Interpol: In die Ukraine gelieferte Waffen werden auf den Schwarzmarkt kommen

Solche HIMARS-Waffen mit einer Reichweite bis zu 300 km werden in die Ukraine gebracht. Bild: DoD

Spätestens wenn der Krieg endet, werden Waffen, auch schwere, so warnt Interpol-Chef Jürgen Stock, in die Hände von Kriminellen geraten.

 

Der Westen pumpt Waffen in die Ukraine, um diese gewinnen oder zumindest nicht verlieren zu lassen. Zwar wird die Ukraine nach Beginn des russischen Angriffskriegs gerne als Bollwerk der demokratischen und freien Welt dargestellt, bis dahin war es und es ist weiterhin ein Land mit hoher Korruption. Dazu kommt, dass es nicht nur eine reguläre Armee gibt, sondern auch zahlreiche Freiwilligenverbände wie Asow, Rechter Sektor oder Aidar, die nur bedingt der staatlichen Kontrolle unterliegen, aber mit den Waffen aus dem Westen versorgt werden.

Interpol-Chef Jürgen Stock hat jetzt gewarnt, dass viele der Waffen, die hastig in die Ukraine gebracht werden, spätestens nach Beendigung der Kriegs in den Schwarzhandel kommen werden. Das würde nicht nur Gewehre und Munition, sondern auch schwere Waffen betreffen.

Das sei in vielen Fällen so, wo es chaotische Verhältnisse gibt, wie beispielsweise in Afghanistan, wo viele Waffensysteme in die Hände der Taliban gekommen seien. Die Kriminellen würden nur darauf warten, die Waffen in die Hände zu bekommen, um darauf Profit zu schlagen. Die kriminellen Organisationen würden weltweit vernetzt sein, kein Land und keine Region könnten isoliert den Waffenschwarzmarkt bekämpfen.

Stock sagte nicht, wohin die amerikanischen, britischen oder deutschen Waffen verkauft werden könnten, aber er deutete an, dass sie „in Europa und darüber hinaus“ an Interessenten verkauft würden. Er spekulierte auch nicht, für welche Zwecke sie eingesetzt werden könnten. Die Staaten, die Waffen an die Ukraine liefern, sollten die vorhandenen Mittel nutzen, um die Waffen zu verfolgen. Kriminelle seien an allen Waffen interessiert. Vor allem die tragbaren Waffen könnten zu kriminellen Zwecken eingesetzt werden.

Der Krieg und die Sanktionen des Westens hätten nach Stock auch zu einem groß angelegten Diebstahl von Düngemitteln und dem Handel mit gefälschten Agrochemikalien geführt. Auch der Diebstahl von Treibstoff sei angestiegen: „Diese Produkte sind wertvoller geworden.“ Er antwortete auf eine Frage nach Sanktionsumgehungen und Geldwäsche von sanktionierten russischen Oligarchen, dass Interpol dies ebenso wenig wie Kriegsverbrechen untersuche. Interpol müsse sich aus der Politik heraushalten und neutral bleiben.

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3 Kommentare

  1. Waffenverkauf dient der Ankurbelung der Wirtschaft. Die Waffen werden wohl im Westen bleiben, da die Russen ihre eigenen benutzen.
    Was immer passiert, es wird Geld umgewälzt und der Kapitalismus gestärkt. In unserem durch die Sanktionen geschwächten Markt scheint das ganz sinnvoll. Man muss nur aufpassen, dass der Neuverkauf durch diese Secondhandware nicht behindert wird.

  2. Da könnte NSU 3.0 auf Deutschland zukommen. Ich kann mich erinnern, Ähnliches im April hier gelesen zu haben:

    Der bayerische Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) warnt in Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine vor einer „Professionalisierung“ bei Straftätern. Zudem befürchten die Polizisten eine Zunahme von Gewalttaten durch zurückkehrende Kämpfer und eingeschmuggelte Schusswaffen aus dem Ukraine-Krieg. „Insbesondere extremistische Kriegsteilnehmer und viele illegal verfügbare Schusswaffen werden sich negativ auf die innere Sicherheit in Deutschland auswirken und stellen ein höheres Gefährdungspotential bei Polizeieinsätzen dar“, sagt der Landesvorsitzende Jürgen Köhnlein. dpa, 22.4.2022
    https://www.berliner-zeitung.de/news/polizisten-warnen-ukrainische-kriegswaffen-fuer-deutsche-verbrecher-li.223675

    Es halt die Frage, ob es sinnvoll ist, einem der korruptesten Staaten Europas (gar der Welt) Waffen hinzukippen.

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