OPEC reduziert die Ölfördermenge – eine Provokation für den von den USA geführten „Westen“

Bild: unspleash.com

Die OPEC+ demonstriert damit, dass sie mit der Sanktionspolitik gegenüber Russland wegen der Ukraine nicht mitspielt. Der Nato-Westen verliert durch den Ukraine-Krieg an Einfluss.

Wirtschaftsminister Robert Habeck versichert uns, dass die „Energieversorgung“ gesichert und das Netz stabil sei. Schließlich hat der grüne Minister mit entschieden, dass zwei der drei letzten AKWs „als Reserve“ weiterlaufen werden, die eigentlich am Jahresende abgeschaltet werden sollten. Im Augenblick ist die Bekämpfung Russlands durch Sanktionen, Lieferung von Waffen und Finanzhilfe für die Ukraine wichtiger als die des Klimawandels. Seine Kollegin Annalena Baerbock machte  auch klar, dass die Bundesregierung die Ukraine so lange als nötig unterstützen werde, egal was „ihre deutschen Wähler“ denken.

Bislang hatte sich die Bundesregierung, die im Strom der westlichen antirussischen und proukrainischen Politik mitschwamm, wenn sie auch gerügt wurde, zu zögerlich zu sein, im Gefühl sonnen können, auf der Seite der USA und damit der Weltmacht zu stehen. Zwar scherten wie viele andere auch die beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde, Indien und China, aus. Aber China stand sowieso eigentlich als der Hauptfeind des Westens im Visier. Vorher sollte nur Russland ausgeschaltet werden, um dann das Reich der Mitte zu isolieren oder mit ihm etwa über Taiwan in einen militärischen Konflikt einzutreten.

Jetzt kam aber ein neuer Dämpfer für den transatlantischen Block, nachdem Russland bereits die Gaslieferungen über Nord Stream 1 blockiert hat. Die OPEC spielt nicht im Interesse des Westens mit. Zunächst schien es so, also würde die Organisation die Ölfördermenge erhöhen wollen, um Erdöl billiger zu machen, das wegen der Sanktionen im Februar deutlich teurer geworden war. Gerade hatten die G7-Finanzminister über einen Preisdeckel für Öl diskutiert, als die OPEC+, zu der auch Russland gehört, den westlichen Ländern einen Strich durch die Rechnung machte, nachdem die Ölpreise erst einmal zurückgegangen waren. Man zieht nun eine Preisgrenze nach unten.

Ob Russland die Entscheidung maßgeblich mitträgt, ist fraglich. Vermutlich war für sie vor allem Saudi-Arabien verantwortlich, schon länger kein verlässlicher Partner des Westens mehr. Die zunächst im August beschlossene erhöhte Fördermenge wurde nun entgegen den Interessen des Westen reduziert, nicht viel, aber um 100.000 Barrel täglich, ab Oktober reduziert – man kehrt damit auf die Menge vor der Erhöhung zurück, die man dem Westen gewährt hatte. Sofort stiegen die Preise am Rohölmarkt wieder an, auch wenn die Kürzung gerade einmal 0,1% der Gesamtfördermenge entspricht, und gehen im Trend wieder auf 100 Dollar für ein Barrel.  Gleichwohl ist das ein deutlicher Affront, weil damit nicht nur die BRICS-Länder sich vom Westen, der von den USA geführt wird, absetzen, sondern auch die OPEC.

Die USA hatten versucht, Saudi-Arabien, die Vereinigten Emirate und andere Öl-Länder wegen der Sanktionen gegen Russland und den darauf steigenden Preisen dazu zu bringen, die Fördermenge zu erhöhen. Joe Biden hatte den Canossa-Gang zu Saudi-Arabien im Juli eben deswegen unternommen, war aber abgeprallt. Saudi-Arabien sind egoistisch an den eigenen Einnahmen interessiert und sehen sich offensichtlich nicht in der Situation, dass sie in und von der Ukraine verteidigt werden, was der Nato-Westen propagiert.

Hinter der Entscheidung dürfte zumindest für Saudi-Arabien auch stehen, ob es ein neues Abkommen mit dem Iran gibt, das es dem Land ermöglichen würde, den Markt mit Öl zu fluten. Der Iran ist zwar auch Mitglied bei OPEC+, aber regionaler Konkurrent von Saudi-Arabien und verbunden mit Russland. Dazu kommen die Covid-19-Lockdowns in China, die den Ölbedarf senken.

Schwierige Verhältnisse, die aber zeigen, dass man sehr wohl überall mit den Pennies rechnet, was die ukrainische Präsidentengattin Olena Selenskij den Briten vorgeworfen hatte, während die Ukraine angeblich die Opfer zählt, die man für den Westen bringt. Die Selenskijs zählen allerdings wohl auch die Dollar, beispielsweise bei ihrer Luxusvilla in Italien, die sie für 3 Millionen gekauft und nun für über 4 Millionen Euro verkaufen wollen. Was sie Offshore gebunkert haben, interessiert die westlichen Medien in der Regel nicht mehr, die das Selenskij-Paar und die Ukraine im angeblichen Kampf des Guten gegen das Böse verklären. Das Narrativ überzeugt nicht, was auch bedeutet, dass „der Westen“ oder die G7 oder die von den USA dominierte „regelbasierte Weltordnung“ einen Machtverlust erfahren müssen.

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14 Kommentare

  1. Jürgen Hübschen schrieb zum MSIC:
    „Nach offiziellen russischen Angaben nahmen 700 Delegierte aus 70 Ländern teil. Darunter waren 35 Verteidigungsminister, 12 stellvertretende Verteidigungsminister und Repräsentanten von 6 internationalen Organisationen…“
    Anders als in der ‚breiten Vielfalt‘ dargestellt, steht der USA Block alles andere als die Macht dar. 700 Delegierte aus 70 Staaten +++, wollen das wieder Recht und Ordnung herrscht. Das ist kein anti Amerikanismus, sondern die Absage an ein einseitiges Bereicherungssytem im Format „Pippi Langstrumpf“. Viele beteiligten Staaten besitzen das was der Westen benötigt, darüber hinaus haben etliche dieser Staaten Kooperationabkommen mit dem russischen Militär und das alles geschieht während medial Helden ihren „Sieg“ beschwören und die Realität spricht sein eigenes Urteil.
    Danke Herr Rötzer für ihre unermüdliche Arbeit!

  2. Ein gefährliches Problem, normalerweise Antworten die USA mit solch einer Verweigerung mit Krieg und wenn sie das machen, dann müssen sie das machen solange sie dazu noch fähig sind, denn das wird nur der Anfang gewesen sein. Inzwischen habe ich den Eindruck, dass Putin den Konflikt in der Ukraine bewusst in die Länge zieht, da das eigentliche Schlachtfeld nicht in der Ukraine ist. Der Westen hat Russland seit Jahren mit Sanktionen belegt und nun dreht Putin den Spieß um, in dem es Russland verstanden hat eine Allianz aus den Staaten zu bilden, die bislang unter der westlichen Willkür drangsaliert wurden. Die Systeme mögen unterschiedlich sein, sie haben auch unterschiedliche Interessen und stehen wirtschaftlich auch im Wettbewerb. Aber was sie vereint ist die ständige und gewalttätige Präsenz des westlichen Bündnisses. 2/3 der Welt folgt nicht der NATO und wie kann es anders sein, befindet sich Deutschland, mal wieder, auf der Seite der Verlierer, denn wer die Rohstoffe besitzt und durch gegenseitigen Beistand auch behalten kann, wird langfristig gewinnen. Bedruckte Baumwolle hat nur einen theoretischen Wert. Dieser Winter wird vielleicht noch kein wirklicher Hungerwinter werden, aber der nächste Winter kommt mit absoluter Sicherheit. Langfristig geht dem westlichen Bündnis also die Luft aus, was besonders gefährlich ist, da das westliche System nicht auf Vernunft aufgebaut ist, sondern auf Gier und Dummheit.

    1. Wenn man von der Weltbevölkerung ausgeht, sind es eher 90%, die nicht der Nato folgen, oder 80%, die nicht in irgendein westliches Bündnis eingebunden sind. Tatsächlich sind die Stimmen aus Washington, London, Brüssel und Berlin längst die Minderheit, eine klägliche Minderheit. Trotzdem geben die Lügenmedien ständig vor, die Meinung der Welt zu vertreten.

      Was der kluge Kommentar feststellt: dass sich Deutschland wieder einmal auf die falsche Seite gestellt hat, dank der Verbohrtheit und Dummheit seiner Politiker, habe ich bereits früher anmerken dürfen. Es macht mich traurig, scheint aber Deutschlands Schicksal zu sein. Nicht nur, was die Machtverteilung betrifft, sondern auch, was die Glaubwürdigkeit betrifft, haben uns „Politiker“ wie Habeck und Baerbock in die Verliererecke gefahren. Zweifelhaft, ob und wie wir da wieder herauskommen.

      1. Wenn ich das so aus der Ferne in Peru betrachte, dann herrscht doch ein großes Unwissen und eine extreme Gutgläubigkeit und Naivität in der breiten Masse der Bevölkerung in Deutschland vor. Sie hat immer brav ihre Parteien gewählt (die Farbe ist mitlerweile vollkommen egal, weil im Grunde genommen mit demselben Programm) oder aus Desinteresse („Politik interessiert mich nicht“) oder Resignation gar nicht an den Wahlen teilgenommen, die Mediengehirnwäsche über sich ergehen lassen und fröhlich die Ukraine-Fahnen im Frühjahr geschwenkt, genauso wie sie vor wenigen Jahren bei Charlie Hebdo oder als man die ersten syrischen Flüchtlinge mit Blumen am Bahnhof begrüßte. Jetzt ist der Sommer und die Party vorbei und immer mehr Menschen wachen mit einem nicht nur morgendlichen Kater sondern Dauerkopfschmerzen auf, nachdem ihre neue Strom- und Heizungsrechnung ins Haus geflattert ist oder sie in die Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit rutschen. Werden die Menschen die Propaganda hinterfragen? Werden sie das Ruder rumreißen können, gegen eine Phalanx von Parteien, die nichts an der Politik ändern will? Wo artikuliert sich der Wille der Menschen außer auf der Straße im politischen System? Und in wieweit wird die herrschende Klasse, wenn die Spaltung der Bevölkerung nicht mehr so funktioniert wie gewünscht, zu offenen Unterdrückungsmaßnahmen greifen?

        1. Das stimmt so nicht. Die meisten wissen genau was läuft, nur hat es sie bislang nicht interessiert, weil sie nicht betroffen waren. Sie haben ihr Leben gelebt und das ist ihnen wichtig. Da die Politik eigentlich noch nie das gemacht hat, was die Mehrheit will und die Medien schon immer gelogen haben, zieht sich der Michel in seine kleine private Welt zurück. Es ist ein spannendes Experiment, wie der Michel darauf reagiert, wenn ihm seine kleine private Burg genommen wird. Sobald die Kredite nicht mehr bedient werden können, wird die Immobilienblase platzen, zusammen mit den Lebenshaltungskosten und dem Jobverlusten ist das ein Pulverfass. Ich möchte nicht das Ziel des Zorns sein, denn Deutsche sind zwar träge, geduldig und desillusioniert, aber wenn die Lunte brennt, dann wird der Knall die Welt erschüttern.

  3. 1 US Gallone sind 3,785 Liter)
    „.. Kürzung gerade einmal 0,1% der Gesamtfördermenge entspricht, und gehen im Trend wieder auf 100 Dollar die Gallone…“
    Wenn der Autor schon die Volumen verwechselt, dann bin ich mir nicht sicher wie ich den restlichen Inhalt bewerten soll?! Schade wenn ein kritischer Blog dann an Glaubwürdigkeit verliert, wenn schon simple Fakten verwechselt werden.

    1. Diese Fehler, Maße zu verwechseln, finden Sie ohne Mühe zu Dutzenden bei den ÖRM. Wenn es dabei bliebe, hätte ich kein Problem mit denen. Was also soll das?

      Richtig ist aber, dass der Autor sicher die Möglichkeit hat, Fehler anschließend zu korrigieren. Er sollte in seinem Interesse Gebrauch davon machen: Ist doch klar, dass die Trolle auf sowas warten.

    2. War das jetzt getrollt, oder sind Dir bloss die Massstäbe verrutscht. Der Fehler ist bereits korrigiert. Es ist übrigens imperiale Arroganz und Erpressung, dass nicht längst auf den Weltmärkten auf SI-Einheiten umgestellt wurde statt dieser hirntoten Masseinheiten wie Fass, Fuss, Zoll, Gallone, 453,5924g-Pfund, BtU und ähnlichem spätmittelalterlichen Schwachsinn.

      Mit Kubikmetern wäre der Fehler gar nicht erst passiert.

      1. Leute wie Liz Truss können vermutlich gar nicht anders als spätmittelalterlich denken. Hält die nicht eine
        A-Bombe für eine Art Schleuder? Und da sie mit solcher Mehrheit für ein so hohes Amt vorgeschlagen wird, gilt es offenbar für das ganze Volk von „der Insel“.

  4. Da ist Herr Rötzer ein Fehler unterlaufen, was bestimmt jeden von uns schon mal passiert ist.

    Herr Rötzer könnten Sie bitte den Fehler korrigieren.
    Sie lesen doch im Forum mit, denn in letzten Tagen greifen sie immer mal wieder in ihren guten Artikeln Info´s aus Kommentaren mit auf. Finde ich toll!

  5. Das verstehe ich wirklich nicht. Endlich fällt die OPEC mal eine Entscheidung für das Klima – und alle sind empört. Die Grünen sollten doch vor Begeisterung aus dem Häuschen sein, denn je weniger Erdöl gefördert wird, desto weniger landet in den Umweltmedien und treibt den Klimawandel voran.

    PS. Baerbock hat kein Direktmandat errungen, sondern ist über die Liste in den Bundestag gelangt. Insofern sind die Stimmen, auf die sie sich beruft, wenn sie von „meine Wähler“ spricht, obsolet, da diese unter den Tisch fielen.

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