Mariupol: In Asovstal verschanzte Asow-Kämpfer und ukrainische Soldaten sollen sich ergeben

Gelände von Asovstal, wo sich die Asow-Kämpfer und die verbliebenen Soldaten verschanzt haben. Bild: RIA Nowosti / Ilja Pitalew

Für Kiew ist das russische Ultimatum fatal, egal ob die eingeschlossenen „Helden von Mariupol“ sich auf Befehl aus Kiew ergeben oder im Kampf vernichtet werden.

Den in dem weitläufigen Stahlwerk Asovstal in Mariupol verschanzten ukrainischen Soldaten und Asow-Kämpfern stellte das russische Verteidigungsministerium das Ultimatum oder das Angebot, bis 13 Uhr Ortszeit die Waffen niederzulegen und sich zu ergeben. Ab 6 Uhr würden dafür die Waffen schweigen, die russischen Truppen hissen rote Flaggen, die Eingeschlossen sollen weiße Flaggen hissen. Die Nachricht sei ihnen während der Nacht auf allen möglichen Kommunikationskanälen vermittelt und war an die OSZE und das Internationale Rote Kreuz gesendet worden.

Nach dem russischen Verteidigungsministerium hätten sich kürzlich fast 1500 ukrainische Soldaten in Mariupol ergeben. Bei den Kämpfen seien über 4000 Soldaten und Asow-Kämpfer, darunter auch Ausländer, getötet worden. In Asovstahl würden sich nicht mehr als 2500 Soldaten, Kämpfer und Söldner aufhalten. Angeblich würden darunter 400 ausländische Kämpfer sein. Generalmajor Igor Konashenkov erklärte, was die Bereitschaft, sich zu ergeben, nicht erhöhen wird, dass Söldner nach internationalem humanitärem Recht nicht den Status von „Kombattanten“ hätten:  „Das Beste, was sie erwartet, sind strafrechtliche Verantwortlichkeit und lange Haftstrafen.“ Insgesamt gebe es fast 7000 ausländische Kämpfer. Sofern sie in die Streitkräfte eingegliedert sind und Unformen tragen, gilt auch für sie der Status der Kriegsgefangenen, so weit ich weiß.

Nach Mikhail Mizintsev, Leiter des russischen Hauptquartiers für die Koordinierung der humanitären Hilfe in der Ukraine und Leiter des russischen Zentrums für Verteidigungsmanagement, habe man an den abgehörten Gesprächen der Eingeschlossenen erfahren, dass ihre Lage verzweifelt sei. Sie hätten kein Wasser und keine Lebensmittel mehr, würden sich aber nur ergeben, wenn sie von der ukrainischen Regierung dazu aufgefordert werden.

In der Erklärung heißt es:

„Wir appellieren erneut an die offiziellen Stellen in Kiew, Besonnenheit walten zu lassen und den Kämpfern entsprechende Anweisungen zu erteilen, damit sie ihren sinnlosen Widerstand einstellen und sich aus der Brutstätte des Widerstands zurückziehen. Da wir aber wissen, dass sie von den Kiewer Behörden keine solchen Befehle und Anweisungen erhalten werden, fordern wir sie auf, diese Entscheidung selbst zu treffen und ihre Waffen niederzulegen.

Außerdem appellieren wir an alle AFU-Soldaten und ausländischen Söldner: Wegen der zynischen Haltung der Kiewer Behörden erwartet Sie alle ein wenig beneidenswertes Schicksal. Stellen Sie Ihr Schicksal nicht auf die Probe wie bei der Tragödie von Mariupol, sondern treffen Sie die einzig richtige Entscheidung: Stellen Sie die Feindseligkeiten ein und legen Sie die Waffen nieder, wo auch immer Ihre „Betreuer“ Sie zwingen, für die Ideen des Nazismus zu kämpfen. Die Russische Föderation garantiert jedoch jedem von Ihnen die Bewahrung Ihres Lebens und die Einhaltung aller Normen der Genfer Konvention für die Behandlung von Kriegsgefangenen, wie dies bereits bei Ihren Kameraden der Fall war, die sich zuvor in Mariupol ergeben haben.“

Kiew  ist dadurch in eine Lage geraten, in der jede Entscheidung falsch sein wird. Kommt der Befehl an die Eingeschlossenen, sich zu ergeben, wird Kiew Verrat an den „Helden von Mariupol“ vorgeworfen, kommt der Befehl nicht, wir die Regierung für den Tod bzw. die Niederlage der Truppen, also vor allem der Asow-Kämpfer verantwortlich gemacht. Auf die Freiwilligenverbände ist Kiew jedoch auch im weiteren Krieg angewiesen, sie stellen fast so viele Kämpfer wie die reguläre Armee Soldaten hat und sind wie schon 2014 weitaus entschlossener und kampfbereiter.

Angeblich würde Kiew es den Eingeschlossenen verbieten, sich zu ergeben. Das will das russische Verteidigungsministerium über abgehörte Kommunikation erfahren haben. Es sei der Befehl ergangen, auf jeden zu schießen, der sich ergeben wolle. Das kann natürlich strategische Kommunikation sein, um Kiew zu schaden und den Konflikt zwischen Kiew und den Freiwilligenverbänden zu verschärfen. Der ukrainische Präsident Selenskij hatte gestern damit gedroht, dass die Friedensverhandlungen mit Russland beendet würden, wenn die Verteidiger von Mariupol vernichtet würden.

Asow verbreitet beispielsweise über den Nationalen Korps heroische, den Kampf, die Zerstörung und die Männlichkeit verklärende Videos und erklärt: „Die Russen wollten die Asows vernichten, aber sie sahen, dass die Asows nun das Ganze der Ukraine sind. Und sie brechen uns nicht.“

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4 Kommentare

  1. Alles klar: „Nazi 2.0“ Fragt sich nur, ob auch glorreiche „Führer“, ebenso „heldenhaft im Kampf fallen wird“ – oder ob er sich nicht vorher schnell in die USA absetzen wird.

    Es war im 45er Jahr ein verbrecherischer Wahnsinn, alte und junge Menschen in einem völlig aussichtslosen Kampf zu verheizen – heute ist er nicht anders.

    Und ja: Auch wenn man bislang der Aussage, es seien „Nazis“, eher skeptisch gegenüberstand: Wenn selbst die BBC in einem kurzen Beitrag den „rechten Block“ proträtierte und die Aussagen (und Symbole) gesehen hat, von „rassereiner Ukraine“ und „nicht ganz so wie unter Hitler, aber ähnich“, dann sind unsere pubertären Hakenkreuzsprayer, die Kindergarten-Liga.

  2. Es wird vermutet, dass sich ranghohe NATO Soldaten dort aufhalten, sie können sich also nicht ergeben, weil das sonst einen Krieg zwischen Russland und der NATO bedeuten könnte. Ist die NATO unmittelbar an der Tötung von Russen beteiligt, dann ist das ein kriegerischer Akt.

  3. Also ehrlich gesagt: „ranghohe NATO-Soldaten“, ist ein sehr schwammiger Begriff, der aus der üblichen Mottenkiste der „Geheimdienst-Informationen“ stammt.

    Ich halte auch die Spekulation, dass sich „Generäle“ dort befinden könnten, für zumindest „hinterfragenswert“. Was man finden wird, sind Colonels der US Special Forces. Was hätte auch ein General für einen operativen Zweck unter „rassereinen“ Ukrainern? Das erscheint mir zu sehr Groschenroman zu sein.

    Mir erscheint es aber eher plausibel, dass sich das BLatt wandeln könnte: Die Ukraine versinkt zusätzlich in einem Bürgerkrieg zwischen „echten Nazis“ und „gemäßigten Ukrainern“.
    Die Karten, werden sicher in nächster Zeit neu gemischt werden.

  4. Es ist sicher richtig, dass es ukrainische Nazis gibt, wie in fast jedem Land aber eine deutliche Minderheit.
    Seltsamerweise ist der hier vermeintlich bezeichnete ‚Führer‘ aber jüdischer Konfession und daher zu 100 prozentiger Sicherheit kein Nazi. Und jaja da sind bestimmt nur NATO Soldaten ooh mann wie ich diese Dumpfbackenpropaganda liebe. Bitte Hirn einschalten.

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