„In den nächsten Tagen wird eine Kriegserklärung an die Ukraine erfolgen“

Abstimmung in der DNR
Abstimmung unter freiem Himmel in der DNR: Mit dem Referendum zum Atomkrieg? Bild: DNR

Wladimir Sergijenko diskutiert im Gespräch den russischen Plan, mit den Referenden und dem Anschluss der besetzten Gebiete von der Sonderoperation zu einem Krieg überzugehen, der nach der russischen Militärdoktrin auch den Einsatz von Atomwaffen einschließt. Mit dem Eskalationsschritt liegt der Ball nun beim Westen, wenn Putin nicht doch blöfft.

Gerade wurde in Russland die Mobilmachung ausgerufen und gleichzeitig auch beschlossen, Referenden in den besetzten Gebieten stattfinden zu lassen, die heute schon begonnen haben. Hier in der westlichen Presse wird gesagt, dass jetzt die Opposition stärker wird und immer mehr Männer versuchen, Russland zu verlassen. Stimmt da? Es gab ungefähr 1400 Festnahmen. Wie ist die Stimmung in Russland?

Wladimir Sergijenko: Ich kann die Stimmung mit den Worten eines österreichischen ORF-Korrespondenten in Moskau beschreiben. Ob es tatsächlich Warteschlangen von mehreren 100 Autos nach Finnland und in die Mongolei gibt und alle vor der Mobilisierung fliehen wollen, könne er nur im Internet beobachten. Ich auch, ich habe keine Informationen, was an den Grenzen passiert. Der Westen wird die 2000 Festgenommenen herausstellen, das sei die ganze russische Opposition, alle flüchten. Das ist wie immer die westliche Propaganda. Nach der russischen Propaganda sind wir stark und werden kämpfen. Das ist alles uninteressant. Wenn man versucht aus einer Fliege einen Elefant zu basteln, dann hat die Propaganda von beiden Seiten keinen Erfolg. Interessant ist, wohin die Entscheidungen führen und wohin sich das auf globaler Ebene entwickelt. Diese Kleinigkeiten lassen wir für den Spiegel oder Tagesschau, sie sind für unsere Gespräche nicht wichtig ist.

Für die Mobilisierung und das Referendum gibt es einen Plan. Ich beobachte, dass in Russland darüber nicht wirklich gesprochen wird. Auch wenn der Kreml schon gesagt hat, was geschieht und wohin sich das entwickeln kann. Vor kurzem hat Putin erklärt, dass man Russland nicht mit Atomwaffen bedrohen darf. Tatsächlich haben Politiker aus den USA gefordert, einen Atomkrieg mit Russland zu überdenken. Die Reaktion Russlands war, man solle Russland nicht mit Atomwaffen erpressen.

Aber andersherum heißt es doch auch, Russland würde den Westen erpressen mit der Androhung eines Atomkriegs.

„Jeder Beschuss Richtung Russland findet nun in einem anderen Kontext als vorher statt“

Wladimir Sergijenko: Das sind zwei verschiedene Positionen und es gibt keinen Dialog. Es sind zwei Monologe gleichzeitig, was man mit einem Dialog verwechselt. Ich erinnere mich nicht mehr, wer das aus dem amerikanischen Generalstab gesagt hat, dass man nach 30 Jahren dringend die Nuklearstrategie überlegen müsse. Putins Reaktion, dass man sich nicht erpressen lasse, klingt für mich ernsthaft. Mir und dir wird egal sein, wer das zuerst gesagt oder wer Lügen verbreitet hat. Wenn ein Atomkrieg beginnt, ist es scheißegal, wer das zuerst gesagt hat.

Diskutiert wird die russische Verteidigungsdoktrin, die sich von der Sonderoperation unterscheidet. Die Ukraine hatte Russland nicht angegriffen, das bedeutet, dass dann, wenn die Russen die Armee einsetzen, sie beispielsweise keine Nuklearwaffen nutzen dürfen. Im Westen weiß man das natürlich auch. Aber jetzt ist das Machtwort vom Kreml ausgesprochen worden. Wenn das nach russischem Plan durchgezogen wird, also zuerst Referenden in Donezk, Lugansk, Cherson und Saporischschja, dann deren Anerkennung und schließlich deren Integration in Russland, dann sind sie ein Teil Russlands und können die russischen Streitkräfte, wenn dann jemand Russland angreift, ganz anders antworten. Das bedeutet, dass Russland nach der Verfassung die Militärdoktrin umsetzen kann, die den Einsatz von Nuklearwaffen einschließt.

Wenn die Ukraine sagt, uns ist es egal, das ist unser Land, das die Russen okkupieren, wenn sie dann frägt, welches Land bereit sei, einen Krieg zur Rückeroberung zu unterstützen, dann hat der Westen eine Option: Entweder er macht mit oder nicht. Wenn Putin manchmal etwas Kürzeres sagt, muss man das ernst nehmen. Wenn er etwas über die Verteidigungsdoktrin sagt, was logischerweise geschehen wird, wird das nicht in Deutschland oder in Österreich, nicht von Reuters oder BBC diskutiert, auch nicht in Russland. Die Doktrin bedeutet, dass Russland aus seiner Perspektive das Recht hat, Nuklearwaffen einzusetzen. Wir sprechen nicht von der internationale Gemeinschaft und der Nichtanerkennung der Referenden. Der Westen erkennt sie nicht an, Russland aber erklärt: Das ist uns egal. Jeder Beschuss Richtung Russland findet nun in einem anderen Kontext als vorher statt.

Kannst du dir vorstellen, dass mit deutschen Panzerhaubitzen oder mit amerikanischen HIMARS-Raketen direkt auf den Roten Platz geschossen wird? Dann wird die Produktion von HIMARS oder der Panzerhaubitzen beendet. Es wird auch über die Satelliten gesprochen, deren Bilder der Ukraine ständig geliefert werden. US-Präsident Biden hatte gesagt, wenn man die Satelliten angreift, bedeutet das einen Angriff auf die USA. Wenn man mit der Hilfe von amerikanischen Satelliten den Roten Platz angreift, welche Antwort wird dann Russland geben? Werden die Russen weiter in der Sauna schwitzen und Wodka saufen oder wird es eine militärische Antwort geben?

Jetzt sprechen wir über eine Mobilisierung von 300.000 Soldaten. Das sieht viel aus. Wir wissen aber nicht, ob sie Russland vor einem Angriff aus der Ukraine schützen sollen, die jetzt stark ist und es bis Moskau schaffen könnte, weswegen Moskau mit Nuklearwaffen zuschlägt, vor denen die Nato die Ukraine technisch nicht schützen kann. Oder sind es Truppen für einen Angriff auf die Ukraine? Mit 300.000 weiteren Soldaten könnten sie bis Kiew oder Odessa vordringen. Aber das glaube ich nicht.

„Die Sonderoperation ist gescheitert“

Sie könnten zur Verteidigung der bislang besetzten Gebiete dienen.

Wladimir Sergijenko: Man kann jetzt offen sagen, dass die Sonderoperation gescheitert ist. Donezk ist 100 Mal mehr unter Beschuss als vorher. Die Menschen wurden nicht beschützt. Putin hat auch von Demilitarisierung gesprochen. Die Ukraine ist voll mit modernen Waffen und militarisiert, sie will den Krieg aber nur beenden, wenn sie die eroberten Gebiete mit Donezk, Lugansk und der Krim wieder zurückerobert hat. Die russische Demilitarisierung steht der ukrainischen Militarisierung, die vom Westen kommt, gegenüber. Aber jetzt wird ein Beschuss von Donezk, Lugansk oder Cherson zu einem Beschuss von Russland. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Selenskij sagt, die Russen sind verrückt und brechen das internationale Recht, aber der Krieg wird beendet, weil es sonst viele Tote gibt. Überdies ist Russland eine Militärmacht mit Nuklearwaffen.

Nur eine Frage dazwischen. Du bist dir auch sicher, dass die Referenden positiv für Moskau ausgehen, also dass die Gebiete an Russland angeschlossen werden können?

Wladimir Sergijenko: Wenn man ein Referendum macht, dann wird die Erwartung sein, dass es im Sinne von Moskau ausgeht. Eigentlich ist es egal, wie das Ergebnis ist, Hauptsache der Krieg ist vorbei. Die Mobilisierung der Reservisten könnte als Drohung, nicht als Angriff gemeint sein. Es geht nicht mehr um Entmilitarisierung oder Entnazifizierung, es wird nur Ruhe hergestellt. Oder es geht um Angriff und den Vormarsch auf Kiew. Oder die Russen verlieren Gebiete, während der Westen auch Soldaten stellt. Es gibt genug Videos, die zeigen, dass nicht nur Ukrainer kämpfen, sondern auch Englisch sprechende Menschen mit manchmal komischen Akzenten.

Es gibt ja ausländische Söldner oder Kämpfer auf der Seite der Ukraine, die müssen doch nicht von den amerikanischen oder britischen Streitkräften kommen.

„Russland spielt jetzt mit offenen Karten“

Wladimir Sergijenko: Die Söldner gibt es, es sind schon Hunderte in der Ukraine gestorben. Die Position der Ukraine ist klar. Sie wollen die eroberten Gebiete zurückhaben, aber das geht nur mit der Hilfe des Westens. Das heißt, der Westen ist zur Zeit am Ball, nicht Russland, das den nächsten Schritt zur Eskalation gemacht hat. Das bedeutet, dass in den nächsten Tagen eine Kriegserklärung an die Ukraine erfolgen wird. Man kapiert es nur noch nicht. Im Unterschied zur Sonderoperation wird bei einer Kriegserklärung auch der Einsatz von taktischen Atomwaffen möglich sein, um die Ukraine zur Kapitulation zu zwingen und zu Gesprächen zu kommen.

Russland hat den Plan vorgelegt und pokert nicht, sondern spielt jetzt mit offenen Karten. Die Kriegserklärung wird nach dem ersten Beschuss auf das russische Gebiet erfolgen, auch wenn das von der Ukraine oder dem Westen nicht als russisches Gebiet anerkannt wird. Jetzt ist der Westen am Zug. Auch die Ukrainer haben alles offen gesagt, was sie vorhaben. Wenn der Westen mit der Ukraine mitspielen will, dann soll er diese zum Verbündeten erklären – und dann sind wir im dritten Weltkrieg. Oder der Westen kann die Ukraine zu einem eingefrorenen Konflikt wie in Zypern zwischen der Türkei und Griechenland zwingen. Es wird nichts anerkannt, aber der Krieg wird beendet. In der Ukraine gibt es zur Zeit aber keinen Schritt zum Frieden.

Mich wundert, dass niemand darüber diskutiert. Der Westen hat schließlich die Option, die Ukraine zu verraten. Der russische Plan war schon seit zwei Monaten klar. Die Menschen haben darüber gesprochen.

Wird nicht die Ukraine jetzt versuchen, massiv Donezk und Lugansk anzugreifen?

Wladimir Sergijenko: Vielleicht wurden deswegen die 100.000 russische Reservisten gegen diesen Angriff aus der Ukraine mobilisiert.

Aber die sind ja noch nicht einsatzfähig. Sie müssen erst trainiert und ausgerüstet werden. Das dauert.

Wladimir Sergijenko: Vielleicht wird mit den Reservisten nur gepokert, um damit bis Lwiw oder Polen zu kommen. Aber wichtig ist, dass Russland Nuklearwaffen einsetzen könnte, wenn es angegriffen wird. Putin würde blöd dastehen, wenn er sagen müsste, gut, es hat uns jemand angegriffen, aber ich werde nichts machen. Es geht um eine Kriegserklärung. Die Reservisten spielen hier auch keine Rolle, sie sind eine Vorbereitung für die Zukunft. Das kann man auch als Pokern bezeichnen.

Glaubst du denn, dass die Mehrzahl der Russen dann noch hinter Putin steht? Also angenommen, es findet ein Angriff statt und Russland greift zu Nuklearwaffen.

Wladimir Sergijenko: Ich habe keine Umfrage gemacht. Mit der Mobilisierung kommt der Krieg nach Russland und findet  nicht irgendwo statt, wo die Profis kämpfen. Mich interessiert aber die Propaganda nicht. Auch wenn Zehntausend oder Hunderttausend auf die Straßen gehen und protestieren, dann ist der Gedanke, dass Straßenproteste Putin entmachten könnten, ein Blödsinn. Deswegen möchte ich nicht darüber sprechen. Es geht um die Gefahr eines dritten Weltkriegs und dass der Westen jetzt sich entscheiden muss.

Ich habe schon vor ein paar Tagen egsagt, es wäre ein erstes Zeichen, wenn Frankreich und Deutschland mit Russland dringend sprechen würden. Ich freue mich, dass die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock und ihre französische Kollegin am Rande der UN-Vollversammlung erklärt haben, mit Lawrow sprechen zu wollen. Weil der Ball zur Zeit beim Westen liegt, könnte er die Ukraine zum Verbündeten erklären. Wir haben darüber gesprochen, dass es auch dazu kommen könnte, dass die Ukraine wie nach dem Zweiten Weltkrieg Deutschland geteilt wird. Dahin scheinen wir zur Zeit zu gehen. Das wäre besser als ein Atomkrieg. Das ist die Frage, die man ernsthaft diskutieren müsste. Ich erwarte, dass in Deutschland Hunderttausende auf die Straße gehen, damit das diplomatisch und nicht mit Waffen gelöst wird.

Im Augenblick sieht es nicht danach aus.

Wladimir Sergijenko: Das sieht nicht so aus, aber mal gucken.

 

Das Gespräch wurde am Freitagabend geführt. Das Video findet sich hier: Jetzt wird es gefährlich: Der Westen ist am Zug.

 

Der Publizist und Soziologe Wladimir Wladimirowitsch Sergijenko wurde 1971 im westukrainischen Lwiw geboren. Seit 1991 lebt er in Deutschland. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Anthologien mit Poesie und Erzählungen. In Deutschland ist 2013 sein Buch „Russisch fluchen“ erschienen (Eulenspiegel Verlag). In Russland und im russischsprachigen Europa ist er insbesondere aufgrund seiner Radiosendung „Eurozone“ bekannt, die mehrmals wöchentlich im staatlichen Radio „Vesti FM“ läuft.

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51 Kommentare

    1. Für einen Soziologen trifft er aber erstaunlich viele Aussagen, die militärisches Fachwissen voraussetzen.
      Auch seine Sätze zum Thema Atomwaffen erstaunen.
      Meines Wissens lautet die Russische Formulierung doch noch immer, dass diese nur eingesetzt werden würden, wenn die RF mit Atomwaffen angegriffen würde oder die Existenz der RF bedroht sei.

    2. Die Amerikaner und ihre Speichellecker aus Berlin werden erst ruhiger, wenn die russischen Atom-Uboote aus ihren Felsenbunkern ins Nordmeer, Kurs New York, auslaufen.
      Dem Stinktier Biden geht dann die Muffe 1:100.

    3. Zu meinen Vorbehalten:
      Der Mann ist unverkennbar nicht gerade ein Freund Putins, hält sich jedoch etwas zurück. Wie schon anderswo erwähnt, verfügt er offensichtlich über kein besonderes militärisches Wissen. Damit ist er reif, die westliche Propaganda von der angeblichen russischen Drohung, in der Ukraine KW einzusetzen, zu übernehmen, macht es auch. Der Unsinn besteht darin, aus einer Warnung vor der internationalen Eskalation durch die NATO, die in eine Bedrohung der Existenz Rußlands führen würde, eine Drohung mit KW in der Ukraine zu machen. Letzterers wurde von Russland ausdrücklich ausgeschlossen. Die These dient der NATO, die Lieferung von Panzern und eventuell auch Kampfjets zu begründen, die dann tatsächlich die angewarnte Situation schaffen würde.
      Die Schlußfolgerungen des Herren ignorieren, dass die von ihm befürchtete Lage Russlands eigentlich schon vorliegt, es wird russisches Territorium bereits beschossen. Aber es erfolgt die von ihm befürchtete Reaktion nicht, was auch in der Ostukraine nicht geschehen wird. Zudem liegt er der propagandistischen NATO -These von der Unfähigkeit und mangelnden Ausstattung der russischen Streitkräfte auf. Als Zivilist kann er vermutlich nicht realistisch einschätzen, dazu ist er noch auf die „russische Armee“ im Einsatz hereingefallen. Hauptsächlich sind dort Milizen mit beschränkter Ausrüstung und damit Handlungsfähigkeit in Aktion, nicht die Armee, auf dem gleichen Niveau wie die ukrainischen Armee. So erkennt er nicht, dass es noch weitere Stufen mit der Einführung kompakter, völlig anders ausgerüsteter und über das Niveau der ukrainischen Armee hinausgehender Truppen gibt, die bisher aus gutem Grund zurückgehalten wurden.
      Allerdings hat er Recht, dass dann eine klassische Kriegserklärung an die Ukraine sehr wahrscheinlich wird, die seit langem angedrohte Vernichtung der ukrainischen Militär- und Verwaltungsstrukturen eintreten würde, aber mit konventionellen Mitteln, die er nicht kennt.

      1. Ich bin kein Militärexperte. Aber jede Kriegsführung ist doch darauf berechnet, die eigene Stellung auf dem Schlachtfeld zu sichern/verbessern, Rückzug, auch wenn nur taktisch bedingt, letzendlich einen Zugewinn an „besetztem“ Gebiet (oder eine entscheidende Positionsverbesserung im umkämpften Gebiet) herbeiführen muss. Alles andere wäre ja Umdeutung von Niederlage in Sieg.
        Interessant der Hinweis des Autors, dass die „Sonderoperation“ einen Inhalt hat, der nicht mit der Propagandasicht „Kriegsleugnung“ zusammenfällt. Da ist von russischer Seite tatsächlich eine bestimmte Vorgehensweise gemeint, die sich eben nicht mit diesen ganzen Ausdeutungen von blutrünstigem Angriffskrieg eines bösen Psychopaten deckt. Zum Krieg ist das ganze durch die Nato/EU-Intervention und die Generalmobilmachung durch die Selenskyi-Truppe geworden. Das wird ja inzwischen ganz unverhohlen von den Verantwortlichen kommuniziert: „Wir wollen die Russen ruinieren“.

  1. Keine Ahnung, ob da etwas dran ist oder ob sich da jemand einen Scherz erlaubt (was ich für wahrscheinlicher halte).

    🔴Zelensky today informed Polish President Duda about the readiness to hold referendums in Lviv, Ternopil and Ivano-Frankivsk regions for the annexation of this territory to Poland.

    This is a response of the Kiev regime to the desire of the south-eastern regions of Ukraine to join Russia.

    We are waiting for a statement from the Transcarpathian region about the desire to join Hungary, and the Chernivtsi region about joining Romania.

    Zelensky did ruin and destroy Ukraine.

    (x)https://t.me/StopHating_Russia/3225

      1. Abwegig ist das nicht, der Investor versucht seine Anlage zu schützen. Die ukrainische Führung hatte ihre Verfassung, ohne Referendum, so geändert, das die Investoren nach der regelbasierten Ordnung tun was sie immer gerne tun…
        Die Frage sollte jetzt sein: inwieweit ist das mit dem Völkerrecht vereinbar, eine Verfassung zu ändern ohne Befragung?

  2. Ich fand, das Interview schon gut. Es wird in der Abschrift nicht wiedergegeben, dass Florian Rötzer angemerkt hat, dass Russland ja auch Wagner Truppen im Einsatz hat. Nachdem Wladimir Sergijenko auf die „komischen“ Aussprachen hingewiesen hat.
    Was mir zu denken gibt, ist das ich ja schon Kriege miterlebt habe, das war allerdings alles Theoretisch. Es hat sich hier nichts geändert nach dem Einfall der USA in den Irak, es fand auch keiner schlimm, weil die Presse den Irak schon ins „richtig“ Licht gerückt hat, genauso wie Irak/Iran. Der Störenfried Assange hat aufwühlende Filmchen gepostet. Da ist auch Ruhe eingekehrt, keiner will was wissen.
    Aber jetzt, die Ukraine ist so weit nicht weg und die Waffen weit effizienter. Das alles wo ich schon weichgekocht bin, durch die Bundesregierung, mit den ganzen Sanktionen und mangelndes Gas.
    Wladimir Sergijenko sagt das 100000 tsd auf die Straße sollten für den Frieden, wer soll das organisieren? Die Grünen wollen ruinieren, was würde Baerbock den Russen sagen können und sollen die Russen deren Sprüche trauen.

      1. Hallo Max

        Gut möglich, wahrscheinlich wird in den nächsten Wochen der Art. 80a Spannungsfall beschlossen. Allein um erstmal die Energie Versorgung unter Staatliche-Kontrolle zu bringen.

  3. Das ist ja die Krux, dass diejenigen, die mal Massenproteste organisieren konnten, heute entweder die schlimmsten Kriegstreiber sind oder wie DIE LINKE aus Gründen der möglichen Machtbeteiligung keine eindeutige Stellung beziehen außer die bisherigen Folgen ein bisschen abzufedern.
    Und wahrscheinlich werden sich mehr Menschen zu den AfD-Gegenprotesten einfinden als zu einem eigenen Protest gegen diese Eskalation, die meinem Empfinden nach eben vor allem USA/NATO zu verdanken ist.

    1. Ich glaube, es wird weiter eskaliert von beiden Seiten, bis es zu spät ist. Die oligarchischen Eliten, ob nun in USA, Russland oder sonst wo, sind begeistert bei der Sache und können nicht zurück. Wer die russische Wirtschaft ruinieren will, und sei es ob des Ruins der eigenen Wirtschaft, wer auf „ewig“ nichts mehr mit Russen zu tun haben will, macht sich doch lächerlich, wenn er plötzlich umkehrt.

      Das einzige Subjekt, das eine Änderung der Politik herbeiführen könnte, wären „die Menschen“ – wer immer sich dazu zählt. Doch die sind sprachlos oder auf Linie und Massenorganisationen wie Kirche und Gewerkschaften fallen ebenso aus, weil alle schamlos von unseren Medien mit Propaganda überschwemmt werden.

      Die Nachdenkseiten verweisen heute auf einen Bericht von Ben Norton, der die Rede von Präsident Biden, die er am 22.09.2022 vor der UNO gehalten hat, auf Lügen abgeklopft hat. Solange unsere Medien über derartige Verdrehungen von Tatsachen nicht berichten, muss man sich nicht wundern, dass Otto Normalbürger sich keinen Kopf macht.

      Von russischen Bürgern verlangt man gerne, dass sie tun, was auch die Pflicht der westlichen Bürger wäre – ihre Regierungen zu kritisieren.

      Ändern könnte sich dies allerdings im Winter, wenn es mit Heizung, Bezahlung, Wohnung oder Arbeitsplätzen nicht mehr klappt, aber diese negativen Entwicklungen sind ja, dies Mantra hören wir heute ja täglich, „Folge des russischen Angriffskriegs.“
      PS. Ich habe mich entschlossen, diese Ausrede demnächst auch für jeden Fehler zu nutzen, der mir unterläuft.

  4. Es ist doch im Moment absurd über den Einsatz von Atomwaffen zu schwadronieren.
    Die Russen sollten sich jetzt lieber auf den mittleren Frontabschnitt zwischen Slawjansk und Maryinka konzentrieren, denn dort droht ihnen demnächst ein ähnliches Desaster, wie unlängst im nordöstlichen Abschnitt.
    Wenn es ihnen nicht gelingen sollte, innerhalb kürzester Zeit die strukturellen Mängel bei der Zusammenarbeit zwischen Luftwaffe / Heer und zeitnahen Aufklärung endlich zu beheben, werden sie den flexiblen Angriffen der ukrainischen Streitkräfte unterlegen sein.

  5. Die Rechten machen allerdings schon Gedankenspiele, wie viele Waffen es in der Bevölkerung gibt, alte NVA-Bestände etc.. Gleichzeitig wird beschwichtigt und rechtsstaatliche und parlamentarische Möglichkeiten hervorgehoben:
    https://www.achgut.com/artikel/indubio_folge_22_18_09_2022_das_ende_der_gemuetlichkeit

    Man kann nur hoffen, dass die ihre Wirrköpfe unter Kontrolle bringen. Allerdings bin ich auch mal über einen Artikel gestolpert, in dem es darum ging, dass die Deutschen doch nur darauf warteten, durch Putin von Massenmigration und LGTBI-Auswüchsen befreit zu werden. Falls das ernsthaft einige russische Strategen glauben, wäre das ein gefährlicher Irrtum.

    Leider ist die Zivilgesellschaft, die Friedensdemos organisieren könnte und müsste, am Boden, zerstört durch eine Pseudo-Linke, der die bereits völlig überzogenen Corona-Maßnahmen der Regierung nicht weit genug gehen konnten und die im vorauseilenden Gehorsam zu Hause blieb, Treffen absagte und allenfalls auf zoom umgestellte und jegliches Hinterfragen der herrschenden Narrative als „rechtsextrem“ diffamierte. Eine Generation Jugendlicher wurde mit Kontaktverboten zu den Groß- und Ur-Großeltern belegt, verpasste in der Schule den Politik- und Geschichtsunterricht und KZ-Gedenkstätten-Besuche, stand vor verschlossenen Bibliotheken, verpasste Freund- und Liebschaften, sah sich Einsamkeit, Existenz- und Zukunftsängsten ausgesetzt, und flüchtete sich in den Konsum digitaler Unterhaltungsmedien. Dann nahte das Ende von Corona, man hätte sich reorganisieren und einige zerrüttete Beziehungen vielleicht reparieren können, die Maßnahmen aufarbeiten, aber dann marschierte Putin in der Ukraine ein. Gut, es gab eine Zunahme von Beschuss, und die Ankündigung Selenskjis sich Atomwaffen zuzulegen. Vermutlich befürchtete Russland auch einen Biowaffenangriff, und das möglicherweise zu recht. Aber die Zivilgesellschaft in Deutschland hat der nahtlose Übergang von Corona-Panik zu Kriegspanik weiter geschwächt.

  6. Eben kam folgende Meldung auf ZON:

    „Polen bekräftigt Absage zur Aufnahme russischer Kriegsdienstverweigerer

    Die polnische Regierung will Russen nicht in ihr Land lassen, auch wenn diese vor der Einberufung in den Krieg fliehen wollen. Das sagte Außenminister Zbigniew Rau in einem Interview mit der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Auf die Frage, ob Polen es Russen erleichtern sollte, sich dem Militärdienst zu entziehen, um damit das militärische Potenzial Russlands zu schwächen, antwortete Rau mit klarer Ablehnung.

    Sowohl aus sicherheitspolitischer als auch aus moralischer Sicht sei es „höchst unratsam“, eine größere Zahl an Russen aufzunehmen. Auch andere Nachbarn Russlands, etwa die baltischen Staaten und Finnland, teilten Polens Haltung, dass Kriegsdienstverweigerung allein kein ausreichender Grund sei. „

    Tja, offenbar will man keine Russen mehr in Europa haben. Ich verstehe aber weder die „sicherheitspolitischen“ (als gäbe es nicht schon genug Russen in Europa, die Probleme machen könnten, wenn sie denn wollten) Bedenken noch die „moralischen“ Bedenken. Welche Moral bitteschön soll denn damit verteidigt werden?

  7. Verwirrung. Die Angelegenheit ist wesentlich einfacher. Die Ukrainer können nicht mehr tun, als sie jetzt tun. Sie sind schon recht ausgeblutet – wenn man die diversen Kategorien addiert, geschätzte 100’000 bis 200’000 Verluste -, speziell bezüglich ausgebildeter Soldaten und diese sind nach wie vor entscheidend in einem Krieg. Um den Druck auf Russland zu erhöhen, müsste die nato offen mit eigenen Kräften direkt eingreifen. Das wäre dann der dritte Weltkrieg. Tut sie das nicht und liefert sie auch nicht mächtigere Distanzwaffen, Lenkwaffen, Jets etc., was wohl ebenfalls zur direkten Konfrontation führte, wird sie zusehen müssen, wie die Russen ihre territorialen Pläne verwirklichen, wie weit immer diese gehen. Die russischen Ziele – Reduktion der Ukraine auf einen machtlosen, zwangsweise neutralen Rumpfstaat – werden erreicht werden. Die russischen Ressourcen dafür sind virtuell unerschöpflich, während der Westen schon jetzt Anzeichen von Auszehrung zeigt, sowohl was die Waffenvorräte, als auch die ökonomische Lage allgemein anbelangt. Ein entscheidender Punkt – die Auseinandersetzung findet in russischer Grenznähe statt, das ist in vielerlei Hinsicht von Vorteil für Russland.

    Der Westen überschätzt seine Kräfte, fällt auf seine eigne Propaganda herein. Das ist extrem gefährlich.

  8. Im Prinzip ist es ebenso erheiternd, wie erschütternd, wenn WIR hier die „Lage“ analysieren – und unsere Spekulationen nur läppische SandkastenSPIELEREIEN bleiben.

    Fakt ist: Russland hat von Beginn an, die Weichen auf WEICH und damit in die „falsche“ Richtung gestellt. Allein der letzte Gefangenenaustausch, war weder notwendig, noch propagandistisch zumindest ins richtig Licht gesetzt worden. Wenn, was haben die Medien daraus gemacht? Es als Zeichen der Schwäche, interpretiert.

    Für eine „Kriegserklärung“ an die Ukraine, ist es bereits, angesichts der überwältigenden Geschenkspakete, viel zu spät. Ich sehe keine Möglichkeiten mehr, sowohl Imagemäßig, als auch praktisch, der Ukraine, Paroli bieten zu können.

    Es handelt sich meiner laienhaften Meinung nach, um grundlegende strategische Fehler, die eben – siehe „geschenkspakete“- nicht mehr zu beheben sind. Es fehlten die Anfangserfolge, die bei einem „Sieg“ der Ukraine, Europa noch sehr schwer im verstimmten Magen liegen werden. Und ich glaube, es gibt hier nicht allzu viele Teilnehmer, die sich die Ukraine, in der EU, ernsthaft wünschen würden.

    Zwar wird die EU derzeit ohnehin nur künstlich am Leben erhalten – die bevorzugten autoritären Mechanismen, sind der Beginn ihres Untergangs – aber NOCH, ist die Autolyse nicht wirklich eingeleitet. Der latante Trend, die Ukraine, als „bevorzugtes Mitglied“, möglichst schnell aufzunehmen, ist absehbar. Aber eine Union, die sich seit JAhren als wirtschaftliche „Lumpensammler“ betätigt, ohne ihr Budget ernsthaft zu prüfen, kann auf Dauer nicht bestehen.

    „Welche Moral bitteschön soll denn damit verteidigt werden?“ Tja, „Two moon“, unter anständigen Menschen, gilt halt noch der herkömmliche „Moralbegriff“, aber da es die heute nicht mehr gibt, schon gar ncht in globalen Institutionen, können wir das getrost, vergessen. Oder anders ausgedrückt: „Demokratie ist das, was Amerika überal exportiert.“ Siehe: Irak, Afghanistan, etc,….

    1. Mit Moral könnte hier auch die Melnyk-Moral gemeint sein, der gesagt hat: „Solange die kritische Masse in Russland nicht für einen Umsturz reicht, sollen Kriegsdienstverweigerer dort ruhig in den Knast anstatt Dolce Vita im deutschen Sozialsystem zu feiern“.

      1. Melnyk und „Moral“ – zwei Begriffe, die nicht zu emulgieren sind. Als Mensch intellektueller Klärschlamm und als „Diplomat“, ein frecher Pöbelmeister. Aber klar, er vertritt sein Regime. So gesehen: Kein Widerspruch. Wir freuen uns, über das „bevorzugte Mitglied“ in der „europäischen Wertegemeinschaft“.

    2. was haben die Medien daraus gemacht? Es als Zeichen der Schwäche, interpretiert.

      Ja und? Die würden doch ohnehin Alles als Zeichen der Schwäche interpretieren, selbst wenn die Russen bereits vor Berlin stünden und den Kanzlerbunker noch nicht bombardierten.

      Kriegspropaganda halt. Alles was der Gegner macht oder nicht macht wird als Zeichen der Schwäche interpretiert.

      1. „Alles was der Gegner macht oder nicht macht wird als Zeichen der Schwäche interpretiert.“ Das ist ein bisschen zu simpel.

        Nein, würde Russland seine „humanitär“ lahmarschige Schwäche in „faktenbasierte“ Stärke umwandeln, würde der Wertloswesten zwar auch schreien – aber die Lage, wäre eine ANDERE. Diese Betrachtung, ist ein bisschen zu simpel.

        1. Ach komm schon, die werden immer Alles auf den Kopf stellen und propagandistisch in Schwäche verwandeln. Was erwartest du von Russland? Dass es Kiew dem Erdboden gleichmacht?

          Das wäre nicht zielführend. Was zählt ist das Resultat. Es gäbe hunderttausende Opfer unter Zivilisten. Was würde wohl die westliche Propaganda dazu sagen? Ist doch klar: Völkermord! Seht her Russland ist mit seinem Latein am Ende und es fällt Putin nichts besseres mehr ein außer Völkermord.

          Siehe zum Beispiel in den besetzten Gebieten hat sich die Zurückhaltung Russlands ausgezahlt. Die Leute da sind in überwältigender Mehrheit für den Anschluss an Russland. Die letzten Monate wurden sie von der Ukrainischen Armee terrorisiert und die Russen haben da mit maximaler Vorsicht operiert und unnötige Opfer unter Zivilisten soweit wie möglich vermieden. Halfen ihnen mit humanitärer Hilfe, bauten wieder auf, gewannen ihre Herzen. Dies ist gelungen, es fällt sogar der westlichen Kriegspropaganda sehr schwer dies zu relativieren. Das ist das was zählt, was zielführend ist. Das ist wahre Stärke.

          Stark ist nicht Derjenige der mit maximaler Härte zuschlägt. Stark ist derjenige der ungeachtet gegnerischer Kriegspropaganda einfach sein Ding durchzieht und am Ende seine Ziele erreicht.

          1. Lieber Hacker,

            „Stark ist nicht Derjenige der mit maximaler Härte zuschlägt. Stark ist derjenige der ungeachtet gegnerischer Kriegspropaganda einfach sein Ding durchzieht und am Ende seine Ziele erreicht.“

            Klingt gut, vor allem nach subtiler Propaganda, um eigenes Versagen zu beschönigen, geht aber an der Realität völlig vorbei, ebenso wie die Zeiten der „Wattebällchen“. vorbei sind.
            Fakt ist: Ich will keine „glorreiche“ Ukraine, in der EU. Aber vielleicht sind beide Faktoren, ohnehin, nur noch eine Frage der Zeit.

            Noch etwas: Die plauschsüchtige Propaganda, die über „allsehende Flugzeuge“ berichtet: Huch, was soll das denn? Die Ukrine, die von den USA mit allen Daten versorgt wird, soll „angst“ bekommen?

            1. Klingt gut, vor allem nach subtiler Propaganda, um eigenes Versagen zu beschönigen, geht aber an der Realität völlig vorbei, ebenso wie die Zeiten der „Wattebällchen“. vorbei sind.

              Also, wenn du mich persönlich um meine Meinung fragst, würde ich mir auch gern wünschen, dass die Zeiten der „Wattebällchen“ vorbei sind, und in Russland werden diese Forderungen auch immer lauter, was Putin unter nicht unerheblichen Druck setzt mittlerweile. Definitiv erleben wir mit der Teilmobilmachung und die Aussicht auf einen Anschluss von vier Regionen (wenn auch nicht vollständig) an Russland gerade eine enorme Einsatzsteigerung Russlands. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass diese Schritte Russlands, sowie die wirtschaftliche Krise welche Europa trifft, nicht das sein kann, was der Westen mit seinem Wirtschaftskrieg und Beteiligung an einem Proxykrieg erreichen wollte. Was bleibt also dem Westen also anderes übrig, als die Aufmerksamkeit auf vermeintliche Schwächen Russlands zu lenken?

  9. Heute ist der 2. Tag der Referenden; bleiben noch 3 weitere Tage.
    Irgendwo habe ich gelesen, dass 150 Beobachter dort sein sollen (eigentlich wäre dies Zuständigkeit der OSCE).
    Ich hoffe, dass sich alle zuständigen Personen bewusst sind, dass der Erfolg seit 2014 auf sich warten lässt, und dass der Erfolg notwendig ist.

    Für die militärischen Implikationen der Kehrtwendung kann ich mich nicht kompetent äußern. Die bisherige Vorgehensweise kann sicher kritisiert werden. Meistens bleiben aber außenpolitische Implikationen und „Empfindlichkeiten“ unberücksichtigt, wie z.B. das Ausscheren Kasachstans in Bezug auf die Ukraine.

  10. Sergijenko enttäuscht diesmal und beschwört im Sinne der westlichen Propaganda einen unvereindlichen Einsatz taktischer Atomwaffen in der Ukraine. Dieses Narrativ zielt darauf ab Angst im Westen zu erzeugen um weitere Eskalationsschritte seitens des Westens zu legitimieren. Seht her, die Sonderoperation sei gescheitert, Russland so verzweifelt dass es ganz bestimmt zu Atomwaffen greifen würde. Und zwar taktischen und ausschließlich in der Ukraine um den Krieg doch noch zu gewinnen.

    Das ist mit Verlaub, ziemlich weit her geholt. Russland kämpft in der Ukraine jetzt mit dem kleinem Finger. Noch nicht einmal das. Gerade mal 200.000 Soldaten. Das ist gar nichts. Russland hat mehr als 2 Millionen Soldaten im aktiven Dienst und 25 Millionen in der Reserve. Davon werden jetzt gerade mal 300.000 mobilisiert, also etwa als 1% der Reservekapazität. Das reicht Alle mal um die gesetzten Ziele zu erreichen. Das räumt übrigens auch der Berater des ukrainischen Präsidenten offen ein, dass die dann einpacken können wenn die Mobilisierung erstmal an der Front ankommt.

    Auch ohne Atomwaffen, ausschließlich mit konventionellen Mitteln könnte Russland die Ukraine in kürzester Zeit dem Erdboden gleichmachen, wenn es das wöllte. Dann wären aber auch Millionen von Opfern unter Zivilisten kaum zu vermeiden. Und das ist das einzige was Russland davon abhält mit Kiew das Selbe zu machen was USA mit Raqqa und Mosul gemacht haben. Russland ist schließlich nicht daran interessiert unnötiges Greuel bei Ukrainern zu verursachen.

    Dann diese Suggestionen Russland würde nach der Aufnahme der besetzten Territorium in den eigenen Bestand beim Einschlag der ersten Granate dort gleich mit Atomwaffen antworten. Die Ukraine beschießt jetzt schon seit Monaten immer wieder russisches Territorium in der Region Belgorod. Dort gab es auch schon Opfer unter Zivilisten. Wenn das so wäre wie Sergijenko suggeriert, hätte das Russland doch auch jetzt bereits zur Legitimierung eines Einsatzes von Atomwaffen geführt. Blödsinn natürlich. Russland würde auf Jedenfall zunächst alle konventionellen Mittel ausschöpfen. Und wie ich schon sagte, Russland kämpft gerade mit dem kleinem Finger und hat noch sehr große Kapazitäten an konventionellen Möglichkeiten.

    Dann suggeriert Sergijenko in der russischen Verteidigungsdoktrin stünde drin jeder Angriff auf russisches Territorium legitimiere einen Einsatz von Atomwaffen und mache ihn sogar sogut wie unvermeidlich. Das ist Blödsinn. Die Kriterien für den Einsatz von Atomwaffen in der russischen Verteidigungsdoktrin lauten:
    Wenn die Existenz Russlands in Frage gestellt wird.
    Davon, dass in Donezk oder Cherson weiter Granaten einschlagen, das stellt jetzt die Existenz Russlands noch lange nicht in Frage und die konventionellen Möglichkeiten sind noch lange nicht erschöpft.

    Also bitte, Sergijenko macht einfach nur Panik. Das nützt nicht viel.
    Eine Kriegserklärung könnte es geben, das hieße aber nicht, dass Russland gleich mit Atombomben um sich schmeißt. Und ich habe auch Zweifel, dass es eine Kriegserklärung gibt, wahrscheinlicher ist, dass die Spezialoperation in eine Antiterroroperation umgewandelt wird und dass, dann ein Enthauptungsschlag mit konventionellen Mitteln erfolgt.

    1. „Das ist mit Verlaub, ziemlich weit her geholt. Russland kämpft in der Ukraine jetzt mit dem kleinem Finger. Noch nicht einmal das. Gerade mal 200.000 Soldaten. Das ist gar nichts.“

      Lieber Hacker, so sehr ich deine Betrachtungen schätze – aber diese erinnert mich schon sehr an klassische Durchhalteparolen.

      „Auch ohne Atomwaffen, ausschließlich mit konventionellen Mitteln könnte Russland die Ukraine in kürzester Zeit dem Erdboden gleichmachen, wenn es das wöllte.“

      Auch das riecht mir nach virtuell kraftmeierndem Muskelspiel: „wenn ich wollte, dann könnte ich ja“. Gut, ich gebe zu, nur Hobby-Stratege zu sein, keine Ahnung zu haben, ABER: Der „Blitzkrieg“, der in drei Tagen erledigt ist, hat sich als fataler Irrtum erwiesen. Es ist zuviel Zeit vestrichen, um noch vor den Geschenkspaketen, robuste Fakten zu schaffen. Kein „Enthauptungsschlag“, zuviel an „humanitären“ Überlegungen, die von der Ukraine nicht nur als Schwäche“ ausgelegt wurden, sondern von den Medien als „Versagen“ der RF gepriesen wurden.

      Natürlich ist die nukleare Variante eine schwarze Katze im Sack – und Russland wäre sicher nicht daran interessiert, jene Verstrahlung in Kauf zu nehmen, die auch „nur“ kleine taktische Bömbchen, freisetzen. Daher halte ich auch die „atomare Bedrohung“, für ein zahnloses Kätzchen. Was hindert also daran, nun weniger sensibel vorzugehen? Schließlich ist es nun schon egal: Russland ist der „Teufel“, es kann noch so schonend vorgehen: Massaker, werden immer der RF zugeschrieben werden und folglich könnte es auch völlig unbeschwert nach dem Motto agieren: „Ist der Ruf ruiniert, lebt sich´s ungeniert“. Fazit: Russland hat sich vehement in den Usancen des Gegners verschätzt.
      Nebenbei: Ich bin ein vehementer Vertreter DIPLOMATISCHER Gepflogenheiten, aber „Diplomatie“, als harmonisierenden Interessensausgleich, in dem alle Beteiligten dem Verhandlungspartner auf Augenhöhe begegnen: Das gibt es leider schon lange nicht mehr!! „Diplomatie“ heute, ist ein Wettkampf verschiedener Schutzgeldmafia-Gruppen. Wer sich nicht fügt, dessen Bude, wird eben angezündet.

      „Diplomatie“, wird heute nur als

      1. ABER: Der „Blitzkrieg“, der in drei Tagen erledigt ist, hat sich als fataler Irrtum erwiesen.

        Aber: Das ist doch auch nur ein Teil westlicher Kriegspropaganda dass Russland sich angeblich solche Ziele gesetzt und irgendwelche Illusionen gemacht habe. Das ist einfach nicht wahr. Amerikaner hatten Panik gemacht, dass die Ukraine nur drei Tagen bestehen würde. Nicht die Russen. Die Russen haben sich überhaupt keine Illusionen gemacht, und da sie reichlich Erfahrung mit Kriegen verfügen, haben sie auch keine zeitlichen Vorhersagen gemacht wie lange der Krieg dauern würde. Achte mal darauf, ließ mal die Ansprachen Putins vom 24. Februar durch. Da ist nirgends die Rede von einem dreitägigen Blitzkrieg. In Russland machte man sie nie Illusionen. In russischen Medien war von Anfang an die Rede davon, dass es Jahre dauern könnte. Manche Experten vermuteten sogar die Denazifizierung der Ukraine könnte wie auch die Denazifizierung Deutschlands mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

        Also wessen Irrtum war das jetzt? Die Amerikaner haben das selbst erfunden und dann selbst in russischen Irrtum verwandelt. Kriegspropaganda eben.

        1. Ein schneller, ordentlicher Schlag auf die ukrainische Schaltzentrale hätte sicherlich Auswirkung auf das Kriegsgeschehen. Es ist nicht gelungen. Über die Gründe kann spekuliert werden. Aber im Ergebnis, Stand heute, hat sich da bereits eine ukrainische Gegenwehr formiert, die fürs Weitermachen bis zur Generalmobilmachung ausgereicht und auch bei den westlichen Begutachtern keinerlei Zügelung der eigenen Absichten hervorgerufen hat.

    2. Noch so ein schönes Bild:
      Russland kämpft gerade mit dem kleinem Finger und hat noch sehr große Kapazitäten an konventionellen Möglichkeiten.
      Mindestens einer der kleinen Finger ist schon nicht mehr an der schlaffen Hand.

  11. Bei einer Teilung der Ukraine stellt sich die Frage ob die Ukraine auf jegliche Gewalt verzichten kann und ob der Westen es schafft, den maroden Staat aufzubauen, zum Vorbild werden zu lassen?

      1. Mal ganz davon abgesehen, dass der Normalbürger der Ukraine noch lange unter diesem Krieg leiden wird, und nicht nur durch den Angriffskrieg Russlands sondern auch durch den Verkauf der ukrainischen Vermögenswerte durch die dortige neoliberale Regierung.

        Da wartet, auch bei einem eventuellen Phyruss-Sieg über Russland, noch viel mehr Übles als in Vorkriegszeiten schon auf die daheimgebliebenen UkrainerInnen dank Selenkskji & Co.

        Die Internationale der Ausbeuter hat ja schon jetzt dafür gesorgt, dass der ukrainische Arbeitnehmer, die ukrainische Arbeitnehmerin, keinerlei Rechte mehr haben, wie man bei Nachdenkseiten letzte Woche nachlesen konnte, und das ist erst der Anfang vom Ausverkauf der Ukraine……

        Zynische Grüße Bernie

  12. Ich glaube nicht, dass es zu einem Einsatz der Atombombe – egal ob USA oder Russland, oder irgend ein anderes Land – kommen wird. Der Grund ist einfach der warum – wie ich woanders schon schrieb – niemand mehr großflächtig Giftgas in Kriegen einsetzt. Giftgas ist international geächtet ,weil es an der Front die Windrichtung ändern kann – und hat Putin nicht davon gesprochen, dass der atomare Wind Richtung Westen wehen kann wenn die USA, oder westliche Staaten, Atomwaffen gegen Russland richten?

    Putin kennt diese Tatsache von Massenvernichtungswaffen sicher auch, dass solche der eigenen Bevölkerung bzw. den eigenen Soldaten auch schaden können, und allein das, nicht allein reiner Humanismus, hat dazu geführt das seit den atomaren Massenmorden von Hiroshima und Nagasaki (an den Folgen dort heute noch Menschen krank werden bzw. krank zur Welt kommen oder sterben, dass muss auch mal gesagt werden) nie wieder eine Atombombe real eingesetzt wurde – nicht einmal in ganz brenzligen Situationen wie der Kuba-Krise früher.

    Nein, die Atombomben sind nicht global verboten, aber ihr Einsatz wird nie kommen, da bleibe ich Optimist, und zwar aus oben erwähnten Gründen, die nichts mit Humanismus zu tun haben, sondern mit reiner Vernunft sich selbst nicht zu schaden um einen eventuellen Feind zur Strecke zu bringen.

    Aus oben erwähntem Grund wurden auch andere Massenvernichtungswaffen nie von den USA, oder Russland, eingesetzt – Nicht allein Atombomben würden die Erde auf der wir alle friedlich leben sollten für die Menschheit jahrhundertelang unbewohnbar machen sondern auch Chemie-, Bio- oder andere Massenvernichtungswaffen.

    Früher, im echten Kalten Krieg mit der UDSSR, gab es solche utopischen Szenarien in Romanen und Filmen, die mit dazu geführt haben, dass die Friedensbewegung stark wurde, ich weis. Wo sind die geblieben?

    Zynischer Gruß
    Bernie

    1. Ich stimme weitestgehend zu. Atomwaffen sind Abschreckungswaffen, deren eigentlicher Zweck ist deren Nichteinsatz. Die haben ihren Zweck verfehlt, wenn sie doch zum Einsatz kommen sollten. Solange Russland und NATO sich nicht in einem direkten Krieg miteinander befinden, halte es für sogut wie ausgeschlossen, dass Russland oder USA zur Atombombe greifen ohne selbst mit Atomwaffen angegriffen worden zu sein. Beide Seiten begreifen schon, dass es bei einem Atomkrieg zwischen Russland und USA keinen Sieger geben kann.

      Allerdings würde ich bei einer direkten militärischen Konfrontation zwischen Russland und NATO nicht ausschließen, dass es eine Eskalationsspirale in Gang setzen würde, welche schnell außer Kontrolle geraten würde und zu einem totalen Krieg und in Folge einem Atomkrieg führen würde, auch dann, wenn keine der beiden Seiten es wöllte. Dies würde dann nur noch sehr schwer aufzuhalten sein.

  13. Die Generalmobilisierung unter nicht-russischen Minderheiten sieht mir doch arg nach Verzweiflungstat aus. Einige sagen, sie erfolge auch, um Russland „weißer“ zu machen unter dem Wissen, dass die meisten als Kanonenfutter fallen werden. An einen solchen Grund ich nicht, aber wer weiß?
    Jedenfalls liegt doch die Gefahr in einem solchen Heer darin, dass ganze Einheiten sich weigern zu kämpfen oder gar überlaufen. Was soll ein Krimtatare davon haben, für die RF zu kämpfen? Was haben die Asiaten davon? Und jemand der ernsthaft glaube, für den Einsatz 3000 EUR pro Monat zu bekommen, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Russland ist so arm und klamm, da reicht es maximal für Winterbekleidung für die schwache Reservetruppe.
    Gleiches gilt meines Erachtens auch, wenn Weißrussland in den Krieg eintreten würde.

    phz

    1. Es gibt keine Generalmobilmachung.
      Nur eine Teilmobilmachung. Eine relativ beschränkte sogar. Nur 300.000 werden eingezogen. Das ist 1% von der Reservekapazität Russlands. Es werden nur ein geringer Teil der Reservesoldaten des ersten Grades berufen. Solche mit militärischem Beruf und mit Kampferfahrung. Bei einer Genralmobilmachung wird jeder wer eine Waffe bzw. Werkzeug halten kann berufen entweder an die Front oder in der Munitionsfabrik. Für das heutige Russland könnten bei einer Generalmobilmachung einschließlich Frauen etwa 80-90 Millionen mobilisiert werden. Also lass uns aus einer Fliege keinen Elefanten machen.

      1. > Es gibt keine Generalmobilmachung.
        In der Vasallenrepublik Dagestan schon. Ich weiß, das sind keine Russen, keine Slawen. Nicht mal ein Pommes aus der ganzen Tüte. Nur das Fett, das raustropft.

        Jedenfalls sind die Dagestanis not amused. Nachbar Kadyrow hat jüngst auch schon abgewunken: Kanonenfutter gibt’s von uns nicht mehr.

        Ich denke, Russland wird innerhalb kürzester Zeit den gesamten Kaukasus verlieren, wenn das so weiter geht.

        phz

    2. Jedenfalls liegt doch die Gefahr in einem solchen Heer darin, dass ganze Einheiten sich weigern zu kämpfen oder gar überlaufen.

      Reservesoldaten 1. Grades mit Kampferfahrung? Wohl kaum. Das ist deren Beruf. Darüber hinaus, gibt es kaum etwas mehr motivierendes für einen russischen Berufssoldaten, als die Aussicht darauf, wie ihre Großväter in der Ukraine gegen Faschisten zu kämpfen. Erst recht wenn sie womöglich mit Deutschen Panzern mit aufgemalten Hakenkreuzen daher kommen.

      In der Ukraine übrigens gibt es bereits die 7. Mobilisierungswelle. Männer im Alter 18-60 dürfen das Land grundsäztlich nicht verlassen. Irgendwie hattest du da bisher auch keine Bedenken bezüglich der Loyalität in der ukrainischen Armee. Selbst dann nicht, wenn sie sich tatsächlich zu Tausenden ergaben, wie das Asow Batallion in Mariupol. Dabei zählt das Asow Batallion zur Elite. Haben acht Jahre Kriegserfahrung, sind idelologisch motiviert, haben einen Opferkult (Auf dem Schlachtfeld fallen, als „Held“ ins Wallhalla kommen, und mit Odin anstoßen), und sind am Besten ausgestattet und ausgerüstet.

      1. „Darüber hinaus, gibt es kaum etwas mehr motivierendes für einen russischen Berufssoldaten, als die Aussicht darauf, wie ihre Großväter in der Ukraine gegen Faschisten zu kämpfen.

        Ja, Hacker, das hört sich aber schon ziemlich martialisch an. Vielleicht auch ein wenig zu viel Pathos für meinen Geschmack.
        Ich hoffe nicht, dass die Russen allzu wild darauf sind gegen Ukrainer zu kämpfen. Ist doch immerhin ein ihnen nahes Volk, etwa so als müsste ich gegen Österreicher und Niederländer kämpfen.
        Ja, die Faschisten, ich weiß, aber die allermeisten Ukrainer sind doch wohl _keine_ Faschisten und gegen die müssen sie ja auch kämpfen.

        Sollten die Russen aber wirklich mit der Hassbrille „Die Faschisten“ auf die Ukrainer losgehen, so wie die Ukrainer teilweise mit ihrer Hassbrille auf die Russen losgehen, dann werden, so fürchte ich, beide Völker unverzeihliche Vebrechen aneinander begehen – und damit schließlich auch an sich selbst.

        1. Ja, Hacker, das hört sich aber schon ziemlich martialisch an. Vielleicht auch ein wenig zu viel Pathos für meinen Geschmack.
          Das kann ich gut nachvollziehen, ich habe viele Jahre in Deutschland gelebt. Das war jetzt aber auch eher polemisch gemeint.
          Ich hoffe nicht, dass die Russen allzu wild darauf sind gegen Ukrainer zu kämpfen. Ist doch immerhin ein ihnen nahes Volk, etwa so als müsste ich gegen Österreicher und Niederländer kämpfen.

          Wir reden jetzt doch immer noch über russische Berufssoldaten? Also das sind Leute die sich freiwillig für den Beruf Soldat entschlossen hatten. Oft sind es hardcore Patrioten. Darüber hinaus, die Motivation gegen Ukrainer als solche zu kämpfen liegt hier nicht zu Grunde. Im Gegenteil. Das offizielle Russland sieht sich in der Rolle des Befreiers oder Wiederbelebers von Novorossya und betont immer: Wir kämpfen nicht gegen das Ukrainische Volk. Wir kämpfen nur gegen das Nazi-Regime und seine Truppen. Die Truppen Kiews hält Russland für nicht legitim. Die „wahre“ Ukraine seien die s.g. VOLKSrepubliken, und Kiew das sei das vom Westen ferngesteuerte faschistische Okkupationsregime welches seit Jahren sich einen schleichenden Genozid an der Bevölkerung der Ostukraine erlaubt, mit Unterstützung der USA, EU und NATO. Nochmal, ich verlange nicht diese Meinung zu teilen, ich erkläre einfach zum Verständnis wie der Russische Berufssoldat tickt, welcher in vielen Fällen den Fußstapfen seines Großvatters folgt, welcher aus seiner Perspektive,eines Heldenstatuß würdig ist.
          Und von solchen gibt es eine große Menge in Russland.

        2. Sollten die Russen aber wirklich mit der Hassbrille „Die Faschisten“ auf die Ukrainer losgehen, so wie die Ukrainer teilweise mit ihrer Hassbrille auf die Russen losgehen, dann werden, so fürchte ich, beide Völker unverzeihliche Vebrechen aneinander begehen – und damit schließlich auch an sich selbst.

          Also, wir reden hier immer noch über die Psychologie eines typischen russischen Reserversoldaten des 1. Grades, welcher in Erster Linie von der aktuellen Mobilisierungswelle betroffen ist.

          Nein, dieser typ von Russe kuckt auch nicht mit Hass auf Ukrainer als solche. Nein er umarmt seine stolze Mutter und zieht zum Klang von „Abschied der Slawin“ Marsch oder den „Der heilige Krieg“ Marsch wie einst sein Großvater in einen Befreiungskrieg von einem „Nazi-Regime (Zitat PUtin)“.

          Ich sag das Alles nur um dazu beizutragen Russen besser zu verstehen, auch wenn man sich nicht einig sein muss.

          1. Ja, gut wie du das erklärt hast.
            Als Deutscher ist mir solche Art Patriotismus natürlich eher fremd.

            Ich weiß auch nicht ob sowas so „gesund“ ist. Bei vielen Ukrainern wird es ähnlich sein, was den Krieg natürlich nicht besser oder weniger grausam macht.
            Die Rückbesinnung auf vergangene Größe bei einigen Völkern ist vielleicht auch keine so gute Sache.
            Die Engländer haben davon richtig einen weg und es hat sie zu einer Menge Blödsinn verführt.
            Von den US-Amerikanern gar nicht zu reden.
            Von den Dänen habe ich mal gelesen, dass dort viele ein Problem damit haben nicht mehr die großen Wikinger aus dem Mittelalter zu sein und selbst die Griechen sehnen sich nach ihrer Größe aus der Antike (Ich überspitze hier extra etwas).

            In Deutschland haben wir kaum einen solchen Grund für Patriotismus aus der Vergangenheit, obwohl den manche trotzdem finden. Andere finden das auch nicht so gesund keinen Patriotismus zu haben.
            Mag sein, dass das Nachteile hat. Die fühle ich aber nicht. Im Gegenteil, ich sehe die Vorteile, dass man als Deutscher keinen Grund für solchen Patriotismus hat. Ist es doch nur allzu oft eine Art Ersatzreligion, die es den Herrschenden ermöglicht umso leichter über die Patrioten zu verfügen und sie gegebenenfalls zu verheizen.
            Das man ein Gefühl für die Gemeinschaft hat, in der man lebt, ist ja soweit normal und natürlich, aber dafür braucht man keinen Patriotismus.

            Als ich meinen ersten Post hier geschrieben habe, stand ich aber noch unter dem Einfluss einer Reportage auf ARTE. Ein frz. Reporter in Isyum. Natürlich hatte der Bericht die übliche westliche Schlagseite, aber nicht nur. Und vor allem war er sehr nah dran.

            Erst wurde von Menschen berichtet und diese wurden auch interviewt, die von den Russen misshandelt und gefoltert worden sind. Offenbar weil sie in Verdacht gestanden hatten Koordinaten an die Ukrainer übermittelt zu haben oder Ähnliches. Soweit, so normal für einen westlichen Bericht.
            Dann aber wurde eine Holzbaracke gezeigt in der die Ukrainer Männer zusammengedrängt hatten, die der Kollaboration verdächtig waren. Sie warteten auf ihr Verhör und wurden vom Reporter auch aus nächster Nähe gezeigt. Schlimm gedemütigte Leute. Daneben war das Verhörgebäude aus dem man die Schmerzensschreie der „Verhörten“ hören konnte, was der Reporter auch bestätigte.
            Später interviewte er auch die ukrainischen Bewacher, die sich natürlich dafür rechtfertigten, weil es üble Kollaborateure wären.

            Wie gesagt der Bericht war sehr nahe dran und ließ einen fühlen, was in den Menschen so vor sich ging. Die Blicke der Leute, der Geschundenen von beiden Seiten – die Schreie – da dreht sich einem der Magen um. Und man wünscht den Menschen nur, dass es nicht noch weiter eskaliert.

            1. Ich weiß auch nicht ob sowas so „gesund“ ist. Bei vielen Ukrainern wird es ähnlich sein, was den Krieg natürlich nicht besser oder weniger grausam macht.

              Leider hast du da recht. Dieser Konflikt hat in der Tat Potential eines der blutigsten Konflikte in jüngster Geschichte zu werden. Es hat sogar Potential in einen Dritten Weltkrieg zu münden, welcher mit noch viel katastrophaleren Folgen enden würde als der zweite.

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