Israelische Kamikaze-Drohne verbreitet mit einer Art „Jericho-Trompete“ Angst und Schrecken

Kamikaze-Drohne Harop. Bild: IAI

Im Krieg zwischen Armenien und Aserbeidschan waren israelische und türkische Kampfdrohnen entscheidend – wahrscheinlich auch wegen der psychologischen Kriegsführung.

Aserbeidschan hatte nicht  nur Bayraktar TB2-Kampfdrohnen aus der Türkei, sondern auch Harop-Drohnen aus Israel gekauft. Die Türkei spielt mit ihrer Position zwischen Nato und Russland und verkauft die Kampfdrohnen auch an die Ukraine older auch an Marokko. Israel scheint auch kaum Bedenken zu haben, seine Kampfdrohnen an den Mann zu bringen. Kriege sind gut für das Geschäft.

Die türkischen und israelischen Kampfdrohnen sind ganz andere Waffen als die von Milizen, Terroristen und Kriminellen mit Sprengstoff aufgerüsteten Kleindrohnen, die aber auch schon für die US-Luftwaffe als Bedrohung gelten. Wegen ihnen habe man jetzt keine totale Lufthoheit mehr. Massenhaft eingesetzt würden sie in der Tat Abwehrsysteme überfluten. Die jemenitischen Huthis haben vorgeführt, dass schnell- und tieffliegende Drohnen die Patriot-Raketenabwehrsysteme austricksen können.

Caucasus War Report hat ein Video veröffentlicht, das einen Einsatz einer israelischen Kamikazedrohne Harop gegen eine armenische Stellung in Nagorno-Karabach zeigen soll. Man sieht nicht viel, der Angriff erfolgte in der Nacht und zeigt, wie die Drohne mit einer großen Geschwindigkeit einschlägt, was  zu einer großen Explosion führt. Das Angriffsvideo wurde zuerst von Aserbeidschan wohl zur Abschreckung veröffentlicht. Ein Mitglied der aserbeidschanischen Regierung bezeichnete die Kamikaze-Drohnen als „sehr effektiv“.

Auch hier ist der Sound beim Sturzflug zu hören:

Beeindruckend ist der Sound, der an die „Jericho-Trompete“ erinnern kann, einen Sound, der von der deutschen Luftwaffe des Nazi-Regimes mit den Sirenen des Sturzkampfflugzeugs JU-87 als Terrorwaffe verwendet wurde.

 

Bewaffnete Harop-Drohnen mit einer Länge von 2,5 Metern und ausgestattet mit einem 16-kg-Sprengkopf können vom Boden, von Schiffen oder von der Luft abgefeuert werden. Sie können ferngesteuert werden oder einem einprogrammierten Kurs folgen und ziele selbständig entdecken und verfolgen. Vor allem können sie in der Luft 6 Stunden lang verharren (loitering), um den passenden Moment des Zuschlagens zu erhalten, und bis zu 9 Stunden fliegen. Der terrorisierende Sound der herabstürzenden Drohnen ist gerade für Soldaten und Milizen angsteinflößend, die nicht über Abwehrsysteme verfügen.

Schnell haben die Armenier auch eine Kamikaze-Drohne entwickelt und gebaut. Sie gleicht der israelischen, hat eine Reichweite von 500 km, eine Spannbreite von 2,88 m und kann einen 10-12-kg-Sprengkopf mitführen.

 

Armenische Kamikaze-Drohne

Da die Technik relativ billig ist, wird man erwarten können, dass solche „asymmetrischen“ Kriegsszenarien wie zwischen Armenien und Aserbeidschan bald kaum mehr zu erwarten sind. Die Kriegsparteien werden sich aufrüsten, die Kriege werden fieser werden. Vielleicht spielen irgendwann die menschlichen Soldaten nicht mehr mit und überlassen das Schlachtfeld den Robotern. Aber das wäre schon fast eine Utopie, schließlich geht es um das Abschlachten von Menschen.

Ähnliche Beiträge:

Sei der erste, der diesen Beitrag teilt:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.