Kiew führt Scheingefechte um Mariupol

Die im Stahlwerk Asovstal eingeschlossenen „Verteidiger von Mariupol“ bitten um Hilfe, aber weder westliche Staaten noch die ukrainische Regierung wollen den Asow-Kämpfern helfen.

 

Mariupol ist zu einer Schicksalsstadt im Krieg Russlands gegen die Ukraine geworden. Die strategisch wichtige Hafenstadt war schon 2014 umkämpft und wurde zum Hauptquartier des Asow-Regiments, das sich nun, zurückgeschlagen und eingekesselt, im Stahlwerk Asovstal verschanzt hat. Die Stadt ist schon länger von den russischen Truppen eingenommen worden, die „Helden von Mariupol“ verteidigen nur sich selbst.

 

Russland hatte schon mehrere Ultimaten an die Soldaten und Milizen in dem Stahlwerk gestellt, die Waffen niederzulegen und sich zu ergeben. Asow hatte dies stets abgelehnt, ein Kommandeur der Marinesoldaten hatte dazu aufgerufen, einen Korridor zu einem dritten Land zu öffnen. Gestern meldete sich wieder der Stellvertretende Kommandeur des Asow-Regiments, das die Führung der „Verteidiger“ zu haben scheint, und wandte sich verzweifelt nicht an die ukrainische Regierung, sondern an die „zivilisierte Welt“. Wieder wurde auf Zivilisten hingewiesen, die sich vor den russischen Truppen geflüchtet und Angst hätten, wegen des ständigen Beschusses das Stahlwerk zu verlassen. Man würde die Zivilisten nicht zurückhalten, aber offenbar will man sie nicht auch nach russischen Bedingungen evakuieren lassen. Und man verlangt eine Evakuierung nicht auf russisches Gebiet, allerdings will man Schusswaffen mit sich führen.

Die Kämpfer des Asow-Regiments wollen keine Märtyrer werden, obwohl sie immer wieder betont hatten, bis zum letzten Schuss Mariupol, d.h. sich zu verteidigen. Aber sie wollen aus verständlichen Gründen keine Kriegsgefangenen werden, denn Moskau hatte angekündigt, die Kämpfer von Freiwilligenverbänden nicht als Kombattanten im Sinne der Genfer Konventionen zu betrachten. Zwar werde ihr Leben garantiert, wenn sie sich ergeben, aber sie müssten mit langen Haftstrafen rechnen.

Die ukrainische Regierung hat zwar die „Helden von Mariupol“ glorifiziert, aber nichts unternommen, um sie aus der Einkesselung herauszuholen. Der ukrainische Präsident Selenskij hatte den Kämpfern angeboten, sich zu ergeben, aber nicht den Befehl gegeben. Asow will sich aber nicht ergeben, wenn Selenskij dies befohlen hätte, hätte man dies Kiew als Verrat ausgelegt. Man kann vermuten, dass Kiew nicht allzu traurig darüber ist, dass Asow in Mariupol eine Schlappe erlebt und dadurch das Ansehen sinkt. Symbolisch hat man die „Helden“ gefeiert und etwa angeboten, den schnell festgesetzten Oligarchen und Chef der Oppositionsplattform Medwedschuk gegen die Zivilisten und Kämpfer aus Mariupol freizulassen.

Nachdem das letzte russische Ultimatum abgelaufen ist, hat die ukrainische Regierung ein neues Angebot gemacht, das wieder nur symbolisch ist. Mykhailo Podoliak, ein Berater des ukrainischen Präsidenten, und David Arakhamia, der Leiter der Friedensgespräche mit Russland, erklärten, sie wären bereit nach Mariupol zu gehen, um zu verhandeln, dass die eingeschlossenen Zivilisten und Soldaten gerettet werden. Das ist absurd, denn die russischen Militärs werden nicht zulassen, dass die Kämpfer mit den Zivilisten freikommen.

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2 Kommentare

  1. Schoigu hat Mariupol für befreit erklärt.
    Es wird keinen Sturm des Industriegeländes geben; die russischen Truppen werden in aller Ruhe draußen abwarten…..
    Niemand (außer der eigenen Regierung und im Falle evtl. noch vorhandener Zivilisten deren Bewacher) hindert die Eingeschlossen, das Gelände unter Hinterlassung ihrer Waffen zu verlassen.
    Sollten sie das nicht tun und den Heldentot des Verhungerns oder gar des Selbstmordes vorziehen, wissen wir natürlich schon, wer dafür verantwortlich sein wird.

  2. Hier sind viele Akteure aus dem Westen mit eingeschlossen. Mit ihren lauten Worten und unbewiesenen Anschuldigungen gegen Russland.
    Auch die deutschen Politiker*Innen aus der Ampel und auch aus der CDU/CSU.
    Ich habe mitgezählt: Die russische Armee hat mindestens 5x ein Feuerpause vorgschlagen und gute Regelungen für die Asow-Leute und weitere angeboten.
    Allle Wirtschaftskrieger und Waffenkrieger und Waffenlieferanten der EU und der USA können sich freuen, dass die russische Politik und das russische Militär so vorsichtig und sehr behutsam reagieren.

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