Massenmord an ukrainischen Kriegsgefangenen: Wer war’s?

Kein Einschlagkrater einer Rakete zu sehen …

Rakete oder Sprengung? Weder Russland noch die Ukraine legen Beweise vor und argumentieren Cui bono. Die Vereinten Nationen wollen Experten schicken, aber die Unabhängigkeit ist desavouiert.

Die ukrainische Regierung bezichtigt Russland, für den Massenmord an Kriegsgefangenen in der Haftanstalt Jelenivka (Olenivka) bzw. der Strafkolonie Nr. 120, in der Nähe von Donezk, verantwortlich zu sein. Nach russischen Angaben wurden 50 getötet und 73 verletzt. Nach der ukrainischen Version habe es keinen Beschuss durch HIMARS-Raketen der ukrainischen Truppen gegeben, wie das russische Verteidigungsministerium behauptet. Diese wollten, so die russische Version, aussagewillige Asow-Kämpfer, die die Ukraine belasten könnten, ausschalten.

Angeblich sei dafür, so der ukrainische Generalstab, die russische Söldnertruppe Wagner verantwortlich, die vor dem Besuch einer russischen Kommission die Veruntreuung von Geldern und die Folterung von Gefangenen vertuschen wollten und deswegen im Inneren des Gebäudes eine Sprengladung explodieren ließen. Berichte von Folter und schlechter Behandlung wurden durch ausgetauschte Soldaten und Zivilisten, die in der Haftanstalt waren, geäußert. Ob die verlässlich sind, ist schwierig zu sagen, weil sie in der Ukraine auch unter Druck stehen. Dagegen sagen Kriegsgefangene, die sich noch in der Haftanstalt befinden, dass sie gut behandelt würden.

Asow-Kommandeur Mykyta Nadtochii bezeichnete den Vorfall als „Akt einer öffentlichen Exekution“. Der ukrainische Oberkommandierende Valeriy Zaluzhnyi versprach einerseits, dass man sich weiter an das internationale Recht halten werde, drohte aber mit Vergeltung.

Für die ukrainische Regierung ist der Massenmord ein weiterer Beweis dafür, dass Russland Terrorismus ausübt und als Terrorstaat gelistet werden sollte, was Präsident Selenskij und andere Regierungsvertreter immer wieder fordern, was allerdings auch schnell auf die Ukraine zurückschlagen kann, da ukrainische Truppen seit dem Erhalt schwerer Waffen aus dem Westen vermehrt zivile Ziele in den „Volksrepubliken“ und den besetzten Gebieten beschießen, die ebenfalls zahlreiche Opfer fordern. Das wird, auch nicht mit Vorbehalt, in westlichen Medien nicht berichtet, dort heißt es nur, wie in der tagesschau, dass die russischen Angriffe zugenommen hätten.

Appelliert hat Kiew auch an die Vereinten Nationen, die gemeinsam mit dem Internationalen Roten Kreuz (ICRC) die Kapitulation der Soldaten und Asow-Kämpfer aus Asovstal beaufsichtigt und Garantien für ihre Sicherheit abgegeben haben, eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls durchzuführen.  Das ICRC verlangt Zugang zu den Verletzten und Überlebenden und erklärt, man habe einige, aber nicht alle Gefangenen vorher besuchen können. Farhan Haq, Sprecher des UN-Generalsekretärs, erklärte, man sei bereit, Experten zur Untersuchung des Vorfalls zu schicken, wenn beide Parteien damit einverstanden sind. Das russische Verteidigungsministerium hat Listen der Toten und Verwundeten veröffentlicht.

Der Vorfall in der Strafanstalt ist ein weiterer Fall, bei dem nicht klar ist, welche Version die richtige ist. Angeblich wurden Fragmente von HIMARS-Raketen gefunden, was aber nicht viel heißt. Sie könnten auch, wie es von ukrainischer Seite heißt, an die Stelle gebracht worden sein. Was man auf den russischen Videos tatsächlich nicht sieht, ist ein Einschlagkrater. Es könnte sich aber auch nicht um einen HIMARS-Angriff gehandelt haben, sondern um einen mit Granaten.

Wenn es nicht die Wagner-Legionäre waren, die das Gebäude mit den Gefangenen sprengten, die nach ukrainischer Darstellung erst vor kurzem in das Gebäude auf dem ansonsten nicht zur Unterbringung von Gefangenen dienendem Industriegelände gebracht wurden, dann wäre die Tötung der Asow-Kämpfer vor den geplanten (Schau)Prozessen eher unverständlich. Mit diesen sollte demonstriert werden, dass Asow Verbrechen an der Zivilbevölkerung begangen hat und inwieweit die ukrainische Regierung dabei verwickelt war. Zudem gelten die Asow-Kämpfer – nach dem amerikanischen Vorbild der feindlichen Kämpfer – nicht als Kriegsgefangene und hätten mit einem Todesurteil rechnen müsse, da es in der „Volksrepublik Donezk“ die Todesstrafe gibt.

Das ukrainische Zentrum für strategische Kommunikation und Informationssicherheit, also eine Propagandaabteilung, erklärte, dass die „angeblich am Tatort gefundenen Raketenfragmenten bewusste Lügen und Beweiserfindungen“ seien. Da jeder Schuss von HIMARS dokumentiert würde und die Trefferpräzision klar sei, sei leicht zu beweisen, dass es keinen Angriff von HIMARS-Raketen gab. Belege für die Behauptung werden nicht vorgelegt, auch nicht dafür, wie sicher sie vor Manipulation wären. Das Pentagon sollte die Daten einsehen können, hat aber auch nichts dazu vorgelegt.

Überdies wird gesagt, die Anwesenheit von Kriegsgefangenen aus Asovstal in Jelenivka sei doch öffentlich gewesen, weswegen die ukrainischen Streitkräfte keinen Grund gehabt hätten, die Haftanstalt anzugreifen. Dass sie einen Grund gehabt hätten, wird hingegen von Russland nicht ganz abwegig behauptet. Überdies wurde nur das Gebäude getroffen, in dem nach ukrainischer Darstellung erst seit kurzem Asow-Kämpfer verlegt wurden. Die übrigen Gefangenen der Haftanstalt wurden verschont. Überdies lasse sich aus den bekannten Bildern und Videos darauf schließen, dass es sich um eine Explosion gehandelt habe, nicht um einen Raketenangriff – man erinnere sich daran, dass eben diese Frage auch bei der Zerstörung des Theaters in Mariupol verhandelt wurde. Diew russische Version ging von einer Explosion aus, die ukrainische von einem Raketenangriff.

Als Argumente gegen die russische Version wird angeführt, dass mit dem angeblich gezielten Angriff doch nur die Ukraine diskreditiert werden soll, nämlich dass sie Führung einen „kriminellen Befehl“ gegeben habe, den die Armee befolgt habe oder unfähig gewesen sei, Ziele zu treffen. Diskreditiert würden auch die Waffenlieferungen aus dem Westen. Zweck sei zu behaupten, dass Kämpfer des Asow-Regiments exekutiert werden sollten, während damit Zeugen und Folteropfer getötet worden. Zweck sei auch, die Ukrainer durch schockierende Nachrichten zu demoralisieren und den Kampfgeist der Soldaten und den Widerstandswillen des Volks zu untergraben.

Die russische Version geht auch nicht von Beweisen aus, sondern ebenfalls von Cui-Bono-Vermutungen. Das russische Verteidigungsministerium sagt etwa: „Derzeit legt eine große Zahl ukrainischer Soldaten freiwillig die Waffen nieder, weil sie um die humane Haltung gegenüber Kriegsgefangenen auf russischer Seite wissen. Diese ungeheuerliche Provokation wurde begangen, um ukrainische Soldaten einzuschüchtern und zu verhindern, dass sie gefangen genommen werden. Die Umstände dieser Provokation werden untersucht.“ Vor allem aber wird behauptet, dass damit mögliche Aussagen gegen die ukrainische Regierung und das Verhalten von Asow verhindert werden sollten: „Die Asow-Kämpfer sprechen aktiv darüber, welche Befehle sie erhalten haben, wie sie mit ausländischen Ausbildern und Spezialdiensten zusammengearbeitet haben.“ Überdies sollen andere Kriegsgefangene eingeschüchtert werden.

Beide Versionen haben eine gewisse Plausibilität. In einer Welt der strategischen Propagandablasen, der sich auch die meisten „freien“ Medien unterwerfen, scheint man sich nur zwischen Freund und Feind entscheiden zu können. Dass Vorfälle inszeniert werden können, sollte allen klar sein. Das Problem ist, dass es schwierig geworden ist, unabhängigen Organisationen zu vertrauen. Entscheidend ist auch, dass die beteiligten Parteien, die westlichen Unterstützer der Ukraine inklusive, schon schnell vor jeder unabhängigen Prüfung Stellung beziehen. Das dient der Wahrheitsfindung nicht. Um die geht es auch nicht, sondern um strategische Kommunikation zur Beeinflussung der eigenen Bevölkerung. In Russland und in der Ukraine müssen die Medien mitspielen, in Deutschland müsste dies eigentlich nicht sein. Aber wenn Skepsis schon prorussisch ist …

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34 Kommentare

  1. Hallo Herr Rötzer,
    Sie sagen am Ende ihres Beitrages etwas sehr wichtiges, was absolut NEU bei solchen Konflikten ist.
    Ich zitiere Sie:
    „Das Problem ist, dass es schwierig geworden ist, unabhängigen Organisationen zu vertrauen. Entscheidend ist auch, dass die beteiligten Parteien, die westlichen Unterstützer der Ukraine inklusive, schon schnell vor jeder unabhängigen Prüfung Stellung beziehen.“

    Das die beteidigten Parteien eine Behauptung vor einer unabhängigen Untersuchung aufgestellt haben, ist für die eigentliche Untersuchung unwichtig. Wirkliche Experten finden Raketenrückstände und Einschlagskrater oder eine Zündreste von einer vor Ort stationierten und gezündeten Bombe. Wenn es Rakentenreste sind, kann der Spezialist auch den Raketentyp feststellen. Hier liegt nicht das Problem.
    Denn das eigentliche Problem möchten Sie nähmlich nicht richtig beim Namen nennen. Sie deuten den Elefant im Raum nur an. Seid Duma OPCW Syrien, seid der Kontaktlinie Kiew zu DVL und DVR mit OSZE, gibt es keine Organisation mehr, welche nicht westlich unterwandert ist, nicht „Gefälligkeitsgutachten“ für den Westen erstellt. Russland würde diese Organisationen aus verstänlichen Gründen nicht als unabhängig akzeptieren. Auch das ein Problem, welches der Wertewesten in die Welt gesetzt hat.

    All das erschwert auch so extrem einen zeitnahen Friedensprozess. Russland hat NULL Vertrauen. Und wer mit wachen Augen die letzten Jahre das geschehen in der Welt beobachtet hat, versteht das.

    Übrigens habe ich das schon vor zwei Tagen gesagt:

    oskarwagenrecht sagt:
    29. Juli 2022 um 19:17 Uhr

    Nicht aufklären, dass sehe ich nicht ganz so. Raketenreste bleiben immer übrig und die lassen sich sehr genau zuordenen. Aber welche internationale Organisation gibt es noch die neutral ist? Kennen Sie noch eine?

    Ansonsten beinhaltet Ihr Beitrag nur das Gegenüberstellen der ukrainischen sowie der russischen Seite zu diesem Vorfall. Für Leute die sich noch keinen Zugang zu russischen Medien verschafft haben, sicherlich ein Gewinn.

    Wer auch selbstständig solche Seiten nutzen will, schaue sich mal die Tipps von August hier https://overton-magazin.de/krass-konkret/us-buerger-werden-aufgefordert-die-ukraine-sofort-zu-verlassen/ an.

    1. Es ist immer gut skeptisch zu bleiben. Aber wie sie schreiben, das Problem wird bleiben, dass es keine unabhängigen Untersucher geben kann, und selbst wenn, auch die könnten nichts wirklich Eindeutiges finden, denn…
      Beiden Seite ist diese Tat zuzutrauen. Raketen, oder sonstige Teile haben keinerlei Aussagekraft, da jede Kriegspartei mit Sicherheit zumindst auch einzelne Waffen des Gegners besitzt, und diese hierfür verwenden konnten.

      Als man damals im Iraq keine Massen Vernichtungs Waffen gefunden hat, hat man Putin ja nachgesagt, der hätte das so kommentiert: „Ich hätte welche gefunden!“ Diese banale Möglichkeit darf man nie vergessen.

      Wir werden niemals mit Sicherheit wissen, was da los war.
      Ich sehe auch keinen Grund warum es mich interessieren sollte. So weit ich weiss, handelt es sich bei den Toten sowieso für Leute, die mit Waffen in der Hand in ein fremdes Land einmarschiert sind, mit der Absicht dortige Menschen zu töten… oder sehe ich da was falsch?

      1. Ja, Du siehst, wieder einmal, etwas falsch. Natürlich könnten, technisch gesehen, auch die Russen den Anschlag durchgeführt haben und nachträglich die Smerch- oder Uragan-1m-Trümmer durch solche von Himars-GMLRS-Projektilen ersetzt haben. Fragt sich dann natürlich, warum die Ukrainer die komplett unglaubwürdige Wagner-Version nachschieben, wo die Zerstörungen eindeutig auf einen Einschlag von oben hindeuten. Aber ok, die Ukrainer reden eh den ganzen Tag Stuss, das beweist nichts.

        Nur: Für wen sollten die Russen, oder die DNR-Miliz ein false flag inszenieren? Für die westlichen Medien, die eh auch nachgewiesene ukrainische Kriegsverbrechen leugnen oder totschweigen, wie jetzt auch den Beschuss des Zentrums von Donezk mit PF1-„Blattminen“? So naiv sind die wirklich nicht. Und wovon sollen sie die eigene Öffentlichkeit mit so einem Schlag überzeugen?

        Tatsache ist, dass die Ukrainer das Lager bereits zuvor beschossen haben. Ob man mehr zum Schutz der Gefangene hätte tun können, ist eine andere Frage. Aber da ist wohl eher der Schutz der Menschen von Donezk, Gorlowka etc. vordringlich.

        1. Nichts destotrotz ist und bleibt es sehr viel wichtiger dabei nicht zu vergessen, dass wir NIEMALS wirklich etwas darüber wissen werden. Ich wüsste auch nicht welche Bedeutung das haben könnte…? Finden sie eine der beiden Seiten in diesem Krieg etwa gut?

          Selbst wenn wir wüssten, dass es die Ukrainer waren… was dann?
          „Wir“ haben 14 Jahre lang zugesehen, wie deren Nazis in den Ost Provinzen Russen gemordet haben, aber jetzt wo Krieg ist, da ist sowas auf einmal ein echtes Problem ???

      2. Hi Tyler Durden Volland,
        mit der Unabhängigkeit der Experten bzw. die Anerkennung der Experten von beiden Seiten ist ein ernstes Problem, da bin ich bei Ihnen.

        Was Eindeutiges würden sie finden, da Splitter der Rakete oder der stationierten Bombe in den Körpern der Toten sein müssen bzw. in den Wänden und Möbeln. Diese Materialien lassen sich dann zuordnen. Außerdem müsste die Explosion chemische Rückstände hinterlassen, welche auch waffentypisch sind. Dies hat oskarwagenrecht schon weiter unten beschrieben und da bin ich auch bei ihm.

        Aber das die Russen in der kurzen Zeit nach der Erbeutung einer HIMARS in der Lage sind, die so zu verwenden, dass diese mit militärischen GPS gesteuert zweimal die Baracke trifft, ohne vorher zu üben, halte ich für nicht möglich. Und diese Übung wäre vom amer. Geheimdienst bemerkt worden.

        Außerdem sehe ich kein Motiv bei den Russen. Wenn die ASOW-Leute getötet werden sollen, da bekommen die das Todesurteil durch den Richter der DVR und die Henker liefert der Alliierte gleich mit und Russland wäscht sich die Hände in Unschuld. Die DVR ist ja ein souveränes Landd.

        1. Natürlich alles richtig, weil ja hypothetisch, deshalb auch kein Widerspruch.

          Mein Problem ist, dass ich keine Lust habe in jedem Kommentar immer wieder aufs Neue lang und breit zu erklären, dass ich, wie alle anderen auch, nichts darüber weiss, oder wissen kann, was da ablief.
          Dass es aber immer wieder Leute gibt, die von ihrer grundsätzlichen Ideologie so überzeugt sind, dass sie deretwegen zu Schlüssen kommen, die dann ausschliesslich ideologisch begründet sind, und durch keinerlei Belege anderen Ursprungs gedeckt werden.

          Was dort drüben abläuft ist, was auch immer Deppen wie Baerbock sagen, nicht unser Problem.
          Wir Deutschen haben seelenruhig seit Jahrzehnten weltweit wesentlich schlimmere Probleme ignoriert.
          Unser jetziges deutsches Problem ist, dass wir eine Regierung haben, die nicht die Interessen der Deutschen, sondern die der Amerikaner vertritt!
          Die Sanktionen nützen sogar den Russen ein wenig, die keineswegs weniger Gas verkaufen, und sogar der Wert des Rubals hat sich erhöht, während dem Euro massiv Schaden zugefügt wird.
          Die Deutschen leiden massivst unter den durch die Sanktionen verursachten Preissteigerungen, gerade was Energie angeht.
          Und dieses Problem hat gerade erst begonnen!

  2. Naja, die Wagner-Version ist doch eher eine nachgeschobene Lüge. Es gibt nicht den Schatten von Indizien, dass irgendeine Einheit der Wagner-PMC in Donezk war, noch weniger, dass sie sich Zugang zum Gefangenenlager verschaffen konnten. Diese Truppe steht gut 100km weiter nordöstlich in schweren Kämpfen mit der ukrainischen Armee, und es ist nicht zu sehen, wie sie Mannschaften und Sprengstoff unter den Augen der DNR-Nationalmiliz in eine Strafvollzugseinrichtung bringen konnten. Das ist eine dumme Lüge auf Arestovich-Niveau, der ja schon selbst gesagt hat, er lüge oft.

    Es gubt Zeugenaussagen von Einwohnern. Die sind nicht unplausibel, denn GMLRS-Raketen fliegen Überschall, ziehen also eine Schleppe von Überschallknallen hinter sich her, bei der relativ leichten Rakete (Stargewicht 300kg, gut 3/4 davon dürfte abgebrannter Festbrennstoff sein) nicht extrem laut, aber schon hörbar, und gefolgt von der Explosion. Die Schäden sind für 120-150kg HE-Sprengstoff von 2 Gefechtsköpfen zumindest plausibel. Wie „Wagner“-Soldaten die Verminung und Sprengung bewerkstelligt haben sollen, ist einfach absurd.

    Das Pentagon distanzierte sich bereits vorsichtig: „Wenn die Ukraine diesen Angriff durchgeführt hat, dann gewiss nicht mit Absicht“. Ein seltsames Nicht-Dementi, insbesondere da die HIMARS-Komplexe mindestens unter strikter Aufsicht der USA stehen.

    1. Hallo Herr Rötzer,
      Sie sagen am Ende ihres Beitrages etwas sehr wichtiges, was absolut NEU bei solchen Konflikten ist.
      Ich zitiere Sie:
      „Das Problem ist, dass es schwierig geworden ist, unabhängigen Organisationen zu vertrauen. Entscheidend ist auch, dass die beteiligten Parteien, die westlichen Unterstützer der Ukraine inklusive, schon schnell vor jeder unabhängigen Prüfung Stellung beziehen.“

      Das die beteidigten Parteien eine Behauptung vor einer unabhängigen Untersuchung aufgestellt haben, ist für die eigentliche Untersuchung unwichtig. Wirkliche Experten finden Raketenrückstände und Einschlagskrater oder eine Zündreste von einer vor Ort stationierten und gezündeten Bombe. Wenn es Rakentenreste sind, kann der Spezialist auch den Raketentyp feststellen. Hier liegt nicht das Problem.
      Denn das eigentliche Problem möchten Sie nähmlich nicht richtig beim Namen nennen. Sie deuten den Elefant im Raum nur an. Seid Duma OPCW Syrien, seid der Kontaktlinie Kiew zu DVL und DVR mit OSZE, gibt es keine Organisation mehr, welche nicht westlich unterwandert ist, nicht „Gefälligkeitsgutachten“ für den Westen erstellt. Russland würde diese Organisationen aus verstänlichen Gründen nicht als unabhängig akzeptieren. Auch das ein Problem, welches der Wertewesten in die Welt gesetzt hat.

      All das erschwert auch so extrem einen zeitnahen Friedensprozess. Russland hat NULL Vertrauen. Und wer mit wachen Augen die letzten Jahre das geschehen in der Welt beobachtet hat, versteht das.

      Übrigens habe ich das schon vor zwei Tagen gesagt:

      oskarwagenrecht sagt:
      29. Juli 2022 um 19:17 Uhr

      Nicht aufklären, dass sehe ich nicht ganz so. Raketenreste bleiben immer übrig und die lassen sich sehr genau zuordenen. Aber welche internationale Organisation gibt es noch die neutral ist? Kennen Sie noch eine?

      Ansonsten beinhaltet Ihr Beitrag nur das Gegenüberstellen der ukrainischen sowie der russischen Seite zu diesem Vorfall. Für Leute die sich noch keinen Zugang zu russischen Medien verschafft haben, sicherlich ein Gewinn.

      Mit der Wagnergruppe hat der Ukrainische Generalstab erst viel später nachgeschoben. Woher wollen die das wissen? War ein ukrainischer Geheimdienstmitarbeiter vor Ort? Eine billige Ablenkung. Und wer seine Verteidigung zwischendurch auch noch wechselt….
      Thomas Röper berichtet persönlich aus Donezk:
      Vor Ort durften diese ersten Journalisten aus Sicherheitsgründen noch nicht auf das Gelände des Gefängnisses, sie konnten aber mit Anwohnern sprechen, die berichtet haben, dass die ukrainische Armee seit Tagen auf das Gefängnis schießt. In den letzten Tagen seien mehrere Geschosse in unmittelbarer Nähe des Gefängnisses eingeschlagen.

      Hinzu kommt, worüber auch keiner hier spricht:
      „Um 12:55 Uhr Moskauer Zeit wurden sieben Raketen des Typs Grad auf die Stadtteile Kiewsky und Kuybyschewsky abgefeuert; um 13:08 Uhr Moskauer Zeit wurden fünf weitere Raketen auf den Stadtteil Kuybyschewsky abgefeuert. In beiden Fällen kam das Feuer aus Avdeevka.
      „Um 12:39 Uhr wurde eine 9M27K3-Rakete (bestückt mit PFM-1S Lepestok Antipersonenminen) von einem Mehrfachraketenwerfer BM-27 Uragan aus der Siedlung Kurachowo in Richtung des Petrowsky-Bezirks von Donezk abgefeuert“

      Das ist der ganz normale Wahnsinn, der in Donezk seit Jahren Alltag ist. Kiew schießt täglich auf Wohngebiete und setzt dabei sogar Raketen ein, die kleine Antipersonenminen verstreuen. Daher hängen in Donezk auch überall Plakate, die vor Blindgängern und solchen Minen warnen.

      Antipersonenminen auf urbanes Gebiet mittels Raketen zu verstreuen, ist laut Genfer Konfention verboten. Aber was interessiert das den Westen. Und wenn ein Journalist darrüber berichtet ist es ein fall für den deutschen Staatsanwalt: siehe Alina Lipp. Einen Briten der ebenfalls aus den Donbass berichtet, wurde jetzt in Großbritanien sein Vermögen konfiziert. So viel zu freien Journalismus in der EU. J.Assange ist kein Einzelfall mehr, obwohl sein Schicksal besonders krass ist.

  3. Herr Rötzer, verzeihen Sie aber das ist einfach falsch!

    >> Nach russischen Angaben wurden 50 getötet und 73 verletzt. Es habe keinen Beschuss durch HIMARS-Raketen der ukrainischen Truppen gegeben, wie das russische Verteidigungsministerium behauptet. <> Wer war’s? <<
    Ist es ihr ernst?
    Wenn Russland die Gefangenen ermorden wöllte hätte man das viel einfacher machen können. Man hätte sie einfach zu Tode verurteilt und standesgemäß an die Wand gestellt. So etwas kann gar nicht im Interesse Russlands sein. Die ganze Zeit hat Russland sehr demonstrativ gezeigt, dass es gut mit den Gefangenen umgehe, damit die gegnerischen Soldaten sich gern ergeben. Man zeigte sie immer wieder im Fernsehen wie vergleichsweise gut es ihnen in der Kolonie erging. Wie ausgezeichnet sie versorgt werden. Wie gut sie schlafen. Was sie den ganzen Tag so machen. Man hat Vertreter der Vereinten Nationen und des Roten Kreuzes geladen zu Besuch in der Kolonie, damit sie sich von den guten Bedienungen überzeugen konnten. Sie hatten nichts zu beanstanden. Die ganze Zeit propagiert Russland, dass die ukrainischen Soldaten (selbst Nazis) in der russischen Gefangenschaft sicher seien. Damit die ukrainischen Soldaten keine Angst haben sich zu ergeben.

    Dass die ukrainischen Soldaten sich massenweise ergeben ist ein Dorn im Auge der ukrainischen Regierung und ihrer westlicher Kuratoren. Dies ist ein Terroranschlag und es zieltwie jeder Terroranschlag darauf aus Angst zu verbreiten. Nur die Ukraine hat ein Interesse daran die eigenen Soldaten einzuschüchtern, damit sie sich eben nicht ergeben.

    Russland hat kein Motiv, es widerspricht sogar der russischen Kriegspropaganda von guten Bedienungen in der russischen Gefangenschaft. Ukraine hat dagegen ein sehr starkes Motiv. Die Ukraine mobilisiert zur Zeit zwangsweise Alles. Da sind viele Leute dabei die wollen gar nicht Kanonnenfutter spielen. Sie werden gezwungen, und ergreifen natürlich die nächstbeste Gelegenheit sich zu ergeben. In Folge weiß Russland schon nichtmehr wohin mit den ganzen Gefangenen. Das wurmt nur die Ukraine.

    1. Links

      RIA: Kiew beschießt Gefangenenlager mit Asow-Gefangenen mit HIMARS-Raketen
      https://ria.ru/20220729/obstrel-1805813274.html

      TASS: Nach Angaben des russischen Militärs wurde der Angriff am 29. Juli mit dem US-Mehrfachraketenwerfer HIMARS durchgeführt.
      https://www.interfax.ru/world/854585

      Breefing des Russisches Verteidigungsministeriums offizielle Angabe dass der Anschlag mit HIMARS durchgeführt wurde.
      https://www.youtube.com/watch?v=er1tVqUHukk

  4. Herr Rötzer, was meinen Sie, was soll man davon halten?

    Dass ein Angriff mit HIMARS auf das Gefanenenlager in Yelenovka geplant worden sei, ist bereits am 5. Juni geleakt worden.

    Hier die Übersetzung des Leaks. Quelle ist vom 5. Juni. Den Link reiche ich wie gewohnt im folgenden Beitrag wegen Freischaltung.

    Die Mi 6 erwägt drei mögliche Verwendungszwecke für das an die Ukraine gelieferte MLRS.
    Die Lieferung selbst wird am Sonntagabend erfolgen, und die Sendung ist bereits am Flughafen Rzeszow eingetroffen. Die gesamte VSU wird unter der vollen Kontrolle britischer Verteidigungsminister durchgeführt, wie dies auch beim Angriff auf den Kreuzer Moskva der Fall war.
    Das erste Ziel ist die Krim-Brücke, aber das ist die unwahrscheinlichste Operation, da die Krim von C 400-Staffeln und einer Reihe neuartiger Luftabwehrsysteme abgedeckt wird, und dort steht die neueste C 500-Division.
    Das zweite Ziel ist das Kriegsgefangenenlager im Dorf Yelenivka, wo Nazis aus Azovstal und AFU-Angehörige festgehalten werden.
    Die Briten wollen den MLRS-Angriff als einen Versuch der russischen Streitkräfte darstellen, die „Hinrichtung und Folterung von Kriegsgefangenen zu vertuschen“. Als drittes Ziel wird Sewastopol, das Stadtzentrum oder der BSF-Stützpunkt diskutiert, aber es besteht das Risiko, die Luftverteidigungszone auf der Schlangeninsel zu treffen, da die Reichweite der derzeit eingesetzten MLRS nur ausreicht, wenn sie von der Region Odessa aus abgeschossen werden.
    Ein Raketenangriff auf Kursk oder Belgorod wird von Kiew noch nicht in Betracht gezogen, da die Kommandeure der AFU wissen, dass der Preis eines solchen Angriffs die Zerstörung eines Regierungsviertels wäre.

    Quelle folgt

    1. In Sevastopol hat es einen Drohnenangriff auf russisches Militär gegeben. Die Drohne landete im Innenhof des Flottenhauptquartiers und hat fünf Mitarbeiter verletzt.

      (x)https://ukraina.ru/20220731/1037049702.html

      Läuft alles nach Plan.

      Übrigens, was der Militärkommandant von Odessa den Bewohnern der Region im „Verteidigungsfall“ zugedacht hat, kann man nur als geplanten Massenmord bezeichnen und es wird dann wohl wieder in die bekannten Schuhe geschoben werden. Näheres unter
      (x)https://cont.ws/@bezuhoff/2342221

  5. Ohne mich diesmal auf schwankende Äste hinauszuwagen – im Artikel ist deutlich zu viel von der ukrainischen Version die Rede.

  6. Ein Artikel auf RT:Militär-Projekte: Wie Spezialeinheiten weltweit durch Wände schauen
    Dann sind tausende Satelliten im Orbit und die schwarz weiß Presse titelt.
    Die Brutalstaufklärer in Den Haag (MH17) oder London (Novischok) werden öffentlich kaum mehr wahrgenommen, denn oben genannten Technologien lassen dann das ‚gesprochene‘ Recht in einem anderen Licht dastehen. Der Feind auf welcher Seite auch immer, steht in einer Situation das sich das eigene Volk gegen ihr verabreicht Narrativ auflehnen. Der wirtschaftliche stattfindende Zusammenbruch geht unaufhaltsam voran. Wer oder Wer für den Terror verantwortlich ist, da schaue ich auf die „realen“ wirtschaftlichen Daten der Teilnehmer!

  7. In Deutschland müssten die Medien eigentlich nicht zu Vorverurteilungen neigen. Richtige Meinung.
    Dann könnten die Foristen sich mit all zu früher Festlegung auf einen Täter auch zurück halten.
    Werden sie nicht tun, aber ich dachte man kann es mal ansprechen.

    1. Hi Ottono,

      Ihren ersten Satz würde ich erstmal zu stimmen, WENN ICH ES NICHT BESSER WÜßTE:
      „In Deutschland müssten die Medien EIGENTLICH nicht zu Vorverurteilungen neigen.“

      Aber sie wissen es ja auch schon besser, sonst hätten Sie nicht „EIGENTLICH“ zu gefügt.

      So berichtet der mdr (eine Aufgabe von diesen Sender ist eine „AUSGEWOGENE BERICHTERSTATTUNG“) darüber:
      https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/politik/liveblog-russland-ukraine-krieg-selenskyj-oleniwka-100.html#Kriegsverbrechen

      „Der ukrainische Präsident Selenskyj wirft Russland die gezielte Tötung von mehr als 50 Kriegsgefangen im Gefängnis Oleniwka vor. Es handele sich um einen „vorsätzlichen Massenmord“. Aktuelle Nachrichten zum Krieg in der Ukraine im Newsblog.

      Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.“
      DIE FORMULIERUNG SUGGERIERT DASS MAN IN RUSSLAND NICHT UNABHÄNGIG DIE NACHRICHT ÜBERPRÜFEN KANN, DENN UKRAINISCHE NACHRICHTEN WERDEN OHNE DIESE EINSCHRÄNKUNG ÜBERNOMMEN.

      Weiter unten steht:

      “ Selenskyj wirft Russland „vorsätzliches Kriegsverbrechen“ vor

      Nach dem folgenschweren Angriff auf ein Gefängnis im Osten der Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland vorgeworfen, damit vorsätzlich ein Kriegsverbrechen begangen zu haben. „Ich habe heute die Informationen über den Angriff der Besatzer auf Oleniwka in der Region Donezk erhalten“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Ansprache. „Das ist ein vorsätzliches russisches Kriegsverbrechen, ein vorsätzlicher Massenmord an ukrainischen Kriegsgefangenen.“ Der ukrainische Präsident nannte die Zahl von „mehr als 50 Toten“.

      Die Haftanstalt in Oleniwka, in der ukrainische Kriegsgefangene festgehalten wurden, war am Freitag bombardiert worden. Danach beschuldigten sich Russland und die Ukraine gegenseitig, für den Angriff verantwortlich zu sein.“
      EIN LANGER ABSATZ ÜBER BESCHULDIGUNG GEGEN RUSSLAND: IM LETZTEN SATZ WIRD RUSSLAND KURZ MIT ERWÄHNT. ABER BEIM LESER VERFESTIGT SICH DURCH DIE UNAUSGEWOGENHEIT DER TEXTUNG DIE MEINUNG, DASS RUSSLAND DEN MASSENMORD ZU VERANTWORTEN HAT.

      Gleich bei meinem Heimatsender konnte ich zeigen, wie die öffentliche Meinung in Deutschland durch Vorverurteilung seitens der MSM beeinflusst wird, obwohl nach Ihrer Meinung dies die Medien nicht „EIGENTLICH“ tun „“MÜSSTEN“.
      Sind Sie nun überzeugt davon, dass westliche MSM nicht manipulieren oder betreiben diese doch Propaganda? So richtig scheinen Sie sich nicht festlegen zu wollen. Übrigens ein „bisschen Propaganda“ gibt es nicht.

  8. “ ……da ukrainische Truppen seit dem Erhalt schwerer Waffen aus dem Westen vermehrt zivile Ziele in den „Volksrepubliken“ und den besetzten Gebieten beschießen, die ebenfalls zahlreiche Opfer fordern.“

    Na ja, ist ja nicht so, als seien die Volksrepubliken nicht seit 2014 „vermehrt“ beschossen worden mit Tausenden von zivilen Opfern. Dafür brauchte es jetzt keine „schweren Waffen aus dem Westen“.

    Und was den Vorfall hier angeht: ich bleibe dabei, daß es als Unterstützung der Forderung angesehen werden kann, Russland offiziell als Terrorsponsor zu deklarieren. Die US-Regierung zögert da immer noch

    https://www.republicworld.com/world-news/rest-of-the-world-news/us-state-secy-blinken-resisting-designating-russia-as-state-sponsor-of-terrorism-report-articleshow.html

    während Pelosi weiter darauf drängt

    https://www.businessinsider.com/pelosi-blinken-russia-state-sponsor-of-terror-report-2022-7

    Und Zelensky sich geradezu überschlägt dafür.

    https://www.ndtv.com/world-news/recognise-russia-as-state-sponsor-of-terrorism-volodymyr-zelensky-3207707

    Inzwischen fordert er „Alle Menschen in der Region um die Stadt Donezk müssten das Gebiet verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen,……
    ….Je mehr das Gebiet verließen, desto weniger Menschen könne die russische Armee töten“

    https://www.deutschlandfunk.de/selenskyj-ordnet-evakuierung-der-donezk-region-an-102.html

    Wer sich wohl bereitfinden wird, den Vorfall zu untersuchen?

  9. Wie sollte man „die Veruntreuung von Geldern vertuschen“ können, indem man in einem Knast nahe Donezk einen Schlafsaal mit Kriegsgefangenen in die Luft sprengt? Sollen wir etwa glauben, dass eine kämpfende russische Söldnereinheit mit Hauptquartier in Russland ihren „Bürokram“, der auf diese angebliche „Veruntreuung“ hinweisen könnte, in einem Knast nahe Donezk lagert, unter den Matratzen von Kriegsgefangenen?

    Woher will der ausgerechnet ukrainische Generalstab wissen, dass eine russische Söldnereinheit Gelder veruntreut habe, während der russische Geheimdienst und eine angeblich angekündigte russische Kommission davon nichts weiß? Andernfalls wäre der angebliche „Vertuschungsversuch“ durch Sprengung ja sinnlos.

    Was sollte der Tatbestand der Veruntreuung, also der Unterschlagung bzw. des nicht zweckgemäßen Gebrauchs von (staatlichen, weil „Kommission“) Geldern, im Zusammenhang mit einer russischen Söldnereinheit überhaupt bedeuten?
    Ist so etwas in Russland derart unüblich, dass deshalb ein ganzer Knast in die Luft gesprengt wird?
    Warum sollte die Sprengung des Knasts, die von der „Kommission“ und anderen Ermittlern ja wohl als solche identifizierbar sein sollte, die Strafverfolgung wegen der angeblichen Veruntreuung verhindern?

    Zu welchen Zweck sollte ausgerechnet eine kämpfende Söldnereinheit, die nach verschiendenen Berichten zuvor in Syrien und Libyen eingesetzt wurde und auch an der ukrainischen Front mit von der Partie zu sein scheint, mit Verhören von wichtigen Kriegsgefangenen – weit hinter der Front – in Vorbereitung von Prozessen befasst gewesen sein? Herrscht beim russischen Geheimdienst und anderen Strafverfolgungsorganen, dazu den Strafverfolgungsorganen der DNR, etwa ein drastischer Mangel an ausgebildeten Ermittlern und Verhörexperten?

    Und zuletzt: Warum hält der ansonsten stets skeptische Journalist Florian Rötzer diese mehr als improvisiert wirkende Erklärung des ukrainischen Generalstabs für derart glaubwürdig?

  10. „Angeblich sei dafür, so der ukrainische Generalstab, die russische Söldnertruppe Wagner verantwortlich, die vor dem Besuch einer russischen Kommission die Veruntreuung von Geldern und die Folterung von Gefangenen vertuschen wollten und deswegen im Inneren des Gebäudes eine Sprengladung explodieren ließen.“

    Mal abgesehen davon, dass es die x-te Erklärungsversion ist, wirft die Behauptung doch Fragen auf:
    – werden die Asow-Kämpfer von den Wagner-Söldnern bewacht?
    – darf man davon ausgehen, dass eine „russische Kommission“ nicht rechtmässiges Verhalten russischer Soldaten wie Folterung von Gefangenen und Unterschlagung von Geldern ahndet?
    – sind die angedrohten Strafen so hoch, dass ein derart spektakulärer Angriff, sinnvoll ist?
    – um welche Geldbeträge geht es und was genau sind die Details zu der Veruntreuung?
    – wie ist der ukrainische Generalstab zu diese Informationen gekommen?

    Solange diese und womöglich noch andere Fragen nicht erschöpfend beantwortet wurden, gilt diese Erklärung für mich als Verschwörungstheorie. Ansonsten geht es mir wie „unserem Kollegen, der von Köln aus den Krieg in der Ukraine beobachtet“. Nichts genaues, weiß ich nicht. (Wobei der Kollege in Köln oft ganz viel weiß und alles ganz genau.)

    1. Ich denke, man sollte den Erfindern und Verbreitern dieser – mit der heißen Babtschenkonadel gestrickten – SBU-Story nicht die Ehre ernsthaften Hinterfragens antun.

  11. Genau, denn die Glaubwürdigkeit der Ukraine, ist für mich, nun ja: Nicht vorhanden. Und Korruption – klar, dass die RUSSEN das verstecken wollten. Und das ganze wieder ein Drehbuch – aus einem letztklassigen Film!

  12. „Russia claims US ‘directly involved’ in Ukraine war“
    “ …..he acknowledged there was consultation between US and Ukrainian intelligence officials before strikes, so Washington could vet and if necessary veto intended targets.“

    (x)https://www.theguardian.com/world/ukraine

    Die Äußerungen stammen von einem MA des ukrainischen Militärgeheimdienstes. Da man Überreste von HIMARS Raketen gefunden hat, darf man daraus schließen, die USA haben ihren Segen gegeben für den Angriff?

    1. Die Reaktion Russlands darauf:

      Russlands Militär: Zielabsprachen der HIMARS-Bedienungen mit Washington offiziell – werden dies in Zukunft berücksichtigen

      Die Praxis, dass die Bedienmannschaften der US-Mehrfachraketenwerfer HIMARS in der Ukraine jedes zugewiesene Ziel vor dem Beschuss mit Washington absprechen, beweist, dass die USA trotz gegenteiliger Erklärungen des Weißen Hauses und des Pentagons unmittelbar in den Konflikt verwickelt sind. Diese Wertung verlautbarte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalleutnant Igor Konaschenkow, am Dienstag in Anwesenheit von Journalisten.

      Er erinnerte daran, dass der ukrainische General Wadim Skibizki, Leiter der Hauptdirektion für Aufklärung des ukrainischen Militärs, gegenüber The Telegraph erklärt hatte, dass vor dem Start der HIMARS-Raketen Absprachen zwischen Vertretern des ukrainischen und des US-Geheimdienstes stattfänden. Dies ermögliche es Washington, einen Beschuss abzusagen, wenn man mit dem beabsichtigten Ziel nicht zufrieden sei. Konaschenkow kommentierte diese Information wie folgt:

      „All dies beweist unwiderlegbar, dass Washington im Gegensatz zu den Erklärungen des Weißen Hauses und des Pentagons direkt in den Konflikt in der Ukraine verwickelt ist.“

      Das russische Verteidigungsministerium habe dieses offizielle Geständnis registriert und werde es in Zukunft berücksichtigen, sagte er weiter. Und

      „Niemand in der Ukraine oder auf der Welt darf noch daran zweifeln, dass die HIMARS-Raketenangriffe auf Nowaja Kachowka am 12. Juli, auf Stachanow am 17. Juli, auf Krasny Lutsch am 24. Juli, Dutzende von Raketenangriffen auf Donezk – und zweifelsohne – auch der Angriff auf die Untersuchungshaftanstalt in Jelenowka am 29. Juli, bei dem 50 ukrainische Kriegsgefangene getötet und 73 verstümmelt wurden, vom Selenskij-Regime geplant und von Washington gebilligt wurden.“

      Und wie man mit die Kiewer regierung mit Truppen umgeht, die sich auf den Rückzug (FLUCHT?) befinden wird auch beschrieben:
      16:45 Uhr

      Ukrainische Artillerie als Absperrschwadron: Eigenes Motschützenbataillon zusammengeschossen und vernichtet

      Ukrainische Artilleristen haben nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ihr eigenes motorisiertes Infanteriebataillon vernichtet, das sich gerade im Rückzug befand:

      „Das 21. Bataillon der 56. motorisierten Infanteriebrigade, das in der Nähe des Dorfes Peski (bei Donezk) erhebliche Verluste erlitt, geriet bei seinem Rückzug in die Gegend des Dorfs Wodjanoje unter Artilleriebeschuss durch ukrainische Truppen und wurde fast vollständig liquidiert.“

      Das Verteidigungsministerium teilte außerdem mit, dass bei dem Beschuss der Kampfstellungen des 16. Bataillons der 58. mechanisierten Infanteriebrigade der ukrainischen Streitkräfte in der Nähe von Artjomowsk mehr als 130 ukrainische Nationalisten getötet worden seien. Zur gleichen Zeit verließen etwa 70 verbliebene Soldaten des Bataillons eilig ihre Stellungen und begaben sich nach Konotop, wo sie entwaffnet und zu Deserteuren erklärt wurden.

      Darüber hinaus vernichtete die russische Luftwaffe über 50 Soldaten des 2. Bataillons der 54. mechanisierten Brigade der ukrainischen Streitkräfte bei Marjinka.

      1. Und dann hätten wir noch das hier:

        „On July 28 the Russians published a video of an interview with Azov nazi soldier Dmytro Kozatsky, call sign Orest, who directly accused Zelenski advisor Arestovich of ordering the killing of Russian soldiers who had been taken prisoners.
        ….
        Publishing videos of the torturing and killing of Russian prisoners was supposed to deter Russian soldiers from further fighting in the war. This tactic was also used in the 1940s by the Ukrainian nazi collaborators of the OUN.“

        (x)https://www.moonofalabama.org/2022/08/ukraine-mines-missiles-warcrimes-and-a-warning-to-zelenski.html#more

        Und jetzt noch die Verminung von Donezk; die Demokratiehelden in Kiew verlieren so langsam ihren Heiligenschein.

        Und Kozatsky war sicher nicht der einzige, der geplaudert hat, fühlten sich doch die Azovhelden von ihrer Regierung verraten und verkauft und hatten auch ein Eigeninteresse, in Gefangenschaft zu überleben. Grund genug, sie zum Schweigen bringen zu wollen; aber welches Interesse hätten die Russen daran gehabt?

        1. Hi Venice12,

          ich sehe auch eher den Verursacher des Beschusses auf das Strafgefangenlager in Kiew als in Russland.

          Habe mir MoA heute schon durchgelesen. Es sind die alten Taktiken, die deren Urgroßväter schon angewand haben.

          Ich kann mir durch aus vorstellen, dass einige ASOW-Mitglieder anfangen zu plaudern. Worüber ich mich aber gewundert habe, ist, dass nach der Aufgabe durch ASOW im Stahlwerk, keiner über anwesende ausländische Offiziere berichtet hat. Waren keine drin? Also war es eine Ente oder waren welche drin, und die Russen benutzen diese als Druckmittel? Das ist für mich noch ein Rätzel. denn das die Amis und die Nato mehr als nur Zuschauer bei diesem Konflikt sind, ist eigentlich klar. Und wenn sie so involviert sind, gibt es irgend wann auch Verluste dort. Aber diese Verluste (Offiziere) werden von keiner Seite genannt.

  13. Hi Venice12,
    dieser artikel hier bestätigt ihre Aussage und die Aussage der russen, dass die Amerikaner direkten Einfluss auf die Ziele nehmen, welche mit der Himars beschossen werden.

    https://www.theguardian.com/world/2022/aug/02/russia-claims-us-directly-involved-in-ukraine-war

    Oftmals findet man später die russischen Meldungen in westlichen Zeitungen bestätigt. Das kann mnchmal Monate dauern, wie die Aussage der Russen, dass sich die ukrainische Armee in Wohnviertel versteckt. Dies hat der Welt-Journalist Steffen Schwarzkopf in einem kurzen Bericht bestätigt. Russische Zeitungen melden dies schon seit Mariopol. Den Bericht findet ihr in diesem Artikel von Thomas Röper: https://www.anti-spiegel.ru/2022/welt-bestaetigt-ukrainische-armee-missbraucht-zivilisten-als-menschliche-schutzschilde/

    1. Was ich an dem Vorgang noch interessant finde: es ist einbritisches Medium, das benutzt wird, um diese Info („die USA segnen jedes Ziel ab“) in die Öffentlichkeit zu bringen. Falls also eine UN-Untersuchung zweifelsfrei feststellen sollte, daß es die Russen NICHT waren, kann auch nicht alles nur auf Ukrainer und Briten (die ja fürs operative Geschäft zuständig sind) geschoben werden, sondern es ist dafür gesorgt, daß der Obersponsor (der ja schon versucht hat, sich mit der Aussage „wenn sie es waren, dann war es ein Versehen“ aus dem Schußfeld zu nehmen) mit im Täterboot sitzt.

      1. Darüber musste ich auch innerlich etwas schmunzeln, weil ja damit der Oberschurke zu gibt, bei all diesen völkerrechtswidrigen Beschuss von zivilen gegenden und Einrichtungen mit diesen Punktgenauen System mit beteidigt ist.

        Anderseits passt es ja in seine Historie nahtlos rein: Juguslawien (chinesische Botschaft), Afghanistan, Irak, Lybyen, Syrien usw.

        Und Krankenhäuser und Co waren nie ein Problem.

        Ich habe für Sie noch eine Nachricht unter Ihren Kommentar von heute ( https://overton-magazin.de/krass-konkret/taiwan-verdraengt-die-ukraine-als-bollwerk-des-westens/ ) hinterlassen.

  14. Eva Bartlett ist eine kanadische freie Journalistin und Aktivistin. Sie hat Jahre vor Ort in Konfliktzonen im Nahen Osten verbracht, insbesondere in Syrien und Palästina, wo sie fast vier Jahre lebte). Sie twittert unter @EvaKBartlett.

    Russland hat die UNO und das Internationale Rote Kreuz eingeladen, den Ort des Angriffs in Jelenowka zu untersuchen. Inzwischen haben Faktenfinder damit begonnen, öffentlich zugängliche Daten zu analysieren, um sich ein Bild von dem zu machen, was tatsächlich passiert ist. Hier ist eine aufschlussreiche Analyse des Telegram-Kanals von Rybar, mit mehr als 627.000 Followern, der sich auf militärische Analysen spezialisiert hat:

    „Der östliche Teil des Gebäudes erlitt den größten Schaden, wo es auch zu einem starken Brand nach der Explosion kam, die auch die Fenster in den Nachbargebäuden zum bersten brachte.“
    Der Analytiker kam zu dem Schluss, dass dem Aufprallwinkel nach zu urteilen, „das Geschoss entlang der Linie Marinka-Kurachowo im Sergejewka-Dreieck und Pokrowsk-Udatschnoje abgeschossen wurde“. Dieses Gebiet ist unter der Kontrolle Kiews. Die Analyse konnte aufgrund der vorliegenden Informationen nicht abschließend sagen, ob eine Rakete aus einem HIMARS-System abgefeuert wurde.
    Wenn HIMARS tatsächlich die Quelle der Zerstörung und des Todes war, dann ist es fast sicher, dass die Ukraine das Gefängnis bombardiert hat, da Kiew über die Koordinaten (Teil der Vereinbarung der Kapitulation von ASOV-Stahl in Mariopol) verfügt und die einzige Seite im Konflikt ist, die ein solches Waffensystem besitzt. Sogar das Pentagon gab zu, dass dies zutreffen könnte, obwohl es den Angriff als „wenn, dann unbeabsichtigt“ bezeichnete.
    Bereits am 20. Juni erschienen in russischen Kanälen in den Sozialen Medien Berichte über den Beschuss mit Granaten des Internierungslagers in Jelenowka durch ukrainische Streitkräfte.

    Das russische Militär hat bei einem Präzisionsschlag in der Stadt Charkow zwei HIMARS-Mehrzweckraketensysteme getroffen. Dies teilte das russische Verteidigungsministerium am Montag mit. Der Sprecher des Ministeriums, Generalleutnant Igor Konaschenkow, sagte:
    „Zwei US-amerikanische HIMARS-Mehrfachraketenwerfer wurden auf dem Gelände der ukrainischen Energiemaschinenfabrik zerstört. 53 ukrainische Nationalisten und ausländische Söldner wurden ebenfalls vernichtet.“
    Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium berichtet, dass zwischen dem 5. und 20. Juli in der Ukraine vier HIMARS-Raketenwerfer durch boden- und luftgestützte Präzisionswaffen zerstört wurden. Zwei befanden sich in der Nähe des Dorfes Malotaranowka, ein weiterer in der Nähe von Krasnoarmeisk und ein weiterer am östlichen Stadtrand von Konstantinowka in der DVR.
    Damit haben die russischen Streitkräfte bereits die Hälfte – sechs von zwölf – der an die Ukraine gelieferten US-Raketenabwehrsysteme vom Typ HIMARS zerstört.

    Vier neue HIMARS will die USA wohl nachliefern.

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