Sievierodonetsk: das nächste Mariupol?

HIMARS – Wunschwaffe der Ukraine. Bild: DoD

Kiew scheint die „heroischen“ Verteidiger von Sievierodonetsk zu opfern, um schneller und mehr weitreichende Artilleriesysteme zu erhalten, mit denen auch Ziele in Russland zerstört werden können, was den Krieg gefährlich eskalieren könnte.

Sievierodonetsk (Sjewjerodonezk) gilt als die seit Mariupol am stärksten umkämpfte Stadt im Oblast Luhansk. Die Situation ist mittlerweile auch ähnlich. Hatten sich ukrainischen Soldaten und Asow-Kämpfer zuletzt im Stahlwerk Asovstal verschanzt, bis sie nach Wochen kapitulierten, weil niemand kam, um sie zu retten, haben die russischen Truppen und Milizen der „Volksrepubliken“ den bewohnten Teil der Stadt schon länger eingenommen, während die Verteidiger sich auf das Industriegelände des Chemiewerks Azot zurückgezogen haben, wo sich auch einige hundert Zivilisten aufhalten sollen. Die russischen Truppen rücken vor, es muss damit gerechnet werden, dass die Stadt und damit die ukrainischen Truppen vollständig eingeschlossen werden.

Strategische Bedeutung hat die Stadt eher nicht, aber sie ist die letzte Stadt im Oblast Lugansk, die noch nicht ganz eingenommen wurde, und hat daher wohl für beide Seiten eine hohe symbolische Bedeutung. Der ukrainische Präsident Selenskij hat sie mit Mariupol vergleichen und gesagt, dass sich das Schicksal des Donbass in Sievierodonetsk und Lysichansk entscheide. Deren Verteidiger seien „absolut heroisch“.

Die ukrainischen Verteidiger in Azot werden von ukrainischer Artillerie in der ebenfalls umkämpften Stadt Lysichansk unterstützt. Bislang gab es noch eine Brücke von Azot über den Siverskyi Donets nach Lysichansk. Diese letzte Verbindung ist aber mittlerweile zerstört worden zu sein. Der ukrainische Gouverneur Serhiy Haidai bestätigte dies, versichert aber, dass die ukrainischen Soldaten in der Stadt nicht blockiert seien, allerdings soll die Evakuierung der Zivilisten und die Lieferung von humanitärer Hilfe unmöglich sein. Nach der „Volksrepublik Lugansk“ sollen aber bereits  einige Zivilisten das Werk verlassen haben, in dem sich nur noch ein paar hundert ukrainische Soldaten befinden sollen. Ukrainische Artillerie soll die von Russland eroberten Stadtgebiete beschießen. Man kann weder den Angaben der russischen Seite noch denen der ukrainischen Seite vertrauen.

Zuvor hatte das ukrainische Verteidigungsministerium gemeldet, dass die russische Truppen vorrücken und die Verteidiger sich aus dem Zentrum wieder zurückgezogen hätten. Die Russen würden sich auf Artillerie und Flugzeugangriffe stützen. Überdies würden die russischen Truppen weiter versuchen, Lysychansk einzukreisen und die Versorgungswege von Bachmut aus zu blockieren. Zu erwarten ist, dass die noch in der Stadt verbliebenen ukrainischen Soldaten aufgerieben oder sich wie in Mariupol ergeben werden. Oberbefehlshaber Selenskij befahl nicht den Rückzug, wie ihm auch aus dem Militär geraten wurde, sondern wollte einen weiteren heroischen Kampf, um wieder schnelle Lieferung schwerer Waffen zu fordern, allen voran weitreichende Mehrfachraketenwerfer (MLRS) zu fordern. Die bislang gelieferten und eingesetzten M777 können maximal 40 km feuern. Angeblich wurden mit diesen bei Sievierodonetsk drei russische Grad-MLRS zerstört.

Nachdem Großbritannien die Lieferung von weitreichenden M270-MLRS versprochen hat, tat dies auch Joe Biden, der ankündigte, vier  M142 HIMARS der Ukraine zu übergeben. Die Frage ist, welche Raketen mit welcher Reichweite mitgeliefert werden, die zwischen 30 km und 70 km liegt. Mit ATACMS-Raketen können sogar 300-500 km erreicht werden. Damit könnten die ukrainischen Truppen aus sicherer Distanz die russische Artillerie und die dahinter befindlichen Kommandozentralen und Nachschubwege zerstören, aber auch russische Ziele angreifen.

Das will die US-Regierung vermeiden, um nicht zur Kriegspartei zu werden, was sie allerdings eigentlich längst sind. Welche Vereinbarungen mit Kiew getroffen wurden, um dies zu verhindern, ist unbekannt. Nach General Mark Milley,  Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs, werden Raketen mit einer Reichweite von 8o km geliefert. Das ist doppelt so weit wie die Systeme, über die Russland und die Ukraine verfügen. Allerdings erklärte Milley, es müssten erst die Soldaten zur Bedienung ausgebildet werden, was einige Wochen dauern werde. Zur Skepsis beitragen dürfte auch, dass das ukrainische Militär die USA nur mangelhaft unterrichtet (US-Geheimdienste kritisieren, mehr über russische als über ukrainische militärische Pläne informiert zu sein).

In der Ukraine wird natürlich diskutiert, mit den weitreichenden MLRS auch Ziele in Russland zu zerstören

In einem Bericht, wie die weitreichenden MLRS den Kriegsverlauf verändern könnten, der derzeit von der Artillerie bestimmt wird, macht die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform ziemlich klar, dass damit auch Ziele in Russland angegriffen werden. Jetzt beschränken sich Artillerie- und Raketenangriffe noch auf die Volksrepubliken, die auch zivile Strukturen treffen. Das mag teilweise auch dem geschuldet sein, dass die Systeme der Ukrainer ebenso wie viele der Russen  nicht Präzisionswaffen sind, wodurch Kollateralschaden entsteht, der dann aber auch akzeptiert wird. M270 und M142 HIMARS können hingegen präzise Ziele treffen.

Erwähnt wird, dass die russische Armee den „langen Arm“ fürchtet, den die Ukraine mit den neuen MLRS erwirbt und mit dem sich auch die Brücke zur Krim zerstören ließe, um dann vorzurechnen, dass von Charkiw der 260 km entfernte Militärflugplatz Voronezh Malshevo in Russland getroffen werden könne, auf dem russische SU-34-Bomber stationiert sind. Auch weitere russische Luftwaffenstützpunkte liegen in ähnlicher Entfernung von der Ukraine. Dazu kämen „ganz logische Ziele“ wie logistische Stützpunkte und Zentren der russischen Truppen, die sich normalerweise 100-200 km hinter den vordersten Einheiten der Armee befinden. Aus ukrainischer Sicht sind Angriffe auf russische Ziele natürlich gerechtfertigt, auch wenn sie den Krieg ausweiten könnten.

Oleg Katkov, Chefredakteur des ukrainischen Portals Defense Express, erklärt unverblümt: „Dies ist eine Gelegenheit, eine große Anzahl von Problemen mit solchen Einrichtungen wie russischen Flugplätzen (sowohl in Russland als auch auf der besetzten Krim), Logistikbasen (zum Verständnis: wir werden Woronesch erreichen, ohne uns der Grenze zu nähern), Kommandoposten, Verbindungen zu lösen.“ Man könne den Nachschub der Einheiten und die Bombardierung der Städte mit Flugzeugen verhindern, was besonders wichtig wäre, da Russland den Luftraum, abgesehen von Drohnen, zumindest in großen Teilen dominiert. „Das ist der ‚lange Arm‘, der uns seit dem ersten Tag des Krieges gefehlt hat. Wenn eine solche Entscheidung über die Weitergabe von MLRS M270 und ATACMS-Raketen getroffen wird, werden sich die Spielregeln auf dem Schlachtfeld dramatisch ändern.“

Mikhail Podolyak, Berater des Präsidenten, sagte, die Ukraine brauche neben 1000 Haubitzen, 1000 Drohnen, 500 Panzern 300 weitreichende MLRS-Systeme. Die wenigen Systeme, die Großbritannien und die USA versprochen haben, werden trotz waffentechnischer Überlegenheit den Kriegsverlauf nicht entscheidend verändern. Ein HIMARS-System kostet mehr als 5 Millionen Dollar, eine ATACMS-Rakete eine Million. Das ist nicht nur teuer, sondern die Lieferung von Systemen und Raketen mindert die Kapazitäten der Amerikaner und Briten (oder auch der Deutschen). Das kann, wenn sich der Krieg auf die Nato ausweitet, zu einem Problem werden.

Russland hat schon angedroht, dass man sofort reagieren würde, wenn russische Ziele durch die MLRS angegriffen würden. Klar ist, dass Kiew und die Westukraine zum Ziel von Angriffen würden, wo gerade wieder viele Ukrainer zurückkehren und ein normales Leben zu führen beginnen. Aber das könnte sich auch schnell ausweiten.

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23 Kommentare

  1. Kiew „scheint“ die heroischen Verteidiger von Sievierodonetsk zu opfern, um schneller und mehr weitreichende Artilleriesysteme zu erhalten.
    Das scheint aber nur so zu sein.
    Das Land wurde von einem imperialistischen Russland überfallen und verteidigt sich so gut es kann. DAS IST LEGITIM.
    Die Putinversteher werden irgendwann einsehen, dass der Dieb wiederkommt wenn er beim ersten Mal mit seiner Beute davon gekommen ist.
    Wenn man ihn diesmal nicht mit allen Mitteln aufhält ist das nicht das Ende des Krieges sondern gerade mal der Anfang eines viel größeren.

    1. Die Geschichte scheint Erik Albrecht leider Recht zu geben! Der Schulhofschläger Nummer 1 und seine unterwürfigen Kumpels (denen jegliches Selbstvertrauen fehlt, daher ja auch die feige / „bequeme“ Unterstützung des Schulhofschlägers) holt sich seine Beute wieder und wieder. Keiner hält ihn auf. Doch dort wo Diebestouren fortwährend belohnt werden, treten Nachahmer (Copy / Paste) auf den Plan.
      Sicherheitshalber: ich bin nicht nur kein Putin- sondern auch kein Biden- und Bärbockversteher. Warum sollte ich den Bock zum Gärtner machen? Im Grunde genommen verstehe ich bald überhaupt nichts mehr. Wollen wir hoffen, dass Erik den Überblick behält….

    2. Das Land wurde von amerikanischen Imperialisten überfallen um Russland zu pisacken. Wer nicht mitgemacht hat, wurde seit acht Jahren gnadenlos beschossen. Das Land wurde auf NATO-Standards aufgerüstet und weil es nicht in der NATO ist, braucht sie nicht dafür zu garantieren. Also kann das Land lustig zum Ärgern von Russland benutzt werden.

    3. Ihre Idee vom „imperialistischen Russland“ ist irgendwie armselig. Wenn die Russen sich ständig in die Angelegenheiten fremder Staaten einmischen würden, oder wenn sie Kriege führen würden gegen weit entfernte Länder – sagen wir mal Irak, Libyen, Jemen, Vietnam, Korea – dann würde ich meinen, sie hätten recht. Das machen sie aber nicht.

      Die Ukraine liegt, wie sie mit einem Blick auf die Landkarte sehen können, direkt an der russischen Grenze. Die Länder sind Nachbarn. Keine guten Nachbarn mehr, nachdem ein anderes Land, das sich nicht auf dem eurasischen Kontinent befindet, dort einen Putsch gegen einen demokratisch gewählten Präsidenten inszenierte und einen ihm genehmen Machthaber einsetzte.
      Ich meine die Dame, die dies ins Rollen brachte, hieß Nuland. In einem abgehörten Gespräch setzte sie fest, wer der nächste demokratisch gewählte Präsident sein sollte. Gleichfalls in diesem Gespräch entschied sie, dass der neue Präsident sich regelmässig mit dem Führer der Rechtsnationalisten abstimmen sollte. Die Machtposition dieser Ukrofaschisten spielt eine wichtige Rolle bei der Auslösung des gegenwärtigen Kriegs, weil sie den Weg zum Frieden versperren.

      Ein Angriffskrieg findet gewöhnlich nicht im Land des Angreifers statt, sondern in dem des Angegriffenen. Der Vietnamkrieg wurde darum nicht in den USA ausgefochten, ebensowenig der zweite Irakkriege oder der Serbienkrieg, sondern in den jeweils angegriffenen Ländern.

      In der Ukraine findet der Krieg an der russischen Grenze statt, weil die Westukraine die russischsprachigen Teile im Osten angegriffen hat. Ausgelöst wurde der Krieg durch genau die Gruppen, die das weit entfernte Imperium dort an die Macht gebracht hatte.
      Wenn die Russen jetzt auf Seiten der Verteidiger im Donbass eingreifen, setzen sie also nur die Maxime von Olaf Scholz um, der bekannt gab, dass ein Aggressor die Früchte seiner Aggression nicht ernten darf.

      Ihre Idee, hier ginge es um Imperialismus, ist auch darum unsinnig, weil die Russen anders als die Deutschen unter Hitler kein „Volk ohne Raum“ sind, eher das Gegenteil ist der Fall. Sie haben auch keine sonderlich exzeptioanlistische Mission, die sie meinen verbreiten zu müssen. Weder glauben sie an eine bestimmte Wirtschaftsform noch fühlen sie sich als Gottes eigenes Land oder glauben an eine Führungsrolle, mit der sie von irgendwem beauftragt worden sind.

      Das tun bekanntlich andere, die bei der Auslösung dieses Krieges entscheidend mitgewirkt haben.

  2. „Russland hat schon angedroht, dass man sofort reagieren würde, wenn russische Ziele durch die MLRS angegriffen würden. Klar ist, dass Kiew und die Westukraine zum Ziel von Angriffen würden…“

    Präsident Selenskij kann nur deswegen seine abendlichen Videobotschaften verbreiten, weil „Putin“ bisher darauf verzichtet hat, Selenskijs Kiewer Regierungssitz als Angriffsziel zu deklarieren.

    1. Während der „humanitären Intervention“ des Schulhofschlägers Nr. 1 und seiner unterwürfigen Kumpels war das anders:

      Wiki-Auszüge:

      „Am 7. Mai 1999 um 23:46 Uhr bombardierte die NATO unter der „Operation Allied Forces“ die chinesische Botschaft in Belgrad, der Hauptstadt der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien. Sie wurde von fünf 2000 Pfund schweren GPS-gelenkten JDAM Raketen einer B-2 getroffen, die von der Whiteman Air Force Base in Missouri startete. Hierbei kamen drei chinesische Journalisten ums Leben, wovon zwei für Guangming Daily und einer für die Xinhua News Agency arbeiteten. Insgesamt wurden 21 Menschen verletzt.“

      „Der Einsatz der NATO dauerte vom 24. März 1999 als Tag des ersten Luftangriffs bis zum 9. Juni 1999, dem Tag der Einigung bei den Militärverhandlungen.
      Luftangriffe gegen die Bundesrepublik Jugoslawien, von der das engere Stadtzentrum Belgrads besonders schwer betroffen war.“

      Was tun, Herr Putin (Chef der „Spezialoperation“)? Copy-Paste? Und falls ja, was dann…….?

      1. Das war genauso eine riesen Schweinerei in Jugoslawien wie heute in der Ukraine.
        Soll das ihrer Meinung nach als Rechtfertigung für den heutigen Imperialismus herhalten?

  3. 8 Jahre haben haben die Ukrainer unter Missachtung des Minsker Abkommens die Zivilbevölkerung im Donbass mit Waffen kurzer Reichweite terrorisiert. – Übersehen haben sie dabei, dass sie dafür eine Rechnung bekommen.

    Jetzt, wo sie die Wirkung der Rückzündung zu spüren bekommen, fordern sie Waffen großer Reichweite. – Na da kann man nur hoffen, dass sie die nicht bekommen, denn das würde zum Totalverlust ihres Staates führen.

    Die Banderas, als Nachfolger der einstigen Ahnen, scheinen sich mit ihrem schizophrenen Glauben nach „Wunderwaffen“ in nichts zu unterscheiden. Der „Führer“ in Kiew hat noch nicht geschnallt, dass der Yankee das Profitziel mit den Waffenlieferungen bereits nahezu erreicht hat, und nun beginnt, an den damit einhergehenden Nebenwirkungen einer explodierenden Inflation im eigenen Lande, selbst zu leiden.

    Inzwischen zeichnet sich das ab, was einst über jeden Zweifel erhaben war: Der Dollar sinkt und der Rubel steigt.

    1. Aber Sie haben schon mitbekommen, das Peter der Große, Entschuldigung, Vladimir der Kleine, russische Erde wieder „zurückholen“ möchte.

      Es geht nicht um die Banderas oder sonstigen „Führer“ in anderen Ländern. Es geht nicht um Entnazifizierung. Es geht um Imperialismus in Reinkultur. Es geht darum, dass der Zar sich ein Denkmal bauen möchte. Bezahlet wird mit dem Blut der russischen Jugend. Das ist auch eine harte Währung.

      Und Sie haben nichts besseres zu tun als einen einen steigenden Rubel und einen sinkenden Dollar zu feiern . Hab verstanden.

      1. Das >VERSTEHEN< hängt von den geistigen Fähigkeiten, und anderseits von den emotionalen Bedürfnissen ab.
        Oft ist das aber sehr schieflastig verteilt. – Kommt darauf an, wie stark der präfrontale Cortex ausgebildet ist.

        1. Jetzt haben Sie glatt vergessen auch auf sachlicher Ebene zu antworten und sind bei den persönlichen Beleidigungen hängen geblieben. Naja, passt schon, aber einen Fremdwörterpunkt gibt’s auf jeden Fall.

          1. Meine Anmerkung war doch ganz allgemein gefasst und sogar wissenschaftlich belegbar – aber es ist dir natürlich frei gestellt, ob du dich betroffen fühlst – das täte mir dann natürlich sehr Leid.

      2. Hallo Herr Albrecht,
        wie stellen Sie es sich vor, dass Donezk und Lugansk nach den massiven Beschuss in den letzten acht Jahren (verstärkt gerade wieder) durch die ukrainischen Truppen und nationalistischen Verbände zurück in die Staatlichkeit der Ukraine geführt werden kann?

        Wenn Sie dies für möglich halten, dann gibt es in Ihrer Phantasie auch einen gemeinsamen Staat von gleichberechtigten Palistinensern, Arabern und Juden auf dem Gebiet von Israel/ Palestina?

        Die Donezker und Lugansker Bevölkerung leidet in den letzten acht Jahren nicht nur unter den ukrainischen Angriffen, sondern ihnen wurden noch andere Zwangsmassnahmen auferlegt, wie:
        – keine Überweisung von Renten
        – keine Ausstellung von Pässen (z.B. nach Ablauf)
        – Einstellung des Bankensystems und einiges mehr

        In Russland kursiert das Gerücht, dass die Toten mit weißen Armbinden (und den ukrainischen Pass auf den Rücken und in der Hand) auf den ersten Videos aus Butcha Ukrainer waren, welche von den ukrain. Milizen als „Kollabarateure“ betrachtet wurden. Es gibt übrigens eine dementsprechende Verfügung von Selensky, dass Ukrainer, welche unter russischer Besatzung versucht haben, ein weiter leben zu organisieren, als „Kollabarateure“ sehr lange Haftstrafen oder Tod drohen.

        Alles in meinen augen suboptimale Vorraussetzungen, diese nun von Russland gehaltenen Gebiete wieder an die Ukraine zurück zugeben. Glauben Sie, dass die Russen mit ihnen verbundenen Menschen genau so behandeln, wie die Amerikaner und ihrer Verbündeten ihre einheimischen Helfer und deren Familien in Afghanistan ab dem 01.September 2021?

        Mit welchen Mitteln könnte Selensky und seine Regierung es gelingen, jetzt noch die Donezker und Lugansker und die Bevölkerung an der Schwarz Meerküste friedlich zu überzeugen, Teil der ukrainischen regierung sein zu wollen? Vor allem, wenn diese Menschen ab sofort (also unter russischer Hoheit) nur noch ein Bruchteil für Mietnebenkosten und Energie bezahlen müssen. Alle eine kostenlose Krankenversicherung erhalten und andere Vorteile. Bei den OSSI`s hat 1989 die Bananne auch mehr gezählt als der sichere Arbeitsplatz (als kleiner Hinweis über die zutiefst menschlichen Abgründe).

        Ich bin auf Ihre Antworten gespannt.

        Kann mir aber eine Zusammenführung oder Rückführung nicht vorstellen, aber vielleicht überzeugen mich ihre Argumente.

        Schöne Grüße
        ein zwefelnder

        1. Dann sollte man ihrer Meinung nach alles so laufen lassen wie es jetzt ist. Der Angreifer versucht zuerst einen Enthauptungsschlag gegen die Regierung einer anderen Nation. Wenn es funktioniert, prima dann schlucken wir den ganzen Laden.
          Hat nicht geklappt, macht aber nichts, versuchen wir uns ganz einfach einen großen Teil des Landes zu schnappen, z.B. den Osten und den Süden. Teilweise leben da nicht mal mehrheitlich Russen. Macht auch nichts. Den Rest machen wir auch zu Russen. Pass genügt. Uns kann ja nix passieren, wir sind ja Atommacht.
          Und wenn der Happen verdaut ist dann machen wir weiter mit, na sagen wir mal Charkiv. Inzwischen haben sich alle daran gewöhnt das die Ukraine kleiner und kleiner wird. Hätten sie mal von Anfang an kapituliert, frei nach dem Motto „Und bist du nicht willig so brauch ich Gewalt“. Es wird schon keiner was dagegen haben. Schon gar nicht die Wessis, die den Angegriffenen hochnäsig erklären, dass sie sich nicht so anstellen sollen.
          Immer schön zuschauen und die Füße stillen halten, Mangel. Bei Chamberlain ging die Sache in die Hose, das Ende ist bekannt. Geschichte wiederholt sich.

          1. Der Westen hat versagt, als er MinskI und MinskII nicht zu seiner Umsetzung verhalf. Bei dem langen Gespräch zwischen Angela Merkel mit Alexander Osang auf der Bühne des Berliner Ensembles am 7. Juni 2022 sagte Frau Merkel sinngemäß: “ MinskII diente der Ukraine um sich die Luft für heute zu verschaffen“ (finde das korrekte Zitat nicht, dies bestätigt aber auch der schweizer Geheimdienstoberst Jacques Baud (1) bereits in seinem Interview im April 2022). Dies hat übrigens in den Augen der russischen Ethnie in der Ukraine Tradition, wie man sich erinnern kann, als es eine Vereinbarung zwischen EuroMaidan und Janukowitsch vermittelt durch Steinmeier (Deutschland), Frankreich und Polen gab (2). In der Abmachung vom 21. Februar 2014 hatte Janukowitsch etwa vorgezogene Präsidentenwahlen und eine Verfassungsänderung zugesagt (3). Durch die bis heute unaufgeklärten Beschuss mit vielen Toten, dem Verlassen von Kiew nach Charkiw durch Janukowitsch und der Abstimmung im Parlament, welches zu einer nicht verfassungskonformen neuen Regierung führte (3), kam es zu einer pro-westlichen Regierung.

            Hier sieht man nur drei Beispiele, wie Russland und die russ. Ethnie in der Ukraine von der westlichen Seite getäuscht wurde. Es gibt noch viele andere Beispiele (4). Russland und seine politische Führung haben sämtliches Vertrauen in den Westen verloren, deshalb werden sie auch diesen Krieg gewinnen, weil dieser Krieg von Seiten der Ukraine (bis jetzt nimmt nur einsechstel der russischen Armee mit veralterter Technik (z.b. ohne Armata) teil. Am Ende wird eine zwei oder gar noch mehr geteilte und irgentwelchen Ländern angeschlossene Ukraine übrigbleiben. Leider auf Kosten viel zu vieler Menschenleben und des Lebensstand in Europa und auch Deutschland besonders in den unteren Bevölkerungsschichten. Dies ist und war es für mich nicht Wert, vor allem wenn die USA als Initiator und Hauptakteur (5) dieses Krieges mit einer ehrlichen Verhandlungshaltung ( ) noch bis Januar 2022 diesen ganzen menschlischen Schlamassel hätte verhindern können. Die USA wollte aber nicht!

            Hi Herr Albrecht,
            ich habe sehr faktenreich meinen Standpunkt untermauert und eine Antwort auf Ihre Frage gegeben. Dabei habe ich nicht einmal den Westen mit der USA an der Spitze wegen den völkerrechtswidrigen Kriege vorher und bis heute in Juguslawien, Irak,Lybyen, Syrien, Jemen und noch mehr kritisiert, weil ich mir sicher bin, dass Sie diese Kriege mit Ihrer hohen Moral absolut verurteilen und deshalb regelmäßig dagegen protestieren.

            Eine Bitte hätte ich noch an Sie, beantworten Sie mir bitte die Frage, wie es gelingen soll, nach all den menschlischen Verfehlungen der ukrainischen Nationalisten und der Regierungen der letzten acht Jahre die vielen Ethnien unter dem Dach des heutigen Kiew zu versammeln?

            Sollten Sie auch auf meine obrige Antwort auf ihre Frage antworten möchten, beziehen Sie bitte die unteren Quellen mit ein. Sollten Sie nicht antworten wollen, so habe ich auch verständnis, empfehle Ihnen trotzdem die Quellen zu studieren, da der Westen die Wahrheit ja nicht verschweigt, nur manchmal lügt er direkt (so wie die Tagesschau (6) diesen Montag).

            (1): https://www.schweizer-standpunkt.ch/news-detailansicht-de-international/die-politik-der-usa-war-es-immer-zu-verhindern-dass-deutschland-und-russland-enger-zusammenarbeiten.html

            https://zeitgeschehen-im-fokus.ch/de/newspaper-ausgabe/nr-9-vom-17-mai-2022.html#article_1359

            (2): https://www.wlz-online.de/politik/janukowitsch-steinmeier-haben-falle-gestellt-zr-3451255.html

            (3): https://weltgeschehen.info/euromaidan-die-urspruengliche-ukraine-krise/

            (4): https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/ukraine-russland-nato

            (5): https://www.youtube.com/watch?v=xC4epLO3ArE

            (6): https://www.nachdenkseiten.de/?p=84804

  4. Erstaunlich finde ich das immer wieder davon die Rede ist wie die Russen die Ukraine zusammen bombt. Wie sollen die Russen es dann nicht hinbekommen das zuliefern der Waffen schon bei der Übergabe zu unterbinden, spätestens beim Aufstellen der Waffen. Die Satelliten werden denen sicher zeigen, wo was passiert. Auch wenn das Zerbomben von Straßen und aufstellen der Geräte nicht verhindert werden könnte, so haben sie immer noch die Möglichkeit die Raketen abzufangen.
    So ein Krieg ist immer auch gut dazu, die Waffen auszuprobieren und das Personal.
    Es ist auch immer eine Verkaufsshow der Waffenproduzenten.

    1. Hi Peter:
      „Erstaunlich finde ich das immer wieder davon die Rede ist wie die Russen die Ukraine zusammen bombt.“

      Meinten Sie damit die Tagesschau am Nachmittag und Abend des 13.06.2022?

      „In dem Kurzvideo in der Sendung (Tagesschau) um 16 Uhr, das die Lösch- und Aufräumarbeiten nach dem morgendlichen Beschuss eines Lebensmittelmarktes zeigt, sind es knapp zehn Sekunden Beitragstext der aus dem Off erläuternden Sprecherin:
      „Dies ist der Markt in der ostukrainischen Stadt Donezk, oder das, was davon übrig ist. Drei Menschen sollen bei dem russischen Angriff getötet worden sein.“
      In der Hauptsendung des Abends um 20.00 Uhr ist der Text etwas abgewandelt:
      „Zivile Ziele, immer wieder stehen sie unter Beschuss der russischen Armee. Dies ist der Markt in der ostukrainischen Stadt Donezk, oder das, was davon übrig ist.“
      Einen Unterschied macht es allenfalls aus Sicht von Winkeladvokaten und aus Sicht der Rechtsabteilung des NDR. Natürlich ist auch der Text in der Sendung um 20.00 Uhr, auch wenn nicht mehr explizit von einem „russischen Angriff“ die Rede ist, darauf angelegt, dass der Zuschauer das Bombardement als ein russisches wahrnimmt. Eben weil der erste Satz genau darauf konditioniert.
      Die Hauptausgabe der ARD-Tagesschau um 20.00 Uhr, früher einmal der Inbegriff von seriösem Journalismus, schalten Tag für Tag immer noch bis zu 16 Millionen Zuschauer ein. Unter anderem auch deshalb, weil jede ihrer Ausgaben zusätzlich in den Dritten Fernsehprogrammen (außer beim MDR), bei Phoenix, 3sat, Deutsche Welle TV (DW-TV), tagesschau24 und ARD alpha ausgestrahlt wird.“

      Es war den Machern und -innen klar wo Donezk liegt und wer die Schüsse (zum teil mit NATO-Munition) abgegeben hat, denn im Ticker um 13 Uhr wurde es noch korrekt wieder gegeben.

      Soweit ist unser „Wertejournalismus“ schon. Ich habe ein programmbeschwerde deshalb geschrieben.

      1. @ Mangel

        Wie? Sie schreiben tatsächlich noch Programmbeschwerden? Da können Sie ebenso gut Ihren Frust in das Loch eines Gullydeckels brüllen. Auch ein schöner Zeitvertreib….
        Finden Sie sich doch endlich damit ab: wir leben in einem Land, in dem ganze Homepages aufgrund „bedenklicher Inhalte“ gesperrt werden. Wobei noch nicht einmal mitgeteilt wird, was genau „bedenklich“ sein soll. Eine ganz und gar bedenkliche Schieflage der westlichen Wertegemeinschaft, höre ich nun all die „Wutbürger“ (teils auch „Hutbürger“) grummeln…..
        Nun ist es jedoch ein Privileg, in dieser Wertegemeinschaft leben zu dürfen! Sie tragen durch Ihre Rundfunkbeiträge dazu bei, dass ARD und andere Leuchtfeuer der Qualitätsmedien die Show „Am laufenden Band“ produzieren und senden können. Bestimmte in der Ursprungsshow der 70-er-Jahre noch der unvergessene Rudi Carrell über die Programminhalte, werden diese heutzutage vom Schulhofschläger Nr. 1 und dessen unterwürfigen Kumpels / Karrieristen festgelegt.
        Nochmals: meckern Sie nicht herum! Zahlen Sie Ihre Rundfunkbeiträge. Zahlen Sie diese freiwillig! Oder gehen Sie ins Gefängnis……
        Wurden die Inhalte des Volksempfängers damals eigentlich auch Zwangs-finanziert?
        Wer weiß das?

        1. Hallo Herr Max und herr Gauckler,

          ich gebe Ihnen beiden absolut Recht, aber dort war wieder Mal so ein Punkt erreicht, wo ich für mich ein Zeichen setzen musste. Pisper sagte in einer seiner Show ungefähr sinngemäß: „Heben sie die Eintrittskarten auf, diese beweisen, dass sie am widerstand teilgenommen haben.“.

          So wie ich immer zur Wahl gehe und wenn das alle tun würden, hätte CDU/CSU, FDP, (Oliv)Grüne, (ehemals)Linke, AfD nicht so einen hohen Stimmenanteil.

          Ich weiß, dass man sich auch in der BRD nicht wirklich wehren kann. Es ist nur ein Zeichen setzen.

          Und irgendwan (mein Traum) gibt es so viele Zeichen und es gibt ein neues friedliches „89“ in ganz Deutschland, Europa und noch besser auf der Welt…..

          Sie merken, ich bin ein Spinner ………

          1. @ Mangel

            Sehr schöner Beitrag! Träume – abseits all der realen Alpträume – müssen unbedingt weiter geträumt werden. Das macht Sie noch lange nicht zum Spinner!
            Und was die Eintrittskarte betrifft: richtig wie wichtig! Auch ich habe bereits einige dieser Eintrittskarten auf Vorrat. Für den Moment gilt es dann wohl die hässliche Zeit als „spannende Zeit“ zu begreifen. Doch möglicherweise – ich will es nicht hoffen – kommt tatsächlich die Zeit, die es erfordert, die Eintrittskarte am Kassenhäuschen einzulösen. Dieses muss jedoch erst gefunden werden. Zu berücksichtigen ist auch, dass viele dieser Kassenhäuschen sehr instabil gebaut sind (Pfusch am Bau). Journalist Assanges Kassenhäuschen Ecuador könnte hier beispielsweise genannt werden. Nicht jedes Kassenhäuschen hält dem Wind des Schulhofschlägers Nummer 1 stand. Es zerspringt schnell in alle Einzelteile und fliegt dem Eintrittswilligen um die Ohren….
            Fast hätte ich es vergessen: Sie haben in Ihrer Parteien-Aufzählung die „Spezialdemokraten“ vergessen. Auch die haben extrem schlechte Architekten / Statiker (siehe oben: Pfusch am Bau)……
            Spannende Zeiten!

      2. @Mangel.

        Programmbeschwerden werden da wenig nutzen. Die meisten Medien sind bei uns Kriegspartei. Sie negieren die eigenen vernichtend-kritischen Beiträge zur Korruption, zu den Demokratiedefiziten in der Ukraine usw., die sie selbst bis zum Einmarsch der Russen veröffentlicht haben. Heute ist der Kampf gegen den russischen „Vernichtungskrieg“ ein Kampf für Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung. Wer hier kritische Einwände bringt, wird weggebissen. – Nur wenn es ans Eingemachte geht, Aufnahme in die EU, sind die alten Einschätzungen im Hintergrund vorhanden. Dass die vielen Spendengelder, die Waffenlieferungen teilweise unterschlagen und versickern, auf den Schwarzmarkt gelangen, ist allgemein bekannt (man kann das nur in englischsprachigen (!!) Zeitungen lesen.

      3. Das ist doch eine schöne Idee.

        Die Ukrainer haben zu wenig Waffen, also begehen sie ein Kriegsverbrechen und beschiessen eine zivile Stadt und einen Wochenmarkt. Je mehr Schäden sie anrichten, umso besser, denn die Berichte werden von der Tagesschau als russischer Angriff gebrandet und schon gibt es wieder empörte Moralpolitiker, die nach mehr Waffenlieferungen rufen und die Lumpenpazifisten verdammen.

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