Jetzt glauben 88 Prozent der Ukrainer an einen Sieg im Krieg gegen Russland

Zerstörte russische Panzerkolonne in Bucha

Nach einer neuen Umfrage ist die Zuversicht der Ukrainer unrealistisch hoch. Bewirkt durch den russischen Angriff wünschen jetzt 86% einen EU-Beitritt und 76% eine Nato-Mitgliedschaft.

 

Wir hatten schon über eine Umfrage kurz nach dem Kriegsbeginn berichtet, aus der hervorging, dass 70 Prozent der Ukrainer an einen Sieg der ihres Landes über die russischen Invasoren glauben und dass 90 Prozent hinter ihrem Präsidenten Selenskij stehen. In einer Umfrage Anfang Februar ging hervor, dass über die Hälfte der Ukrainer sich bereit erklärte, gegen einen russischen Angriff Widerstand zu leisten.

Am 1. März wurde erneut eine angebliche repräsentative Zahl von Menschen aus der ganzen Ukraine mit Ausnahme der Krim und der beiden „Volksrepubliken befragt. Jetzt äußern danach mehr als 90 Prozent Hoffnung über die Lage im Land. Mittlerweile sollen 88 Prozent an einen Sieg glauben, während 80 Prozent sagen, sie seien bereit, mit Waffen gegen die russischen Truppen zu kämpfen (90% der Männer, 70% der Frauen). Im Süden sagen dies ebenfalls 80 Prozent, im Osten aber auch 60 Prozent. Das ist schon fast ein unheimliches Vertrauen.

Seit Tagen verkünden Regierungsmitglieder die großen Verluste des Gegners und den ungebrochenen Verteidigungswillen der Ukrainer, mit dem sie den Einmarsch standgehalten und in teilweise zum Stoppen gebracht hätten. Die russischen Soldaten würden teilweise auch zurückweichen, seien mutlos und würden ihr Gerät verlassen. Vielfach scheint es sich um junge Soldaten zu handeln, die möglicherweise gar nicht recht wissen, wo sie hineingeraten sind und die auch wenig Kampferfahrung haben. Gut möglich, dass die gut ausgebildeten Soldaten, die Kampferfahrung in Syrien gemacht haben, erst als Nachhut einmarschieren werden. An den Grenzen stehen weiterhin Zehntausende von Truppen.

Man hört nur von den militärischen Verlusten auf russischer Seite und der Zahl der getöteten ukrainischen Zivilisten. Wie es um die ukrainischen Streitkräfte geht, ist vermutlich auch vielen Ukrainern nicht klar. Fraglich ist, ob die Sieges- und Durchhalteparolen der ukrainischen Führung realistisch sind, ein Stück weit sind die natürlich auch Propaganda und Desinformation, was gerne von den Menschen geglaubt wird. Das kann sich schnell ändern, wenn Kiew eingeschlossen ist und andere Städte bombardiert werden. Man wird davon ausgehen müssen, dass Putins Zirkel schnelle Erfolge benötigt und dabei vielleicht noch zu Anfang intendierte Zurückhaltung aufgeben wird.

Die „Sonderoperation“, die Putin angeordnet hat, um die Ukraine zu demilitarisieren und zu entnazifizieren, hatte vermutlich auch auf die Zerrissenheit des Landes zwischen dem auch Russland zugeneigten Osten und Süden gegenüber dem Westen und der Mitte gesetzt. Erreicht wurde schließlich eine größere Einheit des Landes und ein sich durchsetzender Nationalismus oder eine gestärkte nationale Identität als Widerstand gegen die als Usurpatoren wahrgenommenen russischen Truppen.

Und genau das, was Putin unterbinden will, den Beitritt zur Nato, das wird nun immer attraktiver für die Ukrainer als Sicherheit vor der russischen Unterwerfung. 76 Prozent, so viel wie noch nie, 20 Prozent mehr als vor Ausbruch des Kriegs, wünschen nun einen Nato-Beitritt. Und 86 Prozent sind jetzt für einen EU-Beitritt. 61 Prozent glauben, die Ukraine werde in ein bis zwei Jahren in die EU aufgenommen. Das ist völlig unrealistisch, Enttäuschungen sind vorprogrammiert.

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5 Kommentare

  1. Wie wichtig Propaganda ist zeigt doch schon das alle Sender der Russen verboten worden sind.
    Bei der Propaganda, die Ukrainer erfahren ist es kein Wunder das es zu solchen Zahlen kommen, die durchaus auch Propaganda sein können, kann. Kein Wunder auch, weil was für eine Alternative hätten sie denn? Irgend eine Hoffnung muss doch her.
    Dann sollen doch 70000 Tsd. Männer in die Ukraine einreisen, die gegen die Russen kämpfen wollen.
    Erstaunlich finde ich schon, wie Selenskyj durch die Gegend schwadroniert, zu allen möglichen Waffenlieferungen aufruft und allen Bündniszugehörigkeiten. Dass wohlüberlegt wird, die Ukraine in die Nato aufzunehmen, das korrupteste Land Europas. Aber nicht die Türkei.
    Egal wie der Krieg ausgeht, was dann? Wer übernimmt die Schulden?
    Was ja richtig ist, dass die Leute getäuscht werden, sodass Enttäuschung sicher ist.
    Was wird in Deutschland sein, wenn die Ukrainer wieder nach Hause sollen, oder wird Familiennachzug gefordert werden?
    Es wird sich zu wenig Gedanken gemacht, wie es zu einem Ende mit dem Krieg kommen kann.

  2. Die Kommentare die hier zu lesen sind, sind allemal dummes Geschwätz. Sollte Putin einen Schritt nach Polen tun oder in das Baltikum wird die Jagd auf Oligarcheneigentum Eröffnet.
    Auge um Auge, Zahn um Zahn.

  3. Und in einer Woche glauben dann schon 110 Prozent der Ukrainer an einen ukrainischen Sieg und Selenski wird im Rahmen eines grossen Volksfestes heilig gesprochen. Hedel.

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