Rückzug aus Lyman: Schlappe für den Kreml

Ukrainische Soldaten hissen Flagge am Eingang von Lyman

Nachdem erst gestern die Donbass-Republiken und die besetzten Gebiete zu russischem Territorium erklärt wurden, zeigt sich, dass Russland diese nicht verteidigen kann. Noch ist unklar, ob und wie die russischen Truppen nach der Einnahme der logistisch wichtigen Stadt Lyman reagieren werden.

Schon einen Tag nach der von Wladimir Putin unterzeichneten Aufnahme der Donbass-Republiken und der besetzten Gebiete von Saporischschja und Cherson haben ukrainische Truppen einen schweren Schlag gegen die russische Armee ausgeführt. Putin hatte versprochen, dass die von Russland besetzten Gebiete geschützt und für immer russische Territorien seien. Das war auch ein Versprechen für die Menschen, die prorussisch gesinnt sind. Die Frage wird sein, ob der Angriff auf und die Einnahme von Lyman von Moskau als Angriff auf Russland gewertet wird.

Gestern schon wurde bekannt, dass die Kleinstadt Lyman im Oblast Donezk, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, der für die Invasion zu einem wichtigen Logistikzentrum wurde, fast umzingelt sei. Um die 5000 russische Soldaten und Milizen der DNR würden sich nach ukrainischen Angaben dort aufhalten. Sie hätten gebeten, was ebenso Propaganda sein kann, abziehen zu dürfen. Das sei ihnen aber von der Kommando-Ebene verwehrt worden. Wie viele russische Soldaten sich tatsächlich noch in der Kleinstadt aufhalten, ist unbekannt. Auf einem Video, das mit einer von der Organisation Come Back Alive gestifteten Drohne gedreht wurde, soll man sehen, wie die russischen Truppen in einem großen Verband abziehen.

Offenbar sind ukrainische Truppen heute Nachmittag nach Lyman vorgedrungen. Gezeigt wird ein Video, auf dem Soldaten am Eingang der Stadt die ukrainische Flagge hissen. Es soll noch geschossen werden, sagt der Sprecher der Ostgruppe der Streitkräfte der Ukraine, Serhij Tscherewati.

Schon jetzt aber ist der Vormarsch ein Desaster für den Kreml und die russische Armee, die weiterhin desorganisiert zu sein scheint. Mit Lyman können die ukrainischen Truppen nicht nur nach Donezk, sondern auch nach Lugansk vorstoßen. Russland will schon Truppen zur Verstärkung geschickt haben, die aber zu spät kamen. Ob sie Lyman wieder zurückerobern können, ist fraglich, da die russischen Truppen jetzt eine weitere Verteidigungslinie aufbauen müssen. Dadurch werden Truppen gebunden.

Das russische Verteidigungsministerium berichtet, die Truppen aus der Stadt zurückgezogen zu haben und sich bei Kremennaja zu verschanzen. Die ukrainischen Truppen hätten große Verluste erlitten, seien jedoch in Überzahl gewesen.

Wieder einmal kritisiert Tschetschenien-Chef Ramsan Kadyrow die russische Kriegsführung. Schuld an der Niederlage sei der Kommandeur des Zentralen Militärbezirks der Russischen Föderation, Alexander Lapin, habe schon einen Orden für die Eroberung von Lisichansk erhalten hat, obwohl er nicht einmal in der Nähe war. Jetzt habe er Verbände von Lugansk eingesetzt, die aber nicht mit Munition versorgt wurden und mit denen man nicht in Kommunikation stand. Dann habe er „sein Hauptquartier nach Starobelsk, hundert Kilometer von seinen Untergebenen entfernt, verlegt, während er in Lugansk sitzt.“ Aus einer Entfernung von 150 km könne man Einheiten nicht schnell befehligen: „Aufgrund des Mangels an elementarer militärischer Logistik haben wir heute mehrere Siedlungen und ein großes Stück Territorium verloren.“ Er habe vor zwei Wochen schon Gerassimov, den Chef des Generalstabs, darüber informiert, es sei aber nichts geschehen. Kadyrow spricht von „Vetternwirtschaft“ in der Armee und fordert „drastische Maßnahmen, darunter die Verhängung des Kriegsrechts in den Grenzgebieten und den Einsatz von Atomwaffen mit geringer Sprengkraft“.

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86 Kommentare

  1. Kadyrov ist wohl tatsächlich der Kragen geplatzt; aus seiner Beschwerde wörtlich:

    “ „Ich habe immer gesagt: Es gibt nichts Besseres als die Wahrheit, auch wenn sie bitter und verletzend ist. Das ist der einzige Weg, der nach vorne führt. Deshalb kann ich nicht schweigen über das, was in Krasny Liman geschehen ist.

    Wegen des Mangels an grundlegender militärischer Logistik haben wir heute mehrere Siedlungen und ein großes Gebiet aufgegeben.

    Es ist nicht so, dass Lapin eine Mittelmäßigkeit ist, was schade ist. Aber dass er von seinen Vorgesetzten im Generalstab gedeckt wird. Wenn es nach mir ginge, hätte ich Lapin zum Gefreiten degradiert, ihm seine Auszeichnungen aberkannt und ihn an die Front geschickt, um seine Schande mit dem Gewehr in der Hand abzuwaschen.
    ….
    Die Armee muss Kommandeure ernennen, die charakterstarke, mutige und prinzipientreue Männer sind, die sich um ihre Leute kümmern, die für ihre Soldaten kämpfen und die wissen, dass ihre Untergebenen nicht ohne Hilfe und Unterstützung gelassen werden dürfen. In der Armee ist kein Platz für Vetternwirtschaft, insbesondere in schwierigen Zeiten.“

    Als was er den verantwortlichen General noch bezeichnet, kann ich hier nicht wiederholen, das würde alle woken Geister auf den Plan rufen.

    Er wird übrigens überall zitiert und kommentiert.

    (x)https://cont.ws/@slavikapple/2388108
    (x)https://www.politnavigator.net/vpervye-kadyrov-nazval-generalov-vinovnykh-v-potere-limana.html

    Und da ist noch nichts über die Menschen gesagt, die jetzt wieder den ukrainischen Strafmaßnahmen ausgesetzt sind……

    Das Verteidigungsministerium teilt dazu mit:

    „Wegen der drohenden Einkreisung wurden die alliierten Truppen aus der Siedlung Krasny Liman in günstigere Stellungen abgezogen.“

  2. Es scheint ja eine ziemliche Arroganz in der russischen Armee zu herrschen.
    Egal was man von Kadyrov hält, aber der hat einen Arsch in der Hose. Respekt auch das er es öffentlich sagt, es sind ja nicht wenige gegen die er steht.
    Es kann doch auch nicht sein, dass alles nur mit Atombomben zu regeln ist, was auch nicht sicher ist. Es ist ja auch wahr was im Artikel gesagt wird, was passiert den Gefangenen?

    1. Mit Atombomben lässt sich nichts regeln. Was soll danach besser sein? Ich bekomme immer mehr den Eindruck, die Leute denken, eine Atombombe sei so etwas wie eine konventionelle Bombe, halt nur etwas stärker. Da ordnet man die Wirkung thermonuklearer Waffen aber falsch ein. Außerdem hat Kadyrow wohl tatsächlich davon geredet, mit „kleinen“ Atombomben die Sache für Russland zu verbessern. Wo soll das nur alles hinführen? Wie kommen wir aus der Nummer raus?

    2. Habe eine Seite von Erwan Castel (56 Jahre französischer Fallschirmjägeroffizier, bretonischer Unabhängigkeitsaktivist und dann Expeditionsführer im französischen Amazonasgebiet) gefunden. Anfang Februar 2015 wurde ich in die Armee der Volksrepublik Donezk aufgenommen und diente an den Fronten Debalsevo, Marinka, Dokuchaievsk und Donezk, bevor ich mich 2017 freiwillig zur Internationalen Brigade Pjatnashka meldete und an der Front von Yasinovataya als Scharfschütze diente.
      Hier der Link zu seinem aktuellen Beitrag 02.10.2022:

      https://alawata-rebellion.blogspot.com/?zx=66af7d5ceb02017f

      Er gibt Einblicke direkt von der Front. Ein weiterer Baustein seine Meinung sich zu bilden.

      „Seit 7 Monaten, mit Ausnahme der Front zwischen der Krim und dem Dnepr (Regionen Cherson und Saporodje), die im Februar und März der 58. Armee übergeben wurde, haben die beiden anfänglichen russischen strategischen Phasen ihre militärischen Ziele nicht vollständig erreicht und sind an ihren politischen Zielen gescheitert, wodurch sie den ukrainischen Streitkräften psychologische Stärke verliehen haben. Ich werde hier nicht auf die verschiedenen internen und externen Gründe eingehen (Unterschätzung des Feindes, Unterbesetzung, Zerstreuung der Kräfte, Begrenzung der strategischen Ziele, ukrainische Mobilisierungen, westliche Unterstützung, NATO-Ko-Belliganz…), die zu dieser aktuellen Situation geführt haben, in der seit dem 27. Juli sogar die operative Initiative auf die ukrainische Seite übergegangen ist.

      Es scheint jedoch, dass die beiden größten Mängel, die auf russischer Seite beobachtet wurden, eine „Zurückhaltung“ bei den eingesetzten Zerstörungsmitteln und eine langsame Reaktion auf der militärisch-politischen Führungsebene sind.“

      1. Das Interessanteste dabei ist, dass sich Kadyrow als Präsident der VOLKSREPUBLIK Tschetschenien bezeichnet.
        Vielleicht gibt es eine Generalabrechnung mit dem Oligarchismus und damit geht auch eine maßgebliche Kritik an Putin einher.
        Mich würde es freuen, wenn die Bauernbuben der Periphere den verhätschelten Stadtbubis in Moskau und Sankt Petersburg den Marsch blasen würden.

        1. Luck
          Kompliment! Eine interessante Sichtweise.
          Zurück zur Basis und den Grundlagen des städtischen Seins.
          Womit ich zum Fundament kommen könnte, das ab und zu wohl auf Sand gebaut ist.
          So als Gedankenanstoß.
          Ist vermutlich altbacken, somit Alte Schule und kann weg….😂😂😂😂😂

  3. Was erwartet man in einer Kleptokratie? Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken und das setzt sich dann nach unter fort. Vetternwirtschaft in dem ganzen Laden. Sowas ändert man vielleicht in Jahren, kurzfristig geht da nichts.
    Nur eine Vermutung, in der Wirtschaft ist das auch nicht anders. Deswegen geht auch nicht viel außer Rohstoffe aus dem Boden holen.
    Der Zar hat sich mal wieder dadurch blamiert, dass er nicht weiß was in seinem Militär los ist.

    1. Jaja, Ottono erklärt uns Russland…. indem er verstaubte Westpropaganda hervorholt.

      Darum können sie in Russland z.B. auch keine Waffen bauen…..

        1. Genau, ein, zwei Unfälle, und für Ottono ist alles Schrott. – Schon klar, was dich umtreibt.

          Und Autos bauen sie auch, weißt du sicher auch nicht, und Traktoren, und Lebensmittel können sie auch herstellen und vieles, vieles anderes. – Aber in deiner Welt können sie halt nichts, als Rohstoffe fördern.
          Total realistisch, dein Rußlandbild….

          Der einzige, der sich hier blamiert (um auf deinen ersten Kommentar zurückzukommen) bist du… das ist sonst ja auch zu sehen.

          1. Unfall ist wenn du vom Fahrrad fällst.

            1. Die RF hat mindestens 1.000+x Kampfpanzer und 2.000 +x gepanzerte Fahrzeuge verloren.
            Das ist der Sowjetkram der ständig in die Luft fliegt.

            2. Natürlich bauen die in der RF auch Autos und anderes, aber nicht auf internationalen Niveau. Das was die Russen erfolgreich international verticken können sind Lebensmittel und Rohstoffe. Karbonhaltige Rohstoffe sind auf dem absteigenden Ast.

            Mit so einem Strategen an der Spitze wird Russland von ganz allein zum Agrarland. Der Typ ist eine Schande für Russland. Russland hat ein viel größeres Potential, das kann der alte Spion nicht sehen und daher auch nicht heben.
            (Vereinfachung gehört zu einem Kommentar mit 4-5 Sätzen logischerweise dazu. Man kann nicht jedesmal eine Vorlesung daraus machen)

    2. Was unterscheidet eigentlich nach deiner Meinung die amerikanische von der russischen Oligarchie?

      Da gibt es viele Fische, die vom Kopf stinken – der deutsche Fisch tut es auch.

      1. Kann ich dir auch nicht so genau sagen. Auf den ersten Blick ist das westliche Oligarchensystem weitaus erfolgreicher als das russische. Zumindest wenn man sich den Lebensstandard anschaut.

        Hier kann ich alles sagen über Scholz und Putin was ich möchte. Das würde mir in Russland nur mit den Scholzkommentaren gelingen.

        To be continued.

  4. Es dürfte den tschetschenischen Soldaten schwer zu vermitteln sein, wenn sie durch vermeintliche Fehlentscheidungen ihrer Vorgesetzten im Unverstand verheizt werden.
    Somit werden auch die Äußerungen von Herrn Kadyrow verständlich.
    Er würde, bei Stillschweigen, in seiner Republik zuviel Respekt und Ansehen verlieren.
    Inwieweit seine Anschuldigungen über die Inkompetenz russischer Generäle berechtigt sind vermag ich, von meinem Sofa aus, nicht zu beurteilen.

    1. Was man wohl sagen kann:

      1. Kadyrov ist absolut loyal
      2. Er ist selbst seit Monaten an vorderster Front, ist also kein Sofakrieger, sondern weiß, wovon er redet
      3. Die Atombombennummer hätte er besser weggelassen.

      Es hat wohl auch Gewicht, wenn er sich öffentlich derart kritisch äußert. Ob es zielführend sein wird, steht auf einem andern Blatt.

      1. Ein deutscher Admiral hat sich kürzlich auch mal kritisch zu bestimmten Dingen geäußert und durchaus die Wahrheit gesprochen. Und wo ist er heute, was passierte mit ihm? Er wurde sofort abgesägt und zum Schweigen gebracht. Das ist der Unterschied zwischen dem ,freien Westen“ und ,,Putins Regime.“

  5. Die Frontlinie ist jetzt doppelt so lang wie vor dem Beginn des Einsatzes im Februar. Putin hat zwar nun eine große Rede gehalten (s. Anti-Spiegel), in der vieles richtig ist, aber wie er die neuen Landesteile halten will, hat er nicht gesagt. Gibt es überhaupt ein Konzept? Und wie jemand hier richtig sagt, mit Atombomben kann man nicht alles regeln. Ich möchte weitergehen: Mit Atombomben kann man gar nichts regeln! Wenn die anderen die ebenfalls einsetzen, zieht der größte Teil des Fallout nach Russland. Und einen internationalen Atomkrieg kann auch Putin nicht wollen.
    Wieder einmal sollten unsere Gedanken vor allem bei den Zivilisten sein, die jetzt erneut unter einer anderen Macht stehen und mit Sicherheit genügend drangsaliert werden. Die russische Luftüberlegenheit und Luftaufklärung scheinen miserabel zu sein. Kadyrow hat ja wohl einige der Hauptprobleme klar zum Ausdruck gebracht.

  6. Schwere strukturelle Mängel lähmen die vermeintliche Effizienz der russischen Streitkräfte.

    Erstens verstehen die Russen nichts von „Jointness“, einer Militärdoktrin, die die nahtloses Zusammenwirken von Boden-, Luft- und Seestreitkräfte ohne Kompetenz- und Zeitprobleme vorsieht. – Wert auf eine funktionsgerechte Logistik wird nicht gepflegt.

    Zweitens halten sich Russlands Landstreitkräfte nicht an die Prinzipien der integrierten Kriegsführung, die zuerst von den Deutschen im Zweiten Weltkrieg perfektioniert wurde und die die zeitnahe enge taktische Zusammenarbeit von Panzern, Infanterie und Artillerie, sowie ggf. der Luftwaffe betont.

    Drittens hemmt Russlands langjährige Tradition eine besonders schwerfällige hierarchische Führungstruktur die Flexibilität an der Front, so dass junge Offiziere und Unteroffiziere Befehle nur von oben weitergeben müssen, ohne eigene Fähigkeiten zeigen zu dürfen, und nicht selbstverantwortlich mal eine Initiative zu ergreifen. Es herrscht das vor, was man unter „Management by Champignon“ versteht.

    Schließlich haben die Russen leider einen fatalen Hang dazu, schon vor der Ziellinie den Fuß vom Gas zu nehmen, und kein Talent zu einer mutigen und konsequenten Fehlerrevision, womit weitere Pleiten schon mal vorprogrammiert sind.

    1. Wirklich „Champignon“, der Pilz? Obwohl – mancher wird sicher so ein paar Fliegenpilze schlucken, um sich in die rechte Stimmung zu bringen.

    2. Vielleicht können die Russen kein Englisch. – Durchaus auch möglich, dass man in Russland selber denken kann, und keine „westlichen Taktiken“ benötigt werden….

        1. Ich könnte mir vorstellen, dass man darauf in Russland auch schon gekommen ist. – Aber vielleicht hast du dich ja selbst gemeint…

        1. 1945 waren sie auch ein paar Soldaten mehr…. aber das hast du sicher – bei deinem supermilitaristischen Verstand – übersehen.

          1. Nö, du Hurrapatriot ! Die Nazi Armee waren ja nun auch keine „Kleinigkeit“ – Aber das passt wohl nicht in deinen Miniverstand.
            Aber der feige versoffene Wodka-General Aleksander Lapin hat ja schon in Syrien gezeigt, was er für eine Lusche ist – und leider ist er nicht der einzige Saufbruder im russischen Generalstab.
            Wenn Putin es nicht schnellstens schafft diese Vollalkeholiker gegen fähige Leute zu ersetzen, wird das auch sein Ende sein.

    3. Hilft ja alles nichts. Ganz offensichtlich haben die Russen bereits gesichertes Gebiet verlassen und damit die dort vorhandene Bevölkerung den Säuberungskommandos der Gegenseite überlassen (müssen). Sicherlich folgt daraus, dass die Lieferung von Waffen und Nato-Know-how der Vorgehensweise der russischen Seite zumindest punktuell eins ausgewischt hat. Das heisst aber auch nicht mehr. „Wir holen uns alles zurück“ ist ein wahnsinniges Programm von Selensnkyi mit der unmißverständlichen Ansage, nur russischer Rückzug wird akzeptiert. (das posaunt der Mann nur raus mit Billigung seiner Freunde in den Kommandozentralen des Westens). Ganz sicher reagieren die russischen Miltärs auf den Mißerfolg, korrigieren ihr Vorgehen und das Gemetzel geht weiter. Das ist bereits Nato-Krieg in dem sich die russischen Militärs bewegen.

  7. Machen wir uns nichts vor: Russland hat sich durch seine völlig fehlgeleitete Strategie, zum global wirksamen Gespött gemacht. Die Chinesen distanzieren sich bereits – Russland wird dieses Luschn-Image nicht mehr los werden. Alles was jetzt noch folgt, werden Lachnummern werden – nichts mehr.

    1. „Die Chinesen distanzieren sich bereit…“ Aha.

      Die Luschn sitzen wohl eher in Washington etc.: Rückzug aus Syrien, nachdem das „Luschn-Russland“ interveniert hat. – Rückzug aus Afghanistan….

  8. Ob dem Autor klar ist, dass er den Ostukrainern das Recht auf Schutz vor dem Beschuss durch deren vorgebliche Kiewer „Regierung“ abspricht, der Meinung ist, dass sie das aushalten müssen, und die „Regierung“ das Recht hat, sie zu bombardieren?
    Zudem greift er andauernd in die westliche Propagandakiste und nimmt deren strategisch-mediale Thesen zur Verarschung vor allem der Bevölkerung der westlichen Welt für bare Münze. Er versteht hier zum Beispiel nicht, warum der Tschetschene solche Meinung abläßt. Der will den KW-Einsatz unbedingt und dafür ist ihm jedes Mittel Recht.
    Der analytische Inhalt der Arbeit des Autors ist mager, seine begrenzten militärischen Kenntnisse lassen wieder nicht mehr zu. Er weiß nichts über taktische Erfordernisse und versteht nichts von elastischer Operativität.
    M. M. nach ist er für das Gebiet eine Fehlbesetzung.

  9. Putin ist ein sehr guter Taktiker, als Stratege aber ein Totalausfall.
    Wenn man dann noch gegen sein Umfeld immer extrem Misstrauisch sein muss, trifft man eben schlechte und einsame Entscheidungen.
    Das Ergebnis tritt immer klarer zu Tage.

    Militärisch blamiert, politisch isoliert und wirtschaftlich kastriert.

    1. Da spricht einer, der Ahnung hat:
      „militärisch blamiert“…. das müssen wir zuerst noch abwarten,
      „politisch isoliert“: ja isoliert vom „Wertewesten“, die anderen drei Staaten, oder waren es vier… auf der Welt reden noch mit dem russischen Präsidenten,
      „wirtschaftlich kastriert“: reines Wunschdenken, aber vielleicht hat Ottono auch Russland mit Deutschland verwechselt.

      Und wegen der Strategie…. darum zielt er auch immer auf strategische Partnerschaften…. weil er ja nur bis morgen denken kann, oder so.

      1. Wer in 20 Jahren ein Land mit diesen Fähigkeiten (Bildung, Rohstoffe, Bevölkerungsgröße) nicht weiter voran bringt als zum Rohstofflieferanten für die Welt ist strategisch unterbelichtet.

        Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe neigt sich dem Ende zu. Das haben genügend andere Länder bemerkt und bereiten sich seit Jahrzehnten darauf vor. Russland macht immer so weiter.

        Die Kleptokratie steht in direkten Zusammenhang mit Putin. Er füttert seine Oligarchen die ihm den Rücken frei halten. So kann er dann Peter den Großen imitieren.

        Putin ging es nie um die Menschen irgendwo. Er will sich jetzt ein Denkmal setzen. Er will in die Geschichtsbücher, aus denen er so gerne seine Halbwahrheiten zitiert.

        Dafür setzt er alles aufs Spiel, das Land, die Menschen, deren Zukunft und Leben.

        Langfristig scheitern solche Spieler früher oder später immer.

        1. Der russische Präsident, hat in 20 Jahren ein starkes Rußland aufgebaut, aus den Trümmern des Zusammenbruchs der Sowjetunion, aus dem Chaos der Jelzin-Zeit und den Interventionen der „westlichen Wertegemeinschaft“ in dieses Land.

          Aber Ottono hätte es natürlich besser gemacht…..

          Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe neigt sich keineswegs seinem Ende zu. – Das mag für Träumer aus dem Westen so sein, der Rest der Welt ist nicht so drauf…. – da vergehen nochmals 50 – 100 Jahre.
          Saudi-Arabien, Khatar, die USA und andere machen auch immer weiter so… die habens scheinbar auch noch nicht kapiert.

          Aber Ottono weiß natürlich, was kommen wird…..

          Das von den Kleptokraten ist ein weltweites Problem: Rußland macht hier keine Ausnahme,

          Außer natürlich in Ottonos Weltbild….

          Den USA ging es nie um die Menschen irgendwo, Sie wollen sich jetzt ein Denkmal setzen. Sie wollen in die Geschichtsbücher, aus denen sie so gerne ihre Halbwahrheiten zitieren.

          Dafür setzen die USA alles aufs Spiel, das Land, die Menschen, deren Zukunft und Leben.

          Langfristig scheitern solche Spieler früher oder später immer.

        2. „Wer in 20 Jahren ein Land mit diesen Fähigkeiten (Bildung, Rohstoffe, Bevölkerungsgröße) nicht weiter voran bringt als zum Rohstofflieferanten für die Welt ist strategisch unterbelichtet. “

          Vielleicht sollten Sie sich das Video vorher mal ansehen, bevor Sie Unsinn behaupten!
          https://youtu.be/oPLIzmy8JcA

          1. Wo sind die Chipfabriken, moderne Fahrzeuge, wo ist Russland führend und setzt es für seine Bevölkerung in Wohlstand um?
            Da gibt es nicht viel und das meiste zweigen dann die Kleptokraten von Putins Gnaden vorher ab.
            Welche russischen Produkte haben Sie in ihrem Haushalt? Außer Wodka.

            1. Die Investitionen, die der Westen Jelzin in den 90er Jahren versprochen hatte,
              sind alle nicht geflossen, das Land sollte kein wirtschaftlicher Konkurrent werden, ein Marshall-Plan war nicht vorgesehen, Russland sollte die Rohstoffquelle des Westens sein, mehr nicht!
              Schoenes Beispiel ist China! Die USA sind von dem wirtschaftlichen Aufschwung Chinas not amused, sind die doch gerade dabei, sie als groesste Volkswirtschaft abzuloesen und…. das gefaellt den Amerikanern natuerlich nicht,
              America first…..schon vergessen?
              Zurueck zu Russland. Sie haben keine Ahnung was von 1991 bis ca. 2003 in Russland los war. Gesetze wurden teils von den westlichen „Beratern“ geschrieben, koennen Sie alles nachlesen!
              Putin musste 2000 bei Null anfangen, dazu noch die gierigen Jelzin Oligarchen, sitzen heute fast alle in der London City; haette das “ Projekt Russland“ geklappt, dann waeren die russische Buerger die neuen Tageloehner der EU geworden und die amerikanischen Konzerne die neuen Herren Russlands, wie man die Kosten hochschraubt, um die Gewinne nicht versteuern zu muessen, muesste Ihnen doch bekannt sein. Die Bevoelkerung haette von dem Reichtum gar nichts, genau wie ca. 40 Millionen Amerikaner in Armut leben, im angeblich reichsten Land auf dem Globus!
              Nehmen Sie den Amerikanern den Petrodollar weg, fuehren Sie eine andere Leitwaehrung ein und schon ist das Land pleite.

              1. Putin hat bestimmt bei null angefangen und ist jetzt selbst ein Oligarch. Wo ist der Unterschied für die gewöhnlichen Russen ob sie von Ausländern oder von Inländern ausgenommen werden? Wer 20 Jahre die Demokratie dahin biegt, daß er immer weiter regiert tut das garantiert nicht für die kleinen Leute. Welche russischen Produkte haben sie in ihrem Haushalt?

                1. Meine russischen Produkte sind
                  eine Baikal MP 153 zur Tauben-,Krähen-, und Gänsejagd

                  https://www.youtube.com/watch?v=qt1QV3DFUrQ

                  und ein Lada Niva.

                  Beide sehr zuverlässig.
                  Leider kommt man an andere russische Produkte wegen der idiotischen Sanktionen nicht heran. Auf der Wunschliste steht ein GAZ Sobol Allrad mit Einzelbereifung auf der Hinterachse.

                  Die Russen, die können was !

              2. Es gab jede Menge ausländische Direktinvestitionen bis 2021 in die russische Wirtschaft. Ohne diese Investitionen hätten sich in 2022 nicht so viele Unternehmen wieder von Russland abwenden können und diese Investitionen abschreiben können. Sie erinnern sich vielleicht.

              3. Der Oligarchismus war aber weniger ein Produkt US-amerikanischer Berater, als der erklärte Wille der Gaidar-Regierung und der (durch die Perestroika) privilegierten Komsomolsken wie Chodorkowski oder Abramowitsch.
                Und Putins Ziehvater hat hierbei keineswegs widersprochen.
                Putin wirft Lenin und Stalin auch so einiges vor, verkennt aber, dass er selbst Jelzin und seiner Familie Straffreiheit zugesichert hat und hierbei schon auch auf Zwänge Rücksicht genommen und diese auch später nicht revidiert hat. Dabei hatte Lenin eine viel kollosalere Aufgabe…

  10. Noch gehe ich nicht von einem Triumph für die Ukrainer aus, sondern von russischer Taktik. Das haben sie bereits bei der Wehrmacht so gemacht. Die Ukrainer ziehen jetzt ihre Kräfte immer weiter auseinander und müssen immer mehr Gebiet verteidigen, sichern und winterfest machen. Während sich die Russen zurückziehen und sammeln, um dann den geschwächten und ausgelaugten Feind in einer Winteroffensive massiv zu bekämpfen. Russland kämpft schon immer mit dem Winter und weiß seine Vorteile für sich zu nutzen. Warten wir also ab …

    1. Da muss man schon sehr quer sein um in der Niederlage auch noch Absicht und Taktik zu erkennen.
      Wie viele tote Soldaten sind Ihnen solche taktischen Rückzüge den Wert?
      Als Kommandant müssen Sie aufpassen, dass Sie nicht von den eigenen Truppen gelyncht werden, bevor ihre „geniale“ Taktik aufgeht.
      Ich hoffe die Russen denken wie Sie. Fehler totschweigen und nicht darauf reagieren ist ein fester Bestandteil des zukünftigen Scheiterns.

    2. “ Russland kämpft schon immer mit dem Winter,…“
      Tja, das hatte zu napoleonischen Zeiten und im 2. Weltkrieg, seine Berechtigung. Allerdings nicht in den „global vernetzten“ Tagen, wo die Ukraine bereits seine „Partner“, um Winterbekleidung, Zelte, etc. anschnorrte. Und wetten: Sie werden damit ausgestattet? Sicher besser als die Russen, die – angeblich – ihre Partnerinnen um Tampons für die Wundversorgung anschnorren sollen .

      Ehrlich gesagt, ich bin sehr pessimistisch, was die Lage der Russen betrifft. Und Kadyrow, hat Recht: Strategisch, lief sehr viel, sehr falsch. Und das tragische daran: Nazilenskij, wird sich diesen Triumpf, nicht entgehen lassen.

  11. Mit seinem Gesprächsangebot hat Putin Zelensky im Grunde ein Ultimatum gestellt: Frieden jetzt und es bleibt bei den 4 Regionen, oder es geht weiter mit Nikolajev, Odessa und Charkiv.

    Die Antwort: Mit dem rede ich nicht mehr, ich warte auf den Nachfolger. Glaubt er wirklich, daß er jetzt noch mehr bekommen kann als er mit Minsk2 hätte haben können? Jedes neue Angebot war schlechter als das vorige, und so wird es weitergehen bis zum bitteren Ende.

    Was sagt man eigentlich in der Bevölkerung dazu?

    1. ich muss da an eine Szene denken aus „Ritter der Kokosnuss“ von Monthy Python.
      Der schwarze Ritter versucht König ARtus am Überschreiten des Flusses zu hindern,
      hält sich für unbesiegbar, nach und nach schlägt Artus ihm Arme und Beine ab,
      aber er weigert sich weiterhin nachzugeben, bis er dann am Boden liegt und Artus einfach weiterziehen kann.

    2. Leider ist Nazilenskji, verhandlungsmäßig in der stärkeren Position: Virtuelles Testosteron, aufgeputscht mit einer Überdosis an Kriegsmaterial, dass ihm seine Dealer in Dauerapplikation verabreichen, kann sich auch ein zwergwüchsiger Clown zum „Hulk“, „Superman“ – oder anderen Kretin, infantiler „Marvell-Comics“ stilisieren.

      Er surft gewandt auf einer tosenden Welle überschäumender Sympathie – Ihm KANN einfach nichts passieren. Egal, welche Schweinereien sein Regime begeht: Er bleibt der „strahlende Held“ für den Westen. Und leider hat sich das Blatt gewendet: Putin, hat – meiner Meinung nach – sehr viel an Reputation eingebüßt. Die strategischen Anfangsfehler, brechen jetzt so richtig auf und der traurige Clown, sitzt nun im Kreml.

      Alles andere ist – wieder MEINER Meinung nach – die krampfhafte Hoffnung, auf die „Wunderwaffen“, „Papier-Divisionen“ und die Erklärungen, warum man doch den „Endsieg“ feiern kann, denn alles andere, wäre ja „wehrkraftzersetzend“.

  12. Eines ist gewiss, der Krieg findet an mehreren Fronten statt und wenn man die spärliche Meinungsgeleitete Informationen berücksichtigt, habe ich den Eindruck das hinter den Kulissen viel geredet wird.
    Angebliche 20000 Soldaten nehmen ein Gebiet ein, ohne das der ‚Verteidiger‘ das nicht sieht?
    Ein Gasleitungsanschlag in einer Gegend die komplett gesichert ist mit Sensoren, Satelliten und Aufklärungsflugzeuge seitens der NATO die ständig im Einsatz sind…
    Am Ende werden die Erbsen gezählt und nicht vorher. Diplomatie hat auch andere Wege und lebenswichtige Adern haben andere Prioritäten als eine Landstraße!

    PS 2014 wurde der Umsturz vom Zaun gebrochen, weil der IS und Konsorten in Syrien wütenden und der syrische Präsident bat offiziell Russland um Hilfe.

    1. da haben Sie recht.
      Vieles ist seltsam.
      Über lyman liest man ja schon seit Tagen im Mainstream dass die Russen da in Bedrängnis sind.
      Fragt man sich warum die da keine Verstärkung hingeschickt haben.

        1. Weil Rußland sooooo schlimm am verlieren ist. – Wenn man die Karte ansieht, sieht es eher wie eine „Rohrkrepierer“-Offensive der Ukraine aus. – Im Norden 60 km gutgemacht, im Süden jeweils ein paar km…. – das sollen also die Vorboten des ukrainischen Sieges sein. – Prost Mahlzeit.

          Taktische Siege der Ukraine, sonst nichts. – Vielleicht können die nur taktisch denken…..
          Was meinst du, Ottono?

  13. 150 000 Russische Soldaten sind viel zu wenig um über 1000 km Grenze zu verteidigen. Diese Analyse gibt es schon seit Monaten. Daher ist es kein Wunder das Russland jetzt im Rückzug ist sondern eher ein Wunder das die russische Armee bis vor ein paar Wochen keine Rückschläge erlitten hat.
    Die aktuelle Ukrainische Offensive wird von ungefähr 20 000 Soldaten getragen.
    Wieviel mehr kann die Ukrainische Armee ins Gefecht schicken ? Sicher keine 300 000 die in den nächsten Monaten von Russischer Seite in den Krieg ziehen. Daher kann ich für die Ukraine eine siegreiche Runde sehen aber keinen Sieg.

    1. Der Kern „dieser offensive“ ist, die Medien verkünden das Russland nun am verlieren ist.
      Jetzt sind sogar viel zu wenig Soldaten…, der Rest der nicht angelsächsischen Welt wird sich sagen:
      Putin hatte recht mit seiner sehr ungewöhnlichen Rede, der Westen ist vom „SATAN“ besessen.
      Jeder Tag den der Westen so weiterführt, ist ein zusätzlicher Tag an dem sich andere abwenden. Jeder Tag den der Westen fortsetzt kostet dem „Nutzvieh“ sein bequemes leben. Jeder Tag an dem die eigenen hervorgebrachten Errungenschaften konsequent umgekehrt werden, wird damit enden:das der Rest der Welt sich sagen wird, lasset sie babbeln wir gehen unsrigen.
      Leute beschweren sich über ein „Kaff“,das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von D aus die Planungen stammen um so ein Kaff einzunehmen. Zivilisten werden hingerichtet, ein Genozid und die ‚gewählten Vertreter‘ reden von Russland…
      Krank sind diese Gesellschaften, sehr krank…

    1. MoA geht inzwischen wieder:

      (x)https://www.moonofalabama.org/14i/pipe1.jpg

      Und nun zu einem ernsteren Thema. Kadyrov hat eine Lawine losgetreten. Hier ein Artikel dazu von Сергей Ищенко:

      (x)https://svpressa.ru/war21/article/347709/

      Da geht es wirklich zur Sache:

      „….. wurden am selben Tag auch der Verteidigungsminister und der Oberbefehlshaber des Generalstabs von der allmächtigen Partei „Einiges Russland“ „bombardiert“. Am selben Tag äußerte sich auch Generalleutnant Andrej Guruljow, ehemaliger Befehlshaber der 58. Armee mit kombinierten Waffen und derzeit Mitglied der Fraktion „Einiges Russland“ in der Duma und Mitglied ihres Verteidigungsausschusses, in einer fast ebenso kompromisslosen Weise wie Kadyrow……
      „Ich kann mir die Kapitulation von Krasny Liman nicht erklären. Vom militärischen Standpunkt aus kann ich das nicht erklären. Sie ist wahrscheinlich nicht nur militärisch, sondern auch politisch ein Meilenstein, vor allem jetzt. Es ging nicht um einen Tag, es war keine flüchtige Schlacht, wie sie sonst üblich ist … Ich verstehe nicht, warum sie in all der Zeit die Situation nicht richtig eingeschätzt und keine Entscheidung getroffen haben, um die Gruppe, die Liman verteidigte, zu verstärken. Sie verstehen, dass es, egal wie heldenhaft sie kämpfen, eine elementare Berechnung der Kräfte gibt, die zeigt, ob es möglich ist, Liman zu halten oder nicht.
      ….
      Das Problem ist die weit verbreitete Berichterstattung über die gute Situation und die weit verbreiteten Lügen. Dieses System kommt von oben nach unten.

      Kannten wir nicht die Anzahl der Kräfte und Mittel, die auf Liman vorrückten? Wenn wir das nicht wussten, wo war dann die Aufklärung?

      Wir verstehen, dass das Problem nicht vor Ort liegt………..sondern in der Frunzenskaja (Generalstab des russischen Verteidigungsministeriums – Anm. d. Red.), wo man die Situation immer noch nicht versteht, nicht kennt.

      … Ich möchte mich zu nichts anderem äußern. Mir ist klar, dass sich nichts ändern wird, solange im Generalstab nicht endlich etwas völlig anderes auftaucht. Alles andere ist eine Folge der von dort aus verfolgten Politik. Nicht mehr und nicht weniger als das. Das mag hart sein, aber es ist die Wahrheit“

      Leonid Reschetnikow, ein pensionierter Generalleutnant des Auslandsgeheimdienstes, hat nach der Tragödie von Krasny Liman nicht geschwiegen. Ehemaliger Direktor des Russischen Instituts für Strategische Studien, das analytische Dokumente für die russische Führung bis hin zur Präsidialverwaltung ausarbeitet.

      Am Samstag äußerte sich der General in seinen fast ultimativen Worten an den Kreml über den Wechsel in der Führung der Spezialoperation sehr deutlich: „Liman ist aufgegeben worden, der Rückzug geht weiter. In den anderen Sektoren halten wir durch und wehren uns. Generell lassen der Generalstab und das Kommando an der Front unseren Präsidenten im Stich und stellen eine Gefahr für Russland dar. In einer solchen Situation sind entscheidende personelle Veränderungen erforderlich, insbesondere im westlichen Militärbezirk, der in Balakleya, Izyum, Kupyansk und Liman versagt hat. All dies ist eine Folge langjähriger Fehlkalkulationen bei der Ausbildung von Truppen und Offizieren. Und es gibt keine Unberührbaren.
      ….
      Er (Putin) muss dringend etwas tun. ………Andernfalls werden wir bald nicht nur Krasny Liman, Izyum, Kupiansk und Balakelya dem Massaker der Kiewer überlassen……..“

      Oder hier aus einem anderen Artikel:

      „Auch der russische Nachrichtendienst hat keinerlei Einblick in die Kampflinien des Gegners und die Bewegung seiner Truppen und Ausrüstung von einem Frontabschnitt zum anderen und von der Nachhut zur Frontlinie. Der Feind verfügt jedoch über eine Vielzahl von Informationen über unsere Truppen, die der Generalstab der AFU benötigt, um Entscheidungen über die Organisation und Durchführung militärischer Operationen zu treffen. Wir können uns noch so sehr darüber beschweren, dass die Amerikaner über militärische und zivile Satelliten verfügen, die das ukrainische Territorium bis ins kleinste Detail überwachen (und Daten an die AFU übermitteln), aber wir haben sie nicht. Zur Vorbereitung einer speziellen Militäroperation wäre es jedoch möglich gewesen, mehrere Aufklärungssatelliten in eine geostationäre Umlaufbahn über der Ukraine zu bringen. Dies ist nicht geschehen. Und hierin liegt eine wichtige strategische Fehleinschätzung.

      Außerdem kreisen AWACS-Flugzeuge der NATO-Länder ständig über dem Kriegsschauplatz, während unsere Aufklärungs- und Überwachungsflugzeuge dort in letzter Zeit nur einmal aufgetaucht sind. In einer solchen Situation, in der der Feind alles über unsere Truppen weiß und wir nichts darüber wissen, ist es nicht sehr bequem zu kämpfen, da müssen Sie zustimmen. Suworow selbst wies auf die ausschließliche Bedeutung des Nachrichtendienstes hin und überwachte persönlich dessen Umsetzung. In den Pflichten der Befehlshaber der Streitkräfte aller Ebenen ist festgelegt, dass sie ständig mit der Aufklärung beschäftigt sein müssen. ….. Aber wo war der Nachrichtendienst der Armee, zu dessen Aufgaben die ständige und aufmerksame Beobachtung der feindlichen Aktionen vor Ort gehört? Dies gilt umso mehr, als die Telegramkanäle aus lokalen Quellen die Konzentration der ukrainischen Truppen gegenüber Balakleya und Izyum buchstäblich herausposaunten. Ramsan Kadyrow warnte übrigens Generaloberst Lapin, den Kommandeur dieses Regiments, vor der drohenden Gefahr, doch dieser schenkte den Worten des tschetschenischen Führers einfach keine Beachtung. Kadyrow warnte auch den Chef des Generalstabs der russischen Streitkräfte, Generaloberst Waleri Gerassimow, vor der möglichen Katastrophe…….“

      (x)https://antifashist.com/item/o-porazheniyah-i-lipovyh-generalah-pochemu-iz-otstuplenij-na-ukrainskom-fronte-ne-sdelany-vyvody.html

      PS Krasny Liman ist eine 1644 gegründete Wachfestung des russischen Reiches.

      Und in der Region Cherson gibt eine neue Offensive.

      (x)https://rusvesna.su/news/1664730263

      Da wird sich wohl einiges bewegen jetzt.

      1. Es war schon im Zarenreich so, dass die Fehler immer den unteren Kadern zugeschustert wurden. Russische Tradition.
        Putin ist unantastbar. auch wenn er sich in die Detailentscheidungen einmischt weil er seinen Generälen nicht vertraut. Er wittert nachvollziehbarer Weise überall Verrat.
        Jetzt hauen sich die unteren Ränge die Kritik um die Ohren, damit der strahlende Führer ohne Makel bleibt.
        Putin soll den Rückzugbefehl gegeben haben. Das kann ich nicht nachprüfen, wenn es so ist passt es ins Bild, dass die Befehlshaber vor Ort nicht die Entscheidungsfreiheit haben die sie bräuchten.
        Dass die RF mit so schwachen Kräften die Ukraine angegriffen hat ist ein Führungsversagen ganz oben. Davon hört man jetzt nichts mehr.
        Wenn die Fehler in der militärischen Führung weiterhin nicht aufgearbeitet werden, werden sie sich zwangsläufig wiederholen.

  14. Ottono,
    wenn Putin Skepsis gegenüber gewissen militärischen Führern hat, liegt dies wohl nicht an einem potentiellen Verrat, den diese begehen, sondern an den Folgen dieser noch militärischen Aktion, welche auf Unfähigkeit und damit in gewisser Weise auch Disziplinlosigkeit hindeuten.
    Wenn Russland immer noch nicht just-in-time Aufklärung betreiben sollte und auch nicht in der Lage ist, aufgrund frühstücks-direktorlicher Selbstherrlichkeiten, substitive Hilfsmittel ansatzweise zu nutzen, darf man sich über Folgen nicht wundern.
    Eine bewegliche Frontführung erlaubt sich aufgrund der Menschenfreundlichkeit ukrainischer Besucher im staatlichen Auftrag, die hinter den Fronten agieren, wohl eher nicht.

    Wie es aber möglich ist, Putin zu unterstellen, eine 3-Tage-Mission geplant zu haben, und andererseits die geringe Truppenstärke als Makel anzuführen, erschliesst sich mir nicht.
    Wenn man die Daten nicht unterschlägt, was beinhaltet, dass die Ukraine Mitte Februar eine 6-stellige Zahl Soldaten im Bereich des Donbass stationiert hatte, welcher mit der Maginot-Linie vergleichbaren Festungsstellungen ausgebaut war, kann man selbst dem dümmsten Rekruten nicht mehr verkaufen, dass dies eine Aktion geworden wäre, welche in 3 Tagen abzuspulen war.

    Was man Putin vorwerfen kann: Warum hat er solange gewartet und sich nicht eher entschieden gewehrt im staatlichen russischen Interesse?
    Ist juristische Korinthenkackerei noch angeraten, wenn deren Stabilität mit einer Eisdicke bei 3 Grad plus vergleichbar ist?
    Die USA brauchen diesen Krieg nicht zu gewinnen, aber sie dürfen das eigene Staatsgebiet auch nicht gefährden.
    Ob sich das Umfeld des allzu wachen Sleepy Joe schon bewusst geworden ist, dass man hierbei auf einem schmaleren Grat wandelt, als jede Übung bisher Erfahrung vermitteln konnte?

    Denn: Putins geschmiedeter Sargnagel passt durchaus auch auf die Außerkraftsetzung US-amerikanischer Eliten, welche in Algorithmenkunde wohl noch weniger aufgepasst haben als bestimmte russische Militärs, um wieder auf die Ausgangsgedanken zu verweisen.

    1. Was nützt die Maginot-Linie, wenn die Hauptstadt innerhalb 3 Tagen fällt?
      Nachdem dieser Plan fehlgeschlagen ist hat der Kreml über 7 Monate gebraucht um auf die schwache Truppenausstattung zu reagieren.
      Das ist keine Glanzleistung.

      1. Ottono,
        niemand (außer vielleicht Ausnahmen) hat von einer militärischen Glanzleistung geschrieben.
        Dass die Hauptstadt mit weniger als 25.000 Mann nicht in 3 Tagen fällt, insbesondere schon deshalb, weil man darauf nicht völlig unvorbereitet war, diesen Eindruck durchaus aber zu erwecken versuchte, war und ist jedem Informierten klar.

        Aber selbst bei einem Fall Kiews hätten nicht nur die Freiwilligenverbände die Waffen nicht gestreckt und auch ohne Anweisung aus Kiew, respektive Washington gehandelt.

    2. Eine Erklärung warum Herr Putin zögerte einen Krieg zu beginnen ist seine Herkunft und Familiengeschichte. Meines Wissens stammt er aus Leningrad und hat etliche Familienangehörige, wie auch einen älteren Bruder, bei der mehrjährigen deutschen Belagerung verloren.
      Die überlebende Sippschaft dürfte nachhaltig traumatisiert gewesen sein.
      Herrn Putin werden die Geschichten von den damaligen deutschen Massenmorden schon mit der Muttermilch vermittelt worden sein. Herr Putin dürfte, im Gegensatz zu der deutschen Regierungsriege, auch intelligent genug sein, das Wissen und die Phantasie besitzen, zu verstehen, was ein Krieg bedeutet und wie weit die Eskalation gehen kann und vermutlich auch wird.
      Da er, vermutlich trotz Korruption allerorten, meiner Meinung nach eher ein konstruktiver, aufbauender Typ zu sein scheint, kann er von wohlstandsverwahrlosten, skrupellosen westlichen Politikern, die eher konsumorientiert/destruktiv/narzisstisch sind, nicht verstanden werden.
      Im übrigen ist er weder der russische Zar noch der Alleinherrscher in russischen Landen, wenn er auch als solcher dargestellt wird.
      Diese Projektion sollte man ab einem gewissen Lebensalter kennen. Nämlich die klassische, jeweils aktualisierte Zuordnung des lebenden Satans und Erzfeindes der westlichen Staaten, den es von diesen, in klassischer Kreuzzugsmanier, zu vernichten gilt, um die Menschheit zu retten.
      Wir erinnern uns: Hitler, Ho Tschi Minh, Stalin, Mao Tse Tung, Chomeni, Saddam Hussein, Pol Pot, Bin Laden, Mullah Omar, Assad, Ghaddafi…. usw.

      1. Hallo Veit Tanzt,

        gute Erläuterung zur Person von W.Putin. Natürlich können wir nur vermuten, dass aber der totale Vernichtungskrieg der russischen Armee in den letzten sieben Monaten gegen das ukrainische Volk nicht stattgefunden hat, dürfte jeden klar sein, der mit etwas Verstand diesen Krieg mit den Kriegen der USA in Vietnam, Irak vergleicht.

  15. Ja, ist schon erstaunlich wie der Ukrainer mit Flitzebogen und Schubkarren, die hochtechnisierten Russen einfach vertreiben kann…
    Und wenn die Schlauen nun vor der Militäraktion noch Satelliten gestartet hätten (siehe Beitrag venice12), daran merkt man, dass diese nicht nachgedacht haben, beim reden. Denn warum ist Putin so „überhasstet rein“? Weil der ukrainische Psycho-Zwerk davon gesprochen hat, er will eine Atommacht werden!

    Putin ist kein Narr wie Haerbock und Co. Er weiß was er tut. Und sich die halbe Welt (und dort die Kriegserfahrensten) noch zum Feinde zu machen, dazu gehört kein Mut, sondern Achtung anderer Menschenleben!
    Putin verstößt weder gegen das Völkerrecht noch gegen andere ihm vorgeworfenen Dinge. Komisch dass unsere Außentusse rein gar nichts gegen die ukrainischen Raketen auf Zivilisten in der Ukraine sagt? Und über die „lecken“ Rohre ist auch Verstummung angesagt…upsie, leider kaputt, also nicht der Rede wert?

  16. Es läuft seit Wochen nicht mehr perfekt für die russische Armee.

    Das dies Taktik sein soll, kann ich mir nicht vorstellen. Hier liegen eher Fehleinschätzungen von Seiten der Russen vor. Diese Fehler müssen in Moskau analysiert und korrigiert werden.

    Aber das die Ukraine unter den gegebenen Bedingungen, dass USA und NATO nur Waffen, Ausbildung und Aufklärung liefert, am Ende als Sieger herraus geht, will sich mir nicht erschließen. Da ist die Bevölkerungs- und damit Soldatenanzahl zu gering, ihre Kriegsführung zu verlustreich. Russland hat dort weit aus mehr Möglichkeiten, erkennt aber nicht den Ernst ihrer Lage (oder hat nicht erkannt). Das Gesetz über die Teilmobilisierung gibt Moskau die Möglichkeit bis eine Million (manche sprechen von 1,2 Mill.) Reservisten einzuberufen und mit im Krieg einzusetzen. Außerdem gelten die von der Ukraine seperierten Gebiet und Staaten, welche den Beitritt zur Russischen Förderation beantragt und einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet haben, in den nächsten Tagen als Teil Russlands. Dann kann die gesamte russische Armee (im Moment 1 Million Mann) plus die 0,3 bis 1 Mill. teilmobilisierten Soldaten in diesen Krieg eingesetzt werden, denn die ukrainische Armee greift jetzt russisches Gebiet an. Es wird also keine Sonderoperation mehr sein. Hinzu kommen dann, die rechtlichen Möglichkeiten für die russische Armee noch ganz andere Ziele in der Ukraine anzugreifen.

    Wenn ich diese Zahlen sehe/ weiß, dann kann es für mich nur einen militärischen Sieger geben, wenn bis zum letzten Mann gekämpft wird.

    1. Wer sich mit der völkerrechtlichen Frage nochmal beschäftigen möchte, ob Donezk und Lugansk sowie die beiden anderen Gebiete berechtigt sind, sich von der Ukraine zu separieren und dann einem anderen Land beizutreten, dem empfehle ich folgenden Kommentarbeitrag auf TP von deren Foristen Ralf_S1:

      https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Annexion-in-dieser-Woche-Warum-der-Westen-gerade-jetzt-besonnen-bleiben-sollte/Sind-einseitige-Sezessionen-wie-in-der-Ukraine-mit-dem-Voelkerrecht-vereinbar/posting-41686670/show/

  17. Als altgedienter Offizier und ehemaliger ,,Waffenbruder“ der Russen verweise ich auf die Aussage W. Putins, daß sie ja noch nicht mal was Richtiges begonnen hätten. So ist es auch und die Rücksichtnahme auf die Zivilbevölkerung erschwert das ganze Unterfangen. Sie werden aber was Richtiges anfangen und zwar nach Völkerrecht, für den Westen ein Fremdwort. Erst wenn alle erforderlichen Voraussetzungen (Verträge, Dokumente, Vereinbarungen) unterzeichnet und ratifiziert sind, geht es los. Dann kann sich der schlaue Otto (Forumskasper) mal ein Auge holen. Budjet, budjet sagt der Russe.

    1. Bis dahin etwas für die Wartezeit. Peskov zu Kadyrovs rant:

      „Sehr emotionaler Moment. Die Leiter der Regionen haben die Befugnis, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben. Immerhin sind dies die Leiter der Regionen, einschließlich Kadyrow, der von Anfang an viel getan und einen großen Beitrag zur NWO geleistet hat, die gesamte Republik leistet einen sehr heldenhaften und effektiven Beitrag “.

      Weiterhin bemerkte er, dass „selbst in schwierigen Momenten wahrscheinlich trotzdem Emotionen ohne irgendwelche Bewertungen ausgeschlossen werden sollten.“

      „Wir ziehen es immer noch vor, an ausgewogenen, objektiven Bewertungen festzuhalten“.

      (x)https://antifashist.com/item/peskov-upreknul-kadyrova-v-emocionalnosti.html

      Kadyrov in seinem Telegramkanal über seine 3 minderjährigen (sie sind 14, 15 und 16 Jahre alt) Söhne:

      „Es ist an der Zeit, sich in einem echten Kampf zu beweisen, und dieses Bestreben kann ich nur begrüßen. Bald werden sie an die Front gehen und in den schwierigsten Abschnitten der Kontaktlinie sein“.

      Na hoffentlich nicht und die Jungs bekommen die Chance, in Frieden erwachsen zu werden. Aber die Ansage allein dürfte (nicht nur) Peskov zu denken geben, dessen (nicht mehr minderjähriger) Sohn gerade öffentlich für die ganze Nation mit einem fingierten Anruf als Drückeberger (weil Sohn von….) vorgeführt wurde.

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