IAEA-Team besucht das AKW Saporischschja trotz andauerndem Beschuss

AKW Saporischschja. Bild: Maxar

Der andauernde Beschuss dürfte von der Ukraine ausgehen, Russland will zeigen, für die Sicherheit sorgen zu können, die Ukraine hat Angst, dass die AKW-Mitarbeiter das russische Narrativ unterstützen könnten und droht Kollaborateuren.

 

Für die Inspektoren der IAEA unter der Leitung des Generaldirektors Rafael Grossi ist der Besuch des von russischen Truppen besetzten AKW Saporischschja ein riskantes Unterfangen, auch wenn mit Russland und der Ukraine Sicherheitsgarantien ausgehandelt wurden. Heute sollen sie dort mit ihrer Arbeit beginnen, die Sicherheit des AKW und die Arbeitsbedingungen des Personals zu prüfen, das die Russen mit übernommen haben und das nicht geflüchtet ist oder dies nicht konnte. Das 14-köpfige Team besteht aus Experten aus Poland, Litauen, Serbien, China, Albanien, Frankreich, Italien, Jordanien, Mexico und Nordmazedonien.

Das AKW ist schon seit einiger Zeit ein symbolträchtiger Konfliktort, beide Seiten spielen nicht nur die möglichen Gefahren aus, es wird auch mit Raketen- und Raketenbeschuss des AKW-Geländes und der Stadt Enerhodar mit der Gefahr gespielt und ein mögliches Risiko in Kauf genommen. Russland hat zuletzt zugestimmt, dass das IAEA-Team aus der Ukraine über die Front zum AKW kommt, überall auf dem Weg über die Front und auf dem Gelände sind die Inspektoren aber gefährdet – und werden es bleiben, wenn IAEA-Mitarbeiter. Beide Seiten könnten den Besuch ausnutzen, um mit Aktionen den Gegner zu beschuldigen.

Dass das gefährliche Spiel auch bei der Anfahrt des Teams nicht beendet wird, wurde gestern deutlich, als erneut Enerhodar mit Granaten beschossen wurde. Von ukrainischer Seite heißt es wie immer, es seien die russischen Truppen gewesen. Das Stadtratsgebäude wurde beschädigt. Zweck sei es, beim Besuch des IAEA-Teams vor Kameras Bewohner zu versammeln, die sagen, die berichten sollen, dass der Beschuss von ukrainischer Seite kam. Von russischer Seite werden hingegen  die ukrainischen Streitkräfte verantwortlich gemacht. Wladimir Rogov von der russischen Verwaltung von Saporischschja sagte gestern früh, das Verwaltungsgebäude sei mit einer Drohne angegriffen worden. Überdies habe es jeweils einen Drohnenangriff auf eine Infrastruktureinrichtung am Rande der Stadt und auf das AKW-Ausbildungszentrum gegeben. In den letzten 24 Stunden seien zudem die Stadt und das AKW mit 57 Granaten beschossen worden.

Russland als Besatzungsmacht fürchtet Angriffe

In vielen Medien wird nicht weiter eruiert, gerne kommt wie zuletzt wieder in der Tagesschau zuerst die ukrainische Version und dann die russische. Dabei wäre es zumindest logischer, dass die russischen Truppen nicht sich selbst und die Menschen gefährden, die sie ja angeblich befreit haben und auf ihre Seite bringen wollen. Sollte durch militärische Aktivitäten Radioaktivität austreten oder gar eine Kernschmelze eintreten, hätte zuerst Russland den Schwarzen Peter, wenn die Truppen nicht aus dem AKW abgezogen werden, aber dessen Sicherheit nicht garantieren können. Zudem würde radioaktive Strahlung auch die eigenen Truppen und die besetzten Gebiete betreffen, bei Westwind, den es häufiger und auch jetzt gibt, wäre Russland, Belarus und die separatistischen Volksrepubliken betroffen.

Russland hat auch den Wunsch ausgesprochen, dass Beobachter dauerhaft vor Ort bleiben. Ein Anliegen ist auch, mit dem IAEA-Team belegen zu können, dass die Angriffe von ukrainischer Seite kommen. So sollen auch Geschossfragmente dem Team vorgelegt werden, wobei man aber versichert, dass die meisten Drohnen, Granaten und Raketen abgewehrt würden. Maria Sacharowa sagte, man habe seit dem 3. Juni den Besuch vorbereitet und tue alles, damit der Besuch sicher und erfolgreich ist. Man erwarte, dass die Experten erkennen, dass die russischen Berichte über die Gefährdung durch die ukrainische Seite „absolut wahr“ sind.

Rogov berichtete noch gestern Mittag, dass am Tag vor der Ankunft des Teams eine Gruppe ukrainischer Saboteure festgenommen worden sei, die einen Terroranschlag auf das AKW während des Besuchs vorbereitet haben sollen. Gefunden habe man bei den Saboteuren Waffen, Granatwerfer, selbstgebaute Sprengsätze, eine Drohne und Fotografien des AKW und Pläne. Ein Video von der Festnahme wurde veröffentlicht, was erst einmal nichts beweist, sie könnte auch gestellt sein. Wer die Saboteure sind und was sie vorgehabt haben sollen, wird nicht mitgeteilt. Sie wollten angeblich demonstrieren, dass Russland die Sicherheit nicht leisten könne. Die Festnahme der Sabotagegruppe zeige wieder „den terroristischen Charakter des Kiewer Regimes“.

Die Ukraine hat Angst vor Verrätern

Die Ukraine agiert spektakulärer. Der Berater des Leiters des Büros des Präsidenten Michail Podoljak, immer gut für Stimmungsmache, hatte am Montag getwittert: „Russlands zynischer und systematischer Beschuss des besetzten Energodar ist ein organisiertes blutiges Spektakel, dessen Zweck es ist, die lokale Bevölkerung einzuschüchtern, die Streitkräfte der Ukraine anzuklagen und seine ‚nuklearen Verbrechen‘ zu verschleiern. Den Barbaren ist es egal, wie viele Menschen um eines Propagandabildes willen getötet werden.“

Besonders Angst herrscht in der ukrainischen Führung, dass das AKW-Personal nicht das ukrainische Narrativ unterstützt. Verbreitet wird, dass die Russen die AKW-Mitarbeiter nicht nur unter Druck setzen, sondern angeblich auch manche verschwinden haben lassen. Es gebe aber, so der militärische Geheimdienst der Ukraine und Energoatom,  „Mitarbeiter, die sich aus verschiedenen Gründen bereit erklärt haben, mit den Besatzern zusammenzuarbeiten“. Dem IAEA-Team solle vermittelt werden, „dass die Anwohner die Aktionen der Besatzer uneingeschränkt unterstützen. Derzeit arbeiten russische Technologen mit ihnen zusammen, um das Szenario zu entwickeln und das notwendige ‚Bild‘ für den Kreml zu erstellen.“

Natürlich werden die russischen Besatzer versuchen, das Personal auf ihre Seite zu bringen. Vermutlich werden die IAEA-Experten versuchen, dazu keine Position zu beziehen, oder sie werden gespalten sein. Auf den Bericht kann man gespannt sein – und auch darauf, ob die IAEA wirklich unabhängig berichten wird, es sind auch Experten aus Nato-Ländern im Team. Gegenüber Tass erklärte ein UN-Mitarbeiter, das IAEA-Team werde sich nicht zu politischen oder militärischen Fragen äußern.

Schon seit Ende Juli ruft der militärische Geheimdienst der Ukraine die Bewohner von Energodar und Umgebung dazu auf, vermeintliche Kollaborateure und Mitarbeiter von Rosatom zu verpfeifen. Weitergegeben werden sollen nicht nur die genauen Positionen des russischen Militärs, sondern auch „genaue Daten der lokalen Kollaborateure, die auf die feindliche Seite gewechselt sind (Wohnort- und Standortadresse, Verbindung mit Koordinaten, Namen, Positionen und Arbeitsort bis 24. Februar 2022 und jetzt besetzte Positionen)“. Alle Unterstützer sollen genannt werden, aber auch die Mitarbeiter von Rosatom mit ihren Adressen, Fahrzeugen und Wegen. Wer einen russischen Pass angenommen hat, gilt als Kollaborateur. Damit werden die Verdächtigen zu Personen, die man gezielt angreifen kann. Sollte die Stadt von ukrainischen Truppen zurückerobert werden, dann wird es vermeintlichen Kollaborateuren schlecht gehen, weswegen das Interesse auf „Befreiung“ bei manchen ukrainischen Bewohnern der Stadt nicht so groß sein dürfte.

Das von Podolyak zu seienm Tweet veröffentlichte Bild.

Dazu passt, dass Podolyak gestern auf Twitter eine Warnung abgesetzt hat, die zwar Cherson galt, aber alle Kollaborateure betrifft. Das begleitende Bild mit zwei jungen Männern im Wald, der eine mit einem gezückten Messer, ist zwar eher eine Parodie auf Partisanen, aber die Botschaft soll wohl ernst gemeint sein: „Es heißt, dass russische Offiziere und Gauleiter in letzter Zeit Abendspaziergänge meiden. Denn man weiß nie, was einen hinter der nächsten Ecke erwartet. Sobald die Stadt einschläft, wachen die Partisanen auf… Wir wünschen allen Kollaborateuren eine ‚gute Nacht‘.“ Das ist von einem Regierungsvertreter der Ukraine ein offener Aufruf zum Mord an Menschen, die verdächtigt werden, Kollaborateure zu sein.

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33 Kommentare

  1. Ich danke Herrn Rötzer, dass er sich in diesem Artikel so stark und klar positioniert hat.

    Ja auf den Bericht bin auch ich gespannt. Aber wer kennt denn die Zusammensetzung des Teams der IAEA und deren Nationalitäten? Hat jemand eine Liste dazuund kann diese Veröffentlichen?

  2. [ Ein Video von der Festnahme wurde veröffentlicht, was erst einmal nichts beweist, sie könnte auch gestellt sein. ]

    Ich wünschte mir das gleiche Ausmaß an Skepsis bei Videos z.b. aus Butscha und anderen Videos mit welchen man sich bemüht Russland anzuschwärzen.

    Diesem Video jetzt wird in Russland gar nicht so viel Bedeutung eingeräumt. Es wurde in den Nachrichten mal kurz erwähnt, aber man macht daraus jetzt nichts Besonderes. Es gibt darüber kein Skandal und keine besondere Empörung.

  3. [ Vermutlich werden die IAEA-Experten versuchen, dazu keine Position zu beziehen, oder sie werden gespalten sein. ]

    Ich denke auch die werden keine Position beziehen. Das sind Experten für Atomkraftwerke, keine Militärexperten und keine Ballistiker. Die werden einfach sagen es sei nicht ihre Aufgabe Klarheit über die Frage zu schaffen wer das Kraftwerk beschieße. Deren Aufgabe sei das Kraftwerk zu inspizieren und Risiken abzuschätzen.

    1. Stimmt schon, die sollen „nur“ die Risiken abschätzen. Aber den dauernden Beschuss des Kraftwerks und seiner äußeren Komponenten sollte man doch wohl als Teil des Risikos ansehen. So gesehen sollten diese Experten sehr wohl dazu Stellung beziehen.

      Ob sie das auch wagen werden, ist eine ganz andere Frage …

      Interessant zu erfahren wäre auch, ob sie sich zu dem Verdacht äußern, dass dort Material lagert, das man für eine „schmutzige“ Atomwaffe verwenden kann. Dieser Verdacht wird ja schon lange geäußert und sollte wirklich einmal aufgeklärt werden.

      1. Naja natürlich lagern auf dem Gelände des Kraftwerks abgebrannte Stäbe in speziellen Behältern unter freiem Himmel. Klar sind abgebrannte Stäbe für eine schmutzige Bombe geeignet.

    2. ABER, es kann doch gesagt werden, in was für einer Atmosphäre gearbeitet wird? Draus ergibt sich doch schon einmal, ob die Aussagen aus Kiew stimmen. Wie hektisch alles wird, konnte doch bei dem AI Bericht gesehen werden.
      Die Zusammensetzung der Gruppe von Atomexperten ist gut gemischt, da wird wohl nichts unter den Tisch gekehrt werden.

  4. [ Die Ukraine hat Angst vor Verrätern ]

    Kein Wunder.
    Das Video zeigt eine Warteschlange für die Einreise aus den von der Ukraine kontrollierten Gebiete, in die von Russland kontrollierte Gebiete in Zaporoschja über den Kontrollpunkt Wassiliwka.

    https://vk.com/video-42813411_456245422

    Das geht schon seit Wochen so.

    Noch eins:
    https://www.youtube.com/watch?v=ld8VwaqvkFs

    Aber natürlich beweist das gar nichts, das Video könnte ja auch gestellt sein, wie Jedes Video was für die Ukraine und westliche Narrative unangenehm sein könnte.

  5. Der mit dem Messer, ist es Brad Pitt?
    Scherz.

    Was soll das eigentlich mit „Partisanen“.
    Partisanen, sind eigentlich Untergrundkämpfer, deren subversive Aktivitäten sich hinter den feindlichen Linien gegen das Militär richten. Wenn es gegen Zivilisten geht, sind das keine Partisanen, sondern Terroristen.

  6. „….die Ukraine ………droht Kollaborateuren.“
    „Das ist von einem Regierungsvertreter der Ukraine ein offener Aufruf zum Mord an Menschen, die verdächtigt werden, Kollaborateure zu sein.“

    Und mehrere Beispiele beweisen, daß es nicht bei Aufrufen bleibt, sondern daß sie auch befolgt werden. Es gibt als Folge des Vormarsches der AFU eine Welle von Terroranschlägen in der gesamten Region Cherson – von der Ermordung von Verwaltungsbeamten und Polizisten bis zur Bedrohung von Lehrern (Schulbeginn!), Ärzten und allen, die mit den russischen Behörden zusammenarbeiten. Dabei wurde auch schon 2x in Cherson die Stromversorgung unterbrochen.

    Das wirkt sich demoralisierend auf jeden aus, der bereit wäre, mit den Russen zusammenzuarbeiten und schafft denkbar schlechte Voraussetzungen für das am 11.September geplante Referendum. Daß man die ja tatsächlich vorhandenen Sabotage- und Terrortrupps nicht alle wird rechtzeitig „neutralisieren“ können, macht eine Schwäche der Russen deutlich und ist insofern in jedem Fall ein Erfolg der ukrainischen „Gegenoffensive“.

    Zu den Vorgängen bei und um das AKW hier ein Artikel (ohne Gewähr) zum Selbstübersetzen:

    (x)https://cont.ws/@Hook/2365992

    Ein Auszug:
    „Am 1. September versuchte das Kiewer Regime mit einer großen Provokation, die Ankunft einer IAEO-Arbeitsgruppe im Kernkraftwerk Saporischschja zu stören.

    Die ukrainischen Streitkräfte beschießen das Kernkraftwerk Saporischschja und den Treffpunkt der IAEO-Mission mit russischen Spezialisten in der Nähe des Dorfes Wassiljewka. Vier Granaten explodierten in einer Entfernung von 400 Metern vom ersten Block des Kernkraftwerks Saporischschja.

    Um 6.20 Uhr Moskauer Zeit landeten zwei Sabotagegruppen mit bis zu 60 Personen in sieben Motorbooten an der Küste des Kachowka-Stausees, drei Kilometer nordöstlich des KKW Saporischschja. Die Saboteure wurden von Rosgwardija-Kämpfern, die das Kernkraftwerk Saporischschja bewachen, und von Einheiten der russischen Armee, die zur Verstärkung kamen, aufgehalten. Die Sabotagegruppe der ukrainischen Streitkräfte wird derzeit mit Hilfe von Kampfhubschraubern der Armee ausgeschaltet.

    Gegen 7.00 Uhr Moskauer Zeit vereitelten Einheiten der russischen Streitkräfte den Versuch einer taktischen Landung der ukrainischen Streitkräfte auf zwei selbstfahrenden Lastkähnen von Nikopol aus, wenige Kilometer vom KKW Saporischschja entfernt in der Nähe der Siedlung Wodjanoje. Infolge des Beschusses durch die russischen Streitkräfte wurden zwei Lastkähne mit Selbstfahrlafetten versenkt, die taktische Landungstruppen der ukrainischen Streitkräfte transportierten.

    Der Kreml wusste von den Plänen Kiews, den Besuch der IAEO-Mission auszunutzen und eine Landung durchzuführen, um zu versuchen, Saporischschja einzunehmen und rund um die Uhr zu behaupten, es handele sich um russische Spezialkräfte. Unter idealen Bedingungen kalkulierte die DRG die Aufgabe, die Mission selbst als Geisel zu nehmen, das Atomkraftwerk als Geisel zu halten und den vollständigen Rückzug der russischen Truppen auf das Gebiet der Krim zu fordern.

    Der Einsatzplan und einige der Ausbilder wurden von Boris Johnson als Demobilisierungsakkord für sein Amt eingesetzt, aber wenn die GUR erfolgreich gewesen wäre, hätte er sich geweigert, die Macht abzugeben, mit dem Hinweis auf einen internationalen Notstand, der eine planetarische Katastrophe bedroht. Bisher wurden 47 DRG-Kämpfer getötet, drei gefangen genommen (!), zwei befinden sich in ernstem Zustand zwischen Leben und Tod. Die Gruppe von 12 Männern ist auf drei Seiten blockiert und vom Wasser und den Booten abgeschnitten und wird bis 15:00 Uhr fertig sein. Zelenskis Erklärung zu der Situation wird im Laufe des Abends erwartet. Der Leiter der IAEO-Mission wurde bereits über die Situation informiert, ebenso UN-Generalsekretär Guterres. Die Operation wurde von MI6-Beamten von ihrem Hauptquartier in einem Vorort von Kiew aus koordiniert.

    Alle 64 Mitglieder der DRG haben kürzlich eine Ausbildung im Vereinigten Königreich absolviert und sind am 29. August aus Warschau in Odessa eingetroffen.

    Es muss gesagt werden, dass der Plan sehr raffiniert ist.

    – Forderung nach Entmilitarisierung des Kernkraftwerks durch Beschuss, Abzug der schweren Ausrüstung von dort, Erleichterung des Schutzes der Anlage durch das Personal von Rosgvardia mit leichten Waffen.

    – Kurz bevor die IAEO-Mission eintrifft, um zu landen und die Anlage zu beschlagnahmen.

    – Die Mitglieder der IAEO-Mission können das Kraftwerk zur Tarnung so lange behalten, wie sie wollen, und weiterhin Strom an die Ukraine liefern.

    Offenbar war dies die „Überraschung“ für die Russen, von der Ze in einer kürzlich gehaltenen Rede sprach…

    Yuri Podolyaka schreibt:

    Als die Leitung der IAEO vor einigen Tagen ihre Pläne bekannt gab, die Station nicht nur zu besuchen, sondern auch ständige Beobachter dort zu belassen, war ich verwundert. Es sah nach einem klaren Schachzug Russlands aus, da eine ständige Mission in dem Gebiet das Problem des Beschusses beseitigen würde (aber wie sich heute herausstellte, war es ein Quartier nicht für Russland, sondern für Kiew).

    In dieser Nacht landeten die AFU SDF im Gebiet der Datscha nordöstlich des KKW und besetzten bis 5 Uhr morgens verdeckt die ursprünglichen Angriffslinien (das russische Verteidigungsministerium behauptet, dies sei später geschehen, aber das ist nicht so entscheidend). Ihre Aufgabe war es, in das Gebiet der Anlage einzudringen und den Empfang der Hauptgruppe der Landungstruppen sicherzustellen.

    Um 5.20 Uhr eröffnete die Artillerie der AFU das Feuer auf die Stellungen der Streitkräfte der RF auf dem Gebiet des Bahnhofs, und gegen 6 Uhr begann die erste Welle der Landungstruppen mit dem Angriff.

    Zur gleichen Zeit verließ eine zweite Welle (2 Lastkähne) Nikopol, die bis zu einem Bataillon Infanterie, verstärkt mit Mörsern (plus ein BC), aufnehmen konnte. Angesichts der Entfernung war die ungefähre Ankunftszeit am ZNPP-Kai etwa 7.30 Uhr.

    Zu diesem Zeitpunkt sollte die Vorhut die Rosgvard-Truppen verdrängt und das Werksgelände gestürmt haben. Doch die Truppen hielten dem ersten Angriff stand, und gegen 7.00 Uhr morgens versenkten russische Flugzeuge (oder Hubschrauber) beide Kähne mit dem zweiten Zug, woraufhin der gesamte Plan der Einnahme vereitelt wurde und sich ein Teil der vorgeschobenen Angriffsgruppe auf den Landepunkt zurückzog, wo sie feststeckte (dort wird sie jetzt fertiggestellt).

    Wir können also feststellen: Ja, der Plan war schön (und er scheint auch dem russischen Geheimdienst bekannt geworden zu sein), nicht weniger schön als die Landung der Luftlande-Spezialkräfte in Gostomel, aber der Plan scheiterte und führte zum Verlust von zwei Zügen der AFU und bis zu einem zweiten Wellenbataillon auf Lastkähnen. Das sind etwa 300-400 Männer. Ohne jedes Ergebnis.

    Außerdem weiß Kiew jetzt nicht einmal, was es mit der IAEO-Mission anfangen soll. Denn wenn sie Energodar erreicht und die „Drohung“ wahr macht, ihre Vertreter dort zurückzulassen, ruiniert sie das ganze Spiel der Zelenski-Bande im „Fall ZNPP.
    …..
    Nach Angaben, die noch überprüft werden müssen, wurden 6-8 Offiziere des britischen Verteidigungsministeriums an der Dnjeprküste bei Nikopol getötet. Zurzeit befinden sich bereits 4 AFU-Offiziere in Gefangenschaft.“

    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

    1. [ Forderung nach Entmilitarisierung des Kernkraftwerks durch Beschuss, Abzug der schweren Ausrüstung von dort ]

      Da gibt es keine schweren Ausrüstung auf dem Gelände des Kraftwerks. Das behauptet Kiew, aber Beweise dafür gibt es keine. Das Kraftwerk wird von Rosgwardija, also von der Militärpolizei bewacht. Die ist nur mit Handfeuerwaffen, LKWs und allenfalls mit gepanzerten Truppentransportern bewaffnet. Die haben weder Panzer noch Artilleriegeschütze. Auf dem Gelände des Kraftwerks gibt es nur einige LKWs und zwei APCs.

      1. Seit ich neuerdings immer wieder einmal auf Grüppchen von Zuzüglern mit KFZ gelb/blau UA treffe, die kein Deutsch können, aber im wehrfähigen Alter sind, glaube ich nicht mehr, dass die Durchhalteparolen von Володимир Олександрович Зеленський so durchschlagen wie erwünscht. Dann hat der nationalistische bis faschistische Spuk unter Anleitung der NATO ein Ende.

        1. Ich gönn es ja den Männern im wehrfähigen Alter, dass ihnen die Absetzbewegung geglückt ist, aber auch bei unseren demokratischsten aller demokratischen Flüchtlingen ist die Voraussetzung für eine vollendete Flucht das Kleingeld in großer Stückzahl.

          1. oskar, du Verräter,

            nein, ich gönne KEINEM dieser Ukretins, eine Absetzbewegungen. Ich habe zu viel wirklich Verbrechervisagen in noblen SUVs fahren gesehen. Meist Männer im „wehrfähigen Alter“, aber nicht sehr seriös wirkend. Da habe ich mir wirklich oft einige „Kettenhunde“ gewünscht, die sie an die Front eskortieren würden!!

            Natürlich sind diese SUVs aus ehrlich erworbenem Geld gekauft worden, natürlich sind die armen sportlichen Männer mit Tatoos leider nicht tauglich, natürlich,……sind sie Verbrecher am eigenen Volk. Wer sich solche Luxusschlitten in einem armen Land leistet, obendrein noch in noblen Innenstadthotels residiert – und alkoholisiert randaliert, tja, das zerstört ein wenig den Nimbus der „armen Flüchtlinge“.

            Ich neigte nie dazu, ein Rassist zu sein – aber mittlerweile ist für mich jeder Ukrainer kriminell, korrupt und verlogen!!! (Etwa rührende „Fluchtberichte“, die derart von triefenden Ungereimtheiten strotzten, dass sich jeder objektive Leser um den Wahrheitsgehalt, erst kümmern musste) Und dazu stehe ich.

      2. Seit ich neuerdings hierzulande immer wieder einmal auf Grüppchen von Zuzüglern mit Kleinwagen und KFZ gelb/blau UA treffe, die kein Deutsch können, aber im wehrfähigen Alter sind, glaube ich nicht mehr, dass die Durchhalteparolen von Володимир Олександрович Зеленський so durchschlagen wie erwünscht. Dann hat die im Jahre 1941 mit Unterstützung Englands begonnene Landnahme ostwärts ein Ende.

        1. Christa,

          das hat sicher nichts mit „Durchhalteparolen“ zutun. Bereits zu Beginn des Krieges, tauchten überall im Westen noble SUVs auf – und die Fahrer, waren meist kräftige-muskulöse Männer, die an der Front nötig gewesen wären. Nur: die genetische bedingte Korruption, ermöglichte ihnen – aus welchen Quellen auch immer – dank Bestechung, die Flucht vor dem „Heldentod“. Klar, wenn ich mit Kaviar und Champagner in einem Luxushotel im Westen leben kann, warum das Risiko, im Schützengraben zu verrecken?

          Ich kenne einige verbürgte Aussagen, die ein bezeichnendes Licht, auf die ukrainische Mini-Schickeria werfen. Etwa, dass ukrainische SUVs, mit gigantischen Reisetaschen nach Moldawien fahren, dort Geschäfte leerkaufen – und dann abziehen. Und ob in Polen oder in Tschechien: Kaum sind die „Flüchtlinge“ länger da, wecken sie Aversionen.

          Offenbar haben sie wirklich das Gen zum „Fordern“. Normalerweise, wäre die natürliche Reaktion der hilfsbereiten Bevölkerung, eine ROBUSTERE!

  7. Und so sehen die Ergebnisse der ukrainischen Begrüßungszeremonie für die IAEA in der Stadt aus:

    „Bei dem heutigen Beschuss von Energodar durch militante Zelensky-Kämpfer wurden mindestens zwei Zivilisten getötet und fünf verwundet, darunter ein Kind, das sich mit einer penetrierenden Hüftverletzung in einem sehr schweren Zustand befindet.

    Dies berichtete Wolodymyr Rogow, Mitglied des Hauptrates der prorussischen Regionalverwaltung von Saporischschja.

    Nach Angaben von Augenzeugen vor Ort beschossen ukrainische Truppen ab 5.30 Uhr massiv Wohngebiete in Energodar.

    Bislang wurden folgende Schäden festgestellt:

    – 2 Explosionen in der Nähe der NSO-Dacha
    – 4 Explosionen im Kulturzentrum Sovremennik
    – Eine Notaufnahme des medizinischen Notdienstes wurde beschädigt
    – Feuer in den Kindergärten Nr. 14 und 15 wurde aufgenommen

    – Schwere Schäden an einem Wohngebäude in der Voinov-Internationalistov-Straße 8.

    Außerdem schlugen vier ukrainische Granaten 400 Meter vom ersten Block des Kernkraftwerks Saporischschja entfernt ein.“

    (x)https://www.politnavigator.net/ukraina-peredala-privet-ehnergodaru-ot-obstrela-vsu-pogibli-dvoe-raneny-pyatero-vklyuchaya-rebenka.html

    Wie sich wohl Signor Grossi zu diesen eindrucksvoll demonstrierten „Sicherheitsgarantien“ äußern wird?

    PS Ukrainische Medien melden den Beschuß des AKW durch russisches Militär, was sonst. Und heute abend wird Showmaster Zelensky im TV mithilfe russischer Aufnahmen beweisen, daß das russische Militär die friedlichen ukrainischen Kräfte angegriffen hat.

    1. Zwei Männlein im Wald, ein großes Messer, na ja: der ukrainische Heldenmythos nährt sich halt aus ausgelaugten „Marvell-Comics“ und „Landser-Heften, ein bisschen „Rambo“ tut dem UkroNazitum, sicher auch sehr gut. Infantil, für fettgefressene amerikanische „Couchpotatoes“ aber gerade richtiges Helden-Szenario. Allein der „Hype“ um „Captain America“. Gut, wir müssen berücksichtigen, welchen Ursprung dieser infantile Wahnsinn hatte: schließlich musste gegen den Kampf der Nazis mobilisiert werden.

      Wäre ich sehr zynisch, so würde ich diese ganze martialische „Messer“-Geschichte, als „phallisches Erweckungserlebnis“ lächerlich machen. Huch, die Helden warten schon – Der ganze Ukraine-Krieg, eine Spielwiese für Psychopathen!!!!!!!

  8. Mal kurz etwas OT: Ich muss sagen, dass es mich freut, dass hier immer mehr kommentiert wird und viele alt bekannte Leute aus dem TP Forum dabei sind und auch, dass die Anzahl der Kommentare im TP Forum dramatisch abnimmt. Ich weiß noch Zeiten da gab es bei manchen Themen über 1000 Kommentare im TP Forum. Inzwischen ist es sehr viel weniger geworden. Die willkürliche Moderation dort scheint viele vergrault zu haben.

    1. Mich würden schon mal die Zahlen der Leser vor und nach den Maßnahmen interessieren.

      Auch die Zahlen/ Klicks zum Forum?

      Aber eins sage ich auch klar. Nicht jeder TPer ist hier willkommen. Damit meine ich nicht seinen Standpunkt zu gewissen Themen, sondern dass nicht einhalten von „Nettikette“. Persönliche Beleidigungen gehören nicht hier her.

      Die Moderation ist nicht willkürlich, sie ist bewußt tendenziell ausgrenzend. Denn gewisse Meinungen haben bei den Moderatoren Narrenfreiheit.

      1. Domainstatistik zeigt dass die Visits von heise.de etwa 2018 ihr maximum von 11 Mil. / Monat erreichten und seither fallen auf heute knapp 5 Mil.

        (*)https://www.semrush.com/analytics/overview/?q=heise.de&searchType=domain

        Dabei ist zu berücksichtigen, dass hier nicht nur TP dabei ist, das ist die Statistik für die gesamte Domain heise.de mit allem drum und dran.

  9. Wie die Ukraine noch im letzten Augenblick versucht hat, die IAEA-Inspektoren an ihrer Reise zum AKW zu hindern, kann man bei MoA nachlesen. Dass die Regierung Zivilisten Meuchelmord androht, wie man dem hier reproduzierten Foto entnehmen kann, ist aber auch ganz nett.

    Angesichts eines auf dem Kriegspfad wandelnden Westen liegt wohl die einzige Hoffnung auf baldige Einstellung der Feindseligkeiten in einem Militärputsch in Kiew. Eine neue Regierung könnte dann den Russen Verhandlungsbereitschaft signalisieren und damit unzähligen Ukrainern das Leben retten, sowie auch den territorialen Umfang der schliesslich resultierenden Rumpfukraine noch maximieren. Vielleicht gibt es im ukrainischen Militär noch Restposten an nicht nihilistischer Rationalität, die geistig in den verhängnisvollen Neunzigern feststeckenden westlichen Politikern offensichtlich abgeht.

  10. „Umfang der schliesslich resultierenden (…)ukraine“

    Dieser Umfang ließe sich wohl zur vollen Zufriedenheit des „Westens“ wieder herstellen, wenn die von den „bösen“ Kommunisten, Lenin, Väterchen იოსებ ბესარიონის ძე სტალინი und Chruschtschow, zugeschlagenen Gebiete an die „ursprünglichen“ Länder zurückgegeben werden (hier bildlich dargestellt):
    https://bigthink.com/strange-maps/ukraine-lenin-putin/
    Ich kann mir vorstellen, dass Russland der Ukraine das von den russischen Zaren zugeschlagen Gebiet, inklusive Kiew, belassen werden.

    Das müsste doch zur höchsten Satisfaktion im Westen führen, dass die kommunistischen „Unrechtstaten“ nun endlich annulliert werden.

  11. guten Morgen,
    vielleicht passt es jetzt nicht hierher, aber ich muss einfach mal etwas loswerden.
    Als „friedensbewegter“ Mensch, mittlerweile 70 Jahre alt, habe ich in früheren Jahren meine Kraft in Mutlangen eingesetzt, um mit vielen anderen zu erreichen, dieses Land atomwaffenfrei zu machen.
    Habe gegen den Vietnamkrieg und Pinochets und der CIA Putsch in Chile und in vielen anderen Situationen meine Stimme erhoben, während die Schuhsohlen immer dünner wurden.
    Ich habe 3 Kinder großgezogen und ich denke heute, wenn ich wahrnehme, dass sie ohne mich gut klarkommen, dass sie offen und friedfertig durch die Welt gehen und den aufrechten Gang pflegen.
    Heute fehlt mir die körperliche Kraft, mich draußen einzusetzen, zu positionieren, Gegenrede zu führen gegen den Wahnsinn, der hier geschieht, obwohl ich das Gefühl habe, es wäre nie wichtiger gewesen als heute, aufzustehen und den Herrschenden und Eliten dieses Landes mit den Worten entgegen zu treten: Nicht mit mir!
    Mag sein, dass das alles etwas pathetisch klingt, aber ich möchte mich an dieser Stelle bei allen, die hier schreiben – egal, ob es sich um Artikel oder Kommentare handelt – bedanken, denn Ihr gebt mir das Gefühl, am Schluss doch nicht alleine zu sein.
    Der Geist funktioniert noch ganz gut und manchmal schreibe ich auch etwas dazu, wobei es passiert, dass ich beim Schreiben stinksauer bin und mich im „Ton vergreife“, was zur Folge hat, dass der Beitrag nicht veröffentlicht wird. Vielleicht ist es auch besser so, schließlich bin ich ja alt genug, als dass man eine gewisse Gelassenheit bei mir erwarten kann.
    Aber ich habe meine Träume von einer friedfertigen Welt niemals aufgegeben und werde es auch nicht tun.
    In diesem Sinn, noch einmal herzlichen Dank, macht weiter so.

    1. Hallo Andreas,

      jeder Mensch mit seiner Stimme für eine friedliche Welt und gegen die weltweiten Agressionsabsichten der USA und seinem Pudel NATO ist wichtig! Klein machen ist nicht! Deine Stimme kann diesen Pazifismus, diese Völkerverständigung weiter tragen. Erst in die Herzen deiner Kinder und dann in die Herzen deiner Enkel.

      Diese Aufgabe erfülle ich auch. Meine vier Kinder wissen seit langen schon, wer der schlimmste Kriegsverbrecher im Moment auf dieser Welt ist und meine Enkel werden dies von mir, wenn die Zeit reif ist, erfahren. In vier Wochen kommt das vierte Enkelchen, damit es immer genug Menschen gibt, die ihre Stimme gegen den Wahnsinn Krieg die Stimme erheben.

      Wäre dei NATO Anfang der 1990er Jahre aufgelöst worden und man hätte sich auf Augenhöhe zwischen den Völkern verständigt, wären wir heute nicht in solch einer Situation. Aber die USA mit den CIA hatte dies nie vor, wie man gut erkennen kann, wie die USA die RF in dem Jahrzehnt nach der Wende und Perestroika die RF mit Jelzin als Präsident über den Tisch gezogen hat.
      Bereits damals hatte man keinen Respekt vor den Russen.

    2. Hallo Andreas,
      ich bin ähnlich alt und kann Dir nur folgen. Ich war fest davon überzeugt, dass es einer Revolution bedurfte, um das Unrecht in der Welt abzustellen.
      Heute denke ich das immer noch, allerdings bin ich darauf gekommen das ich es nicht machen muss. Ich denke auch, dass wichtiger als das Individuelle wollen, die Zeit eine Rolle spielt. Alles braucht seine Zeit.
      Du hast recht, mit der Nettikette vergreifen die Leute sich im Ton, allein das Wort. Theoretisch ist das ja richtig, aber wenn Du drin steckst, stellt sich das anders. Ich bin Handwerker, da lernst Du nicht Beschimpfungen zu ertragen wie etwa ein Prof.
      Da mache Dir mal keinen Kopp.

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