielig zu machen.

    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

    1. Hallo oskarwagenrecht, die Übersetzungen sind im allgemeinen recht gut, aber in der kulturellen oder gar auf diplomatischen Anspruch können Nuancen von Wichtigkeit sein.
      Es geht nicht um Krieg, „sie“ wollen das die USA endlich anfängt sich an den Tisch zu setzen und Verhandlungen zu führen, damit ihr Untergang nicht die ganze Welt mitreißt.

      1. Hi PRO1,

        dass wird ja auch in diesem Beitrag bei MoA kritisiert, dass die USA und auch im Westen Beamte aus den Dienst gekegelt wurden, die kulturell zu nah diesen Staaten standen und das deshalb Wissen und vor allem Verstehen / Verständnis fehlt. Diese Beamten waren eben keine reinen Fanatiker der heutigen westlichen Ideologie, deshalb wurde denen die Nähe zu fremden Kulturen als Anfälligkeit für Spionagedienste für diese Kulturkreise angedichtet, um sie entfernen zu können.

        Wenn man sich anschaut, welches Verständnis solche Diplomaten wie Genscher, Bahr noch hatten und mit heute vergleicht…..

  16. „[…] Putins Versuch, den Krieg als „Sonderoperation“ schönzureden, ist schon rein sprachlich nicht so weit entfernt von Wordings wie „Stabilisierungsmission“ der Bundeswehr in Mali oder dem sogenannten „Sondervermögen“ fürs Militär – eine militarisierte Außenpolitik also, die auf Schulden basiert. […]“

    Auch die USA/Nato redete ihre kriege schön zb „Operation Iraqi Freedom“ 2003, „Operation Enduring Freedom“ 2001 gegen Afghanistan oder „Operation Allied Force“ 1999 gegen Jugoslawien.

    1. Hi ahead,
      es ist bei Putin eben nicht nur das „als „Sonderoperation“ schönzureden“, sondern hat in Russland auch einen anderen rechtlichen Status als „Krieg“. Dies habe ich oben erläutert.

      Hier dient so etwas nur Propagandazwecken.

      Das haben wir im westen in vielen Bereichen:
      Sozialhilfe soll Bürgergeld werden.
      Sondervermögen sind Schulden kommender Generationen für sinnlose Rüstungsausgaben
      usw.

  17. Der Artikel zeigt nur eines, wie lächerlich es ist zu diesem Thema zu diskutieren. Wenn Staaten Krieg führen wird ausnahmslos gelogen, denn die Medien sind die Waffen die die Gehirne der Menschen angreifen, die anderen Waffen greifen die physischen Körper an. ALLES, also auch die Medien, was Teil einer Kriegspartei ist, ist uninteressant, weil Partei…
    Auch Länder wie DE, die eigentlich keine Kriegspartei sind, werden von den eigenen dummen, korrupten Politiker, wie Baerbock und anderen, völlig unnötigerweise in diesen Krieg hinein gezogen. Dumm und korrupt, weil sie in erster Line Ganz BEWUSST amerikansiche Interessen vertreten, statt den Interessen des Volkes, zu deren Interessen Vertretern sie ja gewählt worden sind.

    Es gibt in diesem Krieg, gegen den man natürlich sein kann, keinen Grund Partei zu ergreifen, hinter beiden Seiten stehen Verbrecher. Völker die das mit sich machen lassen, haben sich den Krieg verdient.
    Ich finde gerade diesen Krieg ziemlich repräsentativ für den Zivilisations Zustand der Menschen des 21. Jahrhunderts.
    Da ich weit weg vom lächerlichen Deutschland lebe, kann ich mir erlauben diesen Krieg wie den Kampf zweier Ameisen Völker im Garten unbeteiligt beobachten. Er ist mir egal, weil esr offensichtlich heutzutage etwas ganz Normales ist. Egal was die Gut-Menschen dazu sagen.

    Wenn sich das deutsche Volk nicht mit ALLEN MITTELN gegen eine solche, gegen die eigenen Interessen gerichtete Politik wehrt, dann verdient es auch die Folgen und sollte dann durchaus auch hungern wenn es friert.

    1. Das ist doch doof. Hinter allem stehen Verbrecher. Es ist eine Frage der Betrachtung. Wie lächerlich ist es, sich über die Völker zu erheben, die es einfach verdient haben. Sind sie auch windtechnisch vor dem Fallout gesichert?

      1. Sie müssen schon entschuldigen, aber Beiträge wie den ihren, mit ihrem Realitäts Verständnis kommentiere ich nicht mehr sonderlich aufwendig….

        VÖLKER DIE ES MIT SICH MACHEN LASSEN; HABEN ES GENAU DESHALB VERDIENT.
        Das werden selbst sie lernen, wenn die Amis es vorziehen diesen Krieg nach West-Europa auszudehnen. Ihresgleichen wird dann in der Herde der Jammernden stehen und über die bössen, bösen ANDEREN klagen..,

        1. Ich muss sagen, dass ich die grossen, allwissenden Helden, die auf das dumme Volk herabsehen, noch lächerlicher und abstossender finde. Und nein, ich habe keine Lösung. Und jetzt?

          1. „Was jetzt?“ Lesen sie einfach meinen Beitrag nochmal… und versuchen sie mal was ganz Neues: Versuchen sie mal zu verstehen, was andere schreiben… vielleicht ist es ja doch richtig? Und zwar obwohl es ihrer Meinung widerspricht.
            Aber ich weiss natürlich, alles was ihrer Auffassung widerspricht kann unmöglich stimmen.

            Ob jemand wie sie die „die grossen, allwissenden Helden, die auf das dumme Volk herabsehen“ lächerlich und abstossend findet, interessiert ausser Gut-Menschen ihrer Sorte kein Schwein.

            SIE SIND ES, der in DE lebt und mit den Konsequenzen dieser Politik leben muss.
            Ich wünsche viel Spass…

          2. „Was jetzt?“ Lesen sie einfach meinen Beitrag nochmal… und versuchen sie mal was ganz Neues: Versuchen sie mal zu verstehen, was andere schreiben… vielleicht ist es ja doch richtig… obwohl es ihrer Meinung widerspricht.
            Aber ich weiss natürlich, alles was ihrer Auffassung wiederspricht kann unmöglich stimmen.

            Ob jemand wie sie die „die grossen, allwissenden Helden, die auf das dumme Volk herabsehen“ lächerlich und abstossend findet, interessiert ausser Gut-Menschne ihrer Sorte kein Schwein.

            SIE SIND ES, der in DE lebt und mit den Konsequenzen dieser Politik leben muss.
            Ich wünsche viel Spass…

  18. Wie dem auch sei……, den obigen Artikel finde ich phantastisch, beeindruckend, gut aufgebaut und schlüssig.
    Und diese Kriegsdiskurse sind in jeder Hinsicht sonderbar; und irgendwie auch wieder gar nicht sonderbar, wenn man ein bestimmtes Menschenbild sein Eigen nennt. Und so kommt es, dass man selbst PR- Berater für sämtliche beteiligten Seiten sein könnte, und das sind inzwischen schon verdammt viele. Letzten Endes weiß man also, wer was aus welchen Gründen wie sagt. Es überrascht einen doch absolut nichts mehr.
    Kurzum, auch wenn das verdammt simpel klingt, fragt man sich doch nur, wer nun eigentlich „der größere Verbrecher“, Betrüger, Lügner, Propagandist und was weiß ich, in der Gesamtgemengelage ist. Bringt kaum was, darüber nachzudenken.

    Und: wenn ich das noch anmerken darf: ich finde die Diskurse um die verschiedenen Beiträge hier, sprich die Kommentare, häufig auch sehr, sehr sonderbar. Lese sie aber dennoch immer wieder gerne.

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