Putin befiehlt, die nuklearen Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen

Putin ordnete öffentlich an, die Atomstreitkräfte in Kampfbereitschaft zu versetzen. Verteidigungsminister Shoigu und der Vorsitzende des Generalstabs der russischen Streitkräfte, Valery Gerasimow, schauen nicht begeistert.

Zwar treffen sich die russische und die ukrainische Delegation heute, aber es wird kein Ergebnis erwartet. Putin scheint unter Druck zu geraten und droht mit dem Einsatz von Atomwaffen.

Der russische Präsident Putin scheint angesichts der praktisch zum Stillstand gekommenen Invasion und größeren Verlusten der Truppen sowie den Ankündigungen von massiven Waffenlieferungen an die Ukraine allmählich in Panik zu geraten. Er hatte schon vor dem Einmarsch gewarnt, dass ein „direkter Angriff auf Russland“ und jeder Versuch, Russland Steine in den Weg zu legen“, schreckliche Konsequenzen nach sich ziehen würde, wie „Sie dies in Ihrer Geschichte noch nicht erlebt haben“.

 

Verstanden wurde, dass Putin mit dem Einsatz von Atomwaffen drohte – und nicht nur das, auch mit dem Ersteinsatz, wenn ein anderer Staat die russischen Truppen angreift. Putin dürfte sich in der Widerstandsbereitschaft der ukrainischen Streitkräfte getäuscht haben, die mit den aus dem Westen gelieferten Javelin- und Stinger-Raketen Panzer und Flugzeuge ausschalten können. Mittlerweile haben die USA und die übrigen Nato-Staaten in bislang unvorstellbarer Einheit die Sanktionsschrauben massiv angedreht, sogar den Zugang zu Swift für große Banken gesperrt und auch ansonsten Russland weitgehend isoliert, während die Nato-Truppen an der Ostflanke weiter verstärkt werden. So wurde auch der europäische Luftraum für alle Flugzeuge, die in Russland registriert sind, gesperrt. Innerhalb Russland wird versucht, die Proteste gegen den Krieg zu unterdrücken und die Medienberichterstattung weiter zu kontrollieren.

Nun scheint es doch zu einem Treffen der ukrainischen und russischen Delegationen zu kommen. Nicht in Belarus, wie von Moskau vorgeschlagen und von der Ukraine abgelehnt, sondern auf dem Fluss Pripyat nahe der ukrainisch-belarussischen Grenze. Es sei schon ein Sieg, dass die russische Delegation ohne Vorbedingungen zum Treffen kommt, sagte der ukrainische Außenminister Kuleba. Zuvor hatte Moskau eine Kapitulation verlangt, was Selenskij strikt zurückwies. Man werde hören, was die russische Delegation sagt, meinte Kuleba und stellte klar: „Wir werden nicht aufgeben, wir werden nicht kapitulieren, wir werden keinen einzigen Zentimeter unseres Territoriums aufgeben.“ Uns Senenskij hatte kommentiert, dass er nicht glaube, dass es zu einem Ergebnis kommen werde.

Jetzt wurde bekannt gegeben, dass Putin bei einem Treffen mit Verteidigungsminister Sergei Shoigu und dem Vorsitzenden des Generalstabs der russischen Streitkräfte, Valery Gerasimow, befohlen hat, die strategischen Abschreckungsstreitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen. Als Grund nannte er aggressive Äußerungen des Westens und ungerechtfertigte Sanktionen:

„Westliche Länder ergreifen nicht nur unfreundliche Maßnahmen gegen unser Land im wirtschaftlichen Bereich, ich meine illegitime Sanktionen, die jedem bekannt sind, sondern die höchsten Regierungsmitglieder der führenden Nato-Länder erlauben sich auch aggressive Äußerungen gegen unser Land.“

Zu den strategischen Abschreckungsstreitkräften gehören die Strategic Offensive Force (SNF) und die Strategic Defence Force (SOS). Sie sind mit Atomwaffen, auch mit Langstreckenraketen, ausgerüstet. In Belarus haben die strategischen Streitkräfte erst vor kurzem eine Übung abgehalten. Es besteht also durch die Drohung Putins, der keine konkreten roten Linien setzte, die Gefahr in eine hochgefährliche Situation wie während der Kuba-Krise oder gar in den Ausbruch eines Atomkriegs zu rutschen.

Ria Novosti verweist in diesem Kontext auf die britische Außenministerin Liz Truss, die in einem Interview gesagt hatte, Russland könne die „abscheulichsten“ Waffen einsetzen. Sie sagte auch, wenn Putin nicht in der Ukraine gestoppt werde, dann könne es zu einem Krieg zwischen Russland und Nato-Staaten kommen. Das wolle man nicht. Truss unterstützte auch den Aufruf von Selenskij an Europäer, in die Ukraine zu kommen und sich einer Fremdenlegion anzuschließen, sie würde Briten unterstützen, die dies tun wollen: „Die Menschen in der Ukraine kämpfen für Freiheit und Demokratie, nicht nur für die Ukraine, sondern für ganz Europa. Wenn die Leute diesen Kampf unterstützen wollen, würde ich sie dabei unterstützen.“

Ähnliche Beiträge:

Sei der erste, der diesen Beitrag teilt:

Ein Kommentar

  1. Zu neuzig Prozent das übliche Propagandageschwätz, das nun in den Relotius-Medien breitestens gestreut ist. Wenn es kaum Gesichertes gibt, muss man das eben so sagen.

    Wie auch immer die aktuelle Lage, wenn die Ukraine nicht kapituliert, machts sie alles nur schlimmer, wird die bisher relativ auf zivile Infrastruktur Rücksicht nehmende russische Kriegsführung einer brutaleren weichen. Memento Faludscha oder auch Grozny.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.